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Die SRF-Kommentatoren – schnell und präzise erklärt
Treten am Swiss Cup Zürich die Turnpaare zum Wettkampf an, kommentieren Roman Schweizer und Stefan Hofmänner das Spektakel für das TVPublikum. Die SRF-Kommentatoren sind auf unterschiedliche Weise gefordert.
Welche Erwartungen haben Sie an den diesjährigen Swiss Cup Zürich?
Roman Schweizer: Ich wünsche mir einen Mix aus hoher Turnkunst, Show und endlich wieder einmal toller Stimmung im Hallenstadion. Stefan Hofmänner: Ich erwarte eine artistische Show in entspannter Atmosphäre. Und das Gute an dieser Erwartung ist: Sie wird garantiert erfüllt. Denn so ist der Swiss Cup Zürich immer – ein Fest für den Turnsport.
Sie sind seit fünf Jahren ein routiniertes Kommentatoren-Duo. Wie viel macht Vorbereitung und Spontanität in Ihrer Funktion aus?
Schweizer: Die Vorbereitung ist das A und O. Während dem Kommentieren muss alles im Kopf abrufbar sein, wir lassen uns nur noch vom Geschehen und von den sportlichen Leistungen leiten. Hofmänner: Die Vorbereitung ist der grösste Teil der Arbeit und die Basis von allem. So ist es uns möglich einzuordnen, einzuschätzen und damit letztlich auch zu würdigen, was im Wettkampf geschieht. Nur wer gründlich vorbereitet ist, kann am Mikrofon spontan sein, ohne dass es belanglos wirkt. Und Spontanität ist wichtig, damit die Übertragung lebendig wird.
Was fordert Sie als Kunstturn-Kommentatoren am meisten?
Schweizer: In sehr kurzer Zeit das Wesentliche möglichst auf den Punkt bringen zu können. Eine Übung am Gerät dauert zum Teil nicht einmal eine Minute, am Sprung gar nur etwa sieben Sekunden. Da muss ich gezielt, schnell und präzise erklären können. Hofmänner: Es ist ebenso schwierig wie wichtig, nicht zu defizitorientiert zu kommentieren. Denn etwas vom Gemeinen am Kunstturnen ist, dass man permanent die Fehler sucht. Darauf basiert das ganze Benotungssystem. Deshalb erachte ich es als eine meiner Aufgaben, immer wieder darauf hinzuweisen, wie unglaublich gut diese Athletinnen und Athleten sind.
Roman Schweizer, als ehemaliger Spitzenathlet sehen Sie die kleinsten Fehler sofort. Haben Sie einen Tipp für das Publikum, um das eigene Expertenauge zu schärfen?
Bei der Schwierigkeit (D-Note) gilt: Je mehr Salti und Schrauben, desto höher die D-Note. Bei der Ausführung (E-Note) sollte trotz der Anstrengung und Schwierigkeiten alles flüssig und mit einer Leichtigkeit geturnt werden. Am einfachsten ist es für die Beobachtenden am Ende der Übung. Das letzte Element, der Abgang, sollte zum perfekten Stand führen.
Stefan Hofmänner, Sie kommentieren für SRF auch andere Sportarten wie Ski alpin oder Schwingen. Worin liegt für Sie der Reiz beim Kunstturnen?
Jede Sportart hat ihren Reiz. Beim Kunstturnen werden Elemente gezeigt, die an der äussersten Grenze dessen sind, was für einen Menschen überhaupt möglich ist. Um das zu können, braucht es die totale Kontrolle über Körper und Geist, das finde ich extrem faszinierend.
Stefan Hofmänner und Roman Schweizer kommentieren den Swiss Cup Zürich am 7. November live auf SRF zwei.