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CHALLENGER X150
NATURBURSCHE Er macht in der Natur eine bessere Figur als in der Stadt. Innen lässt der Bodenbelag in BetonOptik ihn urban aussehen, alltagstauglich ist er aber aufgrund seines kompakten Stauraums eher nicht.
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Camping trifft Couture
Anfang des Jahres stellte Trigano den X150 von Challenger und den X550 von Chausson vor. Wir haben uns für die rote Pille entschieden und prüfen, was hinter dem Slogan „Das Beste aus zwei Welten“ steckt.
TEXT UND FOTOS: Francesco Ferro
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MEHR ALS NUR SCHWARZ-WEISS Der X150 trägt zwar eine schwarz-weiße Zebra-Beklebung, doch tarnen will er sich ganz bestimmt nicht. Auch seine roten Akzente tragen dazu bei, dass er nie unbemerkt bleibt. GROSSE ERÖFFNUNG Die „Open Edition“ liefert eine Ausstattung, die man nicht missen will, wenn man ihren Umfang kennt. Elektrische Klappspiegel, Nebelscheinwerfer und die LuxusAufbautür mit Fenster und Fliegengitter sind da nur der Anfang.
Unser Test dient nicht dazu, die beiden augenscheinlich spiegelgleichen Konzernbrüder miteinander zu vergleichen, doch eine Sache fällt trotzdem auf, als wir die beiden Broschüren in den Händen halten: Challengers X150 hat rote, Chaussons X550 blaue Akzente — innen wie außen. Wie in „Matrix“ nehmen wir die rote Pille, die den Schleier der Emotionen fallen lässt, den das betörende Design des X150 beim ersten Blick erzeugt. Schließlich ist bei der Beurteilung Rationalität gefragt. Mit seinen 5,99 Metern Länge und seinen 140 Serien-PS prahlt er förmlich mit seiner Wendigkeit und Dynamik, die wir in den Probefahrten bestätigt von bis zu 800 Kilogramm möglich. Wer es zügiger mag, nimmt die optionale 190-PS-Motorisierung mit 9-Gang-Automatik. Seine 2,75 Meter Höhe sprechen zwar für einen Teilintegriertenaufbau, doch die überhangslose Form und eine Fahrzeugbreite von 2,10 Metern zeigen, dass er gleichzeitig auch einen Kastenwagen darstellt. So viel zum Außenmaß. Charakteristisch für den Innenraum des X150 sind die gegenüberliegenden Sitzbänke, die das Muster der Fahrerhaussitze teilen: rostrot mit meliertem Grau. Was wir dabei bemerken und uns insgeheim auch in anderen Wohnmobilen wünschen: Die Rückenteile der Sitzbank sind mit Magneten versehen, die an einem Metallstreifen haften. So bringt man die Polster nicht nur zuverlässiger an, sondern erspart sich eine fransige Abnutzung nach einer gewissen Zeit. Dreht man die Sitze zum Tisch, der aufklappbar, drehbar und elektrisch höhenverstellbar ist, können Reisende auch in größerer Runde miteinander essen. Für zusätzliche Sitzkapazität reicht ein Griff unter den Polsterungen zu den Drehhebeln, die auf jeder Seite einen gurtgesicherten Platz schaffen. Per Schalter fahren sowohl Tisch als auch Bett 140 x 190 Zentimetern, weshalb Menschen über 1,85 Meter beim Schlafen etwas eingekugelt liegen müssen. Die untere Sitzgruppe lässt sich zum Not-Doppelbett umbauen. Der Rollo verschafft im Handumdrehen Privatsphäre am Esstisch und ist an der Unterseite des Hubbetts angebracht.
Smartes Innenkonzept
Begeben wir uns in die hintere Hälfte des Fahrzeugs, wird uns erst richtig klar, wie gründlich die Innenarchitekten das Reisemobil konzeptioniert haben. Das Bad erstreckt sich im Fahrzeugheck über die gesamte Innenbreite. Über der drehbaren Toilette hängt der dreigliedrige Spiegelschrank, in dem gleichzeitig auch das Waschbecken versteckt
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CLEVER GELÖST Das Heckbad bietet den Vorteil, nicht mitten im Raum zu stehen. Hier finden wir die Waschbeckenarmatur hinter dem Spiegelschrank und weitere Regale, die sich per Druckknopf offenbaren. STIMMUNGSLICHT Neben der geschmackvollen Hauptbeleuchtung finden wir unzählige LED-Streifen und -spots, die eine angenehme Wohnatmosphäre schaffen.
