Sonntag 24. Mai Predigt Deutsch German Church Atlanta

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„Was fuer eine Geschichte erzaehlen wir uns wenn das Leben sich nicht so entwickelt wie wir uns das vorgestellt haben?“ Ich entdecke mich dabei, wie ich versuche mir das Ende von Covit-19 vorzustellen: Wir koennen wieder unter Menschen gehen. Wieder reisen. Geburtstage feiern und Graduations. Wir koennen einander wieder eine Umarmung geben ohne einander zur Gefahr zu werden. Menschen haben ihre Arbeitsstelle wieder und kleine Geschaefte oeffnen wieder die Tueren. Was fuer Geschichten erzaehlen wir uns wenn das Leben sich nicht so entwickelt wie wir uns das vorgestellt haben?“ »Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.« Diesen Satz sagt der junge Besitzer eines heruntergekommenen Hotels in dem Film »Best Exotic Marigold Hotel«. Vorher sollen diesen Satz schon Oscar Wilde und John Lennon gesagt haben, aber richtig bekannt wurde der Spruch erst durch den Film. Da reist eine Gruppe älterer Herrschaften aus England nach Indien, weil ihnen dort im Best Exotic Marigold Hotel ein sorgloses Ruhestandsleben in einem herrschaftlichen Palasthotel versprochen wurde. Der Palast stellt sich als Bruchbude heraus und schon in den ersten Tagen merken die neuen Bewohner, dass sie ihre Heimat zwar hinter sich gelassen haben, dass ihre Vergangenheit und ihre Probleme aber mitgekommen sind. Sonny, der junge indische Hotelbesitzer, hat den Traum einen Platz so wunderbar zu schaffen, dass die aelteren Bewohner des Hotels niemals sterben wollen. Er lässt sich von allen Beschwerden und allen Problemen fast nie aus der Ruhe bringen, und wenn die Verzweiflung überhand nimmt, sagt er jenen klugen Satz: »Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ II. Diesen Satz hätte auch der Prophet Jeremia sagen können. Er lebte in einer dunklen Zeit im 6. Jahrhundert vor Christus. Weite Teile von Israel und Juda sind von den Babyloniern eingenommen worden. Die Städte dort sind zerstört, die Elite des Landes wurde nach Babylon deportiert. Jerusalem aber ist noch frei. Und der König in Jerusalem tut so, als ob das auch immer so bleiben würde. Dabei kommen die Babylonier mit ihrer mächtigen Armee immer näher. Jeremia erkennt: Jerusalem hat keine Chance! Und er weiß: Das ist Gottes gerechte Strafe dafür, dass das Volk seinen Bund gebrochen hat. Als Prophet hat Jeremia viel zu tun: Schon lange hielten sich der König


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