Österreichische Post AG, Zul.-Nr. MZ 02Z031267 M, Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Retouren an „Postfach 100, 1350 Wien“ Sonderausgabe der Oberösterreicherin
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SOMMER / HERBST 2017 | 1. Jg. | Nr. 1 | € 7,00 01
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ÖSTERREICHER Sonderausgabe der Oberösterreicherin
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ER ist da!
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eit nunmehr 19 Jahren gibt es das allseits beliebte und bekannte Magazin OBERÖSTERREICHERIN. In den vergangenen Jahren sind viele Leser und Kunden immer wieder an mich herangetreten und haben nachgefragt, ob wir nicht auch einmal über ein Männermagazin nachdenken möchten. Und nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, einen OBERÖSTERREICHER zu machen.
Foto: Celine Daliot
Nun ist ER da und liegt vor Ihnen. Der OBERÖSTERREICHER. Ein edles Magazin mit interessanten Männern, die von Oberösterreich aus die Welt bewegen, innovative Produkte entwickeln oder handwerklich auf höchstem Niveau schöne Dinge für den Mann herstellen. Wir holen aber auch unsere kreativen Haubenköche und erfolgreichen Gastronomen vor den Vorhang und zeigen Ihnen, was Männer wirklich mögen. Oberösterreich hat sich hervorragend entwickelt und ist heute der führende Wirtschaftsstandort Österreichs mit vielen internationalen und nationalen Top-Unternehmen. Und da bekanntlich hinter jeder Erfolgsgeschichte spannende Persönlichkeiten stehen, werden wir auch in den kommenden Ausgaben jede Menge zu berichten haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein paar schöne Stunden mit dem ersten OBERÖSTERREICHER! Ihr Josef Rumer Herausgeber Der nächste OBERÖSTERREICHER erscheint am 19. Jänner 2018!
Impressum OBERÖSTERREICHER Eine Sonderausgabe des Magazins OBERÖSTERREICHERIN Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter der URL http://www.dieoberoesterreicherin.at/info/offenlegung/ abgerufen werden. Herausgeber: Josef Rumer, Medieninhaber und Hersteller: Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels , E-Mail: office@neu-media.at, Tel.: 07242 / 9396 8100, Fax: 07242 / 9396 8110, Geschäftsführung: Josef Rumer, Mag. Andreas Eisendle, Assistentin der Geschäftsführung: Astrid Gruber, E-Mail: astrid.gruber@neu-media.at, Stellv. Assistentin der Geschäftsführung: Kerstin Starzengruber, E-Mail: office@neu-media.at, Büroorganisation: Slavica Haminger, Redaktionsleitung: Mag. Ulli Wright, E-Mail: redaktion@neu-media.at, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Tel.: 07242 / 9396 8102, Redaktion: Nicole Madlmayr, Denise Derflinger, Rebecca Mayr, Dr. Maria Russ, Mag. Petra Kinzl, Anzeigenleitung: Josef Rumer, E-Mail: anzeigen@neu-media.at, Anzeigen: Ing. Mag. Richard Haidinger, Mag. Dietlinde Wegerer, Lisa Becker, Andrea Hametner, Roland Lakovsek, E-Mail: anzeigen@neu-media.at, Grafik: Karin Rosenberger, Celine Daliot, Laura Koller, E-Mail: grafik@neu-media.at, Fotos: Heli Mayr, Paz Stammler, Celine Daliot, Shutterstock, Mathias Lauringer – Studio 365, Andreas Röbl, Stefan Beiganz, Verlags- und Herstellungsort: Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Druck: NP Druck, 3100 St. Pölten, Vertrieb: Morawa Pressevertrieb Ges.m.b.H., 1011 Wien. www.neu-media.at
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REGEL NUMMER EINS: KEIN BUSEN!
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Wenn man sich eingehend mit der Geschichte von Männermagazinen befasst, dann kann man diese über lange Strecken in zwei Kategorien einteilen: die einen, mit einer Frau am Cover, und die anderen, mit einem Mann vorne drauf. Wobei der Mann meist angezogen war, die Frau eher nicht. ;-) Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Während etwa bei „GQ“ coole Karrieretypen oder Promis in stylischen Outfits den Titel zieren, lassen die Sixpack-bepackten Männer am „Men’s Health“-Cover auch uns Frauen mit den Inhalten liebäugeln. Und auch der Playboy, übrigens eines der ältesten Männermagazine im deutschsprachigen Raum, geht es mittlerweile eher züchtig an – obwohl, ganz will man auf Nacktheit dann doch nicht verzichten. Bei der Planung für den ersten OBERÖSTERREICHER gab es für uns vier wichtige Regeln: Nummer 1 – kein Busen! Nummer 2 – ein Oberösterreicher kommt aufs Cover! Nummer 3 – wir machen Inhalt und bitten die spannendsten, interessantesten, coolsten und erfolgreichsten Männer des Landes zum Interview und
Foto: Karin Lohberger
ls wir in der Redaktion beschlossen haben, einen OBERÖSTERREICHER zu machen, haben wir noch am selben Tag mit unseren Recherchen begonnen. Das heißt, wir haben gehirnt, was Männer wollen, was sie antreibt und was ihnen wichtig ist. Wir haben aber auch geforscht, wie andere Blattmacher die Spezies „Mann“ angehen und sind dabei tief in die Vergangenheit eingetaucht. letztendlich Nummer 4: Wir zeigen, was Männern gefällt, was sie attraktiver macht und was ihnen so richtig Spaß macht. Und die Fülle an interessanten Männern, die in ihrem Leben vieles bewegen, die große Unternehmen leiten, Start-ups zu Welterfolgen machen, mit ihren Talenten Produkte erzeugen, die beständig und wertvoll sind, oder mit ihren Kochkünsten das ganze Land einkochen, scheint bei uns in Oberösterreich nahezu grenzenlos. Daher können Sie sich am 19. Jänner 2018 auf den zweiten OBERÖSTERREICHER freuen. PS: Der OBERÖSTERREICHER wurde, was die Redaktion und grafische Gestaltung betrifft, ausschließlich von Frauen gemacht. Viel Freude beim Lesen!
Ihre Ulli Wright Chefredakteurin
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Foto: Paz Stammler
Der nächste OBERÖSTERREICHER erscheint am 19. Jänner 2018.
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Foto: Ochsner Wärmepumpen
Foto: Andreas Röbl
Bernhard Fragner
Foto: Helge und Patrick Kirchberger
INHALT
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Vintage Racing
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Dr. Georg Huemer. Der Schönheitschirurg im Cover-Talk.
Vintage Racing. On the road mit der Meindl-Motorradkollektion.
Karl Ochsner. Der Chef von Ochsner Wärmepumpen über Tradition und Visionen.
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Bernhard Fragner. Rasanter Höhenflug mit der GlobeAir.
Markus Meindl. Der kreative Querdenker im Interview.
Florian Gschwandtner. Der Runtastic-CEO setzt sich für Bildung ein.
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Foto: Heli Mayr
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Flying High
Josef Schachermayer
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Peter Affenzeller
Foto: Andreas Röbl
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Karl Ochsner
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Felix Strauss. Besuch beim Maßschuhmacher in Wels.
Flying High. Trendige Business-Mode für den stylischen Mann.
Philipp Hochmair. Der Schauspieler lebt ein Leben ohne Rhythmus.
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René Schielin. So entsteht ein individueller Maßanzug.
Josef Schachermayer. Im Talk über seine neue Gläser-Serie „Josef“.
Reiselust. Luxuriöse Resorts und Domizile zum Abtauchen.
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PSYCHOLOGE MIT SKALPELL Im Jahr 2007 hat Dozent Dr. Georg Huemer als einer der jüngsten Österreicher die Facharztausbildung zum Plastischen Chirurgen abgeschlossen. Heute zählt der Linzer zu den renommiertesten Schönheitschirurgen des Landes und leitet am Kepler Universitätsklinikum Med Campus III den Bereich Plastische Chirurgie.
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eim Covershooting für den ersten OBERÖSTERREICHER zeigt sich Dozent Dr. Georg Huemer von seiner smarten Seite und kann eine Ähnlichkeit zum kanadischen Schauspieler Keanu Reeves kaum abstreiten. Der gebürtige Linzer ist nicht nur ein exzellenter Chirurg – wer ihn kennt, weiß auch seine kompetente und einfühlsame Art voll und ganz zu schätzen. Seinen Traumberuf Mediziner verfolgt der 40-jährige zweifache Familienvater, der mit einer Hautärztin verheiratet ist, von Kindesbeinen an. Mit viel Ehrgeiz und Leidenschaft hat er dieses Ziel ganz easy erreicht und sich durch seine präzise Arbeitsweise einen Namen als Plastischer Chirurg gemacht. In seiner nagelneuen Privatordination in der Klinik St. Stephan in Wels sind Damen und Herren, die ihr Aussehen optimieren wollen, in den besten Händen. Was viele aber nicht wissen, ist, dass Dr. Georg Huemer als Leiter des Bereiches für Plastische Chirurgie mit seinem Team am Kepler Universitätsklinikum Med Campus III in Linz im Bereich der Rekonstruktiven Chirurgie immer wieder wahre Wunder vollbringt. Erst im Vorjahr nähte er einer Frau, die bei einem Arbeitsunfall regelrecht skalpiert wurde, die Kopfhaut wieder an und auch die Wiederherstellung von abgetrennten Gliedmaßen gehen auf das Konto des erfahrenen Arztes. Im Interview mit dem OBERÖSTERREICHER erzählt der sympathische Mediziner, dass seine Liebe zum Beruf sein Erfolgsgeheimnis ist. Außerdem
verrät er, dass er sich in seiner Freizeit gerne der Aufzucht von Bonsai-Bäumen widmet. Herr Dr. Huemer, was hat Sie dazu bewogen, Medizin zu studieren? Im Prinzip war es meine Mutter, die diese Schiene gelegt hat. Sie hat mein großes Interesse an den Naturwissenschaften erkannt und gefördert. Im Prinzip war mein Weg nie ein anderer, da ich schon während der Schulzeit immer den Wunsch hatte, Medizin zu studieren. Warum haben Sie sich für die Fachrichtung Plastische Chirurgie entschieden? Ich wollte im Bereich der Chirurgie arbeiten, wusste aber nicht, ob es Herzchirurgie oder Plastische Chirurgie sein soll. Am Beginn meines Studiums war die Plastische Chirurgie bei Weitem noch nicht so bekannt wie heute. Im Zuge meines Studiums habe ich diese Fachrichtung dann näher kennengelernt und einen Mentor gefunden, der mich dazu motiviert hat. Welche Voraussetzungen muss ein Plastischer Chirurg mitbringen? Man muss eine Liebe zum Detail haben und sollte feinmotorisch geschickt sein. Außerdem ist es wichtig, dass man ein Auge für Form, Ästhetik und Proportionen hat.
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Text: Ulli Wright Fotos: Heli Mayr Visa: Cambio Beautyacademy / Marlies Pinsker
Durch seine präzise Arbeitsweise hat sich Dr. Georg Huemer Üsterreichweit als Plastischer Chirurg einen Namen gemacht.
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Können Sie sich noch an Ihre erste Operation erinnern? Ja natürlich, meine erste Operation war eine Wundverletzung. Ich habe damals in der Unfallchirurgie zu arbeiten begonnen und in der Ambulanz eine Wunde genäht. Ich war mächtig stolz (lacht). Wie ist das, wenn Sie Menschen gegenübersitzen? Denken Sie sich, hier könnte man etwas richten oder da wäre ein kleines Facelift notwendig? Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt (lacht). Ich schaue mir grundsätzlich Menschen gerne an, aber nicht negativ kritisch, sondern einfach nur, um zu sehen, was an der jeweiligen Person interessant ist. Natürlich kann ich sehr gut einschätzen, was verbesserungstechnisch möglich wäre. Aber ich schaue eher auf das Positive. Sie arbeiten seit gut 15 Jahren als Plastischer Chirurg. Was hat sich in dieser Zeit am Markt bzw. in der Gesellschaft verändert? Die Rekonstruktive Chirurgie ist immer noch ein bisschen im Dornröschenschlaf. Das ist schade. Im Bereich der Ästhetik hat sich hingegen im Prinzip alles verändert. Das beginnt bei der Akzeptanz und reicht bis hin zur Nachfrage. Worin liegen die Unterschiede zwischen Rekonstruktiver und Ästhetischer Chirurgie? Rekonstruktiv bedeutet immer, dass ein Eingriff nach einer Tumoroperation, einer Verletzung oder einer angeborenen Fehlstellung medizinisch notwendig ist. Bei der Ästhetik hingegen wird immer ein nicht lebensnotwendiges Problem verbessert. Das eine kommt aber ohne das andere nicht aus. Die Ästhetik befruchtet die Rekonstruktion und umgekehrt. Ein sehr guter Rekonstruktiver Chirurg wird auch im ästhetischen Bereich gut arbeiten, weil er das Handwerk beherrscht. Nicht umsonst haben die großen Namen in der Ästhetischen Chirurgie alle in der Rekonstruktiven Chirurgie zu arbeiten begonnen. Gegenwärtig achten auch Männer
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In Sachen Penisverlängerung wird viel Scharlatanerie betrieben. Eine echte Penisverlängerung gibt es bisher nicht, da der Schwellkörper nicht verlängert werden kann.
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viel mehr auf ihr Aussehen... Natürlich kommen auch Männer zu mir in die Praxis. Man muss aber zugeben, dass die Herren, was ästhetische Behandlungen betrifft, noch sehr zögerlich sind. Ich würde sagen, das Verhältnis zwischen Frau und Mann ist immer noch 90 zu zehn. Wie würden Sie aktuell das Schönheitsideal beim Mann beschreiben? Ein athletischer, trainierter und Gesundheit ausstrahlender Körper liegt absolut im Trend. Die hypermuskulöse Phase à la Arnold Schwarzenegger in den 90er-Jahren ist vorbei und auch das „Sich-gehen-Lassen“ ist komplett out.
echte Penisverlängerung gibt es bisher nicht. Man kann den Penis nur im nicht-erigierten Zustand verlängern oder verdicken. Den Schwellkörper kann man derzeit nicht verlängern.
Mit welchen Wünschen kommen Männer zu Ihnen? Im nicht-operativen Bereich steht bei den Männern wie auch bei den Frauen die Faltenbehandlung ganz oben auf der Wunschliste. Es gibt aber auch Männer, die sich die Lippen konturieren lassen. In Sachen Schönheitsoperationen will Mann am ehesten eine Fettabsaugung oder eine Nasen- bzw. Lidkorrektur.
Und womit haben Frauen in Sachen Aussehen am meisten zu kämpfen? Bei Frauen fast jeder Altersgruppe steht nach wie vor die Brust absolut im Mittelpunkt. Gleich danach ist auch die Nase immer ein Thema und im nichtoperativen Bereich die Faltenmilderung durch Botox und Hyaluron.
Der Penis ist der Inbegriff der Männlichkeit. Gibt es viele Männer, die den Penis durch eine Operation verlängern lassen wollen? Dass sich Frauen ihre Brüste verschönern lassen, ist heute schon gang und gäbe. Die Nachfrage nach Penisverlängerungen beim Mann wäre sicher auch gewaltig, aber dieses Thema wird sehr stark tabuisiert. Man muss sagen, dass hier leider sehr viel Scharlatanerie betrieben wird, denn eine
Was tun, wenn eine Patientin oder ein Patient mit dem Ergebnis der Schönheitsoperation nicht zufrieden ist? Kommt das häufig vor? Eine Schönheitsoperation ist natürlich schon eine sehr fixe Geschichte. Man kann allerdings die gewünschten Änderungen im Vorfeld sehr gut besprechen. Aber natürlich gibt es
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auch immer wieder einen kleinen Prozentsatz, wo das Ergebnis objektiv zwar gut ist, jedoch den Erwartungen der Patientin oder des Patienten nicht entspricht. Hier ist es wichtig, diesen Prozentsatz von Haus aus so gering wie möglich zu halten. Und sollte es einmal überhaupt nicht passen, kann man eine Korrektur vornehmen. In einer Fernseh-Reportage habe ich gesehen, wie Sie die Replantation eines Zeigefingers durchführen. Im Vorjahr haben Sie einer Frau, die sich bei einem Arbeitsunfall skalpiert hat, die Kopfhaut wieder angenäht. Was war für Sie bisher im Bereich der Rekonstruktiven Chirurgie die größte Herausforderung? Die Mikrochirurgie, also das Verpflanzen von Gewebe, ist mit Sicherheit die Königsdisziplin in der Plastischen Chirurgie. Dieser Teil meiner Arbeit ist nach wie vor eine große Leidenschaft, weil man dabei sehr gute Erfolge erzielen kann. Die Wiederherstellung eines abgetrennten Fingers oder die Amputation der Kopfhaut sind medizinische Fälle, die man in Österreich als Chirurg sehr selten machen kann. Und da ist es natürlich eine große Freude, wenn es Patienten nach so einem Eingriff
wieder gut geht. Auch wenn ich bei Kindern etwas Gutes bewegen kann, ist das sehr zufriedenstellend. Bei derartigen Notfällen braucht man sicher starke Nerven und viel Einfühlungsvermögen? Die Bezeichnung „Psychologe mit Skalpell“ kommt nicht von irgendwoher. Es ist ganz klar, dass man als Arzt auf die Patienten sehr gut eingehen muss. In meinem Bereich spielt die Psyche natürlich eine sehr große Rolle. Aber wenn man seinen Job liebt, dann ist man automatisch gut und macht ihn mit Leidenschaft. Seit 2008 sind Sie Leiter der Plastischen Chirurgie im Kepler Universitätsklinikum Med Campus III in Linz, sie betreiben zwei Privatordinationen in Linz und in Wels, haben an die 100 wissenschaftliche Artikel publiziert und sind darüber hinaus wissenschaftlicher Leiter des Mi-
krochirurgischen Ausbildungs- und Trainings-Zentrums mit Sitz in Linz. Wie bringen Sie all das unter einen Hut? Es ist kein 40- oder 50-Stunden-Job, man ist im Prinzip mit dem Kopf rund um die Uhr in der Arbeit. Zum Glück habe ich zwei große Stützen: Das ist im privaten Bereich meine Familie, die mich unterstützt und meinen Job voll und ganz akzeptiert. Außerdem habe ich beruflich gesehen ein sehr gutes Team an meiner Seite. Sonst würde es sicher schwierig werden. Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht beruflich eingespannt sind? Zeit mit der Familie verbringen. Wenn ich frei habe, stehen meine Kinder ganz oben auf der Prioritätenliste. Außerdem beschäftige ich mich irrsinnig gern mit Bonsai und japanischer Gartenkunst. Dieses Hobby hat sich allerdings, seit meine Kinder auf
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Das größte Kompliment ist für Dr. Georg Huemer, wenn ihn Patienten weiterempfehlen.
der Welt sind, ein bisschen reduziert. Auch das Reisen mag ich, und wenn ich dann mal unterwegs bin, dann steht Tauchen am Programm. Ihre Frau ist Hautärztin in Linz. Ist die Medizin auch bei Ihnen zuhause ein Thema? Ja sicher, denn man hat einen Ansprechpartner, der einen versteht und genau weiß, wie der Hase läuft. Da kommt es schon mal vor, dass man Dampf ablässt. Aber ich bin jetzt schon lange mit meiner Frau zusammen und die Medizin ist bei Weitem nicht mehr unser Hauptthema. Tendieren Ihre Kinder auch schon in Richtung Medizin? Das ist noch ein bisschen früh (lacht). Wenn, dann schlägt eher mein Sohn in diese Richtung. Er möchte immer Operationsvideos von mir anschauen. Wie wichtig ist es für Sie persönlich, gut auszusehen? Ich empfinde es als meine Verpflichtung, ein gewisses Erscheinungsbild zu haben. Ich kann ja nicht etwas verkaufen, was ich letztendlich nicht repräsentiere. Mir ist wichtig, dass ich ein gepflegtes Auftreten habe. Klar schmeckt mir gutes Essen, aber ich versuche, auf meinen Körper zu achten. Leider habe ich nicht genug Zeit, um ausreichend Sport zu treiben. Würden Sie der Natur nachhelfen? Und wenn ja, wer dürfte bei Ihnen Korrekturen machen? Was die Falten betrifft, so ist es immer gut, wenn man etwas macht. Operativ wurde noch nicht Hand angelegt bei mir (lacht). Das ist natürlich ein heikles Thema, da müsste ich sehr genau überlegen, wen ich ranlassen würde.
„Ich möchte nachhaltig etwas bewirken und der Plastischen Chirurgie meinen Stempel aufdrücken!“
Wenn Sie nicht Arzt geworden wären, was hätten Sie dann gemacht? Diese Überlegung hat sich mir nie gestellt. Aber es gibt viele interessante Berufe in der Wirtschaft, die mir sicher auch gefallen würden. Es müsste zumindest immer etwas sein, wo ich etwas bewegen kann. Was motiviert Sie? Es ist mir wichtig, eine gute Arbeit abzuliefern, damit die Patienten zufrieden sind. Ich freue mich auch immer sehr, wenn mich jemand weiterempfohlen hat, das ist ein großes Kompliment. Ich möchte nachhaltig etwas bewirken und der Plastischen Chirurgie meinen Stem-
pel aufdrücken, der dann auch länger währt. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie? Im Kepler Universitätsklinikum Med Campus III bin ich Leiter von einem Team aus drei Ärzten. In meiner Ordination beschäftige ich drei Angestellte. Was ist Ihnen als Chef wichtig? Ich bin ein sehr weicher Chef, das können meine Mitarbeiter sicher bestätigen. Ich bin keiner, der auf den Tisch haut, und setze von meinem Team viel Eigenverantwortung voraus. Da wir alle Ärzte sind, ist das
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Die moderne Privatpraxis von Dr. Huemer in der Klinik St. Stephan in Wels
gegeben, wir wollen immerhin alle etwas erreichen. Was gefällt Ihnen an Ihrem Job? Dass man Menschen glücklich und zufrieden machen kann. In allen anderen Bereichen der Medizin geht man zum Arzt, weil man krank ist. Zu mir kommen die Patienten gerne, weil sie sich eine Verbesserung erwarten. Was zeichnet Sie aus? Ich habe an mich selbst den Anspruch, der Beste zu sein, und genau dieser Anspruch kommt mei-
nen Patienten zugute. Außerdem habe ich eine große Liebe zum Detail. Ich will bei jeder Operation oder Behandlung das Beste abliefern. Kommt es auch vor, dass Sie im ästhetischen Bereich Kunden nicht behandeln? Ja, das kommt auch vor. Grundsätzlich muss im Rahmen einer ästhetischen Behandlung am Ende immer eine Verbesserung rausschauen. Wenn ich einen Zustand von 20 Prozent habe und auf 80 Prozent komme, dann habe ich eine wahnsinnige Verbesserung. Wenn ich aber 90 Prozent gutes Aussehen habe und das verbessern möchte, ist
die Chance, dass es gleich bleibt oder sogar schlechter wird, groß. Wenn es zum Beispiel um Zeichen der Hautalterung geht, sage ich den Patienten klipp und klar, dass sie mit einer Behandlung oder einem Eingriff noch warten sollen. Verraten Sie uns abschließend noch die aktuellen Trends im Beautysektor? Es gibt immer wieder lustige Zeitungsartikel über Rippenentfernungen oder Po-Aufpolsterungen. Die Österreicher sind, was das anbelangt, noch sehr konservativ, und das ist gut so, denn man soll auf keinen Fall auf jeden Trend aufspringen. Vor allem bei Behandlungen mit diversen Maschinen muss man sehr aufpassen, weil sie keine hohe Effektivität haben. Am besten ist immer noch, wenn das Altbewährte gut gemacht ist. Ganz neue Trends gilt es abzuwarten, bis sie sich wirklich etabliert haben.
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Kompetent und sympathisch: Dr. Georg Huemer im Interview mit Chefredakteurin Ulli Wright
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Text: Maria Russ Fotos: Andreas Röbl, GlobeAir
„WIR SIND DIE ZEITMASCHINE FÜR DEN KUNDEN“ Bernhard Fragner ist ein Meister der Lüfte und trotzdem am Boden geblieben. Seit 2007 ist der Geschäftsführer der Privatjet-Airline GlobeAir mit Firmensitz in Hörsching erfolgreich im FlugBusiness unterwegs. Wir haben den sympathischen Geschäftsmann zum beflügelnden Talk getroffen.
A
m Nachmittag ein Business-Meeting in London absolvieren und abends wieder pünktlich zur Gutenachtgeschichte zuhause, 1.500 Kilometer entfernt, bei den Kindern sein; sich trotz des vollen Terminkalenders einen Kurztrip zum Formel 1-Rennen in Zeltweg gönnen; vom Büro in Wien zur Sommerresidenz in St. Tropez und zurück jetten – wer das nötige Kleingeld hat, kann sich diesen Luxus leisten: Zeit. Mit dem Geschäftsmodell, dem Kunden nicht bloß Flüge, sondern durch flexible Abflugzeiten mehr Zeit und damit ein Stück Lebensqualität zu verkaufen, hat GlobeAir-Gründer Bernhard Fragner eine Nische besetzt. Und der Erfolg gibt ihm recht: Dem smarten Geschäftsmann ist es gelungen, GlobeAir zum führenden Privatjet-Betreiber Europas auszubauen.
Herr Fragner, seit wann gibt es GlobeAir und wie ist die Idee dazu entstanden? GlobeAir wurde im April 2007 gegründet. Das erste Flugzeug wurde im März des darauffolgenden Jahres aus Amerika angeliefert, und im September 2008 bekamen wir die Genehmigung als Luftfahrtunternehmen – zu dem Zeitpunkt hatten wir drei Flugzeuge. Der erste verkaufte Flug fand dann am 15. September 2008 statt. Die Idee hinter der Gründung von GlobeAir war, Geschäftsmännern zu mehr Zeit und so zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Als Geschäftsmann verbringt man oft wahnsinnig viel Zeit im Auto, fährt weite Strecken, oft nur für kurze Meetings. Ich selbst war davon betroffen, als ich vor GlobeAir als Maschinenbauingenieur beruflich sehr viel im Osten unterwegs war. Da ich zu dem Zeitpunkt auch den Privatpiloten-
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schein hatte, ist irgendwann die Idee gereift, mein Hobby und meine Passion zum Beruf zu machen. Als ich einen Investor gefunden hatte, ist es 2007 so richtig losgegangen.
