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Gröbming, am 10. Jänner 2020
115. Jahrgang
Zweitwohnsitze: Bürgerforum fordert Land zum Handeln auf Offener Brief an Regierung, Abgeordnete und politische Parteien Während im benachbarten Salzburg die Reißleine gezogen wurde, geht der Ausverkauf der Heimat im oberen Ennstal, und hier vor allem in Schladming, Haus im Ennstal und Aich, munter weiter. Nun wendet sich das Bürgerforum der Kleinregion Schladming in einem Offenen Brief an die steirische Landesregierung, an Abgeordnete und an alle im Landtag vertretenen Parteien, um diese negative Entwicklung endlich zu stoppen. Es sind bereits unzählige Ferienanlagen wie Chaletdörfer, Apartmentanlagen oder sogenannte Hotels, die in den letzten Jahren im oberen Ennstal realisiert wurden. Aktuell sind zumindest weitere 25 Projekte in Schladming, Haus im Ennstal und Aich mit knapp 3500 Betten geplant. „Hotspots“ sind hier vor allem die „Flechlgründe“ in Schladming-Rohrmoos, das Projekt „Augasse“ des Schlad-
minger Altbürgermeisters Jürgen Winter, das auf Gemeindegrund von Haus im Ennstal liegt, der zweite Abschnitt des Chaletdorfes am Fuße des Hauser Kaiblings sowie eine große Anlage in der Gemeinde Aich, die Architekt Johann Maier, Geschäftsführer der „Piererdorf Wohnbau GmbH“, in der Mittergasse auf einer Fläche von rund 14.000 Quadratmetern Fortsetzung Seite 5
Nachdem im benachbarten Salzburg neue Regeln geschaffen wurden, droht der Bauboom rund um Buy-to-let-Modelle noch intensiver auf die Kleinregion Schladming überzugreifen. Das Bürgerforum fordert von der steirischen Politik nun ein rasches Einschreiten. Foto: adobe.stock
Oppositionsbank Lokalmadatore holten Classic-Triple Harte Nach der Angelobung der Regie- die FPÖ wird ein weiterer Rechts-
Dritter Sieg in Folge für Alexander und Florian Deopito Mit einem überlegenen Sieg bei der Schluss-Challenge im Planai-Stadion sicherten sich Alexander und Florian Deopito sozusagen im letzten Abdruck den Sieg bei der „Planai-Classic“. Es war der bereits dritte Erfolg in Serie des Vater-und-Sohn-Gespanns aus dem Ennstal. Das Wetter meinte es gut mit auch perfekt. Ein komplettes Starder 24. Ausgabe der Planai-Clas- terfeld inklusive der beiden am sic. Rechtzeitig zum Driftspaß auf Vortag von technischen Defekten der Gröbminger Trabrennbahn am getroffenen Autos traf sich zuerst Sonntag hatte es die Nacht durch- zum freien Training und dann zur geschneit. Der knackig-eisige Bo- gewerteten Sonderprüfung. Ein den nahm den Schnee gut auf, die paar Dreher, aber keine ernsthafPistenbedingungen waren daher ten Einschläge, zeugten von der Leidenschaft, mit der aufgegeigt wurde, wie man richtig driftet zeigte Altmeister Hans-Joachim Stuck mit dem Rallyegolf-Vorausauto. Anders als meteorologisch vorhergesagt, präsentierte sich auch die Planai im besten Outfit, strahlender Sonnenschein begleiteBodenebene Duschlösungen von te die Bergprüfung, die aus zwei Wertungsfahrten von der Mittelstation hinauf zum Planaihof besteht. Auch das Grande Finale im www.haeusler.at • Tel. 0 36 82/239 00 Fortsetzung Seite 2
