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List ist perfekt für den Flow

UNTERWEGS MIT KURDIREKTORIN MAIKEN NEUBAUER

Was ist Flow?

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Besonders positives emotionales Erleben, das dadurch charakterisiert ist, dass eine Person ganz auf ihr Tun konzentriert ist und darin aufgeht, sich selbst dabei vergisst, das Zeitgefühl weitgehend verloren ist („Die Zeit vergeht wie im Flug”). Dieses emotionale Erleben kann sich dann einstellen, wenn die wahrgenommenen Anforderungen der Tätigkeit den Fähigkeiten entsprechen. Der Anreiz bei einer solchen Handlung liegt nicht in erwarteten Handlungskonsequenzen (extrinsische Motivation), sondern in der Ausführung der Handlung selbst (intrinsische Motivation).*

*aus dem Wirtschsftslexikon „Gabler“

Ist Flow ein Magazin mit stylischen Bastel- und Lebensführungstipps? Stimmt! Benannt ist das Printerzeugnis nach dem Flow-Zustand der Seele, der noch erstrebenswerter ist als großes Glück, Ekstase oder der schnelle Kick. Denn der Flow kommt irgendwie stiller, individueller, inniger und produktiver daher. Zudem hat man großen Einfluss darauf, ihn immer wieder selbst herzustellen.

Der eine kommt ganz einfach beim Arbeiten in einen Flow, viele gelangen in schöpferischen Tätigkeiten oder beim Sport dahin, Yoga und Meditation, sowie andere Konzentrationstechniken aus allen Kulturkreisen, helfen Selbstvergessenheit zu üben. Und natürlich die Natur – wie nichts anderes. Auch Maiken Neubauer liebt es, im Flow zu sein. Dieses Gefühl stellt sich bei ihrer Arbeit beinahe täglich ein.

Spazieren in der Sylter Natur ist für die Lister Kurdirektorin jedoch, seit sie klein ist, das konsequenteste Mittel, um in Balance zu kommen und dabei – en passant – die besten Ideen für den Tourismus im Inselnorden zu entwickeln.

Maiken Neubauers Flow- Hotspots in der Lister Natur

Foto © Nicole Mai

Ausgehend vom Hafen lassen sich gleich mehrere Spots erreichen, um die Leichtigkeit des Seins zu erfahren.

Foto © Ralf Meyer

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Die Lister Oststrandpromenade ermöglicht einen ungeahnten Blick auf Dänemark, das Festland und in Richtung Keitum und Morsum. In Verbindung mit Strand und Stille stellt sich der Flow schnell ein. Natürlich gelingt das ebenso auf dem Möwenbergdeich, wenn das Auge sich an der Fernsicht über den Königshafen bis hin auf die beiden Leuchtfeuer auf dem Ellenbogen erfreut. Tipp hier: Antizyklisches Verhalten – lieber morgens ganz früh oder abends spät „flowen“.

Foto © Rauke Jaschinski

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Das urige und geschichtsträchtige Areal der „Akademie am Meer“ erkunden: An den putzigen „Tiny-Klappholttal- Houses“ vorbei über den Holzweg zum Strand gehen, dann dort etwa 2,5 Kilometer Richtung Nord Einsamkeit genießen, durch die traumhafte Dünenlandschaft mit Blick auf die Wanderdünen zurück über die alte Inselbahntrasse und dann – auf ebendiesem Weg durch beinahe unwirklich schöne Landschaft zurück zum Ausgangspunkt wandern: dem Parkplatz Klappholttal.

Infos zu einem besonderen Ort: www.akademie-am-meer.de

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Maiken Neubauer wählt diesen Express-Flow- Spaziergang nach Feierabend: „Bambus Bar“, dort an den Strand und so lange wie einen die Beine tragen am Flutsaum hinein in die Stille Richtung Ellenbogen. Gleiche Strecke zurück, denn auf Sylt ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man von Süd nach Nord oder von Nord nach Süd am Flutsaum tippelt.

Foto © Ralf Meyer

Foto © Nauke Jaschinski

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Der Lister „Urwald“ ist auf der Mitte der Straße Landwehrdeich mit einem kleinen Hinweisschild zu erreichen und verspricht tatsächlich etwas mehr, als er hält. Aber wer die Weite liebt, wird hier den erstaunlichen grünen Kontrast dazu empfinden können – die Vögel zwitschern und auf seine ureigne Art ist dieser nordische Urwald in der Tat sehr idyllisch.

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Nicht nur eine Option, sondern ein unbedingtes Muss: der schönste Friedhof der Insel, nein, weit und breit, ist der Lister Friedhof. Ein meditativer Ort inmitten der Dünen, an dem man sich die großen Fragen des Lebens stellen und vielleicht auch beantworten kann. Ein Flow-Ort der Extraklasse.

Foto © Nicole Mai

Lister Natur auf sich wirken zu lassen, führt oft zu tiefer Erkenntnis!

Maiken Neubauer

„Hier bin ich in meinem Element“

Bei den Kollegen*innen in den anderen Inselorten muss man immer überlegen, wie der Titel nochmal genau geht: Tourismusdirektor*in kommt einem jedenfalls bei weitem nicht so leicht über die Lippen wie „Kurdirektorin“. Und Maiken Neubauers Job heißt wirklich noch so. Sie bekleidet ihn seit fast drei Jahren mit großer Freude. Hinter dem Titel verbirgt sich eine facettenreiche Position rund um das touristische Business im Ort. „Die touristische Verwaltung leiten, ebenso wie den Hafen managen, das Personalwesen und den Veranstaltungsbereich, das Marketing voran bringen, neue Projekte im Ort und gesamtinsular entwicklen und natürlich die Gäste glücklich machen – das ist mein Job.