GlobeAir-Geschäftsführer Bernhard Fragner vor einem der Jets
Warum haben Sie sich bei der Firmengründung für Hörsching als Firmenstandort entschieden? Ich komme aus Kremsmünster und habe somit persönliche Wurzeln in Oberösterreich. Unser Bundesland hat die höchsten Exportquoten, die Dichte an exportorientierten Unternehmen ist riesig. Es schien mir naheliegend, dass hier der Bedarf nach dem Service, das wir anbieten, groß ist. Wenn ich heute nochmals starten könnte, bin ich allerdings nicht sicher, ob ich wieder einen Standort in Oberösterreich wählen würde. Es gibt hier Hürden zu nehmen, vor allem in der Suche von Mitarbeitern, da der Arbeitsmarkt ausgetrocknet ist. Wir suchen Mitarbeiter aus ganz Europa, und es ist es gar nicht so einfach, Menschen zu motivieren, nach Linz zu kommen. (lacht) Aber Hörsching hat natür-
lich auch viele Vorteile, etwa die bereits erwähnte Kundennähe. Zudem haben wir, da wir abseits der „High Spots“ sind, besonders loyale Mitarbeiter. Welche Destinationen fliegt GlobeAir an? Wir fliegen ganz Europa an – im geografischen Sinn, also auch Israel, Zypern und in die Türkei, wobei das Business dort stark zurückgegangen ist aufgrund der politischen Entwicklungen. Wir waren auch sehr aktiv in Nordafrika, in Tunesien und Libyen, durch den Arabischen Frühling ist der Markt jedoch zusammengebrochen. Was unterscheidet GlobeAir von anderen Privatjet-Betreibern? Ganz klar das Service. Das sagt schon die Message: „Wir verkaufen Zeit, keine Flüge.“ Wir sind einer der wenigen Privatflug-Anbieter, die eine Rund-umdie-Uhr-Kundenbetreuung haben. Das bedeutet: Wir sprechen die Sprache unseres Kunden, wir holen ihn auf Wunsch von zuhause ab, das heißt bestellen Taxis für den Kunden. Wir wissen permanent, was jeder Flieger macht, was den Vorteil für den Kunden hat, dass es keine unangenehmen Wartezeiten gibt. Wenn sich etwa bei extremem Rückenwind die Ankunftszeit etwas nach vorne verschiebt, organisieren wir den Abholdienst so, dass der Kunde nicht warten muss. Wir organisieren auch Leihautos, die direkt beim Flugzeug für den Kunden bereitstehen. So kann dieser innerhalb von fünf Minuten den Flughafen verlassen. Diese Kleinigkeiten machen es aus und sind der Grund dafür, dass unsere Kunden immer wieder buchen. Die Verbleibquote Ihrer Kunden ist also hoch? Unsere Wiederbuchungsrate liegt bei 99 Prozent. Wir möchten einen Kunden einmal haben, dann schaffen wir es, dass er bestimmt wieder bei uns bucht. Das Unternehmen betreibt mit 16 Stück die weltweit größte Flotte von Cessna Citation Mustang Jets. Was ist so besonders an diesen Flugzeugen? Die Citation Mustang ist ein kleines Flugzeug, mit
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Unsere Kunden haben einen gemeinsamen Nenner, und das ist ein dichter Terminkalender.
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dem maximal vier Passagiere reisen können. Wenn man bedenkt, dass 85 Prozent der Geschäftsreisenden alleine oder zu zweit fliegen, sind nur kleine Flugzeuge rentabel. Die Cessna Citation ist zurzeit außerdem von allen Jets der leiseste. Und sie ist sehr wirtschaftlich, was z.B. den Treibstoffverbrauch betrifft. Ein weiterer Riesenvorteil ist, dass unsere Jets auf sehr kurzen Landebahnen starten und landen können. Dadurch können wir auf 1.200 Flugplätze in Europa – von insgesamt rund 1.500 – zugreifen.
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Wie viele Flüge Führt GlobeAir im Jahr durch? 2016 waren es 7.800 Flüge. 2017 werden es in etwa 11.000 Flüge und 18.000 bis 20.000 Passagiere sein. Zu Spitzenzeiten machen wir 80 bis 90 Flüge am Tag. Wie sieht es mit der Instandhaltung der Flugzeuge aus? Ist GlobeAir selbst dafür verantwortlich? Wir haben früh erkannt, dass die firmeninterne Instandhaltung und Wartung wesentlich ist. Man hat nicht so viel Zeit wie beim Auto, wo man für einen Servicetermin zwei oder drei Wochen warten kann. Bei Flugzeugen gibt es ganz strenge Intervalle. Seit 2011 haben wir unseren eigenen Wartungsbetrieb mit sieben lizensierten Flugzeugtechnikern hier am Flughafen Hörsching. Sie sind auch selbst begeisterter Pilot. Wie oft fliegen Sie? Momentan fliege ich nur mehr zwei bis drei Tage im Monat. Ich bilde auch selbst Linienpiloten aus und nehme Prüfungen ab. Ich habe mir das Fliegen
kurz nach dem Studieren angeeignet, wollte eigentlich immer Pilot werden, aber mein Vater hat gesagt, ich soll etwas Anständiges lernen. (lacht) Ich finde es wichtig, das Handwerk zu kennen und nicht nur abstrahiert in der Helikoptersicht zu arbeiten. Wie sind Sie als C Europas Airlines haben seit vielen Jahren Probleme, den meisten Fluglinien weltweit geht es finanziell mäßig bis schlecht. Ist GlobeAir von dieser Krise ausgenommen? Ja, wir profitieren sogar davon. Airlines müssen aufgrund des wirtschaftlichen Drucks unprofitable Strecken ausdünnen. Linz ist ein gutes Beispiel: Es besteht täglich Bedarf, von Linz nach Zürich zu fliegen, aber nicht von 30 oder 50 Personen. Davon profitieren wir mit unseren viersitzigen Jets. Ein weiterer Faktor ist die Zuverlässigkeit: Streiks auf Flughäfen betreffen uns nicht. Und auch das Thema Sicherheit spielt eine Rolle. Es ist makaber, aber wir profitieren sogar vom Terror.
Wer sind Ihre Kunden? Unsere Kundengruppe – größtenteils Führungspersönlichkeiten, Spitzensportler und Schauspieler – hat einen gemeinsamen Nenner, und das ist ein dichter Terminkalender. Wir sehen es als unseren Auftrag, unseren Kunden mehr Zeit und damit Lebensqualität zu geben. Wir verkaufen ein PremiumLifestyleprodukt. Zu unseren Kunden zählen beispielsweise fast alle Formel 1-Fahrer oder David Garrett, aber der Großteil sind Unternehmer.
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Jung, schnell, sexy: Formel 1-Fahrer Nico Hülkenberg repräsentiert die Marke GlobeAir perfekt.
Wie viel kostet ein GobeAir-Flug von Linz nach London? Wenn Sie in der Früh nach London fliegen und am Abend wieder retour, kostet das in etwa 7.500 Euro. Das ist der Preis für vier Personen. Meistens fliegen unsere Kunden aber alleine. Für Unternehmer, die um zehn Uhr vormittags ein Meeting haben, das eine Stunde dauert, ist das optimal – sie sitzen um 14 Uhr wieder in ihrem Büro. Wirtschaftlich ist das außer jeder Diskussion. Die Zeitersparnis wiegt die Kosten auf. Wie funktioniert die Kundenakquirierung und welche Rolle spielen dabei die Social Media? Das läuft bei uns sehr „old school“ über die Kaltakquise: Wir werden bei Unternehmen vorstellig. Google hilft uns auch sehr, wir haben viel in Google-Kampagnen investiert. Außerdem legen wir Wert auf eine starke Social Media-Präsenz. Da die Social Media-Arbeit viel Zeit verschlingt und halb mitmachen nicht geht, haben wir eine eigene Inhouse-Online-Abteilung aufgebaut. Außerdem gibt es auf unserer Webseite einen Online-Chat, der extrem effektiv ist. Seit gut zwei Jahren haben wir auch ein sehr erfolgreiches Sponsoring mit dem Formel 1-Fahrer Nico Hülkenberg, der unser Markenbotschafter ist. Was sind die Lieblingsdestinationen Ihrer Kunden im Sommer? Es gibt ganz klassische Sommerziele. Ein Trendziel ist etwa Palma, Ibiza – viele Deutsche und Österreicher haben dort in Immobilien investiert. Eine andere Lieblingsdestination unserer Kunden ist die Côte d‘Azur – St. Tropez, Cannes, Nizza – und Olbia, Sardinien. Unser stärkster Markt übers Jahr gesehen ist aber Genf, London und Paris. Wie sind Sie als Chef? Wir sind von einem Sechs-Mann-Betrieb in relativ
Jeder Jet anders: feinstes Leder in verschiedenen Farben und Designs
kurzer Zeit zu einem Unternehmen mit derzeit 122 Mitarbeitern – 76 davon Piloten – gewachsen. Da ist man sehr gefordert. Ich versuche, meine Rolle auf den Moderator zu reduzieren, sehe mich als derjenige, der die Leitplanken links und rechts setzt – wobei ich mich immer wieder dabei ertappe, dass ich in alte Muster zurückfalle und MicroManaging mache, mich um jedes kleine Detail kümmere. (lacht) Ich glaube schon, dass ich sehr fordernd bin, denn am Ende des Tages sind wir zahlengetrieben und müssen Ergebnisse wirtschaften. Ich bin aber ein großer Fan von Teams, die eigene Stärken und Fähigkeiten entwickeln können. Es klingt klischeehaft, aber man muss
Vertrauen in die Mitarbeiter haben. Es gibt eine sehr offene Kultur bei uns, wir bilanzieren jeden Monat und kommunizieren die Bilanzen im Team. Jedes Teammitglied weiß immer, wo wir stehen. Man darf nie in die Falle laufen, sich zurückzulehnen und zu sagen, es läuft eh alles, verweilen wir also im Status quo. Wie wird sich GlobeAir weiterentwickeln? Gibt es Wachstumspotenzial? Mittelfristig ist es unser Ziel, dass wir auf 25 Flugzeuge wachsen. Aber das muss der Markt bestimmen. Und wir haben die große Vision, dass wir irgendwann an die Börse gehen...
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AUCH BEIM BRAUEN GEHEN WIR UNSEREN EIGENEN WEG. Mit Naturhopfen gebraut. Seit 1858.
Was macht ein Glas Zipfer eigentlich so „urtypisch“? Das Geheimnis liegt in der urtypischen Art, wie wir unser Bier brauen: Als einzige Brauerei Österreichs verwendet Zipfer seit 1858 Naturhopfen anstelle von Hopfen-Pellets oder -Extrakt. Einfacher oder praktischer ist das zwar nicht. Doch der einzigartige Charakter unseres Bieres ist es wert, diese ursprüngliche Braukultur zu bewahren. Und man schmeckt sie auch – in jedem Glas heller Freude: die eigene, urtypisch frische Naturhopfennote. Der eigene Weg ist eben immer der urtypische.
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Markus Meindl himself trägt das Modell „Rebell“ aus Känguruleder.
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VINTAGE RACING Die neue Motorradkollektion des Lederlabels Meindl verkรถrpert das Sinnbild der Cafe Racer der 60er-Jahre. Markus Meindl & friends on the road tragen die Statement-Teile im Vintage-Look am liebsten selbst und machen auf ihren Roadtrips von Mexiko bis Salzburg die Straร en unsicher. Text: Rebecca Mayr Fotos: Helge und Patrick Kirchberger
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SZENEN-ELEMENT: Die „nine T“ von BMW wurde von Nic Nagel umgebaut.
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Frank Diehl auf seiner BMW R 60R customized von „NCT Motorcycle“ .
Rechts im Bild: Roland Düringer trägt die Lederjacke „Legendary“ aus Känguruleder auf seiner BMW R 100RS von „NCT Motorcycle“.
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Alex Moropulo auf der „ducati scrambler“ in der Känguru-Lederjacke „Race“.
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BMW R 100RS von „NCT Motorcycle“
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Jedes Modell der Vintage-Racing-Kollektion gibt es auch für begeisterte Bikerinnen.
Vintage pur verkörpert das Modell „Race“ aus Hirschleder.
Die „nine T“ von BMW wurde von Nic Nagel umgebaut.
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Mitte: Frank Diehl auf seiner BMW R 60R customized von „NCT Motorcycle“ .
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LEDER MUSS LEBEN Markus Meindl steht in elfter Generation an der Spitze der Lederbekleidungsfirma Meindl Fashion. Von der traditionellen Lederhose bis hin zur Motorradjacke scheint die Kreativität des Querdenkers grenzenlos. Text: Rebecca Mayr Fotos: Stefan Beiganz
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er würzige Geruch nach Leder, die vielen Bilder an den modernen Fellwänden und ein gigantischer Elch im neuen Showroom – das authentische Ambiente am Meindl-Standort im bayerischen Kirchanschöring verspricht Qualität, Innovation und Stil. Mit aufgeknöpftem Hemd, hochgekrempelten Ärmeln und in Lederhose führt uns Firmenchef Markus Meindl durch sein Unternehmen. Mit uneingeschränktem Qualitätsanspruch, Sensibilität für neue Trends und viel Charme leitet er die Firma Meindl ohne Kompromisse. Im Interview über seine Motorradkollektion verrät Markus Meindl dem OBERÖSTERREICHER, warum auch er einmal „Nein“ sagt und dass Customizing eine große Zukunft haben wird.
Herr Meindl, wofür steht Ihre Marke? Die Marke Meindl steht für ganz besondere Werte, die im Laufe der Jahrzehnte hier in Bayern erarbeitet worden sind. Das sind Authentizität und Qualität. Aber wir stehen auch dafür, dass wir Produkte herstellen, die eine lange Lebenszeit haben. Am Ende des Tages ist uns wichtig, dass die Marke Meindl auch Modernität in sich hat. Wie wichtig war es für Sie, in der Firma aufzuwachsen? Das war ganz wichtig, weil ich schon sehr früh erleben durfte, wie die Marke funktioniert. Ich habe von Beginn an in der Firma mitgearbeitet und konnte schon früh Entscheidungen treffen. Wollten Sie schon immer ins Familienunternehmen einsteigen? Ja, das war eigentlich schnell klar. Es war nie ein Druck da, aber das Handwerkliche hat mich interessiert und fasziniert. Durch unsere Arbeit können wir Produkte herstellen, die den Leuten viel Spaß bereiten.
Ihre 120 Mitarbeiter produzieren ausschließlich in Deutschland und Südosteuropa. Wie wichtig ist es, diese Regionalität und Nähe beizubehalten? Das ist unser Grundprinzip. Wir arbeiten schon seit vielen Jahrzehnten eng mit unseren Partnern und Produktionen in den angrenzenden osteuropäischen Ländern zusammen. Dadurch können wir den Standort Deutschland sichern. Das eine geht ohne das andere nicht. Ohne unsere Produktionen in Ungarn, aber auch in Kroatien, könnten wir die erforderliche Menge in der bewährten Qualität nicht produzieren. Zum einen bieten wir jungen Menschen hier in Bayern einen Ausbildungsplatz. Zum anderen bilden wir unsere Leute auch an den Produktionsstandorten aus und holen sie dann nach Deutschland. Es ist nicht mehr so einfach wie früher, hierzulande Mitarbeiter zu finden. Viele Unternehmen, die ihre europäischen bzw. deutschen Standorte aufgegeben haben, merken heute, dass Know-how nicht käuflich ist. Know-how musst du dir erarbeiten und auch transportieren. Es ist eines der wichtigsten Prinzipien unserer Marke, dass wir hier in Kirchanschöring vom Design über die Entwicklung bis hin zur Produktion ein
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Es muss mit den gleichen Werten besetzt sein wie wir. Das sind Nachhaltigkeit, Langfristigkeit und Produktqualität. Es muss einfach alles stimmen, damit wir uns auf eine Kooperation einlassen.
„Wir nehmen uns den Luxus, auch einmal Nein zu sagen.“
vollstufiges Unternehmen haben. Da wir mit regionalen Gerbereien zusammenarbeiten, haben wir kurze Wege. Warum hat Tracht in Österreich und Bayern Zukunft? Weil die Tracht mit Werten besetzt ist, die in der heutigen Zeit relativ selten sind. Sie vermittelt Sicherheit und Langlebigkeit. Die Leute schätzen es mittlerweile wieder, etwas zu kaufen, von dem sie längere Zeit etwas haben. Und sie sind auch bereit, für diese Werte Geld auszugeben.
War für Sie Massenproduktion jemals ein Thema? Nein, das würden wir niemals machen. Das interessiert uns nicht und daher haben wir auch schon das eine oder andere Mal zu Aufträgen „Nein“ gesagt. Was ist das Besondere am Material Leder? Es ist zeitlos. Leder ist das älteste Material, das für Bekleidung verwendet wurde und es wird im Laufe der Zeit auch immer besser. Viele Dinge sind nicht mehr schön, wenn sie abgewetzt oder speckig sind. Aber eine Lederhose oder Lederjacke wird erst dadurch richtig cool. Was muss ein Produkt bzw. eine Marke haben, damit Ihrerseits eine Zusammenarbeit zustande kommt?
Foto: Helge und Patrick Kirchberger
Wie hat sich die Branche in den letzten Jahrzehnten verändert? Es ist alles viel zu viel geworden. Das ist mittlerweile eines der Hauptprobleme im gesamten Bekleidungsbereich. Dadurch gehen die Wertigkeiten verloren und es entsteht eine Schnelllebigkeit, die eigentlich gar nicht unseren Grundwerten und unserem Grunddenken entspricht.
Sie nähen seit 2003 auch Motorradbekleidung für BMW. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? BMW hat immer schon kompetente Partner für die Entwicklung und Fertigung von Motorradbekleidung gesucht, und wir wussten, dass wir das können. Heute sind wir sicher einer der wichtigsten Partner und haben eine langjährige Erfahrung und Kompetenz, was Verarbeitung, Sicherheit und Design im Bereich Motorradbekleidung betrifft. Was hat Sie bei der neuen Meindl Motorrad-Kollektion inspiriert? Die Kollektion läuft unter dem Thema „Vintage Racing“. Das Design ist an die Zeit der „Cafe Racer“ aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren angelehnt. Damals sind die ersten Rennmopeds auf die Straße gekommen. Und aus diesem Thema heraus versuchten wir uns inspirieren zu lassen und die Kollektion den Sicherheitsfaktoren der heutigen Zeit anzupassen. Unsere Motorradbekleidung wird immer mit den notwendigen Protektoren versehen. Auf das Moped sollte man sich nur mit dem bestmöglichen Schutz setzen. Motorradfahren ist und bleibt gefährlich. Wenn man auf die Schnauze fällt, dann sollte es möglichst wenig weh tun. Das geht nur mit dem richtigen Schutz. Sind Sie schon mal gestürzt? Ja, mit 16 Jahren bin ich bei uns am Bauernhof ohne Schuhe und oberkörperfrei die Sandstraße entlanggefahren. Meine Schwester hat ein Seil gespannt, um ihre Pferde von der einen auf die andere Seite zu treiben. Ich habe das nicht gesehen und bin mit 40 km/h reingefahren und gestürzt. Ich weiß also, wie weh das tun kann. Daher ist für mich klar: Auf das Moped setze ich mich nur mit Funktionskleidung! Die Bilder von unserem Shooting (ab Seite 26) erinnern an die Zeit der „Cafe Racer“. Warum lebt dieser Trend wieder auf? Es gibt heute einerseits einen Massenmarkt, der in allen Bereichen relativ stagniert, und dann gibt es den Trend, dass jeder etwas Personalisiertes haben möchte. Etwas, wo man seine eigenen Gedanken miteinbringen kann. Diesbezüglich hat sich im Motorradbereich in den letzten sechs bis acht Jahren das „Customizing“ sehr stark herausgebildet. Zu Beginn hat man alte Mopeds wiederbelebt und nach seinem Geschmack umgebaut. Dieser Trend entwickelt sich jetzt weiter. Woran erkennt man das? Auch große Hersteller wie zum Beispiel BMW oder Ducati greifen diese Themen auf und bringen Modelle wie die „nine T“ bei BMW auf den Markt, die man selbst customizen kann. Schon beim Design entscheidet man individuell, welche Elemente man haben möchte. Dann gibt es noch einen Customi-
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zing-Market für Bastler und Schrauber. Ein gutes Beispiel ist Nic Nagel aus Garmisch-Partenkirchen. Er hat die „nine T“ vom Shooting gebaut. Auf Kundenwunsch wird das Bike technisch auf den neuesten Stand gebracht. Auch bei der Optik können eigene Vorstellungen eingebracht werden. Das sind keine Rennbikes, sondern eher coole Bikes, mit denen man durch die Stadt oder auf Bergstraßen fahren kann. Es ist auch nicht die klassische Tourenmaschine, sondern eher eine, mit der man ein paar Stunden am See oder auf einen Kaffee fährt. Passend dazu haben wir unsere „Vintage Racing“Kollektion aufgebaut. Die verschiedenen Modelle für Frauen und Männer sind funktionell und haben einen coolen Look. Die Kollektion gibt es bei uns in Kirchanschöring und bei einem Partner in Zürich. Welche Materialien werden für die Motorradbekleidung verwendet? Für die „Vintage Racing“-Kollektion werden zwei verschiedene Leder verwendet. Das eine ist sämisch gegerbtes Hirschleder und das andere ist vegetabil gegerbtes Känguruleder. Känguru hat die besten Abriebwerte, die es gibt. Die MotoGP™-Profis fahren heute alle mit Känguru-Leder, weil es das widerstandsfähigste Material ist. Es kommt aus Australien und wird in Italien gegerbt und gefärbt. Kunststoffmaterialien werden für die Sicherheit direkt eingearbeitet. Wie kann der Kunde zu Hause seine Motorradbekleidung reinigen bzw. pflegen? Was gilt es dabei zu beachten?
Eine Lederjacke braucht man nicht reinigen. Es ist noch nie eine Lederjacke schöner geworden, nachdem man sie in die Reinigung gegeben hat. Aber wenn man sie reinigen will, kann man sie sogar in die Waschmaschine geben. Mit dem Wollwaschgang/Feinwäsche passiert sicher nichts. Man kann aber auch ein paar Stunden im Regen wandern, dann ist sie auch wieder sauber. Es ist Leder, es muss leben. Welches Modell aus der Kollektion ist Ihr persönlicher Favorit und warum? Es gibt keinen Favoriten und es gibt lauter Favoriten. Es sind alles Modelle, die ich selber entwickelt und designt habe. Von dem her stehe ich hundertprozentig zu allen Teilen. Jedes Stück hat andere optische Details. Das eine ist ein bisschen lauter, das andere ein bisschen ruhiger bzw. ein bisschen länger oder kürzer. Kann man auch Ihre Kollektion customizen? Ja, natürlich. Auf Wunsch kann man die Teile mit Sternen, seiner Lieblingszahl, Buchstaben, Wappen usw. schmücken. Da gibt es tausende Möglichkeiten und Spielereien. Am Ende des Tages kann man sich seine eigene Jacke machen lassen.
Ist diese Art der Fertigung ein Trend? Ja, da bin ich mir ganz sicher. Im Trachtenbereich ist das Customizing sowieso eine unserer Stärken. Wir haben sehr viele Modelle, die wir bis zu einem gewissen Punkt individuell für unsere Kunden fertigen. Es gibt allerdings klare Designregeln. Wenn zum Beispiel jemand einen Totenkopf auf seine Lederhose haben möchte, hat er Pech gehabt, das machen wir nicht. Das ist eine ganz klare Regel von uns. Sind Sie selbst auch ein begeisterter Motorradfahrer? Das Erste, was ich an meinem 18. Geburtstag gemacht habe, war, meine „XT“ zu kaufen, die ich heute noch habe. Motorradfahren ist bis heute eine meiner großen Leidenschaften. Welches Motorrad fahren Sie heute? Für den Alltagsgebrauch fahre ich die „nine T“ von BMW und auf der Rennstrecke die „S1000R“. Die hat 170 PS, was im Rennbereich gar nicht mehr so dramatisch viel ist. Sie macht aber viel Spaß auf der Rennstrecke. Was bietet die Marke Meindl im Bereich Customizing noch an? Kunden können sich ihre Autositze mit unserem Leder überziehen lassen.
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Dinge zu machen, die keiner braucht, hat relativ wenig mit Kreativität zu tun.
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IM TALK: Markus Meindl mit Redakteurin Rebecca Mayr und OBERÖSTERREICHER-Herausgeber Josef Rumer.
Und auch eine eigene Möbelkollektion bieten wir an. Leder, Form und Maße werden nach Kundenwunsch individuell erstellt. Unsere Möglichkeiten sind allerdings begrenzt, da es eine limitierte Menge Leder in der von uns geforderten Qualität gibt. Wir machen die Sofas zum Beispiel nur in sämisch gegerbtem Rothirschleder aus unseren Gerbereien.
Foto: Helge und Patrick Kirchberger
AUTHENTIZITÄT PUR: Der leidenschaftliche Motorradfahrer in der neuen Meindl „Vintage Racing“ - Kollektion.
Wie möchten Sie Ihre Marke noch weiterentwickeln? Je nachdem, wie gut wir arbeiten, entwickelt sich auch die Marke weiter. Wir versuchen, immer besser zu werden und unsere Qualität und Passformen permanent zu überdenken, zu überarbeiten und zu verbessern. Und es gibt immer etwas, das man besser machen kann. Wir arbeiten laufend daran, unsere Prozesse zu optimieren, unsere Mitarbeiter zu schulen und auszubilden und unserer Linie treu zu bleiben. Man muss den Dingen einfach Zeit geben. Das Schönste ist, Leute zu haben, die du begeistern kannst. Menschen, die dann mit den Dingen auch leben und diese nicht nur kaufen, damit sie im Schrank hängen. Das größte Kompliment, das man Ihnen machen kann? Wenn Menschen nach zehn Jahren mit einer Lederhose kommen, die schon sehr „obagreibat“ ist und zu mir sagen: „Kannst du mir die gleiche nochmal bauen, weil die ist so geil gwesn.“ Das ist das schönste Kompliment, das du bekommen kannst. Welchen Anspruch haben Sie? Dass wir unsere Produkte mit Respekt und Leidenschaft weiterentwickeln, dann bleiben wir auch erfolgreich. Wir wollen keine Masse machen. Wir bauen nicht permanent auf Wachstum, da Wachstum immer auch zwei Seiten hat. Zum einen muss man es bewältigen können, und die Qualität muss gleich bleiben, wenn nicht sogar besser werden. Das ist meine Philosophie: Die Marke authentisch und
sauber zu halten und sie mit Werten zu besetzen, die zu uns passen. Ihre Kinder sind zwei, vier und sechs Jahre alt. Wie schaffen Sie es, Arbeit, Familie und Hobbys unter einen Hut zu bringen? Bald aufstehen und spät ins Bett gehen (lacht). Mittlerweile schlafe ich aber schon fünf bis sechs Stunden. Jahrelang habe ich auch nur drei oder vier Stunden geschlafen. Durch die Familie hat sich mein Leben zu hundert Prozent geändert. Es macht aber mindestens genauso viel Spaß wie vorher. Der Rhythmus ist einfach ein anderer. Und was machen Sie, um einmal richtig abzuschalten? Ich bin leidenschaftlicher Motorradfahrer und leidenschaftlicher Jäger. Ich bin ein Extremschwimmer und schwimme gerne durch die Seen. Aber ich gehe auch Surfen – das würde ich gerne noch richtig gut lernen. Dazu fehlt mir leider die Zeit. Mein Haupthobby ist aber das Hochgebirgsjagen. Wo gehen Sie jagen? Meistens jage ich in Österreich, manchmal geht es auch ins Ausland. Im November fliege ich nach Tansania zum Bergbüffeljagen. Das ist eine der gefährlichsten und anstrengendsten Jagden. Da ist man zehn Tage lang 16 Stunden täglich unterwegs und muss topfit sein. Der zweite Schuss muss passen. Mehr Zeit hat man meistens nicht.
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INTERVIEW ÜBER DEN DÄCHERN VON LINZ: SPAR-OÖ-Geschäftsführer Jakob Leitner (l.) und Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker (r.)
