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EINSTEIGER-SPEZIAL

JETZT GEHT’S LOS

Das Wort Reisemobil ist ein Synonym für Spontanität und Vielfalt. Es bietet die Möglichkeit, zu reisen wann und wohin man will. Doch vorher muss man das passende Vehikel finden. Reisemobile unterscheiden sich in Größe, Aufbauart und Ausstattung – und natürlich im Preis. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

TEXT: Martin Häußermann FOTOS: Martin Häußermann und Hersteller

Das Reisemobil boomt. Die Coronapandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen befeuerten diesen Boom zusätzlich. Nicht wenige rannten den Reisemobilhändlern die Türen ein und kauften, was gerade auf dem Hof stand. Ob solche in einer Art Schlussverkaufspanik erworbenen Fahrzeuge die neuen Besitzer wirklich glücklich machen, darf zumindest bezweifelt werden. Schließlich kauft man sich nicht einfach ein Fahrzeug, sondern eine rollende Ferienwohnung. Und die sollte individuell recht unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Drei Fragen stellen sich dabei zunächst: Was will ich? Was brauche ich? Was kann ich mir leisten? Als Antworten auf diese Fragen bietet die Freizeitfahrzeugbranche ein breit gefächertes Angebot, das vom spartanisch ausgestatten Campingbus zum Einsteigertarif bis zum Luxusmobil mit dem Gegenwert einer noblen Immobilie reicht. Letzteres kommt für Einsteiger meist nicht in Frage. Doch sich am Anfang erst einmal was Billiges zu kaufen, könnte den Spaß am neuen Freizeitvergnügen auch gewaltig schmälern. Aus die-

sem Grund gehen wir hier zunächst auf die Funktionsbereiche eines Reisemobils ein, um danach dann die verschiedenen Fahrzeugkonzepte zu erläutern.

Was kann ein Reisemobil?

Als rollendes Ferienheim bietet ein Reisemobil alle wesentlichen Funktionsbereiche, die auch in den eigenen vier Wänden vorhanden sind. Man kann dort schlafen, wohnen, kochen, essen und seinen se Funktionsbereiche sind, entscheidet der Käufer. Die Spanne reicht vom rollenden Doppelbett mit Mini-Küche und Waschbecken bis zur Luxussuite mit Marmorbad, Restaurantküche, riesigem Flachbildschirm und Dolby-Surround-System. Alles geht, der Kunde muss es nur wollen und bezahlen. Die Preisspanne reicht vom einfach ausgestatten Campingbus für 30.000 Euro bis zum Super-LuxusReisemobil mit Pkw-Garage für über eine Million.

Klappcouch oder Himmelbett

Wie man sich bettet, so liegt man. Dieses Sprichwort gilt auch für Reisemobile. Deshalb ist es jedem Interessenten angeraten, beim Kauf nicht nur auf das schicke Äußere und technische Besonderheiten zu achten, sondern tatsächlich Probe zu liegen. Dabei offenbart sich schnell, ob das Bettenmaß für eine erholsame Nachtruhe ausreicht. In den

