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CADDY CALIFORNIA
Ich seh’ den Sternenhimmel
Zu einem vollständigen Reisemobil fehlt dem Caddy California doch einiges. Doch als Mikrocamper, der flottes Reisen und kommodes Schlafen ermöglicht, macht der Kleinste in der California-Familie eine gute Figur.
TEXT: Martin Häußermann FOTOS: Henning Scheffen/Volkswagen
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Sie haben diesen Satz sicher schon am Heck des einen oder anderen Reisemobils gesehen: „Lieber 1.000 Sterne am Himmel als fünf an der Tür eines Hotels.“ Was als Bekenntnis für Urlaub in der Natur und mithin im Reisemobil gedacht ist, löst der Caddy California konkret ein. Zumindest dann, wenn man sich für knapp 1.000 Euro extra das riesige Panoramadach gegönnt hat. Dann kann man nachts auf dem Rücken liegend tatsächlich die Sterne sehen. Die Schlafenszeit gehört also buchstäblich zu den Sternstunden im Caddy, für den ansonsten gilt: Raum ist in der kleinsten Hütte. Denn mit dem Mikrocamper hat VW eine Idee professionalisiert, die wir schon als sparsame klappte die Sitzbank um und legte eine fertig war das rollende Schlafgemach. Da und manchmal auch Schnee.
Frische Luft
den, dass man die Scheiben am nächsten Morgen erst einmal trocken reiben
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kondensierte. Nun sind Pkw-Innenräume allein wegen der Luftschächte für Hei angeraten, auch durch die Scheiben Sauerstoff in den Wagen strömen zu lassen.
Eingeklemmt
Das gilt auch für den Caddy California, der zu diesem Zweck zwei Lüftungslamellen an Bord hat, die zwar Luft hereinlassen, durch ihre Form aber keinen Regen. Eingesetzt werden sie in den obe rer- und Beifahrertür. Er wird mit dem hochgefahrenen Fenster im Fensterrahmen eingeklemmt. Das liest sich leichter als es gemacht ist, denn die elektrischen Fensterheber sind mit einem Sensor aus Menschen Finger oder andere Gliedma sehentlich hochgefahren wird. Und wenn das Fenster nicht ganz genau die dafür fährt es sofort wieder runter. Das ist Geduld und Routine gefragt. Deutlich einfacher ist da die Verdunklung angebracht. Sie besteht aus lichtdichten Stoffbahnen, die genau der jeweiligen Fensterform angepasst sind. Praktisch: Im Stoff eingenähte Magnete sorgen für sicheren Halt an der Blechkarosserie.
Schlafenszeit
sind einige Handgriffe nötig. Die Sitzbank muss um-, die Lehnen der Vordersitze misst dann rund zwei auf 1,10 Meter. Für zwei schlanke Menschen geht das gerade mal so. Der Schreiber dieser Zeilen hat nur alleine im Caddy geschlafen. Und das sogar sehr gut. Der Liegekomfort ist gefühlt um einiges besser als in seinem Vorgänger Caddy Beach, der ja auch schon bei uns zum Test war. Immerhin ist die federn unterfüttert. Um den begrenzten
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GUTE NACHT Froli-Tellerfedern unter der Matratze sorgen für guten Schlafkomfort. Unter dem – ungefederten – Fußteil sind Campingstühle und -tisch untergebracht. Lebensraum zu erweitern, bietet VW als Extra eine Zeltwand, die in die geöffnete weiteres Extra kann für rund 1.400 Euro Schwerlastauszug im Heck, in dem ein sche, sowie eine Schublade für Besteck Um eine Suppe zu kochen allerdings reicht es schon, wie wir auf unserer Testfahrt Caddy California. Mit dem Zweiliter-Vierzylinder-Diesel, der 120 PS mobilisiert, ist ragendes Fahrgefühl sorgt die neukonstruierte Hinterachse, die zwar weiterhin starr ist, aber an Längslenker geführt und mit Panhardstab und Schraubenfedern ausgestattet ist. Der Vorgänger musste mit Blattfedern klarkommen.
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Auf Nummer sicher
weil der neue Caddy ganz eng mit dem
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GUTEN APPETIT Um eine Suppe zu kochen oder eben auch mal kurz etwas anzubraten, reicht die ausziehbare Heckküche allemal. Um Lebensmittel aufzubewahren, sollte man sich noch eine Kompressor-Kühlbox anschaffen. steht eine Vielzahl an Sicherheitsassis gänger- und Radfahrerkennung sowie ein tent, Verkehrszeichenerkennung, Umfeldbeobachtungssystem, Notfallassistent, serem Testwagen war alles drin, auch die Euro sündhaft teure Infotainment- und men auf den noch akzeptablen Grund rund 15.000 Euro für Extras hinzu. Das ist heftig und treibt den Gesamtpreis in eine Region, in der man auch einen California 6.1 in Basisausstattung bekäme. Doch sol selten gekauft und in der VW-Presseabteilung ist man sich sicher, dass auch die Interessenten des Caddy California üppi wird, steht aber noch in den Sternen. 5 2
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1,94 t 561 kg 2,5 t 10 l
Technische Daten: VW Caddy California 4motion
BASIS/CHASSIS: Volkswagen Caddy, Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 ccm, 90 kW (120 PS), Euro 6, SechsgangSchaltgetriebe, Allradantrieb, ABS, ASR Antriebsschlupfregelung mit Berganfahrhilfe, ESP, LED-Tagfahrlicht, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, höhenverstellbares Lenkrad, Fahrer- und Beifahrerairbag.
MASSE UND GEWICHTE: Länge 4853 mm, Breite 1855 mm, Höhe 1836 mm, Radstand 2970 mm, Masse in fahrbereitem Zustand 1939 kg, zulässige Gesamtmasse 2.500 kg, 5 gurtgesicherte Sitzplätze, Dieseltank 50 l.
AUFBAU: Stahlkarosserie (ohne Isolierung)
WOHNRAUM: 2 herausnehmbare Gepäcktaschen in den Heckseitenwänden. Im Heck eingebautes und nach vorne ausfaltbares Doppelbett mit Kaltschaummatratzen, 1980 x 1070 mm
KÜCHE: Küchenmodul in einem Schwerlast-Heckauszug: Ein-Flamm-Kocher mit Metallabdeckung und 1,8-kg-Campinggas-Flasche. Schublade für Geschirr und Besteck.
HEIZUNG: Diesel-Standheizung
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT: 178 km/h
TESTVERBRAUCH 6,6 l/100km
Grundpreis (Caddy California Maxi) 38.955,00 €
Panoramadach 975,80 € LED-Scheinwerfer 1.184,05 € Infotainmentsystem mit Navi 2.421,65 € Leichtmetallräder 1.363,00 € Küchenmodul 1.410,00 € Standheizung 1.499,40 €
PREIS TESTFAHRZEUG: 54.871,00 €