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DIGITALISIERUNG ALS GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG Energie AG-Generaldirektor DDr. Werner Steinecker und SPAR-OÖ-Geschäftsführer Jakob Leitner über die wirtschaftliche Situation in Oberösterreich und die Herausforderungen der Zukunft. Text: Ulli Wright Fotos: Andreas Röbl
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bwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht, gibt es beruflich gesehen zwischen Energie AG-General Werner Steinecker und SPAR-OÖGeschäftsführer Jakob Leitner viele Gemeinsamkeiten. Beide Herren managen Unternehmen, die regional verankert und international tätig sind. Beide Herren haben ihre Karriere in jenen Unternehmen begonnen, in denen sie heute in einer Führungsposition arbeiten, und sie sind – zwar in völlig unterschiedlichen Bereichen – im Versorgungssektor tätig. Der OBERÖSTERREICHER hat die zwei sympathischen Manager zum Doppelinterview gebeten. Können Sie uns kurz erklären, was Ihr Tätigkeitsfeld ist? Werner Steinecker: Meine Aufgabe ist es, das Unternehmen Energie AG mit meinen Vorstandskollegen (Andreas Kolar für den Finanzbereich und Stefan Stallinger für den Technikbereich, Anm. d. Redaktion) zu leiten. Dabei bin ich nicht nur für unsere 4.400 Mitarbeiter zuständig, sondern auch für die Unternehmensstrategie, für die nachhaltige Unternehmensentwicklung und für die sichere Versorgung sowie den Betrieb der Infrastruktur zur Beschaffung des „Lebensmittels“ Strom, ohne den heute nichts mehr funktioniert. Das heißt, wir stellen sicher, dass 8.760 Stunden im Jahr bei unseren Kunden das Licht nicht ausgeht. Jakob Leitner: SPAR ist ein österreichisches Unternehmen im Familienbesitz, das auch international tätig ist. In Oberösterreich ist SPAR mit 300 Standorten der beliebte Nahversorger. Ich bin in Oberösterreich für fast 5.000 Mitarbeiter in unseren Filialbetrie-
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Seit Jahresbeginn leitet der gebürtige Riedauer Werner Steinecker als Generaldirektor die Geschäfte der Energie AG.
Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wächst die heimische Wirtschaft seit 2016 wieder kräftig. Wie schätzen Sie die derzeitige Lage des oberösterreichischen Wirtschaftsraumes ein? Werner Steinecker: Sehr gut und sehr günstig. Ich würde sogar sagen, außergewöhnlich gut. Der Wirtschaftsmotor brummt, was man immer wieder auf die starke Industrialisierung zurückführt. Ich behaupte aber, dass gerade die sehr stabilen, leistungsfähigen Klein- und Mittelbetriebe und auch die mittlere gewerbliche Branche einen großen Beitrag zu dieser außergewöhnlichen Position für Oberösterreich leisten. Jakob Leitner: Das kann ich nur bestätigen. Wir haben bei SPAR das größte Wachstum seit sieben Jahren. Der Lebensmittelhandel wächst mit 5,6 Prozent nominell und mit 4,3 Prozent real. Die Konsumenten sind kaufwillig und kaufen gerne gute Lebensmittel.
Spielt das Thema Digitalisierung auch für den Lebensmittelhandel eine große Rolle, Herr Leitner? Jakob Leitner: Das ist eine spannende Frage. Wenn man die Zahl 5,6 Prozent stationär im Handel ansieht, dann müsste man sich eigentlich keine großen Sorgen machen. Gerade erst habe ich aber gelesen, dass die Supermarktkette TESCO in Großbritannien mit „Same Day Delivery“ beginnt, und das macht mich hellhörig. Es ist natürlich bequem, wenn man morgens bestellen kann und bis 13 Uhr die Ware ins Haus geliefert bekommt. Wenn pünktlich zugestellt wird und die Auswahl gut ist, wird der Online-Handel sicher stark zunehmen. Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die junge Generation, die im digitalen Umfeld aufgewachsen ist, verstärkt auf diese Angebote zurückgreifen wird.
SPAR und Energie AG: Beide Unternehmen sind regional verankert und international tätig. Wo liegen derzeit die großen Herausforderungen? Werner Steinecker: Das Fitmachen der Branche und somit auch des Unternehmens Energie AG für die Zukunftsherausforderungen ist immer ein Thema. Die große Herausforderung ist derzeit aber die Digitalisierung. Da gibt es Quantensprünge in den Entwicklungen und komplett neue Settings, was Vertriebsmodelle und das nahezu hundertprozentige Versorgungssicherheitsprofil mit der Stromversorgung anbelangt. Wenn Strom nicht allzeitig verfügbar ist, passiert ein Super-Gau. Das zu verhindern und dafür auch die richtigen Mitarbeiter zu haben, ist eine der großen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft.
Sie haben beide Ihre Karriere bei jenen Unternehmen gestartet, wo Sie jetzt im Management tätig sind. Warum haben Sie sich für dieses Unternehmen entschieden? Wie haben sich Ihre Karrieren entwickelt? Werner Steinecker: Bei mir war sicher der familiäre genetische Code verantwortlich. Schon mein Vater war ein „OKArianer“. Er hat im Innviertel in der Gemeinde Riedau bei der OKA (die Energie AG ist 1999 aus der OKA hervorgegangen, Anm. d. Redaktion) gearbeitet und da war es mir fast schon in die Wiege gelegt, dass der technikaffine Bub eine Lehre als
ben und auch für die Verteilung der Lebensmittel in unserem Zentrallager in Marchtrenk verantwortlich.
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Starkstrommonteur absolviert. Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Herr Steinecker, Sie haben während Ihrer beruflichen Laufbahn bei der Energie AG nebenbei mehrere Studien abgeschlossen. Seit einem halben Jahr sind Sie Generaldirektor. Wie geht es Ihnen in dieser neuen Position? Werner Steinecker: Es geht mir gut und ich kann eine positive Halbjahresbilanz ziehen. Einiges war einfach, vieles war bekannt, einiges war auch überraschend. Aber in Summe ist das Setting ein sehr Positives. Ich würde mich wieder bewerben (lacht). Herr Leitner, Sie sind ein gebürtiger Tiroler. Was
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Wir haben bei SPAR das größte Wachstum seit sieben Jahren zu verzeichnen.
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Jakob Leitner
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„Wir werden das erste Industrieunternehmen Österreichs sein, dass an den relevanten Universitätsstandorten ein Trainee-Programm für Technikerinnen ausloben wird. Damit sprechen wir gezielt Frauen als Mitarbeiterinnen an.“ Werner Steinecker
hat Sie nach der Matura dazu motiviert, zu SPAR zu gehen? Jakob Leitner: Ich bin in Kufstein, der Gründungsstadt von SPAR, geboren. Noch bevor ich maturiert habe, bekam ich von SPAR das Angebot, als Assistent des Logistikleiters zu arbeiten. Ich habe „Ja“ gesagt und bin nunmehr seit 38 Jahren bei SPAR tätig. Mit 23 Jahren war ich der jüngste Bereichsleiter und in dieser Funktion für die Logistik, das Lager, den Fuhrpark und die Verteilung der Waren verantwortlich. Mit 31 Jahren wechselte ich in die SPAR-Hauptzentrale nach Salzburg, wo ich die Verantwortung für die internationale Lagerlogistik über hatte. Neun Jahre später folgte der Ruf von SPAR, nach Oberösterreich zu gehen. Mittlerweile bin ich das 17. Jahr als Geschäftsführer für diese Region verantwortlich. und habe keinen einzigen Tag bereut. Die Energie AG ist mit mehr als 4.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Oberösterreich. SPAR ist mit 42.800 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber Österreichs. Wie schwierig ist es, in der jeweiligen Branche geeignete Arbeitskräfte zu finden? Werner Steinecker: Es war sicher schon einfacher. Der Kampf um die besten Köpfe existiert und läuft schon länger. Die Methoden, um an den
idealtypischen Mitarbeiter heranzukommen, werden allerdings immer besser. Früher hat man am Samstag ein Zeitungsinserat geschaltet und sich über eine Vielzahl an Bewerbern gefreut. In meiner Lehrzeit hat es für 20 Lehrplätze weit mehr als 200 Bewerber gegeben. Das hat sich alleine schon durch den Rückgang der Geburtenrate geändert. Wenn heute 100 Bewerber kommen, dann sind das viele. Wobei wir in der glücklichen Lage sind, dass wir noch eine Auswahl treffen können. Es gibt tolle Unternehmen, die perfekte Produkte haben, aber nicht genug Mitarbeiter lukrieren können, um die Aufträge zu erledigen. Jakob Leitner: Auch für uns ist es mittlerweile eine Herausforderung geworden, gute Mitarbeiter zu finden. Daher ist es für mich entscheidend, welches Image man als Arbeitgeber hat. Die jungen Leute überlegen sich genau, zu welchem Unternehmen sie gehen. Somit sehe ich es auch als meine Hauptaufgabe an, im Unternehmen für passende Rahmenbedingungen zu sorgen. Das gelingt uns ganz gut. Nicht umsonst hatten wir heuer wieder 630 Lehrlingsbewerbungen. Die Hälfte davon hat angegeben, dass sie durch Verwandte, Bekannte oder Freunde auf SPAR als Arbeitgeber aufmerksam wurden. Das hilft uns als erfolgreiches, großes
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Seit 17 Jahren ist der gebürtige Tiroler Jakob Leitner Geschäftsführer von SPAR Oberösterreich.
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und beliebtes Unternehmen, Mitarbeiter zu finden, die die Lebensmittel entsprechend verkaufen können. Welche Schwerpunkte werden in Ihren Unternehmen gesetzt, um zukunftsorientierte Arbeitsplätze anbieten zu können? Werner Steinecker: Die typischen Rahmenbedingungen wie Gleitzeit, Erfolgsprämien, Bonifikationen und so weiter gibt es bereits. Neu ist, dass wir jetzt auch ganz gezielt auf die Frauen zugehen, und darauf bin ich schon ein bisschen stolz. Wir werden das erste Industrieunternehmen Österreichs sein, dass an den relevanten Universitätsstandorten wie Wien, Linz, Graz und vielleicht auch Innsbruck ein eigenes Trainee-Programm für Technikerinnen ausloben wird. Damit sprechen wir die Frau als künftige Mitarbeiterin an. Wir sind mit der Konzeption schon sehr weit und werden damit demnächst starten. Jakob Leitner: Wir können mit einem sicheren Arbeitsplatz punkten. Wenn jemand bei uns eine Lehre beginnt, hat er im Prinzip eine Jobgarantie für das ganze Berufsleben. Bei einem großen Unternehmen wie SPAR sind vor allem auch die Entwicklungsmöglichkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters interessant. Auf Themen wie Flexibilität oder Vereinbarkeit von Job und Familie werdem wir in Zukunft noch stärker eingehen. Wir führen regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch und haben dabei eine Beteiligung von 96 Prozent. Somit erfahren wir, was positiv ist und wo es noch krankt. Von dem her versuchen wir die Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten, um die richtigen Mitarbeiter zu finden. Beide Unternehmen sind im Bereich der Versorgung tätig. Was muss ein Mitarbeiter mitbringen, um bei Ihnen Karriere machen zu können? Werner Steinecker: Er muss begeisterungsfähig sein, und da wir ein Dienstleistungsunternehmen sind, muss er vor allem Menschen mögen. Egal ob er im Freileitungsbau arbeitet und mit Häuslbauern zu tun hat oder im Neubau den Stromanschluss macht, ein korrekter Umgang mit den Kunden ist das Um und Auf. Man muss aber auch Begeistung für die Technik mitbringen und bereit sein, für die Menschen eine sichere Stromversorgung sicherzustellen. Bei Störungen kann es sein, dass unsere Mitarbeiter auch an Feiertagen ausrücken müssen. Auch dazu muss man bereit sein, und wir versuchen, diese Leistungsbereitschaft schon in der
Lehrwerkstätte und bei unseren Trainee-Programmen zu vermitteln. Jakob Leitner: Im Grunde genommen ist das bei uns ganz ähnlich. Da wir mit Endkonsumenten arbeiten, ist es die beste Voraussetzung, wenn man eine Leidenschaft zu Menschen und zu Lebensmitteln hat. Wichtig sind auch Teamgeist und ein gewisses Maß an Eigeninitiative, dann kann im Prinzip nichts mehr schiefgehen. Auch im sozialen Bereich sind beide Unternehmen stark vertreten. Die Energie AG setzt sich mit dem Projekt „Wassertropfen“ im Kongo ein, SPAR setzt mit den Caritas Ausbildungsmärkten ein Zeichen. Wie wichtig ist Ihnen als Unternehmen soziales Engagement? Werner Steinecker: Wenn man regional so massiv verwurzelt ist, wie wir als Energieversorger oder SPAR als der Lebensmittelbereitsteller, Lieferant
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Die große Herausforderung für jeden Stromproduzenten liegt darin, immer mehr CO2-frei zu werden.
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Werner Steinecker
und Obsorger, dann ist soziales Engagement eine Selbstverständlichkeit. Unser prominentestes Projekt ist mit Sicherheit „Wassertropfen“, wo wir gemeinsam mit der Caritas im Kongo für die unterversorgte Bevölkerung Brunnenanlagen errichten. Herr Steinecker, die Energie AG unterstützt seit dem Jahr 2000 auch aufstrebende Spitzensportler aus Oberösterreich. Werner Steinecker: Ja genau, In diesem Sportförderungsprogramm machen wir uns vor allem für Talente aus Randsportarten stark. Dadurch hat sich für unser Haus in den letzten 17 Jahren ein Image entwickelt, über das ich sehr froh bin. Die Kunden sehen in uns nicht nur Kilowattstunden, Kraftwerke und Stromleitungen, sondern auch, dass wir um gesellschaftliche Phänomene des Landes bemüht sind. Jakob Leitner: Ich bin der Meinung, dass ein Unternehmen nur dann erfolgreich sein kann, wenn es über Jahre und Jahrzehnte nachhaltig agiert. Das beginnt beim Angebot von gesunden Lebensmitteln und dem Umgang mit den Mitarbeitern und reicht bis hin zum Umweltschutz. Denn auch diesbezüglich leisten wir wesentliche Beiträge. Wir haben derzeit 17 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 1,04 Megawatt auf unseren SPAR Märkten. Werner Steinecker: Das ist von der Fläche her so groß wie Eberstalzell, also mächtig. Jakob Leitner: Und wir setzen uns
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auch besonders für Menschen ein, die es nicht so leicht im Leben haben. Auf diesem Gebiet arbeiten wir schon seit zehn Jahren erfolgreich mit der Caritas OÖ zusammen und betreiben zwei Ausbildungsmärkte für Jugendliche mit Beeinträchtigung, die dort ihre Lehre absolvieren können und die wir zu fast 80 Prozent in unsere Filialen übernehmen. Auch mit dem AMS OÖ gibt es ein interessantes Projekt, wo wir Langzeitarbeitslose im Alter von 50-plus ausbilden und in unsere SPAR Märkte übernehmen. Was ist das brennende Zukunftsthema in der Energie AG? Werner Steinecker: Die große Herausforderung für jeden Stromproduzenten liegt darin, immer weniger CO2 zu verursachen und letztlich ganz CO2-frei zu werden. Carbon-free-production ist ausgehend vom Pariser Abkommen eines der Schlagworte, und wir sind ständig um Optimierung bemüht. Erst vor Kurzem haben wir fünf Wasserkraftwerke an der Traun gekauft. Die Traunkette ist jetzt, abgesehen von zwei kleinen Ausnahmen, vollständig im Eigentum der Energie AG. Aber auch bei noch verbleibenden Projekten, wie zum Beispiel beim großen Gasund-Dampf-Kraftwerk in Timelkam, sind wir ständig darum bemüht, dass ein wirtschaftlicher Einklang mit dem Wesen der Nachhaltigkeit harmoniert. Da gibt es für uns noch genug Herausforderungen. Wir sind aber am richtigen Weg und sicher bei den Führenden dabei. Was steht bei SPAR künftig an? Jakob Leitner: Eine wesentliche Frage wird sein, in welcher Dimension der Online-Handel kommen wird. Außerdem wird unser Ladennetz ständig erweitert und modernisiert. Wir haben festgestellt, dass die EUROSPAR-Schiene hinsichtlich Auswahl, Bequemlichkeit und Schnelligkeit im Einkauf eine optimale Einkaufsstätte geworden ist und aufgrund der frischen Produkte und dem Einkaufserlebnis mit dem Online-Handel bestens konkurrieren kann.
Sedi dolut „Auf Themen wie Flexibilität oder Vereinbarkeit von Job und Familie werden wir in Zukunft noch stärker eingehen.“ Jakob Leitner
dass ein Wechsel oft nur im ersten Jahr günstiger kommt, also bleibe ich der Energie AG treu (lacht). Eine abschließende Frage noch. Wie schalten Sie am liebsten vom Berufsalltag ab? Werner Steinecker: Ich bin ein leidenschaftlicher Bergjäger und habe auf der Mair-Alm, an der Südseite des Traunsteins, mein Jagdrevier. Ich ertappe mich selten, dass ich bei der Jagd mit den Gedanken bei irgendeinem Thema im Büro bin. Wenn ich in der Natur bin, ist die Konzentration auf die Umgebungsereignisse gerichtet. Da muss man nicht unbedingt ein Wild
im Blickfeld haben, es reicht schon, einen Vogel zu beobachten und die Geräusche des Waldes wahrzunehmen. Dabei kann ich wirklich gut abschalten. Jakob Leitner: Ich bin zwar kein Jäger, aber auch ich bin gerne in den Bergen unterwegs. Das war allerdings nicht immer so: Da ich in Tirol ohne Straßenanschluss aufgewachsen bin, musste ich jeden Tag einige Kilometer zu Fuß zur Schule gehen. Deshalb hatte ich in jungen Jahren eine Zeit lang genug von den Bergen. Aber ich habe meine Liebe zu ihnen wiederentdeckt und kann im Sommer beim Wandern und im Winter beim Skifahren oder Skitouren-Gehen bestens ausspannen. Meine zweite Leidenschaft ist die klassische Musik.
„Der Wirtschaftsmotor Oberösterreich boomt“, zeigen sich die zwei Manager mit dem derzeitigen Aufschwung der Wirtschaft in unserem Land zufrieden.
Was ist Ihnen beim Lebensmitteleinkauf wichtig Herr Steinecker? Werner Steinecker: Ich gehe selten einkaufen, aber wenn, dann begleite ich gerne am Wochenende meine Frau. Wir haben ein Wochenendhäuschen in Molln. Am Weg dorthin sind zwei SPAR Märkte unsere Anlaufadressen. Das sage ich jetzt nicht nur, weil heute Direktor Leitner neben mir sitzt (lacht). Beim Einkauf ist mir, wie wahrscheinlich vielen anderen Männern auch, eine gute Überschaubarkeit wichtig. Ich will schnell finden, was ich suche, und da ist die geschickte Führung durch das Geschäft bis hin zur Kasse wichtig. Was ist Ihnen an der Energieversorgung wichtig, Herr Leitner? Jakob Leitner: Dass es immer Strom gibt! Aber das ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Strom ist tatsächlich ein „Lebensmittel“ geworden. Heutzutage gibt es viele verlockende Angebote, den Stromanbieter zu wechseln. Aber Generaldirektor Steinecker hat mich aufgeklärt, 49 44-49_Doppelinterview_Spar-EnergieAG_NEU.indd 49
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Text: Denise Derflinger Fotos: Ochsner Wärmepumpen
OCHSNER Wärmepumpen – 145 Jahre Zukunft. Geschäftsführer Karl Ochsner im Talk über ein Familienunternehmen mit Tradition und Visionen.
UMWELT GEHT UNS ALLE AN
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m Jahr 1872 gegründet, leitet Karl Ochsner das Unternehmen Ochsner Wärmepumpen in fünfter Generation. Der Familienbetrieb, der sich über eineinhalb Jahrhunderte von der Kupferschmiede zum Hersteller von Pumpen und Kompressoren bis hin zum Anlagenbauer entwickelte, belieferte unter anderem die NASA und US NAVY. Heute zählt das Unternehmen zu den technologisch führenden Wärmepumpenherstellern weltweit. Der Umsatz liegt bei über 30 Millionen Euro, 70 Prozent der Ware wird ins Ausland exportiert, unter anderem bis nach China. Alle Wärmepumpen werden am Produktionsstandort Haag in Österreich hergestellt. Wir baten Haupteigentümer und Geschäftsführer Karl Ochsner zum Interview. Ochsner ist größter heimischer Produzent von Wärmepumpen. Was zeichnet Ihre Firma aus
und was unterscheidet Sie vom Mitbewerb? Ochsner zeichnet sich durch hochwertigste Produkte mit besonders langer Lebensdauer und höchster Effizienz aus, unsere Wärmepumpen gehören darüber hinaus zu den leisesten Geräten am Markt. Das Unternehmen Ochsner ist seit jeher durch technische Visionen und Innovationen getrieben, dies kommt unseren Kunden zugute. Für seine Leistungen bei Forschung und Entwicklung erhielt Ochsner als bisher einziges österreichisches Unternehmen in der Branche zweimal den Staatspreis. Darüber hinaus bieten wir ein umfassendes Dienstleistungs-
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Bis zu 8.000 Wärmepumpen werden pro Jahr am Standort Haag nach Industrie -4.0- Standard gefertigt.
„Jeder Mensch trägt eine Mitverantwortung für die regionale und globale Umweltsituation.“
Sie legen großen Wert auf Ihre Mitarbeiter ... Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital und bilden das Herzstück des Unternehmens. Wir setzen neben erfahrenen Mitarbeitern auch stark auf junge Menschen, die sich bei Ochsner weiterentwickeln möchten – bei uns haben viele ihre Karriere als Lehrling begonnen und sind in leitenden Positionen gelandet. Neu zu besetzende Funktionen werden grundsätzlich zuerst intern ausgeschrieben. Im Füh-
rungskreis haben wir eine gute Frauenquote (z.B. eine Einkaufs- und eine Marketingmanagerin). Unseren Anteil in Sachen Integration leisten wir, indem wir bereits mehrere Asylberechtigte in Haag beschäftigen. Als einer der ersten Hersteller in Europa begann Ihr Unternehmen unter der Führung Ihres Vaters damit, Wärmepumpen industriell zu fertigen. Seit wann befasst sich Ochsner mit Wärmepumpen? 1978 traf mein Vater die Entscheidung, sich mit dem Thema Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen zu beschäftigen. Seit 1992 konzentrieren wir uns ausschließlich auf das Thema Wärmepumpen. Unsere Produkte zeichnen sich nicht nur durch höchste Qualität aus, wir bieten auch das breiteste Produktportfolio am Markt: von einfachen Wärmepumpen für Dusch- und Badewasser bis hin zu Anlagen für großvolumige Gebäude, Hochhäuser und die Industrie. Darüber hinaus werden Wärme-
Ochsner Wärmepumpen werden ausschließlich in Österreich gefertigt. Ist dies rentabel möglich? Wir haben uns vor einiger Zeit dafür entschieden, komplett am Standort Haag zu produzieren, weil wir der Überzeugung sind, dass eine innovative Produktion zu konkurrenzfähigen Kosten in Österreich gut möglich ist. Der Großteil der zugelieferten Komponenten stammt ebenfalls aus dem zentraleuropäischen Raum. Nachdem die Wärmepumpe vom Nischen- zum Massenprodukt gereift ist, stieg der Mitbewerb massiv an, dennoch wachsen wir durch unsere Hochqualitätsprodukte und unseren permanenten Fortschritt kontinuierlich. 2016 war das kaufmännisch beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens, die Zahlen wurden im ersten Halbjahr 2017 erneut übertroffen. Wie funktioniert die Wärmepumpe? Wärmepumpen funktionieren wie Kühlschränke – nur wird das Prinzip genau umgekehrt genutzt: Während der Kältemittelkreislauf des Kühlschranks seinem Inneren Wärme entzieht und diese an die Umgebung abgibt, entzieht der Kältemittelkreislauf einer Wärmepumpe der Umgebung Wärme. Diese wird innerhalb des Gerätes auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und kann dann zum Heizen oder zum Erwärmen von Brauchwasser genutzt werden. Eine effiziente Wärmepumpe kann so mit 75 Prozent kostenloser Umweltenergie
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portfolio an: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung werden durch unseren Werkskundendienst sichergestellt. Im Rahmen von Wartungsverträgen gibt Ochsner bis zu sieben Jahre Vollgarantie.
pumpen nicht nur zum Heizen, sondern immer stärker auch zum Kühlen eingesetzt.
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100 Prozent Wärmeleistung erzeugen. Hauptenergiequelle ist die Umgebungswärme, also die in der Luft, im Boden oder im Grundwasser gespeicherte Sonnenenergie. Doch eine Wärmepumpe von Ochsner kann noch mehr: Sie kann auch kühlen. Somit schafft sie zuhause ein optimales Wohnklima – sowohl im Winter als auch im Sommer. Welche Wärmepumpe ist für wen geeignet? Dies ist grundsätzlich von den Gegebenheiten vor Ort und den Kundenbedürfnissen abhängig. Im Neubau werden oft Erdwärme- und Wasser/ Wasser-Systeme eingesetzt. Wir verzeichnen aber auch einen starken Anstieg bei Luft/Wasser-Wärmepumpen, da unsere Geräte weltweit zu den effizientesten gehören und man sich die Bohrkosten spart. Kann eine Wärmepumpe auch im Nachhinein eingebaut werden? Natürlich, einen hohen Prozentsatz unserer Wärmepumpen fertigen wir für bestehende bzw. zu sanierende Gebäude. Viele Menschen glauben, dass eine Wärmepumpe nur im Neubau in Kombination mit einer Fußbodenheizung betrieben werden kann. Unsere Wärmepumpen erreichen jedoch Vorlauftemperaturen bis 68 Grad, manche Typen sogar bis 130 Grad, und sind somit auch für die Nachrüstung bestens geeignet. Ab wann spielten Sie eine Rolle im Unternehmen – und was änderte sich nach Ihrer Übernahme? Ich komme aus einem US-amerikanischen IT-Kon-
Karl Ochsner mit Trakehnerhengst Lebenstraum und Ridgeback Rüden Chinua (unten)
Aktuelle Werbekampagne von Ochsner Wärmepumpen
zern, bei dem ich Mitglied der Geschäftsleitung für Deutschland war, bevor ich mich im Jahr 2008 dazu entschlossen habe, Ochsner Wärmepumpen weiterzuführen. Seit meiner Übernahme wurde das Unternehmen in vieler Hinsicht auf neue Beine gestellt: Zum einen erhöhten wir den Kunden- und Marketingfokus, andererseits steigerten wir die Produktqualität weiter und bauten unser Dienstleistungsportfolio deutlich aus. Derzeit wird die Fertigung nach modernsten Industrie -4.0- Standards neu ausgerichtet. Gerade in einem Familienunternehmen steht der langfristige Erfolg im Vordergrund. Mein Ziel ist es daher, das Unternehmen gut geführt und kaufmännisch stark mit zukunftsorientierten Produkten an die nächste Generation zu übergeben.
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Für Heizung, Kühlung und Warmwasser
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Woher kommen Ihre Kunden und in welche Länder exportieren Sie? Unsere Produkte werden weltweit über 1.000 Vertriebspartner an Endkunden vertrieben. Der Fokus liegt auf Privatkunden, zudem wächst der Gewerbe- und Industriebereich stark. Zu unseren namhaften Kunden zählen beispielsweise IKEA, Google, Rewe, Lidl, dm, Citygroup, Vattenfall, Fronius, Fernwärme Wien und viele mehr. Wir haben Kunden aus ganz Europa bis nach Asien, unsere stärksten Märkte sind Österreich, Deutschland und die Schweiz. Nachhaltigkeit wird in Ihrem Betrieb großgeschrieben. Welchen Beitrag leisten Sie? Jeder Mensch trägt eine Mitverantwortung für die regionale und globale Umweltsituation. Gemeinsam mit unseren Kunden konnten wir bisher um die 2,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen, das entspricht dem kompletten Ausstoß an Kohlenstoffdioxid von ganz Linz in einem Jahr! Jede weitere verkaufte Ochsner Wärmepumpe leistet einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.