rung und der Präsentation ihres Programmes kann man davon ausgehen, dass es die Opposition in nächster Zeit recht schwer haben wird. Unpopuläres kommt nämlich kaum vor, ganz im Gegenteil, es wird rundum kräftig Geld verteilt, die Umwelt geschützt und gegen die Migration vorgegangen. Alles in allem ein glattes Programm, an dem es wenig auszusetzen gibt, außer der nicht dargestellten Finanzierung. Die Opposition wird daher nicht leicht Themen finden, mit denen sie in der Öffentlichkeit durchkommt. Weder Migration noch soziale Gerechtigkeit scheinen geeignet, um einen Keil in die Regierung zu treiben und auch die berühmten „Einzelfälle“ der letzten Regierung samt Turbulenzen im Innenministerium gehören wohl der Vergangenheit an. Daher sollten die Oppositionsparteien schnellstens nach einer Linie suchen, um mit der neuen Konstellation klarzukommen. Für
ruck kein praktikables Mittel darstellen und die SPÖ muss schleunigst ihre eigene Linie finden, sonst ist jede Kritik an der Regierung gleichzeitig eine an einem Flügel der eigenen Partei. Und den Neos droht ihr Transparenzthema abhanden zu kommen. Ohne große Fehler und internen Zwist scheint die Regierung daher felsenfest im Sattel zu sitzen und einer ruhigen Zeit entgegen zu gehen. Was man allerdings einen Tag vor Ibiza auch von der Vorgängerregierung behaupten konnte. Franz Wallig
REGIONAL ist
nicht egal! rt! …ihr Profi vor O
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Lokalmadatore holten Classic-Triple Schladminger Planai-Stadion verlief bei klarer Sicht und besten, weil leicht rutschigen Fahrbahnbedingungen. Die Trabrennbahn gewannen Klaus Zimmermann und Angelika Bacher auf Volvo 144 S, den Run auf die Planai dominierten Gert Pierer und Otmar Schlager auf Volvo 122 S. In einem Fotofinish entschieden schließlich die Titelverteidiger Alexander und Florian Deopito mit einem überlegenen
Alexander (re.) und Florian Deopito hatten am Ende die Nase vorne und konnten ihren dritten Sieg in Serie feiern. Foto: Martin Huber Sieg im Planai-Stadion den gesamten Bewerb für sich. Und komplettierten damit den Hattrick eines dritten Planai-Classic-Gesamtsieges in Folge. Auf Platz zwei konnten sich die Herausforderer Günter Schwarzbauer und Erich Hemmelmayer auf Datsun 240Z platzieren, nach Tag 2 lagen die beiden ja sogar in Führung. Das Rennen um Platz drei wurde vom Duell Fritz und Karin Müller (Porsche 914/6) gegen Hansi Mlcoch und Martin Laaha (Volvo 121) dominiert, das letztlich aber Mlcoch/ Laaha für sich entscheiden konnten – denkbar knapp, mit nur 64 (!) Punkten Vorsprung. Bei seiner Ennstal-Premiere konnte Schauspieler Wolfgang Böck (mit Erich Schmölzer auf Porsche 912) einen respektablen
Wechselnde Bedingen stellte die Teams bei der Sonderprüfung am Flugplatz in Niederöblarn vor besondere Herausforderungen. Im Bild Sonja Strohhammer und Michael Strohhammer aus Deutschland in ihrem BMW Alpina 1800 A2S, Bj. 1965. Foto: Martin Huber
41. Platz erzielen, der Ehrgeiz für kommende Veranstaltungen ist geweckt. Wiedersehen im Sommer Nach einer wirklich tollen 24. Ausgabe der Planai-Classic, die ein eindrucksvolles Spektrum an so ziemlich allen Wetterbedingun-
gen, die eine Winter-Rallye zeigen kann, präsentierte, freut sich die Vintage-Gemeinde nun schon auf den großen Bruder, die sommerliche Ennstal-Classic, die von 22. bis 25. Juli bereits zum 28. Mal ihr Motto „Autofahren im letzten Paradies“ hochhalten wird.
