Berliner Morgenpost - 2014

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09.05.2014, 08:11, von Jürgen Stüber

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/startups/article127797930/Das-Milliardengeschaeft-mit-der-digitalen-Selbstvermessung.html

Fitness-Tracker

Das Milliardengeschäft mit der digitalen Selbstvermessung Mit Handys, smarten Armreifen und Uhren lassen sich das Leben und die Gesundheit optimieren. Was als Spielerei begann, ist heute ein Milliardengeschäft, bei dem auch Berliner mitspielen. Doktor Smartphone ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Geräte messen Körperfunktionen wie Blutdruck, Sauerstoffgehalt, Bewegung – und analysieren mittlerweile sogar den Schlaf. Ein gigantischer Markt: Bis 2016 werden Verbraucher weltweit zehn Milliarden Dollar für tragbare Internetgeräte ausgeben, schätzen Marktforscher. Der Trend zur Selbstvermessung ist ungebrochen. Einer der Vorreiter dieses Trends zur Selbstvermessung des eigenen Körpers ist das französische Unternehmen WiThings. „Wir wollen kein Krankenhaus für zu Hauses sein“, schränkt der Gründer Cedric Hutchings seine Strategie ein. Vielmehr sollen die mit dem Internet verbundenen Sensoren seiner Geräte Vitalfunktionen dokumentieren und den Nutzer zu einer gesunden Lebensweise motivieren.

Immer dabei Pulsuhren und Smartphone-Apps verbinden zwei Megatrends: die permanente Verbesserung und Technikbegeisterung. Foto: Runtastic / picture alliance / dpa-tmn

ne- und Tablet-App Health Mate zu, die Messwerte in der Internetcloud speichert und auf dem Smartphone oder Computer in übersichtlichen Grafiken anzeigt.

erweiterte Personenwaage vom März 2013 maß Gewicht, Fett, Herzfrequenz und Raumluftqualität. Im Juni 2014 folgte der Schlafsensor Aura, der Bewegungen, Atemfrequenz, SchlafHutchings brachte 2009 zeit und Herzschlag misst, eine erste vernetzte Perso- auswertet und Musik- und nenwaage auf den Markt, Lichteffekte erzeugt, die die das Gewicht doku- passend zur Schlafphase mentierte sowie das Kör- die Regeneration des Kör„Vernetzte Sensoren sollen perfett errechnete und per pers verbessern. Ein Zudem Verbraucher dabei hel- Wifi-Verbindung in der In- kunftsfeld könnten vernetzfen, sein Verhalten zu än- ternet-Cloud speicherte. te Geräte zur Diagnose der dern und in kleinen Schrit- Ferner gab es die Option, Volkskrankheit Diabetes ten Ziele zu erreichen“, die Messwerte automa- werden. sagte Hutchings der Ber- tisch zu twittern. 2011 kam liner Morgenpost. Das funk- ein erster Blutdruckmes- Daten gehen an den Haustioniere nur, wenn Apps und ser dazu. 2013 folgte der arzt Sensoren unaufdringlich zu Aktivitätsmonitor „Pulse“ bedienen seien. Deshalb mit Puls- und Schrittzähler Die WiThing-Geräte dienen arbeiten die verschiedenen sowie einer Messfunktion nicht nur der DokumentatiSensoren von WiThings für den Blutsauerstoff. Die on. Sie bieten dem Nutzer auch alle der Smartpho- zum Smart Body Analyzer auch die Möglichkeit, sich

Ziele zu setzen und ihr Erreichen zu verfolgen. Die App gibt Feedback und motiviert. Dazu gibt es virtuelle Belohnungen und Badges genannte Auszeichnungen. Es wird auch angezeigt, ob die eigenen Werte von der statistischen Norm abweichen. Die Daten können für den Hausarzt freigegeben werden. Withings ist nicht das einzige Unternehmen auf diesem Markt, der nach einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner bis 2016 einen globalen Jahresumsatz von zehn Milliarden US-Dollar haben wird. „Das wachsende Bewusstsein für Fitness und die eigene Gesundheit steigert die Akzeptanz für Seite 1


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