Medjugorje
APRIL 2019
Medjugorje Schweiz, Maria Kรถnigin des Friedens
Botschaft
vom
25. März 2019
«Liebe Kinder! Dies ist eine Zeit der Gnade. Wie die Natur sich zum neuen Leben erneuert, seid auch ihr zur Umkehr aufgerufen. Entscheidet euch für Gott! Meine lieben Kinder, ihr seid leer und habt keine Freude, weil ihr Gott nicht habt. Deshalb betet, bis das Gebet euer Leben wird. Sucht Gott, der euch erschaffen hat, in der Natur, denn die Natur spricht und kämpft für das Leben und nicht für den Tod. Kriege herrschen in Herzen und Völkern, weil ihr keinen Frieden habt, und ihr, meine lieben Kinder, seht den Bruder nicht in eurem Nächsten. Deshalb kehrt zurück zu Gott und zum Gebet. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.»
B E G RÜ SS U N G
Liebe Freunde der Muttergottes Wie reagieren Sie, wenn Sie plötzlich von einem Todesfall hören, von einer Person, die Sie vielleicht schon lange nicht mehr gesehen haben? Mir ist dies neulich passiert. Ich las in der Zeitung die Todesanzeige meines früheren Klavierlehrers. Seit ich Klavierunterricht nahm, sind viele Jahre vergangen, aber immer denke ich noch gerne an die schönen Stunden mit ihm zurück. Dieser Mann, von Jugend an blind, war für mich eine echte Bereicherung. Wir führten sehr tiefe Gespräche, und ich spürte im Tiefsten, was er für ein reiches Innenleben hatte. Eines dieser Gespräche hat mich all die Jahre bis heute begleitet. Wir kamen einmal auf sein Geburtsdatum zu sprechen. Er war an einem 14. September geboren worden. Irgendwie war ich sehr überrascht und machte ihn darauf aufmerksam, dass wir am 14. September das Fest Kreuz Erhöhung feiern. Für mich war es eigenartig, dass er als Blinder an diesem Festtag geboren war und ich äusserte dies ihm gegenüber auch. Er lächelte, schwieg eine Weile, innerlich tief
berührt und meinte dann: «Ja, wissen Sie, das Kreuz erhöht immer, auch in der Musik!» – Jetzt war es an mir zu staunen, denn dieser Gedanke war damals für mich neu. Immer und immer wieder habe ich seither an diesen Satz gedacht: «Das Kreuz erhöht immer.» Für uns Christen ist Ostern der höchste Feiertag. Für mich macht die Fastenzeit nur Sinn, weil ich weiss, dass es eine Vorbereitung auf Ostern ist, sonst wäre es einfach eine Durststrecke, in der ich versuche, mich selber zu finden oder mein Ego zu stärken. Aber ohne Liebe zu den Mitmenschen, ohne Liebe zu Gott und damit auch zum Kreuz, gibt es keine Ostern. Wäre Jesus nicht für uns gestorben, wäre Er auch nicht auferstanden. Durch diese Erhöhung am Kreuz sind wir gerettet! Durch Jesus werden wir auch aufgefordert, unser Kreuz zu tragen. Dies kann oft sehr schwer und unerträglich werden. Viele Fragen, Tränen, Verzweiflung und vielleicht sogar Wutausbrüche können die Folge sein. Maria, unsere himmlische Mutter weiss um all dies, darum sagt sie uns auch immer wieder, dass sie und Jesus uns immer nahe sind, auch wenn wir meinen, sie seien weit weg. Oft erleben wir dann auch, dass gera-
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B E GRÜSS UNG
de nach einer überstandenen Prüfung die Freude ins Herz zurückfliesst und wir eventuell sogar dankbar für das Erlebte sind. Wir merken dann, dass das Leben ein reines Geschenk ist. Nichts ist mehr selbstverständlich und die Freude und Dankbarkeit wachsen. Diese Freude und Dankbarkeit jeden Tag neu lernen und üben macht uns ja erst zu echten Christen. Wenn ich durch die Fastenzeit Gott und den Mitmenschen näher gekommen bin. Wenn ich meine Bedürfnisse zurückstellen konnte und mich über das Wohlergehen meines Nächsten gefreut habe, macht mich das doch glücklich. Jetzt steht Ostern vor der Tür. Einiges ist vielleicht gelungen, anderes weniger. Bei Gott zählt die Liebe, das tröstet mich auch über das Unvollkommene in mir. Jetzt neu Ostern feiern und auch weiter jeden Tag neu leben,
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so ganz unter dem Motto des heiligen Don Bosco: «Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.» Die Freude der Erlöstheit in unsere unerlöste Welt bringen. An der Hand unserer himmlischen Mutter, die uns immer wieder bittet, ihre Apostel zu sein, wird es gelingen. An dem Ort, wo wir uns befinden, an dem Ort, wo wir arbeiten und wirken. Nützen wir die grosse Zeit der Gnade, solange die Muttergottes noch täglich erscheint. Die Gospa sagt uns in der Botschaft vom 25. Februar 2019: «Ich bin immer noch bei euch, weil Gott es mir aus Liebe zu euch erlaubt hat.» Bleiben wir treu im Gebet, im Vertrauen und in der Liebe vereint. Mit herzlichen Grüssen wünsche ich allen ein gesegnetes Auferstehungsfest. – Frohe Ostern! Sylvia Keller
PIL G E RL E I T E RSE M I N A R
Pilgerleiterseminar Begrüssung und Ansprache von Erzbischof Henryk Hoser, dem Apostolischen Visitator von Medjugorje, anlässlich des Pilgerleiter-Seminars vom 19. bis 22. März 2019 Da ihr aus 28 verschiedenen Ländern hierhergekommen seid und jeder seine eigene Sprache hat, ist es schwierig, allen gerecht zu werden, so habe ich die Sprache der Diplomatie ausgewählt und spreche französisch. In dieser Sprache möchte ich euch alle ganz herzlich willkommen heissen und euch gratulieren, dass ihr hier seid. Ihr seid zu Hause, im Haus des Vaters und im Haus der Mutter. Ihr seid am Ziel eurer Pilgerfahrten, auf denen ihr in all den Jahren hingekommen seid. Heute möchte ich einige Betrachtungen über die Pilgerfahrten und all eure Arbeit mit euch teilen. Lasst uns damit beginnen, dass alles, was lebt, die Fähigkeit hat sich zu bewegen. Das heisst, alles was lebt, bewegt sich. Im Kongo, wo ich als Missionar arbeitete, sagt man, dass man alles isst, was sich bewegt. Das bedeutet, was sich bewegt, ist ein lebendiges Wesen. Diese lebendigen Wesen ermöglichen uns, dass wir selbst leben. Dieses Bewegen ist gekennzeichnet durch verschiede-
ne Lebensfunktionen. Darin befinden sich auch Bewegungen von ganzen Völkern. Die Geschichte der Menschheit ist ein Resultat dieser Bewegung. Das heutige Europa setzt sich zusammen aus Menschen, die früher schon hier gelebt haben und vielen, die aus Asien gekommen sind, die man Barbaren nannte, weil sie einen Bart getragen haben. Die alten Römer aber haben ihre Bärte abrasiert. Auch heute ist die Welt weiterhin in Bewegung. Millionen von Menschen sind aus verschiedenen Gründen in Bewegung, sei es wegen ihrer wirtschaftlichen Situation oder als Flüchtlinge. Das sind alles Menschen, die sich nun nach Europa bewegen und hier eine bessere Lebensqualität suchen. Die zweite Gruppe sind die Flüchtlinge, die aus ihren Ländern flüchten, um ihr Leben zu retten und dem Krieg zu entfliehen. Sie suchen Sicherheit für sich und ihre Familien. Eine grosse Bewegung heute ist auch der Tourismus. Der Tourismus ermöglicht, dass sich die verschiedensten Menschen begegnen, sich
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P I L GERLEITERSEM INAR
besser verstehen und Länder, Brauchtum usw. kennen lernen. Dann gibt es eine Bewegung, die im Wachsen ist, das sind die Pilgerfahrten. Auch eine Pilgerfahrt ist eine Art Suchen nach etwas Besserem. Man muss sich zuerst bewegen, zum Beispiel 13 Stunden Flug von Seoul nach Europa. Das heisst, man muss sich Zeit nehmen, irgendwo hinzugehen, und die Zeit, die man dann vor Ort verbringt, wie zum Beispiel hier in Medjugorje. Ich habe die Zeit erwähnt, die man von Korea bis hierher braucht. Wenn man aber an die Zeit denkt, die damals der heilige Franz Xaver, Schutzpatron der Pilger, im 16. Jahrhundert brauchte, um von Lissabon in das ferne Asien zu pilgern, ist das kein Vergleich. Es dauerte ein Jahr in eine Richtung! Für die Rückreise wieder ein Jahr. Dazu war es eine gefährliche Reise, viele Schiffe gingen unter. Um einen Brief von Franz Xaver zu bekommen, dauerte es mindestens zwei Jahre. Heute hat sich der Verkehr so entwickelt, dass wir in wenigen Tagen ans Ende der Welt reisen können. In der alten Zeit gingen die Menschen zu Fuss. Die Pilgerreise nach Santiago di Compostela hat sich entwickelt, als das Heilige Land unerreichbar geworden war, weil es dort zu muslimischen Belagerungen kam. Deshalb wich man aus und ging ans