SANITÄR-KOMFORT In luxuriösen Integrierten – hier ein Concorde – findet sich in der Wagenmitte ein großzügiges Badezimmer mit Waschbecken, Toilette und separater Dusche. Je kleiner das Fahrzeug ist, desto kompakter sind auch die Sanitärräume. meisten aufgebauten Reisemobilen sind heute fest installierte Betten Standard. Größe und Form va Reisemobilen oft im Heck. In kompakten Mobilen schläft man meist in einem quer eingebauten Doppelbett. Wer die längs eingebauten Einzelbetten bevorzugt, muss sich darüber im Klaren sein, dass man dafür ein längeres Fahrzeug braucht. Feste auch unter dem Dach. Bei Alkovenmobilen wird der Überbau des Fahrerhauses klassischerweise als Schlafstatt genutzt und wird wegen der Heimeligkeit besonders von Kindern geschätzt. Integrierte Reisemobile werden meist mit einem Hubbett über dem Fahrerhaus geliefert. Das bleibt während der Nacht bis auf die Höhe der Kopfstützen abgesenkt. Teilintegrierte werden heute ebenfalls vermehrt mit Hubbetten in der Fahrzeugmitte angeboten. Und auch bei Campingbussen oder ausgebauten Kastenwagen zieht die Besatzung zur Nachtruhe unters feste oder aufstellbare Hochdach. Diese Betten sind aber in aller Regel nicht viel breiter als 1,30 Meter. Sind die Kinder etwas größer, wollen sie natürlich ihr eigenes Bett. So genannte Familiengrundrisse bieten Etagenbetten mit zwei oder gar drei Liegestätten übereinander – in der Regel im Heck eingebaut. Besonders bei kompakten Reisemobilen sind die Betten hochklappbar. Der gewonnene Platz dient während der Fahrt als Stauraum, beispielsweise für Fahrräder. Größere Mobile bieten gar komplette Kinderzimmer, die mit einer Schiebetür vom Wohnraum abgetrennt werden, sodass die Eltern nicht gleichzeitig mit den Kindern schlafen gehen müssen. In den beschriebenen Schlafstätten bettet die Besatzung ihr Haupt entweder auf qualitativ hochwertigen Schaumstoff- oder gar auf Federkernmatratzen. Holzlattenroste oder spezielle Kunststoffsysteme mit gleichmäßiger Druckverteilung liefern den Unterbau. Die daraus resultierende Unterlüftung der Matratzen erhöht den Schlafkomfort weiter. Das unterscheidet sich dann wirklich nicht mehr vom heimischen in kompakten Fahrzeugen durch den Umbau von Sitzgelegenheiten. Bei Campingbussen geschieht dies in aller Regel durch Umklappen der hinteren Sitzbank, bei aufgebauten Reisemobilen lassen sich die Sitzgruppen zu Betten verwandeln. Dabei dient tierten Sitzpolster, die nun die Matratze bilden.

Waschraum oder Badezimmer

Das bereits erwähnte Marmorbad ist eher die Ausnahme. Dennoch ist der Sanitärkomfort an Bord eines aufgebauten Reisemobils durchaus hoch. Eine und kaltes Wasser aus Mischbatterien sind Standard, der Wasserdruck ist in aller Regel so hoch, dass auch das Waschen langer Haare keine Probleme bereitet. Bei großen Fahrzeugen wird Toilettenraum und Dusche komplett getrennt, bei kompakteren Fahrzeugen kombiniert. Dann übernehmen eine Falttür oder ein Duschvorhang die Trennung. Speziell bei teilintegrierten Reisemobilen und Vans

Dabei kann ein großer Toilettenraum mit zwei Handgriffen zu einer geräumigen Dusche umfunktioniert werden. Wichtig für diesen mobilen Komfort sind ausreichend große Reservoirs für Frisch- und Abwasser. Tanks mit 100 Liter Inhalt – oft auch deutlich mehr – sind hier die Voraussetzung. Für die Erwärmung des Wassers sorgen mit Gas betriebene Boiler. Auf Dusche und Toilette müssen die Eigner klassischer Campingbusse meist verzichten. Aus Platzgründen besteht hier lediglich die Chance zu einer Katzenwäsche im Spülbecken oder die Nutzung einer Außendusche. Für Campingplatz-Gäste ist das aber überhaupt kein Problem, stehen hier doch oft topmoderne Waschhäuser, teilweise sogar mit persönlichen Badezimmern zur Verfügung.