Der Power Tower in Linz wird mit Ochsner Wärmepumpen geheizt und gekühlt.
2017 präsentiert Ochsner seine Produkte erstmals als einziger europäischer Hersteller auf der Heizungsmesse in Peking.
Ein No-Go im Heizsektor? Aus meiner Sicht ist es im Jahre 2017 nicht mehr zeitgemäß, mit Öl und Gas zu heizen – in vielen Ländern ist dies im Neubau bereits verboten und die Gesetze werden zunehmend strenger. Wenn wir nichts tun, um den fortschreitenden Klimawandel zu reduzieren, wird uns dieser vor gravierende Probleme wie Umweltkatastrophen und Klimaflüchtlingswellen stellen. Für mich als Vater ist es wichtig, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder noch heimische Gletscher und Eisbären in freier Wildbahn sehen können. Entscheidend ist aber auch die Entlastung unserer Umwelt vor Ort: Im Winter wird die Feinstaubbelastung in manchen Teilen Österreichs deutlich überschritten, dies gefährdet unsere Gesundheit. In China sehen die Menschen oft über Wochen keinen blauen Himmel. Aus diesem Grund fördert die chinesische Regierung Wärmepumpen nun besonders.
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Ochsner-Zentrale in Stadt Haag
die Menschen, Tiere und die Umwelt zu tun. Erfolg ist nicht selbstverständlich. Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass man etwas zurückgibt.
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Die Brüder Karl und Georg Ochsner beim U2-Konzert in London
Karitative Projekte sind Ihnen ebenfalls ein Anliegen, haben Sie einen Schwerpunkt? Seit vielen Jahren unterstützen wir World Vision, engagieren uns für Jugendsportförderung, benachteiligte Kinder, Suchtprävention und viele Umwelt- und Tierschutzthemen. Ein Anliegen sind uns auch regionale Projekte wie etwa der Tierpark Haag, wo wir seit Jahren Patenschaften pflegen und die artgerechte Haltung baulich unterstützen. Es freut uns, in verschiedenen Bereichen etwas für
Viel Arbeit verlangt nach einem Ausgleich. Was machen Sie in Ihrer Freizeit? In meiner Freizeit steht vor allem meine Tochter im Fokus, mit der ich möglichst viel Zeit verbringe. Außerdem stellen meine Tiere (Hund und Pferde) den idealen Ausgleich in der Natur sicher. Darüber hinaus betreibe ich regelmäßig Sport und besuche das eine oder andere Musikkonzert, wenn es die Zeit zulässt. Wo verbringen Sie am liebsten Ihre Urlaube? Sehr gerne in Oberösterreich bei meinen Pferden und in den Bergen. Wenn es mich ins Ausland zieht, mache ich am liebsten Abenteuerreisen in die Wüste, in den Regenwald oder andere einsame Regionen.
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MATHEMATIK IST COOL! Er hat zwei Masterstudien abgeschlossen und gemeinsam mit drei FH-Kollegen aus einem Studienprojekt ein weltweit erfolgreiches Unternehmen gegründet: Runtastic-CEO Florian Gschwandtner im Interview über schlapfentragende Nerds und seine Anforderungen an die Bildungspolitik.
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untastic-CEO Florian Gschwandtner empfängt mich im nagelneuen Runtastic-Office in der PlusCity in Pasching. Im Besprechungsraum gleich neben dem Eingangsbereich sitzen junge Leute um einen Tisch und diskutieren miteinander, an einem Stehtisch tauschen sich zwei Mitarbeiterinnen vor ihrem Laptop aus, auf der großzügigen Terrasse wird schon alles fürs abendliche Grillen aufgebaut - gesprochen wird Englisch. Kein Wunder, arbeiten rund 160 Menschen aus 36 Nationen hier in Oberösterreich. Und Runtastic ist laufend auf der Suche nach hochqualifizierten Mitarbeitern aus der Softwarebranche. Woran es liegt, dass es hierzulande trotz bester Karriereschmieden wie Fachhochschulen und Universitäten zu wenig Berufseinsteiger gibt, erklärt Florian Gschwandtner im Interview.
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Text: Ulli Wright Fotos: Stefan Beiganz
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Digital hat keine Grenzen: Am Bildschirm im Runtastic-Office wird jede heruntergeladene App angezeigt.
Nach der Matura an der Landwirtschaftsschule in Wieselburg haben Sie begonnen, an der Fachhochschule in Hagenberg „Mobile Computing“ zu studieren. Was hat Sie dazu motiviert? Ich stamme von einem Bauernhof im Mostviertel ab, und da mein Bruder diesen nicht übernehmen wollte, war ich der logische Nachfolger. Daher habe ich die Landwirtschaftsschule gemacht. Nachdem aber auch mir die nötige Leidenschaft dazu fehlte, habe ich mich nach der Matura in Hagenberg beworben, denn Computer und Technologie haben mich immer schon interessiert. Was haben Sie sich aus Ihrer Zeit in Hagenberg mitgenommen? Ich habe sehr viel über Technologie gelernt und gemerkt, dass ich nicht der beste Programmierer bin (lacht). Aber ich habe gesehen, wer das am besten kann. Das waren meine späteren Gründerkollegen. Nach Ihrem Abschluss in Hagenberg haben Sie an der Fachhochschule in Steyr „Supply Chain Management“ studiert. Wie kam es dazu? Ich habe in Hagenberg eine super Ausbildung im technischen Bereich genossen. Was mir allerdings gefehlt hat, war der wirtschaftliche Part. Das berufsbegleitende Masterstudium „Supply Chain Management“ war mit Sicherheit das Beste, was ich machen konnte, weil es aus mir einen Generalisten gemacht hat. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Runtastic App zu entwickeln? Angefangen hat im Prinzip alles, als meine Gründerkollegen René Giretzlehner und Christian Kaar im Rahmen eines Projektes an der FH in Hagenberg im Jahr 2006 für die World Sailing Games eine Applikation gebaut und die Boote mit
„Work hard – play hard“, lautet die Devise von Florian Gschwandtner und dem Team von Runtastic.
Noch immer werden Programmierer gerne als schlapfentragende Nerds hingestellt. Dabei sind das oft die coolsten Leute.
einem GPS-Sender ausgestattet haben. Auf einem Bildschirm oder am Handy konnte man sehen, wo sich die Segelboote befinden. Das Projekt haben sie bei „Tech2B“ vorgestellt. Sie bekamen eine Förderung und haben sich im Bereich von Motor- und Segelveranstaltungen selbstständig gemacht. Leider war die Zielgruppe zu klein, um große Erfolge einzufahren. Wann sind Sie ins Spiel gekommen? Das war witzig. Eines Tages habe ich mich mit René getroffen und er hat mir von diesem Projekt erzählt. Ich bin damals schon sehr viel Laufen gegangen und hatte das erste iPhone mit GPS. Irgendwie sind wir dann auf die Idee gekommen, das Ganze aufs Laufen, Radfahren und Walken – also auf eine größere Zielgruppe – auszuweiten. Meinen gut bezahlten Job mit Firmenauto habe ich von heute auf morgen gekündigt, und dann haben wir losgelegt. Es war eine wilde Zeit (lacht). Was waren anfangs die größten Hürden?
Da gab es viele. Vor acht Jahren gab es so gut wie keine Start-ups, und keiner hat an uns und unsere Idee geglaubt. Haben Sie damals im Bekannten- oder Verwandtenkreis nach finanzieller Unterstützung gefragt? Nein, das haben wir nie gemacht. Wir hatten alle neben dem Studium ein bisschen Geld angespart, und natürlich haben wir auch bei Banken und Business-Angels angefragt. Zu Verwandten und Bekannten sind wir nie gegangen. Den sogenannten „reichen Onkel“ gab es in unserem Umfeld leider nicht. Und auch bei anderen möglichen Geldgebern waren wir nicht erfolgreich. Was haben Sie dann gemacht? Ich glaube, an diesem Punkt wäre für viele die Runtastic-Story zu Ende gewesen. Dass wir nicht aufgegeben haben, ist das, was uns auszeichnet. Denn: „Geht nicht“, gibt es bei uns nicht!“ Wir haben alle vier noch mehr gearbeitet und mit diesem Geld Runtastic finanziert. René und Christian haben programmiert, Alfred machte Consultingleistung für seinen ehemaligen Arbeitgeber, und ich habe mit meinen 27 Jahren an der Fachhochschule in Steyr zu unterrichten begonnen. Ist die Ausbildung an der Fachhochschule Hagenberg im Bereich der Softwareentwicklung einmalig in Österreich?
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Ich glaube, dass es in Österreich generell eine gute Ausbildung an Unis und FHs gibt. Hagenberg ist sicher im Bereich der Softwareentwicklung sehr speziell und richtig gut. Professor Christoph Schaffer, der Studiengangsleiter für „Mobile Computing“, hat sich immer bemüht, ein geiles Studium zu machen, bei dem man die neuesten Sachen lernt. Leider ist die Zahl der Bewerber in den letzten zehn Jahren kaum gestiegen. Das ist ein Riesenproblem für Österreich und ein Grund, warum ich mich für Bildung einsetze. Woran liegt es, dass es nicht mehr Bewerber gibt? Es gibt viel zu wenig Menschen, die in die Technik gehen. Das liegt meiner Meinung nach immer noch am schlechten Ruf der Mathematik. Dabei werden all jene, die ein mathematisches Grundverständnis haben, künftig im Berufsleben viel größere Chancen haben. Man hört laufend, dass die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) an den Schulen immer wichtiger werden. Aber noch immer werden Programmierer gerne als „schlapfentragende Nerds“ hingestellt. Dabei sind das oft die coolsten Leute. Schauen wir uns an, was die Zuckerbergs und Co. bauen. Das sind jene Dinge, die wir alle geil finden. Man muss also schon die kleinen Kinder begeistern? Ja, sicher. Im Linzer Wissensturm werden zum Beispiel „CoderDojos“ angeboten. In diesen Kursen lernen Kinder ab acht Jahren spielerisch das Programmieren. Man zeigt ihnen, wie man Codes schreibt, Webseiten entwickelt oder Apps und Spiele programmiert. So etwas gehört gefördert. Außerdem ist auch Englisch ganz wichtig. Mein Bildungsansatz wäre: Englisch bereits im Kindergartenalter zu lernen und Programmieren als dritte Fremdsprache in den Schulen einzuführen.
Mein Bildungsansatz wäre: bereits im Kindergarten Englisch lernen und Programmieren als dritte Fremdsprache in den Schulen einführen.
pflichtung, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Was brauchen wir in Österreich, um junge Unternehmen zu unterstützen? In Österreich fließt noch immer zu viel Geld in Stiftungen. Viel wichtiger wäre es, Risikokapital, wie etwa in England oder Frankreich, steuerlich absetzen zu können. Immerhin wurde ja auch etwas investiert. Außerdem gehört die Bürokratiet bei Firmengründungen und allgemein für Unternehmen vereinfacht. Da muss die Politik noch viel ändern. Zur Runtastic-Büroeröffnung kamen Bundeskanzler und Außenminister. Liegt das an der Coolness von Runtastic? Nein, das glaube ich nicht (lacht). In den Bereichen Bildung und Start-ups holt man sich gerne meine Expertise. Das hat für mich nichts mit Parteipolitik zu tun,
sondern mit gesellschaftlichem Engagement allgemein. Denn wenn wir nichts ändern, wer ändert es dann? Ich habe die Chance, gewisse Themen anzubringen, und das mache ich gerne. Wie wird Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändern? Die Digitalisierung umfasst heute schon nahezu alle Branchen. Wer es versäumt, auf diesen Zug aufzuspringen, wird in den nächsten 15 bis 20 Jahren große Probleme bekommen. Ist Digitalisierung gefährlich? Nein, Bedenken habe ich nur hinsichtlich der Schnelligkeit, mit der die Digitalisierung einhergeht. Es wird schwierig, da mitzukommen. Digitalisierung ist eine Riesenchance. Runtastic hat heute rund 230 Millionen App-Downloads, täglich kommen neue dazu. Ich finde es cool, dass wir von Pasching aus weltweit agieren können. Digital hat keine Grenzen. Im April hat Runtastic eine Gratis-App für gesunde Ernährung vorgestellt. Wie kommt sie an? Die App kommt sehr gut an. Eine große Motivation, sich zu bewegen, liegt darin, dass man Gewicht verlieren will. Außerdem sind die Themen Ernährung und Kochen sexy geworden. Die Zeiten des Magerwahns sind zum Glück vorbei, die Menschen wollen fit und gesund sein, und das wollen wir mit Runtasty unterstützen.
Runtastic-CEO Florian Gschwandtner auf der Rutsche, die die zwei Stockwerke im neuen Office in Pasching verbindet.
Programmieren als dritte Fremdsprache. Kann das funktionieren? In jedem Fall. Natürlich muss nicht jeder einen Code schreiben können, aber ein gewisses Grundverständnis ist wichtig. Nur so versteht man, wie Software und Basics funktionieren. Das kommt auch Projektleitern, die zum Beispiel im Job gar nicht direkt etwas mit Software zu tun haben, zugute, da sie diese Ansätze mitdenken können. Der Unterstützungseinrichtung „Bytewerk“ stehen Sie als Mentor bzw. Business-Angel zur Verfügung. Was motiviert Sie dazu? Meine Gründerkollegen und ich haben 15 Beteiligungen an jungen Unternehmen. Als jemand, der im digitalen Bereich Geld verdient hat, sehe ich es als meine Ver-
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LIEBT DEN SPORT, HASST KOMPROMISSE: Michael Stadlmann, Gründer der oberösterreichischen Lifestyle-Marke GOOIX
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Text: Petra Kinzl Fotos: Mathias Lauringer – Studio 365
GOOIX Uhren und Schmuck sind Ausdruck von Lifestyle: beim eleganten Dinner wie im Businessmeeting, im Alltag wie beim Sport. Wie das oberösterreichische Unternehmen tickt und wer es antreibt? Michael Stadlmann (48) im Interview.
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ntschlossen. Zielstrebig. Kompromisslos. Ausdauernd. Authentisch. So lernt der OBERÖSTERREICHER den Linzer Unternehmer Michael Stadlmann beim persönlichen Interview kennen. Mit seinem Leitspruch „Burn your tires, not your soul“ ist der frühere Fossil-Geschäftsführer und zweifache Familienvater immer gut gefahren. Seit 2008 strampelt sich der begeisterte Rad- und Rennfahrer für das eigene Unternehmen ab – mit dem Bewusstsein: „dass du selber als Unternehmer nur so gut sein kannst, wie deine Mitarbeiter.“ Die Menschen sieht der 48-Jährige als Schlüssel zum Erfolg. Auch mit Gegenwind weiß die Kämpfernatur umzugehen. Das letzte Jahr brachte Turbulenzen mit sich, doch Stadlmann wäre kein Sportler, wenn er sich davon entmutigen las-
AM PULS DER ZEIT sen würde. Vom oberösterreichischen Zentralraum aus wird emsig an der Etablierung der Eigenmarke „GOOIX watches & jewellery“ und der Eroberung internationaler Märkte gearbeitet. Die angesagten Marken s.Oliver und Liebeskind Berlin sorgen seit Anfang des Jahres neben Superdry und Liu Jo für aktiven Antrieb. Es heißt: Volle Kraft voraus, die Segel sind auf Erfolgskurs gesetzt. Welches Ziel verfolgt GOOIX? Dass wir im Schmuckbereich zu den attraktivsten Anbietern am Markt gehören wollen. Bei den Produkten schauen wir genau: Was ist gerade trendig, was ist in. Was hat sich im Gegensatz zu früher verändert? Früher kaufte man Schmuck um des Schmuckstücks willen, heute ist es Part des täglichen Outfits. Das hat sich massiv geändert. Was ist das Besondere an GOOIX Uhren und Schmuck? Das ist eine total schwierige Frage. Gestern hab ich gefragt: Was ist das Besondere an Michael Kors? Die Antwort war: Nix, es ist einfach geil. In letzter Konsequenz geht es um den Brand Value (den Wert einer Marke; Anm. d. Redaktion). Es geht darum, dass das Produkt im Umfeld von bestimmten Menschen Akzeptanz findet und einfach zum Ausdruck des persönlichen Lifestyles gehört. Ich glaube, das Wichtige bei einem Brand ist heute, am Puls der Zeit zu sein. Ich glaube daran, dass wir vom Produkt her extrem stark sind und ein sehr breites Publikum ansprechen. Seit 2017 glänzen s.Oliver und Liebeskind Berlin neben Superdry und Liu Jo in Ihrem Sortiment um die Wette. Worauf legen Sie bei der Markenauswahl Wert? Ganz klar: Die Marke muss hip sein. Wir sind im Segment Lifestyle tätig, produzieren ausschließlich echten Schmuck und Uhren, es ist kein Modeschmuck. Unsere Materialien sind ausschließlich Sterling Silber
oder Edelstahl. Wir haben modischen Schmuck, aber keinen Modeschmuck. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Sie vertreiben also ausschließlich echten Schmuck und Uhren. Wo kann ich die Stücke erwerben? Nur im Fachhandel. Zurzeit bauen wir einen Onlinestore, der aber keine Konkurrenz zum Fachhandel werden darf, deshalb gibt es beim Online-Einkauf des Kunden für den nächstgelegenen Händler eine Provision. Mit welchem Schmuckstück haben Sie zuletzt jemanden glücklich gemacht? Ich hoffe, dass jeder, der eine Uhr oder ein Schmuckstück von unseren Marken kauft, damit glücklich ist. Und sich selbst? Uhren natürlich miteinbezogen. Ich trage Teile aus unserer Kollektion, die mir persönlich sehr gut gefallen. Das ist sehr spontan. Natürlich habe ich auch Lieblingsmodelle, die ich häufig trage, wie aktuell eine GOOIX Mercedes-AMG DTM Watch. Sie positionieren sich mit GOOIX Uhren und Schmuck im Bereich Lifestyle und behalten dazu die aktuellen Trends im Blick. Sehen Sie sich persönlich als Trendsetter? Ich sehe mich als genauen Beobachter, was sich in der Lifestyle-Welt tut. Daraus ergibt sich vieles.
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LIFESTYLE & TEAMSPIRIT bei GOOIX Group: Sarah Greisinger (Head of Product Management), Michael Stadlmann (Geschäftsführender Gesellschafter), Thomas Niedermair (Head of Marketing). GOOIX sponserte 2014 und 2015 das GOOIX Mercedes AMG-Team mit Pascal Wehrlein (im Hintergrund), DTM-Champion 2015 und jüngster DTM-Sieger aller Zeiten, seit 2016 deutscher Formel-1-Pilot.
Also sind Sie ein Siegertyp? Sieger würd ich nicht unbedingt sagen. Manchmal glaubt man, zu siegen, und verliert eigentlich. Sieger bist du ja nur, weil du einen Pokal bekommst. Die Frage ist: Was gewinnst du wirklich? Meines Erachtens klingt das Wort Sieger arrogant.
Das Lebensmotto von Michael Stadlmann, selbst jahrelang Motorsportler, verewigt am Helm: „Burn your tires, not your soul.“
Wie würden Sie sich dann selbst beschreiben? Zielstrebig, durchsetzungsstark. Ich weiß, was ich will, und habe eine Vision. Diese verfolge ich kompromisslos. Was ist Ihre Vision? Ich habe kapiert, dass Menschen der Schlüssel zu allem sind, du musst sie finden und überzeugen. So ein Unternehmen aufzubauen ist kompromisslos. Es gibt auch viele, die dagegen schießen. Damit musst du jeden Tag leben. Und darum musst du kompromisslos sein. Entweder billig oder teuer. Entweder ganz oder gar nicht. Wenn du zu viel auf andere hörst, bist du kein Unternehmer, sondern ein Nachsager. Und dann kommst du nicht weiter.
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Zeit wird immer mehr zum Luxus. Wofür nehmen Sie sich Zeit? Der Fokus liegt auf drei Dingen: Familie, Firma und
Ich habe kapiert, dass Menschen der Schlüssel zu allem sind. Du musst sie finden und überzeugen.
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Sport. Meine zwei Söhne im Alter von 13 und 7 Jahren sind zum Glück sehr sportaffin und auch viel dabei. Das unterstütze ich voll und ganz, weil ich davon ausgehe, dass Sportler eine andere Einstellung zum Leben und Beruf haben. Was ist im Sport anders als im Geschäft? Im Sport gibt es keine Lügen. Da hast du die Zeit schwarz auf weiß. Wenn jemand schneller ist als du, kannst du dich ausreden auf den Reifen, den Schuh, den Motor. Aber Fakt ist, der andere ist schneller. Also musst du etwas finden, was dich nach vorne bringt. Das ist ehrlich. Deshalb finde ich den Sport einen guten Performance-Messer, weil du sofort Ergebnisse hast. Im Geschäft dauert es oft sehr lange, bis du den Erfolg messen kannst.
Und trotzdem haben Sie sich auf das „Abenteuer Unternehmen“ eingelassen? Ja, mit dem Bewusstsein, dass du selber als Unternehmer nur so gut sein kannst – wie deine Mitarbeiter. Mercedes hat einen guten Spruch: One Team, one Vision. Es klingt heute so banal. Aber es stimmt. Toto Wolff nutzt es nichts, wenn er gut ist und sein Fahrer schlecht. Darum kann Hamilton alles tun, hat alle Freiheiten, kann seine Goldketten tragen, und Mercedes sagt: Solange er erfolgreich ist, lassen wir ihm diese Freiheiten. Und wenn sie ihn ändern würden, wäre er nicht mehr erfolgreich. Du musst die Menschen ihr Umfeld so gestalten lassen, dass sie sich wohlfühlen. Und das hat sich zu früher geändert. Denn ein Hamilton bei Mercedes wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen. Weil jeder gesagt hätte: Der passt gar nicht zu unserer Marke. Ihr Leitspruch? Burn your tires, not your soul. Verbrenne die Reifen, aber nicht deine Seele. Oder anders ausgedrückt: Immer Vollgas geben, aber selbst nicht auf der Strecke bleiben bzw. niemanden auf der Strecke lassen.
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Foto: Peek & Cloppenburg Herbst/Winter 2017
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DER HERR DER SCHUHE
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Text: Denise Derflinger Fotos: Andrew Phelps, Werbeagentur Q2
Das Material, aus dem Träume gemacht sind: Felix Strauss kreiert mit seinen Maßschuhen Begleiter fürs Leben.
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elix Strauss ist Schuhmacher aus Leidenschaft – und führt seit 1991 den väterlichen Betrieb in der Welser Innenstadt. Seine Maßschuhe aus feinstem Leder sind weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt, sie gelten als wahre Schmankerl am Nobel-Schuhmarkt und werden mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Der OBERÖSTERREICHER im Talk mit Felix Strauss. Herr Strauss, Sie vereinen Individualität und Gehgefühl zu exklusiven Maßschuhen. Was ist das Besondere an Ihren Schuhen? Das Besondere an meinen Schuhen ist, dass sie nachhaltig sind – dieses moderne Wort wird bei uns seit unseren Anfängen praktiziert. Schuhe können immer wieder repariert, immer wieder bearbeitet werden, das ist das Schöne an dem Lederprodukt. Für mich gehört der Schuh zu den wichtigsten Kleidungsstücken, er trägt uns durchs Leben und hat bei richtiger Pflege eine lange Lebenszeit. Ein guter und hochwertiger Schuh hat auch die wichtige Aufgabe, den Schweiß, den er tagsüber auffängt, wieder abzugeben. Das unterscheidet ihn maßgebend vom Billigschuh. 1977 begannen Sie in der Schusterwerkstätte Ihres Vaters die Lehre zum Schuhmacher, 1991 übernahmen Sie den väterlichen Betrieb. Welche Veränderungen nahmen Sie in die Hand? Während sich mein Vater auf Skischuhe, Bergschuhe, Haferlschuhe und schwere Stiefel spezialisiert hat, ging ich langsam aber stetig zur Galanteriearbeit über. Außer dem Leder, das ich aus Mailand, Bologna und Frankreich beziehe, sind meine Schuhe ein 100-prozentiges Welser Innenstadt Produkt: Vom Zuschnitt bis zur Bodenarbeit, also der Sohle, wird alles im Haus gefertigt. Ich arbeite zwar alleine, bin aber keine One-Man-Show: Meine Frau Krista unterstützt mich sehr, sowohl in der Buchhaltung
als auch im Ladenaufbau und beim Einkauf. Sie ist die richtige Frau für Details! Ihr Vater verstarb 2014, nachdem er Sie 30 Jahre lang bei Ihrem Werdegang zum Maßschuhmacher unterstützte. An welchen Moment mit ihm in der Schusterwerkstatt denken Sie gerne zurück? Mein Vater war mein Mentor. Er war immer ein loyaler Mensch, wir sind nicht nur im privaten, sondern auch im Arbeitsleben sehr gut miteinander ausgekommen. Diese Harmonie spiegelt sich bis heute in meinen Produkten wider. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich dazu gebracht hat, diesen Beruf zu erlernen. In meiner Jugendzeit wurde ich wegen meiner Ausbildung eher belächelt. Er war eine große Inspirationsquelle für mich und hat mir immer gesagt: „Gib nicht auf, wir schaffen das!“ Gibt es außer Ihnen noch weitere Maßschuhmacher in Oberösterreich? Ich schätze, es gibt eine Handvoll gute Maßschuhmacher in Oberösterreich. Dieser Beruf muss einem liegen. Für mich ist es ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man einer der wenigen ist, die heute noch Schuhe machen können. Das macht einen schon ein bisschen stolz. Wie aufwendig ist die Produktion eines Schuhpaares? Für ein Paar Maßschuhe brauche ich um die 25 bis 30 Stunden – dazu kommt noch die Vorlaufzeit, wenn sich der Kunde zum Beispiel ein bestimmtes Leder wünscht. Menschen, die ihre Schuhe bei mir kaufen, müssen mit einer Wartezeit von vier bis sechs Monaten rechnen. Welches Leder verwenden Sie für Ihre Maßanfertigungen? In Österreich gibt es leider fast keinen Händler
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Das Firmenlogo wird in die Sohle des Maßschuhs geprägt.
knöchelhoher Schnürschuh aus Elefantenleder
Maßschuhe Derby aus Rochenleder
Patinieren von speziell für diese Färbetechnik angefertigten Schuhen
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mehr, somit ist die Vielfalt beim Leder stark eingeschränkt, und es wird immer schwieriger, gutes Material aufzutreiben. Durch die großen Ledermessen in Mailand, Bologna und Paris habe ich den Zugang zu sehr guten Firmen bekommen, die hochwertiges Material anbieten. Den Großteil des Leders beziehe ich aus Mailand. Dort bekomme ich Klassiker wie Box-, Pferde- und Rauleder, aber auch Exoten wie Kudu-, Hai-, Rochen-, Krokodil- und Elefantenleder. Wie wird Nachhaltigkeit bei Ihnen gelebt? Der Beruf des Schusters ist an sich schon ein nachhaltiger Beruf: Wir reparieren alle Arten von Schuhen, nicht nur Maßschuhe, und hauchen den Produkten mit unserer Arbeit sozusagen neues Leben ein. Außerdem gehe ich sehr sparsam mit den Materialien um, damit kein unsinniger Abfall anfällt. Das Leder, das ich verwende, ist selbstverständlich geprüft und stammt von Tieren, die nicht nur für ihre Haut sterben mussten, sondern ganzheitlich verarbeitet werden. Gibt es im Maßschuhbereich einen derzeit vorherrschenden Trend oder gilt das Motto „zeitlose Eleganz“?
