PROGRAMM/A |I
AUTONOME REGION TRENTINO SÜDTIROL REGIONE AUTONOMA TRENTINO-ALTO ADIGE REGION AUTONÒMA TRENTIN SÜDTIROL
In guten Händen. In buone mani.
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GEMEINDE BRIXEN COMUNE DI BRESSANONE
GEMEINDE EPPAN an der Weinstraße COMUNE DI APPIANO sulla strada del vino
STADTGEMEINDE MERAN COMUNE DI MERANO
Der Rausch ist vorbei – in vielerlei Hinsicht. Und damit ist keineswegs einer der Höhepunkte von TRANSART08 gemeint, als das Klangforum Wien bereits zum zweiten Male das TRANSART Publikum auf eine 7stündige Reise zwischen Wein und zeitgenössischer Musik mitnahm – der Rausch war dabei im Hören von Neuer Musik durchaus erhellend. Aber ein Rausch kann eben auch zu mitunter schmerzhafter Ernüchterung führen. Die große internationale Finanzkrise, die genau vor einem Jahr mit dem Niedergang der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ihren Anfang nahm, fiel in Südtirol mit einer problematischen Infragestellung der Sinnhaftigkeit zeitgenössischer Kultur zusammen. Das geflügelte Wort von „The party is over“ erhielt hierzulande einen besonders hämischen Beigeschmack. Ausgehend von einem ausgestellten Frosch und einem verunglückten Finanzmanagement ließen Medienpeitsche und Landtagswahlkampf das eben glorios eröffnete Museion in ein tiefes schwarzes Loch fallen. Das internationale Großereignis Manifesta 7, die wandernde Biennale zeitgenössischer Kunst, wurde international hoch gelobt und hierzulande skeptisch verfolgt. Jene, die es in unserem Land schon immer wussten, dass zeitgenössische Kunst und Kultur von den Innovationsenthusiasten überschätzt wird, bekamen durch die stetig größer werdenden Einbrüche am Kunstmarkt zusätzlich recht. Doch die Saat, welche viele EinzelkämpferInnen, einst und jetzt weitsichtige KulturpolitikerInnen, Sponsoren und ein neugieriges Publikum ausgesät haben, ist zu zahlreich, als dass sie nicht doch zu reicher Ernte führen würde. Der Erfolg von parallel – events als Rahmenprogramm der Manifesta 7 wirkt als Netzwerk noch nach; kunstmeran präsentiert in staunenswerter Souveränität ein vielschichtiges Ausstellungsprogramm; die Interims-Direktorin des Museion verwandelt das Sparflammenbudget zum Begeisterungsfeuer für die Kunst. Und dies sind nur einige von zahlreichen Beispielen für unsere Kulturlandschaft, in der das Zeitgenössische nicht nur ein Begriff, sondern eine Realität ist. Transart kann und will als Festival dabei ein Verstärker jener Arbeit sein, die über das Jahr die zahlreichen Institutionen mit großer Nachhaltigkeit betreiben. Ein Festival ist eben auch ein Fest – im Falle von Transart ein Fest zeitgenössischer Kultur: publikumsnah, mutig, experimentell und mit immer wieder neu zu öffnenden Türen, die über das gegenwärtig Schöp-
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ferische auf Zukünftiges verweisen und in diesem Jahr schwerpunktmäßig im Bozner EX-ALUMIX Gebäude geöffnet werden – jenem Ort, wo bereits interessante Diskussionen zu Inhalt und Standort eines Museums zeitgenössischer Kunst für Bozen stattgefunden haben, wo Manifesta 7 eine Station hatte und wo in Zukunft ein heimisches Innovationszentrum errichtet werden soll. An dieser Stelle nun keine Kurzpräsentation des Programms (bitte lesen Sie die folgenden ausführlichen Projektbeschreibungen) und kein Versuch die unterschiedlichen Projekte auf einen künstlichen Themennenner herunterzubrechen. Die Gattungen Musik, Tanz, Film und Literatur bestimmen in gewohnter Manier die Inhalte von Transart09; mehr als sonst gibt es im Programm eine Verschränkung zwischen heimischen und internationalen KünstlerInnen wie InterpretInnen (Labyrinth 6-11, Lanserhaus, DO SO CE); stärker als in der Vergangenheit sollen intellektuelle Positionen ihre Wirkung entfalten (Blixa Bargeld, Jörg