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Grab des heiligen Jakobus nach Santiago di Compostela. Ausserdem gab es Mönche, die von Sizilien nach Irland und wieder zu Fuss zurück nach Sizilien gingen. Auch dies konnte zwei Jahre dauern. Heute bewegt sich der grösste Teil der Pilger per Bus für kürzere Distanzen und per Flugzeug für weitere Distanzen. Um ans Ziel der Pilgerreise zu kommen, ist die Zeit heute sehr viel kürzer, somit ist die ganze Pilgerreise viel kürzer, und alles macht man heute so schnell. Doch damit der Pilger ans Ziel der Pilgerfahrt gelangt, muss er auch einen inneren Weg durchleben, und dazu brauchen wir Zeit. Eine Zeit für die innere Verwandlung. Das Glaubensleben und das Reifen des Menschen braucht Zeit. Für die Organisatoren der Pilgerfahrten ist es schwer, bei den Pilgern in kurzer Zeit eine grosse Verwandlung zu erreichen. Der Aufenthalt hier an diesem Ort ist sehr wichtig. Was euch Medjugorje anbietet, ist das Gebet, die Anbetung, die Liturgie usw. All dies braucht Zeit. Eine Stunde Anbetung ist sehr wertvoll – zusammen mit der heiligen Messe ist dies die wertvollste Zeit. Medjugorje bietet euch auch Raum, den man nutzen sollte – dieses Dreieck zwischen Kirche, Erscheinungs-
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berg und Kreuzberg. Es ist anstrengend den Kreuzberg zu besteigen, auch dies ist ein Teil der Pilgerfahrt, sich bemühen, eine Anstrengung zu machen. Einmal bin ich zu Fuss von Warschau nach Tschenstochau gepilgert, das sind ungefähr 260 km – das dauert neun Tage. Man geht so 30 bis 40 km am Tag. Ich habe eine alte Frau gesehen,
die eine Tasche trug. Sie war wirklich sehr alt, hatte einen krummen Rücken und trug eine sehr schwere Tasche. Ich habe ihr gesagt, dass es einen Gepäckdienst gebe. Man nehme nur gerade das mit, was man brauche und den Rest könne man auf den Lastwagen laden. Sie sagte, dass dies nicht gehe. Sie öffnete die Tasche, und darin waren Steine. Sie sagte, dass sie diese Steine trage und die Muttergottes bit-
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te, dass sie die Ehe ihrer Tochter retten möge. Das war ein Opfer einer Mutter, um das Lebensglück ihrer Tochter zu retten. Sie hatte begriffen, dass sie ein Opfer dafür bringen musste. Vor zwei Jahren bin ich auch einer 85jährigen Grossmutter begegnet. Sie kam zu Fuss aus Warschau, ganz begeistert, lächelnd, sie strahlte und sagte, dass sie vor dieser Pilgerfahrt noch auf einer anderen gewesen sei, vom Norden bis in den Süden. Und das mit 85 Jahren! Ich möchte damit sagen, dass eine Pilgerfahrt der Mühe, der Askese oder des Opfers bedarf. Wir beten nicht
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nur mit Ideen oder Gefühlen, sondern auch mit dem Leib. Das Einschliessen des Leibes in eine Pilgerfahrt ist extrem wichtig, und das wird euch hier in Medjugorje angeboten. Bei einer Pilgerfahrt muss man auch wissen, von wo man aufbricht und wohin man geht. Wir müssen auch wissen, was unsere Sorgen und Probleme sind. Das heisst, was bei uns profan, also weltlich ist. Wir leben in dieser «weltlichen» Welt, und am Ziel der Pilgerfahrt tauchen wir in eine Welt ein, die Gott gehört, in etwas Sakrales, etwas Heiliges. Eine heilige Wirklichkeit, das bedeutet, dass wir aus dem Profanen kommen und in etwas Sakrales gehen, um von Neuem etwas zu
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finden, das wir verloren haben. Verloren haben wir den intensiven Kontakt mit Gott, mit unserem Heiland. Das heisst, es ist die Entdeckung dessen, wozu nur der Mensch fähig ist – weder die Natur, die Steine usw. können dies – eintauchen in den Kontakt mit Gott. Wir entdecken, was in Medjugorje so viele Male wiederholt wird, dass Gott Liebe ist, dass Er uns liebt. Das ist das Wichtigste in unserem Leben. Wenn wir mit Gott verbunden sind und konstant mit Ihm leben, dann wird sich unser Verhältnis zu den Menschen ändern und verbessern. Wenn wir entdecken, dass Gott uns liebt, beginnen wir, den Nächsten zu lieben und entdecken, dass die An-
deren ein Abbild Gottes sind. Dieses Bild kann vernebelt sein, nicht transparent. Es muss aber transparent für die Gnade sein. Das Ziel der Pilgerfahrt ist die Verwandlung des Menschen. Das heisst, immer göttlicher zu werden, immer tiefer in das Wesen Gottes einzutauchen und Ihm immer ähnlicher zu werden. Diese Zeit, dieser Raum wandelt unser Inneres, unser Herz. Dass nicht weiter ein Herz aus Stein in uns schlägt, sondern ein Herz aus Fleisch, ein Herz, das fühlt. Diese Veränderung nennt man Bekehrung. In den slawischen Sprachen heisst dies die Richtung zu wechseln, sich umzudrehen, einen
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anderen Weg zu gehen. Um den richtigen Weg zu finden, muss man sich umdrehen. Das Phänomen von Medjugorje ist die Umkehr durch die sakramentale Beichte. Es ist wirklich traurig, dass das Sakrament der Beichte in so vielen Ländern verschwunden ist. Die Menschen haben somit keine Möglichkeit zur Umkehr. Die Möglichkeit sich Gott zuzuwenden, das Sakrament der Vergebung zu empfangen und sich mit Gott und den Menschen zu versöhnen. Ich erinnere mich an eine Begebenheit, die vor langer Zeit stattfand, im Jahr 1978. Damals bin ich einem Professor an einem Kongress in Melbourne, Australien, begegnet. Er fragte mich, ob ich wisse, dass es in Paris und Umgebung für 12 Millionen Menschen nur fünf Orte gebe, wo man beichten könne. So ist es in vielen Ländern, in vielen grossen Städten. Der Mensch kann nicht mehr beichten. Für die Hirten ist es sehr wichtig, dass hier alle, die kommen, beichten können. In Medjugorje sind die Umkehr, die Beichte – das Sakrament der Versöhnung – und die Eucharistie das Zentrale. Die Muttergottes ist die Frau aus der Offenbarung, die mit dem Drachen
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konfrontiert wird. Der Drache symbolisiert die Mächte des Bösen, der Hölle, Satans. Sehr intelligente Wesen, die alles tun, um uns von Gott wegzubringen. Diese Frau, die auf den ersten Blick schwach erscheint, ist für den Bösen extrem gefährlich. Wenn uns der Geist des Bösen gefällt oder uns belagert, wenn wir uns ihm nicht entziehen können, dann suchen wir Hilfe bei ihr. Sie zeigt uns immer ihren Sohn, sie sendet uns immer zu ihrem Sohn. Als Jesus die Aussätzigen heilte, schickte er sie zu den Priestern, ihnen sollten sie sich zeigen. «Zeigt, dass ihr geheilt seid, damit ihr in die Gemeinschaft der Gläubigen zurückkehren könnt.» Die Jungfrau Maria schickt uns zu ihrem Sohn und zur Kirche, weil sie die Mutter der Kirche ist. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt, dass die Kirche das allgemeine, universelle Sakrament des Heils ist. Die Kirche hat die Schlüssel des ewigen Lebens. Ich weiss, dass ich mich an Organisatoren und Leiter wende. Ein Pilgerleiter müsste lernen was in der Heiligen Schrift über Hirten, die Hirten einer Herde, geschrieben steht. Wenn ihr 30, 40 Leute habt, die mit
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euch im Bus sind, dann ist dies eure Herde. Der Hirte hat die Verantwortung für diese Herde übernommen. Das heisst, ihr solltet alles lesen, was im Neuen und Alten Testament über die Hirten geschrieben steht. Der Hirte geht manchmal hinter der Herde um sie im Blickwinkel zu haben und darauf zu achten, dass keines der Schafe verloren geht. Auf das müde Schäfchen zu achten, das hinter den anderen herhinkt, oder jenes das sich krank fühlt oder das weint, und du weisst nicht warum. In anderen Ländern, wie zum Bespiel in Palästina, geht der Hirte voraus. Zum Beispiel in der judäischen Wüste ist der Hirte
derjenige, der weiss, wo sich die Wiesen befinden, wo es etwas zu essen und zu trinken gibt. Dies ist ein Bild für die Organisation der Pilgerfahrt. Dafür muss man gut vorbereitet sein. Man muss wissen, wer der Mensch ist – heute weiss man dies nicht mehr so genau. Wir leben in einer Zeit, in der man den Menschen neu erschaffen, neu zusammensetzen will. Wir haben eine unglaubliche Entwicklung der Homosexualität und eine neomarxistische Ideologie wie die Genderideologie. Die heutigen politischen Leiter wissen überhaupt nicht mehr, wer der Mensch ist. Ihr aber müsst es wissen.