Eher Letzteres. Die meisten Kunden mögen eher klassisch-zeitlose Schnitte. Hierbei unterscheidet sich die Leistenfasson, also beispielweise spitze Leisten gegenüber den konservativen runderen Leisten. Bei den Farben geht Braun und Schwarz immer, wobei Strauss auch für bunte Schuhe steht. Ich versuche, poppige Farben ins Spiel zu bringen, das ist mir ein persönliches Anliegen. In Frankreich ist der Trend zum bunten Schuh schon angekommen, bei uns trauen sich viele leider noch nicht drüber. Eine Besonderheit meiner Arbeit ist, dass ich auch Schuhe patiniere: Ich bekomme angefertigte weiße Schuhe von einem Italiener meines Vertrauens zugeschickt, die ich dann mit speziellen Farben und einer ganz eigenen Technik anmale. Diese Kunst erfordert viel Übung, da die Farbübergänge so fließend wie möglich sein sollen.
Maßschuhe Gondoliere aus Kalbleder
bei mir im Laden stattfinden, lernen Interessierte die Hangriffe kennen, die ihre Schuhe täglich zum Glänzen bringen. Außerdem wichtig sind Holzspanner in den Schuhen, die nicht nur die Form halten, sondern auch Feuchtigkeit aus dem Schuh aufnehmen.
Wie viele von Ihnen gemachte Schuhe besitzen Sie? Derzeit besitze ich achte Schuhpaare – und damit würde ich wohl mein Leben lang auskommen. Allerdings lasse ich mich gerne inspirieren und fertige Schuhpaare an, die andere Menschen nicht haben und auch nicht tragen würden. Besonders was Farben anbelangt kann ich recht provozierend sein! (Lacht) Ein guter Schuh braucht gute Pflege. Was empfehlen Sie? Leder ist ein dankbares Material – aber nur, wenn es auch ausreichend gepflegt wird. Trockenheit ist für den Lederschuh ein Todesurteil, daher sollten Lederschuhe weder in der prallen Sonne stehen, noch zum Trocknen auf oder unter die Heizung gestellt werden. Wichtig beim Neukauf ist, den Schuh typgerecht vorab zu pflegen: Glattleder wird gecremt und gefettet, Rauleder wird mit einem Spray versehen. In unseren Schuhputz-Seminaren, die jeden ersten Samstag im Monat
Das Reich von Felix Strauss
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Edle Holzvertäfelung, stilvolle Messinglampen: Ein besonderes Ambiente für die Geburtsstunde des persönlichen Maßanzugs.
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Text: Petra Kinzl Fotos: Mathias Lauringer – Studio 365
EIN MASSANZUG, EIN LEBENSGEFÜHL
René Schielin selbst ist alles andere als angepasst. Dafür sitzt ein Anzug aus seinem Haus wie angegossen. Wenn der Kunde zum Designer wird und ein rotes Knopfloch zum persönlichen Statement.
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rieskirchen, Pühringerplatz 10. Einladender könnte das Ambiente nicht sein: Elegantes Holz. Stilvolle Lampen. Behaglicher Teppichboden. In der Ankleide ein Podest: Der Kunde ist König. Das spürt man hier sofort. Der OBERÖSTERREICHER stattet dem gebürtigen Kitzbüheler und Modeunternehmer in dritter Generation – der Großvater war selbst Schneider und betrieb ein Geschäft in Grieskirchen – einen Besuch ab und lässt sich in die hohe Kunst der Maßanfertigung einweihen. Herr Schielin, verkörpert ein Maßanzug heutzutage ein Statussymbol? Nein, ganz selten. Vielleicht bei Freaks wie mir, die verliebt sind in das Sich-Kleiden. Das Moral- und Wertegerüst verändert sich zum Glück. Es bringt mit sich, dass weniger Plunder gekauft wird. Kleidung brauchst du heute nicht
mehr als Statussymbol. Die Leute fühlen sich auch gut in Jeans. Die jungen Männer brauchen keinen Riesenschlitten mehr, um zu zeigen: „Ich bin der große Maxi“. Ich habe auch wenige ganz reiche Männer als Kunden, die direkt ein schlechtes Gewissen haben, weil sie so reich sind. Die sagen dann: Mach den Anzug ganz bescheiden, so richtig ärmlich, schon fast wie vom Flohmarkt. Wer sind denn Ihre Kunden? Ganz unterschiedlich. Vom Briefträger bis zum Universitätsprofessor, vom Pokerweltmeister bis zum Großindustriellen. Das Spektrum reicht vom Zimmermann-Zunftanzug bis zum bescheidenen Understatement-Anzug, vom eleganten Hochzeitsanzug bis hin zum ausgefallenen Künstleranzug für die Bühne. Die meisten Anzugskunden sind bei uns Bedarfskunden – für Hochzeit, Sponsion, Matura, Firmung oder im Business. Wie kommt es, dass Sie sich auf die Anfertigung von Maßanzügen spezialisiert haben? Das hängt mit der Freude am Beruf zusammen. Im Umgang mit den Menschen gehe ich richtig auf und habe eine kindische Freude dabei, wenn ich Kundschaften glücklich machen kann. Es ist trotzdem das Baby des Kunden, ich bin ja nur die Hebamme, um es zur Welt zu bringen. Werden in unserer Wegwerfgesellschaft eine hochwertige, langlebige Qualität und die Liebe zum Detail überhaupt noch geschätzt? Das Kleidungsstück erhält die Wertigkeit dadurch, dass der Kunde selbst am Design beteiligt war –
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Individuelles Design, hochwertiger Stoff und optimale Passform machen einen Maßanzug perfekt.
Aus Liebe zur Mode, mit Hang zur Perfektion.
„ Der Anzug ist das Baby des Kunden. Ich bin nur die Hebamme, um es zur Welt zu bringen.
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auch wenn das nur ein rotes Knopfloch ist oder der Knopf mit gelbem Garn angenäht wurde. Das vermittelt Bindung, das ist ein ideeller Mehrwert. Das ist wie bei der Geburt bei einer Frau: Die schmerzvolle Geburt bindet ja enorm, das ist beim Anzug ähnlich. Bei drei Stunden langer hochkonzentrierter Arbeit des Aussuchens und Entscheidens wird das fertige Produkt am Ende viel höher wertgeschätzt. Erlebt die Maßanfertigung eine Renaissance? Ja, Individualisierung erfährt eine zunehmende Wertigkeit, unabhängig davon, ob es jemand anderem gefällt oder nicht.
Kommt es auch vor, dass Sie im Büro oder bei den Kunden zu Hause Maß nehmen? Das kommt vor, ist aber die Ausnahme. Der Kunde kommt in der Regel zu uns ins Modehaus nach Grieskirchen, allein schon wegen der riesengroßen Stoffauswahl.
Im Zweiteiler 40 bis 45 Stunden, im Dreiteiler bis zu 50 Stunden.
Wie viele Stoffe stehen denn zur Auswahl? Rund 3.000.
Wie viel muss ein Mann auf den Tisch blättern, um sich einen Anzug auf den Leib schneidern zu lassen? Zwischen 600 und 3.000 Euro.
Treibt das nicht manchen Männern die Schweißperlen auf die Stirn? Klar! Meine Aufgabe ist es, den Kunden zu begleiten, ohne ihn zu manipulieren, damit er am Ende eine riesige Freude hat mit seinem selbst designten Anzug. Wie viele Arbeitsstunden stecken in einem Maßanzug?
Und wie lange ist die Wartezeit darauf? In der Regel vier bis fünf Wochen, wenn es eilt, dann eine Woche.
Im Gegensatz zur Damenmode, wo eine Kollektion die nächste jagt, verhält es sich bei Herrenmode etwas konservativer. Wie zeitlos ist ein Anzug? Egal, ob jetzt von der Stange oder ein Maßanzug, realistisch gesehen würde ich sagen: Ein Anzug ist etwa zehn Jahre tragbar. Nicht wegen des Stoffes,
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DAZU EIN REICHER FUNDUS an stilsicheren Accessoires: Krawatten in hunderten Farbtönen, Stecktücher, Manschettenknöpfe, Krawattennadeln oder extravagantes Schuhwerk.
sondern wegen des Schnittes. Ich bin seit 35 Jahren im Geschäft. Die Farben bei Männern waren immer Dunkelblau, Schwarz, Grau, Schoko, Beige und die Stoffe Baumwolle, Leinen, Schurwolle, etwas Seide. Einmal mehr Glanz, einmal weniger Glanz. Der Hauptgrund, etwas nicht mehr tragen zu können, war immer das „zu eng“ oder „zu weit“. Gibt es bei Anzügen trotzdem gewisse Trends, an denen sich Ihr Maßatelier orientiert? Schon, aber bei den Männern sind das längere Zyklen als bei den Damen. Die Mode lebt immer vom Extrem. Auch der noch so Konservative kann sich nicht entkoppeln vom Zeitgeist. Auch wenn er glaubt: „Da tu ich nicht mit.“ Wir pendeln zwischen Zwangsjacke und Bademantel. Derzeit stehen wir eher bei den Zwangsjacken, supereng. Bei den Damen wird es schon wieder lockerer. Und was ist, wenn sich die Figur ändert? Ein Anzug hat immer Stoffbeigaben. Da kannst du 10 Kilo zunehmen oder abnehmen. FAMILIE SCHIELIN LIEBT ES STILVOLL UND AUSGEFALLEN: Martina und René Schielin haben zusammen fünf Kinder. Sohn Leander (links) arbeitet tatkräftig im Herrengeschäft mit, während sich Martina Schielin in ihrem eigenen Geschäft für Damen in Grieskirchen modisch austobt.
Holen Sie sich Inspirationen aus Modemetropolen wie Paris, London oder Mailand? Als Einkäufer war ich zuletzt in Düsseldorf und Berlin. In Mailand und Florenz bin ich oft, weil ich auch Ware von Italien hole. Als ordentlicher Textilianer musst du wissen, was abgeht auf der Welt. Welche Kollektionen gibt es, welche Dekorationen. Was zeichnet einen perfekten Anzug aus Ihrem Hause hinsichtlich Optik, Tragekomfort und Herstellung aus? Ein besonderes Lebensgefühl. Ich hoffe, dass sich das im Lächeln und Wohlbefinden des Kunden äußert.
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Schon bei der Stoffauswahl ist ein Gespür für den Kunden gefragt.
2 Entscheidungsfreudigkeit ist bei der Festlegung des Designs angesagt.
1 In 3 Schritten zum maßgeschneiderten Anzug 1. Stoffauswahl 3.000 Stoffe. Die können einem schon einmal die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Edle Musterkataloge mit besten Qualitäten von renommierten, italienischen Webereien wie Ariston Napoli, Cerrutti oder Reda, wandern aus der Lade auf den spiegelglatten Holztresen. Einfärbig, Karo oder Nadelstreif? Knitterfreie Schurwolle, feines Kaschmir oder Kamelhaar, beliebte Baumwolle, natürliches Leinen, weicher Samt oder edle Seide? Leichtes Tuch für den Sommer oder ein wärmendes Gewebe für die kalte Jahreszeit? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das vierköpfige Beratungsteam rund um René Schielin schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz und lässt den Kunden bei dieser ersten wichtigen Entscheidung natürlich nicht im Stich. So wird die Stoffauswahl für den Zwei- oder Dreiteiler zum Kinderspiel. Ist diese Hürde einmal genommen, kann der Herrenausstatter bereits eine erste, wichtige Information geben: die Kostenschätzung. Damit es im Nachhinein keine unerwarteten Überraschungen gibt. 2. Design festlegen Entscheidungsfreudig sollte sich der Anzugträger in spe im nächsten Schritt zeigen: Futter, Kragen, Knöpfe, Kantensteppung, Ledereinsätze bei Taschen oder am Ellbogen und die Personalisierung auf der Sakko-Innenseite wollen ausgewählt werden. Jedes noch so kleine Detail bekommt
Entspannung beim Maßnehmen.
seinen persönlichen Auftritt. Wenn es um die Hose geht, drängen sich Fragen zu Bund, Taschen und eventuellen Hosenträgerknöpfen auf. Den individuellen Wünschen sind kaum Grenzen gesetzt: sei es nun ein rotes Knopfloch, das Monogramm in der Ärmelklappe, eine praktische Brillentasche oder ein gelber Zwirn, der einem Knopf Halt gibt. Das Bild schärft sich nach und nach, der individuelle Anzug nimmt konkrete Form an. Zwischendurch ein Schluck Wasser, ein Stück Schokolade, ein kräftiger Kaffee oder frische Luft im idyllischen Innenhof halten das Gute-Laune-Barometer oben, der Schweiß auf der Stirn schwindet, die Vorfreude auf das gute Stück wächst.
3. Maß nehmen Damit der Anzug am Ende wie angegossen sitzt, wird als Nächstes bei den Körpermaßen Hand angelegt. Vom Brustumfang über die Kragenweite bis zur Beinlänge, vom Scheitel bis zur Sohle, erfasst das geschulte Auge mithilfe eines Maßbands alle Daten millimetergenau. Nun darf sich der Kunde entspannt zurücklehnen. Von der Vision zur Realität ist es nicht mehr weit. Der „Geburtstermin“ rückt näher. Nach einer Produktionszeit von drei bis vier Wochen – bei dringenden Angelegenheiten schon nach einer Woche – darf Mann seinen selbst designten Anzug persönlich in Empfang nehmen. Das Baby kommt zur Welt.
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Martina Schielin mit den Models
Männerstyling von Marlies Pinsker
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Legende: IWC Mark XVIII Die Nachfolgerin der berühmten Mark XI, Automatikwerk, Metallband. € 5.550
Klassiker: IWC Fliegeruhr Chronograph Automatikwerk, wasserdicht, funktionell, 43 mm Edelstahlgehäuse mit Weicheisenkäfig. € 5.550
NUR FLIEGEN IST SCHÖNER Warum gerade Fliegeruhren einen legendären Ruf genießen, können uns die Spezialisten von Uhrmachermeister Hübner erklären. Hochwertige Zeitmesser waren speziell in den Anfängen der Fliegerei lebensnotwendig. Sie waren zur Navigation unabdingbar und mussten zugleich die schwierigen Bedingungen der damaligen Flugzeuge aushalten. Starke Magnetfelder, die durch die riesigen Flugzeugmotore erzeugt wurden, enorme Vibrationen, Druckabfall, extreme Hitze und Kälte – all das musste eine Fliegeruhr wegstecken können – und dabei mit bester Ablesbarkeit ausgestattet sein. Die Fliegeruhren von IWC sind optimale Vertreter ihrer Art: robust, mit feiner Technik ausgestattet und mit historischer Legitimation – schließlich stellte IWC bereits 1936 die erste Uhr speziell für die Fliegerei vor.
Die ganz Große: IWC Große Fliegeruhr Ausgestattet mit großem Automatikwerk mit Pellatonaufzug und 8 Tagen Gangautonomie, eine echte Ikone. € 13.600
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Uhrmachermeister Hübner präsentiert: Fliegeruhren von IWC Schaffhausen
Mr. Cool: IWC Spitfire Klassischer Fliegerchronograph im etwas anderen Design, Metallband € 6.550
Reisefreudig: IWC Timezoner Chronograph Einzigartige Weltzeituhr mit Chronograph € 13.400
Neben Schwarz auch in Blau und Braun zu haben: IWC Fliegeruhren – auch in 36 mm für schlanke Handgelenke € 4.530
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MARC O’POLO Stores Linz, Arkade Taubenmarkt, Landstraße 12 Wels, Schmidtgasse 24 · Pasching, Plus City, Pluskaufstraße 7 Ried i. I., Hauptplatz 44 Salzburg, Sigmund-Haffner-Gasse 6 & Europark, Europastraße 1 Wien, Rotenturmstraße 19 & Trattnerhof 1 Vösendorf, Shopping City Süd · St. Pölten, Kremsergasse 27 Innsbruck, Rathaus Galerien, M.-Th.-Str. 18
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Fotos: Marc O Polo/ Peter Lindbergh
ROBBIE ZUM ANZIEHEN Anlässlich des 50. Geburtstags von MARC O’POLO ist eine einzigartige Design Collaboration mit Pop-Legende Robbie Williams entstanden. Der internationale Superstar hat zusammen mit dem Modelabel eine ikonische Capsule Collection mit Logo-Sweater entworfen. Robbies Ehefrau Ayda brachte ihre Kreativität bei den Entwürfen der Damen-Kollektion ein.
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ür MARC O’POLO verkörpert Robbie Williams die „Follow Your Nature“-Markenphilosophie perfekt. Robbies Antrieb, sich über die Jahre stetig weiterzuentwickeln und sich dabei selbst stets treu zu bleiben, spiegelt auch den Spirit von MARC O’POLO wider. Kein Wunder also, dass man sich in Sachen kreativer Zusammenarbeit schnell einig war. Und da die Neunzigerjahre gerade ein großes Revival erleben, kommt man am Logo-Sweater nicht vorbei. Statement-Pullover sind tief verwurzelt in der Markengeschichte, für die MARC O’POLO bekannt und beliebt ist. Die MARC O’POLO LogoSweater waren es auch, die sich bei Robbie schon damals großer Beliebtheit erfreuten. Und die Farbe Pink, die in der Capsule Kollektion eine große Rolle spielt, ist aktuell nicht nur „in“ – auch Robbie ist ein großer Fan davon. Design Session bei Robbie Williams zu Hause Für die erste Design Session lud Robbie Williams das MARC O’POLO Team zu sich nach Hause ein.
In entspannter Atmosphäre sprudelten die Ideen nur so aus ihm heraus, während Bernd Keller, COO von MARC O’POLO, Skizzen dazu fertigte. Der erste Vorschlag? Ein übergroßes Logo, das sich über den Sweater erstreckt und den Spirit von heute mit Robbies Erinnerungen an die ersten MARC O’POLO Logo-Sweater verbindet. Der Besuch und das Treffen hätte nicht authentischer und natürlicher sein können. Die gelassene Stimmung und der familiäre Geist der Collaboration wurden gekrönt von Robbie Williams Tochter, die eine genaue Vorstellung davon hatte, welches Pink für die Sweater infrage komme – und genau dieses Pink wurde schließlich zur HighlightFarbe der Capsule Collection. Robbies Frau Ayda unterstützte die Runde mit ihren Ideen für die Damen-Kollektion. Eine davon: Songtitel einiger Hits von Robbie zu integrieren, um den Damen-
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Revival: Schon in den Neuzigerjahren liebte Superstar Robbie Williams Logo-Sweater, denen er nun für MARC O‘Polo seinen Stempel aufdrückt.
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Robbie zu integrieren, um den DamenDesigns das gewisse Etwas zu verleihen. Robbies Favoriten waren „Love my Life“ und „Come Undone“. Das illustre, kreative Zusammentreffen dauerte viel länger als geplant und hat sich mehr als gelohnt: Eine Iconic Capsule Collection entstand an diesem Tag.
Robbie Williams Tochter zeichnet für das Pink der Sweater verantwortlich.
„Come Undone“: Robbies Songtexte wurden auf den Sweatern verewigt.
Kampagnenshooting mit Peter Lindbergh Während des Kampagnenshootings im historischen Master Shipwright’s House in London mit Fotografenlegende Peter Lindbergh fühlten sich Ayda und Robbie sichtlich wohl. Die Bilder zeigen den wahren Robbie Williams: Ein Mann, der trotz seines Erfolgs als Entertainer fähig ist, Intimität, Sensibilität und Leidenschaft zu zeigen – ganz zu schweigen von seinem einzigartigen Sinn für Humor. Die Styles der Kollektion Ein Sweatshirt, ein Hoodie-Kleid und ein Blouson für Women in lässigen, modernen Shapes. Ein Crewneck Sweater, ein Hoodie und eine Williams-inspirierte Trainingsjacke für Men. Mit exklusiver Autogramm-Stickerei von Robbie Williams am Ärmel. Dank hochwertigem Doubleface-Strick aus ultrasoftem, langlebigem Cotton-Stretch-Mix
Fotos: Gisela Schober/Getty Images for Marc O’Polo
Robbie und seine Frau Ayda beim Kampagnenshooting mit Peter Lindbergh. Neben Sweater, Hoodies und Blousons für Damen und Herren gibt es auch Boxershorts mit dem berühmten MARC O‘POLO Erdbeer-Print.
Robbie Williams & Gattin Ayda Field (l.) und Schauspieler Mads Mikkelsen mit Gattin Hanne Jacobsen am Red Carpet bei der 50er-Party im Marc O’Polo Headquater in Stephanskirchen.
sind die Modelle auch unglaublich bequem. Besonders hot: Boxershorts mit dem berühmten MARC O’POLO Erdbeer-Print. Die Robbie Williams x MARC O’POLO Special Edition mit rund 20 Teilen ist exklusiv erhältlich in MARC O’POLO Stores und im Online Shop.
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WELCOME TO THE STRIPCLUB, GENTLEMEN! Qualvolles Augenbrauenzupfen war gestern, heutzutage wird gestript! Und das geht ganz easy: mit den andmetics Kaltwachsenthaarungsstreifen. Jeder Streifen ist perfekt an die jeweilige zu enthaarende Gesichtspartie angepasst. Effizient und leicht in der Anwendung – so wie es Männer lieben.
Das heißt jedoch nicht, dass sich Männer nun zu Beautyexperten entwickeln müssen. Im Gegenteil – das wahre Geheimnis liegt darin, dass Au-
Erhältlich bei Bipa um 9,90 Euro
Die speziell geformten Kaltwachsenthaarungsstreifen für Augenbrauen perfektionieren jede Augenbraue in nur zwei Minuten.
genbrauen natürlich aussehen, ohne dass sie dabei aus der Form geraten. Grundregel Nummer 1: Entfernt wird nur, was überflüssig ist. Um zu wissen, was nun nicht hingehört, wird am besten die perfekte Form der Augenbraue mithilfe eines herkömmlichen Stiftes ermittelt. Grob orientiert sich der Mann am
besten an der Länge eines Auges als Abstand zwischen den Brauen. Der optimale Beginn der Augenbraue: Legen Sie den Stift leicht an die Nasenseite an und halten Sie ihn senkrecht nach oben – dies ist Ihr perfekter Augenbrauenanfang. Danach wird der höchste Punkt der Augenbraue de-
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ie müssen sich keineswegs in Ihrer Männlichkeit verletzt fühlen, wenn auch Sie Ihre Augenbrauen in Form bringen. Nicht nur das weibliche Geschlecht sollte auf einen gepflegten Look achten. Auch bei Männern ist natürlich der erste Eindruck ausschlaggebend. Und weil der erste Blick des Gegenübers meist ins Gesicht fällt, ist es auch für die Herren der Schöpfung wichtig, ordentlich in Form gebrachte Augenbrauen vorzuweisen, die nicht nach WaigelManier dicht, breit und buschig als kleiner Urwald über dem Auge dem Gegenüber ins Gesicht springen. Gepflegt geformte Augenbrauen unterstreichen sowohl Ihren Style als auch Ihren Charakter.
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Fotos: andmetics
Die andmetics Ear Wax Strips ermöglichen eine punktgenaue Enthaarung bei den Rundungen und Eingängen der Ohrlöcher.
finiert: Schauen Sie gerade in den Spiegel, legen Sie den Stift am Mundwinkel an und halten Sie ihn schräg in Richtung Brauen-Mitte sodass der Stift direkt am äußeren Rand der Iris vorbeigeführt wird. So ermitteln Sie also Ihren höchsten Punkt der Augenbraue. Bis hierhin steigt die Braue 2/3 in ihrem Verlauf von der Nasenwurzel an und fällt am höchsten Punkt 1/3 in Richtung Ende der Augenbrauen wieder ab. Ein 2/3 ansteigender und 1/3 abfallender Brauen-Bogen sorgt für einen natürlichen Liftingeffekt, da das Auge optisch geöffnet wird und dadurch wacher und frischer wirkt. Und das Ende? Auch ganz easy: Legen Sie den Stift steil schräg vom Nasenflügel zum äußeren Augenwinkel an. Der Stift markiert nun das exakte Ende der Augenbraue.
Erhältlich bei Bipa um 9,90 Euro
Darüber hinaus sollte in Richtung Ohr und Schläfe kein Haar mehr sprießen. Ebenso handhabt der Mann von heute die Härchen zwischen den beiden Augenbrauen: Sind Ihre Brows über der Nase zusammengewachsen, sollten Sie dem Wildwuchs Einhalt gebieten. Um die Augenbrauen zu formen, sollten Männer vor allem am unteren Rand der Brauen zupfen. Am besten man beschränkt sich hier möglichst auf einzelne Ausreißer. Zu viele entfernte Härchen lassen Männer wiederum weiblich wirken. Der gleiche Effekt stellt sich ein, wenn ein Mann seine Brauen zu schmal formt. Wer es mit dem Formen übertreibt, kann seinen Fehler nicht so schnell und leicht korrigieren und muss sich schließlich gedulden, bis die einzelnen Härchen wieder nachgewachsen sind. Legen Sie selbst Hand an: Entweder überlassen Sie nun die Arbeit einer Kosmetikerin oder Sie legen selbst Hand an. Das ist einfacher, als Sie vielleicht denken: mit den andmetics BROW wax strips. Diese speziell vorgeformten Kaltwachsenthaarungsstreifen verfügen über die perfekte Form der Augenbraue: nämlich 2/3 ansteigend und 1/3 abfallend. Dieser ergonomische Schwung der Brauen verleiht dem Gesicht Ausdruck – ohne weiblich zu wirken. Die andmetics Enthaarungstrips – speziell für Männer – perfektionieren jede Augenbraue dieser Welt in nur zwei
Minuten. Und das äußerst effektiv: Die Haare werden bis zur Wurzel entfernt und wachsen erst bis zu vier Wochen später seidenweich nach. Sie werden staunen, wie einfach und schnell Sie ein perfektes Ergebnis erreichen können. Die Strips verfügen über Markierungspunkte zum leichten Positionieren. Das Geheimnis der patentierten andmetics Strips: die perfekte Form mithilfe von Kaltwachs! Kaltwachs ist nicht nur besser verträglich und angenehmer als Warmwachs oder das Zupfen einzelner Härchen, die Anwendung ist auch günstiger und schneller als herkömmliche Methoden. andmetics Enthaarungsstreifen für Augenbrauen sind einmalig am Markt, in Österreich bereits patentiert und zum internationalen Patent angemeldet. Das Gleiche gilt für Männer-Ohren: Gepflegt sollen sie sein! Und auch hier hat andmetics die Lösung: Die speziellen Enthaarungsstreifen für die Ohren entfernen in wenigen Minuten alle lästigen Härchen. Die Anwendung erfolgt von zuhause aus und ist einfach und sicher. Die Strips sind perfekt an die Rundungen und Eingänge der Ohrenlöcher angepasst und ermöglichen so eine punktgenaue Enthaarung – ohne unnötige Stellen zu reizen. Mehr Informationen unter: www.andmetics.com
Ein 2/3 ansteigender und 1/3 abfallender Brauen-Bogen sorgt für einen natürlichen Liftingeffekt.