Zemmler, Richard Florida), wichtiger als je zuvor sind die Kooperationen (Landesausstellung, Klangspuren, EURAC, Time_Code, Landesverband der Handwerker). Ein besonderer Dank gilt zum Abschluss dieser Zeilen den VertreterInnen der öffentlichen Kulturpolitik, den Sponsoren und privaten Förderern; gar manche von Ihnen sind durch die aktuelle Wirtschaftskrise unter Druck geraten. Deren Treue bzw. Neuengagements zugunsten TRANSART ist in Zeiten wie diesen nicht hoch genug einzuschätzen – es ist als echtes Bekenntnis zur zeitgenössischen Kultur zu verstehen. Viele spannende wie nachhaltige Erfahrungen wünscht -- Peter Paul Kainrath künstlerischer Leiter
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Il cuore di TRANSART, festival del contemporaneo, quest’anno batte in un luogo che possiamo definire “storico” per la città di Bolzano, un luogo importante e fino a poco tempo fa fatiscente, sorto nel 1936 e originariamente destinato alla trasformazione e alla distribuzione di energia per la produzione di alluminio. L’EX-ALUMIX. Un grandioso volume vuoto, carico di memoria e di potenzialità che TRANSART ha colto per l’edizione 2009: dalla vecchia fabbrica non esce più alluminio, ma vi entrano le energie di musicisti – videomaker – danzatori, e del pubblico, sinceramente coinvolto dalle riflessioni e dalle proposte artistiche. Si parte con il surrealismo di Buñuel, con le musiche di Matalon e Rihm e si arriva all’ormai famoso “Experimentum Mundi” di Giorgio Battistelli con 16 artigiani, 4 voci femminili, 1 voce recitante e 1 percussionista: i gesti antichi degli artigiani al lavoro diventano complessa partitura musicale, e ben si collocano negli spazi “storici” dell’Ex-Alumix. E così il cerchio si chiude, dopo aver fatto sosta (musicale s’intende) a Merano, Bressanone, Appiano e al suggestivo Forte di Fortezza. --Nives Simonetti Komitee / Comitato Transart
Schwaz
Innsbruck
Grenzüberschreitung und Innovation sind Inhalt und Strategie der Festivals Klangspuren und Transart. Das renommierte Nordtiroler Festival Neuer Musik und das innovative Südtiroler Festival für zeitgenössische Musik und Kunst ziehen eine Achse zeitgenössischer Kultur von Schwaz bis Bozen.
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Cie suzed pa sce la eletronica sperimentela se anconta sun palch cun l jodler? Cie vën pa ora sce na mujiga de Puster, n cor da mont, na Grande Dame dl folklorism y un di compositëures sperimentei tl ciamp dla eletronica plu vagheda se anconta y fesc mujiga deberieda? Sën ne l sa mo deguni. L saveron canche TRANSART09 sarà finà. Chësc esperimënt ie l spiedl dl spirit inovatif de TRANSART: mëter adum cosses che normalmenter ne se anconta nia, ti tò a uni forma de raprejentazion artistica si sieves convenzioneles de rezezion, drusè na usanza de „cunsumè“ y la cunsciderè da n auter pont de ududa. Film, ert, multimedia, mujiga y cunferënzes se barata ju te na lingia de manifestazions che presentea cosses che à bele dejmustrà de avëi suzess, ma ënghe de projec che va tl sperimentel, che se muef tl ciamp dl purvè ora, che dà lerch al element dialettich y ala cunfrontazion cun cosses nueves. Ulëssi tlo ënghe rengraziè l publico che à for dejmustrà n gran nteress per l program de TRANSART y che ti à dat a chësta maniera al festival la puscibltà de crëscer y de dè n contribut a la vita culturela de nosc raion. --Eduard Demetz Presidënt
Franzensfeste Fortezza
Brixen Bressanone
Bozen Bolzano
Eppan Appiano
Meran Merano
Il superamento dei confini e l’innovazione sono il contenuto e la strategia d’azione dei Festival Klangspuren e Transart. L’ormai celebre Festival di Musica contemporanea nordtirolese e l’innovativo Festival altoatesino di musica ed arte contemporanea tracciano un asse culturale che corre da Schwaz a Bolzano.