Mahlzeit: kleine Küchenkunde

Die Kombüsen ausgewachsener Reisemobile der gehobenen Preisklasse müssen höchstens in Be che den Vergleich zur heimischen Küche scheuen. Sonst ist wirklich alles vorhanden, was das Herz begehrt: großer Kühlschrank mit separatem Ge Die dazugehörigen Schränke für Töpfe, Teller und Kochutensilien mitgerechnet ergeben natürlich einen enormen Platzbedarf. Das braucht und will nicht jeder. Aber wer unterwegs zumindest ab und zu ein frisches Gericht zubereiten möchte, sollte auf eine gewisse Ausstattung nicht verzichten. Der Kühlschrank sollte mindestens 80 Liter fassen, bei den meisten Herstellern ist das heute Standard, oft auch mehr. Diese Kühlschränke lassen sich mit 12-Volt-Bordstrom während der Fahrt und im Stand mit 230 Volt oder mit Gas betreiben. Moderne Exemplare verfügen über eine Automatik, die immer die passende Energiequelle aktiviert. Üb Kompaktmobilen auch mal nur zwei Flammen – integriert in eine Kombination mit Nirostaspüle. Je nach Grundriss sind die Küchen entweder L-förmig oder längs angeordnet und verfügen durch Spülen- und Herdabdeckung über variabel nutzbare Ar aber durchaus auch der Esstisch nutzen.

Gute Unterhaltung: Radio und TV

Moderne Unterhaltungselektronik begnügt sich oft schon mit der 12-Volt-Spannung der Bordbatterie und kann deshalb auch abseits des Campingplatzes

KOCHSTUDIO Während für die Essenszubereitung in Kastenwagen (oben) nur wenig Platz zur Verfügung steht, verfügen Luxus-Integrierte über großzügige Küchen und Kühlschränke (unten).

genutzt werden. Dabei muss der Fahrzeugeigner keine Angst haben, dass er sein Mobil aus Strommangel nicht mehr starten kann, denn in den meisten Reisemobilen sind Bord- und Starterbatterie getrennt. Wie in den eigenen vier Wänden hängt die Ausstattung mit Unterhaltungselektronik vom Bedarf der Reisenden ab. Schon einfache Infotainmentsysteme – vulgo Autoradios – sind heute in der Lage, Musik vom Smartphone abzuspielen. Viele möchten aber auch in Südspanien nicht auf das heimische Fernsehprogramm verzichten. Dann empfängers plus Antenne. Komfortable Anlagen suchen sich die günstigste Einstellung der Schüssel zum Satelliten selbst. Anzusehen ist das TV-Programm dann meist auf einem Flachbildschirm. Bei Luxusfahrzeugen gerne im Kinoformat. Und wo ist das alles eingebaut? Es war bereits vom aufgebauten Reisemobil die Rede. Darunter versteht man ein Transporterfahrgestell, auf das eine Wohnkabine – meist aus GfK und Holz gefertigt – aufgesetzt wird. Je nach Form dieser Wohnkabine spricht man dann vom Alkoven, Teilintegrierten oder Integrierten. Kompakter, aber bei weitem nicht immer billiger sind Campingbusse oder Kastenwagen, wohnlich ausgebaute Transporter mit Blechkarosserie.

Klassiker: Campingbus

GUTER EMPFANG Sat-Schüsseln finden sich heute auf den meisten aufgebauten Wohnmobilen, ebenso das dazugehörige TV-Gerät. Flachbildschirme im Haushaltsformat sind allerdings eher den großen Mobilen vorbehalten.

Der Campingbus ist die mit Abstand kompakteste Form eines Reisemobils. Ein echter Klassiker

CAMPINGBUS CAMPINGBUS

ist der VW-Bus, der von vielen kleinen, feinen Ausbauern zum Camper umgewandelt wird. VW selbst verkauft ihn als California. Alternativen bieten aber auch Mercedes mit dem neuen Marco Polo oder Ford mit dem Nugget. Von außen ist ein Campingbus kaum von einem Familienvan zu unterscheiden und er taugt auch hervorragend als Pkw-Ersatz: Schließlich ist er in den Außenmaßen kaum größer als ein Mittelklasse-Kombi. Wenn er dann noch mit einem Aufstelldach ausgestattet ist, kommt er im Fahrbetrieb unter die kritische Höhenmarke von zwei Metern und passt damit auch noch in ein Parkhaus, in fast jede Garage oder unter den Carport. Die Wohnausstattung besteht meist aus kleinen Schränken und einer Kompakt die in gängigen Modellen als Schrankzeile links im Fahrzeug eingebaut ist. Zum Schlafen wird die hintere Sitzbank umgeklappt. Eine weitere Schlaf stelldach. Die Betten in so ausgebauten Fahrzeugen sind meist 1,20 Meter bis maximal 1,30 Meter breit. Das muss Familienväter oder Mütter aber nicht