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Die zweite Sache: wir müssen wissen, wer Gott ist. Denn wir führen die Menschen zu Gott. Es ist so wichtig, den Menschen das wahre Licht von Gott zu zeigen. Es gibt ältere Menschen, die mit einem Bild vom strafenden Gott erzogen wurden. Wir aber wissen, dass Gott Liebe und Barmherzigkeit ist. Er möchte nicht bestrafen, sondern eher das Gegenteil. Das, was wir die Strafe Gottes nennen, sind in Wirklichkeit die Nachwirkungen unserer Sünden. Wie zum Beispiel die Gefängnisstrafe die Nachwirkung davon ist, weil wir jemanden getötet haben. Das heisst, wir sollten sehr gut wissen, wer der Mensch ist und wer Gott ist, damit wir den Menschen zu Gott bringen. Derjenige, der begleitet, muss auch den Ort kennen und die richtigen, wahren Informationen weitergeben. Es geht nicht so sehr um die Erscheinungen, die noch nicht von der Kirche anerkannt sind, sondern darum, wer Gott ist, wer die selige Jungfrau Maria ist, wer die Kirche ist. Es wäre auch gut, etwas die Geschichte der Kirche und Details des Ortes zu kennen. Wir sollten nicht nur das Ziel kennen, sondern auch die Etappen, durch die wir während einer Pilgerfahrt gehen. Der Bus ist
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ein wunderbarer Saal für Erklärungen, im Flugzeug geht das natürlich nicht. Einmal habe ich sogenannte «bewegliche Exerzitien» im Heiligen Land erlebt. Sie dauerten 14 Tage. Es war verboten, im Bus zu sprechen. Wir hatten im Bus Vorträge und Zeit zu meditieren und zu schweigen. Auch das ist eine Möglichkeit. Es gibt noch eine Bedingung: Der Organisator von Pilgerfahrten muss gläubig sein. Der Leiter, Begleiter erlebt häufig ein Syndrom, das wir oft bei den Sakristanen finden. Der Sakristan ist unaufhörlich in Kontakt mit heiligen Dingen, so dass er das Gefühl hat, alles zu wissen. Ein Professioneller, der alles weiss, aber zuletzt den Glauben verliert. Ein Leiter, der nicht betet, der den Glauben verloren hat, ist kein guter Pilgerleiter. Ich wünsche euch eine heilige Zeit in Medjugorje und ich gratuliere allen die heute Namenstag feiern, allen Josefs und Josefinas. Josef war eine sehr wichtige Person, er hatte eine wichtige Bedeutung im Leben von Jesus, er war ein grosser Erzieher des Sohn Gottes, der wie Josef Zimmermann wurde. Josef, der reinste und keuscheste Bräutigam der seligen Jungfrau Maria. Ich glaube, dass heute Abend im Himmel ein Riesenfest ist. Die Heilige Familie
hat sich da versammelt. Heute danken wir dem heiligen Josef, auch Jesus und Maria, für alles, was er war und noch immer ist. Er, der im Evangelium kein Wort sagt. Er ist ein Mann der Tat. Er begleitete Maria sicherlich auf der Reise von Nazareth nach El Karim zu Elisabet, denn es ist undenkbar, dass eine junge Frau, dazu noch schwanger, allein durch Samaria ging, das den Juden gegenüber feindlich war. Der heilige Josef hat sicher auch die Jungfrau Maria nach Betlehem und dann nach Ägypten gebracht. Dort hat er über das Leben der Heiligen Familie gewacht und sie nach dem Tod von Herodes wieder nach Nazareth zurückgebracht. Seid auch ihr Begleiter und Leiter, wie es der heilige Josef war. Gott möge euch segnen. Anschliessend bedankte sich Pater Marinko Šakota, der Pfarrer von Medjugorje, für die Anweisungen, die Erzbischof Henryk Hoser, den 358 anwesenden Seminarteilnehmern aus 28 verschiedenen Ländern gegeben hatte. Er sagte: «Danke, dass auch Sie Josef für uns sind.» Erzbischof Hoser entgegnete, dass er nicht würdig sei. Danach spendete er allen Anwesenden den bischöflichen Segen.
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B E TRA CHTUNG
Botschaft vom 25. November 1992 Betrachtungen von Pater Slavko Barbarić OFM zu den Botschaften der Muttergottes in Medjugorje. Ausschnitt aus dem Buch «Folgt mir auf dem Weg der Heiligkeit». «Liebe Kinder! Heute – wie nie zuvor – rufe ich euch auf zu beten! Euer Leben soll vollständig zum Gebet werden. Ohne Liebe könnt ihr nicht beten, deshalb rufe ich euch auf, zuerst Gott, den Schöpfer eures Lebens, zu lieben, und dann werdet ihr auch in allen Menschen Gott erkennen und lieben, wie Er euch liebt. Liebe Kinder, das ist eine Gnade, dass ich mit euch bin. Deshalb nehmt meine Botschaften an und lebt sie zu eurem Wohl. Ich liebe euch und deshalb bin ich mit euch, um euch zu lehren und zu einem neuen Leben der Umkehr und des Verzichtes zu führen. Nur so werdet ihr Gott und all das, was euch jetzt fern ist, entdecken. Deshalb betet, meine lieben Kinder. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!» Heute – wie nie zuvor – rufe ich euch auf zu beten! Euer Leben soll vollständig zum Gebet werden. Es ist immer wichtig, sich daran zu erinnern, dass es in Medjugorje Botschaften auf verschiedenen Ebenen gibt. Die Hauptbotschaft ist Mariens
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Anwesenheit. Sie gibt die wichtigsten Botschaften des Friedens, der Umkehr, des Gebets, des Fastens und des Glaubens. Die Muttergottes gibt uns jeden Monat kurze Mitteilungen, um uns auf dem Weg zu begleiten und uns zu helfen. Eine der wichtigsten Botschaften ist das Gebet. Ohne Gebet kann kein Programm fortbestehen. Gebet bedeutet nichts anderes, als in Kontakt mit Gott zu sein. Dieser Kontakt besteht für diejenigen, die alles aus Liebe zu Gott tun, nicht nur aus den formellen Gebeten, wie dem Rosenkranz, der heiligen Messe, usw., sondern auch durch jede Tat. Nur so kann das Leben in seiner Fülle zum Gebet werden. Das Bewusstsein, mit Gott durch die Gaben, die Er uns geschenkt hat, zusammen zu arbeiten, macht es möglich, dass das Leben, zu einem ständigen Gebet wird. Die wichtigste Voraussetzung für das Gebet und für ein Leben, das zum Gebet werden soll, ist die Liebe. Ohne Liebe kann nichts zum Gebet werden – weder unsere Arbeit noch unser formelles Gebet. Mit anderen
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Worten könnten wir z.B. sagen, dass der Rosenkranz oder die heilige Messe nur zu wahren Gebeten werden durch die Liebe, mit der sie gelebt werden. In diesem Zusammenhang ist Liebe kein schönes Gefühl, sondern die Entscheidung, alles für Gott und mit Gott zu tun. Liebe ist eine Gnade, und wir müssen für diese Gnade täglich beten. Ohne Liebe könnt ihr nicht beten, deshalb rufe ich euch auf, zuerst Gott, den Schöpfer eures Lebens, zu lieben, und dann werdet ihr auch in allen Menschen Gott erkennen und lieben, wie Er euch liebt.