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PROGRAMM/A
S. / Pag.
11.09 > TRANSART OPENING > MUSIC + FILM
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13.09 > MUSIC
S. / Pag.
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Franzensfeste / Fortezza > FESTUNG FRANZENSFESTE / FORTE DI FORTEZZA > ore 16.00 Uhr
Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Internationale Ensemble Modern Akademie . franck ollu Martin Matalon . Wolfgang Rihm . Paul Hindemith . > Musik zum Film von / Musica per il film di Luis Buñuel | Salvador Dalí Un Chien Andalou und von / e di Arnold Fanck Im Kampf mit dem Berge (In Sturm und Eis)
Anneliese Breitenberger . Singgemeinschaft Runggaditsch . Kirchenchor Klausen . Coro Monti Pallidi . Bürgerkapelle Mühlbach . Musikkapelle Schabs . Musikkapelle Villanders . conTakt percussion group Wolfgang Mitterer > Labyrinth 6-11 UA / PA
SPonsored By
12.09 > MUSIC
Eintritt frei / Ingresso libero S. / Pag.
Meran / Merano > PFARRKIRCHE / CHIESA PARROCCHIALE > Pfarrplatz Piazza Parrocchia > ore 20.30 Uhr
Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos . Cergio Prudencio > Bolivia Experimental IE / PI SPonsored By
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SPonsored By
15.09 > MUSIC + FILM
S. / Pag.
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Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Dean & Britta > 13 most beautiful… Songs for Andy Warhol’s Screen Tests
S. / Pag.
18.&19.09
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Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 19.30 & 22.00 Uhr
Reservierung erforderlich / Solo su prenotazione
S. / Pag.
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Ensemble on_line . Simeon Pironkoff
Bozen / Bolzano > FILMCLUB > via Dr.-Streiter-Gasse 8/D > ore 20.30 Uhr
25.09 > MUSIC + TRANSART_CLUBBING
> Contemporary Latin America
S. / Pag.
Eppan / Appiano > RAIFFEISENFORUM LANSERHAUS > via J.G. Platzer Str. 22-24 > ore 20.00 Uhr
Wolfgang Rabensteiner . Michael Lantschner . conTakt percussion group . Eduard Demetz
Eintritt frei / Ingresso libero
24.09 > FILM
BERLIN BABYLON . Einstürzende Neubauten
Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
> Contemporary Made in Italy
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> Rede / Speech
S!! NOT FOR KID
22.09 > MUSIC
S. / Pag.
23.09 > SPEECH
Jörg Zemmler | Blixa Bargeld
Kurt Hentschläger
20.09 > MUSIC + FILM
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Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
> MUSIC + MULTIMEDIA
> Feed
S. / Pag.
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S. / Pag.
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Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 21.00 - 04.00 Uhr
Fat-ish | Wang inc. | The Bug | Kid606
27.09 > MUSIC + SPEECH
S. / Pag.
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Brixen / Bressanone > ALUPRESS > via Kravoglstr. 2 > ore 20.30 Uhr
Klangforum Wien . Emilio Pomárico > Hommage a Niccolò Castiglioni SPonsored By
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PROGRAMM/A
30.09 > SPEECH
S. / Pag.
152
Bozen / Bolzano > EURAC > viale Drususstr. 1 > ore 20.30 Uhr
05. &06.&07.10 > MUSIC + DANCE
S. / Pag.
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Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Richard Florida . Pier Luigi Sacco . Andrea Zeppa
DO SO CE . VERONIKA RIZ . Ulrich Troyer . Hubert Kostner
> Who’s your city? Veronika Riz > Jopas SPonsored By SPonsored By
09.10 > MUSIC
Eintritt frei / Ingresso libero
03.10 > MUSIC + MULTIMEDIA
162 16 Handwerksmeister, 4 Sängerinnen, 1 Schauspieler und 1 Schlagzeuger / 16 artigiani, 4 voci femminili, 1 voce recitante e 1 percussionista
Orchestra Haydn Orchester . Keiko Mitsuhashi Philip Glass . Frans Lanting > FRANS LANTING‘S LIFE: A Journey Through Time Eintritt frei / Ingresso libero
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Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr S. / Pag.