mitgenommenen Zelt ungeheuer spannend und notfalls wird an den Bus noch ein kleiner Caravan gehängt. Das Gewicht und die kräftigen Turbodiesel, in dieser Klasse verheißen Pkw-ähnliche Fahrleistungen und Komfort. Für einen Neuwagen muss der Interessent aber rund 50.000 Euro – und oft deutlich mehr – hinlegen.

Für zwei: Kastenwagen

Eine Stufe größer sind ausgebaute Kastenwagen mit einer Länge ab fünfeinhalb Metern. Derzeit ist dies die am meisten nachgefragte Bauart. Als Basis dienen hier Transporter vom Schlage eines Fiat Ducato, Mercedes Sprinter oder Ford Transit, um die wichtigsten Vertreter dieser Kategorie zu nennen. Kastenwagen bieten oftmals komplett ausgestattete Sanitärräume mit Waschbecken, Dusche und Toilette. Die Wintertauglichkeit dieser Fahrzeuge ist allerdings wie bei Campingbussen eingeschränkt, weil sich Blechkarossen eben nur schwierig isolieren lassen. Während bei Campingbussen kraftstoffbetriebene Heizungen die Regel sind, werden Kastenwagen oft auch mit Gas-Umluftheizungen angeboten. Kastenwagen sind nichts anderes als wohnlich ausgebaute Transporter, wie sie zielle Einstieg in diese Fahrzeugklasse beginnt bei rund 30.000 Euro, luxuriös ausgestatte Exemplare können auch die 100.000-Euro-Grenze knacken.

Familienkutsche: Alkovenmobil AUSGEBAUTER KASTENWAGEN AUSGEBAUTER KASTENWAGEN

In einem vergleichbaren Preissegment bewegen sich Alkovenmobile. Das sind die Reisemobile mit der charakteristischen Schlafnase oberhalb des serienmäßigen Transporter-Fahrerhauses, weshalb dieser Reisemobiltyp oft liebevoll „Nasenbär“ genannt wird. Das Alkovenmobil ist ebenso wie der Teilintegrierte und der Integrierte ein aufgebautes Reisemobil. Das heißt: Auf das Fahrgestell des Basisfahrzeugs wird ein wohnlicher Aufbau montiert. In einem aufgebauten Mobil fühlt sich die Besatzung sommers wie winters gut aufgehoben, denn der Sandwich-Aufbau ist gut isoliert. Beheizte Zwischenböden, wie sie immer mehr Hersteller anbieten, sorgen für ein weiteres Komfortplus und auch dafür, dass die hier untergebrachten Frisch- und Abwassertanks beheizt sind und auch bei frostigen Außentemperaturen nicht einfrieren. Schließlich bieten die Gasheizungen mit Warmwasserboiler Wohnkomfort wie zu Hause. Die Kabine ist mit

ALKOVENMOBIL ALKOVENMOBIL

einer kompletten Wohneinrichtung ausgestattet. Dazu gehört eine Küche mit großem Kühlschrank, Waschbecken, Toilette und Dusche sowie eine Vielzahl von Schränken, in der Kleidung und sonstige Reiseutensilien verstaut werden. Zum Standardgrundriss eines Alkovenmobils zählt auch eine Dinette. So heißt die Sitzgruppe, bestehend aus zwei Zweier-Sitzbänken und einem Tisch dazwischen. Diese Dinette lässt sich zur Nacht zu einem Doppelbett umbauen. Viele Reisemobilisten wollen sich die abendlich Umbauerei jedoch sparen und wählen Fahrzeuge mit festen Betten. Dazu gehört der Alkoven, der zwei Erwachsenen eine bequeme re Schlafplätze entweder in Form von Etagenbetten oder als meist quer eingebautes Doppelbett. Weil hier auf einer Länge von rund sechs Metern vier Personen nicht nur eine bequeme Schlafgelegenheit, sondern auch einen mit Dreipunktgurt bei Familien besonders beliebt. Wer es gerne noch etwas größer und komfortabler mag, steigt in die Klasse um sieben Meter Länge ein. Hier bietet die Reisemobilindustrie Fahrzeuge mit einem großen Heckstauraum an, in dem Fahrräder, Campingmöbel und oft sogar

