RCKSTR Mag. #159 | Septmeber 2018

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KI N O

11 Jahre Luststreifen FILM FESTIVAL BASEL

#159 | SEPTEMBER 2018

Vielfalt und Offenheit für den einzelnen Menschen und die Gemeinschaft fördern, starre Grenzen sprengen und Vulven malen: Vom 26. bis 30. September 2018 findet in Basel bereits zum elften Mal das Luststreifen Film Festival statt und hat in seinem breiten Film- und Rahmenprogramm für jeden etwas dabei. (kiss)

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2008 wurde das Luststreifen Film Festival Basel erstmals von einer Gruppe von Mitgliedern der Homosexuellen Arbeitsgruppe Basel (habs) durchgeführt. Ziel war es damals, die homosexuelle Emanzipation und Akzeptanz zu fördern und dem Verein aus kultureller Sicht mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Was damals mit gut 500 BesucherInnen und 16 gezeigten Filmen begann, hat sich inzwischen zum zweitgrössten LGBT Filmfestival der Schweiz entwickelt, welches im vergangenen Jahr von nicht weniger als 2’000 Leuten besucht wurde. In der 11. Ausgabe werden in diesem Jahr über vier Tage hinweg 42 Filme aus 19 Ländern gezeigt, über 35 geladene Filmschaffende zu Gast sein und zahlreiche Workshops und Ausstellungen durchgeführt. Unter den Filmvorstellungen befinden sich zudem 26 Schweizer Premieren, eine internationale und sogar eine Weltpremiere. Das Filmprogramm des Festivals wurde von dessen Komitee mit grösster Sorgfalt und dem Ziel einer breiten Vielfalt zusammengestellt. Es wurden aktiv Festivals besucht und über 850 durch eine öffentliche Ausschreibung eingereichte Filme angeschaut. Das daraus ausgewählte Filmprogramm wird im Neuen Kino, sowie im Kult.Kino Camera gezeigt und lässt kaum ein Tabu unangetastet, kaum eine Grenze unüberschritten. Zudem werden, im Rahmen einer Preisverleihung, durch eine Jury aus etablierten Filmschaffenden die Lust-Awards zur Anerkennung herausragender Leistungen für Filmschaffen vergeben. Neben den Kategorien Spielfilme und Dokumentationen werden zudem Kurzfilme in den Unterkategorien Queer Shorts, Queer Migration Shorts, Porn Shorts gezeigt – weitgehend selbsterklärend, allesamt ab 18 Jahren freigegeben, sicherlich eines der vielen Highlights des Festivals.

von Anina Riniker wärmstens ans Herz gelegt, mit welcher sie auf die Tabuisierung der Vulva aufmerksam machen will. Und wenn man dann schon einmal im Vulva-Sujet drinnen ist und sich fragt, warum überall Penisse, nicht aber Vulven hingekritzelt werden, so kann man im (Vulva-) Sticker-Workshop diesem, aus purer Verwirrung entstandenen, Trend konstruktiv entgegenwirken, indem man... ach, eigentlich auch selbsterklärend. Das ist nur ein Bruchteil der überaus vielseitigen Auswahl an Workshops, Ausstellungen, Theater und Lesungen. Sicherlich auch sehr empfehlenswert ist ein Besuch am Luststreifen Brunch, an welchem die Möglichkeit besteht, sich in einem ungezwungenen Rahmen zwischen Milch und Müsli mit Festival Team und Gästen über deren Arbeit zu unterhalten. Und wer nach all dem auch noch Bock auf Raven hat, der sollte sich auf keinen Fall die Konzerte der Berliner Drag Pop Band Godmother oder The Kill Joys (Bild), sowie die Sets von DJ Robyn, DJ grrrl in the garage und Kukuruz Kollektiv entgehen lassen. Allein hierfür werden sicherlich viele Besucher Ende September nach Basel pilgern.

Abgesehen von Filmvorstellungen befinden sich auf dem Rahmenprogramm des Festivals zudem Ausstellungen und Performances; so etwa diejenige von Livio Beyeler mit dem griffigen Titel «Nippel», in welcher er der Frage nach der Gleichstellung der Geschlechter am Beispiel der aktuellen Social Media Richtlinien nachgeht. Wenn man sich nun weniger für Nippel interessiert, sei einem die Installation «Let’s Talk About» Das komplette Programm könnt ihr der offiziellen Homepage unter www. luststreifen.ch entnehmen, wo ihr euch auch für den Festival Newsletter eintragen könnt und immer up-to-date bleibt, wo es nun rasant auf die elfte Ausgabe des Luststreifen Film Festivals Basel zugeht.


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