SPRUCH der Woche Ich stehe hinter jeder Regierung, bei der ich nicht sitzen muss, wenn ich nicht hinter ihr stehe. Werner Finck
WIEN. 326 Seiten umfasst der Koalitionsvertrag zwischen Türkis und Grün, den Sebastian Kurz und Werner Kogler in der Vorwoche vorstellten. Er räumt beiden Parteien große Freiräume bei der Umsetzung ihrer Programmschwerpunkte ein. Hauptthemen: Klima. Milliarden für den öffentlichen Verkehr, ein neues Ticket und eine ökologische Steuerreform. Migration. Die ÖVP konnte weite Teile Das Siegerteam aus dem Ennstal mit ihrem Mercedes 350 SLC, Bj. 1972, ihrer bisherigen Migrationspolitik beibehalten. Steuern. Familibei der Hochwurzen-Trophy im Preuneggtal. Foto: Martin Huber enbonus wird erhöht, Lohnsteuer und Körperschaftssteuer werden gesenkt. Transparenz. Rechnungshof darf die Parteien kontrollieren, das Amtsgeheimnis wird stark eingeschränkt. Mit 93 Prozent stimmte der Bundeskongress der Grünen für den Schritt in die Regierungskoalition mit der ÖVP. Dienstag vormittag hat Bundespräsident Alexander van der Bellen die neue Regierung angelobt – erstmals mit grüner Beteiligung. Unmittelbar danach erfolgte die traditionelle Amtsübergabe der scheidenden Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein an den zurückkehrenden Kanzler Kurz. ● TEHERAN. Das Begräbnis von TV-Star Wolfgang Böck, mit Erich Schmölzer in einem Porsche 912, lan- General Soleimani wurde im dete bei seinem ersten Antreten auf Platz 41. Foto: Martin Huber Iran zum Protest gegen die USA, die ihn getötet hatten. Auch das Atomabkommen steht vor dem Aus. ● ZAGREB. Der Sozialdemokrat Zoran Milanović hat die Präsidenten-Stichwahl in Kroatien gewonnen. ● SYDNEY. Die verheerenden Brände in Australien nehmen kein Ende. Die Regierung ruft nun die Armee zur Hilfe. ● WIEN. Es war ein schwerwiegender Cyberangriff, der auf die ITSysteme des Außenministeriums am Wochenende gestartet wurde. Aufgrund der Schwere und der Art Strahlender Sonnenschein und eine herrliche Winterlandschaft begleite- des Angriffs vermutet man einen ten die Teilnehmer hingegen bei der Planai-Bergprüfung. Foto: Martin Huber staatlichen Akteur dahinter.
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Liezens Schulzentrum feierte Jubiläum Vor 60 Jahren wurde das Bundesschulzentrum in Liezen eröffnet. Anlässlich des runden Geburtstags von BHAK und BHAS wurde zum Feiern und zur Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Schule eingeladen. Schüler, Lehrer, Ehrengäste – alle waren gekommen, um kurz vor Weihnachten eine Schulgründung zu feiern, die bereits auf das Jahr 1960 zurückgeht. In diesem Jahr
hatten die Bemühungen von Liezens Stadtpolitiker Erfolg und der Standort der Handelsschule wurde von Admont nach Liezen verlegt. Wie wichtig die enge Verbindung zwischen Schule und Stadtgemeinde auch heute noch ist, betonte Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner, die als Ehrengast an den Feierlichkeiten teilnahm. Ebenso wie die einstigen Direktoren Reinhard Stockinger, Josef Ahornegger und Simon Pichlmayer, die
den Kurs der Schule maßgeblich mitgestaltet haben. Heute ist die Bildungseinrichtung in Liezen die zweitgrößte Handelsakademie der Steiermark. Geleitet wird sie von Direktor Wolfgang Lechner, der die Veranstaltung moderierte und den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart und Zukunft des Schulzentrums schweifen ließ. Dass die
schulische Ausbildung mit wirtschaftlichem Schwerpunkt eine gute Basis für beruflichen Erfolg bildet, zeigte sich auch an so manchem prominenten Absolventen. Einer davon ist Mario Brandmüller, der sich ebenfalls in die Gruppe der Redner gesellte. Erst kürzlich wurden der Marketingleiter des Benediktinerstiftes Admont und sein Team mit dem Staatspreis PR für das beste Marketingprojekt des Landes ausgezeichnet.
