FREITAG, 23. DEZEMBER 2011 NR. 51/52 53. JAHRGANG
AZA 8820 Wädenswil
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Bürgeraktion, 8700 Küsnacht PC 87-16415-6 Dr. Michael E. Dreher, Ex-Nationalrat
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Weihnacht 2011
Kinder Gottes werden Seht, welche Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heissen, und wir sind es. 1. Johannes 3,1
M
anchmal wäre ich gerne noch ein Kind. Nämlich dann, wenn ich an die Belastungen denke, die das Leben als Erwachsener so mit sich bringt. An die Erwartungen, die an einen gestellt werden. Überall hängen diese Erwartungen herum und sorgen für Druck. Dieser Druck ist allerdings berechtigt. Wer sollte denn für die Dinge der Welt verantwortlich sein, wenn nicht leistungsfähige Erwachsene? Schliesslich bekomme ich als Pfarrer einen komfortablen Lohn, und deshalb sind die Erwartungen angemessen. Aber auch andere Erwartungen, für die ich keinen Lohn beziehe, sind berechtigt. Eben weil ich erwachsen bin, kann dies und jenes für andere tun, so wie andere manches für mich tun. Für gewisse Dinge bin ich nun einmal verantwortlich. Hier steckt der Unterschied zum Kind. Das Kind bezieht keinen Lohn und seine Verantwortung ist gering. Sie wächst von Jahr zu Jahr, und mit ihr auch das Verantwortungsbewusstsein des Kindes, sofern die Erziehung einigermassen gelingt. Sollen wir Kinder Gottes sein in dem Sinne, dass wir Verantwortung auf ihn abschieben? Es lohnt sich ein kurzer Blick auf die Art und Weise, wie man im Judentum und im Römerreich zur Zeit Jesu das Kind sah. Das Bild der Erwachsenen von den Kindern wandelt sich ja ständig. Das sieht man an alten Gemälden. Im 17. Jahrhundert zum Beispiel wurden die Kinder als verkleinerte Erwachsene dargestellt, sowohl was die Kleidung als auch was den Gesichtsausdruck betrifft. Das Kind erscheint als noch unfertiger Erwachsener, und so wurde es auch eingestuft. Auch den alten Griechen fehlte während Generationen die Wertschätzung für die Kindheit als eigenständige Lebensphase. Zwar waren Söhne ein Gewinn des Hauses, aber bloss als künftige Arbeitskräfte. Behinderte Kinder wurden ausgesetzt, oft auch weibliche Säuglinge, selbst wenn sie gesund waren. Im späten Griechentum, im sogenannten Hellenismus, als Griechisch die Weltsprache war, da wurde das Kind neu entdeckt. Die Kindheit erschien als eigene Lebensphase, und man freute sich an den Kindern. Das römische Reich vollzog erneut einen Rückschritt: Kinder wurden als Last empfunden und gemieden. Empfängnisverhütung und Abtreibung waren weit verbreitet. Die Kinder, die trotz allem geboren wurden, erhielten oft nicht einmal Namen, sondern wurden innerhalb der Verwandtschaft nummeriert. Mir scheint, unsere Kultur schwenke wieder auf diesen Kurs ein. Wer in der Unterstufe Sexualunterricht einführen will, missachtet die Kindheit als Lebensphase oder hat eine verdrängte Neigung zur Pädophilie. In die kinderfeindliche Welt kommt Jesus und sagt: «Lasset die Kinder zu mir kommen. Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht
hineinkommen.» Das Evangelium erzählt auch ausgiebig die Geschichte von der Geburt Jesu und wagt damit einen Blick auf den Gottessohn als hilflosen Säugling. Das bedeutet zweierlei: Erstens ist auch das Kind ein vollwertiger Mensch, und die Kindheit ist eine eigenständige Lebensphase. Zweitens haben Kinder Qualitäten, die sie im Laufe der Jahre verlieren. Die kleineren Kinder sind eben von einem Vertrauen, einer Neugier und einem unbefangenen Blick in die Welt beseelt – Qualitäten, die uns Erwachsenen abgehen. Das ist der Punkt, auf den das Neue Testament mit seiner Rede von den Kindern Gottes zielt. Es geht nicht darum, kindisch zu werden. Was wir jedoch von den Kindern lernen können, ist ihr argloser Blick, in dem sich ihr Vertrauen spiegelt. Die