Der Kabitär

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DER K A B I TÄ R Meisterstück-Projekt von Michael Gläßer


BEWERBUNG Abraham & David Roentgenpreis Der Kapitär Hiermit möchte ich gerne mein Meisterstück zum Abraham & David Roentgenpreis einreichen. Der erste Anstoß zu diesem Projekt war die Aufforderung ein Meisterstück zu gestalten. Normalerweise werden als Meisterstücke Möbel geplant, welche oft auch von den jungen Meistern gebraucht werden. Da ich gerade kein Möbel brauchte, wie zum Beispiel ein Bett oder einen Schrank, konnte ich frei an die Gestaltung und Formgebung denken ohne mich zuvor mit der Nutzung beschäftigen zu müssen. Diese Art der Herangehensweise beflügelte mich und lies mich umdenken und ein besonderes Konzept entwerfen. Die Idee des Projekts war ein schwebender Kubus über dem Untergestell. Das Möbel sollte elegant und erhaben sein, gleichzeitig aber Sicherheit ausstrahlen. So scheint der Kubus auf dem relativ hohen Untergestell mit seiner goldenen Oberfläche losgelöst und frei im Raum. Das dunkle Untergestell hingegen rückt dadurch in den Hintergrund, gibt dem Möbel jedoch durch seine ausgestellten Beine die nötige Stabilität.


Bis hierhin war die Nutzung des gesamten Möbels noch nicht klar. Für alles offen wurde der Innenausbau geplant. Dabei stellte sich immer deutlicher heraus, dass es ein praktisches Flurmöbel werden würde, das Stauraum für Utensilien bietet. Da nicht viel Platz zur Verfügung stand wurde so kompakt wie möglich geplant mit dünnen Hölzern und feinen Fugen. Ein großer Schubkasten für verschiedene Utensilien sollte im oberen Teil Platz finden. Darunter plante ich anstelle weiterer Schubkästen eine Klappe, um die flächige Gesamtansicht der Kubusseiten zu erhalten. Hinter der Klappe befinden sich sechs kleine Schubkästen. Zwischen ihnen ist eine Einschubmöglichkeit für einen DIN A4 Block oder ein Buch in der selben Größe. Unter den Schubkästen ist Platz für Briefe, welche über schmale Leisten getrennt eingeschoben werden können. In die Innenseite der Klappe ist eine Lederauflage eingelassen die zum schreiben von Notizen oder Briefen dient. Unter der Lederauflage befindet sich ein Geheimfach, in dem mach leichte Dinge einlegen kann. Die Außenflächen der Kubusseiten sollten ebenfalls zur Benutzung beitragen. Kurze Infos, Visitenkarten, Postkarten und andere Dinge sollten auf der Oberfläche schnell und einfach angeheftet werden können. Somit fiel die Wahl auf Metall, um mit Magneten arbeiten zu können. Damit die Metallplatten nicht zu massiv als geschlossene Hülle wirken und jede Seite für sich allein steht, wurden sie mit Abstand am Holzkorpus befestigt. Zusätzlich haben sie zueinander noch Abstand, um bei näherer Betrachtung den Holzkubus im Inneren sichtbar zu machen.


Um hier den Blickfang-Effekt zu erzeugen, brauchte die einfache Metall-Oberflächen eine Beschichtung, welche wirklich anziehend wirkt. Gold schien hier die richtige Wahl zu sein - jedoch kein hochglänzendes Metall, sondern eine leicht geäderte und durchbrochene Oberfläche, welche aus der Entfernung gleichmäßig erscheint und bei näherer Betrachtung dem Auge eine reizvolle Struktur bietet. Dafür wurde eine bräunliche Grundierung auf das Metall aufgebracht, das nach leichtem Durchrieb der Goldplättchen im ähnlichen Farbton des Untergestells schimmert. Um die Oberfläche der plattvergoldeten Metallplatten zu schützen wurde diese lackiert. Um den golden scheinenden Kubus nun schweben zu lassen wurde Nussbaum als starker Kontrast für das Untergestell gewählt. Die schwebende Wirkung wird durch Abstandshülsen zwischen Untergestell und Kubus noch verstärkt. Der Holzkorpus des Kubus, an dem die vergoldeten Metallplatten angebracht sind ist aus Anhorn gefertigt. Das helle Holz bringt Licht in den Korpus und wirkt gleichmäßig zu den vergoldeten Metallplatten. Um im Inneren des Kubus Schatten und klare Trennungen zu erzeugen wurden Teile der Innenkonstruktion sowie die Schubkastenseiten und Nutleisten aus Nussbaum gefertigt. Die gesamte Holzoberfläche wurde mit einem natürlichem Wachs behandelt, das den Nussbaum dunkler macht und den Ahorn vor dem Vergilben schützt. Das Schreibleder auf der Innenseite der Klappe besitzt einen Braunton, der das die Farbe des Nussbaumholzes wieder aufgreift. Der Boden des Geheimfaches ist mit rotem Filz ausgelegt.