Jesus hat Seine ganze Lehre auf die zwei hier angesprochenen Gebote gegründet. Maria, als Mutter und Lehrerin, kann uns immer nur zur Liebe Gottes aufrufen. Hier wird Gott der Schöpfer des Lebens genannt. Es ist wichtig für uns, daran zu denken, dass wir eine Zivilisation der Zerstörung und des Todes aufgebaut haben, die uns leicht in eine fürchterliche Zerstörung durch einen Krieg führen könnte. Der Krieg bei uns ist ein blutiger Beweis dafür. Wenn jemand Gott, den Schöpfer, nicht liebt, wie kann er dann das Leben als das Geschenk von Ihm lieben und beschützen? Maria will uns dahin bringen. Sie wünscht,
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dass wir dieser Welt helfen, sich selbst zu schützen, indem wir in der Liebe zur ganzen Schöpfung wachsen. Dieser Weg sollte leicht sein. Indem wir Gott den Schöpfer lieben, wird auch die Liebe für alles, was Er geschaffen hat, Wirklichkeit werden. Wir werden Ihn erkennen und Ihn lieben können. Dies ist eine Liebe an der Seite des Menschen, die so stark und kreativ wird wie die Liebe Gottes. Das grösste Glück für den Menschen wäre, so zu lieben, wie Gott selbst liebt. Das wäre der Himmel bereits jetzt. Durch eine solche Liebe würde sich jedes Leid lösen und alles würde in einer österlichen Freude erscheinen und aufblühen. Alles, was Gott erschaffen hat, spricht von Ihm. Unser Denken und Fühlen in dieser technisch geprägten Zeit vermitteln uns einen falschen Eindruck von der Grösse des Menschen. Sie verführen uns und wir erkennen den Schöpfer nicht mehr. Was noch viel gefährlicher ist, wir sehen den Menschen in dieser Welt als unabhängig und als Herrn der Welt, obwohl er nur das Geschöpf ist. In dieser Situation wiederholt sich die Erbsünde. Es ist keine Schande und keine Erniedrigung für den Menschen, Gott als Schöpfer und Herrn anzuerkennen! Es ist keine Schande, mit Ihm eng zusammen zu arbeiteten
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und Ihm in allem und jedem zu begegnen. Eine der ersten Botschaften, die wir hier erhalten haben, lautete: «Ich bin zu euch gekommen, um euch zu sagen, dass Gott existiert.» Wenn jeder diese Worte gehört hätte, wäre dies das Ende des Atheismus gewesen. Wir müssen um diese Gnade beten. Die Muttergottes ruft uns zum Gebet für die Ungläubigen auf, die Gott nicht kennen. Sie tut das auf besonde-
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re Weise durch Mirjana, aber Sie ruft auch alle Seher auf, dies zu tun. An jedem Zweiten des Monats betet die Muttergottes mit Mirjana f端r dieses Anliegen. Liebe Kinder, das ist eine Gnade, dass ich mit euch bin. Deshalb nehmt meine Botschaften an und lebt sie zu eurem Wohl. Ich liebe euch und deshalb bin ich mit
euch, um euch zu lehren und zu einem neuen Leben der Umkehr und des Verzichtes zu f端hren. In dieser marianischen Zeit spricht der Papst von Maria als der Mutter und Lehrerin, die mit der pilgernden Kirche durch diese Zeit geht. Sie begleitet die Kirche, lehrt und leitet sie. Sie f端hrt uns zu Gott. Die Bedingungen sind sehr klar: frei von S端nde und Sklaverei zu sein, in der Welt zu sein
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und sich für Gott zu entscheiden, während man auf dem Weg der Umkehr geht. Umkehr hat immer den einen Zweck: verzichten, sich von alten sündhaften Gewohnheiten freimachen und sich für den Weg zu Gott mit Maria entscheiden. Derjenige, der nicht bereit ist, alte Dinge loszulassen, sogar um den Preis eines Verzichts und inneren Kampfes, wird nicht den kleinsten Schritt zur Umkehr machen. Oft
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werden Christen müde und fallen in die Sünde zurück, weil sie nicht den entscheidenden Schritt der Befreiung gemacht haben. Diesen Schritt können wir nur durch die Gnade tun, um die wir bewusst beten müssen. Nur so werdet ihr Gott und all das, was euch jetzt fern ist, entdecken. Deshalb betet, meine lieben Kinder.
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In Wirklichkeit sind wir sehr weit von Liebe, Frieden, Versöhnung und Barmherzigkeit entfernt. Wir bleiben sehr nahe an der Zerstörung. Maria ruft uns und Sie wird nicht müde! Dies geschieht zu unserem Besten. Es ist zum Besten der Welt und zum Besten in der Welt, wenn wir glauben, dass diese Botschaften zu unserem eigenen Besten gegeben wurden. Es wäre für uns sehr heilsam, ein neues
Bewusstsein zu entwickeln. Dieses Bewusstsein würde aus der Überzeugung bestehen, dass alles, was wir tun – beten, fasten, umkehren, glauben usw. – zu allererst zu unserem Besten ist. Gott ist nicht der, der unsere Gebete braucht! Sicherlich können wir auch sagen, dass alle diese Dinge zu etwas Gutem für Gott führen, da unsere Erlösung Ihn verherrlicht. Es wäre leichter zu fasten und zu beten, wenn wir das verstehen würden. Auf diese Weise erweckt Maria in uns einen gesunden Egoismus. Wir dürfen an uns denken, wenn wir uns für die Verherrlichung Gottes und zum Besten der anderen einsetzen. Nach dieser Monatsbotschaft sagte Marija Pavlović Folgendes: «Es ist eine reine Gnade, dass Maria erscheint. Es ist ein reines Geschenk. Jede Botschaft ist ein reines Geschenk. Sie liebt uns und daher spricht Sie zu uns. Es gelingt mir nie, die Botschaft so zu übermitteln, wie sie wirklich gegeben wurde. Wenn die Muttergottes sagt: «Liebe Kinder», dann schmelze ich in Ihrer Liebe und dann ist es etwas viel Tieferes und Freudigeres als die Worte ausdrücken können. Wenn Sie ruft, kann man nichts ausser Ja sagen.» Ich rufe euch auf: glaubt und vertraut! Es ist zu unserem Besten. Bereiten wir
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uns alle mit dieser Botschaft auf das nahende Weihnachtsfest vor und lasset uns gemeinsam beten: Herr, unser Vater, wir danken Dir, dass Dein Sohn zu uns gesagt hat: «Betet! Sucht zuerst das Reich Gottes und alles andere wird euch gegeben werden.» Er hat uns gesagt: «Klopfet an und es wird euch aufgetan. Suchet und ihr werdet finden.» Wir bitten Dich mit Maria und im Namen Deines Sohnes Jesus, gib uns, o Vater, einen neuen Geist des Gebets, damit unser Gebet zu einem Gebet mit dem Herzen wird und damit unser ganzes Leben zu einem Gebet verwandelt werden kann. Erfülle unsere Herzen mit Liebe, damit wir aus Liebe beten können. Gib uns die
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Weisheit des Herzens, die nur Deine Liebe gewähren kann, damit wir Dich über alles lieben, Dich in allen Menschen erkennen und dann Dich durch sie lieben können. Gib uns die Liebe, die uns stärkt, damit wir auf dem Weg der Umkehr bleiben und damit wir allem widerstehen können, das uns auf diesem Weg aufhält. Gib uns die Gnade, dass wir Dich als unseren Vater erkennen und das frohe Wissen, dass wir immer im Gebet bei Dir sein können. Segne alle, die überhaupt nicht beten, alle, die zu beten versuchen, aber denen es nicht gelingt, und all jene, denen Du schon den Geist des Gebets durch Deinen Sohn, Jesus Christus, gegeben hast, der mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.