Bozen / Bolzano > EX-ALUMIX > via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
S. / Pag.
Giorgio Battistelli > Experimentum Mundi
SPonsored By
Werden Sie bitte
TRANSART-FÖRDERER! Diventa
SOSTENITORE-TRANSART! TRANSART ist ein Festival von ZeitgenossInnen für ZeitgenossInnen. Ob es die KünstlerInnen mit ihren Inhalten sind, ob es die Kulturpolitiker Innen und Sponsoren mit ihren Förderungen sind, ob es wir als Veranstalter mit unserem nunmehr 9jährigen Engagement für das Festival sind: es geht letztendlich immer um eine Befra gung der Gegenwart, aus der wir unsere Wege in die Zukunft finden wollen. Um diese Wege weiterhin gehen zu können, hofft TRANSART auch vermehrt auf das Enga gement von einzelnen Privatpersonen. Werden Sie bitte TRANSART – FÖRDERER! Es erwarten Sie unter anderem zwei kostenfreie TRANSART – Abonnements, eine exklusive Begegnung mit KünstlerInnen des Festivals, eine Vorstellung des Programmes in der work in progress Phase, eine Nennung im Programmbuch.
Setzen Sie ein Zeichen für zeitgenössische Inhalte, für ein offenes Südtirol, für eine Kultur mit Substanz und Wagemut! NÄHERE INFORMATIONEN im TRANSART Büro unter +39 0471 673070 oder mittels E-Mail an plattner@transart.it
www.transart.it
TRANSART é un festival del contemporaneo per il contemporaneo. Che siano gli artisti con le loro tematiche, che siano i politici culturali o gli sponsor con i loro sostegni o che siamo noi organizzatori con il nostro ormai novennale impegno, per tutti il festival é un’indagine sul presente, dal quale cerchiamo di scoprire il no stro percorso futuro. Per continuare a percorrere questa strada, TRANSART spera molto nell’impegno di singole persone. Diventa SOSTENITORE – TRANSART Fra le altre cose ti aspettano due abbonamenti TRANSART gratuiti, un esclusivo incontro con gli artisti del festival, un’anticipazione del programma nella fase di work in progress ed una citazione nel programma di sala. Lascia un segno anche tu per le tematiche del contemporaneo, per un Alto Adige aperto al mondo e per una cultura audace e di sostanza! ULTERIORI INFORMAZIONI al numero TRANSART +39 0471 673070 o per e-mail all’indirizzo plattner@transart.it
TRANSART LOUNGE AREA AN ALLEN VERANSTALTUNGSTAGEN / TUTTI I GIORNI DI SPETTACOLO EX-ALUMIX LOUNGE > ore 18.00 – 24.00 Uhr
Transart installiert im Ex-Alumix Gebäude einen besonderen Lounge Bereich in einer durch die Firma EWO realisierten „leuchtenden“ Architekturlandschaft mit Wi-Fi Anschluss, einer großen Auswahl an Zeitschriften und einem VideokunstProgramm des MUSEION Bozen mit dem Titel Play with the place! Transart crea nell’Ex-Alumix una straordinaria area lounge: uno spazio esclusivo in stile industrial, con zona wi-fi, zona relax, zona di lettura con riviste specializzate del settore, con architetture luminose curate da EWO e un programma di videoarte dal titolo Play with the place, Performare i luoghi realizzato dal MUSEION di Bolzano! In Zusammenarbeit mit / In collaborazione con
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Play with the place, Performare i luoghi > Auswahl von Videos aus der Sammlung des Museion / selezione video dalla Collezione Museion Kuratiert von / A cura di Frida Carazzato und / e Letizia Ragaglia Die Auswahl der Videos bietet einen Querschnitt durch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema “Ort” – im Sinn von Innenraum, Lebensraum einerseits, aber auch im Sinn von Außenraum, urbanem Raum andererseits. Diese komplexe Beziehung zwischen Raum und Mensch, der ihn be-lebt, gestaltet und verändert, wird durch Performances und mit Kamera- und Schnitttechniken neu dargestellt und erzählt. Questa selezione vuole essere un piccolo focus sulla ricerca che molti artisti hanno condotto, attraverso il mezzo del video, sulla nozione di “luogo” inteso sia come spazio interno ed abitato, sia come spazio esterno ed urbano. Attraverso interventi performativi o con il mero spostamento della telecamera e con la tecnica del montaggio, vengono tessute e ri-narrate le complesse relazioni tra l’uomo, la sua corporeità e i luoghi che egli stesso abita, forma e deforma.