Schickes Coupé: Teilintegrierte

nannten Teilintegrierten, der preislich meist etwas über einem vergleichbar ausgestatteten Alkovenmobil rangiert. Dennoch hat der Teilintegrierte dem Alkovenmobil in der Beliebtheit längst den Rang abgelaufen – und rangiert in der Beliebtheit derzeit nach dem Kastenwagen auf dem zweiten Platz. Wie bei Alkovenmobilen ist auch bei Teilintegrierten das Fahrerhaus des Basisfahrzeuges erhalten geblieben. Statt der ausgeprägten Schlafnase spendieren die Konstrukteure dem Teil

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SURF-TIPPS

www.dchv.de

Das ist die Seite des Deutschen Caravaning Handels Verbandes DCHV, der dort alle seine Mitglieder nach Postleitzahlen sortiert gelistet hat.

www.caravaning-info.de

Das ist die Seite des Caravaning Industrie Verbandes, der nützliche Einsteigertipps bietet und Adressen von Vermietern nennt.

www.rent-easy.de

Das ist die Vermiet-Seite der Erwin Hymer Gruppe. Hier werden Fahrzeuge einiger Marken, die zur Gruppe gehören, zur Vermietung angeboten: beispielsweise Hymer, Bürstner, Carado und Etrusco.

www.mcrent.de

Das ist die Vermiet-Seite der Marken Dethleffs und Sunlight. Die gehören zwar ebenfalls zur Erwin Hymer Gruppe, doch sind sie schon länger am Vermietmarkt tätig und haben sich durch ihre Größe auch ihre Eigenständigkeit bewahrt.

www.rentandtravel.de

Das ist die Vermiet-Seite der Knaus Tabbert Gruppe. Hier können Wohnmobile der Marken Knaus und Weinsberg angemietet werden – vom Kastenwagen bis zum Integrierten.

und eine weit gehend gerade Dachlinie. Dadurch cker als Alkovenfahrzeuge. Nicht umsonst nennt man ihn auch das „Coupé“ unter den Freizeitfahrzeugen. Er verfügt meist über zwei Betten im Heck (wahlweise Einzel- oder Doppelbetten), beliebt sind auch die über dem Wohnraum eingebauten, absenkbaren Hubbetten. Teilintegrierte heißt diese Aufbauform, weil sich Fahrer- und Beifahrersitz meist drehen lassen und so die erste Reihe in den Wohnraum integriert werden kann – das originale Fahrerhaus aber erhalten bleibt. Voll ausgestattete Badezimmer, oft mit abgetrennter Dusche sind in dieser Klasse Standard. Das Platzangebot im Wohnraum ist meist so üppig, dass die Besatzung ihre Platznachbarn abends noch auf ein Gläschen Wein hereinbitten kann.

Luxus: Integrierte

Während bei allen bisher beschriebenen Reisemobiltypen die serienmäßige Schnauze des Basisfahrzeugs sofort erkennbar ist, wird der Integrierte komplett vom Reisemobilhersteller eingekleidet. MIET-FAHRER GESUCHT!

Die Miete eines Reisemobils ist ein perfekter Einstieg in die Urlaubsform Caravaning. So kann man wichtige Erfahrungen vor dem Kauf sammeln. Hier einige wichtige Tipps.

Ein Urlaub – und sei er noch so kurz – in einem gemieteten Reisemobil hilft bei der Entscheidungsfindung. Neulinge finden Geschmack an der Urlaubsform, Fortgeschrittene erproben die Möglichkeiten verschiedener Marken und Typen und vermindern damit das Risiko eines Fehlkaufs.

