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Die Kunst des Gebens
Ausgabe Sommer 2013
„Es gibt riesige Felder von Transaktionen, die nicht durch Geld neutralisiert werden. Auf diesem Feld sind die Dankbarkeit und die Grosszügigkeit zu Hause.“ Peter Sloterdijk, Philosoph
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser Grundsätzlich ist es nicht schwierig, zu geben. Zur Kunst wird das „Geben“ dann, wenn es langfristig Positives bewirken und das Leben anderer verändern soll.
Kunst entsteht aus dem Zusammenspiel von Können, Erfahrung und Leidenschaft. Dies gilt aus unserer Sicht ganz besonders bei der Kunst des Gebens.
Das gezielte und engagierte Geben spielt in der modernen Gesellschaft nach wie vor eine grosse Rolle. Das persönliche wie auch finanzielle Engagement für eine Herzensangelegenheit ist keine Modeerscheinung, sondern hat eine lange Tradition.
Ich wünsche Ihnen eine anregende und spannende Lektüre unserer Sammlung über die Kunst des Gebens.
Wie der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk im Interview in dieser Ausgabe sagt, haben Menschen, die hinter Stiftungen stehen, eine Entscheidung getroffen: sich um etwas zu kümmern, eine Sache voranzubringen. Die Rahmenbedingungen für Stiftungen haben sich allerdings stark verändert. „Zu geben“ ist schwieriger geworden, eine Herausforderung für Stifter.
Herzlichst
Ihr Georg Schubiger, Leiter Private Banking
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Foto: Corbis
Inhalt
Ein Plädoyer für mehr Grosszügigkeit. Willkommen in Myschkinien oder weshalb freiwilliges Geben so wichtig ist. Ein Interview mit dem deutschen Philosophen Peter Sloterdijk. 4 Vontobel blue
Foto: laif
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12 Die elegante Form der Gemeinnützigkeit. Ist Wohltätigkeit ein neuer Trend aus den USA? Prof. Georg von Schnurbein sieht sie eher als Fortsetzung einer langen humanen Tradition im Wandel der Zeit.
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Wie misst man Geben? Grössen der Grosszügigkeit.
Viel zu gut für die Tonne. In bewährte Strukturen investieren. Weshalb die Stiftunglife sich bei „Die Tafeln“ engagiert und damit bestehende Ideen und Konzepte fördert.
Foto: Pat Gallerystock Molnar, Gallerystock
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Kompetenz: Professionalisierung der Stiftungen. Die Motivation zur Gründung einer Stiftung ist heute meist dieselbe wie vor Hunderten von Jahren. Wie eine Stiftung erfolgreich geführt wird, hat sich jedoch grundlegend verändert.
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Kompetenz: Deutsche Stiftungen in Not: auf der Suche nach Sicherheit und Rendite. Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Stiftungen in Deutschland sind eine Herausforderung. Innovation und Leidenschaft für die Sache sind gefragt.
Makro: Bernanke & Co. helfen Aktien. Wie die Notenbanken die Hoch- und Tiefdruckgebiete an der Wirtschaftsfront beeinflussen.
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Kompetenz: Nachhaltiges Investieren – vom Feigenblatt zum „Muss“. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit bewähren sich als Grundlage für Investitionsentscheide.
Blaue Seite: Vermischtes aus der Vontobel-Gruppe. Eine Zusammenstellung von News aus allen Geschäftsbereichen. Vontobel blue 5
Interview: Urs Thaler
Grosszügig denken und handeln. Dafür setzt sich der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk seit Langem ein. Und er postuliert eine Ethik des Gebens, bei der auch die nehmende Hand des Staates kritisch hinterfragt wird. Thema: Die Kunst des Gebens
Ein Plädoyer für mehr Grosszügigkeit. Peter Sloterdijk, Sie haben zusammen mit Freunden den Myschkin-Preis ins Leben gerufen. Mit dem Preis wollen Sie Personen ehren, die sich durch Handlungen von besonderer Grosszügigkeit auszeichnen. War es schwierig, einen geeigneten Preisträger zu finden? Nein. Weil wir die Sache gut überlegt und intensiv diskutiert hatten, konnten wir im vergangenen Jahr sogar drei Preisträger mit dem Myschkin-Preis auszeichnen. Es war eine berührende Feier vor grossem Publikum, die im Januar 2012 im Pariser Théâtre National de l’Odéon vor vollem Haus über die Bühne ging. Was bewog Sie dazu, diesen Preis zu schaffen? Bei Gesprächen im Freundeskreis kamen meine Frau, ein holländischer und ein deutscher Freund, meine französische Verle gerin und ich zur Überzeugung, dass es auf dieser Welt doch einige Menschen gibt, deren menschliche Leistung u nterschätzt wird – und dies, obwohl sie sich durch Handlungen von exemplarischer Generosität ausgezeichnet haben. Dachten Sie damals an eine bestimmte Person? Wenn ich mich richtig entsinne, kreiste unser Gespräch zuerst um den grossen italienischen Psychiater Gaetano Benedetti, der zu Beginn der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts ein epochales Werk über die Natur der schizophrenen Erkrankungen geschrieben hatte. Mit „Todeslandschaften der Seele“ hat er ein Meisterwerk der empathischen Psychiatrie geschaffen. Uns fiel auf, dass heute in der psychotherapeutischen Szene in Deutschland, der Schweiz und auch in Österreich Benedetti kaum mehr eine Rolle spielt. Also haben Sie ihn ausgezeichnet, um seinen Namen der Vergessenheit zu entreissen? Es schien unserem Freundeskreis jedenfalls, dass das singuläre Werk des Italieners mehr Beachtung verdient. Unsere Diskus sionen blieben jedoch nicht bei Benedetti stehen. Schliesslich entschieden wir uns, drei Laureaten auszuzeichnen.
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Wer kam noch hinzu? Neben Gaetano Benedetti zeichneten wir den österreichischen Tierschutzaktivisten Martin Balluch und den französischen Diplomaten, Juristen und – wenn man so will – politischen Pädagogen Stéphane Hessel aus. Die Preisverleihung im Pariser Odéon war für alle Gäste ein bewegendes Erlebnis, ein richtiger Coup de Coeur. Das ist nicht erstaunlich, wenn man weiss, wie brillant und charmant Hessel vor Publikum auftreten konnte. Mit seinen 94 Jahren rezitierte er Gedichte von Apollinaire, Baudelaire und Hölderlin und begeisterte das Publikum mit der Botschaft, dass es sich lohnt, alt und verrückt zu werden. Damals bei der Pariser Preisverleihung trug Ihre Begrüssungsrede den Titel „Willkommen in Myschkinien“. Ist Myschkinien ein imaginäres Land, in dem die Menschen grosszügiger sind als im wahren Leben? Ein imaginäres Land, zum Teil, doch auch ein Land, in dem wir alle in unserer Kindheit ein Bürgerrecht besassen. Die meisten von uns haben als Erwachsene Myschkinien aus unterschied lichen Gründen verlassen und sind in die Welt der Egoisten ausgewandert. Unserem Freundeskreis lag daran, die Zeitgenossen zu erinnern, dass es ein Rückkehrrecht nach Myschkinien gibt. Als Philosoph befassen Sie sich mit der Anthropologie, mit der Lehre vom Menschen. Dabei unterscheiden Sie zwischen der hellen und der dunklen Anthropologie. Was meinen Sie damit? Die Verdunkelung der Anthropologie hat im Zeitalter der Religionskriege des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht – sie ist bis heute wirksam geblieben. Viele Doktrinen haben zu dieser Entwicklung beigetragen – die Ideen von Thomas Hobbes, von de Sade, von Marx und Freud, die Konkurrenztheorien des 19. Jahrhunderts und all die pessimistisch-realistischen Menschenbilder, die von der sogenannten Aufklärung popularisiert wurden. In all diesen Jahrhunderten gab es aber immer auch Denker, die hellere Ansichten vom Homo sapiens vorgetragen haben. Vor allem die schottischen und englischen Moral-Sense-Philosophen haben dazu das Ihre beigetragen,
F체r eine Ethik der offenen Hand pl채diert
Foto: Philipp Horak, anzenberger
der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk.
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die systematische Anschwärzung des Menschen zu mildern. Einer meiner Lieblingsautoren aus jener Zeit ist Lord Shaftesbury, der heute kaum mehr gelesen wird. Er hatte den jungen Goethe nachhaltig beeinflusst. Shaftesbury betonte den Enthusiasmus der Geselligkeit. Für ihn war der Mensch ein Wesen, das in Gesellschaft seine besten Tugenden entfaltet. Insofern könnte Ihr Preis auch als ein Mittel gegen die mitmenschliche Auskühlung verstanden werden? Vielleicht. Die Idee einer Auszeichnung ist, wie ich gerne zugebe, durchaus ambivalent. Heute gibt es im Bereich der Kunst, Literatur und Wissenschaft Preise für so gut wie alles. Darin steckt eine tiefe Paradoxie. Mit Preisen belohnt man Menschen für etwas, das im Grunde keine Belohnung braucht, weil jede wertvolle Handlung nach klassischer Auffassung ihren Lohn in sich selbst trägt. Sie hat einen Eigenwert, der mit oder ohne Preis gültig ist. Thomas Mann sollte damit zufrieden sein, dass er ein so faszi nierendes Buch wie die „Buddenbrooks“ hat schreiben können. Warum soll er dafür noch den Literaturnobelpreis erhalten? Ein kluger Kopf hat einmal gesagt: „All you need to know about prices is, that Mozart never had one.“
bewirkt, während der Empfänger am besten nicht mitbekommen darf, dass er etwas erhält. Ich halte das für eine edle Übertreibung. Es genügt, wenn wir die Tatsache anerkennen, dass jeder Transaktion zwischen Menschen eine gewisse Ambivalenz innewohnt. Worin besteht diese Ambivalenz? Die meisten Menschen ziehen es vor, die Gabe in eine Ware zu transformieren. Fast jeder fühlt sich besser, wenn er sich kaufen kann, was er bekommen möchte, statt es sich schenken zu lassen. Der Kauf neutralisiert die personale Transaktion. Deshalb haben wir uns in der modernen Welt für die Ware und gegen das Geschenk entschieden. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass sich hinter der Warenwelt ein konstitutives Geschehen von Geben und Nehmen entrollt, das über den Warentausch hinausreicht. Das Nicht-Warenhafte des Nehmens und Gebens bildet immer das Fundament, auf dem sich die Waren-Transaktionen abspielen. Das gilt für alle Lebensbereiche. Der gute Lehrer gibt seinen Schülern mehr als das, wofür er bezahlt wird. Eltern werden für das Lebens- und Zuwendungsgeschenk, das sie ihren Kindern machen, nicht bezahlt. Freunde tauschen sich untereinander aus, ohne dass monetäre Berechnungen dazwischenkommen. Anders gesagt: Es gibt riesige Felder von Transaktionen, die nicht durch Geld neutralisiert werden. Bei diesen Transaktionen entstehen andere Bindungen und andere Verbindlichkeiten. Auf diesem Feld sind die Dankbarkeit und die Grosszügigkeit zu Hause.