Allora & Calzadilla > There’s More Than One Way To Skin A Sheep 2007, 6’46’’, Video, color, sound Helen Levitt > In the Street 1948, 16’17’’, Video, b&w, sound
Anri Sala > Long Sorrow 2005, 13’06’’, Video, color, sound Mircea Cantor > Nulle part ailleurs 2000, 11’08’’, Video, color, silent
Thomas Eller > Electricnight 2002, 14’, Video, color, sound
Deimantas Narkevicius > Once in the XX Century 2004, 7’56’’, Video, color, sound
Kimsooja > Sewing into Walking 1994, 18’44’’, Video, color, silent
Gordon Matta-Clark > The Wall 1976-2007, 15’14’’, Video, color, sound
Robert Smithson > Spiral Jetty 1970, 34’57’’, Video, color, sound
Marc Petitjean > “Intersection Conique” Gordon Matta-Clark 1975-2006, 17’, Video, b&w, sound
Nancy Holt & Robert Smithson > Swamp 1971, 5’29’’, Video, color, sound Mark Lewis > Spandina 2006, 2’45’’, Video, color, silent Salla Tykkä > Lasso 2000, 3’52’’, Video, color, sound
Gordon Matta-Clark > Programme Two 1971-1972, 50’32’’, Video, b&w, silent Roman Signer > Compilation Sampler 59’14’’ 1987-2000, 59’14’’, Video, color, sound
Mark Lewis > North Circular 2000, 4’02’’, Video, color, silent Christine Meisner > “…luminous with another than a professional light” 2007, 37’32’’, Video, color, sound Salla Tykkä > Cave 2003, 10’01’’, Video, color, sound
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AUTONOME PROVINZ BOZEN SÜDTIROL
PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO ALTO ADIGE
dazdesign.at
klangspuren www.klangspuren.at schwaz tirol
festival klangspuren schwaz
10.09. – 27.09.09
Klangspureng. 1 | Franz-Ullreich-StraĂ&#x;e 8a A-6130 Schwaz | t +43 5242 73582 | f-20 info@klangspuren.at | www.klangspuren.at
schwerpunkt lateinamerika composers in residence m. matalon j. m. staud
Bozen / Bolzano
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11.09. Freitag / Venerdì
TRANSART_OPENING > MUSIC + FILM
EX-ALUMIX
> Via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Internationale Ensemble Modern Akademie Dirigent / direttore > Franck Luis Buñuels Un Chien Andalou gilt als Inbegriff des surrealistischen Films und war Inspiration für viele Komponisten – so auch für Martin Matalon und Wolfgang Rihm. Mit Las siete vidas de un gato setzt Matalon gezielt auf musikalische Kontraste zum Geschehen im Film: das Irrationale im Film findet seinen musikalischen Widerpart. Wolfgang Rihm verkehrt die üblichen Verhältnisse von Filmmusik als Reaktion auf das bewegte Bild und steuert durch akustische Eindrücke den Sehsinn. Arnold Fanck lässt erstmals das Riesenpathos kosmischer Naturgröße im Film erstehen, das Paul Hindemith musikalisch übersetzt.
Ollu
Il capolavoro del cinema surrealista Un Chien Andalou ispira due grandi compositori della nostra epoca, Martin Matalon e Wolfgang Rihm. Se la temperie di suoni dell’argentino Martin Matalon rispecchia l’oniricità del “cane andaluso”, la ricercatezza del linguaggio musicale di Rihm ne sottolinea la com plessità della trama. Dall’aggressività delle immagini di Buñuel al lavoro titanico di Arnold Fanck, pioniere del cinema di montagna. In Im Kampf mit dem Berge baratri e crepacci si intrecciano a storie di amore e morte, di pericolo ed eroismo, di sentimenti ed avventura, ben amplificati dalle musiche scritte da Paul Hindemith.
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Internationale Ensemble Modern Akademie Dirigent / Direttore > FRANCK OLLU MARTIN MATALON > Las siete vidas de un gato (1996), 18 min Musik zum Film von Luis Buñuel | Salvador Dalí Un Chien Andalou für 8 Instrumentalisten und Elektronik / Musiche per il film di Luis Buñuel | Salvador Dalí Un Chien Andalou per 8 musicisti ed elettronica WOLFGANG RIHM > Bild (1984), 9 – 18 min Aufführung zum Film von Luis Buñuel | Salvador Dalí Un Chien Andalou / Esecuzione musicale con film di Luis Buñuel | Salvador Dalí Un Chien Andalou PAUL HINDEMITH > Im Kampf mit dem Berge (In Sturm und Eis) (1921), 54 min Musik zum gleichna migen Film von Arnold Fanck. Auf der Grundlage des gekürzten „Moskauer Materials“, eingerichtet von Lothar Prox / Omonima musica per il film di Arnold Fanck, nella versione accorciata tratta dai “Moskauer Materials” e realizzata da Lothar Prox.