Einsteiger tun sich oft schwer bei der Einschätzung des Platzbedarfs. Hier gilt: Wählen Sie das Fahrzeug nicht zu klein. Schließlich sollte man auch an einem Schlechtwettertag genügend Bewegungsspielraum haben. Sportgeräte wie Fahrräder oder Surfbretter beanspruchen ebenfalls Platz. Die Fahrzeuggröße ist auch vom Führerschein abhängig. Jüngere Autofahrer mit Führerschein Klasse B dürfen nur Fahrzeug bis 3,5 Tonnen bewegen. Bei älteren Führerscheinbesitzer, die einst den Führerschein Klasse 3 (heute BE plus C1E) erworben haben, liegt das Limit bei 7,5 Tonnen. Reisemobil- und Caravan-Vermieter sind leicht zu finden. Ganz klassisch können Interessenten telefonisch Kontakt aufnehmen. In den Branchen-Telefonbüchern finden sich Vermieter unter den Stichworten „Caravaning“ oder „Wohnmobile“. Oder man sucht im Netz. Auf den Seiten des Deutschen Caravaning Handels Verbandes DCHV oder des Herstellerverbandes CIVD finden sich Adressen von Fachhändlern, die auch Reisemobile vermieten. Ferner betreiben große Hersteller wie Hymer, Dethleffs oder die Knaus-Tabbert-Gruppe eigene Vermietportale. Letztere bieten ihre Fahrzeuge auch über ausgewählte Reisebüros zur Vermietung an. „Der örtliche Fachhandel ist sicher die beste Adresse zur Anmietung eines Reisemobils “, meint DCHV-Geschäftsführer Oliver Waidelich und ergänzt:. „Beim Handel hat der Kunde eine große Auswahl und er findet im Regelfall junge, moderne Fahrzeuge.“ Für den Handel spricht laut Waidelich auch die fachliche Beratung: „Der Händler hat ein vitales Interesse, den Kunden zufrieden zu stellen. Denn aus einem Erstmieter kann ein Stammmieter und später vielleicht sogar ein Käufer werden.“ Für welchen Vermieter sich der Urlauber auch entscheidet, eine Tatsache bleibt: Reisemobilurlaub ist kein Billigurlaub. Der Tagesmietpreis für ein kompaktes SechsMeter-Alkovenmobil, in dem vier Personen reisen und schlafen können, schwankt je nach Anbieter und Saison zwischen 80 und 140 Euro pro Tag, Luxusmobile sind für 120 bis 200 Euro zu haben. Günstiger fährt, wer mindestens zwei Wochen am Stück mietet, dann meist ohne Kilometerbegrenzung. Darunter werden dem Mieter pro Tag 250 Freikilometer eingeräumt. Jeder mehr gefahrene Kilometer kostet extra. Zum Mietpreis addieren sich noch mögliche Zusatzversicherungen und die Servicepauschale (rund 100 Euro), in der ein bis zwei Gasflaschen, Campingführer, Sanitärflüssigkeit sowie die gründliche Einweisung ins Fahrzeug enthalten ist. Gerade hier ist das Geld gut angelegt. Denn wer nach dem Motto losfährt: „Ich kann doch Auto fahren, ich brauche keine Einweisung“, leidet unterwegs früher oder später Schiffbruch. Denn ein Reisemobil ist eben nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch ein rollendes Heim mit ganz eigenen Regeln.