„Die Gesellschaft weiss nicht,
dass sie in vielen Dingen schon viel besser ist, als sie glaubt.“
Und dennoch haben Sie und Ihre Freunde den Myschkin-Preis gestiftet. Wir leben in einer Zeit, in der das Gefühl für das Selbstverständliche zunehmend verloren geht. Wir betrachten alles wie in einem Spiegelkabinett. Wir wissen nicht, ob wir die echte Erscheinung sehen oder nur ein hin und her gespiegeltes Abbild. Was früher Tugenden waren, nennen wir heute Werte. Und die Werte leben davon, dass sie in ständigen Bestätigungen oder Neueinschätzungen justiert werden. Man muss zu den Werten immer auch die Menschen hinzusuchen, die bereit sind, sie zu verkörpern. Weil dies so ist, sollen die Bedenken gegenüber Preisen in den Hintergrund treten. Der Zeitgeist verlangt die Reflexion, und zur Reflexion gehört immer auch die Betonung, die Erhöhung und die Theatralisierung dessen, was man fördern will. Insofern ist es folgerichtig, dass wir den Myschkin-Preis gerade auf der Bühne des Pariser Théâtre National de l’Odéon verliehen haben und dass wir im Jahr 2014 für die nächste Zeremonie ins Leipziger Gewandhaus gehen werden. Sie haben einmal gesagt, dass man die Moderne in moralphilosophischer Hinsicht nur verstehen könne, wenn man sie als Veranstaltung zur Verbergung der grosszügigen Geste begreife. Es ist ja so, dass grosszügige Menschen in der Gesellschaft immer eine ambivalente Atmosphäre hervorrufen. Deshalb hat es Sinn, wenn ein grosszügiger Mensch bei seinen Aktivitäten Diskretion walten lässt. Jacques Derrida definierte das Wesen des idealen Geschenks dadurch, dass der Geber gar nicht merken soll, was er 8 Vontobel blue Thema
Damit sind wir bei einem andern Thema, das Ihnen im Kontext des guten Nehmens und Gebens wichtig ist – bei den Steuern. Es ist gegenwärtig ein Thema, das halb Deutschland hysterisiert. In dieser Ausprägung wird das Steuerthema zum deutschen Exportartikel, der bis in die Schweiz gelangt. In der überhitzten innerdeutschen Diskussion sind die Proportionen längst verloren gegangen. Inwiefern? Man diskutiert hierzulande nur aufgrund von Reflexen und Ressentiments. In meinen Augen hat hingegen gerade die Schweiz mit ihrem Steuersystem einen exemplarischen Weg beschritten, von dem die übrigen europäischen Länder viel lernen könnten. Hier wird die Steuer als Bürgersteuer konzipiert, und dieser Ansatz bringt die Aspekte von Freiwilligkeit und Schuld bzw. von Spontaneität und Pflicht auf beispielhafte Weise zum Ausgleich. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: In einem demokratischen Steuersystem muss der Doppelcharakter der Steuer immer klar wahrnehmbar sein: Pflicht ist vonnöten, um der Gerechtigkeit zu genügen und um den reichlichen Zufluss von Mitteln für die Aufgaben der Gemeinschaft zu sichern. Freiwillig-
In dieser Perspektive ist der Steuerzahler ein ewiger Schuldner und damit aus Sicht des Finanzamtes de facto Untertan. Die Schweiz dagegen geht mit ihrem Konzept der Bürgersteuer den andern, bessern Weg. Ihr Ausgangspunkt ist der Bürger und nicht der Staat. Der Bürger und nicht eine Regierung in einer abgehobenen Hauptstadt entscheidet über die Höhe der Steuersätze. Doch nur wenn die Steuer zuvor in eine Ehrensache umgedeutet wird und wenn sie eine Ehrengabe an das Gemeinwesen bedeutet, kann man die Steuervermeidungsreflexe eindämmen, die bei fiskalisch immer nur Geschröpften unvermeidlich auftreten. Die Steuerehrlichkeit nimmt zu, sobald man aus der Steuer eine Ehrensache macht, statt in ihr eine immerwährende Schuld zu sehen und im Steuerzahler einen ewigen Schuldner. Das hat Folgen. Psychologisch gesehen kann es niemanden überraschen, dass Finanzämter, die ihren Bürgern keine Ehre erweisen, von ihren Schuldnern ebenfalls wenig Ehre erwarten dürfen. Im obrigkeitlichen Steuersystem Deutschlands, das als ein Erbe des Spät absolutismus gelten muss, ist es überhaupt nicht erstaunlich, dass die Neigung zur Steuervermeidung zunimmt. Die Schweiz dagegen hat eine im internationalen Vergleich sehr geringe Steuerhinterziehungsquote. Auch im Steuerwesen scheint es sich auszuzahlen, wenn man die Bürger als freie Menschen und nicht als Untertanen behandelt. Ein hartes Urteil. Mag sein. Dennoch bin ich überzeugt, dass die paternalistischen Steuersysteme Europas zwar viel Vergangenheit, aber keine gute Zukunft haben. Sie gehen vom väterlich-fürsorglichen Staat aus, der zu wissen meint, was Kinder brauchen. Aus dieser Be treuungsdiktatur, deren Wurzeln in den absolutistischen Staat des 17. Jahrhunderts zurückreichen, ergibt sich die vermeintlich weise Festsetzung der Kindesschuld gegenüber Vater Staat. Bürgerinnen und Bürger sind aber keine Kinder, und sie können mit der psychopolitischen Fehlkonstruktion des modernen Steuerstaats immer weniger anfangen. Moderne Staaten sollten von paternalistischen Steuersystemen, so schnell es geht, Abstand nehmen. Wenn Europas Länder nicht von der Schweiz lernen wollen, könnten sie in den USA Anschauungsunterricht er-
Foto: Philipp Horak, anzenberger
keit brauchen wir aber ebenso, weil ansonsten die Steuern wie im Absolutismus erzwungene Abgaben bleiben. Im Schweizer Steuerkonzept ist, anders als in den übrigen Ländern Europas, der Gabencharakter von Bürgereinzahlungen in die Gemein wesenkasse schon ganz deutlich ausgeprägt. Wie ich höre, soll es in der Schweiz Gemeinden geben, die sich am Jahresende bei ihren Steuerzahlern dafür bedanken, dass sie mit ihrem Beitrag das Funktionieren der Kommune ermöglichen. Wollte man an einen deutschen Finanzbeamten ein solches Ansinnen stellen, würde er in Ohnmacht fallen über der Ungeheuerlichkeit des Ansinnens. Unser Steuersystem ist nach wie vor obrigkeitlich aus gestaltet. Die Steuerzahler, egal ob arm oder reich, sind immer noch Untertanen des Fiskus.
Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk (65) gehört zu den produktivsten und anregendsten Kulturwissenschaftlern Deutschlands. Mit seinen Werken löst er regelmässig kontroverse Debatten aus. Sloterdijk, der auch Rektor der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe ist, zeichnet sich durch eine enzyklopädische Belesenheit aus und ist international vernetzt wie kein zweiter deutscher Philosoph. Jüngste Buchveröffentlichungen: „Zeilen und Tage.“, „Die nehmende Hand und die gebende Seite“ und „Du musst dein Leben ändern“.
halten. Dort ist das Gleichgewicht zwischen Pflicht und Ehre ebenfalls viel besser ausgebildet als bei uns. Das zeigt sich etwa in der Tatsache, dass die Amerikaner neben ihren massiven steuer lichen Pflichten ein abenteuerlich aktives, philanthropisches Leben führen. In den USA fängt das bürgerliche Leben an, wo die Zwangsteuer aufhört und die Spende beginnt. Was die philanthropische Leidenschaft angeht, scheinen die Amerikaner den Europäern sehr weit voraus. Ich erinnere mich an eine Statistik des Center on Philanthropy an der Universität Indiana. Daraus ging hervor, dass in den USA im Jahr 2008 nahezu 310 Milliarden US-Dollar für philanthropische Zwecke verausgabt worden sind – der Bundeshaushalt in Berlin betrug in demselben Jahr ca. 280 Milliarden Euro. Gespendet wurden bei uns damals 4 Milliarden Euro – woraus sich ergibt, dass die philanthropische Aktivität der Amerikaner, je nach Art der Berechnung, 10- bis 20-mal intensiver ist als in Europa. Ist Grosszügigkeit und Offenheit vielleicht etwas, das den Amerikanern einfach besser liegt als uns? Es scheint so. Die klassische Philanthropie hat ihre Quellen im angelsächsischen Raum. Dort haben sich viele Erfahrungen angesammelt, die für die Entwicklung einer Geberkultur wesentlich sind. Sie zeigen, dass im Menschen beide Tendenzen, die generöse und die nicht-generöse, angelegt sind. Es kommt nur darauf an, welche Seite wir in dieser Ambivalenz ansprechen und sti mulieren. Vontobel blue Thema 9
16,1 Stiftungen entfallen in der Schweiz auf 10’000 Einwohner, was deutlich höher ist als der Anteil im Ausland. Zum Vergleich: Der Stiftungsindex pro 10’000 Bewohner beträgt in Würzburg, das den höchsten Anteil an gemeinnützigen Stiftungen Deutschlands aufweist, gerade einmal 7,7, also knapp die Hälfte.