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AUF DIE WIESN
Zum 184. Mal öffnet das Münchner Oktoberfest vom 16. September bis zum 3. Oktober seine Pforten. Hendl, Maß und Brezen werden heuer sytlisch in Lederhosen und Trachtenoutfits von Trachten Wichtlstube genossen. www.wichtlstube.at
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Text: Ulli Wright Fotos: Heli Mayr
JOSEF: GLASKLAR ZUM ERFOLG Die Firmen Schachermayer und Rechberger gehören zu den Big Playern unter den familiengeführten Betrieben unseres Landes. Seit neun Jahren stehen die Brüder Josef und Gerd Schachermayer an der Spitze der Unternehmen, die sie von ihrem Vater Roland in sechster Generation übernommen haben. Wir haben Josef Schachermayer (35) zum Interview gebeten.
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mart und sympathisch empfängt mich Josef Schachermayer in seinem Büro im Rechberger-Gebäude in Linz. Blickfang, gleich neben der Tür: ein paar Ski im typischen Schachermayer-Gelb. Ansonsten ist das stylische Büro in dezentem Weiß gehalten. Auf der bequemen Couch reden wir bei Kaffee und Cola light über die Verantwortung, einen Familienbetrieb mit 2.100 Mitarbeitern zu führen. Außerdem verrät mir der 35-jährige Linzer, wie sehr ihn sein Vater unternehmerisch geprägt hat, und er zeigt mir stolz seine neueste Errungenschaft, das „Josef Glas“, das auf seinen Namen getauft wurde. Seit 2008 führen Sie und Ihr Bruder die Geschäfte der Firmen Schachermayer und Rechberger. Wer ist wofür zuständig? Wir haben uns die Geschäfte nach den jeweiligen Interessen aufgeteilt. Mein Bruder ist technisch sehr
versiert, daher leitet er die Geschäfte der Firma Schachermayer (Großhandel für holz- und metallverarbeitende Betriebe, Industrie und Handel, Anm. d. Redaktion). Mein großes Interesse gilt der Hotellerie und der Gastronomie, daher bin ich für die Firma Rechberger, die als Großhändler für Gastronomie, Hotellerie und Handel tätig ist, zuständig. Unsere beiden Unternehmen sind aber eng miteinander verbunden. So bedienen wir uns zum Beispiel derselben Logistik und IT. Die Firma Rechberger war aber nicht immer im Besitz der Familie Schachermayer? Nein, Johann Rechberger gründete im Jahr 1885 in Linz ein Handelsgeschäft für Porzellan und Geschirr. Unsere Familie hat die Firma Rechberger im Jahr 1959 erworben und schrittweise zu einem österreichweit tätigen Großhandel ausgebaut. Ursprünglich war Rechberger ein Tochterunternehmen von der Firma Schachermayer. Mittlerweile sind es zwei völlig eigenständige Unternehmen. Wann sind Sie in das Familienunternehmen eingestiegen? Ich habe 2001 maturiert und habe
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„Wir kommen mit der Produktion der Josef-Gläser kaum nach und haben nicht damit gerechnet, dass die Serie ein derartiger Erfolg wird.“
damals bei Rechberger in Urfahr im Detailgeschäft zu arbeiten begonnen. Daneben habe ich in Salzburg berufsbegleitend studiert. War es immer Ihr Wunsch, in den Familienbetrieb einzusteigen? Ja, ich könnte mir nichts anderes vorstellen. Wir hatten das Glück, dass mein Vater zu Hause immer sehr positiv über die Unternehmen gesprochen hat. Er hat uns das Gefühl vermittelt, dass es wirklich Spaß und Freude macht, ein Unternehmen zu führen und weiterzuentwickeln. Wir sind nie zu etwas gezwungen worden. Ihr Vater Roland war eine Unternehmerpersönlichkeit und ein Visionär. Er hat die Internationalisierung der Firma Schachermayer initiiert und vor allem in Osteuropa Niederlassungen eröffnet. Was haben Sie von ihm gelernt? Ich habe irrsinnig viel von ihm gelernt. Wir – mein Bruder, mein Vater, mein Großvater und ich – hatten unsere Büros direkt nebeneinander und sind natürlich sehr oft zusammengesessen. Ich habe in dieser Zeit sicher mehr gelernt als all die Jahre an der Universität. Die Firma Rechberger ist führender Spezialist für Gastrobedarf, Hotelbedarf und Handel im Bereich Porzellan, Geschirr und Küchenbedarf. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und wie ist das Unternehmen aufgebaut? Wir beschäftigen derzeit 180 Mitarbeiter. Als Geschäftsführer bin ich hauptsächlich im strategischen Bereich tätig. Für das operative Tagesgeschäft ist
Edles Design und gastronomietaugliche Profi-Qualität machen die Firma Rechberger zum optimalen Partner für Gastronomie und Hotellerie .
mein Prokurist Gottfried Mühlbachler zuständig. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der strategischen Erweiterung des Sortiments und der Erschließung von neuen Vertriebswegen. Wohin geht der Weg? Was sind Ihre Ziele? Da wir in beiden Firmen, Rechberger und Schachermayer, von der Kapazität her schön langsam an unsere Grenzen stoßen, werden wir uns künftig vom Standort her neu strukturieren. Es ist an der Zeit, Fläche zu generieren und daher werden wir den Standort von Rechberger in der Lastenstraße erneuern. Wir bleiben in jedem Fall in Linz. Rechberger hat nicht nur namhafte Marken wie Lilien Austria, Riess oder Villeroy & Boch im Sortiment, 2009 haben Sie mit „ilios“ auch eine sehr starke Eigenmarke auf den Markt gebracht. Was ist das Besondere daran? Als Marktführer in der Branche in Österreich sehe ich es als unsere Verpflichtung, sämtliche Topmarken anbieten zu können. Das ist Teil unserer Firmen-
philosophie. Mit „ilios“ ist es uns gelungen, eine starke Eigenmarke speziell für die Gastronomie zu entwickeln. 2009 haben wir mit acht Gläsern gestartet. Im Lauf der Zeit haben wir das Sortiment schrittweise ausgebaut und unter anderem auch um Sondereditionen wie das Spritz-Mixx-Glas erweitert. 2010 wurde das Konzept auch auf den Besteck-Bereich ausgedehnt. Heute umfasst „ilios“ acht Besteck-Kollektionen. Was macht „ilios“ so erfolgreich? „ilios“ ist für den professionellen Einsatz ausgelegt und punktet mit gastronomietauglicher Profi-Qualität und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Vergangenen Herbst haben Sie auf der Fachmesse „Alles für den Gast“ in Salzburg Ihren neuesten Streich,
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Unternehmer Josef Schachermayer fühlt sich in der Gastronomie wie zu Hause.
und hatten etliche Hundert Muster zur Ansicht. Es hat rund zwei Jahre gedauert, bis wir endlich am Ziel waren.
ein Glas namens „Josef“, präsentiert. Was hat Sie dazu motiviert, eine Gläserserie, die Ihren Namen trägt, zu machen? Bereits kurz nach der Markteinführung wurde „ilios“ zur meistverbreiteten Gläserserie in Österreich. Vor allem vom Preis-Leistungs-Verhältnis decken wir damit den Markt perfekt ab. Aber in der Top-Kategorie hat im Gläserbereich etwas gefehlt. Und da wir der Branchenführer sind, müssen wir auch das beste Produkt im Sortiment haben. Somit haben wir uns eines Tages vorgenommen, das beste Glas, das es gibt, zu entwickeln. Wie sind Sie dabei vorgegangen? Ich muss ehrlicherweise sagen, dass es relativ schwierig war, dieses Vorhaben in die Realität umzusetzen. Wir haben unzählige Glashütten abgeklappert
Und das Ergebnis? Herausgekommen ist eine handgemachte Kollektion, die Gläser für Weißwein, Rotwein, Champagner, Wasser und einen Dekanter umfasst. Mit nur 40 bis 120 Gramm ist das „Josef Glas“ besonders zart und liegt federleicht in der Hand. Trotzdem ist es ein Schwergewicht für vinophile Genießer – die spezielle Kelchform macht es möglich. So können sich Aromen bestmöglich entfalten und Wein sowie auch Champagner kommen in ihrer gesamten Komplexität optimal zur Geltung. Wie kommen die Gläser in der Branche an? Das Erfreuliche ist, dass die Gläser super gut ankommen und wie Gold gehandelt werden (lacht). Wir kommen mit der Produktion kaum nach und haben nicht damit gerechnet, dass die Serie ein derartiger Erfolg wird. Unsere Vertreter streiten sich darum, wer die Gläser als Erster den Kunden liefern darf. Vor allem auch unsere weinaffinen Kunden wie Vinotheken und Winzer sind begeistert. Was macht für Sie ein gutes Glas aus? Erst die richtige Form des Glases bringt Wein und Champagner so richtig zur Geltung. Nur so können sich komplexe Aromen bestmöglich entfalten. Wenn man sich schon einen guten und teuren Wein leistet, dann soll man diesen auch aus einem edlen Glas genießen. Porzellan, Geschirr und Gläser müssen nicht nur funktionell sein, sie müssen auch das Auge befriedigen. Wie wichtig ist es, dass Sie für Ihre Kunden immer up to date sind? Das ist äußerst wichtig. Unser Sortiment ist sehr emotional
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Gleich nach der Matura im Jahr 2001 hat Josef Schachermayer bei der Firma Rechberger zu arbeiten begonnen und nebenbei in Salzburg studiert.
Sympathisch: Der Linzer Unternehmer Josef Schachermayer im Gespräch mit Chefredakteurin Ulli Wright.
„ und hat viel mit Design und schöner Optik zu tun. Branchentrends in Gastronomie, Hotellerie und Handel zu erkennen und sich entsprechend aufzustellen, zählt zu den großen Herausforderungen. Dabei richten wir uns nach internationalen Trends und sind auf den großen Messen unterwegs. Bei den Eigenmarken fungieren wir aber auch als Trendsetter und forcieren Designs. Man kann das in etwa mit der Modebranche vergleichen. Bedienen Sie auch den Einzelhandel? Unsere Kunden kommen zu 80 Prozent aus dem Bereich der Gastronomie und Hotellerie und wir bieten ihnen im Non-Food-Bereich ein allumfassendes Vollsortiment. In der Branche verfügen wir als Marktführer über einen großen Bekanntheitsgrad. Endkunden bedienen wir nur in Linz. Was ist Ihre Motivation? Mir macht meine Arbeit einfach einen Riesenspaß. Was ja auch kein Wunder ist, da sich im Prinzip alles um Essen, Trinken und Genuss dreht. Und wenn man das mit Design verbinden kann, dann ist das doch das Beste, was einem passieren kann. Dann sind Sie auch häufig bei Ihren Kunden anzutreffen? Ja natürlich, es ist ja auch sehr prak-
Wir hatten das große Glück, dass mein Vater zu Hause immer sehr positiv über das Unternehmen gesprochen hat.
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tisch, dass unsere Kunden de facto Gastronomen sind (lacht). Rechberger beschäftigt an die 200 Mitarbeiter. Eine große Verantwortung ... Solange in Österreich viel gegessen und getrunken wird und wir unsere Kunden gut beliefern können, geht es uns gut (lacht). Nein, Spaß beiseite: Unsere Mitarbeiter sind ein entscheidender Bestandteil unseres Erfolgs. Deshalb investieren wir in sie, vor allem Weiterbildung hat bei uns einen hohen Stellenwert. Die Kompetenz und das Fachwissen unserer Kollegen sorgen für professionelle Beratung für jede Kundengruppe. Rechberger ist nun schon seit fast 60 Jahren im Besitz Ihrer Familie. Worin liegt das Erfolgsgeheimnis? Unser Sortiment zeichnet sich durch eine ausgewogene Mischung von Markenartikeln und Produkten für preissensible Käufer aus. In unserem Business wird die persönliche Beratung großgeschrieben. Daher beschäftigen wir mehr als 40 AußendienstKollegen und Key-Account-Manager, die unsere Kunden kompetent beraten. Mit rund 7.000 lagernden Artikeln können wir eine hohe Warenverfüg-
barkeit bieten, was eine Sicherheit bei der Bestellung mit sich bringt. Außerdem können wir als Großhändler auf das umfangreiche Angebot unserer Lieferanten zugreifen. Was ist die Herausforderung, in einem Familienbetrieb zu arbeiten? Das Gute ist, dass die Unternehmen in unserem Besitz sind und wir keinen Aktionären verantwortlich sind. Das ermöglicht es uns, gesund und ohne großen Druck zu wachsen. Wir haben von unseren Vorgängern Top-Unternehmen übernehmen können und mein Ziel ist es, diese im selben Stil an unsere Nachkommen weitergeben zu können. Privat sind Sie mit einer der schönsten Frauen Österreichs, Ex-MissAustria Silvia Hackl, verheiratet und Vater einer vierjährigen Tochter. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Das Familienleben steht ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Meine Frau ist Geschäftsführerin der Miss Austria Corporation, und wann immer es passt, begleite ich sie zu Veranstaltungen. Außerdem reisen wir sehr gerne. Vor allem Kurztrips haben es uns angetan. Da ich beruflich viel herumkomme, relaxe ich auch mal ganz gerne. Noch eine letzte Frage: Was hätten Sie beruflich gemacht, wenn Sie nicht ins Familienunternehmen eingestiegen wären? Dann wäre ich Vertreter bei Rechberger geworden (lacht).
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Junge Haubenköche unter sich (v. l.): Thomas Hofer (Culinariat/Bergergut), Philip Rachinger (Mühltalhof) und Lukas Nagl (Bootshaus/Hotel Das Traunsee)
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Text: Denise Derflinger Fotos: Andrew Phelps, Werbeagentur Q2
Text: Nicole Madlmayr Fotos: Andreas Röbl, Bergergut, Andreas Balon, www.traunseehotels.at
Die drei Steirereck-Schüler Thomas Hofer, Lukas Nagl und Philip Rachinger sind nach Oberösterreich zurückgekehrt und bieten hier kulinarischen Genuss auf Hauben-Niveau.
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ie sind jung, unkonventionell und allesamt Haubenköche: Thomas Hofer (Culinariat/ Bergergut), Lukas Nagl (Bootshaus/Hotel Das Traunsee) und Philip Rachinger vom Mühltalhof verbindet ihre Leidenschaft für kulinarische Höhenflüge. Kennengelernt haben sich die drei Oberösterreicher im Steirereck in Wien. In dem bekannten Restaurant von Heinz Reitbauer, der national wie international als Österreichs Aushängeschild gilt, konnten sie wichtige Erfahrungen sammeln.
Philip Rachinger hingegen hat es wieder dorthin gezogen, wo seine Wurzeln sind: in den Mühltalhof in Neufelden. Dort steht er gemeinsam mit seinem Vater Helmut am Herd. Die Position des Küchenchefs teilen sie sich und die Gäste sind von den kulinarischen Köstlichkeiten begeistert. Ebenso wie die verantwortlichen Gaumen bei Gault Millau, die das Restaurant gleich mit drei Hauben ausgezeichnet haben. Alle drei Hotels gehören nicht umsonst zu der Vereinigung der Genießerhotels in Österreich und sind somit Anziehungspunkte für Feinschmecker.
„Diese Zeit hat uns sehr geprägt, weil wir uns in dem Rahmen, den Heinz Reitbauer gesteckt hat, ziemlich frei bewegen konnten“, erzählt Lukas Nagl. „Ihm war das Ergebnis wichtig. Wie wir es erreichen, dabei hat er uns freie Hand gelassen. Das war eine tolle Chance für uns und wir konnten uns immer weiter entwickeln.“
In unregelmäßigen Abständen kommt es zwischen den drei Spitzenköchen zu einem Treffen. „Wir schätzen einander sehr und tauschen uns auch gern aus“, sagt Thomas Hofer. „Etwa, wenn einer von uns einen neuen Lieferanten braucht. Dann können wir die anderen fragen und über deren Erfahrungen sprechen. Philip und ich haben mittlerweile zum Beispiel den gleichen Milchkalb-Produzenten.“
Alle drei Köche hat es am Ende allerdings wieder zurück in die Heimat, nach Oberösterreich, gezogen, wo sie ihre eigenen Projekte verwirklicht haben. Und das äußerst erfolgreich. Thomas Hofer ist mit seinem GenussAtelier Culinariat vor gut einem halben Jahr am Bergergut in Afiesl eingezogen und verwöhnt die Gäste seitdem mit feinsten Gerichten. Zwei Hauben gab es dafür von Gourmetführer Gault Millau. Lukas Nagl hat es geschafft, das Restaurant Bootshaus im Hotel Das Traunsee in einen Treffpunkt für Gourmets zu verwandeln. So viel Engagement und Kochkunst wurden ebenfalls mit zwei Hauben belohnt.
Und die drei freuen sich auch über die Erfolge der anderen – wie etwa jenen, dass Philip Rachinger in diesem Jahr zum sechstbesten Koch Österreichs gewählt wurde. Konkurrenzdenken – Fehlanzeige! Die drei Köche im Porträt finden Sie auf den folgenden Seiten. →
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DER HERD-NERD Haubenkoch Thomas Hofer bezeichnet sich selbst als Herd-Nerd. Mit seinem Culinariat ist er zu Jahresbeginn von Hellmonsödt ins Bergergut nach Afiesl übersiedelt.
Schon als Kind entdeckt Thomas Hofer seinen „Herd-Trieb“ und damit verbunden eine große Leidenschaft für die Küche, hochwertige Produkte und kreative Ideen. Am liebsten verarbeitet er regionale Produkte, wobei ihm das Wort Regionalität schon ein wenig überstrapaziert scheint. „Wir versuchen, Produzenten so gut wie möglich an unser Haus zu binden“, sagt er. „Im Großhandel bekomme ich nur das, was da ist. Bei kleineren Produzenten aus der Umgebung, wie Fischzüchtern oder Gärtnereien, hingegen kann man auch Einfluss nehmen. Dann bekommt man wirklich das, was man braucht.“ Nach Zwischenstopps in der österreichischen Gastronomie-Elite, wie dem Steirereck in Wien und dem Taubenkobel in Schützen am Gebirge, hat es Hofer wieder nach Oberösterreich gezogen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Eva-Maria Pürmayer hat er 2013 sein eigenes Restaurant eröffnet – das Culinariat in Hellmonsödt. Und mit eben diesem ist er mit Jahresbeginn ins Bergergut nach Afiesl übersiedelt. Dort kredenzt er den Gästen gern Feinstes vom Milchkalb, Kräuterraritäten und alte Gemüsesorten.
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DER HEIMKEHRER Philip Rachinger hat es nach Stationen in Wien, England und Frankreich wieder zurück ins idyllische Mühlviertel gezogen. Dort teilt er sich jetzt mit seinem Vater die Küche im Mühltalhof.
Raus in die weite Welt und wieder zurück – so könnte man das bisherige Leben von Haubenkoch Philip Rachinger in aller Kürze beschreiben. Denn nach seiner Zeit im Steirereck in Wien will er eigentlich nach Frankreich, doch Küchenstar Pierre Gagnaire schickt ihn erst ins Sketch nach London. Nach knapp eineinhalb Jahren in Großbritannien packt er seinen Koffer und versucht sein Glück erneut in Paris. Er arbeitet bei Sven Chartier im Restaurant Saturne, bis sein Vater Helmut Rachinger ihn fragt, ob er nicht in den Familienbetrieb einsteigen möchte.
Das war im Herbst 2013, und seitdem teilen sich Vater und Sohn die Küche im Mühltalhof in Neufelden. Dieser vereint – direkt an der idyllischen Mühl gelegen – das mehrfach ausgezeichnete Restaurant und ein kleines, feines Hotel. Dass die Küche mit drei Hauben gekrönt ist, schmeckt man zwar, aber man spürt es nicht. Denn die Atmosphäre ist herzlich, bodenständig und unaufgeregt. „Wir kochen mit dem, was uns die Natur gerade bietet“, sagt Rachinger. „Gute Zutaten stellen einen konstanten Reiz für uns dar. Vor allem die Komposition zu einem neuen Ganzen stachelt unsere Kreativität an. Es ist wie ein Spieltrieb.“
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DER INTERNATIONALE Seit mittlerweile vier Jahren ist Lukas Nagl für die kulinarischen Genüsse im Restaurant Bootshaus in Traunkirchen verantwortlich. Er setzt dabei auf beste Produkte, die so wenig wie möglich verarbeitet werden.
Der Arbeitsplatz von Lukas Nagl ist ein ganz besonderer. Er liegt direkt am Traunsee und ist mit einem herrlichen Seeblick ausgestattet: das Restaurant Bootshaus, das zum Seehotel Das Traunsee gehört. Was früher ein durchschnittliches Speiselokal war, hat sich seit seinem Umbau 2011 in einen Treffpunkt für Gourmets verwandelt. Erfahrungen, Ideen und Eindrücke hat der Haubenkoch zuvor in Deutschland und der Schweiz ebenso gesammelt wie in Amerika und Afrika.
Fisch gibt es frisch aus dem See. „Wir kaufen gern nicht nur einzelne Fische, sondern den ganzen Fang“, erzählt der dreifache Vater. „Das habe ich auf Sansibar so kennengelernt, wo ich mit meiner Frau ein Hotel aufgemacht habe. Dort ist das gang und gäbe, um den Fischern das Leben zu erleichtern. Für uns ist es eine große Herausforderung, alles zu verarbeiten. Das macht mir Spaß!“
Im Bootshaus geht Nagl weg von der klassischen Speisekarte und setzt vielmehr auf an die Natur, die Produkte und die Jahreszeit angepasste Speisen. Beste regionale Rohstoffe verarbeitet er so wenig wie möglich, um seinen Gästen unverfälschte und intensive Geschmackserlebnisse zu bescheren.
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GENIESSER-SEEHOTEL DAS TRAUNSEE Direkt am malerischen Traunsee im Salzkammergut befindet sich das in 3. Generation von Familie Gröller geführte 4-SterneS-Hotel mit geräumigen Komfortzimmern und Suiten, alle mit herrlichem Balkon-Seeblick und teilweise direktem Seezugang. Ebenso in Seelage verwöhnt ein feiner Wellnessbereich, unter anderem mit Sauna und Dampfbad sowie Massagen und eigener Kosmetikerin. Das Gourmet-Panoramarestaurant »Bootshaus« zählt mit seiner raffinierten Küchenlinie »Im Wandel der Werte« zu den kulinarischen Hotspots der Region. Unbedingt einen Besuch lohnt auch die hauseigene Poststube 1327 mit moderner Wirtshausküche im nahen Schwesterhotel Post. 4801 Traunkirchen · Klosterplatz 4 T +43 (0) 76 17 / 22 16 · traunsee@traunseehotels.at www.traunseehotels.at
GENIESSERHOTEL MÜHLTALHOF In verträumter Lage am Ufer der Großen Mühl lädt der 4-SterneMühltalhof zu entspannenden Ferientagen. Die fantasievolle, mehrfach ausgezeichnete Küche von Vater Helmut und Sohn Philip Rachinger begeistert mit gelebter Nachhaltigkeit und einem feinen Gefühl für das richtige Maß der Dinge. Genussvolle Idylle in Vollendung, zu dem lässig-modernes Wohndesign und eine Prise Ländlichkeit einen frechen, aber harmonischen Kontrapunkt setzen. Für entspannende Momente empfiehlt sich ein Besuch in »Iras Kosmetik- und Beauty-Oase« mit Ruheraum am Flussufer, Sanarium, Dampfbad und angenehm wohltuenden Behandlungen. 4120 Neufelden · Unternberg 6 T +43 (0) 72 82 / 62 58 · reception@muehltalhof.at www.muehltalhof.at
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GENIESSER-ROMANTIKHOTEL BERGERGUT
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Als perfektes Versteck für Verliebte präsentiert sich das 4-Sterne-S-Bergergut im Mühlviertel, eingebettet zwischen Böhmerwald und Donaustrom – natürlich mit höchsten Gourmeterlebnissen aus der 2-Haubenküche und so mancher liebevollen Überraschung nur für Paare. Stilvoll verträumtes Ambiente, viel Privatsphäre und entspannter Luxus garantieren perfekte Momente sinnlicher Zweisamkeit. Zum Wohnen stehen liebevoll gestaltete Suiten und Doppelzimmer bereit, eine Klasse für sich ist auch die Wellness »Loveness« mit zahlreichen Paar-Angeboten, Privat-Spa-Bereich, paradiesischem Garten sowie beheiztem Außen- und Innenpool. 4170 Afiesl · Oberafiesl 7 T +43 (0) 72 16 / 44 51 · bergergut@romantik.at www.romantik.at
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DER VOLLBLUTGASTRONOM
AMERICAN STYLE UND LOFTATMOSPHÄRE: OX Steaks & Grill in den Star Movie Kinos Wels, Steyr, Ried, PlusCity Pasching und ab Sommer 2018 neu in Tulln.
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Thomas Altendorfer zwischen Sushi, Steaks und 1000 PS. Ein Interview mit einem der größten Gastronomen Oberösterreichs über Cashcows, seinen spontanen Heiratsantrag und Freiheiten, die er sich herausnimmt.
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er Bua muass Pfarrer werden“, hatte es geheißen. Daraus wurde nichts. Die Veranlagung zum Wirt hat er quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Aufgewachsen als Sohn einer Gastwirtsfamilie des Lembacher Hofes im Mühlviertel, war Thomas Altendorfer schon früh auf sich alleine gestellt. Der Vater starb, als Thomas noch keine sechs Jahre alt war. Mit zehn Jahren kommt der Jüngste von fünf Geschwistern ins Petrinum-Internat nach Linz. Nach der Tourismusfachschule in Bad Ischl lockt der Ruf der weiten Welt. Nach einem intensiven Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff in Amerika wieder zurück in Österreich, setzt der damals 24-Jährige alles auf eine Karte und sperrt 1990 sein erstes Lokal mit vier Mitarbeitern in Grieskirchen auf. Gewohnt wurde im Keller, geputzt hat er das Lokal selber. 27 Jahre später zählt das Altendorfer-Imperium 15 Lokale in Linz (OX, Herberstein, Schlossbrasserie, Beteiligung am Café Central), Wels (OX, Hendrix), Steyr (OX + Bar), Ried (OX + Bar, Sugarfree), Lambach (Kinski) und Grieskirchen (Manglburg, Die Alm, Marxim). Warum die Rechnung des Wahl-Grieskirchners aufgegangen ist und wann ein Romantiker in ihm steckt, verrät der zielstrebige Vollblut-Gastronom bei einem Lokalaugenschein.
in der PlusCity Pasching angesiedelt sind und von den Gästen auf Anhieb geliebt wurden. Das fünfte OX geht im Frühjahr 2018 in Tulln an den Start. Fallen wir gleich mit der Tür ins Haus, besser gesagt, ins Lokal: Was ist Ihr Erfolgsrezept? Ich lebe von den Gästen. Und wir sind tüchtig, sonst hätten wir das alles nicht geschafft. Es gibt keinen größeren Gastronomen in Oberösterreich. Zu Spitzenzeiten haben wir 180 Mitarbeiter, davon 50 Köche. Das kommt nicht von irgendwo. Ich muss schon sagen, dass ich dafür auf vieles verzichtet habe. Die viel zu späte Familienplanung zum Beispiel. Jetzt haben wir nur eine Tochter. Ich hätte gerne noch ein zweites oder drittes Kind gehabt. Wir haben also schon gewisse Entbehrungen auf uns genommen. Besonders in den 90er-Jahren haben wir nur gehackelt. Das Tanzlokal „Tomaselli“ in Grieskirchen, später „Crazy Sepp“, war zehn Jahre lang eine Bank. Das war eine Cashcow, mit der wir gutes Geld verdient haben.
