10 minute read

WINTERSPORT-SPECIAL

DER BERG RUFT

Wir lieben die Kombination aus Camping und Wintersport. Wir lieben die Kombination aus Camping und Wintersport. Im Winter wird das Reisemobil für uns oft zur rollenden Skihütte. An diesem Spaß wollen wir unsere Leser teilhaben lassen und stellen unsere Lieblings-Ski+Camp-Gebiete vor.

TEXT +FOTOS: Martin Häußermann

Wir sind bekennende Ganzjahres-Mobilisten. Schon als die Kinder noch klein waren, haben wir vor – und manchmal auch direkt nach – Weihnachten das Reisemobil gepackt, um das Fest oder wenigstens den Jahreswechsel auf dem Campingplatz zu feiern – und natürlich tagsüber die Pisten unsicher zu machen. Wir genießen diese spezielle Form des Winterurlaubs, die wir seit einem Vierteljahrhundert ren wir im Winter gerne nach Österreich, Südtirol und manchmal in die Schweiz. Hier eine Auswahl unserer Lieblingsdestinationen.

Wiege des Skilaufs: Arlberg

An Selbstbewusstsein fehlt es den Touristikern am Arlberg nicht. Sie nennen die Region rings um den Arlbergpass „Wiege des alpinen Skilaufs“. Tatsächlich gründeten Wintersportfreunde bereits

ARLBERG

1901 den Skiclub Arlberg, der zwei Jahre später ein erstes Clubrennen austrug. 1904 fand das erste allgemeine Arlberg-Rennen statt. 1921 entstand die erste Skischule in der Region. Und die ist heute ohne Zweifel zu einer der attraktivsten Reviere für Skifahrer und Snowboardern geworden. Zwischen den Orten Stuben, St. Christoph, Lech, Zürs und St. Anton warten 350 Kilometer präparierte Pisten und geschätzte 200 Kilometer Tiefschneeabfahr recht, seit das Gebiet von Warth/Schröcken inzwischen auch per Seilbahn angebunden ist. Wenn wir hierher zum Skifahren kommen, gerne auch an Weihnachten oder über den Jahreswechsel, steuern wir regelmäßig den Camping Arlberg in Pettneu listen ungemein verkehrsgünstig und verfügt quasi über eine Ausfahrt von der Arlberg-Schnellstraße (S176), die von Osten über die Inntalautobahn und von Westen durch den Arlbergtunnel erreichbar ist – ohne nennenswerte Steigungen. Hier kann man auch mit einem kompakten Mobil komfortabel Skiurlaub machen. Schließlich bietet der Campingplatz viele Parzellen mit einem eigenen lassen sich abends im kommunalen Wellnesspark

NATTERER SEE

mit Hallenbad und Sauna lockern, der direkt an den Campingplatz angrenzt.

Geheimtipp: Natterer See

Bei der Wahl der Skigebiete suchen wir aber nicht Skikameraden führte uns in die Region Innsbruck Giner stellt fest: „Wintercamping wird immer beliebter. Früher hatten wir nur von Juni bis August am 1. Oktober und endet wie in Österreich üblich habe der Reisemobilist hier noch gute Chancen: „In den Hauptskigebieten wird es über die Feiertage oder Fasching ohne Reservierung schwierig. Bei man ohne Reservierung nicht anreisen, so der Cam ner zum Christkindlmarkt nach Innsbruck, und auf einen Schlag stehen hier hunderte Wohnmobile.“ ein Geheimtipp, denn ein Hotspot für Wintercam tig ist aber die Tiroler Metropole Innsbruck keine zehn Kilometer weit weg und vom Campingplatz aus bequem mit dem Bus zu erreichen. Uns lockt an diesen Tagen aber eher das ziemlich umfangreiche Wintersportangebot. Im Angebot sind neun Skige-

WILDER KAISER

biete mit insgesamt 90 Liften und Seilbahnen, die nicht weniger als 260 Pistenkilometer erschließen, wobei die zahlreichen – und nur teilweise markierten unpräparierten Touren- und Freerideabfahrten noch nicht mitgerechnet sind. Wer Abwechslung sucht, kann alle neun Skigebiete mit einem Skipass erobern.