80’000 Kinderlachen spendeten die 142 Spitalclowns
der Stiftung Theodora bei ihren internationalen Einsätzen im letzten Jahr. www.theodora.ch
171 Liter Blut
Fotos: AFP, Getty Images, Gallerystock, Keystone
spendete der 1926 geborene Südafrikaner Maurice Creswick seit seinem 18. Geburtstag bis zu seinem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde 2010.
100 Jahre alt ist das Albert-Schweitzer-Spital Lambarene und damit wohl das älteste europäische Entwicklungsprojekt in Afrika. 10 Vontobel blue Thema
13’966 Einsätze leistete die Rega (Schweizerische Rettungsfluggesellschaft) 2012. Das entspricht im Durchschnitt 38,26 Einsätzen pro Tag.
750 Mio. Stunden Freiwilligenarbeit leisten allein die Schweizer pro Jahr.
50 Mrd.
Franken ist das geschätzte Kapital philanthropischer Stiftungen der Schweiz, sodass auf jede Schweizerin und jeden Schweizer etwa 6’500 Franken an wohltätigen Stiftungsgeldern entfallen.
79% aller Iren spendeten Geld für wohltätige Zwecke im Jahr 2011 und sind damit das Land mit den meisten Spendern im Verhältnis zur Bevölkerung.
Mehr als
12 Stradivari-
Geigen und -Violinen leiht die Stradivari Society, eine philanthropische Gesellschaft aus Chicago, jungen Talenten für eine bestimmte Zeit aus. Die von Mary Galvin gegründete Stiftung vereint Philanthropen aus aller Welt. Diese stellen ihre wertvollen Instrumente zur Verfügung und sorgen dafür, dass der Zauberklang der Stradivaris weiterhin auf den Bühnen dieser Welt ertönt. www.stradivarisociety.com
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Stiftungen sind sein Forschungsthema. Prof. Georg von Schnurbein von der Uni Basel.
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Text: Angela Obrist // Foto: Christian Grund
Thema: Die Kunst des Gebens
Die elegante Form der Gemeinnützigkeit. Gutes zu tun, gehört von jeher zum Menschsein. In den letzten Jahrzehnten erlebte die institutionalisierte Philanthropie einen grossen Aufschwung. Viele neue Stiftungen schossen aus dem Boden. Sie sind oft Motoren des Wandels und stellen eine elegante Form der Wohltätigkeit dar. Prof. Georg von Schnurbein ist Philanthropieforscher an der Universität Basel. Im Gespräch verrät er, was sich in der Szene tut.
Vor drei Jahren sorgte eine Meldung weltweit für Schlagzeilen: 40 Milliardäre in den USA verpflichteten sich freiwillig, mindestens 50 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Bereits ein gutes Jahrzehnt davor hatten MicrosoftGründer Bill Gates und seine Gattin mit der Gründung der Bill and Melinda Gates Foundation für Aufsehen gesorgt, als das Ehepaar die heute mit Abstand grösste Privatstiftung der Welt gründete. Ist Gutes tun zu einem Trend geworden? Soweit würde Georg von Schnurbein, der an der Universität Basel Assistenzprofessor für Stiftungsmanagement ist und auch das Centre for Philan thropy Studies (CEPS) leitet, nicht gehen: „In der ganzen Menschheitsgeschichte findet man immer philanthropische Aktivitäten – unterschiedlich geartet, unterschiedlich benannt, aber sie waren immer vorhanden.“ Sein Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, die Philanthropie umfassend und interdisziplinär zu erforschen. Das Themenspektrum reicht dabei von Good Governance bei Stiftungen über das Management von NonProfit-Organisationen bis hin zu sozialwissenschaftlichen Unter suchungen.
Georg von Schnurbein ist Assistenzprofessor für Stiftungsmanagement und Leiter des Centre for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel, das von SwissFoundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen, initiiert wurde. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften an den Universitäten Bamberg, Freiburg und Bern. Georg von Schnurbein ist Verfasser zahlreicher Publikatio nen zu Themen wie Stiftungswesen, Good Governance, Nonprofit-Management und Marketing. Aktuell erforscht sein Zentrum in einem Konsortium von europäischen Forschungseinrichtungen das Engagement von Stiftungen im Bereich der Wissenschaftsförderung.
Laut von Schnurbein hat sich das Interesse für die institutio nalisierte Philanthropie in den letzten Jahren spürbar verstärkt. Dieser Entwicklung trägt das CEPS Rechnung. Es wurde 2008 gegründet, finanziert über eine Anschubfinanzierung von Stiftungen. Georg von Schnurbein befasst sich seit über einem Jahrzehnt mit dem Thema Philanthropie. Er sagt: „Mich fasziniert, dass ich mich mit ökonomischen Fragestellungen auseinan dersetzen kann, wobei am Ende nicht der monetäre Aspekt, sondern ein gemeinnütziger gesellschaftlicher Nutzen im Fokus steht.“ Schweizer Stiftungsvermögen hat sich verdoppelt In der Schweiz und in Deutschland ist die allgemeine Spendenbereitschaft sehr hoch. Rund 75 Prozent der Menschen spenden einmal im Jahr. Auch die institutionalisierte Philanthropie blühte in den letzten Jahren auf. Das Vermögen der Stiftungen hat sich in der Schweiz in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Das CEPS hat im vergangenen Jahr das Gesamtvermögen der Schweizer Stiftungen in einer Hochrechnung geschätzt und ist dabei auf rund 70 Milliarden Schweizer Franken gekommen. Ausgeschüttet werden jährlich rund 1,5 bis 2 Milliarden Franken. Eine beeindruckende Zahl, die in grossen Teilen der Bevölkerung wenig bekannt ist. „Stiftungen agieren häufig im Hintergrund“, erklärt Georg von Schnurbein, „deshalb ist ihre wichtige gesellschaftliche Rolle öffentlich kaum bekannt.“ Das enorme Wachstum der Stiftungsvermögen ist auch in andern westlichen Ländern zu beobachten, so etwa in den USA oder in Deutschland: „Stiftungen sind sozusagen Kinder der Wohlstandgesellschaft. Ist ein gewisser Wohlstand vorhanden, führt dies auch zu neuen Stiftungsgründungen“, sagt der Basler Philanthropie-Experte. Steuervorteile sind kein Motiv für die Stifter Dass gerade das Stiftungswesen einen derartigen Zulauf verzeichnet, ist für den Leiter des CEPS nicht erstaunlich: „Stiftungen sind eine sehr elegante Form der Gemeinnützigkeit, da man das eigene Interesse mit der Wohltätigkeit verbinden kann.“ Häufig gehe es den Stiftern darum, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, die Motive seien dabei sehr vielfältig. Ein Vorurteil kann von Schnurbein jedoch widerlegen: „Wie sich an verschiedenen praktischen Beispielen festmachen lässt, sind Steuererleichterungen bei Privatstiftern relativ irrelevant. Wenn sich jemand entschieden hat, einen Teil seines Vermögens zu stiften, dann achtet er meist nicht darauf, wie viele Steuern er damit Vontobel blue Thema 13
spart“, sagt der Philanthropie-Forscher. Entscheidend ist für die Stifter jedoch, dass sie sich in einem Bereich engagieren können, der ihnen am Herzen liegt. Traditionell spielen im Stiftungswesen deshalb das Sozial- und Gesundheitswesen eine besonders grosse Rolle, wie auch die Kultur. An Bedeutung gewinnen Bildung und Forschung, weil viele Stifter erkennen, dass die staatlichen Mittel dafür nicht mehr ausreichen. Es gibt weitere Bereiche mit Aufhol potenzial: „Wenn man die Verteilung der Gelder bei den Stiftungen mit jener bei den Non-Profit-Organisationen vergleicht, lässt sich beispielsweise im Bereich Umweltschutz noch eine lückenhafte Abdeckung ausmachen“, sagt Georg von Schnurbein.
