Ferien-Anlage: Schladminger Gemeinderat ist nun gefordert.

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Gröbming, am 11. Oktober 2019

114. Jahrgang

Ferien-Anlage: Schladminger Gemeinderat ist nun gefordert Mögliches neues Zweitwohnsitz-Projekt vor Umsetzung? Die Landesgesetzgebung lässt in der Raumordnung viel Spielraum für Zweitwohnsitzprojekte, der von findigen Projektentwicklern und Bauträgern auch zur Gänze ausgenützt wird, wie zahlreiche Beispiele in Schladming und der Nachbargemeinde Haus belegen. In seiner nächsten Sitzung am Mittwoch kommender Woche stimmt der Schladminger Gemeinderat über ein besonderes strittiges Vorhaben ab – eine Hotel- und Apartmentanlage in der Augasse. Die Brisanz, die in der geplan- Personen darin involviert. Doch ten Hotel- und Apartmentanlage der Reihe nach: Das Grundstück, steckt, hat es in sich, sind doch auf dem die Anlage entstehen soll, zwei Gemeinden – Schladming liegt zwar nur einen Steinwurf und Haus im Ennstal – sowie mit in östlicher Richtung vom ConAltbürgermeister Jürgen Winter, gress Schladming entfernt, befin- Laut Metereologen ist der „Goldene Oktober“ im Anmarsch. Eindruckvoll Bauunternehmer Siegfried Pfu- det sich aber auf Gemeindegebiet eingefangen hat diese Stimmung der Fotograf Michael Simonlehner diener und dem Hauser Bürgermeis- von Haus im Ennstal. Besitzer ser Tage in Ramsau am Dachstein. ter Gerhard Schütter drei in der des laut Grundbuchauszug 11.189 rung über, die dann auch zu einer Öffentlichkeit nicht unbekannte Fortsetzung Seite 2 ausbalancierten Belastung aller Aktuell werden pro Jahr etwa Einkommensschichten beitragen 2,6 Milliarden an Pflegegeld aus- würde. In diesem Zusammenhang bezahlt und wenn man den jüngs- wäre es aber wichtig, auch eine Herbsttagung des Ennstaler Kreises in Ramsau am Dachstein ten Prognosen glauben darf, wer- lineare Unterstützung der verSämtliche Vorträge der Herbsttagung des Ennstaler Kreises den sich die Kosten der Pflege bis schiedenen Arten der Pflege zu standen ganz im Zeichen des Begriffes „Fake News“. Bei „Fake 2050 vervierfachen. Daher über- gewährleisten. Denn aktuell wird News“ handelt es sich laut Wikipedia um manipulative, vorge- rascht es nicht, dass die Debatte durch die Abschaffung des Pflegetäuschte Nachrichten, die sich überwiegend im Internet, insbe- über die Finanzierung der Pflege regresses die Pflege im Heim deutsondere in sozialen Netzwerken und anderen sozialen Medien, eines der brennendsten Themen lich gefördert, während die Pfleverbreiten. der Gegenwart ist. Es wird viel ge zu Hause der Verlierer ist. Die Der Vortragsreigen wurde von Arbeitsplatzabbau, Computeraus- über Pflichtversicherung, Versi- teuerste Art der Pflege wird also Unternehmensberater Dr. Corneli- fall und Computerkriminalität. In cherungspflicht oder Steuerfinan- gefördert, während pflegende Anus Granig mit der „Funktionswei- Österreich gibt es auf diesem Ge- zierung gesprochen, wobei nur die gehörige in der gewohnten häuslise und Wirkung von Fake News in biet jährlich rund 20.000 Strafta- stark steigenden Kosten gewiss chen Umgebung auch noch finanzielle Zusatzbelastungen ertragen politisch bewegten Zeiten“ eröff- ten, was vier Prozent der gesam- sind. net. Er stellte fest, dass die fort- ten Kriminalfälle gleichkommt. Die Versicherungsvariante hat müssen. Also ein System, das unschreitende Digitalisierung mit Da in den meisten Fällen keine in Österreich zwar traditionell menschlich und unwirtschaftlich Franz Wallig Fortsetzung Seite 3 viele Anhänger, ist allerdings an- ist. drei Schattenseiten behaftet sei: gesichts der schon jetzt horrenden Lohnnebenkosten wohl die STEIRISCHES SÄNGER- UND schlechteste Lösung. Ein weiterer MUSIKANTENTREFFEN 2019 . in seit 1.10 Anstieg der Arbeitskosten hätte g in m ad hl Sc fatale Folgen für Wirtschaft und IHR NEUES Arbeitsmarkt. Auch die VersicheREISEBÜRO rungspflicht ist für Österreich ei19.30 Uhr IM ENNSTAL ne schwierige Sache, zumal hier Volksschule Öblarn durch ein ähnliches Risiko der ver Chor Tuat Guat Herbstit! schiedenen Einkommensgruppen Sonnberger Schweglmusi eine soziale Schieflage entstehen ist Flugze 234 Gsong ...für Erholungssuchende Kreuzsaiten Musi würde. Wetterloch-Blos Tutterstraße 206, Schladming Somit bleibt realistischer weiTel.: 03687 /235 33 www.georeisen.com Jetzt buchen: zipline.at Information: 0664/59 410 10 se wohl nur die Steuerfinanzie-

