ppö brief 1/11

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Thema: Konfliktkultur S. 1, 2

11. World Scout Youth Forum und Young Women‘s World Forum :: S. 8, 9

1/11 www.pfadfinderInnen.at

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Auch Streiten will gelernt sein

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RadeltZurArbeit.at

Inhalt Editorial 1 Impressum 4

Themen

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Streiten will gelernt sein �������

Was ist Konfliktmanagement? ..... 2

Niemand will wirklich streiten. Streiten ist böse, und böse Kinder werden in die Ecke gestellt. Aber es ist wichtig und wesentlich, sich auch mit unterschiedlichen Meinungen auseinanderzusetzen, zu argumentieren und zu lernen, wie man mit diesen unterschiedlichen Meinungen umgehen kann

PPÖ Imageanalyse ........................ 4

...interessantes Pfadiwissen ........ 10 Kindern eine Chance ................. 11 „Freiwilligentour“ im Rathaus.... 12

Berichte Actor – Actress, WBK 2011 ...

„An sich ist kein Ding gut oder schlecht, das Denken macht es erst dazu“ (William Shakespeare)

Jeder hat seine eigene Landkarte im Kopf Die einen arbeiten mit Kroki, die anderen mit GPS. Während die einen eine generelle Karte mit großen Zielvorstellungen bearbei­ ten, sind die anderen mit genauem Planquadrat unterwegs. Und alle wollen gemeinsam an einer Sache arbeiten.

Editorial Von Terry Pribil Ich bin müde. Die Arbeit im ehren­ amtlichen Bereich hat seine Höhen und Tiefen. Oft frage ich mich, wie ein harmonievolles Miteinander funktionieren kann, wenn sich so mancher in seiner Funktion bei den PPÖ beruflich bereichert oder private Initiativen voranstellt. Wie reagiert man professionell auf Ver­ balwatschen und klärt Probleme ohne emotional zu werden? Auch streiten will gelernt sein, besonders in einem ehrenamtlichen Umfeld, wo wir unser Herzblut investieren

Aus den Gruppen .................. 4, 12 Internationales ........................ 8, 9 2010 und 2011 im BZW ............ 11 Foto: © PPÖ/Paul Kubalek

Bei Auseinandersetzungen inner­ halb einer Bewegung, die ehren­ amtlich tätig ist, geht es selten um Geld, kaum um bessere Bezahlung als LeiterIn, sondern um die beste Umsetzung unserer Ideen, wie die Pfadfinderbewegung verwirklicht werden soll. Viele haben als Kind erfahren, wie schön es sein kann, Gemeinschaft zu erleben, Abenteu­ er zu bestehen, viele hatten Träu­ me, wie eine geglückte Kindheit und Jugend ausschauen könnte – aber nicht alle träumen den glei­ chen Traum. Viele Streitereien, zer­ mürbende Auseinandersetzungen bei den PfadfinderInnen, die im­ mer wieder damit enden, dass eini­ ge frustriert den Verband verlassen, gründen darauf, dass unterschied­ liche Vorstellungen nicht wirklich angesprochen werden oder verbis­ sen verteidigt werden.

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Unbehagen über die Art der Kommunikation muss sofort angesprochen werden

Bausteine der inneren Landkarte 1. Wir verwenden bestimmte Namen und Beschreibungen (Deutungen), Erklärungen, Be­ wertungen. 2. Wir ziehen bestimmte Schluss­ folgerungen. 3. Wir richten unsere Aufmerk­ samkeit auf eine bestimmte Weise aus und engen sie da­ durch ein. 4. Wir reagieren mit Lösungsversu­ chen nach gelernten Mustern. 5. Die dabei gemachten Erfah­ rungen wirken wiederum auf unsere innere Landkarte zurück. Landkarten helfen uns, uns in der Welt zu orientieren, aber sie sind nicht die Welt. Es ist gut und wichtig, sich für das einzusetzen, woran man

und schnell sauer reagieren, wenn es nicht nach unserem Wunsch vorangeht. Monika Fabjan hat dafür die richtigen Worte gefunden und gibt sinnvolle Hilfestellungen, wenn die Kommunikation kompliziert wird. Um bereits Konflikte so gut wie möglich zu vermeiden, gibt uns Stefan Mühlbachler wertvolle Tipps. Was eine Pfadfindergruppe attraktiv macht, erklärt Andi Furm auf Seite 3 und die Umfragegewin­ ner lächeln von Seite 4 und 5. In jedem Fall sorgt dieser ppö brief für Kurzweile aufgrund der Vielzahl von lokalen, pfiffigen, in­ ternationalen und erstaunlichen Berichten, die ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement ent­ standen sind. Dankeschön.