von Schnurbein ist es deshalb entscheidend, dass man sich vor der Gründung überlegt, ob eine Stiftung das richtige Vehikel und die Mittelausstattung ausreichend ist. Oftmals, sagt von Schnurbein, übersehen die Gründer, dass die Stiftung auch Aufsichts-, Revisions- und Administrationskosten verursacht, die ebenfalls aus den Erträgen des Stiftungsvermögens gedeckt werden müssen. Er warnt deshalb: „In Anbetracht der aktuellen Situation an den Finanzmärkten tritt schnell die Situation ein, dass das Geld kaum noch ausreicht, um die Pflichtkosten abzudecken. Wenn dann nichts mehr übrig bleibt, um gemeinnützig tätig zu sein, werden leider viele Stiftungen zu inaktiven und bewegungslosen Kon strukten.“
„Stiftungen werden heute nicht immer auf ewig gegründet.“
Stifter sind oft wagemutiger als der Staat Stiftungen nehmen in der Gesellschaft eine besondere Stellung ein und geniessen eine sehr hohe Glaubwürdigkeit. Obwohl ihr Ausschüttungsvolumen in der Schweiz in vielen Bereichen beachtlich ist, stellt es im Bildungs- und Sozialbereich im Vergleich zu den Staatsausgaben nur einen Tropfen auf den heissen Stein dar. „Doch sogar dieser Tropfen macht oftmals den entscheidenden Unterschied aus“, sagt Georg von Schnurbein. „Denn die Stiftungen fördern meist etwas, das vom Staat nicht gefördert wird. Sie stärken damit die gesellschaftliche Vielfalt.“ Stiftungen gelten zudem als Motor des Wandels im Non-ProfitSektor, wo sie oftmals neue Dinge anstossen. Ihre Struktur hilft ihnen dabei. Denn aufgrund ihrer rechtlichen Konstruktion sind sie unabhängig und haben im Vergleich zum Staat oder zu einer grossen Unternehmung kurze Entscheidungswege. „Sie leben nicht von Quartalsergebnis zu Quartalsergebnis, sondern können langfristig denken und handeln“, sagt der Basler Stiftungsspezialist. „Zudem müssen die Stiftungsorgane sich nicht vor Shareholdern verantworten oder auf ihre Wiederwahl schielen. Eine Stiftung kann einen Fehlentscheid viel besser verkraften als ein Unternehmen oder der Staat“, sagt Georg von Schnurbein. Solange sich eine Stiftung bei ihren Engagements an den Stiftungszweck hält, kann sie in eine Technologie investieren, auch wenn sich diese später vielleicht doch nicht als zukunftsträchtig erweist. Diese grössere Freiheit macht die Stiftungen im Bereich der Forschung oder bei ungewöhnlichen gesellschaftlichen Projekten aktiv und wagemutig. „Durch ihre Unerschrockenheit und Innovationsfähigkeit haben Stiftungen schon vielen wertvollen Errungenschaften den Weg geebnet“, sagt Georg von Schnurbein. Anforderungen an eine erfolgreiche Stiftung Bei vielen wohlhabenden Menschen ist der Wille, Vermögens teile zu stiften, erfreulich gross. Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Stiftung lauern dennoch einige Stolpersteine. So ist eine Stiftung eine relativ statische Struktur. Eine einmal aufgesetzte Stiftungsurkunde lässt sich nur noch schwerlich verändern. Für 14 Vontobel blue Thema
Der Experte empfiehlt deshalb, vor jeder Stiftungsgründung unbedingt einen umfassenden Businessplan zu erstellen, in dem man die Kosten der Stiftung aufführt und diese auch über eine Dauer von zehn bis zwanzig Jahren betrachtet. Essenziell für den Erfolg einer Stiftung sind auch die sorgfältige Besetzung des Stiftungsrates und die Bestimmung anderer relevanter Organe. „Wenn die Stiftung einmal arbeitet, muss man sich konkrete Ziele setzen und diese konsequent überprüfen“, empfiehlt von Schnurbein. Gerade auch Transparenz ist für das Stiftungswesen äusserst wichtig. „Eine Stiftung erhält ihre Legitimation nur durch die Anerkennung in der Gesellschaft, weshalb Transparenz für sie unerlässlich ist.“ Die Philanthropie hat Zukunft Die Philanthropie ist mittlerweile viele Jahrhunderte alt, doch die Fähigkeit, sich neuen Verhältnissen anzupassen, hat sie zum Glück nicht verlernt. So beobachtet Georg von Schnurbein heute eine Flexibilisierung des Umgangs mit philanthropischen Konzepten. Beispielsweise spricht man heute vermehrt vom hybriden Charakter der Stiftungen. Anders gesagt: Die Stif tungsverantwortlichen versuchen soziale und ökonomische Ziele miteinander zu verbinden. „Man löst ein soziales Problem, indem man es mit ökonomischen Zielsetzungen angeht“, erläutert Georg von Schnurbein. Viele Stiftungen überprüfen regelmässig die Wirkung ihrer Engagements und achten darauf, jeden Stiftungsfranken möglichst effizient einzusetzen. Zu diesen Ansätzen kommen weitere hinzu wie beispielsweise jener der Venture Philanthropy, in der betriebswirtschaftliche Methoden aus dem Venture Capital auf die Gemeinnützigkeit übertragen werden. Die Flexibilisierung zeigt sich auch in neuen Stiftungsformen. So können Stifter dank Dachstiftungen einen Fonds oder eine Unterstiftung mit einem spezifischen Zweck errichten und sparen dadurch Administrations- und Vermögensverwaltungskosten. Über Dach- und Sammelstiftungen können sich auch Personen philanthropisch engagieren, die nur einen kleineren Betrag einsetzen möchten.
Foto: Reuters
36,2 Mrd. US-Dollar stecken derzeit in der Stiftung von Bill und Melinda Gates. Auch Warren Buffet (rechts) unterstützt die grösste Stiftung der Welt.
„Stiftungen werden heute nicht mehr grundsätzlich auf ewig gegründet“, sagt Georg von Schnurbein. „Die Erfahrung zeigt, dass es nur wenige Stiftungen gibt, die mehrere Jahrhunderte überdauert haben.“ Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich die neue Form der Verbrauchsstiftung ergeben. Statt einen Betrag von unter fünf Millionen Schweizer Franken anzulegen und die Erträge über Jahrzehnte hinweg tröpfchenweise auszugeben, wird das Geld im Rahmen der Verbrauchsstiftung über einen Zeitraum von beispielsweise zehn Jahren ausgegeben. Danach wird die Stiftung aufgelöst. Das aktuell schwierige wirtschaftliche Umfeld, das die Bewirtschaftung des Stiftungsvermögens für Stiftungsräte sehr anspruchsvoll macht, hat zu einem neuen Trend auf der Beschaffungsseite geführt, dem sogenannten „mission relatedinvestment“. Wie Georg von Schnurbein erklärt, wird normalerweise bei einer Stiftung die Gemeinnützigkeit rechtlich nur auf die Verwendung der Erträge bezogen, nicht auf die zugrunde liegenden Anlagen. „Das kann in extremen Fällen zu der widersprüchlichen Situation führen, dass das Stiftungsvermögen in Unternehmen investiert wird, die durch ihre Aktivitäten genau das verursachen, was man mit dem Stiftungszweck beheben möchte“, erklärt er. Bei einem „mission related investment“ wird neben der Renditeorientierung deshalb auch darauf geachtet, dass bereits mit der Anlage der Stiftungszweck gefördert wird.
So werden nicht nur die Rendite, sondern auch die Anlagen für das Anliegen des Stifters einsetzt. Tue Gutes und sprich darüber Ein grosses Entwicklungspotenzial hat das Stiftungswesen in geografischer Hinsicht. Während die institutionalisierte Philanthropie in den Industrienationen auf eine langjährige Tradition zurückblicken kann, steckt sie in den Schwellenländern vielerorts noch in den Kinderschuhen. Aber auch in Ländern wie China oder Indien gibt es laut Georg von Schnurbein bereits zahlreiche gemeinnützige Aktivitäten. „Während Stiftungen in China staatlich kontrolliert sind, gibt es beispielsweise in Brasilien das Problem, dass der Staat das Wirken der privaten Stiftungen beeinflussen will, was solche Engagements erheblich dämpft“, erklärt der Philanthropie-Experte. Global tätige westliche Stiftungen, die in Schwellenländern tätig werden möchten, zahlen oft Lehrgeld. „Es sind bislang einige internationale Stiftungen daran gescheitert, ihre Aktivitäten auf Indien oder China auszuweiten“, sagt von Schnurbein. „In Fernost kam es nicht gut an, wenn US-Stiftungen ihre Wohltätigkeit an die grosse Glocke hängen wollten.“ Gut möglich, dass die diskretere Art der europäischen Stiftungen in Asien eher willkommen wäre. Doch letztlich, vermutet von Schnurbein, werde sich wohl weltweit der amerikanische Ansatz durchsetzen. Das bedeutet: Tue Gutes und sprich darüber. Vontobel blue Thema 15
Text: Marlies Keck
Thema: Die Kunst des Gebens
Viel zu gut für die Tonne. Nicht alle Menschen bekommen ihr täglich Brot – obwohl es Lebensmittel im Überfluss gibt. Die Stiftunglife mit Sitz in Celle unterstützt „Die Tafeln“, die überschüssige Nahrungsmittel einsammeln und an Bedürftige verteilen. Ein „Feedback“ im wörtlichen Sinne. Nicht immer ist es für Stiftungen nötig, das Rad neu zu erfinden. Oft lohnt es sich, einen Blick über den Tellerrand zu werfen, um herauszufinden, was sich andernorts bewährt hat. So hat sich zum Beispiel Stiftunglife entschieden, als gemeinnützige Organisation für Leben und Umwelt auch bestehende Ideen und Konzepte zu fördern. Eines dieser Projekte ist «Die Tafel», die vor 20 Jahren initiiert worden ist und heute überall in Europa überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel sammelt und diese an Menschen in Not weitergibt. Alleine in Deutschland gibt es heute über 900 Standorte. „Mit ihrer Arbeit haben die Tafeln in den vergangenen Jahrzehnten zwei Phänomene ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt: Armut und Lebensmittelverschwendung“, sagt Jürgen Gessner, Gründer von Stiftunglife. Und ergänzt: „Beide wurden lange Zeit kaum ernsthaft wahrgenommen. Das ist heute anders.“
schmales Budget zugunsten anderer dringender Anschaffungen. Zugleich können sie soziale Kontakte pflegen, sich Rat und weitergehende Hilfen holen. Für Gessner sind die Bedürftigen keine „Fälle“, sondern Menschen, die konkrete Unterstützung und Zuwendung brauchen. Für sie engagiert er sich, zusammen mit vielen Lions Clubs in Deutschland. Gemeinsam bringen sie jeden Monat einen Kühltransporter zu den Tafeln. Dafür werden neben eigenen Geldern auch Spendengelder eingesetzt. Die Unterstützung kommt ins Ziel, und zwar „mit Glücksgarantie“, wie er sagt. Durch diese Garantie ist der Spender frei, denn er kann sich in Ruhe anschauen, wie sein Geld verwendet wird: Wenige Tage nach Spendeneingang ist der Betrag auf dem gläsernen Konto ersichtlich. Den Weg des Geldes kann man von dort bis hin zur Verwendung und Abrechnung verfolgen. Gessner: „Wenn der Spender mit der Verwendung glücklich ist, gibt’s eine Spendenquittung. Wenn nicht, zahlen wir das Geld zurück.“ In Zeiten, in denen sich in der „Mitleidsindustrie“ auch ein paar schwarze Schafe tummeln, eine löbliche Praxis.