JÄH RL ICH E B OT SCH A FT A N M I RJA N A
Botschaft
vom
18. März 2019
«Liebe Kinder! Als Mutter, als Königin des Friedens, rufe ich euch auf, meinen Sohn anzunehmen, damit Er euch den Frieden der Seele gewähren kann, damit Er euch das gewähren kann, was gerecht ist, was für euch gut ist. Meine Kinder, mein Sohn kennt euch. Er lebte das Leben des Menschen und gleichzeitig des Gottes – wunderbares Leben – menschlicher Leib, göttlicher Geist. Deshalb, meine Kinder, während mein Sohn euch mit Seinen göttlichen Augen anschaut, dringt Er in eure Herzen. Seine sanften, warmen Augen suchen sich selbst in eurem Herzen. Meine Kinder, kann Er sich selbst finden? Nehmt Ihn an, dann werden die Momente des Schmerzes und des Leidens Momente der Sanftheit werden. Nehmt Ihn an, dann werdet ihr den Frieden in der Seele haben, ihr werdet ihn allen um euch verbreiten, und das ist, wessen ihr jetzt am meisten bedürft. Hört auf mich, meine Kinder! Betet für die Hirten, für diejenigen, deren Hände mein Sohn gesegnet hat. Ich danke euch.» | 21
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Interview mit Erzbischof Henryk Hoser Im 2017 wurde Erzbischof Henryk Hoser als Sondergesannter von Papst Franziskus nach Medjugorje gesandt. Nach seinem Aufenthalt führten Alina Petrowa-Wasilewicz und Marcin Przeciszewski, KAI, ein Interview, das am 18. August 2017 veröffentlicht wurde. Einige Auszüge aus diesem Interview. Was hat Sie am meisten bewegt bzw. beeindruckt während Ihres Aufenthaltes in Medjugorje? Ich kenne einige andere Orte, an denen die Mutter Gottes erschienen ist, sowie Pilgerstätten wie z.B. Fatima, Lourdes, Lisieux und Tschenstochau. Ich sehe den starken Charakter, die starke Besonderheit von Medjugorje. Dies kommt in der riesigen Wachstumsdynamik dieses Ortes und zugleich in der aussergewöhnlichen Kreativität der Werke, die dort entstehen zum Ausdruck. Das gibt es an anderen Orten nicht. Wie kann man die Atmosphäre von Medjugorje beschreiben? Mit ein paar einfachen Worten: Gebet, Stille, Konzentration/Fokus, Eucharistie, Anbetung, Fasten, dem Sakrament der Versöhnung. Das sind die Stärken dieses Ortes. Menschen,
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mit denen man sich unterhält, bemerken vor allem die aussergewöhnliche Atmosphäre der Konzentration, der Fokussierung und der Stille. Die Stille ist vordergründig. Es finden verschiedene Gottesdienste statt und die Anbetung. Natürlich gibt es einen Marienkult, aber im christlichen Sinne. Alle klassischen Gottesdienste, wie der Kreuzweg oder der Rosenkranz werden angeboten. Die ganze Topographie ist die natürliche Kulisse dieses Ortes. Es sind berührende Momente, wenn Leute, noch sehr jung, auf Knien auf den Steinen den Hügel erklimmen um zur Stelle der Erscheinungen zu kommen. Die Steine sind da bereits ein wenig poliert. Die Besonderheit des Ortes ist auch die Beseitigung der touristischen Elemente. Die Franziskaner sind in dieser Hinsicht sehr sensibilisiert. Es ist ein
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reiner Pilgerort, niemand kommt um seine Neugier zu befriedigen. Es gibt auch einen kommerziellen Aspekt, aber auf einem ziemlich hohen Niveau, z.B. wird mit religiösen Gegenständen gehandelt, die vor Ort hergestellt werden. Aber Stille und Anbetung dominieren. Die Palette von Angeboten für die Pilger ist sehr gross; z.B. gibt es jeden Tag zwei Katechesen. Die Seelsorge ist sehr gut. Erzbischof Hoser, was ist das grösste Phänomen in Medjugorje,
ausser natürlich der angeblichen Offenbarungen? Das Phänomen von Medjugorje ist die Beichte. An den Seiten der Kirche St. Jakob sind deshalb zwei besonders gebaute Pavillons, in denen es fünfzig Beichtstühle gibt. Sie sind überdacht, so stören auch Hitze oder Regen nicht. Die Menschen stehen in langen Schlangen und haben die Möglichkeit zu beichten und ihre Sünden zu bekennen. Die heilige Beichte kann in mehreren Sprachen gehört werden. Ich habe mit Beichtvätern gespro-
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chen, die vor Ort arbeiten. Sie sagten, es würde reichen eine Stunde lang die Beichte zu hören, um Bekenntnisse und echte Wandlungen der Menschen zu erleben. Es finden viele Lebensbeichten statt, die aus einer tief empfundenen Reue geschehen und als Generalbeichte angesehen werden können. Oft kommt es vor, dass jemand seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder beichtet, weil ihn die Gnade so stark berührt hat. Nur eine Stunde… Und wie steht es in Medjugorje zur Frage der Heilungen? Täglich wird um Heilung gebetet. Es ist nichts Besonderes, wir beten in jeder Pfarrei dafür. In Medjugorje finden die Heilungen statt. Und ihre Dokumentation ist professionell im örtlichen Archiv gespeichert. Hier werden medizinische Aufzeichnungen gesammelt. Jeder Fall wird, genau wie in Lourdes oder anderen Heiligtümern mit einer längeren Tradition, dokumentiert. Sie betonen den starken Christozentrismus, um den sich die pastoralen Aktivitäten in Medjugorje konzentrieren. Sie sagen, es gäbe keine Probleme mit der Orthodoxie. Es gibt aber doch Spannungen und schwierige Beziehungen
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zwischen den Franziskanern und dem örtlichen Bischof. Ja, sicherlich gibt es einige Probleme kanonisch-administrativer Natur, aber meiner Meinung nach sind sie lösbar. Auf der anderen Seite habe ich mich nicht mit dem Inhalt der Erscheinungen beschäftigt, weil es nicht meine Aufgabe ist. Aber ich konnte sehen, dass es grundsätzlich keine falsche Lehre in ihrem Inhalt gibt. Allerdings wird behauptet, dass sich die Seher oft seltsam ausdrücken. Aber das sagen Leute, die keine theologische Bildung besitzen, so dass sie sich ausdrücken, wie sie sich fühlen und wie es ihnen möglich ist. Wenn wir die marianischen Erscheinungen in anderen Teilen der Welt betrachten, stellen wir, ähnlich wie in diesem Fall, fest, dass keiner der Visionäre eine theologische Bildung besass; Bernadette von Lourdes konnte nicht einmal schreiben, die Kinder von Fatima – Lucia, Francisco und Jacinta – auch nicht. Lucia erhielt erst später eine solide Grundbildung im Kloster. Sie konnte veröffentlichen und wie die Kinder in Medjugorje hatte sie lebenslang Erscheinungen. Auch in Medjugorje dauern die Offenbarungen bis heute an. Es wurde berechnet, dass es bisher insgesamt 40’000 davon gab. Meiner
Meinung nach ist das kein wichtiges Hindernis. Als ich mit den Sehern sprach, fiel mir auf, dass sie sehr ausgeglichen sind. Ich traf vier von ihnen. Das sind die Damen, die während der ersten Erscheinungen von 1981 Teenager waren und heute haben sie Enkelkinder. Sie alle gründeten Familien. Letztlich ist der rote Faden in den Erscheinungen die Familie. Manche beschweren sich, da die Seher keine Priester oder Nonnen sind, wie z.B. Lucia Santos. Aber die Welt hat sich seitdem verändert, und das Kloster ist nicht der einzige Weg, um einer christlichen Berufung zu folgen. Diese Menschen leben in heutiger Zeit und gehen den Weg des Sakraments der Ehe. Sehr gut, weil sie die Schönheit des Familienlebens zeigen können, das in der heutigen Welt sehr bedroht ist. Es gab Behauptungen, dass die Enthüllungen in Medjugorje zu zahlreich sind, dass die Gottesmutter zu gesprächig sei? Hier könnte man die heilige Faustyna zum Vergleich nennen, die jeden Tag mit Jesus sprach. Das sollte kein grosses Hindernis darstellen. Natürlich muss man für jeden Aspekt sensibel sein, die Möglichkeit von psychischen Störungen oder Besessenheit war