ÖAMTC-Flugrettung zog Bilanz Der ÖAMTC-Notarzthubschrauber aus Niederöblarn musste im vergangenen Jahr rund 1143 Mal zu meist lebensrettenden Einsätzen aufsteigen. So waren die gelben Engel aus Niederöblarn mit dem „Christophorus 14“ zu 877 Einsätzen unterwegs. Hinzu kam auch 2019 wieder „Christophorus 99“, der – ebenfalls von Niederöblarn aus – während der einsatzstarken Winter- und Sommermonate zu 266 Einsätzen startete. „Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die ÖAMTCFlugrettung einen festen Platz in der medizinischen Notfallversorgung der Steiermark hat“, zieht Geschäftsführer Reinhard Kraxner Bilanz. Einsatzursache Nummer 1 waren wieder internistische und neurologische Notfälle, zu denen „Christophorus 14“ in 37 Prozent der Einsätze gerufen wurde. 17 Prozent der Einsätze galten Unfällen, die sich bei der Arbeit, in der Freizeit oder im häuslichen Umfeld ereignet haben, nach Freizeitunfällen im alpinen Bereich startete „Christophorus 14“ bei 29 Prozent der Einsätze. Lediglich vier Prozent der Einsätze waren aufgrund eines Verkehrsunfalls
notwendig. „Häufig erwies sich auch die Landung unmittelbar am Notfallort durch die Geländesituation als schwierig oder gar unmöglich“, berichtet Kraxner. Der Flugrettungsstützpunkt in Niederöblarn ist eine wesentliche Säule der notfallmedizinischen Versorgung in der Region. Auf Grund der hohen Einsatzdichte wurde neben „Christophorus 14“ im Jahr 2017 dann die Entschei- Direktor Wolfgang Lechner (re.) lud zur Jubiläumsfeier der BHAK und dung getroffen, mit „Christopho- BHAS nach Liezen. Zu seinen Ehrengästen zählte auch sein Vorgänger rus 99“ während der Winter- und Reinhard Stockinger. Foto: o.K. Sommermonate einen zusätzlichen Hubschrauber in Niederöblarn zu stationieren und die Dienstzeiten bis 22 Uhr auszuweiten. Der nächste logische Schritt war eine Erweiterung der bestehenden Räumlichkeiten um einen zweiten Hangar sowie zusätzliche Aufenthalts-, Schulungs- und Lagerräume. Insgesamt starteten die Notarzthubschrauber der ÖAMTCFlugrettung 2019 zu 18.921 Notfalleinsätzen. „Im Schnitt sind das über 52 Einsätze pro Tag“, zollt Kraxner den Piloten, Flugrettern und Notärzten Respekt. „Ohne ihr Engagement und ohne unsere Partner Rotes Kreuz und Bergrettung wäre die schnelle Hilfe aus der Luft nicht möglich.“ MATURA MA
KARRIERE TOP GEHALT
TAG DER OFFENEN TÜR ǡ ͭʹǤͬͭǤͮͬͮͬǡ ʹǣͯͬ Ȃ ͭͯǣͬͬ Dr. Adolf-Schärf-Platz 7, 8784 Trieben www.htl-trieben.at
Hinter der Flugrettung in Niederöblarn liegt ein einsatzreiches Jahr: Christophorus 14 und 99 flogen insgesamt 1143 Einsätze. Foto: ÖAMTC/Postl
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Sternsingergottesdienst in Landl GUCCI ZAHLT RENOVIERUNG. Der Targejische Felsen an der südlichen Spitze des Kapitolhügels in Rom war ein berüchtigter Ort. Von hier aus stürzten die alten Römer verurteilte Verbrecher in den Tod. 1,6 Millionen Euro will der Luxuskonzern Gucci jetzt in die Restaurierung des Geländes unweit der Ruinen des Forum Romanum investieren. Gucci einigte sich mit der Gemeinde Rom auf ein zweijähriges Restaurierungsprogramm, das unter anderem die Instandsetzung der Gärten unweit des Tarpejischen Felsens vorsieht, die bereits seit mehreren Jahren geschlossen sind. Dazu sollen die Grünflächen in der Nähe des Kapitols neu gestaltet werden. *** ZÜNDLER. Australische Ermittler haben einen jungen Feuerwehrmann festgenommen, der die Buschbrände im Osten des Landes verschlimmert haben soll. Der 19-Jährige steht im Verdacht, seit Oktober in mindestens sieben Fällen gezielt Feuer gelegt zu haben. Zuletzt sei er dabei beobachtet worden, wie er etwa 500 Kilometer südlich von Sydney Buschland in Brand setzte – und sich danach als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an den Löscharbeiten beteiligte. *** KOSTBARKEIT. Sie hatte dunkle Haut und dunkelbraunes Haar, aber blaue Augen. Sie gehörte zu einem Stamm von Jägern und Sammlern, der aus Westeuropa nach Dänemark eingewandert war. Auf ihrem Speiseplan standen Wildenten und Haselnüsse. Die Frau war laktoseintolerant, litt unter Zahnfleischschwund und laborierte wohl an einer Lungenentzündung, damals vor rund 5700 Jahren. Woher wir das alles wissen? Von ihrem Kaugummi. Das Herz der Archäologen der Uni Kopenhagen schlug höher, als sie einen Klumpen aus Birkenharz von einem Ausgrabungsort im Süden des Landes untersuchten. Eingeschlossen im keimfreien und wasserabweisenden Harz, das einen mikrobiellen und chemischen Verfall verhinderte, fanden sie ein komplettes, bestens erhaltenes menschliches Genom, zusammen mit der DNA von über 40 Bakterien, Pilzen und Viren der Mundflora. Denn die schwarzbraune Masse, die auf vielen steinzeitlichen Fundstätten herumliegt, wurde nicht nur als Klebstoff verwendet, sondern auch gekaut.