„Dank den Tafeln profitieren beide Seiten: Jene, die zu viel, und jene, die zu wenig haben.“
Spenden mit Glücksgarantie Die Tafel-Idee ist so einfach wie wirksam: Helfer sammeln einwandfreie und verzehrfähige Lebensmittel bei Herstellern und Händlern ein und reichen sie an bedürftige Menschen weiter. Für die Nutzer der Tafeln bedeutet diese Unterstützung sehr viel. Die Lebensmittel ergänzen ihren Speiseplan, entlasten ihr
Die Tafeln Neben den vielen aus Bürgerinitiativen hervorgegangenen Tafeln haben sich auch die grossen staatlich unterstützten Wohlfahrtsverbände an der Entstehung von Tafeln beteiligt. Vor allem die lokalen Verbände von Diakonie, Caritas, Arbeiterwohlfahrt AWO, Rotes Kreuz und des Paritätischen Gesamtverbandes sind Träger vieler Tafeln. www.tafel.de // www.schweizertafel.ch
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275’000 voll beladene Lastwagen Laut Gessner war die Tafel-Bewegung von Anfang an eine Graswurzelbewegung. Sie breitete sich von unten im ganzen Land
Stiftunglife Bei Stiftunglife gibt es keine Verwaltungskosten, weil alle Mitarbeiter im Team ehrenamtlich arbeiten und dabei ihre Kosten – wie bei einem Hobby – selber tragen. Neben den Tafeln in Deutschland und Europa unterstützt die Stiftung Projekte im Ausland mit den Schwerpunkten Bildung und Gesundheit. www.stiftunglife.de
Foto: Gabriela Herman, Gallerystock
Lebensmittel verteilen statt fortwerfen. Damit sorgen „Die Tafeln“ in Deutschland für gedeckte Tische.
aus. Tafeln sind dabei weit mehr als profane Hilfswerke; sie sind ein Phänomen unserer Überflussgesellschaft. Seit sie existieren, weisen sie auf die Lebensmittelverschwendung hin. Und Lebensmittelabfälle entstehen überall: in der Industrie, im Grosshandel, in Bäckereien und Supermärkten, in Restaurants und Kantinen. Und nicht zuletzt in jedem Haushalt. Etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr allein in Deutschland im Müll. Das entspricht 275’000 voll beladenen Lastwagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Stuttgart, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wurde.
sationen, was gerettet werden kann. Für Jürgen Gessner ist die Idee der Tafeln denn auch doppelt unterstützenswert: „Dank den Tafeln profitieren beide Seiten: Jene, die zu viel, und jene, die zu wenig haben. Die Verschwendung nimmt ab, Menschen in Not erhalten Hilfe. Eine klassische Win-win-Situation.“ Zwar wünscht auch er sich, dass es einst keine Tafeln mehr geben müsste. Aber so lange es soziale Ungleichheit und Lebensmittelüberfluss gibt, werden die Tafeln gedeckt – als dauerhafte Aufgabe unserer Gesellschaft.
In der Schweiz gelangen jährlich zwei Millionen Tonnen einwandfreie Lebensmittel in die Tonne – fast die Hälfte davon in privaten Haushalten. Dies vor allem deshalb, weil das Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Weggeworfen werden aber auch Überschüssiges aus der Küche und Essensreste. Gleichzeitig hungern weltweit eine Milliarde Menschen. Keiner von ihnen wird zwar satt, wenn wir weniger wegwerfen. Doch je mehr wir konsumieren und verschwenden, desto höher ist die Nachfrage am Weltmarkt, und desto stärker steigen die Preise weltweit. Davon betroffen sind nicht nur Entwicklungsländer, sondern aktuell auch viele Länder im Süden Europas, die aufgrund der Finanz- und Staatsschuldenkrise einen Grossteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben müssen.
Lebensmittelabfälle in Deutschland pro Jahr in Millionen Tonnen
Win-win-Situation Für die Tafeln sind diese Umstände weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht akzeptabel. Zehntausende Tonnen einwandfreier Lebensmittel gingen jedes Jahr sinnlos in den Müll, wenn es sie nicht gäbe. Die Ressourcen und Energien, die in diese Produkte geflossen sind, wären vergeudet. So aber retten sie mithilfe von Spendern und gemeinnützigen Organi-
Quelle: BMELV; März 2012
Handel
0,6 Grossverbraucher
1,9
Industrie
1,9
rund
11 Mio. Tonnen
Haushalte
6,7
Vontobel blue Thema 17
Text: Christophe Bernard, Chefstratege, und Dr. Walter Metzler, Senior Economist
Makro:
Bernanke & Co helfen Aktien. Schritte zur Schuldenstabilisierung in der Eurozone, das Anwerfen der Notenpresse in Japan, konjunkturelle Lichtblicke in den iedrigere Wachstumsraten in China – an der WirtschaftsUSA, n front lösen sich gegenwärtig Hoch- und Tiefdruckgebiete ab. Wie geht es weiter?
Vor dem Ausblick aber noch einen Rückblick. Zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres gehört die spektakuläre Lockerung der japanischen Geldpolitik zur Bekämpfung der jahrzehntelangen Deflation. Auch die USA, wo die Konjunktur allen Widrigkeiten zum Trotz anzuspringen scheint, liessen aufhorchen. In China schwächen sich hingegen die Wachstumsraten ab, obwohl die Entwicklung in westlichen Augen immer noch beneidenswert ist. Erwähnenswert ist auch die Entwicklung in Europa, auf die wir hier etwas detaillierter eingehen. Institutionelle Stärkung der Eurozone Drei Jahre nach Ausbruch der europäischen Schuldenkrise werden Hoffnungen auf nachhaltige fiskalische Stabilität wach. Dazu tragen die neuen Eckpfeiler der europäischen Finanzordnung bei. Es sind dies: der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), der Europäische Fiskalpakt sowie die Garantie der Euro päischen Zentralbank (EZB), exzessive Verzerrungen bei den Zinssätzen für Staatsanleihen zu verhindern – bekannt unter der Abkürzung OMT (Outright Monetary Transactions).
Der ESM vergibt den Euroländern mit Finanzierungsproblemen Überbrückungskredite, die an fiskalische und wirtschaftspolitische Bedingungen geknüpft sind. Das jüngste Beispiel dafür liefert das Programm für Zypern. Allerdings wäre der ESM, angesichts seiner beschränkten Grösse von rund 500 Milliarden Euro nicht in der Lage, ernsthafte Probleme von grossen Ländern der Eurozone zu bewältigen. Der Europäische Fiskalpakt ist seit Anfang 2013 in Kraft. Er verpflichtet die Euro-Mitgliedsländer, bis Ende 2013 möglichst auf Verfassungsebene eine Schuldenbremse zu verankern. Konkret bedeutet dies, dass das konjunkturbereinigte Budgetdefizit den Wert von 0,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) nicht überschreiten darf. Zudem schreibt der Fiskalpakt vor, dass die Verschuldung innert 20 Jahren auf 60 Prozent des BIP zurückzuführen ist (siehe Grafik). Eine derartige langfristige Konsoli dierungspflicht fehlt in den USA oder in Japan vollständig. Vorbedingung für ein OMT-Programm ist gemäss EZB, dass sich ein Unterstützung beantragendes Land durch den ESM überwachen lässt. Dem Europäischen Fiskalpakt kommt klar die Schlüsselstelle in der neuen europäischen institutionellen Architektur zu. Im Dienste der Ziele des Fiskalpaktes steht auch die europäische Bankenunion, die eine Aufblähung der Staatsschulden durch die Rettung zu vieler, nur national bedeutsamer Banken verhindern soll.
Staatsverschuldung in % des BIP 2013 Der Abbau der Staatsschulden auf 60 Prozent des BIP innert 20 Jahren wird kein Zuckerschlecken.
Griechenland
193,2
Portugal
133,1 129,6
Italien
127,7
Irland 108,2
Frankreich
102,9
Belgien Spanien
100,2 86,2
Deutschland 65,5
Finnland
0% 50% 60% 100% 150% 200% Quelle: Thomsen Reuters Datastream
18 Vontobel blue Makro
Vor diesem Hintergrund haben sich die Zinssätze in den südlichen Eurostaaten markant zurückgebildet. Von der Fiskalpolitik geht dieses und nächstes Jahr eine weniger starke, konjunkturelle Bremswirkung aus als in den letzten Jahren. Die jüngste Zins senkung der EZB hellt die Konjunkturaussichten ebenfalls auf. Wir haben deshalb in unserer Anlagepolitik eine Position in Euroaktien aufgebaut, zumal auch deren Bewertung sehr attraktiv ist. Aktienmärkte im Liquiditätshoch Die Aktien werden unserer Ansicht nach im Zentrum des Inte resses bleiben, während die Obligationenmärkte weiterhin mit Geldabflüssen kämpfen dürften. Begünstigt werden die Umschichtungen in Aktien von der extrem grosszügigen Geldpolitik in den USA und inzwischen auch in Japan: Im Zuge der Liqui ditätsmassnahmen fliesst ein Teil der Gelder nach wie vor in Richtung Aktienbörsen. In dem Zusammenhang erscheinen auch Märkte wie Russland attraktiv. In diesem gegenwärtig besonders günstig bewerteten und zyklischen Markt haben wir jüngst eine Position aufgebaut.