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nicht auszuschliessen. Allerdings wurden die Sehenden von einem Team von hervorragenden Spezialisten, Psychiatern und Psychologen gründlich untersucht. Es wurde nichts Pathologisches gefunden. Im Gegenteil: es handelt sich um gesunde junge Leute aus gesunden Familien. Bis heute leben sie alle in Ehen und keine ist zerbrochen. Keiner der Seher hat je eine Glaubenskrise gehabt. Jakov Colo, der jüngste von ihnen, der zehn Jahre alt war und die Spiritualität von Medjugorje zum grossen Teil mitprägt, gründete die Organisation «Mariens Hände», eine Art Wohltätigkeitsverein, weil ihm die Muttergottes gesagt hat, dass wir «Ihre Hände» für die Armen und Bedürftigen sein sollen. Was sind Ihre Schlussfolgerungen im Bericht an den Heiligen Stuhl, lüften sie das Geheimnis? Ich kann nur sagen, dass die Schlussfolgerungen positiv sind. Jedenfalls hat der Heilige Vater schon im Flugzeug auf dem Rückweg von Fatima über Medjugorje gesprochen, und jetzt schickte er Kardinal Simoni-Troshani aus Albanien hin und bat darum, eindrucksvoll zu predigen. Ich denke, alles geht in die richtige Richtung. Auf jeden Fall war meine
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Mission nicht, die Untersuchung um Medjugorje abzuschliessen, sondern um zu beurteilen, ob der pastorale Dienst dort richtig ist, im Einklang mit der Lehre und der Kirche, effektiv und gut organisiert. Ich beschliesse, dass dies der Fall ist. Auf der pastoralen Seite ist meine Einschätzung sehr
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positiv. Die pastoralen Aktivit채ten, die liturgische Ordnung und die Konferenzen sollten fortgesetzt werden. Und schlagen Sie Verbesserungen vor, Reformen? Es gibt im Bereich der Infrastruktur sowie im rechtlichen und administra-
tiven Bereich viel zu tun. Es muss z.B. ein gemeinsamer Raumordnungsplan entstehen, denn alles, was da ist, wurde ein bisschen chaotisch gebaut. F체r die Sicherheit sollte das ganze Gebiet eingez채unt sein, denn es gibt ein Tor, aber auf der R체ckseite ist kein Zaun vorhanden.
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Wird sich nach ihrem Bericht die Haltung zur Organisation von Wallfahrten nach Medjugorie durch die Kirche ändern? – Momentan ist dies verboten. Sie können auf Pilgerfahrt gehen. Es war nicht möglich, offizielle Wallfahrten mit Teilnahme der Bischöfe zu organisieren etc. Aber das ist nicht mehr gültig. Immerhin waren dort vier Kardinäle, viele Bischöfe und Tausende von Priestern, die die Gläubigen begleiten. Die Situation heute ist Folgende: die Pilgerfahrten sollten nicht durch die offiziellen Strukturen der Kirche, der Diözesen oder der Pfarreien organisiert werden. Aber es können Gruppen von Gläubigen zusammen mit einem Priester hinfahren.
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Jedenfalls wird diese Bewegung nicht aufhören und sollte nicht gestoppt werden, weil es gute Früchte sind. Es ist einer der lebendigsten Orte des Gebets und der Umkehr in Europa – gesunde Geistlichkeit. Würde die Diözese des Erzbischofs Hoser eine Reise nach Medjugorje empfehlen? Wärmstens. Ich würde sagen, dass es eine Pilgerfahrt der spirituellen Umwandlung, Umkehr und Stärkung im Glauben würde, weil alle diese Elemente sich dort verwirklichen. Vielen Dank für das Gespräch. www.wiadomosci.onet.pl
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Interview mit Vikica Dodig Die Eltern von Vikica Dodig kommen aus Medjugorje. Vikica selbst wurde in Sarajevo geboren und lebte einige Zeit in Deutschland. Ende der 80er-Jahre führte sie ihr bewegtes Leben zurück nach Medjugorje. Ihr Cousin Ivan Dodig ist derzeit auf Rang 38 der ATP-Tennisweltrangliste. Pater Slavko war damals auch mitbeteiligt, als der Tennisverein von Medjugorje Anfang der 90er Jahre gegründet wurde. Dass daraus eines Tages Sportler mit Weltruhm werden, konnte damals niemand wissen. Kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen? Mein Name ist Vikica Dodig, ich bin in Medjugorje geboren, aber in Deutschland aufgewachsen. Ich bin hier, weil Medjugorje mein Leben verändert hat. Ich kenne Medjugorje von den ersten Tagen der Erscheinung an. Am Anfang habe ich mir gedacht: Das, was hier erzählt wird, das lebe ich doch schon. Ich gehe jeden Sonntag zur Kirche, ich faste jeden Freitag, wir beten jeden Tag in der Familie. Was wollt ihr eigentlich von mir? Und ich habe das einfach weggeschoben. Ich war damals 13 Jahre alt und konnte die ersten Jahre nichts damit anfangen. 1986 war ich über die Sommerferien hier und habe unverhofft einen tiefen
Frieden bei der Seherin Vicka spüren dürfen. Sie wollte, dass ich das, was sie sagt, dolmetsche. Ich wollte das auf keinen Fall, ich hatte es zuvor noch nie gemacht. Ich war Sportlerin – meine Interessen waren Sport und Hotelmanagement; diesen Weg hatte ich geplant. Doch schlussendlich musste ich dann doch dolmetschen,
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weil sonst keiner da war, und auf einmal hat mich ein tiefer innerer Frieden durchströmt. In den darauffolgenden Tagen begann ich, aktiv nach diesem Frieden zu suchen. Ich habe mich an Pater Slavko gewandt. Meine Eltern, meine Freunde, meine Familie – alle fragten sich, was auf einmal mit der Viki los war. Da sagte Pater Slavko: «Viki, das ist ein Frieden, den die Welt nicht geben kann.» Ich habe ihn nachdrücklich gefragt: «Und wie komme ich dann zu diesem Frieden?» Und er hat gesagt: «Indem du immer näher und näher an Gott heranrückst.» Da wusste ich, ich kann nicht mehr zurück, ich will nicht mehr zurück in diese Welt, die für mich so entfernt von Gott war, sondern ich wollte in eine Welt, wo Gott nah war, wo Gott normal war. Ich habe dann kurzerhand alles hingeschmissen, was meinen Vater und meine ganze Familie sehr enttäuscht hat. Ich hätte so viel Talent, sagten sie. Sie konnten nicht nachvollziehen, was mit mir passiert war. Ich habe am Anfang überhaupt nicht gewusst, wovon ich leben, was ich machen soll. Ich wollte nur hier bleiben, das war alles. Mein Vater drehte mir den Geldhahn zu, weil er dachte,
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er könnte mich so zwingen zurückzukehren, und ich habe nach einer Lösung gesucht. Die Lösung war, irgendeine Schule zu machen, damit die Eltern Ruhe geben. Die einzige Schule, an der sie mir alles anerkannt haben, war die Dolmetscherschule. Ich wäre nie in meinem Leben Dolmetscherin für Deutsch und Englisch geworden, wenn es nicht der leichtere Weg gewesen wäre. Ich wollte das nur, damit mein Vater endlich Ruhe gibt. Pater Slavko fand das ganz toll. Er hat immer gesagt, wir brauchen dich hier für ein Seminar und dort, und er hat mich einfach vor die Leute geschoben. Das war für mich eine kalte Dusche. Die Leute haben Fragen gestellt, obwohl ich keine Ahnung hatte. Daraufhin habe ich alles gekauft, was es auf Deutsch über Medjugorje zu lesen gab. Ich hatte dann plötzlich ein neues Problem, weil in jedem Buch etwas anderes stand. Vicka hat mir dann geholfen. Damals war sie krank und immer lange im Bett. Ich hatte häufig die Gelegenheit, bei ihr zu sein und mit ihr zu reden. Ich habe sie gefragt, was davon stimmt. Sie hat mir dann gesagt: «Das ist wahr und das ist Blödsinn, da hat jemand etwas dazugedichtet.» Diese Monate waren für mich wie ein Immer-näher-Heranrü-