Kinder, weil noch unselbständig, sind darauf angewiesen, dass die Eltern zu ihrem Wohl wirken. Sie haben keine Hemmungen, die Fürsorge anzunehmen. Die Dienste anderer annehmen, an sich geschehen lassen, das ist wahrhaftig eine Kunst, und wer beherrscht sie besser als die Kinder!? Das zeigt sich bei den Weihnachtsgeschenken. In vielen Haushalten, wo keine Kinder mehr wohnen, sind die Geschenke abgeschafft. Erwachsene glauben Geschenke bloss annehmen zu dürfen, indem sie zugleich eine Entschuldigung murmeln. Wir wollen unsere Güter nicht geschenkt bekommen, sondern verdienen. Das ist gewiss eine ehrenhafte Tugend. Aber sie ist deplatziert im Hinblick auf die Geschenke Gottes an uns. Und auf die Tatsache, dass wir seine Kinder heissen dürfen. Das Ziel der Gotteskindschaft ist nicht Unmündigkeit. Doch sollen wir bedenken, dass wir von den wesentlichen Weichenstellungen nur wenige selber vollziehen. Weil Gott im Regiment sitzt. Um dies zu erkennen, braucht es ein Stück kindliches Gemüt. Hoffnung gehört zur Grundausstattung des Alltags. Wir können am Morgen nur aufstehen, wenn wir eine Portion Hoffnung haben. Die Hoffnung, von der die Bibel spricht, hat überdies eine bestimmte Richtung. Sie ist auf Jesus Christus gerichtet. Seine Annäherung an uns gewöhnliche Menschen vermittelt uns den Sinn, den wir suchen. Seine Annäherung ist in der Weihnachtsgeschichte greifbar. Jesus kam in die Welt wie andere Kinder auch, sogar unter schlechteren Bedingungen als viele. Dreissig Jahre später, als er in Judäa und Galiläa umherzog und den Menschen die Nähe Gottes verkündete, als er heilte und tröstete, da setzte er sich vorwiegend mit solchen zusammen, die sonst keine Zuwendung und keine Liebe kannten: Mit reichen Zöllnern, mit armen Aussätzigen, mit hilflosen Lahmen, mit unseriösen Frauen. Sie galten als gottfern und verworfen. Ihnen vermittelte er die Nähe Gottes. So tut er es auch mit uns. Die Hoffnung auf Christus erlöst uns von Ängsten und Perfektionismus.
«Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünde wegnehme», steht ein paar Sätze weiter im ersten Johannesbrief. Von Sünde überhaupt zu reden, ist eine Zumutung. Kein Wunder. Allzu lange wurde mit diesem Wort plump moralisiert. Und das Wort Sünde hatte sich allzusehr mit der Sexualität verfangen. Eine stumpfsinnige Engführung. Die Nähe von Sünde und Sexualität trifft nur insofern zu, als sie deutlich macht, dass in uns Kräfte wohnen, die wir nicht unter Kontrolle haben. Aber diese Kräfte sind keineswegs auf die Sexualität beschränkt. Darum geht es: Dass wir Mächten ausgesetzt sind, die uns und unsere Umgebung gefährden. Diese Mächte können von aussen, aber auch von innen kommen. Nach den Greueln des 20. Jahrhunderts wäre es töricht, diese Mächte als erledigt zu betrachten. Sie sind da, und sie sind sprungbereit. Sie können uns erwischen, dann stehen wir ihnen zu Diensten. Nur so ist es zu erklären, dass halbe oder ganze Völker bei Barbareien mitmachen. Ein Kraut dagegen wächst allein von Gott her. Das Hören auf Christus, auf seine biblischen Worte. Seine Hinwendung zu allen möglichen Leuten sowie seine Heilungen enthüllen uns das Wesen Gottes. Gott bricht mit uns auf, und geht mit uns den Weg des Heils. Dieser Aufbruch geschieht hundertfach, tausendfach, und ist mit der Geburt Jesu verknüpft. Kurz vor Ende des Jahres nimmt Gott uns an der Hand, um uns hinüberzugeleiten: Ins neue Jahr und in eine gute Zukunft. Lassen wir uns von ihm leiten, so wir sind wahrhaftig seine Kinder.
Peter Ruch, evang.-ref. Pfarrer, Küssnacht am Rigi
Redaktion und Verlag wünschen allen Leserinnen und Lesern von Herzen frohe Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr. Die nächste Ausgabe unserer Zeitung erscheint am Freitag, 13. Januar 2012.
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