Dollar vor neuer Stärkephase Die weiteren Schritte der US-Notenbank werden für die Finanzmärkte von zentraler Bedeutung sein. Wir erwarten eine Fortsetzung der ausserordentlichen Liquiditätsspritzen des Fed zumindest bis ins Jahr 2014. Was Europa betrifft, so erwarten wir zunächst keine Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone. Mit Blick auf die Wechselkurse heisst dies, dass der Euro gegenüber Dollar und Franken zunächst zulegen könnte. Sobald aber absehbar wird, dass das Fed sein Liquiditätsprogramm auslaufen lässt, erhöhen sich die Chancen einer Dollar-Aufwertung. Dies, da die US-Obligationenzinsen bei nachlassenden Wertschriftenkäufen der Notenbank beschleunigt steigen dürften. Zudem ist damit zu rechnen, dass der Boom bei Energie aus unkonventionellen Quellen beträchtliche Kapitalflüsse in die USA auslösen wird. Mit steigender inländischer Öl- und Gasproduktion braucht es auch weniger Importe. Dies wird die US-Leistungsbilanz nachhaltig entlasten, was dem Dollar ebenfalls zugute kommt. Um von dieser Trendwende beim „Greenback“ zu profitieren, haben wir Anlagen in US-Dollar markant erhöht.
Foto: Reuters
Bei den Zinssätzen der soliden Staaten sehen wir im Zuge der steigenden Risikoneigung eine fortgesetzte Aufwärtstendenz. Dies gilt insbesondere in Deutschland und der Schweiz, weniger
in den USA, wo das Fed die Käufe von Anleihen fortsetzt. Die besten Erträge erwarten wir bei hochverzinslichen Obligationen und Anleihen der Schwellenländer.
Ben Bernanke, President des Federal Reserve Board (Notenbank der USA)
Vontobel blue Makro 19
Text: Daniel Bruderer, Head of Relationship Management Global Thematic, Vontobel Asset Management
Thema: Kompetenz
Nachhaltiges Investieren – vom Feigenblatt zum „Muss“. Wieso „nachhaltig“ investieren? Der Trend, mit Investitionen in „grüne“ Unternehmen sein Gewissen zu beruhigen, ist passé. Heute setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass Unternehmen mit gutem Nachhaltigkeitsausweis tendenziell einen finanziellen Mehrwert erwirtschaften und somit in die Portfolios gehören. Früher oder später stellen sich Stiftungen die Frage, wie „nachhaltig“ ihr Porfolio sein sollte. Ein Wort vorweg zum Begriff: Er ähnelt einem Schwamm, der alles aufsaugt, denn jeder Kunde und jeder Anbieter definiert Nachhaltigkeit anders. Als Grund
lage für die Branche dienen die Grundsätze für verantwortungsbewusstes Anlegen der Vereinten Nationen (UN PRIs). Die Unterzeichner verpflichten sich, das Anlagegeschäft auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Umwelt, Soziales und Unterneh-
ESG-Mindeststandards 9 zentrale ESG-Faktoren, bewertet auf einer Punkteskala von 0 bis 10, oder F (ungenügende Bewertung)
UMWELT (E)
SOZIALES (S)
GOVERNANCE (G)
Umweltmanagementsystem • Berücksichtigung von Umwelt belangen in den Schlüsselprozessen • systematische Überwachung von Zielen
Mitarbeiter • faire Vergütung • Fortbildung, Gesundheit und Sicherheit • Gleichberechtigung bei der Einstellung
Board-Effizienz • unabhängiges diversifiziertes Board • Trennung zwischen CEO und Vorsitzender des Verwaltungsrats • unabhängige Auditoren
Ökoeffizienter Betrieb • Offenlegung der Emissions- und Wasserverbrauchsbilanz • Richtlinien zur Ressourcennutzung und Abfallverwertung
wirtschaftl. und soziale Entwicklung • Verhaltenskodex • Ethikrichtlinien • Menschenrechte
Aktionärsrechte • Offenlegung der Aktionärsstruktur • keine Schutzmechanismen gegen Übernahme • Privilegien der Gründungsaktionäre
Produktverantwortung • Ökobilanz • Umweltauswirkungen von Produkten • Verringerung und Recycling von Verpackungsmaterial
Versorgungskette • verantwortungsvolles Marketing • Kennzeichnung der Inhaltsstoffe und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit • Lieferantenüberwachung
Vergütung von Führungskräften • Transparenz und Angemessenheit • Vergütungsmodelle in Anlehnung an ESG-Standards • unabhängiger Vergütungsausschuss
durchschnittl. Punktzahl Kriterium „E“
durchschnittl. Punktzahl Kriterium „S“
durchschnittl. Punktzahl Kriterium „G“
Durchschnittliche ESG-Punktzahl > 5 gilt als investierbar, eine ungenügende Bewertung (F) führt zum Ausschluss.
20 Vontobel blue Thema
mensführung (gemeinhin „environmental, social, governance“ oder ESG genannt) – auszurichten (siehe Grafik). Sie sollten auch auf hohe Transparenz im Bereich Nachhaltigkeit bei Unternehmen hinwirken, in die sie investieren. Bei der Auswahl von geeigneten Kandidaten für ein „nachhal tiges“ Portfolio gehen viele Anbieter folgendermassen vor: Sie wählen die Unternehmen zuerst nach finanziellen Kriterien aus und wenden erst deutlich später – nachdem die grösste Analysearbeit getan ist – einen Nachhaltigkeitsfilter an. Dabei orientieren sie sich an „nachhaltigen“ Referenzindizes – beispielsweise dem MSCI World ESG Index – und „ziehen“ einige der im Index vorhandenen Unternehmen ins Portfolio. Mit anderen Worten, sie geben Verantwortung ab. Doch gerade Anbieter von nachhaltigen Produkten sollten sich eine eigene Meinung dazu bilden, welche Unternehmen ökologische, soziale und /oder ethische Standards erfüllen und welche nicht. Nur so werden die Vermögensverwalter den Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden gerecht. Nachhaltigkeits- und Finanzkriterien sollten also von Anfang ein ähnliches Gewicht haben. Ein integrierter Ansatz hilft, Risiken möglichst gering zu halten und geeignete Kandidaten herauszufiltern. Möglichkeiten für erfolgreiches Investieren unter spezieller Berücksichtigung von Nachhaltigkeit gibt es zuhauf: Generell gehören Unternehmen, die beispielweise besonderen Wert auf gute Unternehmensführung legen, zu den Branchenführern im jeweiligen Sektor. Studien (u.a. „Establishing Long-Term Value and Performance“, DB Climate Change Advisors, Juni 2012) belegen, dass eine positive Korrelation zwischen vorbildlichem ESG-Management, geringeren Kapitalkosten und guter finan zieller Leistung der Unternehmen besteht. Stiftungen: Zuerst Bedürfnisse abklären, dann investieren Das Vermögen von Stiftungen dient mehrheitlich dem Erhalt des Stiftungskapitals und wird dementsprechend angelegt. Wird dieses Geld in nachhaltige, sozial und ökologisch verträgliche Unternehmen und Projekte investiert, könnten Stiftungen damit erhebliche Wirkungen erzielen. Was heisst dies für Stiftungen, die den Anspruch haben, „Gutes zu tun, das nachhaltig wirkt“? Zuerst einmal muss Klarheit über die Werte und finanziellen Ziele der Organisation bestehen. Dabei mögen Begriffe wie „feel good“ (Anlagen in Einklang mit den persönlichen Werten bringen), „do good“ (mit Geld etwas Positives erreichen) oder „do well“ (Risiken vermeiden und Chancen ergreifen) von Nutzen sein. Letzterer Punkt ist unter dem Gesichtspunkt der Risikominimierung besonders wichtig. Natürlich gilt es auch, potenzielle Konflikte zwischen finanziellen Erwartungen und Nachhaltigkeitszielen zu beachten. Sodann rücken die „richtigen“ Anlageprodukte in den Vordergrund, denn auch noch so wohltätige Institutionen wollen und müssen in der Regel eine ansprechende Rendite erzielen. Mit
Daniel Bruderer ist der Head of Relationship Management Global Thematik von Vontobel Asset Management
über zwölf Jahren Erfahrung im Bereich nachhaltiger Anlagen und als Unterzeichner der UN PRIs hat sich die Bank Vontobel zum Ziel gesetzt, Stiftungen bei der Umsetzung einer nachhaltigen Anlagestrategie zu unterstützen. Dabei geht es vor allem darum aufzuzeigen, wie Nachhaltigkeit in das Asset Management bzw. in das Portfolio einer Stiftung integriert werden kann. Die Bank Vontobel bietet ihren Kunden unter anderem mass geschneiderte nachhaltige „Multi Asset Class“-Lösungen an – also Produkte, die in verschiedene Anlageklassen investieren, die auf die individuellen Bedürfnisse der Stiftungen abgestimmt sind. Ebenfalls sind nachhaltige Fonds sowie Themenfonds – letztere haben in der Regel einen ESG-Bezug – im Angebot. Auf dem Weg zu nachhaltigen Portfolios Die seit 2012 bestehenden nachhaltigen „Multi Asset Class“Produkte stützen sich auf die sogenannte Asset-Allokation, also auf die Zuteilung der Mittel auf verschiedene Anlageklassen, durch ein Team von Vontobel-Anlageexperten. Bei der Auswahl von Einzeltiteln greifen unsere Manager gemischter nachhaltiger Produkte auf Empfehlungslisten interner Spezialisten zurück. Bei Aktien- und Unternehmensanleihen steht beispielsweise die Fähigkeit der Unternehmen, konsistent überdurchschnittliche Cashflows zu erzielen und sich über mehrere Jahre hinweg als Branchenführer zu behaupten, im Vordergrund. Im Bereich Staatsanleihen legen wir Wert auf Länder mit einer guten Schuldnerbonität und auf solche, die in der Lage sind, ein nachhaltiges langfristiges Wachstum zu erwirtschaften. Vontobel blue Thema 21
Text: Roberto Faoro, Leiter Special Clients Private Bank
Thema: Kompetenz
Professionalisierung der Stiftungen. Stiftungen waren ursprünglich meist religiös motiviert. Stiftungszweck war die Errichtung eines Klosters oder der Bau einer Kirche wie beispielsweise die Stiftskirche in St. Gallen. Bald kamen auch wohltätige Stiftungen dazu, welche Hospitäler, Waisenhäuser und Bildungsstätten gründeten. Eine der ersten Stiftungen einer Einzelperson darf durchaus als Ursprung des sozialen Wohnungsbaus gelten: Die Fuggerei wurde 1521 von Jakob Fugger in Deutschland gegründet und bietet bis heute 140 in Not geratenen katholischen Augs burger Bürgern günstigsten Wohnraum. Die aktuelle Jahresmiete beträgt gerade mal 0,88 Euro. Die Stiftung finanziert sich bis heute fast ausschliesslich aus dem Stiftungsvermögen.