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cken an Gott. Das war im Jahr 1987. Damals habe ich die Entscheidung für mich getroffen: Das ist mein Weg. Ich war dann auch die Gründerin des Pilgerleitervereins. Du bist auch im Informationszentrum «MIR». Kannst du erklären, was dieses Zentrum macht? Das Informationszentrum «MIR» ist aus einem Bedürfnis heraus entstanden. Damals haben Pater Leonard Oreč, Pater Slavko Barbarić und Pater Ivan Landeka alle das Bedürfnis gehabt, man müsse auch diese prak-
tischen Dinge tun; man müsse einen Verlag haben, eine Zeitung, Internet, Radio usw. Pater Slavko hat immer gesagt: «Ich spreche zwar ein paar Sprachen, aber ich kann nicht jeden Pilger erreichen. Ich brauche jemanden, der mehr kann.» Er hat dann junge Leute, die mehrere Sprachen konnten, oft waren es Gastarbeiterkinder, zusammengeschart. Wir waren bei der ersten Prüfung über 300 Personen. Es waren unter den Reiseleitern teilweise auch Moslems und Orthodoxe, Reiseleiter von überall. Das Bedürfnis entstand, dass es Personen gibt, die mit der Bi-
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bel vertraut sind, die wissen, was hier geschieht, die auch die Botschaften leben. Wir mussten die aussortieren, die das einfach nur machten, um Geld zu verdienen. Es war also die Idee, dass man die Pilgerleiter in Bibelkatechismus, Kirchengeschichte, Kirchenlehre, Erscheinungen, Botschaften etc. schult. Damals wurde das Informationszentrum MIR-Medjugorje gegründet. Heute ist Pater Miljenko
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Šteko, unser Provinzial, der Direktor. Daraus sind die anderen Zentren in der Welt entstanden. Und ich bin die Vertretung für das deutschsprachige Zentrum hier in Medjugorje. Was bedeutet dir die Muttergottes? Das, was ich heute mache, ist mein Dankeschön, weil die Muttergottes mich in einer Phase in meinem Leben beschützt hat, in der es mir nicht
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so gut ging. Wie viele, so hatte auch ich eine Phase der Rieseneuphorie, und dann kam eine Phase der Wüste. Ich habe einen Deutschen geheiratet. Später ist meine Ehe von der römischkatholischen Kirche für nichtig erklärt worden... Sagen wir einfach, ich hatte eine Phase, in der es mir nicht so gut ging. Ich hatte damals auch grosse Schwierigkeiten mit Gott persönlich, weil ich es Ihm in die Schuhe geschoben habe. Ich habe mir gedacht: Du hast mich nicht beschützt. Du hast das erlaubt. All die Jahre war meine Bezugsperson immer die Muttergottes. Ich habe eine Zeit lang – fünf Jahre – Weltreisen begleitet. Ich wollte einfach weg, nur damit ich mich nicht mit diesem Thema auseinandersetzen musste. Ich reiste nach Sri Lanka und dachte mir: Super, Strand, Meer. Doch was begegnete mir als Erstes, nachdem wir gelandet waren? Ein Koffer mit einem riesigen Muttergottes-Aufkleber von Medjugorje und eine Frau, die vor mir zusammenbricht und weint, weil sie bei mir einen Medjugorje-Rosenkranz gesehen hat. Da dachte ich mir: Ich kann mich nirgends auf der Welt verstecken. Die Muttergottes ist überall. Sie hat mich begleitet und mich Schritt für Schritt auf den richtigen
Weg zurückgebracht. Das, was ich heute tue, ist ein Dankeschön an sie, weil sie mich nie aufgegeben hat, weil sie immer da war – als Mutter. So, wie sie mich aufgefangen, so wie sie mich umarmt hat, versuche ich wenigstens ein bisschen von dem, was ich bekommen habe, an die Pilger weiterzugeben. Du kennst die Seher schon sehr lange. Wie würdest du sie beschreiben? Jeder Einzelne von ihnen ist geprägt durch das, was sie erlebt haben und immer noch erleben. Ich habe mich viel mit der Seherin Mirjana auseinandergesetzt und habe gemerkt, wie schwer die Aufgabe, für jene zu beten, die die Liebe Gottes noch nicht kennengelernt haben, für sie sein muss. Sie war als einzige in Sarajevo. Vielleicht kann ich es verstehen, weil ich weiss, wie es für mich war, Zeugnis für Medjugorje, für meinen Glauben abzulegen. Ich weiss, wie ich da verspottet wurde, wie schwer das für mich war. Mirjana hat die Aufgabe bekommen, genau für diese Personen zu beten. Ivan kenne ich besser. Mit ihm war ich durch das Dolmetschen viel mehr im Kontakt. Ich muss immer schmun-
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zeln, wenn mir die Pilger sagen: «Der ist so zurückhaltend, der ist so kalt.» Er ist gar nicht so. Das ist nach meinem Begreifen nur eine Schutzfunktion. Und dann Jakov, der das ewige Kind bleibt. Wie häufig haben wir ihn versteckt, wenn wieder einmal jemand mit einer Kamera unterwegs war und er gesagt hat: «Hoffentlich erkennen sie mich nicht, hoffentlich sehen sie mich nicht.» Die zwei, mit denen ich am intensivsten im Kontakt war, waren Vicka und Ivanka. Ivanka re-
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präsentiert für mich die Seher, wie sie 1981 waren. Sie ist bis heute sehr zurückgezogen, mag den ganzen Rummel, das ganze Drumherum nicht. Sie möchte am liebsten beten, sie möchte so viel Zeit wie möglich haben, um immer wieder nachzudenken über das, was die Muttergottes sagt, und versuchen, das auch in ihrem eigenen Leben umzusetzen. Und Vicka ist das absolute Gegenteil. Sie ist die, die auf jeden zugeht, deren Seele überquillt von dem, was sie erlebt hat, und die
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gar nicht anders kann, als es jedem zu erzählen. So wie Vicka, habe auch ich das Bedürfnis, weiterzugeben, was ich erlebt habe. Die Seher sind also ganz unterschiedlich. Die Schule des Gebetes ist ja eine sehr lange. Wann hat dich das Gebet entflammt? Das Gebet hat mich eigentlich schon am Anfang entflammt, wobei ich dazwischen auch immer wieder Zeiten der Wüste hatte, Zeiten, in denen ich
mich gefragt habe: Herr, hörst Du mich nicht? Ich musste irgendwann einmal begreifen, dass der Herr immer da ist, auch wenn ich Ihn nicht höre. Für mich war das dieser Moment, als Pilger an mich herantraten, und ich dann Sätze hörte wie: «Sie haben vor 15 Jahren einmal das und das gesagt als wir auf dem Erscheinungsberg an, der und der Station waren.» Und ich weiss nicht einmal mehr, dass ich da war, geschweige denn, dass ich irgendetwas gesagt habe. In der Phase ging es mir gar nicht gut. Und dann sagt die Frau: «Es war genau der Satz.» Und dann wiederholt sie den Satz, und ich denke mir: Ja, genau, eigentlich hätte ich selbst den Satz hören müssen. Es hat mich erschüttert, dass der Herr mich in Situationen gebraucht hat, wo ich mir gedacht habe: Er ist so weit weg, ich höre Ihn nicht. Ich mache das nur, weil ich es Seiner Mutter versprochen habe. Das waren die Momente, in denen ich erkannt habe: Der Herr hört dich, ich habe nur nicht hingehört. Und ich habe begriffen, dass auch wenn ich es in dem Moment nicht verstehe, nicht fühle, wenn ich weitermache, irgendwann bekomme ich die Bestätigung, dass Er mich gehört hat. Irgendwann spüre ich, dass Er die ganze Zeit da war.