Zukunft der Pflege

„Fake News“ als zentrales Thema

AHA

Sa. 12. Okt.


REGIONALES

Seite 2

11. 10. 2019

Fortsetzung von Seite 1:

Ferien-Anlage: Schladminger Gemeinderat ist nun gefordert Quadratmeter großen Grundstückes war bis 30. Dezember 2015 der damals noch amtierende Bürgermeister Jürgen Winter. Er verkaufte die Liegenschaft an diesem Tag an die EP Bauträger GmbH mit Sitz in Zell am See, vertreten durch Geschäftsführer Siegfried Pfuner. Abgeschlossen dafür wurden zwei Kaufverträge, die dem „Ennstaler“ vorliegen. Aus dem ersten geht hervor, dass Pfuner eine landwirtschaftliche Fläche von 10.950 Qudratmeter und ein 470 Quadratmeter großes Waldstück (Gst-Nr. 654/1) erwarb. Als Kaufpreis dafür wurden 3,5 Millionen Euro vereinbart. Im zweiten Kaufvertrag (Gst-Nr. 654/8) gingen das Wohnhaus (142 Quadratmeter Grundfläche) und der Garten (756 Quadratmeter) um 1,5 Millionen Euro an die EP Bauträger GmbH. In beiden Verträgen wurde festgeschrieben, dass durch die Marktgemeinde Haus im Ennstal die Liegenschaften von Freiland in „Aufschließungsgebiet Wohnen“ umgewidmet werden, was auch geschah. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass am 23. Juni 2016 ein Nachtrag zum Kaufvertrag vom 30. Dezember 2015, betreffend Gst-Nr. 654/1, abgeschlossen wurde. In diesem sind Winter und Pfuner übereingekommen, dass sich der Kaufpreis um 1,5 Mill. Euro vermindert und sich die für das vorgesehene Bauprojekt beabsichtigte Bruttogeschoßfläche von 8825 auf 6970 Quadratmeter verringert. Gleichzeitig wurde festgeschrieben, dass sich

der Kaufpreis bei einer Erhöhung der Bebauungsdichte je Zehntelprozent um 250.000 Euro erhöht. Bei Unterfertigung dieser Vereinbarung wurde die Bebauungsdichte mit 0,7 angegeben. Wie bekannt, will Siegfried Pfuner mit der EP Bauträger GmbH auf dem ehemaligen Winter-Grundstück eine Hotel- und Apartmentanlage mit 420 Betten errichten. Geplant sind dabei ein Hauptkomplex mit 125 Zimmern sowie drei Doppel- und zwei Einzelhäuser. Erste Probleme gibt es jedoch mit der Oberflächenentwässerung, wofür Pfuner die Hilfe der Stadtgemeinde Schladming braucht. Das Unternehmen stellte daher den Antrag um Nutzungsrechte an der Augasse, um einen Regenwasserkanal graben zu können, worüber in der letzten Gemeinderatssitzung keine Einigung zustande kam und die Entscheidung darüber verschoben wurde. Die Oppositionsparteien befürchten nämlich, dass es sich bei der geplanten Anlage wieder um ein Zweitwohnsitzprojekt handeln

könnte, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Bekanntlich haben nämlich Siegfried Pfuner, damals noch mit einer seiner weiteren Firmen, nämlich der Hoamat Immobilien GesmbH mit Sitz in Werfenweng, und Jürgen Winter als noch amtierender Bürgermeister von Schladming einige Projekte in der WM-Stadt umgesetzt, die heute als Zweitwohnsitz-Anlagen gelten. Am Mittwoch kommender Woche, dem 16. Oktober, entscheidet nun der Schladminger Gemeinderat endgültig über den Antrag der EP Bauträger GmbH. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Congress. Stimmen die Mandatare dagegen, wird es wohl schwierig werden, einen rechtsgültigen Baubescheid dafür auszustellen, da ein wesentliches Kriterium in diesem behördlichen Dokument, nämlich der Pargraph 5, die Bauplatzeignung, nicht erfüllt werden kann. Für den Baubescheid zuständig ist übrigens als erste Bauinstanz der Hauser Bürgermeister Gerhard Schütter.