glaubt, was einem wichtig ist. Es ist aber auch wichtig, diese Überzeu­ gung so zu kommunizieren, dass ein offenes Gespräch möglich ist. Ein einsamer Leiter/eine Leiterin, die allein übrig bleibt, ist SiegerIn in ihrer Auseinandersetzung, ob sie auch GewinnerIn ist, das ist zu hinterfragen. Ganz sicher sind die Pfadfinder aber das Opfer. Daher ist es wichtig, beizeiten die richtige Art der Auseinandersetzung zu ler­ nen, sich darin zu üben, schon be­ ginnend bei den Kids.

Es ist eine Frage des Stils Lautstärke ersetzt nicht Argumente. Einschüchterung der Gesprächs­ partner mag zwar funktionieren, ist aber nicht gewinnbringend. Und sich einschüchtern lassen hilft auch nicht! Unbehagen über die Art der Kommunikation müs­ sen sofort angesprochen werden, sonst ist eine inhaltliche Auseinan­ dersetzung nicht möglich. Das ist leichter niedergeschrieben als ge­ tan. Wir wollen ja vielfach „nett“ zueinander sein, daher reagieren wir oft nicht auf rüpelhaftes Be­ nehmen und überlassen so das Feld jenen, die gelernt haben, sich mit aggressiver Wortwahl und Stimm­ gewalt durchzusetzen.

Kommunikation ist ein Prozess des Abgleichens von Landkarten Aspekte im Prozess der Gesprächsführung

1. Rapport herstellen (Andocken) Die Klärung, warum man sich ei­ gentlich zusammensetzt, eventuelle

Rahmen für das Gespräch verein­ baren, wie etwa einen Zeitrahmen. Wichtig dabei ist auch... • Empathisch Zuhören • Schlüsselwörter hören und nutzen • Leid und Lösungsversuche würdigen • Komplimente machen • Ja-Haltung aufbauen (Problem­ verhalten utilisieren)

Nachrufe auf Peperl Vavrik und Trude Kirchner ........................... 12

Infos & Termine grüntöne (GuSp).......................... 3 Vision2020 wirkt weiter (GL) ..... 3 CaEx-Plätze frei am Xeis 2011...... 3 Roverway 2012 in Finnland ......... 3 Vorstellung Neue Leitung des BJR .3 RaRo BuLeiLa 2011 ...................... 4 Dankeschön! (GWPG) ................ 4 Jamboree-Update ..................

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2. Problem klären und würdigen Gemeinsames suchen, was das Pro­ blem eigentlich ausmacht. Wenn es gelingt, eine klare Definition des Problems zu schaffen, dann ist der Prozess der Klärung um einiges kla­ rer und leichter zu bewältigen. Das Wort „würdigen“ mag im Zusammenhang mit Problem viel­ leicht eigenartig klingen, bedeu­ tet aber, dass ich anerkenne, dass mein/e GesprächspartnerIn mit einer bestimmten Sache, Situati­ on ein Problem hat. Das Problem klein reden, sich darüber lustig ma­ chen, verhindert ein konstruktives Gespräch. • Erkundungsfragen zum Problem und seinem Kontext • Zusammenfassen

Save the Date...

...für ein exklusives Event für alle Leiter­Innen der PPÖ in St. Georgen von 17. bis 20. Mai 2012. Genau Infos in Kürze, notier dir schon mal das Datum!

3. Ziel erkunden, klären und entwickeln • Was ist das Ziel des Gesprächs, wohin soll es führen? • Die Aufmerksamkeit gezielt auf Lösungspotenziale lenken, • von „Warum“ zu „Wofür“, von „Woher kommt es“ zu „Wohin soll es gehen“, von „Was habe ich falsch gemacht?“ zu „Was gelingt mir bereits?“ Fortsetzung auf Seite 2 >>

Bei Unzustellbarkeit bitte zurück an: PfadfinderInnen Österreichs A-1050 Wien, Bräuhausg. 3-5

P.b.b. Verlagspostamt A-1050 Wien, Zulassungsnr. GZ 02Z033410 M

von Monika Fabjan

Erneuerung des Ausbildungs­ systems der PPÖ ........................... 5

* ist Trainerin in der Erwachsenenbildung. Monika ist bei den Pfadis speziell im Bereich Training und Weiterentwicklung von Verbänden tätig – Sie hatte Funktionen in Tirol, auf Bundesebene und beim WAGGGS Europakomitee inne.


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