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Du hast viel mit Pater Slavko zu tun gehabt. Kannst du uns von ihm berichten? An Pater Slavko habe ich gemocht, dass er in vielen Dingen auch Mensch war, weil mir das gezeigt hat, dass auch wir in unserer Schwachheit, in unserem Mensch-Sein auf dem richtigen Weg zum Herrn sind. Ich komme aus einer Sportler-Familie und weiss, dass er Sport gemocht hat. Er hat immer gesagt: «Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper.» Er wollte Kinder von der Strasse holen und hat Geld investiert, damit sie von der Strasse kommen. Ich durfte ihn auch in privaten Situationen erleben. Zum Beispiel habe ich ihn im Habit vom Tennisplatz kommen sehen, der Habit bis zum Gürtel ganz rot – nicht mehr braun –, weil der rote Sand auf ihm ist, und er hat so eine Freude, weil die Kinder etwas Sinnvolles machen. Ich habe ihn auch aus dieser Sicht erleben dürfen und nicht nur als den tief spirituellen Menschen, der versuchte, uns den Glauben näher zu bringen, sondern vor allem als den Menschen, der das auch praktisch umsetzte. Wie hast du Erzbischof Henryk Hoser in Medjugorje erlebt? Was mich besonders an Erzbischof Henryk Hoser fasziniert, ist seine Be-
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geisterung für das, was er hier erlebt, und zwar den lebendigen Glauben. Er ist begeistert von der Frömmigkeit, von den Beichten, vom Beten, vom Hinaufgehen auf den Kreuzberg, vom lebendigen Glauben. Er hat sich sehr intensiv erkundigt, was die Bedürfnisse sind, wo es noch etwas gibt, das fehlt: der Mangel an Gebetsräumen, der Mangel an Orten der Stille. Ich glaube, dass er sich sehr darauf konzentrieren wird, den Menschen noch mehr die Möglichkeit zu geben, noch intensiver in den lebendigen Glauben einzutauchen. Was möchtest du unseren Lesern noch sagen? Ich würde mir so sehr wünschen, dass noch viel mehr deutschsprechende Menschen nach Medjugorje kommen und den lebendigen Glauben erfahren. Medjugorje ist einfach, nicht kompliziert. Es ist verlangend, ja, aber es ist hier so viel Friede, Freude und Liebe. Wenn du einmal Medjugorje für dich angenommen hast, dann kannst du gar nicht anders, als diesen Frieden, die Freude und diese Liebe zu leben. Das Interview führte Dr. Maximilian Domej. Gebetsaktion Wien
BE ST E L L FO RM U L A R
Bestelltalon o Gratisabonnement: Monatsheft von Medjugorje Schweiz Das Monatsheft erscheint elf Mal jährlich und wird kostenlos verschickt. Das Abonnement verlängert sich automatisch und kann jederzeit abbestellt werden. Ich möchte folgende Ausgaben bestellen: Anzahl Monatsheft(e) April 2019 Anzahl Monatsheft(e) März 2019 Anzahl Monatsheft(e) Februar 2019
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Mai 2019 Mo Mo Di Mi Mo Mo Mi
06.05. 06.05. 07.05. 22.05. 27.05. 27.05. 29.05.
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13.05.2019 8 Tage 20.05.2019 15 Tage 14.05.2019 8 Tage 29.05.2019 8 Tage 03.06.2019 8 Tage 05.06.2019 10 Tage 05.06.2019 8 Tage
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Adelbert Imboden Adelbert Imboden Adelbert Imboden Drusberg Reisen Adelbert Imboden Adelbert Imboden Sylvia Keller
Juni 2019 – 38. Jahrestag der Erscheinungen Mi 19.06. – Mi 26.06.2019 Sa 22.06. – Sa 29.06.2019
8 Tage 8 Tage
Sylvia Keller Drusberg Reisen
Juli/August 2019 – 30. Jugendfestival Mo 29.07. – Mi 07.08.2019 10 Tage Di 30.07. – Di 06.08.2019 8 Tage Di 30.07. – Mi 07.08.2019 9 Tage
Catholix Tours Adelbert Imboden Adelbert Imboden
September 2019 So So Di Fr Mo Mo Fr So Mo
01.09. 01.09. 03.09. 06.09. 16.09. 16.09. 20.09. 29.09. 30.09.
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08.09.2019 8 Tage 15.09.2019 15 Tage 10.09.2019 8 Tage 13.09.2019 8 Tage 23.09.2019 8 Tage 23.09.2019 8 Tage 28.09.2019 9 Tage 06.10.2019 8 Tage 07.10.2019 8 Tage
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Adelbert Imboden Adelbert Imboden Adelbert Imboden Sylvia Keller Drusberg Reisen Pauli Reisen Drusberg Reisen Eurobus Sylvia Keller
Oktober 2019 Fr 04.10. – Sa 12.10.2019 Sa 12.10. – Sa 19.10.2019 So 20.10. – Mo 28.10.2019
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Drusberg Reisen Adelbert Imboden Drusberg Reisen
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Seminare in Medjugorje für das Leben 29. Mai – 1. Juni 2019 für Priester 08. – 13. Juli 2019 Jugendfestival 01. – 06. August 2019 für Ehepaare 06. – 09. November 2019 für Musiker 11. – 15. November 2019 Fastenseminare: www.medjugorje.hr/files/file/seminarposta2019.htm Ausser zum Jugendfestival werden aus der Schweiz keine Reisen zu den verschiedenen Seminaren angeboten.
= Jahrestag = Jugendfestival * = für Italienischsprechende
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= 3 Tage Exerzitien mit P. Jozo = Exerzitien mit Pfr. Fimm = für Familien und Jugendliche
Änderungen vorbehalten. Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Reisen erhalten Sie direkt beim entsprechenden Veranstalter.
Veranstalter Adelbert Imboden Postfach 356 3900 Brig 079 750 11 11 adelbert@wallfahrten.ch www.wallfahrten.ch
Catholix Tours Mühlestrasse 1 8840 Einsiedeln 055 556 81 89 festival@catholix.ch www.catholix.ch
Drusberg Reisen AG Benzigerstrasse 7 8840 Einsiedeln 055 412 80 40 info@drusberg.ch www.drusberg.ch
Eurobus AG Schwimmbadstrasse 1 5210 Windisch 056 461 61 61 b.gerber@eurobus.ch www.eurobus.ch
Pauli Reisen Tamatten 3910 Saas-Grund 027 957 17 57 info@paulireisen.ch www.paulireisen.ch
Sylvia Keller Düchelweiher 16 4144 Arlesheim 061 701 81 41 sylviakeller@intergga.ch
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Impressum Herausgeber:
Medjugorje Schweiz, Maria Königin des Friedens (gegründet Oktober 1985)
Erklärung:
In Übereinstimmung mit dem Dekret des Papstes Urban VIII. und der Bestimmung des II. Vatikanischen Konzils erklären wir als Redaktionsteam, dass wir das Urteil der Kirche, dem wir uns völlig unterziehen, nicht vorwegnehmen wollen. Begriffe wie «Erscheinungen, Botschaften» und Ähnliches haben hier den Wert des menschlichen Zeugnisses.
Druck:
Druckerei Franz Kälin AG, Einsiedeln
Auflage:
6200 Exemplare
Bildlegende:
Foto Đani S. 25; Restliche Bilder Sammlung Medjugorje Schweiz
Heftnummer:
April 2019, Nr. 371
Medjugorje
APRIL 2019
Medjugorje Schweiz, Maria Königin des Friedens
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Botschaft
vom
2. April 2019
«Liebe Kinder! Als Mutter, die ihre Kinder kennt, weiss ich, dass ihr nach meinem Sohn schreit. Ich weiss, dass ihr nach der Wahrheit, dem Frieden, nach dem, was rein und nicht täuschend ist, schreit. Und deshalb wende ich mich als Mutter durch die Liebe Gottes an euch und ich rufe euch auf, dass ihr reinen und offenen Herzens betet und von selbst meinen Sohn erkennt – Seine Liebe, Sein barmherziges Herz. Mein Sohn hat in allen Dingen Schönheit gesehen. Er sucht in allen Seelen das Gute, sogar das verborgene Kleine, um das Böse zu vergeben. Und deshalb, meine Kinder, Apostel meiner Liebe, rufe ich euch auf, Ihn anzubeten, Ihm unaufhörlich zu danken und würdig zu sein. Denn Er sprach zu euch die göttlichen Worte, die Worte Gottes, Worte, die für alle und ewig sind. Deshalb, meine Kinder, lebt Freude, Heiterkeit, Einheit und gegenseitige Liebe. Das ist es, was ihr in der heutigen Welt braucht; so werdet ihr Apostel meiner Liebe sein; so werdet ihr meinen Sohn auf richtige Weise bezeugen. Ich danke euch.»
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