Ein Blick auf das Grundstück in der Augasse, das sich hinter den beiden Foto: o.K. Häusern beginnend in Richtung Osten erstreckt.

Tourismus: Neue Strategien für die Zukunft Mehr als 350 Gäste beim fünften „Tourismusdialog“ in Schladming Der Tourismus ist global stetigen und tiefgreifenden Veränderungen unterworfen, umso wichtiger gestaltet sich für die Verantwortlichen der Branche ein weit nach vorne gerichteter Blick in die Zukunft. Unter dem Titel „Destination 2030: Gibt es ein Erfolgsrezept für die Zukunft?“ diskutierten am Dienstagabend Experten mögliche Strategien und notwendige Maßnahmen im Rahmen des „Tourismusdialogs“, den die Region Schladming-Dachstein heuer zum fünften Mal organisiert hat. Knapp 350 Tourismusinteressierte folgten der Einladung in den Congress Schladming. „Es kommen in Zukunft viele Herausforderungen und neue

Aufgabenfelder auf uns zu. Es gilt sich frühzeitig diesen Veränderungen bestmöglich anzupassen, um auch weiterhin ganz vorne mitmischen zu können“, betonte Mathias Schattleitner, Geschäftsführer der Region Schladming-Dachstein einleitend. „Um mit unseren Angeboten die weltweite, sehr flexible Nachfrage optimal zu treffen, müssen wir künftig noch professioneller und effizienter arbeiten – und dies geht nur gemeinsam. Große Projekte, wie sie beispielsweise im Bereich der Digitalisierung aktuell notwendig sind, kann man allein als einzelner Player nicht heben, hier müssen wir alle in der Region zusammenstehen und unsere Synergien nutzen.“ Warum braucht es nun eine ge-

meinsame Strategie für den Tourismus? Dieser Frage ging Ulrike Rauch-Keschmann, Leiterin der Sektion Tourismus und Regionalpolitik im Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, in ihrem Vortrag nach: „Mehrere Faktoren spielen hier eine gewichtige Rolle. Die touristische Welt ist kleiner und der Wettbewerb stärker geworden. Kulturelle Veränderungen und technologische Beschleunigung in Gesellschaft und Wirtschaft prägen auch den Tourismus. Insbesondere die Digitalisierung ändert den Tourismus von Grund auf.“ Österreich habe diesen Wandel bisher hervorragend gemeistert, diese Erfolge dürfen allerdings nicht dazu verleiten, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

SPRUCH der Woche Humor ist eine Art, die Wahrheit zu sehen. Sir Peter Ustinov

WASHINGTON. Monatelang hat US-Präsident Donald Trump der EU nur gedroht. Der Streit zwischen Boeing und Airbus gibt ihm nun Gelegenheit, Fakten zu schaffen. Ab 18. Oktober sollen Zölle auf EU-Waren im Wert von 7,5 Milliarden Dollar eingeführt werden. Der neue Protektionismus hat wesentlichen Anteil daran, dass sich die globale Konjunktur zunehmend abkühlt. ● BAGDAD. In Irak gehen Tausende gegen Misswirtschaft, Korruption und den Einfluss Teherans auf die Straße. Die Regierung will die Proteste mit Gewalt unterdrücken. 99 Menschen wurden getötet und fast 4000 verletzt. ● WIEN. Am Montag erhielt ÖVPChef Sebastian Kurz von Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Auftrag zur Regierungsbildung. Der Bundespräsident will Klimaschutz an die Spitze der Agenda stellen, ÖVP-Chef Kurz verweigert das. ● SYRIEN. Die US-Streitkräfte haben ihren Abzug aus Teilen des türkisch-syrischen Grenzgebiets begonnen. Sie machen damit den Weg frei für eine türkische Intervention in den kurdisch kontrollierten Gebieten Nordsyriens. Die Kurden sind entsetzt. Nach heftiger Kritik aus den eigenen republikanischen Reihen rudert Präsident Trump nun zurück. ● LISSABON. Bei der Parlamentswahl in Portugal sind die Sozialisten unter Ministerpräsident António Costa als Sieger hervorgegangen. Sie wollen die Minderheitsregierung fortsetzen. ● WIEN. In zahlreichen Hauptstädten begannen Montag die angekündigten Störaktionen der Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion“ (Rebellion gegen das Aussterben). Diese wollen mit friedlichem Ungehorsam politische Verantwortungsträger dazu bringen, mehr für den Klimaschutz zu tun.


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