In acht Gruppen waren die Sternsinger in Landl auch heuer wieder im Dienste der Dreikönigsaktion unterwegs. Die drei Weisen aus dem Morgenland, der Afrikaner Caspar, der Europäer Melchior und der asiatische König Balthasar zogen mit dem Sternträger von Haus zu Haus, um Licht, Freude und Frieden zu bringen und für die Menschen zu sammeln, denen es nicht so gut geht. Gold, Weihrauch und Myrrhe stellen die drei wertvollsten Schätze aus der Zeit der Geburt Jesu dar. Das Gold (Melchior)
steht für die Weisheit eines Königs, Weihrauch (Balthasar) gilt als Opfergabe und für das Gebet und Myrrhe (Caspar) soll Reinheit symbolisieren. Bereits zum elften Mal war Bettina Pfeiler für die Gesamtorganisation verantwortlich und bedankte sich herzlich bei Pater Engelbert Hofer, allen Begleitpersonen und Verpflegungsstationen, den eifrigen Sternsingerkindern und der gesamten Bevölkerung für freundliche Aufnahme, das sich im Spendenergebnis von rund 4400 Euro widerspiegelt.
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HALL Preisschnapsen Das traditionelle Preisschnapsen des SV Hall sorgt seit Jahren für Rekorde. Mit 110 Teilnehmern war das Turnier am letzten Samstag des vergangenen Jahres aber zweifelsohne die größte Kartenveranstaltung, die jemals im Bezirk Liezen stattfand. Bis der Sieger im Sportstüberl des Haller Fußballclubs feststand, mussten nicht weniger als 21 Runden gespielt werden. Im Finale um den begehrten Turniersieg setzte sich dann der Mürztaler Walter Schiefer gegen Andreas Schober durch. Schiefer durfte sich damit über ein stattliches Preisgeld von 500 Euro freuen. Der unterlegene Finalist konnte immerhin noch 300 Euro in Empfang nehmen. Den 3. Platz belegte Horst Ranner, gefolgt von Andreas Prentner. Auf den Rängen fünf und sechs landeten Jürgen Lehner und Gustav Berghofer. Auf dem siebenten Platz folgte mit Ruth Komar aus Liezen die beste Dame des Monsterturniers. Den Saupreis sicherte sich Anna Held und beim Würfelspiel gewann Martha Strohmeier vor Robert Steinberger und Werner Rohrer.
Boogie-Fieber in Liezen Mit seiner unbändigen Spielfreude, seinem mitreißenden Groove und seiner Virtuosität hat er sich seit langem in die Herzen des Publikums gespielt. Heuer geht er auf eine ausgedehnte Österreich-Tournee – ganz schnörkellos am Solopiano. Dieses bringt er am Freitag, dem 24. Jänner um 19.30 Uhr im Kulturhaus in Liezen zum Klingen. Im Blues verwurzelt und mit seinen rollenden Rhythmen eine der wichtigsten Urformen heutiger Popularmusik, scheint der Boogie Woogie zeitlos vital. In den Händen eines Meisters wie Axel Zwingenberger entstehen wilde Tastenflüge, donnernde musikalische Zauberzüge ebenso wie einfühlsam gestreichelte Bluesträume. Damit ist er zum Vorbild der jungen Nachfolgegenerationen geworden, die nicht zuletzt durch seine musikalische Ausstrahlung zum Boogie-Woogie-Spielen aniFoto: www.dobias.at miert werden. „Boogie Woogie ist die heißeste Karten für den Abend sind im Musik, die je für das Klavier erfun- Vorverkauf im Stadtamt Liezen den wurde“, sagt Axel Zwingenber- sowie in allen ÖT-Filialen und auf ger, der in Kürze in Liezen auftritt. www.oeticket.com erhältlich. Axel Zwingenberger ist wohl der bekannteste Botschafter des Boogie Woogie. Am 24. Jänner ist der Pianist zu Gast in Liezen. Solo, unverfälscht und mit purer Boogie-Woogie-Power tritt Axel Zwingenberger in Liezen auf.