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ist, das sich per Druckknopf ausklappen lässt. Hinter den beiden Spiegeln sowie unter sich genug Stauraum. Gegenüberliegend haben wir hinter Duscharmatur, die, wie es bei der Toilette der Fall ist, per LED-Spot und zusätzlich über extra LED-Streifen hinter der Armatur beleuchtet wird. Die schwarzen Einbuch Badschiebetür zu oder schließt die zusätzliche Tür, die zum Wohnraum hin abtrennt. Dreht man sich vom Bad aus nach vorne, so hat man zu seiner Linken den Zugang zum Heckstauraum. Dieser ist allerdings durch die Bettpolster für die Sitzgruppe bereits randvoll und bietet sowieso nur schmalen Objekten Platz, wie zusammengeklappten Tischen oder Stühlen. Für das Mitführen großer Objekte haben wir zu unserer Rechten einen großzügigen Kleiderschrank mit acht kleinen Fächern und einer Flur schenkt uns eine große Haube Tageslicht. Der Kühlschrank fasst 134 Liter, darüber thront das zentrale Bedienpanel für Heizung und Boiler. Dahinter sitzen Vorbereitungen, sowohl für eine Photovoltaikanlage, als auch für die Sat-Schüssel, der dazugehörige Fernseher wird an der vorhandenen Halterung seitlich des Kühlschranks angebracht. oder Pfannen gleichzeitig. Die Küche verfügt über ordentlich dimensionierte Schubladen, die teilweise mit Flaschenhalterungen ausgestattet sind. Zwei USB-Steckdosen sitzen neben den Schaltern für Bett und Tisch und sind dank des Lichts der Arbeitsplattenbeleuchtung nicht zu übersehen. Die tisch an der Seite erweitern. Eine Hakenschiene, ein Küchenfenster und zwei zusätzliche Regale oberhalb der Küchenarmatur runden die kleine aber qualitativ feine Küche ab.
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Fazit
Der X150 kommt als Grenzgänger zwischen Teilintegriertem und Kastenwagen daher, der im Verhältnis eher 40:60 entspricht. Sein Leistungsgewicht lässt ihn zu den leichtfüßigeren Reisemobilen gehören und aufgrund seiner Länge hatten wir keinerlei Probleme mit Seitenwind, was bei einem 7-Meter-Gefährt anders ausgesehen hätte. Bei der Wahl der verbauten Materialien haben wir wenig zu beanstanden, lediglich die Geräuschkulisse war auf unebenen Streckenabschnitten störend – bei unserem Testfahrzeug handelt es sich aber auch um einen seriennahen Prototyp. An unserem Fotospot näherten sich neugierige Passanten dem
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Wohnmobil, was unseren Eindruck, ein designtechnisch außerordentliches Fahrzeug zu fahren, bestätigt. Wer leicht reist und kein Problem damit hat, Gepäckboxen oder Fahrräder außerhalb des Fahrzeugs anzubringen, und dazu etwas aus der Norm fallen will, wird im X150 einen geeigneten 1,90 Metern sollten kompromissbereit sein, wenn sie sich im Bett strecken möchten. Die Vorzüge eines Längsbettes kann er grundrissbedingt nicht bieten. 4 4
Technische Daten:
2,7 t + 800 kg 3,5 t 100 l 100 l
BASIS/CHASSIS: Fiat Ducato 2,3l mit 103 kW (140 PS), Euro 6d-Temp
MASSE UND GEWICHTE: Länge 5990 mm, Breite 2100 mm, Höhe 2750 mm, Stehhöhe 1980 mm, Radstand 3800 mm, Leermasse in fahrbereitem Zustand 2700 kg, zulässige Gesamtmasse 3500 kg, Zuladung 800 kg
AUFBAU: Dachkonstruktion aus PDCPD (GfK-basiert), Aufbautür mit Fenster und Gitter, Bodenbelag in Beton-Optik
HEIZUNG UND AUSSTATTUNG: 4 kW Diesel-Heizung, 134 LiterKühlschrank mit automatischer Wahl der Energiequelle (AES), Zweiflammherd, 100 Liter Frisch- und Abwassertank jeweils
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MAL WAS ANDERES Zu sehen ist ein schickes, juveniles Heck, bei dem zweimal hinterher geschaut wird. Weiter oben die für uns obligatorische Rückfahrkamera und die Trägeraufnahme.
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GRUNDPREIS: € 59.900 ,-
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OFFROAD-KLEID Die breiten Kunststoffschürzen und das progressive Außendesign lassen auf ein Offroad-Wohnmobil schließen. Angetrieben wird er aber lediglich über die Vorderräder.
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