MATSCH UND SCHNEE Während es auf dem Campingplatz in Söll noch grün und teilweise matschig ist, sind die Bedingungen im Skirevier ideal. Das liegt an der Höhe und den zahlreichen Beschneiungsanlagen.

Entspannt: Wilder Kaiser

Inntalautobahn verlässt, gleich durchfahren bis Kitzbühel. Uns zieht es aber gar nicht zu den Reichen und Schönen, die Kitzbühel und Umgebung im Winter bevölkern. Uns zieht es zum Kaiser. So ren Hausberg Wilder Kaiser. Um diesen Berg herum ist die zusammenhängende Skiwelt Wilder KaiserBrixental entstanden. 90 Bergbahnen erschließen knapp 290 Kilometer präparierte Pisten, die auch noch weitgehend beschneit werden können, sollte in dieses Gebiet, das sich ideal für Familien eignet, Going und Söll. Wir haben mit unserem Mobil, in diesem Fall ein Ford Ranger mit Tischer-Wohnkabine, den Camping Franzlhof angesteuert. Hier hat die Familie Mödlinger direkt hinter ihrem Hotel Franzlhof einen kleinen, feinen Campingplatz an des Hotels wie Sanitäreinrichtungen, Skistall und Skischuhraum mit nutzen – ebenso wie das Hotel-

UNSERE CAMPINGPLÄTZE:

Österreich

Ferienparadies Natterer See Giner Freizeit & Tourismus GmbH Natterer See 1 A-6161 Natters/Tirol Tel. +43(0)512/546732 info@natterersee.com www.natterersee.com

Camping Arlberg Pettneu am Arlberg 235c A-6574 Pettneu am Arlberg Tel. +43(0)5448/22266-0 info@camping-arlberg.at www.camping-arlberg.at

Camping Franzlhof Familie Mödlinger Dorfbichl 37 A-6306 Söll in Tirol Tel. +43(0)5333 5117 info@franzlhof.com Südtirol

Camping Seiser Alm I-39050 Völs am Schlern (BZ) Tel. +39/0471/706459 info@camping-seiseralm.com www.camping-seiseralm.com

Caravan Park Alpina Mountain Resort Sulden 111 I-39029 Sulden am Ortler Tel. 0039/0473613104 www.alpina-mountain-resort.it

Schweiz

Camping Flims CH-7018 Flims-Waldhaus Tel. +41 (0)/81/911 15 75 info@camping-flims.ch www.camping-flims.ch

FLIMS-LAAX

bürgerliche Küche mit frischen Zutaten zu fairen Preisen. Und wer in seinem Mobil tatsächlich nur schlafen will, kann mit Reservierung auch im Hotel frühstücken. Auch hier fährt der Skibus buchstäblich an der Campingplatzschranke los.

Weiße Arena: Flims-Laax

mals reisten wir noch nicht im Wohnmobil, sondern wir wohnten auf einer Selbstversorgerhütte auf der Piste. Ob es diese Hütte heute noch gibt, wissen wir nicht, aber das eigene Womo ist in ge heute nichts an seiner Attraktivität verloren, im Gegenteil. 224 Kilometer präparierte Pisten ver Plätzchen, der gemütliche Flanierer auf den blauen Pisten, die Tiefschnee- und Freeridefanatiker, aber auch die jungen Artisten auf Ski und Snowboards. Schanzen, Halfpipes und artistischen Hilfsmitteln in allen Schwierigkeitsgraden. Und wer es sich selbst nicht zutraut, schaut einfach eine Weile zu – hier bekommt das Wort Skizirkus eine neue Bedeutung. Basislager ist der Camping Flims direkt an der Verbindungsstraße zwischen den Orten Flims hält auch der Skibus. Wer hier seinen Skiurlaub ver-

bringen will, tut gut daran zu reservieren, denn die Anlage ist nicht besonders groß und ist zu einem In der Hochsaison werden auch noch Wohnmobilstellplätze am nahen Sportzentrum Praun La Selva. In dem kann man bei ein bisschen Terminglück ten Schweizer Liga.