SV-Hall-Sektionsleiter Gustav Berghofer (li.) und Obmann Jürgen Lehner (re.) mit Sieger Walter Schiefer. Foto: o.K. Im Rahmen der Siegerehrung bedankte sich Obmann Jürgen Lehner bei den zahlreichen Sponsoren für die Unterstützung sowie dem Organisationsteam für den reibungslosen Turnierablauf. LIEZEN Todesfall Am Montag, dem 30. Dezember, verstarb im 84. Lebensjahr Sofie Habenreich-Döringer. Die Trauerfeier findet heute, Freitag, dem 10. Jänner um 14 Uhr in der Verabschiedungshalle am Stadtfriedhof in Liezen statt. Anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung im Familiengrab.
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Zweitwohnsitze: Bürgerforum fordert Land zum Handeln auf
umsetzen will. Innerhalb der drei Gemeinden gibt es zahlreiche Querverbindungen, die von absoluten ÖVP-Mehrheiten über den selben Raumplaner (in Schladming offiziell bis Ende 2019), die meist selbe Architektin bis zu sehr aktiven und in der Branche bestens bekannten Projektentwicklern, Bauträgern und Betreibergesellschaften reichen. Da wie dort entstehen unter dem Deckmantel einer „notwendigen touristischen Entwicklung“ Ferienanlagen, die meist als Buy-to-let-Modelle („Kaufe um zu vermieten“) auf den Markt kommen und vor allem aus- aber auch inländische Investoren anlocken. Sie stecken sehr viel Geld in ihre Immobilie, Geld von dem aber in erster Linie nur die Beteiligten profitieren. Zum Handkuss kommt dabei die heimische Bevölkerung, und hier vor allem junge Menschen und Jungfamilien – durch den Bauboom sind die Immobilienpreise in den Gemeinden nämlich derart gestiegen, dass sie sich das Wohnen kaum oder gar nicht mehr leisten können. Die logische Konsequenz: die jungen Menschen kehren ihren Heimatgemeinden den Rücken und siedeln in andere Kommunen. Um für die Interessen der heimischen Bevölkerung einzutreten, hat sich im November des vergangenen Jahres ein Bürgerforum formiert, das sich nun in einem Offenen Brief an Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, seinen Stellvertreter Anton Lang, die Mitglieder der Landesregierung, die Abgeordneten des Landtages und alle politischen Parteien wendet. In dem Schreiben fordern drei Vertreter im Namen des Bürgerforums der Kleinregion Schladming, dass gesetzliche Regelungen geschaffen werden, mit denen die Errichtung illegaler Zweitwohnsitze und Immobilienspekulationen gestoppt werden. Weiters fordert das Bürgerforum die Schaffung von leistbarem Wohnraum sowie den sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen in der Region – siehe auch untenstehend den Offenen Brief im Original.
Man darf jedenfalls gespannt darauf sein, ob und wie die Landesregierung oder die Oppositionsparteien auf die Forderungen des Bürgerforums reagieren. Fakt ist je-
denfalls, dass das Thema „Wohnen“ eine zentrale Rolle im Arbeitsübereinkommen zwischen den Koaltionsparteien ÖVP und SPÖ, das sich „Agenda Weiß-Grün“ nennt, spielt.
Übrigens: In einer der nächsten Ausgaben wird der „Ennstaler“ einen Beitrag über die Vorhaben und Projekte, die in der Gemeinde Aich geplant sind, veröffentlichen.