Swiss Foundation Code: Grundsätze Wechselwirkung Die oberste normative Orientierungsebene für alles Stiftungshandeln ist von lediglich drei Grundsätzen bestimmt. Diese sind für gutes Stiftungshandeln unverzichtbar und stehen in einem wechselseitigen Wirkungszusammenhang: Eine Stiftung, die in ihrer Förderarbeit nicht stets allen drei Grundsätzen gleichzeitig nachlebt, erfüllt die Anforderungen nicht, die an ein zeitgemässes Stiftungsmanagement gestellt werden. • Wirksame Umsetzung des Stiftungszwecks Die Stiftung ist verpflichtet, den vom Stifter gesetzten Stiftungszweck auf möglichst effiziente und wirksame Weise zeitgemäss umzusetzen. • Checks and Balances Die Stiftung sorgt durch geeignete organisatorische Massnahmen dafür, dass für alle wichtigen Abläufe und Entscheidungen der Stiftung ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle besteht. • Transparenz Die Stiftung pflegt eine dem Stiftungszweck angemessene, möglichst grosse Transparenz über ihre Grundlagen, Ziele, Strukturen und Tätigkeiten. Quelle: www.swissfoundations.ch
22 Vontobel blue Thema
Dieselben humanitären und sozialen Anliegen, welchen sich die ersten Stiftungsgründer annahmen, bewegen auch heute noch die Mehrheit der Stifter. Nicht nur die Stiftungszwecke sind bis heute ähnlich geblieben, sondern auch das Ziel, die Stiftung so aufzubauen, dass sie langfristig Bestand hat und – wenn möglich – auch andere dazu motiviert, sie dabei zu unterstützen. Im heutigen Umfeld ist dieser Anspruch zu einer Herausforderung geworden, welche die Professionalisierung der Stiftungen notwendig macht. Orientierungshilfe kommt hier vom Verband der Schweizer Förderstiftungen. Er hat im – europaweit ersten – Kodex für Förderstiftungen, dem Swiss Foundation Code, 3 Grundsätze und 26 Empfehlungen zur Gründung und Führung von Förderstiftungen formuliert (siehe Kasten). Ausgangspunkt für alle Aktivitäten ist der Stiftungswille des Stifters. Dieser sollte so festgelegt werden, dass die Stiftungs- räte einen möglichst klaren Auftrag erhalten und gleichzeitig genug Spielraum haben, um auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen zum Nutzen der Stiftung reagieren zu können. Der Stifter hat meist ein konkretes Anliegen, welches er durch gezielten Einsatz der Mittel verfolgen will, also keine breite Streuung der Mittel, wie dies oft bei grossen Insti- tutionen und staatlichen Programmen der Fall ist. Dabei sind aber nicht alle Stiftungen auf einen unbeschränkten Zeitraum ausgelegt. Viele Stifter gründen eine sogenannte Verbrauchsstiftung, welche den Stiftungswillen innert absehbarer Zeit erfüllen soll und dafür das Stiftungskapital auch aufbrauchen darf. Diese Form der Stiftung ist vor allem beliebt, wenn der Stifter die Umsetzung des Stiftungswillen selber erleben m öchte. Herausforderungen beim Investieren Gerade bei der Bewirtschaftung des Stiftungsvermögens sind die Anforderungen und damit auch die Komplexität gestiegen. Nach wie vor soll das Stiftungskapital in den meisten Fällen langfristig geschützt werden und aus den Erträgen die Mittel für den Stiftungszweck bereitgestellt werden. Um dies sicher-
Foto: PB, St. Gallen-Bodensee
Bild: Getty Images
St. Galler Stiftskirche und der Stiftsbezirk1983 als UNESCO-Welterbe in die Liste der schützenswerten Weltkulturgüter aufgenommen
zustellen, sind Anforderungen an die Partner der Stiftungen gestiegen, denn die Anlageentscheidungen hängen eng mit den Bedürfnissen und den Zielen der Stiftungen zusammen. Sie sollen nach Möglichkeit den Stiftungszweck unterstützen oder ihm mindestens nicht zuwiderlaufen. So werden oft ethische Standards festgelegt, welche bei der Anlage zu berücksichtigen sind. Der Aufwand bei der Überprüfung und der Sicherstellung der Standards ist nicht zu unterschätzen. Deshalb ist langjährige Erfahrung im nachhaltigen Investieren zentral. Sie gibt der Bank erst die Möglichkeit, die individuellen Anlagebedürfnisse der Stiftung zu erfüllen. Gesteigerte Ansprüche an das Reporting Aber nicht nur als Anleger nehmen die Stiftungen eine Sonder rolle ein. Da sie keine Mitglieder oder Gesellschafter haben, ge hören sie gewissermassen sich selbst. Durch ihr soziales Engagement übernehmen sie gesellschaftliche Verantwortung und ergänzen die staatlichen Programme. Dieser honoriert dies durch steuerliche Entlastung der Stiftungen. Diese spezielle Stellung der Stiftungen führt aber auch zu einer erhöhten Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Immer wieder sind kritische Stimmen schnell zur Stelle und hinterfragen die gute Absicht und dies nicht nur bei grossen Stiftungen wie beispielsweise der Bill-Gates-Stiftung. Aus diesen Gründen sollte der Stiftungsrat bemüht sein, dass alle wichtigen Abläufe und Entscheidungen der Stiftung in einem ausgewogenen Verhältnis von Führung und Kontrolle stehen. Es liegt in seinem ureigenen Interesse, nicht nur für eine interne, sondern auch für eine angemessene
Jakob Fugger, Stifter und Gründer der Fuggerei, war zwischen etwa 1495 und 1525 der bedeutendste Kaufherr, Montanunternehmer und Bankier Europas
externe Transparenz zu sorgen. Hier ist die Stiftung auf umfassende, qualitativ hochwertige Reportings und die Unterstützung durch Experten angewiesen. Der Wunsch, etwas zu bewirken, vielleicht auch der Gesellschaft etwas zurückzugeben, ist bis heute der Ursprung der Idee, eine Stiftung zu gründen. Jedoch haben sich die Anforderungen an Gründung und Führung einer Stiftung stark verändert. Der erhöhte Aufwand führt zu einer Professionalisierung der Stiftungsräte und einer Spezialisierung der Dienstleister. Eine gute Zusammenarbeit beider ist heute die Voraussetzung für eine erfolgreiche Stiftung. Vontobel blue Thema 23
Text: Artur Kampik, Leiter Wealth Management Solutions Deutschland
Thema: Kompetenz
Deutsche Stiftungen in Not: auf der Suche nach Sicherheit und Rendite Die Welt wandelt sich momentan in einem atemberaubenden Tempo. Stiftungen sind gleich mehrfach betroffen: Einerseits steigt ihre Bedeutung innerhalb der sich verändernden Gesellschaft sprunghaft an, da sich der Staat aus immer mehr sozialen und gemeinwirtschaftlichen Bereichen zurückzieht und diese privaten Initiativen überlässt. Anderseits steigt die Notwendigkeit, die Anlagepolitik an das veränderte Marktumfeld anzupassen. Neben dem langfristigen Kapitalerhalt müssen die deutschen gemeinnützigen oder kirchlichen Stiftungen für ihre Fördertätigkeit angemessene und stetige Erträge erwirtschaften. Im aktuellen Wandel der Kapitalmärkte stellt dies erhöhte Anforderungen an das Vermögensmanagement für Stiftungen. Das letzte goldene Investitionszeitalter hat eine ganze Anlegergeneration geprägt. Es begann Anfang der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts mit der erfolgreichen Bekämpfung der Inflation im westlichen Wirtschaftssystem. Die folgenden 25 Jahre waren durch wirtschaftliche Stabilität, künstlich verkürzte Rezessionsphasen und Globalisierung geprägt. In der Folge konnten Investoren jahrelang mit Aktien, Immobilien und Anleihen positive Erträge erwirtschaften, die deutlich über der Inflationsrate lagen. Auch Stiftungen haben in dieser Zeit profitiert. Ihre rentenlastigen Portfolios erwirtschafteten aus reichende Erträge, weil einerseits die reale Verzinsung, d.h. nach Abzug der Inflation, positiv war. Andererseits ist seit Anfang der 80er-Jahre das Zinsniveau kontinuierlich gesunken, und die Preise der festverzinslichen Wertpapiere sind dem entsprechend angestiegen. Schwieriges Marktumfeld Mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA, der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers und der Eurokrise fand diese Ära abrupt ein Ende. Heute kämpfen die Märkte noch mit den Nebenwirkungen und Spätfolgen sowie mit systemischen und politischen Risiken. Während einige Länder sich kaum re finanzieren können und unter Rettungsschirme gestellt werden, fliehen Anleger in sichere Häfen, wie z .B. US-amerikanische, Schweizer oder deutsche Staatsanleihen, die darum historisch niedrige Sekundarmarktrenditen aufweisen. Dies bleibt sicherlich kein Dauerzustand. Einige Trends scheinen sich zu bestätigen. Dazu gehören die globale Machtverschiebung hin zu den Schwellenländern mit entsprechender Auswirkung auf deren Aktienmärkte, eine neue Weltordnung bei Währungen und eine sehr niedrige Realverzinsung in einigen Industriestaaten. Eine 24 Vontobel blue Makro
Artur Kampik ist Leiter Wealth Management Solutions Deutschland bei der Vontobel Europe AG, München
Buy-and-Hold-Strategie funktioniert nicht mehr, und aus vorher genannten Gründen sind besonders Stiftungen auf neue, innovative Konzepte angewiesen. Bei der Zusammenarbeit mit Stiftungen in Deutschland stellen wir fest, dass viele Stiftungsvorstände mit diesen Problemen konfrontiert sind. In der Summe erfordern die benötigen Ausschüttungen für die Erfüllung des Stiftungszwecks sowie die inflationsbereinigte Erhaltung des Vermögens Renditeziele, die mit risikoarmen Anlagen meist kaum noch zu erwirtschaften sind. Die Anlagerichtlinien schreiben aber oftmals ausschliesslich risikoaverse oder sicherheitsorientierte Investments vor, sodass die Stiftung ihre Anlageziele im aktuellen Umfeld nicht mehr erreichen kann. Herausforderung annehmen Diese gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen erfordern eine massgeschneiderte Lösung für Stiftungen. Beim vorherrschenden Marktregime sollte das Stiftungsportfolio auf drei Kernelementen aufbauen: eine globale Perspektive, welche den Blick über den Tellerrand herkömmlicher Anlageklassen, wie deutsche Renten oder europäische Aktien hinaus, erlaubt. Die Aufnahme von Anlagen aus Schwellenländern oder von alter nativen Anlageformen wie Immobilien, Managed-Futures-Stra
25
Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern
9
Hamburg
48 70 Bremen
22 Berlin
Niedersachsen
26
Brandenburg
11
21
Sachsen
11
Thüringen Hessen
Rheinland-Pfalz
23
7
Sachsen-Anhalt
Nordrhein-Westfalen
29
12
16
Saarland
Bayern
28
Stiftungen in Zahlen 2011 Stiftungen je 100 000 Einwohner in Deutschland Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen
Baden-Württemberg
27
tegien oder Mikrofinanz. So werden neue Renditechancen genutzt und die Risiken breiter gestreut. Zweitens ein aktives Management, welches die Chancen nutzt und flexibel auf Veränderungen im Marktumfeld reagiert. Besonders in turbulenten Marktphasen können dank einer dyna mischen Steuerung der Risiken hohe Verluste vermieden werden. Das dritte Kern element legt den Fokus auf Cashflow-starke Anlageinstrumente. Als Ergänzung zu Renten kommen hier dividendenstarke Aktien oder Fonds mit einer hohen Ausschüttungsrendite zum Einsatz. Dieses Element ist besonders wichtig, weil nach deutschem Recht eine Stiftung ihr Grundvermögen nicht antasten darf und die Liquidität für ihre laufende Mittelverwendung aus Ausschüttungen erzielen muss.
Die Zusammenarbeit mit Stiftungen kann über die klassische Geldanlage hinausgehen. Ein erfahrener Vermögensverwalter kann den Stiftungsvorstand auch bei der Erstellung und Anpas sung von Anlagerichtlinien wirtschaftlich beraten. Für die Ermittlung der richtigen Anlagestrategie und des angemessenen Ri si koprofils sollte die gesamte Stif tungsbi lanz – und nicht nur das liquide Vermögen – betrachtet werden. Hier können Elemente der Finanzplanung helfen, die künftige Entwicklung der für Stiftungen so wichtigen Liquidität zu simulieren. Die Vermögensanlage erfordert im aktuellen Marktumfeld innovative Konzepte und Leidenschaft für die Bedürfnisse der Stiftungen.
„Die gesetzlich vorgeschriebenen
Rahmenbedingungen erfordern eine massgeschneiderte Lösung.“
Vontobel blue Makro 25
Blaue Seite:
Vermischtes aus der Vontobel-Gruppe. 13
Vontobel zweimal an den Swiss Derivative Awards TOP Service Bank Vontobel ausgezeichnet Im April 2013 fand bereits zum achten Mal die renommierte „Oscar-Nacht“ der Derivatbranche statt. Die Jury prämierte Vontobel bereits zum dritten Mal in Folge für ausserordentliche Leistungen in der Kategorie „Top-Anlegerservice“. Hinzu kam der Award „Bester Market Maker Hebelprodukte“. Für diesen Preis ausschlaggebend war die konstant sehr gute Qualität im Pricing von Hebelprodukten bei den Sekundärmarktemissionen an der Scoach Schweiz. Mehr dazu erfahren Sie unter www.derinet.ch/Awards
Foto: Getty Images
Generationenwechsel in der Leitung von Vontobel Genf Vontobel ist auf dem Finanzplatz Genf und in der Romandie seit 1993 präsent und betreut sehr erfolgreich private und institu tionelle Kunden aus der Schweiz sowie aus ausgesuchten Zielmärkten. Im Sommer 2013 erfolgt ein Generationenwechsel auf der lokalen Führungsebene. Lionel Pilloud übernimmt die
26 Vontobel blue Blaue Seite
Leitung des Standortes von Jean-Pierre de Glutz, der in den verdienten Ruhestand gehen wird. Der 43-jährige Pilloud stammt aus den eigenen Reihen und leitete während der letzten 12 Jahre das Westschweizer Advisory-Geschäft im Bereich Financial Products. Die Genfer Niederlassung wird künftig auch als zentrale Drehscheibe insbesondere für die Region Mittlerer Osten dienen und gewinnt damit weiter an Bedeutung. D’hooge verstärkt Know-how bei Schwellenländeranleihen Luc D’hooge verstärkt Vontobels Expertise im Bereich Lokalund Hartwährungs-Anleihen aus Schwellenländern. Der Anlageexperte, neu Leiter des „Portfolio Management Emerging Markets Fixed Income“-Teams bei Vontobel Asset Management, wurde von Citywire mehrfach für seine Leistungen im Bereich Schwellenländer-Anleihen ausgezeichnet. Zuvor war er von 2000 bis 2012 bei Dexia Asset Management tätig. Vontobel ernennt Jean-Pierre Stillhart zum Leiter Private Banking Schweiz Der neue Leiter Private Banking Schweiz von Vontobel in Zürich heisst Jean-Pierre Stillhart. Der 46-jährige Bankfachmann blickt auf eine langjährige Fach- und Berufserfahrung im Geschäft mit vermögenden Privatkunden zurück. Als vormaliger Leiter für das Schweizer Privatkundengeschäft der renommierten Privatbank Rothschild sowie nach beruflichen Stationen bei der Zürcher Kantonalbank und bei der UBS verfügt er über einen überzeugenden Leistungsausweis. US-Portfoliomanager mit begehrter Auszeichnung Rajiv Jain, Leiter des Portfolio Managements bei Vontobel Asset Management, Inc. („VAMUS“) in New York, hat in diesem Jahr in Europa die Auszeichnung von Morningstar als „Global Equity Fund Manager of the Year“ erhalten. Gewürdigt wurden nicht nur Jains Performance 2012, sondern auch seine Fähigkeit, langfristig herausragende, risikobereinigte Renditen zu erwirtschaften. Im Vordergrund seines Anlageprozesses steht das Aufspüren von Unternehmen mit attraktivem Geschäftsmodell, starker Wettbewerbsposition, verlässlichem und überdurchschnittlichem Gewinnwachstum. Rajiv Jain verwaltet seine Portfolios unabhängig von saisonalen Markttrends und ist dabei auch bereit, deutlich von der Benchmark abzuweichen.
Unsere Standorte – Private Banking Schweiz Bank Vontobel AG Gotthardstrasse 43, CH-8022 Zürich Telefon +41 (0)58 283 71 11, Telefax +41 (0)58 283 76 50 Bank Vontobel AG St. Alban-Anlage 58, CH-4052 Basel Telefon +41 (0)58 283 21 11, Telefax +41 (0)58 283 21 12 Bank Vontobel AG Spitalgasse 40, CH-3011 Bern Telefon +41 (0)58 283 22 11, Telefax +41 (0)58 283 22 12 Bank Vontobel AG Schweizerhofquai 3a, Postfach 2265, CH-6002 Luzern Telefon +41 (0)41 249 31 11, Telefax +41 (0)58 283 27 50
Impressum
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Herausgeber
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Telefon +41 (0)58 283 71 11
Tödistrasse 17, CH-8022 Zürich Telefon +41 (0)44 287 81 11, Telefax +41 (0)44 287 81 12
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D-60323 Frankfurt am Main Telefon +49 (0)69 69 59 96 0, Telefax +49 (0)69 69 59 96 290
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Bank Vontobel Europe AG, Niederlassung Hamburg
Jahr in deutscher und englischer Sprache. Nachdruck von Texten ist ohne
Sudanhaus, Grosse Bäckerstrasse 13, D-20095 Hamburg
die schriftliche Bewilligung der Bank Vontobel AG weder ganz noch teilweise
Telefon +49 (0)40 638 587 0, Telefax +49 (0)40 638 587 230
gestattet.
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Alter Hof 5, D-80331 München Telefon +49 (0)89 411 890 0, Telefax +49 (0)89 411 890 30 Liechtenstein Bank Vontobel (Liechtenstein) AG Pflugstrasse 20, FL-9490 Vaduz Telefon +423 236 41 11, Telefax +423 236 41 12 Hong Kong Vontobel Wealth Management (Hong Kong) Ltd. 3601 Two International Finance Centre 8 Finance Street, Central, Hong Kong Telefon +852 3655 3966, Telefax +852 3655 3980
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