Ernst fuchs opernfahrten

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KULTUR

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Bratislava ist immer eine Reise wert 10 Jahre Opernfahrten der Österreichisch – Slowakischen Gesellschaft nach Bratislava Die mehrmals jährlich stattfindenden Opernfahrten nach Bratislava erfreuen sich bei Mitgliedern und Freunden der Österreichisch – Slowakischen Gesellschaft großer Beliebtheit. Angesichts des weltberühmten Hauses am Wiener Ring und weiterer 2–3 Opernbühnen in Wien mag es auf den ersten Blick überraschen, dass die Oper in Bratislava auch für Musikfreunde aus der österreichischen Hauptstadt so attraktiv ist. Bei näherer Überlegung wird einem jedoch bewusst, dass das einstige Preßburg auf eine jahrhundertelange Tradition der Musikpflege zurückblicken kann, über ein großes Reservoir an ausgezeichneten Orchestermusikern verfügt und dass Musikliebe und besondere stimmliche Begabung der Slowaken immer wieder beeindruckende Sänger- und Sängerinnen hervorbringen, von denen Weltstars wie Lucia Popp, Editha Gruberova und Peter Dvorsky nur Spitzen des Eisbergs sind. Übrigens war es eine besondere Freude für die Fans von Peter Dvorsky, dass sie bei mehreren ÖSG-Opernfahrten dem berühmten Sänger während seiner Zeit als Operndirektor (2006 – 2012) im Zuschauerraum begegneten.

ufer hin hat das neue Theatergebäude nun auch eine harmonische äußere Umgebung erhalten. Dass ein Teil der Opernaufführungen auch weiterhin im historischen Gebäude stattfindet, sorgt für Abwechslung und erspart dessen Liebhabern den Abschied von der liebgewonnenen alten Spielstätte. Um die Teilnahme an den Opernfahrten zu einem noch bereichernderen Erlebnis werden zu lassen, wird der Aufenthalt in Bratislava häufig mit Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten sowie mit Besuchen von Museen und Ausstellungen in der slowakischen Hauptstadt verbunden. Ein besonderer

Gewinn für die Teilnehmer ist es, wenn ihnen gelegentlich durch hervorragende Experten wie Altbürgermeister Peter Kresánek oder Altvizebürgermeister Štefan Holčík weniger bekannte Kleinodien gezeigt oder historische Hintergründe erklärt werden. Auch die leiblichen Genüsse kommen nicht zu kurz. Die ÖSG bemüht sich, mit den Opernfahrten ein abwechslungsreiches kulinarisches Angebot durch den Besuch von Gaststätten unterschiedlicher Art zu verbinden, die von der eleganten Reduta über das gemütliche Zichy und das rustikale Bratislava Flagship bis zu landschaftlich schön gele-

genen Restaurants an den Ufern von Donau und March reichen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, den österreichischen Besuchern auch Gelegenheit zum Kennenlernen slowakischer Nationalspeisen zu bieten. Ohne die Bedeutung der Opernfahrten der Österreichisch – Slowakischen Gesellschaft nach Bratislava zu überschätzen, kann gesagt werden, dass sie dazu beitragen, der Slowakei immer wieder neue Freunde zu gewinnen und die schon bestehenden Sympathien für das Nachbarland, seine Menschen, seine Kunst und seine Leistungen weiter zu vertiefen.

Ernst Fuchs - Werkschau eines Ausnahmekünstlers in Bratislava Text: Christoph Thanei, Foto: Peter Homola für die Galerie der Stadt Bratislava

Text: Maximilian Pammer, ehemaliger österreichischer Botschafter in der Slowakei, Fotos: ÖSG