Ski und mehr: Seiser Alm

haben wir eine besondere Beziehung, schließlich ging vor gut 25 Jahren unsere Hochzeitsreise genau uns nach, wenn wir bei der Beurteilung nicht so ganz neutral sein können. Schließlich verbindet uns zu freundschaftliches Verhältnis. Wobei wir da sicher nicht die einzigen sind, denn die Mahlknechts küm lage war europaweit eine der ersten Campingplätze einem weitgehend unterirdisch angelegten Sanitärgebäude mit hohem Komfort. Auch sonst ist die Infrastruktur für Camper vorbildlich, inklusive eines hervorragenden Restaurants. Familien und gemütliche Skifahrer sind im Skigebiet Seiser Alm bes gespurte Loipen und Winterwanderwege. Skitech wohl imposanteste Skisafari in den Alpen.

WINTER-FREUDEN Auf der Seiser Alm kreuzt schon mal eine Pferdekutsche den Weg der Skifahrer (oben). Nach einem Skitag können sich Eisläufer noch auf dem nahen Völser Weiher austoben (unten links).

SEISER ALM

Saisonabschluss: Sulden am Ortler

SULDEN AM ORTLER

MESSNER AUF DER SPUR Die Bergsteiger-Ikone ist in Sulden allgegenwärtig, nicht nur durch Plakate (links), sondern vor allem durch sein Messner-Mountain-Museum „Ortles“ (unten), dessen Besuch zum Pflichtprogramm eines Sulden-Urlaubs gehört. Wir wissen nicht mehr so genau wie es dazu gekommen ist. Aber die letzte Skiwoche haben wir in den vergangenen Jahren meist in Sulden am Ortler verbracht. Der Südtiroler Bergsteigerort mit Blick auf den Hausberg und das gegenüberliegende Stilfser Joch begeistert durch seine entspannte Atmosphäre eine gelungene Mischung aus Tiroler Bodenständigkeit und italienischer Lebensfreude. Unser Saisonabschluss – und auch der der örtlichen Seilbahnen – bewegt sich immer um Ostern herum. Es ist also Mitte April und die Straßencafés haben meist schon geöffnet. Eine Institution am Ort ist das Café Ilse, das aufgrund seiner Lage nahe der Talstation auch direkt zum Après-Ski einlädt. Für uns gehört die Einkehr im Café Ilse, oft begleitet von alpenländischer LiveMusik, zum Standardrepertoire in Sulden. Das Skigebiet ist mit 44 Kilometer präparierter Piste übersichtlich, aber keineswegs langweilig. Freerider und noch viel mehr Skitourengänger kommen hier voll auf ihre Kosten. Wir haben uns hier schon des Öfteren einem örtlichen Bergführer angeschlossen, der auch unseren Kindern die Faszination vermitteln konnte, sich Tiefschneehänge durch einen anstrengenden Aufstieg buchstäblich zu verdienen. Wem wildes Pistengetümmel ein Graus ist, ist da gut aufgehoben. Die Reisemobilisten haben die Suldener erst vor wenigen Jahren richtig für sich entdeckt. Bis dahin waren Womos auf den Parkplätzen der Liftanlagen lediglich geduldet, inzwischen hat ein Hotelier die Nachfrage kanalisiert und direkt neben seinem Hotel einen schönen Stellplatz angelegt. Die Annehmlichkeiten des Hotels wie Schwimmbad und Sauna können gegen einen Obolus mitgenutzt werden.

This article is from: