Nicolaus A. Huber
Beds and Brackets
für Klavier mit zu öffnenden Türen und Fenstern oder Zuspielung for Piano with Doors and Windows to be Opened or Tape Edition Breitkopf 9075
für Klavier mit zu öffnenden Türen und Fenstern oder Zuspielung for Piano with Doors and Windows to be Opened or Tape Edition Breitkopf 9075
für Klavier mit zu öffnenden Türen und Fenstern oder Zuspielung for Piano with Doors and Windows to be Opened or Tape
Edition Breitkopf 9075
in Germany
Die Zuspielung steht zum Download zur Verfügung unter: https://www.breitkopf.com/assets/mp3_archiv/EB_9075_Zuspielung.zip
für Catherine Vickers
Beds and Brackets
für Klavier mit zu öffnenden Türen und Fenstern oder Zuspielung
Nicolaus A. Huber, 1990
Have we sparked your interest? We gladly accept orders via music and book stores or through our webshop at www.breitkopf.com. Dies ist eine Leseprobe. Nicht alle Seiten werden angezeigt. Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Bestellungen nehmen wir gern über den Musikalien- und Buchhandel oder unseren Webshop unter www.breitkopf.com entgegen.
In Beds and Brackets gibt es ein Stück im Stück: Statement zu einem Faustschlag Nonos Kurz vor seinem Tod war ich mit Nono zusammen in einer Kompositionswettbewerbs-Jury. Während dieser Tage schlug er manchmal mit der Faust schwere, massige Rhythmen elementarster Proportion auf den Tisch. Vierfaches Forte. Diese Befreiungsschläge hafteten die ganze Zeit während der Arbeit an Statement in meinem Gedächtnis. Sie waren ganz aus dem Nahbereich des Machens und Wahrnehmens geboren. Solcher Nahbereich menschlicher Sinnenwelt ist auch musikalisches Ausführungs- und Hörmodell des übrigen Stückes. Die jeweiligen Töne werden aus der 88-tastigen Klaviatur aufgrund von Bewegungsentwürfen abgerufen, deren Streckenmaße und Geschwindigkeiten, multipliziert mit den jeweils zu bewegenden Organ(gewicht)en, Ton und Harmonik charakterisieren.
Der horizontale, zeitliche Verlauf des Stückes verwirrt zeitweise die Nahbereichswahrnehmung durch Wiederholung. In der Partitur zeigen nummerierte Klammern das jeweilige Notentextfragment an, das an einer anderen Stelle in den musikalischen Verlauf eingeschoben werden soll, und zwar so, als würde es zum ersten Mal erklingen. Es geht also nicht um psychisch-dynamische Weiterspinnung, sondern um eine live simulierte Wiederholung von
Vergangenem, als wäre es gar nicht vergangen. Derartige horizontale Bewegungsentwürfe betonen an Wiederholung eher das Fremde, Sprengende, nicht das Zusammenhangschaffende.
Gegen Ende argumentiert der körperliche Nahbereich, schlägt um in „Umgebung“: Läuft da nicht ein Radio, ein Fernseher, ein Kühlschrank? Geht da nicht ein Wind draußen? Fährt nicht ein Auto? Spielen da nicht Kinder? Tonbänder sind nur eine schwache Simulation! Im Optimalfall sollen Fenster und Türen des Konzertsaales geöffnet und wieder geschlossen werden.
(Nicolaus A. Huber, 1990)
Weitere Klavierwerke von Nicolaus A. Huber bei Breitkopf & Härtel:
Darabukka (1976)
Disappearances (1995)
Statement zu einem Faustschlag Nonos (2000)
Pour les Enfants du paradis.
Kurze Klavierstücke für Klavier Plus (2003)
www.breitkopf.com