Die seit 2003 organisierten Opernausflüge sind längst zu einem festen Bestandteil des Programms der ÖSG geworden. Rechnet man die Teilnehmerzahlen aller einzelnen Fahrten zusammen, so würde sie einen Saal mit über 1000 Personen füllen. Natürlich entspricht dies nicht der Anzahl der Personen, die im Laufe der Jahre an den Opernausflügen teilnahmen, weil ja viele von diesen immer wieder mit dabei sind. Das umfangreiche Spektrum der besuchten Aufführungen umfasste bisher neben einigen Werken aus dem 18. Jahrhundert (Händels Alceste, Glucks Orpheus und Eurydike, Mozarts Don Giovanni und Zauberflöte) hauptsächlich Opern des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts - von Rossini, Donizetti, Bellini, Verdi, Wagner, Gounod, Smetana, Bizet, Mussorgsky, Tschaikowsky, Dvorak, Leoncavallo, Puccini, Mascagni bis Giordano. Unter ihnen waren Kompositionen von Puccini (5) und Verdi (4) die meistbesuchten. Der festlich-prunkvolle Rahmen des Opernhauses am Hviezdoslav-Platz (1886

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nach Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer fertiggestellt) war der Grund, weshalb manche Freunde der Oper in Bratislava den langjährigen Plänen zur Errichtung eines neuen Gebäudes des Slowakischen Nationaltheaters auf der Pribinova zunächst reserviert gegenüberstanden. Im Juni 2007 - schon kurz nach Eröffnung des Letzteren

NPZ ! Neue Pressburger Zeitung > Juli/August 2014 > www.npz-online.eu

- hatten die Teilnehmer der ÖSG-Opernfahrten erstmals Gelegenheit, dort eine Aufführung (Verdis Troubadour) zu besuchen, und waren von den neuen Räumlichkeiten in jeder Hinsicht sehr positiv beeindruckt. Akustik und Bequemlichkeit ließen keinerlei Wünsche offen, und durch die mittlerweile fertiggestellten Bauten zum nahen Donau-

"Sein Werk ist wahrhaft epochal. Seine Handschrift ist unverwechselbar", sagte Brigitte Trinkl, die Leiterin des Österreichischen Kulturforums bei der Vernissage der Retrospektive der Werke von Ernst Fuchs über den Ausnahmekünstler. Sein Charakter, sein ganzes Leben und seine Person seien in seinen Werken sichtbar. Der 1930 geborene Fuchs, der bei der Vernissage persönlich anwesend war, hatte schon als Jugendlicher auf sich aufmerksam gemacht und in Wien für Furore in der Künstlerszene gesorgt. Auf dem Fahrrad fuhr er alsdann nach Paris, um dort jahrelang für seinen künstlerischen Traum zu leben. Große Ölbilder wollte er schaffen und die Themenwelt der Mythologien, insbesondere (aber nicht nur) aus dem Alten Testament ließ ihn nicht los. Mit seinen Werken wurde er zum "Mittler zwischen Religionen und Kulturen", wie es Brigitte Trinkl formulierte. In den vielen Jahren seines Schaffens sei er letztlich sogar selbst zu einer "mystischen Persönlichkeit geworden", stimmte der österreichische Botschafter Josef Markus Wuketich bei. Der Diplomat wertete es deshalb als "besonderen Tag für das Kunst- und Kulturleben dieser Stadt", dass die Galerie der Stadt Bratislava und das Österreichische Kulturforum gemeinsam mit dem Ernst-Fuchs-Museum

Von links nach rechts: Prof. Ernst Fuchs, Ausstellungskuratorin Dr. Cornelia MensdorffPouilly, Thomas Frankl (den NPZ-Lesern aus der Ausgabe April 2014 bekannt) - bei der Ausstellungseröffnung in Bratislava Wien diese große Werkschau hier in der slowakischen Hauptstadt präsentieren konnten. Wenn Sie sich selbst überzeugen wollen, womit sich der Künstler so viel ehrfurchtsvolle Bewunderung verdient hat, dann bleibt Ihnen noch bis 21. September Zeit, die Ausstellung zu besuchen.

Info: Ort: Pálffy-Palais, Panská 19, Bratislava Täglich außer Montag, 11-18 Uhr Die Ausstellung ist noch bis 21. September 2014 zugänglich.

NPZ ! Neue Pressburger Zeitung > Juli/August 2014 > www.npz-online.eu

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