Entwicklung
BOI
Tuning für Datenbanken Die richtige Parametrisierung von großen Datenbanken sorgt bei komplexen Anwendungen für einen signifikanten Produktivitätszuwachs. Dies nicht nur im Bankenbereich.
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eder, der mit großen Datenmengen und damit mächtigen Datenbanken zu tun hat, weiß um die spezifischen Anforderungen: Banken generieren eine unvorstellbare Menge an Transaktionen, die alle erfasst, bewertet, freigegeben, verbucht und revisionssicher archiviert werden müssen. Die Anwendungssoftware greift dafür auf Datenbanken zurück, die in besonderem Maße parametrisierbar sein müssen. Die Parameter sind meist in Tabellenform hinterlegt. Beispielsweise, ob ein Kunde mit einem besonderen Risikoprofil eine bestimmte Transaktion ausführen darf. Gemessen an der Menge der parallel laufenden Transaktionen muss das zentrale Parametersystem besonders performant sein, da sonst Wartezeiten für Anwender oder gar Fehler die Folge wären. In der Anwendungssoftware KORDOBA Classic ist dazu TABEX/3 der BOI GmbH integriert. Das Anforderungsprofil für TABEX/3 war bei der Weiterentwicklung des Core-BankingSystems KORDOBA Classic hin zu einem plattformunabhängigen Gesamtbankensystem klar umrissen: Im Sinne der Kontinuität mussten bestehende Funktionen beibehalten werden.
Transaktionen ohne Reibungsverluste Common Source-Fähigkeit bei unterschiedlichen Plattformen, Mandantenfähigkeit, Mehrsprachigkeit und Parametrisierbarkeit standen im Pflichtenheft. Die Lösung sollte über Kernfunktionalitäten verfügen, wie sie nicht nur im Bankenbereich, sondern auch von vielen anderen Branchen vorgegeben werden. Die Datensynchronisation sorgt dafür, dass die benötigten Parameter auf allen Rechnern zeitgleich vorliegen. TABEX/3 arbeitet dazu
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mit einem eigenen Aktualisierungsprogramm, das geänderte Parameter automatisch auf alle Rechner überträgt. Die Anwendungen greifen dadurch immer auf den aktuell freigegebenen Stand zu. KORDOBA-Produkte setzen diese Synchronisation unter anderem für die Aktualisierung der Daten zwischen Großrechner, UNIX-Servern und Windows-PCs ein. Ebenso zentral ist die Versionierung. Damit kann nachvollzogen werden, bis zu welchem Zeitpunkt welcher Parameter gegolten hat und durch welchen er ersetzt worden ist. Das Unternehmen kann somit etwa eine Stichtagsabrechnung auch rückwirkend vornehmen oder erneut berechnen. Sekundärschlüssel und View-Tabellen definieren, wer welche Ansicht auf dem Bildschirm erhält. Schließlich ist es weder sinnvoll noch zulässig, dass alle Mitarbeiter den vollen Informationsumfang einer Tabelle erhalten. TABEX/3 erstellt dazu mit View-Tabellen eine Untermenge der Parameterdaten. Eine wirkliche Herausforderung ist die Realisierung SPECIAL
eines Datenraumkonzepts. Wer revisionssicher arbeiten möchte, muss sicherstellen, dass die Änderung eines Parameters sofort und für alle Transaktionen Gültigkeit hat. Dazu werden die Parameter – wie bei einer schnellen Datenbank – in einem gemeinsamen Speicherbereich vorgehalten, wie beispielsweise CMP oder ESA-Datenraum. Die Parameterdaten müssen also nicht extra geladen werden, die benötigte Rechenzeit wird so drastisch reduziert. Durch den permanenten Zugriff auf diesen Speicher stehen allen Anwendungen immer die benötigten und aktuellen Parameterdaten zur Verfügung. Nach der Freigabe einer Änderung wird dies protokolliert und der Aktualisierungszeitpunkt erfasst. Parametrisierung ist also eine zentrale Querschnittsfunktion für jede Form komplexer Anwendungssysteme. Mit TABEX/3 an Stelle einer herkömmlichen Datenbank kann die Rechenzeit um bis zu 40 Prozent gesenkt werden – für mehr Produktivität und weniger Kosten. ▲