Sie beweisen einen exzellenten Riecher in der Gastronomie. Ihr jüngster Coup nennt sich OX Steaks & Grill, die bei den Starmovie-Kinos Wels, Steyr, Ried und
Insgesamt 15 Lokale halten auf Trab. Wie oft kommen Sie dazu, sich auszuschlafen? Das ist echt mein Handicap und damit hadere ich ich nehme die Probleme jetzt
„
Worauf legen Sie bei Ihren Mitarbeitern wert? Am wichtigsten sind mir die Mitarbeitergespräche, denn gerade in der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, gute Leute zu lukrieren. Wert lege ich auf Dienstkleidung und Sauberkeit.
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Text: Petra Kinzl Fotos: Chris Holzinger, Foto Walter, Shutterstock
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Ich möchte meiner Tochter die Welt zeigen.
Ihre persönlichen Vorlieben: lieber Steak oder Sushi? Ich esse Sushi als Vorspeise und ein Steak als Hauptspeise (lacht). Thomas Altendorfer: „Ich hatte vor, mit 50 nicht mehr zu arbeiten. Daran arbeite ich noch.“
teilweise mit ins Bett. Ausschlafen gibt es ganz, ganz selten, außer im Urlaub. Sonst vermittle ich eher einen müden Eindruck, aber ich kann mich selber so motivieren, dass ich Gas gebe. Wenn der Wecker läutet: Raus aus den Federn oder Schlummertaste? Biologische Uhr. Ich brauche keinen Wecker. Ich will keinen Druck haben und mir auch selber keinen auferlegen. Deswegen gibt es bei mir normalerweise keine Termine. Darum haben Sie unseren ersten Interviewtermin verschwitzt (schmunzelnd). Schön, dass es jetzt beim zweiten Anlauf geklappt hat. Ich entschuldige mich dafür natürlich vielmals, ich hatte auch im Kopf anzurufen. Ich sage immer, wenn jemand etwas will, ich bin Montag bis Freitag in meinem Büro in der Grieskirchner Manglburg vormittags erreichbar. Am Nachmittag bin ich dann unterwegs, aber ich weiß vorher nie genau, in welchem der Lokale. Diese Freiheit nehme ich mir. Worauf schauen Sie in einem anderen Lokal als Erstes? Benchmarking halte ich für sehr wichtig. Man wird ja teilweise betriebsblind und auf seine
Fehler nicht mehr aufmerksam. Es wird immer schwieriger in der Gastronomie. Wer nicht gut kocht, kann sowieso gleich zusperren. Ich muss den Gast begeistern können. Ich sag immer: Die Schnellen fressen die Langsamen, die Großen die Kleinen. Holen Sie sich Ideen auch außerhalb Österreichs? Für mich ist London die kulinarische Hauptstadt Europas. Der Londoner geht Frühstücken, Mittagessen und Abendessen. Demnächst bin ich sicher wieder einmal dort. In Österreich gehen die Leute viel zu wenig essen. Von den zwei Hauben im Herberstein haben Sie sich freiwillig verabschiedet. Warum? Wir veränderten das Konzept in Richtung Sushi und Steaks und haben uns dann nicht mehr klassifizieren lassen. Wenn du den sehr hohen Anspruch nicht erfüllen kannst, dann bist du negativ. Und das hab ich nicht mehr ausgehalten. Warum gibt es Sushi nur im Herberstein und im OX in der PlusCity? Du bekommst kaum gute Sushi-Köche in Österreich. Der muss noch dazu authentisch sein und sollte wie ein Japaner, Chinese oder wie ein Asiate aussehen.
Die Palette reicht vom Steak-Lokal bis zum Partystadl. Gibt es gastronomisches Neuland, das Sie noch interessiert? Nein, eigentlich nicht. Ich werde in Zukunft nur die OX-Steaks & Grill-Linie forcieren. Es wird in naher Zukunft sicher einige OX-Standorte mehr geben. Ehrlich gesagt, möchte ich keine Lebensaufgabe mehr haben. Eigentlich hatte ich vor, mit 50 aufzuhören. Daran arbeite ich noch. Was schwebt Ihnen vor, wenn Sie nicht mehr arbeiten? Reisen und meiner Tochter die Welt zeigen. 27 Jahre wilde Ehe, Hochzeit vor zwei Jahren. Für eine Hochzeitsreise mit Ihrer Lebenspartnerin Petra, mit der Sie auch beruflich ein starkes Team bilden, war damals keine Zeit. Haben Sie die inzwischen nachgeholt? Nein, wir haben so viele Hochzeitsreisen gehabt und viele schöne Urlaube. Wir waren nur in den Weihnachtsferien eine Woche Schifahren in Tirol, was wie eine Hochzeitsreise war, denn Weihnachten können wir normalerweise nie wegfahren. Wie sah der Heiratsantrag aus? Das war vor zwei Jahren am Muttertag. Das war arbeitsmäßig ein sehr anstrengender Tag. Den Abend haben wir noch
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bei schönem Wetter auf unserer Terrasse ausklingen lassen, unsere Tochter hat schon geschlafen. Und dann dachte ich mir, heute passt’s. Das war ganz spontan. Ich hab die Petra da überrascht und bin vor ihr niedergekniet, und sie hat Ja gesagt. Die Hochzeit hab ich dann schnell selber geplant, knapp vier Monate später wurde geheiratet. Im eigenen Haus natürlich, mit 400 Gästen.
FAMILIE AN ERSTER STELLE Petra (47), Valentina (9) und Thomas Altendorfer (51).
PS-starke Autos sind eine Leidenschaft von Ihnen. Was steht denn so in Ihrer Garage? Darüber möchte ich gar nicht reden, ich bin eigentlich einfach gestrickt. Aber ich gebe schon zu, dass ich mir gerne Oldtimer kaufe und immer am Suchen bin. Etwa 1.000 PS in der Garage werden es schon sein. Ja, es ist eine Leidenschaft von mir. Und ich fahre auch gerne schnell. Wie oft flattert eine Strafe wegen Schnellfahrens ins Haus? Alle paar Monate. Ihr Bruder Edi betreibt ein Gastro-Beratungsunternehmen und die Lokale „Stadtliebe“ und „Paul’s“ in Linz. Wie ist Ihr Verhältnis? Er macht seins, ich mach meins. Es gibt gegenseitige Wertschätzung, aber wir arbeiten noch nicht zusammen. Das hat sich bisher noch nicht ergeben. Eine abschließende Frage noch: Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Als Unternehmer bin ich mir meiner Vorbildwirkung bewusst. Ich bin ein Steinbock. Hochmotiviert und ehrgeizig. Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, will ich es auch erreichen.
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Text: Nicole Madlmayr Fotos: Andreas Röbl
GEISTREICH ZUM ERFOLG Im beschaulichen Mühlviertel, 20 Kilometer nördlich von Linz, lebt Peter Affenzeller seinen Traum. Er produziert Whisky, Gin und Wodka – und das nicht nur sehr erfolgreich, sondern sogar CO2-neutral.
I
m Jahr 2010 schmiss Peter Affenzeller seinen Job im Außendienst eines renommierten österreichischen Unternehmens, um seinen Traum zu leben. Den Traum einer Whisky-Destillerie in seinem Heimatort Oberweitersdorf im Mühlviertel. Sieben Jahre sind seither vergangen – und dass sein Unternehmen dermaßen erfolgreich wird, damit hat der 31-Jährige selbst nicht einmal in seinen kühnsten Träumen gerechnet. „Ich habe immer an mich geglaubt und daran, dass es funktionieren wird, aber das alles so aufgeht, das hätte ich wirklich nicht gedacht.“ Als er das sagt, schüttelt Affenzeller lächelnd den Kopf, immer noch ein bisschen ungläubig. Dazu mischt sich allerdings auch Stolz. Auf alles, was er in diesen sieben Jahren erreicht hat, denn zu Beginn haben ihm sogar seine besten Freunde davon abgeraten. Eine Whisky-Destillerie im Mühlviertel – wie soll das funktionieren?
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Marmelade, Ketchup, gebrannte Kürbiskerne: Produkte, die mit Gin und Whisky veredelt werden, gibt es im Shop zu kaufen.
Whisky aus dem Hause Affenzeller: goldgelbe Farbe und edle Verpackung
„ Neues Schaulager geplant Es klappt – 30.000 Liter Whisky, die pro Jahr produziert werden, dazu 15.000 Liter Wodka und Gin sowie 25.000 Besucher sind der beste Beweis. Die Edelbrände aus dem Hause Affenzeller – mehrfach international ausgezeichnet – werden auf der ganzen Welt getrunken. „Im Moment warten wir darauf, dass der Bau unseres Schaulagers von den Behörden genehmigt wird“, erzählt Affenzeller, nachdem wir auf der Sonnenterrasse seines Cafés Platz genommen haben. „Wir möchten das Schaulager, das Platz für 400 Fässer
Ich wollte der Natur etwas zurückgeben, nachdem wir so viel von ihr bekommen.
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bietet, 2018 eröffnen. Es ist eine Erweiterung unseres Besucherzentrums und soll einen noch besseren Einblick in die Whisky-Herstellung geben.“ Im neuen Schaulager kann man als besonderes Goodie eine Patenschaft für ein Fass übernehmen. Affenzeller selbst bezeichnet es lachend als „Hall of Fame“, weil der Name des Paten in das Fass graviert
wird und jeder Besucher sehen kann, wem welches Fass gehört. Wenn der Whisky fertig gereift ist, bekommt der Pate seinen ganz persönlichen Edelbrand. Getreide aus eigenem Anbau Bei der Produktion setzt der 31-Jährige auf höchste Qualität und Regionalität. Verarbeitet wird ausschließlich Getreide, das er gemeinsam mit seinem Vater auf umliegenden Feldern anbaut. Für den Fall, dass eine Ernte weniger gut ausfällt, ist er gerüstet. Landwirte aus der Umgebung bauen für ihn Ge-
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Im Shop können die Edelbrände auch verkostet werden.
Das Café bei der Whisky-Destillerie wurde 2015 eröffnet.
treide mit an, das er im Fall des Falles verwenden kann. „Darauf haben wir aber glücklicherweise noch nie zurückgreifen müssen“, sagt er. Gebrannt wird der Whisky dann sehr schonend und langsam, nicht industriell. Auf diese Weise, so der Experte, hätten Geist und Aromen entsprechend viel Zeit, sich zu verbinden. Ist das Produkt einmal im Fass, wird etwa keine Pumpe mehr verwendet, weil das die Aromatik zersetzen würde. Affenzeller: „Wir bearbeiten es nur noch sehr schonend und kontrollieren jeden Monat, ob es richtig reift!“ Faszination Whisky Erstmals Korn gebrannt hat Peter Affenzeller übrigens als 18-Jähriger. Was damit zu tun hatte, dass der Sepp’nHof – so der Hausname – schon immer über ein Getreidebrennrecht verfügte und er schon als Kind dabei war, wenn Kornschnaps gebrannt wurde. Das Interesse für Whisky wurde in seiner Jugend geweckt. „Erst haben wir ihn
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Der Meister und sein Produkt: Peter Affenzeller beim Verkosten seines Whiskys
beim Fortgehen mit allem Möglichen gemixt getrunken, irgendwann haben wir ihn dann pur verkostet, und mich hat fasziniert, welche Aromen man schmecken konnte“, erinnert sich Affenzeller. „Danach wollte ich selbst versuchen, Whisky zu brennen.“ „White Swan“: Wodka & Gin Was folgt, ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie nur das Leben schreibt. Internationale Prämierungen für die Edelbrände lassen nicht lange auf sich warten, Peter Affenzeller selbst wird 2014 mit dem Jungunternehmerpreis ausgezeichnet. Er erweitert die Produktpalette um Wodka und Gin und verkauft diese unter dem Label „White Swan“. Auch hier ist höchste Qualität das oberste Prinzip. Besonders freut er sich über die gerade erst zustande ge-
kommene Zusammenarbeit mit „Pink Ribbon“, dem weltweiten Symbol für Solidarität mit Brustkrebspatientinnen, in Österreich. „Dafür habe ich eine eigene Linie mit einem rosé-farbenen Sloe Gin kreiert und unter dem Namen ,Pink Swan’ patentieren lassen“, erzählt Affenzeller. „Von jeder Flasche, die wir davon verkaufen, geht ein Teil des Erlöses an die Krebshilfe. Diese leichte, elegante Linie passt sehr gut zur Pink-Ribbon-Initiative und ich freue mich, dass wir damit auch ein Zeichen für die Frauen setzen können.“ Gut für die Umwelt Doch Peter Affenzeller ist nicht nur Unternehmer, er engagiert sich auch für die Umwelt. Das ist eine Herzenssache für ihn, denn von der Natur bekommt er bestes Getreide als Grundlage für seinen Whisky. Aus diesem Grund hat er seinen Betrieb zertifizieren lassen. „Ich wollte der Natur etwas zurückgeben, nachdem wir so viel von ihr bekommen“, sagt er. „Wir haben einen CO2-Fußabdruck
„Wir sind die erste Whisky-Destillerie weltweit, die ihren CO2Ausstoß auf null reduzieren konnte.“
machen lassen. Das bedeutet, dass der gesamte CO2-Ausstoß, den wir produzieren, gemessen wurde. Dazu zählen zum Beispiel auch die Anfahrtswege unserer Mitarbeiter mit dem Auto und unser Glas- und Kartonverbrauch. Für
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zurück. „Ich bin hier aufgewachsen, es ist ein Kraftplatz für mich“, erzählt Affenzeller. „Ich habe meinen Eltern bei der Arbeit am Hof geholfen. Nach der Schule bin ich mit meinen Freunden in den Wald und erst am Abend wieder heimgekommen. Das hat mich sehr geprägt.“
dieses CO2, das wir erzeugen, müssen wir einen Beitrag zahlen. Und von diesem Geld werden Bäume gepflanzt, Windräder gebaut, Wasserkraftwerke unterstützt. Somit ist unser Betrieb beim CO2-Ausstoß auf null. Wir sind damit die erste Whisky-Destillerie weltweit, die das gemacht hat, und wir sind sehr stolz darauf, dass wir CO2-neutralen Whisky produzieren.“
Und wenn es Abend wird und rund um die Whisky-Destillerie Ruhe einkehrt, dann nimmt sich Peter Affenzeller selbst gern ein Glas Single Malt, goldgelb und traditionell aus 100 Prozent Gerstenmalz gebrannt, und setzt sich damit auf die Terrasse. Begleitet vom sommerlichen Zirpen der Grillen und mit Blick auf die umliegenden Wälder und Wiesen, genießt er dann jenes Produkt, das ihm dazu verholfen hat, seinen Traum zu leben.
Kraftplatz Mühlviertel Dieses Bedürfnis, sich zu engagieren und die Umwelt zu schützen, führt der 31-Jährige auch auf seine starke Verwurzelung mit dem Mühlviertel
WHISKY RICHTIG GENIESSEN Whisky genießt man ohne Eis, am besten bei Zimmertemperatur in einem Stielglas, damit man die Finger nicht direkt am Glas hat. Erst riecht man daran. Im Fachjargon heißt das: Man tastet den Edelbrand mit der Nase ab. Danach nimmt man einen kleinen Schluck auf die Zunge und schmeckt und spürt die verschiedenen Aromen. Für zwei Zentiliter Whisky darf man gut und gerne eine Dreiviertelstunde brauchen. Dann genießt man richtig!
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BIER: DURSTLÖSCHER & GENUSSMITTEL Biersommelier Michael Leingartner über gutes Bier, warum es Durstlöscher und Genussmittel zugleich ist und wie es richtig eingeschenkt wird.
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Text: Nicole Madlmayr Fotos: Bildstadt, Shutterstock
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ier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.“ Das soll schon Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, im 18. Jahrhundert gesagt haben. Die Österreicher fühlen sich noch immer von Gott geliebt, haben sie im Vorjahr pro Kopf durchschnittlich 103,2 Liter Bier getrunken. Vom reinen Durstlöscher hat sich der Gerstensaft längst auch zum Genussmittel entwickelt, wie Biersommelier Michael Leingartner von der Brau Union Österreich weiß.
„
Wie muss ein gutes Bier schmecken? Oder lässt sich das nicht so allgemein sagen, weil es auch eine Frage des individuellen Geschmackes ist? Wie für Biertrinker ein Bier schmecken muss, damit sie es für sich als gut bewerten, hängt stark von der persönlichen Erwartungshaltung ab. Das individuelle Geschmacksempfinden entscheidet darüber, ob wir vollmundige, bittere oder auch fruchtige Biere favorisieren. Was das Bier selbst betrifft, hängt es auch davon ab, um welchen Stil es sich handelt. Für Biersommeliers gibt es grundsätzlich ein internationales Skriptum, in dem 118 unterschiedliche Bierstile beschrieben werden. Das bei uns meist getrunkene Österreichische Märzen – egal, aus welcher Brauerei es kommt – ist übrigens nur einem dieser 118 Stile zuzuordnen. Für die Bewertung des Bieres ist ausschlaggebend, wie stilgerecht es von der Brauerei gebraut wurde. Was muss zum Beispiel das Österreichische Märzen haben, damit es Ihren Ansprüchen genügt? Das Österreichische Märzenbier charakterisiert sich durch eine strahlend strohgelbe Farbe, eine weiße, beständige und feinporige Schaumkrone, erfrischend spritzigen Kohlensäuregehalt, eine milde, aber merkbare Hopfenbittere und einen ausgewogenen Körper,
der keine zu hohe Restsüße aufweist. Der Alkoholgehalt liegt meist um die fünf Volumenprozent. Für einen optimalen Trinkgenuss empfiehlt sich eine Trinktemperatur von etwa acht Grad. Optik, stabiler Schaum, fein-herber Geruch: Woran erkennt man ein gutes Bier? Qualitativ hochwertiges Bier muss vor allem frei von unerwünschten Geruchsund Geschmacksaromen sein. Diese können beim Brauvorgang, bei unsachgemäßer Lagerung oder unzureichender Schankhygiene in der Gastronomie entstehen. Ist das der Fall, kann es vorkommen, dass Bier nach ranziger Butter, gekochtem Gemüse oder nassem Pappkarton riecht oder aber auch ungewollt sauer schmeckt. Bei der sensorischen Prüfung unterscheiden wir in Farbe, Trübung, Beschaffenheit und Stabilität des Schaumes sowie Geruch, Geschmack und Nachtrunk. Das ist das, was im Mundraum zurückbleibt, nachdem wir unseren Schluck getrunken haben. Zu jedem Bierstil gibt es hierzu Referenzen. Wie kalt sollte man Bier servieren, damit es sich geschmacklich voll entfalten kann? Erfahrungemäß kann ich sagen, dass wir unsere Biere in Österreich etwas zu kalt trinken oder serviert bekommen, um tatsächlich die volle Aromavielfalt wahrnehmen zu können. Das liegt daran, dass Bier bei uns auch als Erfrischungsgetränk wertgeschätzt und nicht immer als Genussmittel langsam in kleineren Mengen genossen wird. Zu Hause ist die zu kalte Trinktemperatur darauf zurückzuführen, dass unsere Kühlschränke auf die optimale Lagerung von frischen Lebensmitteln ausgelegt sind. Bei Bier gibt es allerdings keine pauschale Empfehlung zur richtigen Trinktemperatur, diese hängt wiederum vom Stil des Bieres ab. Bier aus der Flasche so in ein Glas einzuschenken, dass eine schöne Schaumkrone entsteht, ist fast schon eine Kunst. Wie macht man es denn richtig? Für eine schöne Schaumkrone ist es wichtig, dass das Bierglas mit kaltem Wasser ausgespült wird. Spülmaschinen hinterlassen einen Glanztrockner
Zum Wohl! Diplom-Biersommelier Michael Leingartner
am Glas, der sich negativ auf den Bierschaum auswirkt. Idealerweise schenkt man das Bier in drei Schritten ein. Wenn Flasche und Glas denselben Inhalt fassen, schenken wir zuerst schwungvoll etwa die Hälfte des Bieres ein und lassen es etwas im Glas ruhen. Danach füllen wir in zwei Schritten das Glas auf – zuerst so weit, dass der Schaum den Rand des Glases erreicht, abschließend heben wir mit der restlichen Flüssigkeit die Schaumkrone aus dem Glas empor. Woran liegt es, dass viele ihr Bier lieber aus der Flasche trinken? Hat das auch geschmackliche Vorteile? Geschmacklich ist darin kein Vorteil zu sehen. Die Sinneswahrnehmung erfolgt durch Mund und Nase. Wobei der Geruch beim Trinken aus der Flasche auf alle Fälle zu kurz kommt! Für das Geschmacksempfinden ist es auch wichtig, wie sich das Bier im Mundraum entfaltet. Darum gibt es für viele Getränke und so auch für unterschiedliche Bierstile eigene Gläser. Man kann das selbst ausprobieren und das Lieblingsbier aus dem dafür typischen Glas und zum Vergleich aus einem Wasserglas gleicher Größe trinken. Allein hier sind schon Unterschiede erkennbar. Eines kann man dem Flaschentrinker allerdings zusprechen: Märzen, Pils oder Radler sind direkt aus der Flasche spritzige Durstlöscher, weil es zu keiner Kohlensäureentbindung durch das Einschenken kommt.
ZUR PERSON Michael Leingartner ist Diplom-Biersommelier und seit vergangenem Herbst auch amtierender Staatsmeister der Biersommeliers. Der 34-jährige Wiener überzeugte dabei die Fachjury mit fundiertem Wissen, sensorischem Können und einer souveränen Bierpräsentation.
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Urtypisch Zipfer: DER EIGENE WEG Wenn Mut, Charakter und Innovationsfreude aufeinandertreffen, entsteht feinster Biergenuss.
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Fotos: Brau Union Österreich AG
Die Brauerei Zipf ist ein Unternehmen mit Tradition.
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chon seit dem allerersten Moment kann man Zipfer eines zuschreiben: das Gehen eines eigenen Weges. Denn wenn ein Bankier aus Wien eine kleine und recht desolate Wirtshausbrauerei im Hausruckviertel kauft, um dort Bier zu brauen, ist das schon recht ungewöhnlich – und es ist ganz sicher ein eigener Weg. Franz Schaup hatte 1858 den Mut, diesen Weg zu beschreiten, und heute kann Zipfer stolz auf dieses Jahr als Gründungsjahr verweisen. Franz Schaup und sein Sohn Wilhelm investierten in ihre kleine Brauerei unweit des Attersees, und gemeinsam legten sie damals auch schon den Grundstein für ein zweites Charakteristikum, dem Zipfer seit knapp 160 Jahren treu bleibt: dem Interesse am Neuen. Dampfmaschinen oder Kühlanlagen waren im 19. Jahrhundert keineswegs üblich, und man kann sich gut vorstellen, wie der kleine Ort Zipf gestaunt haben muss ob all der technischen Neuerungen... Auf Siegeszug durch Österreich 1967 rollte die erste Lieferung eines ganz besonderen Bieres aus der Brauerei: Der erste Urtyp verließ Zipf und trat seinen Siegeszug in ganz Österreich an! Der damalige Braumeister Ernst Forster kann selbstverständlich noch alle Details des Starts erzählen: „Vorgänger des Urtyp war bis 1967 das Zipfer Urhell. Ein Rechtsstreit wegen einer Namensgleichheit mit einem tschechischen Bier brachte für uns Glück im Unglück: „Denn heute freuen wir uns über den Namen ‚Urtyp“, ist er doch zum Inbegriff des eigenen Weges geworden.“ Bis 2004 war Forster Braumeister in Zipf, bevor er an seinen Nachfolger Günther Seeleitner übergab. Charakteristisch für den Urtyp, so Forster, ist „die helle Farbe, das Hopfenaroma im Bierkörper und der besonders
Im Sudhaus wird feinstes Bier gebraut.
schöne Ausklang des Aromahopfens Tettnanger.“ Ausgestattet mit dem besten Geschmack und den Talenten Mut, Charakter und Innovationsfreude wuchs die Zipfer Brauerei stetig und ist heue mit ca. 170 Mitarbeitern in Zipf ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, während die Biere aus Zipf in ganz Österreich ihre Fans erfrischen und erfreuen. Natürlicher (Brau-)Genuss Apropos Bier: Dazu gibt es bei Zipfer Außergewöhnliches zu erzählen. Nicht nur dass das Sortiment elf Biere, zwei Radler, die Spezialitätenserie Meisterwerke und die alkoholfreie Erfrischung Hops umfasst – in Zipf hat man sich auch eine Brautradition bewahrt, die für eine Brauerei dieser Größe einzigartig ist: das Brauen mit Naturhopfen. Vor Jahrzehn-
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Die ausgesuchte Qualität des Hopfens garantiert besten Biergenuss.
Aber mit Mut und Freude am Neuen ist es gelungen, diesen eigenen Weg auch beim Brauen zu gehen – von 1858 bis heute. Euer Urtyp – #eureBrauerei! Wenn also Brauerei, sämtliche Mitarbeiter und Marke seit fast 160 Jahren auf dem eigenen Weg sind, wird natürlich auch auf dem eigenen Weg gefeiert. Das 50-jährige Urtyp-Jubiläum feiert Zipfer mit einer eigenen Serie in Kooperation mit PULS 4! Und dazu wird die Brauerei übergeben – an die Fans. Die Idee zur Sendung, die im Herbst 2017 anläuft, war es, Bierfans ihr Bier brauen zu lassen. PULS 4 wurde fündig: Seine fünf Teilnehmer für die Sendung sind „echte Urtypen, die ganz besondere Charaktereigenschaften aufweisen“. Im Lauf von fünf Folgen werden diese Urtypen aus ganz Österreich nun den Sondersud einbrauen. Natürlich rechnet PULS 4 nicht damit, dass alles auf Anhieb klappt. „Aber wenn man einen eigenen Weg geht, gibt es auch Rückschläge!“ Braumeister Harald Raidl steht voll und ganz hinter dem Projekt und sieht sich selbst hier nicht als lenkende Führungskraft oder Treiber. „Ich bin im Hintergrund und helfe, das umzusetzen, was die fünf
sich vorstellen“. Damit das tatsächlich passieren kann, sind auch die Brauereimitarbeiter in Zipf auf die kommenden Drehtage vorbereitet und stehen hinter ihrem Braumeister, wie sie es jeden Tag tun. Das sei auch etwas, was in Zipf ganz besonders ist: „In einer Brauerei muss man zusammenarbeiten – und in Zipf arbeiten Charakterköpfe äußerst gut zusammen! Dass dabei Produkte, Biere entstehen, die mit regionalen Rohstoffen und dem Einsatz jedes Einzelnen gebraut werden, auf die jeder von uns stolz sein kann und die zur Freude der Biergenießer beitragen – das ist Erfolg im Sinn von Zipfer.“ Die Brauereibelegschaft ist vorbereitet, die Produktion steht in den Startlöchern und in Kürze starten die Dreharbeiten in Zipf. Die fertige Serie #eureBrauerei wird ab September auf PULS 4 ausgestrahlt – und dann wird auch die Sonderedition des Jubiläums-Urtyp im Lebensmittelhandel und der Gastronomie erhältlich sein.
