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Backzutaten-Trendreport: Neun Megatrends
Forschung: Biertreber als Mehlersatz in Brot?
„Was die Gesellschaft prägt, prägt die Herstellung von Backwaren. Und was die Backwarenherstellung prägt, hat natürlich unmittelbaren Einfluss auf unsere Branche, auf die Produzenten und Lieferanten von Backzutaten“, erklärt Christoph Crone, Vorsitzender und Geschäftsführer, Wissensforum Backwaren. Gemeinsam mit den Mitgliedsbetrieben hat der Verband die nach eigenen Aussagen erste TrendMap und den ersten TrendReport speziell für die Backzutatenbranche entwickelt.
In einem Arbeitskreis wurden über 100 Trends zusammengetragen und in Mega- und Subtrends eingeteilt. Anschließend wurden in einer Umfrage* unter den Mitgliedsbetrieben die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der einzelnen Trends abgefragt.
Die neun identifizierten Megatrends sind demnach: Gesundheit, Nachhaltigkeit, Innovation, Indulgence, Tradition/Nostalgie, Globalisierung, Transparenz/Kommunikation, Digitalisierung und Effizienz. Interessant hierbei sei, so Crone in seinem Vorwort zum TrendReport, dass die Umfrage unter den Mitgliedern ergeben habe, „dass vor allem bei den vier Megatrends Gesundheit und Nachhaltigkeit sowie Transparenz/Kommunikation und Digitalisierung die meisten Befragten in den kommenden Jahren ein weiteres Wachstum sehen. Die restlichen Megatrends werden als konstant eingestuft, nur bei einem vermuten rund 40 %, dass er mit der Zeit kleiner werden könnte: Globalisierung.“ Den vollständigen TrendReport stellt das Wissensforum Backwaren Ende Juni zur Verfügung.
© Wissensforum Backwaren *Die Umfrage wurde im Zeitraum zwischen dem 24. März und dem 19. April 2022 durchgeführt.
Die TrendMap zeigt die Trends der kommenden Jahre
Biertreber fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Bierbrauerei an. Die faserigen Getreiderückstände werden meist als Tierfutter verwendet oder sie wandern häufig in den Müll. Ob Treber als Mehlersatz bei der Brotherstellung genutzt werden könnte – und welche gesundheitlichen Vorteile damit möglicherweise verbunden sind –, haben Pharmazeuten um Professor Claus Jacob an der Saar-Universität im Rahmen des EU-Projekts „Bioval“ untersucht.
„Der getrocknete Biertreber enthält noch viele Inhaltsstoffe des Getreides, die nicht wasserlöslich sind“, erklärt Claus Jacob, Professor für Bioorganische Chemie an der Universität des Saarlandes. Das bedeute: jede Menge Ballaststoffe (40 %) sowie Eiweiß (25 %), aber auch Fette, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, beispielsweise Phenole und Flavonoide, die im Körper antioxidativ und entzündungshemmend wirken können.
Die Brote wurden unter realen Bedingungen in der Backstube der Saarbrücker Konditorei Steigleiter hergestellt und der Treber als Mehlersatz in unterschiedlichen Anteilen beigemengt. „Bis zu einem Anteil von fünf bis zehn Prozent Treber waren die Brote sehr gut essbar, bei höheren Anteilen ab 20 Prozent Treber schmeckte es nicht mehr so gut“, berichtet Prof. Jacob. Allerdings könnten in Bratlingen und Burgern durchaus noch höhere Anteile verwendet werden, da dort ein faseriges Geschmackserlebnis durchaus gewollt sei.
Biertreber (BSG)
1. Entzündungsstimulierung mit TNF-a, IL-1ß und LPS 1 bis 4 Stunden 4 bis 24 Stunden
Caco-2 Monoschicht Magen-Darm-in-vitroVerdauung von BSG
2. 1:8 mit Medium verdünnte intestinale Verdauung
IL-6
IL-8 Sammlung des Überstands
NO MDA Nukleare Extraktion
Nrf2
Biertreber Schema
© Saar-Universität/Projekt „Bioval”