Bei der gesamten Holzkonstruktion wurde sehr viel Wert auf traditionelle Holzverbindungen gelegt. Die Beine zu den Zargen mit Schlitz und Zapfen verbunden. Die Zargen wurden mit einer Doppelüberplattung zusammengesetzt um eine höhere Stabilität zu erzielen, wozu auch die leicht ausgestellten Beine beitragen. Für eine filigrane Wirkung des Untergestells verjüngte ich die Beine nach unten. Auch Korpusseiten und Klappe wurden in einer Schlitz und Zapfen Konstruktion gefertigt. Alle Schubkästen sind mit Nut und Feder zusammengesetzt. Geführt sind sie auf Nutleisten, die in den Seiten des Korpus und den Trennleisten des DIN A4 Einschubfaches eingelassen und verschraubt sind. Die Schubkästen werden mit einem Magneten geöffnet. Gegen das komplette herausziehen sind sie mit Madenschrauben in den Seiten gesichert, welche in einer Nut in den Nutleisten laufen. Bei Wartungsarbeiten können die Madenschrauben mit einem Inbus herausgedreht werden um die Schubkästen zu entfernen.



Die Klappe ist mit einem Sekretärband angeschlagen. Die untere Schmalseite ist gerundet und dreht sich passgenau beim Öffnen in die gegenüberliegende Hohlkehle des inneren Bodens ein. Unter dem Boden ist ein Mechanismus verbaut, der ein gerundetes Druckholz mit Federkraft gegen die untere Schmalseite der Klappe drückt. Dadurch wird sie im geschlossenen zustand gehalten. Beim Öffnen wirkt der Druck gegen das Gewicht der Klappe um die Fallkraft zu minimieren. Die Metallplatten sind mit aufgeschweißten Rahmen auf Abstand gehalten. Diese erzeugen gleichzeitig Schattenfugen, welche auch das Öffnen der Klappe ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens sind Muttern aufgeschweißt, durch die man die Platten von innen durch den Korpus mit Schrauben befestigt kann. Der gesamte Korpus wird mit langen Schrauben von unten durch die Zargen gehalten. Diese greifen im Unteren Teil des Korpus in RAMPA-Muffen.


Die äußere Ansicht des Kabitärs erinnert an ein freistehendes Kunstobjekt, das nicht vordergründig auf eine praktische Nutzung schließen lässt. Das Innere des Kabitärs ist funktional konzipiert und im Detail handwerklich fein ausgearbeitet. Für den Innenraum des Kabitärs könnten auch weitere individuelle Konzepte entwickelt werden. So könnte er auch also Prestigeobjekt, wie zum Beispiel als Rezeptionspult in einem hochwertigem Restaurant oder als Schmuckschränkchen dienen.


VITA Michael Gläßer Persönliche Daten

Berufliche Tätigkeit

Geburtsdatum: 10.10.1984 Familienstand: ledig

10.2004 - 07.2005 Zivildienst Kurklinik Oberjoch

Anschrift Michael Gläßer Strasse zum Ferienheim 2 08606 Oelsnitz OT. Taltitz Tel.: 037421727300 Mobil: +49 (0) 151 25726047 E-Mail: michaelgl@ gmx.de Ausbildung 07.1995 - 07.2001 Hans- Thoma- Schule Bad Säckingen, Werkrealschule 08.2001 - 07.2002 Gewerbeschule Bad Säckingen, Einjährige Gewerbliche Berufsfachschule 09.2002 - 08.2004 Schreinerei Schneider Murg, Ausblidung zum Schreiner 02.2015 - 07.2016 Meisterschule Ebern, Ausbildung zum Schreinermeister

02.2006 - 05.2008 Küchenmonteur, Möbel Markt Dogern 08.2008 - 05.2013 Auf der Walz als Reisender Handwerksgeselle, Arbeit bei vielen unterschiedlichen Arbeitgebern 08.2013 - 01.2015 Schreiner TDG Tischlerei Detlef Gläßer Zusätzliche Qualifikationen 01.2013 - 03.2013 Fachausbildung zum Tischler für Restaurierungsarbeiten, Fortbildungszentrum Görlitz


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