Offener Brief an Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, alle Mitglieder der Steiermärkischen Landesregierung und des Landtages Steiermark Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Schützenhöfer, sehr geehrter Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Lang, sehr geehrte Mitglieder der Steiermärkischen Landesregierung, sehr geehrte Abgeordnete des Landtages Steiermark! in den vergangenen Monaten hat sich in den Tourismusgemeinden der Kleinregion Schladming eine intensiv geführte öffentliche Debatte rund um das Thema „Z weitwohnsitze“ entsponnen. Aktuelle Projekte wie zum Beispiel ein in Bau befindliches Chaletdorf am Hauser Kaibling, eine geplante Hotelund Apartmentanlage sowie einige touristische Bauvorhaben im „allgemeinen Wohngebiet“ in Schladming irritieren große Teile der einheimischen Bevölkerung. Offensichtlich öffnen die aktuellen steirischen Landesgesetze – unter den Deckmänteln Tourismus und Wirtschaft – zahlreiche Schlupflöcher für Immobilienspekulationen und die Errichtung illegaler Zweitwohnsitze. Die ORF-Sendung „Geld versetzt Berge“ aus der Reihe „Am Schauplatz“ löste am 21. November 2019 in unserem Nachbarbundesland Salzburg eine massive politische Kurskorrektur aus. Der für Raumordnung zuständige Landesrat Josef Schwaiger spricht davon, dass „gemeinsames, entschlossenes Handeln dringend notwendig ist, um eine Wende herbeizuführen“. Am 11. Dezember 2019 beschloss der Salzburger Landtag daher einstimmig eine Reihe regulierender Maßnahmen und setzt sich nun entschlossen und geschlossen dafür ein, eine jahrelange Fehlentwicklung zu korrigieren. Unsere Heimatgemeinden in der Kleinregion Schladming liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den touristisch sehr ähnlich strukturierten Regionen Pongau und Pinzgau. Aufgrund der Verschärfung der Gesetzeslage in Salzburg befürchten wir, dass die ohnehin bereits sehr großen Begehrlichkeiten von Investoren und Immobilienanlegern noch deutlich zunehmen. Die aktuelle Entwicklung bringt Einheimische auf verschiedenen Ebenen in Bedrängnis. So schädigt sie beispielsweise das Geschäft gestandener und gesund gewachsener einheimischer Tourismusbetriebe. Besonders dramatisch ist für uns die Tatsache, dass jungen Menschen durch rasant anziehende Immobilienpreise ihre Aussichten auf leistbaren Wohnraum geraubt werden. Statistisch lässt sich belegen, dass junge Einheimische zur Abwanderung gezwungen sind. Wir fordern Sie daher auf: • Orientieren Sie sich am Beispiel Ihrer Salzburger Kollegen und schaffen Sie auch in unserem Bundesland gesetzliche Regelungen, die sowohl für das Land Steiermark als auch für die Gemeinden wirkungsvolle Werkzeuge im Kampf gegen illegale Zweitwohnsitze und Immobilienspekulation sind. • Nehmen Sie das neue Arbeitsprogramm der Steiermärkischen Landesregierung – Ihre „Agenda Weiß-Grün“ – und damit sich selbst beim Wort, insbesondere Ihre konkreten Versprechen und Vorhaben: • Die Schaffung leistbaren Wohnraums ist für uns ein zentrales Ziel, da „Wohnen“ mehr als ein Dach über dem Kopf zu haben ist. • Wir bekennen uns zu einem sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und wollen daher den Bodenverbrauch reduzieren. • Wir müssen alles daransetzen, dass auch unsere nächsten Generationen ein zukunftsfähiges Land vorfinden. Lippenbekenntnisse lösen das aktuelle Problem nicht mehr. Es ist höchste Zeit, den Ausverkauf unserer Heimat zu stoppen. Stehen Sie zu Ihren Worten und zeigen Sie durch konkrete Taten, dass Sie sich für eine lebenswerte Steiermark, zu der auch eine weiterhin lebenswerte Kleinregion Schladming gehört, einsetzen! Für das Bürgerforum der Kleinregion Schladming: Alexandra Gföller, Ennsling 98, Haus im Ennstal Emmanuel Cherlias, Hans-Klöpfer-Straße 763/9, Schladming Markus Walcher, Schildlehen 9, Ramsau am Dachstein Ergeht an: • Alle im Landtag Steiermark vertretenen politischen Parteien • Alle Gemeinden in der Kleinregion Schladming • Steirische Medien sowie ausgewählte österreichische Medien