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Ein solcher Aufbau aus einem Guss wirkt repräsentativer, ist aber technisch deutlich aufwändiger und damit teurer als andere Aufbauten. Nicht umsonst werden die Integrierten auch als die Königsklasse unter den Reisemobilen bezeichnet. Ihr Name rührt daher, dass das Fahrerhaus in den Wohnraum einbezogen wird. Riesige Windschutzscheiben eröffnen einen großzügigen Blick auf die Reiseregion. Geräumige Badezimmer mit separaten Duschen sind hier die Regel. Geschlafen wird in festen Einzel- oder Doppelbetten im Heck. Viele Hersteller bieten auch Hubbetten im Bug an, die abends vom Dach herabgeschwenkt werden, so dass dann vier Personen einen ange ein Mindesteinsatz von 50.000 Euro zu kalkulieren. Nach oben gibt es nahezu keine Grenzen. Wer sich beispielsweise einen luxuriösen Integrierten auf einem Omnibuschassis und integrierter Garage für einen Kleinwagen entscheidet, könnte für den Gegenwert auch leicht ein Haus kaufen.

RAUMGEFÜHL In Integrierten finden sich großzügige Sitzgruppen mit Ecksofas und den gedrehten Vordersitzen. VON MÜTTERN UND TÖCHTERN

Unternehmens-Konzentrationen sind in der Fahrzeugindustrie heute eher die Regel. Das gilt nicht nur für den Pkw-, sondern auch für die Reisemobil-Branche. Wir nennen die wichtigsten Gruppen und die zugehörigen Marken. Erwin Hymer Group (EHG):

Die EHG – vormals ein großer Mutterkonzern, unter dessen Dach sich alle Marken versammeln, die Gründer Erwin Hymer einst selbst gründete oder kaufte – ist heute selbst eine Tochter. Die Gruppe wurde 2019 an den US-Freizeitfahrzeugkonzern Thor Industries verkauft. Zur EHG gehören folgende Wohnmobilmarken: Hymer, Dethleffs, Bürstner, Niesmann + Bischoff, Carado, Sunlight, Etrusco.

Knaus Tabbert Group (KTG)

Die KTG ist eine deutsche börsennotierte Aktiengesellschaft zu der folgende Reisemobilmarken gehören: Knaus, Weinsberg, Morelo. Die im Unternehmensnamen auftauchende Marke Tabbert baut ausschließlich Wohnwagen.

Hobby Konzern

Hobby ist eine Unternehmensgruppe, die derzeit in eine Familienstiftung überführt wird. Hobby baut in Rendsburg Wohnwagen und Reisemobile unter eigener Marke. Zur Gruppe gehört auch die bayerische Marke Fendt. Dort werden allerdings ausschließlich Wohnwagen gebaut. Die Herstellung von Reisemobilen hat Fendt schon seit vielen Jahren eingestellt.

Trigano-Gruppe

Bei der Trigano-Gruppe handelt es sich um eine französische Aktiengesellschaft, zu der aber auch zahlreiche renommierte Marken aus Deutschland und anderen europäischen Nachbarländern gehören: Eura Mobil, Karmann Mobil, Forster, Adria, Arca, Autostar, Benimar, Challenger, Chausson, Ci, Elnagh, Mc Louis, Miller, Mobilvetta, Rimor, Roller team, Sunliving.

Rapido Gruppe

Bei der Rapido Gruppe handelt es sich um einen französischen Konzern, der ebenfalls namhafte deutsche Marken sein Eigen nennt. Die Marken im Einzelnen: Rapido, Dreamer, Itineo, Westfalia.

Pilote Gruppe

Die Pilote Gruppe ist ebenfalls in Frankreich beheimatet. Auch zu ihr gehört eine traditionsreiche Reisemobilmarke, nämlich Frankia. Die weiteren Marken: Pilote, Bavaria, Le Voyageur, Hanroad.

Pössl Gruppe

Kein Konzern im eigentlichen Sinn ist die Pössl Gruppe, sondern eher ein Konglomerat verschiedener Kastenmarken. Dazu gehören Pössl, Clever, Roadcar, Globecar, Campster, Vanstar und Campstar.

Carthago Gruppe

Die Carthago Gruppe ist ein inhabergeführtes Unternehmen, das 2014 in eine Familienstiftung überführt wurde. Carthago baut im oberschwäbischen Aulendorf sowie einer eigenen Produktionsstätte in Slowenien Wohnmobile unter den Marken Carthago und Malibu.

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