Direkte Gespräche mit unseren Gästen sind mir sehr wichtig, daraus ergibt sich für beide Seiten viel. Da kommt die Hotelfachfrau in mir raus“, sagt Maiken Neubauer.

Im Sommer umfasst ihr Team – inklusive der Retter*innen am Strand, der Kurkartenkontrolleure*innen, Strandkorbwärter*innen und der Beacholympiadenlegende Manfred – 34 Personen. Die Winter-Équipe in List auf Sylt besteht inklusive aktuell zweier Azubis aus 17 Menschen. „Es ist für unsere Gäste das Tüpfelchen auf dem i, in all diesen Positionen empathische Menschen zu treffen, die man im besten Fall wiedererkennt und die einen auch kennen. Das sind die Feinheiten eines List-Urlaubs, die die Seele zum Schwingen bringen und genauso wichtig sind wie eine brillante Infrastruktur“, weiß Maiken Neubauer aus vielen Gesprächen.

„Für Sylter ist eine Fahrt aufs Festland, ganz gleich, wie lange sie dauert, nie mehr als ein Tagesausflug.

Dort, wo ihr Büro heute ist, verbrachte sie übrigens schon als Kind viele Stunden: Lehrerkollegen und Freunde ihrer Mutter lebten hier, in der Dienstwohnung neben der Grundschule. Maiken Neubauer war oft zu Besuch.

Sie ist eine Durch-und- Durch-Sylterin mit eindrucksvollem insularen Stammbaum, der sich Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Genau erforscht hat das ihr legendärer Großvater Alwin Pflüger, C.-P. Hansen-Preisträger und renommierter Sylter Geschichtskundler, der auch den genialen Satz prägte: „Für Sylter ist eine Fahrt aufs Festland, ganz gleich, wie lange sie dauert, nie mehr als ein Tagesausflug.“

Genauso war es auch bei Maiken Neubauer: Nach einer wunderbaren Kindheit lernte sie das Hotelfach bei den Strickers im gleichnamigen Tinnumer Landhaus und zog dann in die Welt. Sie studierte in Würzburg Betriebswirtschaft, arbeitete in Frankfurt, heiratete und bekam ihre Tochter Jule. Fast auf den Kopf genau – 20 Jahre nach ihrem Weggang zog sie 2006 zurück nach Sylt – auf ihre Insel, zu ihrer Familie nach Westerland. „Die 20 Jahre meiner Abwesenheit waren wir oft auf Sylt, ich konnte super anknüpfen – nichts war mir fremd. Meine Tochter fühlte sich auch pudelwohl. Sie musste vielleicht nur eine kleine Fehleinschätzung korrigieren:

Sie hat früher, wenn wir zu Besuch waren, immer gedacht, dass ihrer Oma der Strand gehört“, berichtet Maiken Neubauer mit einem Augenzwinkern.

2009 begann sie in List auf Sylt als Assistentin der Kurdirektion zu arbeiten und fand hier im Norden ihrer Insel ihr berufliches „Eldorado“. 2016 wurde sie zur stellvertretenden Chefin des Betriebs und dann kam der Moment, der sie ganz schön herausforderte: „Als Boris Ziegler ging, bewarb ich mich auf die Stelle der Kurdirektorin. Und obwohl ich beim Vorstellungstermin natürlich jeden kannte, war es – trotzdem oder gerade deshalb – unglaublich aufregend. Aber, ich habe wohl überzeugt“, meint die Westerländerin strahlend. List liegt ihr am Herzen. Sie ist die perfekte Botschafterin für den Ort. Denn sie liebt hier jeden Winkel. Die berauschende Natur, die Vielfalt der Erlebnismöglichkeiten, den Einzelhandel, die Gastronomie, das Naturgewaltenzentrum und den Hafen.

Was sie bis heute nicht so mag, sind eigentlich nur Lister Krabben – also Krabben generell. Auch dazu hat Maiken Neubauer eine wunderbare Geschichte parat: „Mit meinem Vater habe ich als Kind immer lange Spaziergänge am Ellenbogen unternommen. Zur Stärkung haben wir uns an Jünne Goschs Stand am Hafen ein Fischbrötchen gegönnt. Einmal kaufte mein Vater Krabben bei „Krabben Paul“. Ich habe eine probiert und hatte sie immer noch im Mund, als wir am äußersten Zipfel des Ellenbogens angelangt waren. Ich konnte sie einfach nicht runterschlucken.“

Aber, wenn’s nur das ist. Fisch liebt Maiken Neubauer dafür umso mehr. Und die Kulinarik ist nur ein Aspekt, der List auf Sylt so besonders macht.

List auf »Sylt ist… berauschende Natur & 1.000 und eine Möglichkeit zu genießen.

1, nee...2 Fragen noch:

Was beschäftigt Sie Anfang März 2021?

„Die große Kunst ist es, auf alles richtig vorbereitet zu sein. Ich stelle mich einerseits ein auf eine ganz ,normale’ Saison mit einem großen Team – alle werden eingestellt, wir planen auch alle Veranstaltungen – und sind aber genauso auf alle anderen Varianten vorbereitet. Das ist eine schöne Herausforderung!“

Und zum Ausgleich?

„Qi Gong für die Zentriertheit und viel Lister Natur mit ihrer inspirierenden Kraft.“

Foto © Nicole Mai

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