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ten war Naturhopfen noch in jeder Brauerei die Norm. Heute jedoch greifen die Brauer in großen Brauereien wie auch kleinen Craftbrauereien auf Hopfenpellets oder Hopfenextrakte zurück. Das ist so viel einfacher – weil normiert und dadurch leichter zu dosieren... Die Zipfer Braumeister jedoch machen es sich nicht so einfach: In Zipf wird mit Naturhopfen gebraut! Das heißt, der Hopfen wird von den Bauern der Mühlviertler Hopfenbaugenossenschaft geerntet, die Dolden werden sorgsam getrocknet, gepresst und so, wie die Natur sie schuf, in die Brauerei geliefert. Und dort kommen die getrockneten Dolden zur Hopfung ins Bier. So ergibt sich der unnachahmliche Geschmack der Zipfer Biere: Die ausgeklügelten Rezepturen und die hopfenbetonten Bierstile lassen sich eben nur mit den feineren, vielfältigeren Aromen des Naturhopfens umsetzen! Für die Bewahrung dieser Brautradition haben die Zipfer Braumeister mit den Partnern der Mühlviertler Hopfenbaugenossenschaft auch viel investiert: Zeit, Hirnschmalz, Energie und Ideen – denn logischerweise gab es nirgendwo Maschinen für diese in Europa einzigartige Umsetzung von traditionellem Brauhandwerk.
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Text: Maria Russ Fotos: Christian Schoppe Ela Angerer Christian Flemming ORF / Petro Domenigg Thomas Ramstorfer / First Look / picturedesk.com
DER TEXTBILDHAUER Philipp Hochmair, den meisten bekannt aus der ORF-Erfolgsserie „Vorstadtweiber“, ist das, was man einen richtig „verrückten Hund“ nennen kann. Sein Leben ist der hohen Kunst der Schauspielerei gewidmet, und zwar ganz und gar, ein bürgerliches Leben ist für ihn undenkbar. Im Talk erzählt der Vollblutmime, wie seine Schauspielbegabung entdeckt wurde, spricht über sein Leben ohne Rhythmus und seine Verbindung zu Haag am Hausruck.
I
n einer Rolle fühlt sich Philipp Hochmair am wohlsten: im Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn alle Blicke auf ihn gerichtet sind. Denn am liebsten ist der Wiener mit oberösterreichischen Wurzeln sein eigener Regisseur, ist er auf der Bühne neuerdings nur mehr in Solostücken zu sehen, ob als Goethes „Werther“, Karl Roßmann aus Franz Kafkas „Amerika“ oder als „Jedermann“ in „Jedermann Reloaded“. Doch die Motivation hinter den Soloauftritten ist nicht die alleinige Aufmerksamkeit auf der Bühne, denn der vielen Schauspielern nachgesagte Hang zu Egomanie und Selbstdarstellung liegt Philipp Hochmair fern. Sein einziger Antrieb ist es, meisterhafte Stücke Literatur zu vermitteln und die Menschen „geil auf Kunst“ zu machen. Und das nimmt man ihm ab. Feurig, wild, exzentrisch, unstet, cool, aber gleichermaßen respektvoll, zuvorkommend und hochsympathisch – so lernten wir Philipp Hochmair, dessen tiefe Leidenschaft für die Schauspielerei auch beim Interview nicht zu übersehen war, kennen. Philipp, du bist besessen vom Schauspielen, lebst deine Rollen voll und ganz, man könnte dich als „verrückten Hund“ bezeichnen. Schlummert in dir abseits der Bühne auch ein Normalo?
Nein. Nein. NA! Ich merke schon, je älter ich werde, dass man auch lernen muss abzuschalten. Ich bin dauernd in verschiedenen Ländern und an unterschiedlichen Orten unterwegs und spiele mehrere Rollen nebeneinander – da braucht man einen gewissen privaten inneren Frieden. Aber das Chaos, das immer stattfindet in den Rollen, überträgt sich natürlich auch aufs Leben. Ich will gar kein normales Leben führen müssen. Ist in deinem „unnormalen“ Leben Platz für eine Beziehung? Du bist ja sicherlich der Typ Mann, dem die Frauen zu Füßen liegen... In „Vorstadtweiber“ bin ich ja schwul, ich bekomme also auch genügend Angebote von Männern. Aber im Ernst, Beziehungsmensch bin ich schon, ich kann nur kein bürgerliches Leben führen. Wenn man das verlangt, beißt man auf Granit. Die Frau darf das von dir also nicht verlangen? Genau. Sie sollte selbst Künstlerin sein, flexibel sein. Bestimmend für mein Leben sind immer die Angebote, die Reisen. Und Kinder? Nein.
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„Schauspielen ist für mich leben! Ich bin nach einem Stück auf eine erfüllte Art fertig, aber nie ausgelaugt.“
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Was tust du für dein Aussehen? Ich gehe sehr unregelmäßig ins Fitnessstudio. Für „Vorstadtweiber“ hatte ich kürzlich ein Kickbox-Training für eine Kickbox-Szene, das würde ich gerne öfter machen, weil man sich beim Kickboxen super abreagieren kann. Es scheitert aber am fehlenden Rhythmus in meinem Leben. Die Bühne ist mein Fitnessstudio.
Goldener Glitzer und Rockstarposen in „Jedermann Reloaded“
Du hast momentan kein fixes Engagement am Theater. Warum nicht? Entspricht das gesicherte Terrain nicht deiner Lebenseinstellung als „freigeistiger Hallodri“? Klar, Burgtheater, Thalia Theater, Berliner Ensemble, das ist schon toll, aber es handelt sich hier um große Unternehmen, die von mir etwas wollten, was ich ihnen mit der Zeit nicht mehr geben konnte. Da werden extreme Leistungen nicht in dem Maße gefördert oder honoriert, dass es weitergehen kann. Wie ein Angestellter befehligt zu werden ist nichts mehr für mich. Aber für die finanzielle Absicherung ist zumindest gesorgt… Wenn man sich mit einem normalen Leben begnügt, kommt man schon über die Runden. Du schaust top aus, hast auch schon ein paar Mal als Model fungiert. Bist du eitel und modebewusst? Eitel sind wir, glaube ich, alle. Aber ich glaube nicht, dass ich eitler bin als andere Leute. Ich arbeite an mir, dass das Eitelsein eher verschwindet, Eitelkeit ist ja negativ konnotiert. Auf eine ganz spezielle Weise bin ich modebewusst. Ich stehe auf Lederhosen und finde es gut, wenn Kleidung funktional ist und auch ästhetisch, aber ich mache keine Trends mit. Gerne Trends setten, wenn es geht, aber dafür, mich mit Mode zu beschäftigen, ist kein Platz in meinem Leben.
In „Vorstadtweiber“ spielst du Joachim Schnitzler, einen korrupten Politiker. Bist du privat ein politischer Mensch? Ich versuche, korrekt zu leben, aber es ist so schwer in unserer Zeit, wo sich die Farben so verdrehen, die Parteien verwischen. Ich bin parteipolitisch nicht linientreu, würde mich aber ganz klar als links und liberal bezeichnen. Als Künstler politisch links eingestellt zu sein ist quasi ein Muss – warum ist das so? Weil das Establishment eine Bremse ist. Der Antrieb, am Burgtheater spielen zu wollen, ist groß, aber wenn man dann drin ist, ist es natürlich auf gewisse Art absurd, weil man in einer bürgerlichen Großinstitution spielt. Die Leute, die sich die Karten kaufen, sind größtenteils konservativ. Links zu sein hat mit einem Revoluzzergedanken gegen das Establishment zu tun, in das man aber reindrängen muss, um als Schauspieler präsent zu sein. Du lebst schon lange in Hamburg, hattest dort ein Engagement am Thalia Theater, bist aber eigentlich Wiener und pendelst zwischen den beiden Städten hin und her. Was liegt dir mehr? Die Mischung aus den beiden Städten ist ideal! Hamburg ist nordisch, kühl, protestantisch, Wien katholisch und heißblütig. Am Weg Wien–Oberösterreich–Bayern–Hamburg dreht sich ab Nürnberg ganz klar das Denken. Auch wenn das Leben in Wien anders ist als in Oberösterreich, es gibt eindeutig mehr Ähnlichkeiten zwischen Wien und Oberösterreich als zwischen Wien und Hamburg.
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Wenn ich mit dem Zug fahre, bleibe ich gerne in Haag stehen… Apropos Haag: Du hast als Kind dort immer deine Sommerferien bei den Großeltern verbracht. In einem Interview hast du einmal gesagt, das oberösterreichische Kind in dir sei immer präsent. Was hast du für Erinnerungen an die Zeit? Ganz viele. Ich habe mir als Bub ausdrücklich gewünscht, im Sommer in Haag zu sein. Zwischen fünf und neun Jahren war ich jeden Sommer dort arbeiten und helfen. Ich wollte Bauer werden. Bauer zu sein ist bis heute die einzige alternative Lebensform zu der, die ich habe, genau das Gegenteil zum instabilen Zigeunerleben. Wann kam deine künstlerische Ader durch? Mit 13 oder 14 ging es los, dass ich Künstler werden wollte. Ich fing mit der Malerei an, und irgendwann hat es sich auf die Sprache übertragen. Dass ich so viele Solostücke spiele, kommt auch von der Zeit, in der ich malte: Ich bin ein Wortmaler, ziehe mit meiner Text-Staffelei herum und male für eineinhalb Stunden einen Kafka-Text hin. So ist die Mechanik des Malens erhalten geblieben, kombiniert mit dem Erzählen von Geschichten. Wie bist du erzogen worden? Streng und kühl. Ich komme aus einer oberösterreichischen Familie, in der es
keine aktive Vergangenheitsbewältigung, keine Verarbeitung der NS-Zeit, keine 68-er-Revolution im Denken gab. Hast du noch Freunde aus Oberösterreich? Wie oft kommst du nach Haag? Ja, zum Glück gibt es eine kleine Künstlerszene in Haag am Hausruck, wobei das natürlich jetzt andere Freunde sind als damals – es sind Seelenverwandte. Diese Künstler haben mitten im Ort einen Bauernhof restauriert, der eigentlich abgerissen werden hätte sollen. Der Hof ist ein Kulturzentrum geworden: der Mülikoasahof, in dem ich auch ein aktives Mitglied bin und wo ich, wenn ich in der Gegend bin, Testaufführungen machen kann. Ich bin dem Mülikoasahof sehr dankbar, denn ohne ihn würde sich die romantische Verbindung in die Gegend lösen. Ich habe in Haag heute keine Familienangehörigen mehr und die Welt meiner Kindheit hat sich verändert. Überall sind kleine Fabriken, eigenartige Hallen und Start-up-Unternehmen, das Alte verschwindet immer mehr. Mit dem neuen Spirit kann ich nicht mehr viel anfangen. Aber dass alle noch mit einem Steyr 8-Traktor herumfahren, kann man auch nicht verlangen – ein Disneyland aus Landwirten der 60er-, 70er- oder 80er-Jahre. Kannst du den oberösterreichischen Dialekt? Jo, sicha! (lacht) Ich saß einmal in Frankreich in einem Zug, da hat am ganz anderen Ende eines Großraumabteils jemand in oberösterreichischem Dialekt geredet. Das ist wie eine Hummel in mein Ohr geflogen. Das ist die Prägung, das ist die Kindheit.
Zurück zum Schauspielen. Du machst derzeit nur Einpersonenstücke, zum Beispiel spielst du seit 1997, also bereits seit 20 Jahren, den Werther oder auch schon viele Jahre den Karl Roßmann aus Kafkas „Amerika“. Ist die alleinige Aufmerksamkeit des Publikums eine Motivation für dich? Nein, das ist Unsinn. Die Aufmerksamkeit muss man herstellen, um ein Stück hörbar zu machen! Ich sehe mich als Medium, fühle mich als Literaturvermittler, als jemand, der richtig geile Stücke Literatur darstellt. Und ich kämpfe wie ein „Viech“ dafür, dass ich die Räume kriege, um das machen zu können, denn es ist ein starker Durst da, es zu tun. Ob das am Burgtheater ist oder in einer Scheune in Tirol, ist für mich unwesentlich. Mir geht es darum, die Menschen geil auf Kunst zu machen. „Jedermann“ für jedermann – das ist mein Anspruch. Denn Kunst gehört allen. Mit wenigen Mitteln und wenig Aufwand, mit wenig Geld und egal an welchem Ort etwas herstellen, darum geht es. Schauspiel ist kein Prestigeding, wo die Karten 300 Euro kosten sollen. Klar muss man davon leben, aber ich mache es weder für Ruhm noch für Geld. Ich spiele auch für sechs oder sieben Leute, es ist mir egal, wie viel Aufmerksamkeit ich kriege. Du warst immer vorwiegend dem Theater verbunden, bist aber auch in diversen Film- und Fernsehrollen zu sehen („Tatort“, „SOKO Donau“, „Vorstadtweiber“, ...). Was ist der Reiz an Film und Fernsehen? Die Verbreitung und die andere Ästhetik und Arbeitsweise. Joachim Schnitzler in der dritten Staffel von „Vorstadtweiber“ auszuloten, das war für mich irrsinnig spannend und eine Herausforderung. Ich bin sehr geprägt von der Ebbe und Flut des Theaters, vom An- und Aufdrehen am Theater. Das war für mich der Rhythmus im Leben. Im Film ist das ganz anders, das ist neu für mich.
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Von 2003 bis 2009 war Philipp Hochmair Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater.
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Philipp Hochmair als korrupter schwuler Politiker Joachim Schnitzler in der Erfolgsserie „Vorstadtweiber“
Geht es auch um Abwechslung? Ja. Es stellte sich die Frage: Soll ich mir weiter Herz und Arsch aufreißen am Thalia Theater, oder soll die Reise nach fünf Jahren woanders hingehen? Ich entschied mich für Letzteres, wurde aber vom Thalia Theater nicht unterstützt in meinem Vorhaben, in der ersten Staffel von „Vorstadtweiber“ zu spielen. Claus Peymann (ehemaliger Direktor des Burgtheaters, Anm.) hat seinen Schauspielern gar verboten, Fernsehen zu machen. Ich habe diesen Institutionen vorzuwerfen, dass sie nicht damit umgehen können, wenn jemand ausschert und einen anderen Blick auf die Schauspielerei hat, der sich trotzdem mit Theater vereinen lassen würde. Das ist stur und altmodisch. Du bist ein Meister darin, deine Rollen voll und ganz zu leben und in ihnen aufzugehen. Laugt das nicht aus? Nein! Es befruchtet mich! Ich bin wie ein Sonnenblumenfeld voller Blüten, und die Bienen sollen mich befruchten. Schauspielen ist für mich leben! Ich bin auf eine erfüllte Art fertig, aber nie ausgelaugt. Wobei tankst du Energie? Natur. Ein nächtlicher Spaziergang durch den Hausruck, das ist sehr heilsam. Oder in der Traun baden, das ist etwas Wunderbares! Und dein Alltag – wie sieht der aus? Flüge buchen, Texte lernen… das ist der hochdisziplinierte Spitzensportler, der dahinterstehen muss, dass das stattfindet, was ich aufführe. Er muss
sich total reduzieren auf diese Inselbegabung und versuchen, das, was verlangt wird, zu inhalieren. Schnitzler ist mehr als einen Text zu lernen, einen Anzug anzuziehen und sich auf die Bühne zu stellen. Du musst durch diverse Zustände gehen, elastisch bleiben, Raum finden, in dem du die ganzen Entwicklungen durchleben darfst. Apropos Inselbegabung: Wann wurde dein Talent entdeckt? Ich habe mit 14 oder 15 Jahren im Zeichenunterricht den „Totentanz“ von Goethe illustriert, mich dann weiter damit beschäftigt und die Ballade auswendig gelernt. Dann haben wir im Englisch-Unterricht „The Outsiders“ von Francis Ford Coppola geschaut. In einer Filmszene sagt ein junger Bandenanführer vor der aufgehenden Sonne: „Nothing gold can stay!“ Da hat die Englisch-Lehrerin das Video angehalten und gesagt:
„Dieser Bandenchef kann ein Gedicht auswendig – ihr seid in einem guten Wiener Gymnasium, und ich bin sicher, niemand von euch kann ein Gedicht auswendig.“ Da bin ich ganz unbewusst auf den Tisch gesprungen und habe den „Totentanz“ aufgesagt. Als die Schulglocke geläutet hat, sind alle sitzengeblieben. Alle waren in Schock. Das war die Geburt des Schauspielwunsches, des Wunsches zu Erzählen und als Literaturvermittler zu agieren. Momentan finden die Dreharbeiten für die dritte Staffel von „Vorstadtweiber“ statt, die ab Herbst gezeigt wird. Kannst du uns schon irgendetwas verraten? Der Schnitzler wird noch böser. Er wächst über sich hinaus…
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für Oberösterreich
Ich hör'
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Text: Rebecca Mayr Fotos: &Beyond, www.seyvillas.com, www.starwoodmediacentre.com, LIFESTYLEHOTELS, ©The Ritz-Carlton Hotel Company, Oomka / Shutterstock.com
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Hatten viel Spaß: das Josko-Team und die Gäste mit den KTM X-Bows
JOSKO HAUTNAH ERLEBEN
Günther Koller, Gerhard Pauzenberger, Franz Fraunbaum
Ein spannender Tag erwartete die Gäste von Josko.
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Stefan Leumüller
Erich Sametinger, Markus Peer, Jürgen Terle
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ei strahlendem Sonnenschein startete in der Firmenzentrale von Josko in Kopfing am 29. Juni 2017 ein Event der besonderen Art: Rund 40 Interessenten erlebten beim Architekten- und B2B-Event von Josko einen rasanten Tag. Am Vormittag gab es eine Führung durch das Herzstück der Josko-Produktion in Kopfing, mittags begeisterte ein BBQ-Buffet am Baumkronenweg die Anwesenden. Am Nachmittag ging das Programm mit der Besichtigung der Josko Smart Mix Ausstellung im Josko-Kundencenter in Arndorf weiter. Hier konnten sich die Gäste von der breiten Produktpalette und der Möglichkeit, verschiedene Fenster- und Ganzglas-Systeme aus unterschiedlichen Werkstoffen miteinander zu mixen, überzeugen. Absolutes Highlight des Tages war für alle Beteiligten die Fahrt mit den KTM X-Bow Sportwagen. Der dabei einsetzende Regen tat der Stimmung keinen Abbruch – und auch der Letzte Fahrer kam gut ins Ziel.
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Josef Reiter, Bernhard Gruber
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Eine rasante Fahrt durch Arndorf
Wolfgang Aigner, Markus Peer
Andreas Gartner, Herwig Teuschl, Reinhard Riedel, Helmut Wiedinger
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Rainer Plöckinger führt durchs Werk.
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Helmut Moser, Andreas Gartner, Reinhard Riedel, Herwig Teuschl und Helmut Wiedinger lauschen gespannt den Erklärungen.
Die Anwesenden hören beim Vortrag gespannt zu.
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Andreas Gartner
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141 Schwingenschuh erklärt alles rund um die Josko-Produkte. Helmut 10.08.17 13:57
Barbara Pichler, Lukas Wimmer
Markus Koller, Ingrid Gumpinger
Alexandra Schrank, Petra List, Sandra Hasanovic
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Josef Reiter, Stefan Wagner
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Markus Koller, Ingrid Gumpinger, Johann Scheuringer
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Johann Böttinger, Reinhard Riedel, Franz Braid
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Wolfgang Gritsch, Maria Haider, Florian Lamp
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Das Highlight des Tages war eindeutig die Fahrt mit den KTM X-Bows.
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Michael Lüders war lange Jahre Nahost-Korrespondent der Wochenzeitung DIE ZEIT und präsentiert sich in seinen Büchern als einer der größten Querdenker Europas.
(c) ChristophMukherjee
DEM RADIKALEN ISLAM AUF DER SPUR
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er Islamexperte und Autor Michael Lüders wurde 1959 in Bremen geboren. Er studierte Arabische Literatur an der Universität Damaskus und Publizistik, Politologie und Islamwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Nach dem Studium promovierte er über das ägyptische Kino und arbeitete als Dokumentarfilmer und Hörspielautor, bevor er von 1993 bis 2002 Nahost-Korrespondent der überregionalen Wochenzeitung DIE ZEIT war. Heute ist Michael Lüders als freiberuflicher Politik- und Wirtschaftsberater, Publizist und Autor mehrerer Sachbücher und Romane tätig. Außerdem ist er Beiratsmitglied des Nah- und Mittelost-Vereins, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung und unterrichtet am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps-Universität Marburg. Der Kommentator und vielgefragte Interviewpartner deutscher, schweizerischer und österreichischer Medien in Sachen Nahost, arabische Welt und Islam präsentierte nach seinem Welterfolg „Wer den Wind sät“ im April 2017 sein neues Sachbuch „Die den Sturm ernten“ – und schuf damit erneut einen Bestseller.
Wer den Wind sät
Was westliche Politik im Orient anrichtet Wer den Wind sät, wird Sturm ernten - Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten seit der Kolonialzeit und zeigt ihre desaströsen Folgen, darunter Terror, Staatszerfall und der Siegeszug islamistischer Milizen. Dieses Buch liest sich wie ein Polit-Thriller – leider beschreibt es die Realität. Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt, sie zu erzählen. Das iranische Verhältnis zum Westen etwa versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg 2004 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des „Islamischen Staates“ nicht begreifen. Eindrücklich zeigt dieses Buch, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt und wie sich der Westen seine Feinde immer wieder selbst erschafft. C.H.Beck Verlag, ISBN 978-3-406-67749-6, € 15,40
Die den Sturm ernten
Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte Wo liegen die Wurzeln der syrischen Katastrophe? Das gängige Bild sieht die Schuld einseitig bei Assad und seinen Verbündeten, insbesondere Russland. Dass auch der Westen einen erheblichen Anteil an Mitschuld trägt, ist kaum zu hören oder zu lesen. Michael Lüders erzählt den fehlenden Teil der Geschichte, der alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Assad und seine Verbündeten, vor allem Russland, sind verantwortlich für die syrische Katastrophe – so die Mehrheitsmeinung. Doch freigegebene Dokumente der Geheimdienste und geleakte E-Mails von Entscheidungsträgern zeigen: Dem Westen war Assad schon lange vor Beginn des Krieges 2011 ein Dorn im Auge. Sein Versuch, ihn von der Macht zu fegen, hat Syrien ins Chaos gestürzt. Die Kehrseite dieser Politik des Regimewechsels erlebt gegenwärtig auch Europa: mit der Flüchtlingskrise und einer erhöhten Terrorgefahr durch radikale Islamisten. C.H.Beck Verlag, ISBN 978-3-406-70780-3, € 15,40
Never Say Anything
Ein Roman mit realem Hintergrund Die Journalistin Sophie Schelling hatte sich auf eine ganz normale Dienstreise eingestellt. Doch manchmal ist man zur falschen Zeit am falschen Ort: Sophie sieht etwas, das sie nie hätte sehen dürfen. In seinem packenden Polit-Thriller führt Michael Lüders auf die dunkle Seite des amerikanischen Drohnenkriegs und stellt seine Heldin vor eine Gewissensfrage: Wie weit bist du bereit zu gehen, um die Wahrheit herauszufinden? Würdest du dafür deine Zukunft aufs Spiel setzen? Oder vergisst du lieber, was du erlebt und erfahren hast? Immer tiefer verstrickt sich die Journalistin in das Netz eines übermächtigen Gegners, bis aus ihrer Suche ein blutiger Kampf ums Überleben wird. Dieser Thriller ist eine höchst aktuelle Auseinandersetzung mit den Geheimdiensten und einer entfesselten Moral. C.H.Beck Verlag, ISBN 978-3-406-68892-8, € 15,40
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STAR MOVIE KINOTIPPS
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GROSSES KINO. GROSSE GEFÜHLE.
BEI STAR MOVIE
BARRY SEAL – ONLY IN AMERICA Action/Drama mit Tom Cruise
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LOGAN LUCKY
Action mit Daniel Craig, Katie Holmes
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ie Brüder Jimmy (Channing Tatum) und Clyde Logan (Adam Driver) haben es wirklich nicht leicht: Der impulsive Jimmy neigt zu Gefühlsausbrüchen und verliert dadurch einen Job nach dem anderen, Clyde hingegen hat zwar einen festen Job als Barkeeper, wird aber von den Gästen schikaniert, weil er einen Arm verloren hat und eine Prothese trägt. Ihre zunehmenden Geldsorgen wollen die Brüder beenden, indem sie beim bekanntesten NASCAR-Rennen der Welt, dem Coca-Cola 600, einen genialen Raubüberfall durchführen. Ihre Schwester Mellie (Riley Keough) soll helfen, weitere Unterstützung für seinen Coup erhofft sich das vom Pech verfolgte Duo vom legendären Bankräuber Joe Bang (Daniel Craig) – der allerdings erst befreit werden muss, weil er momentan hinter Gittern sitzt. Und auch nachdem das vollbracht ist, geht der Plan natürlich nicht so reibungslos über die Bühne, wie Jimmy und Clyde sich das vorgestellt haben.
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07.09.
BEI STAR MOVIE
© Star Movie
er Pilot Barry Seal (Tom Cruise) nutzt in den 80er-Jahren seinen Flugschein, um mit Drogen- und Waffenschmuggel das große Geld zu machen. Einen wesentlichen Teil seiner illegalen Aktivitäten wickelt er dabei im kleinen Örtchen Mena im US-Bundesstaat Arkansas ab. Doch seine Erfahrung als Schmuggler macht ihn auch für die CIA interessant, die ihn schon bald für verdeckte Operationen in Südamerika rekrutiert. Barry entdeckt jedoch schnell, dass er weiterhin mit den verschiedensten Parteien Geschäfte machen kann, und so verstrickt er sich in ein kompliziertes Netz aus Machenschaften, an dem amerikanische Geheimdienste, Guerrillakämpfer aus Nicaragua und das von Drogenbaron Pablo Escobar geführte Medellin-Kartell beteiligt sind. Schon bald macht ihn sein Doppelleben als Schmuggler und Geheimagent zu einem der reichsten Männer der USA, doch das zieht schnell neue Probleme nach sich.
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KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE Action mit Taron Egerton, Channing Tatum
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20.09.
BEI STAR MOVIE
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achwuchsspion Gary „Eggsy“ Unwin (Taron Egerton) und sein Kollege Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die skrupellose Poppy (Julianne Moore) zerstört die Hauptquartiere ihrer Geheimorganisation Kingsman und hält die ganze Welt als Geisel. Doch glücklicherweise machen sie die Entdeckung, dass es noch eine weitere Spionageagentur wie die ihre gibt, die parallel in den USA gegründet wurde. Also verbünden sie sich mit der von Agent Champagne (Jeff Bridges) geleiteten Organisation Statesman, um Poppy das Handwerk zu legen und einmal mehr die Welt zu retten. Dafür müssen die britischen Spione mit ihren amerikanischen Kollegen Agent Tequila (Channing Tatum) und Agent Whiskey (Pedro Pascal) AKTUELLES zusammenarbeiten und ihr ganzes KönFILMPROGRAMM, nen aufbringen, aber zum Glück hat Eggsy ja schon jede Menge Erfahrung BEGINNZEITEN UND darin, die Welt zu retten.
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FIRST CLASS MENS NIGHT Die First Class Mens Night: Großes Kino für echte Männer zum Start von „Kingsman: The Golden Circle“. Nachwuchsspion „Eggsy“ (Taron Egerton) und sein Kollege Merlin (Mark Strong) von der streng geheimen Organisation „Kingsman“ haben nur ein Ziel: Die Welt sicher zu halten und vor einer drohenden Katastrophe zu bewahren. Mit gratis „Willkommens-Snack“ & „1 Flasche Heineken“ nach dem Film. für einen Abend der Extraklasse in allen Star Movies.
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