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LETZTE STATION TORGAU. EINE KALTE UMARMUNG
EIN DOKUMENTARTHEATERPROJEKT VON DURA & KROESINGER
Sie sind ein dunkles Kapitel in der jüngeren deutschen Geschichte und wirken bei den Betroffenen bis heute fort: die sogenannten „Jugendwerkhöfe“ der DDRJugendhilfe. Hier sollten „schwererziehbare“ Jugendliche zu sozialistischen Persönlichkeiten umerzogen werden. Wer hier eingewiesen wurde, hatte oft bereits eine Heimkarriere hinter sich.
Unter dem Tarnbegriff „Arbeitserziehung“ wurden die Insassen zu einem Hungerlohn als „Hilfsarbeiter“ ausgebildet und wurden so als Teil eines Systems der Zwangsarbeit ausgebeutet. Hergestellt wurden unter anderem Bauteile für Selbstbaumöbel großer westlicher Konzerne was dem ArbeiterundBauern Staat wertvolle Devisen und der „freien Welt“ kostengünstige WohlfühlWohnatmosphäre einbrachte.
Und wer im Jugendwerkhof immer noch nicht funktionierte, für den gab es als letzte Drohung den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau. Hier waren militärische Verhaltensregeln an der Tagesordnung. Kontrolle bis ins kleinste Detail, Zwangssport und Zwangsarbeit, ein hartes Bestrafungssystem, Gewalt seitens der Erzieher und untereinander, bis hin zum blanken Sadismus, prägten den Alltag der Jugendlichen. Regine Dura und HansWerner Kroesinger sind für das Rechercheprojekt den Geschichten rund um Torgau nachgegangen: in zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen, mit Menschen, die sich der Aufarbeitung der Geschichte verpflichtet haben, in intensiven Archivrecherchen.
URAUFFÜHRUNG
REGIE
KONZEPT & TEXT
HANS-WERNER
KROESINGER & REGINE DURA
REGINE DURA
BÜHNE & KOSTÜME ...................... HUGO GRETLER
MUSIK ......................................... JONAS MARC ANTON
WEHNER
DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT
MIT: PAULINA BITTNER, DENIS GRAFE, CHRISTOPH MÜLLER, SAMUEL SANDRIESSER, TERESA SCHERGAUT, PAULA WINTELER
WIEDERAUFNAHME
DISKOTHEK
„Indem die Schauspieler immer wieder die anarchische Wut, den Selbstbehauptungswillen der internierten Jugendlichen und ihren Kampf für die Selbstachtung zeigen, geben sie ihnen genau das, was Torgau ihnen nehmen wollte: ihre Würde.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
„Dieser Abend ist ein ebenso bedrückendes wie wichtiges Statement zu einem sehr dunklen Kapitel der DDR.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
„Entstanden ist ein Stück, das in seiner kalten Wucht fast sprachlos macht.“
MÄRKISCHE ODERZEITUNG