IEma
> 01.09.2009 - 14.09.2009 Schwaz (A) Composers in Residence > Martin Matalon . Johannes Maria Staud DOZENTEN / DOCENTI Johannes Schwarz > Holzbläser / legni Uwe Dierksen > Blechbläser / ottoni Rainer Römer > Schlagzeug / percussioni Rafal Zambrzycki-Payne > Streicher / archi Norbert Ommer > Klangregie / regia del suono Franck Ollu > Dirigat / direzione d’orchestra
STUDIERENDE / STUDENTI Simon Grégoire > Violine / Violino (F) Guillaume Faraut > Violine / Violino (F) Aisha Orazbayeva > Violine / Violino (KZ) Julia Rarisch > Viola (D) Tigran Hakhumyan > Viola (ARM) Lisa Miller > Violoncello (GB) Hugo Smit > Violoncello (NZ) Ellen Fallowfield > Violoncello (GB) Aische Elisa Wirsig > Kontrabass / contrabbasso (D) Johannes Eder > Kontrabass / contrabbasso (A) Olivia Abreu > Flöte / flauto (MEX) Daniel Buscher > Flöte / flauto (USA) Stephanie Lepp > Flöte / flauto (D) Heinrich Klassen > Oboe (D) N.N. > Oboe Alejandro T. Acierto > Klarinette / clarinetto (USA)
Heather Roche > Klarinette / clarinetto (CH) Anna voor de Wind > Klarinette / clarinetto (NL) Arlette Probst > Fagott/o (SW) Dafne Vicente Sandoval > Fagott/o (F) Sylvia Gruschina > Horn / corno (A) Martin Schöch > Horn / corno (A) Matthew Conley > Trompete / tromba (USA) Maren Weinrebe > Trompete / tromba (D) Thomas Bruder > Posaune / trombone (D) Christina Schauer > Tuba (A) Levy Lorenzo > Schlagzeug / percussioni (USA) James Michael Deitz > Schlagzeug / percussioni (USA) Nicholas Woodbury > Schlagzeug / percussioni (USA) Rho-Mei Yu > Schlagzeug / percussioni (Taiwan) Sabrina Suk Wai Ma > Schlagzeug / percussioni (GB) Enrico Bertelli > Schlagzeug / percussioni (I) Sophie Patey > Klavier / pianoforte (FR) Yusuke Ishii > Klavier / pianoforte (JP) Julia Den Boer > Klavier/ pianoforte (F) Daniel Soto Delgado > Klangregie / regia del suono (A) Hanne Stenzel > Klangregie / regia del suono (D) Joong Bae Jee > Dirigat / direzione d’orchestra (Südkorea / Corea del Sud) Pablo Rus Broseta > Dirigat / direzione d’orchestra (E)
Sponsored By In Zusammenarbeit mit / In collaborazione con
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Martin Matalon
Un chien andalou LAS SIETE VIDAS DE UN GATO FÜR VIER FLÖTEN, KLARINETTE, TROMPETE, ZWEI SCHLAGINSTRUMENTE, PIANO, VIOLINE, CELLO UND TAPE > Auftragswerk des Barcelona Centro de Cultura Contemporánea und Ernest MartínezIzquierdo gewidmet
Las siete vidas de un gato ist nach Metropolis Martin Matalons zweites musikalisches Gegenstück zu Un chien andalou, dem legendären Film des spanischen Filmregisseurs Luis Buñuel. Das Fehlen jeglicher narrativer Elemente in Buñuels Film erlaubte dem Komponisten eine sehr freie Beziehung zum Bild und die Filmmusik folgt somit ihrer eigenen Logik. Trotz dieser Autonomie zum Geschehen auf der Leinwand gibt es einige Verbindungen zwischen der Filmmusik und dem Film selbst: die Filmmusik, welche die besondere Dichte dieses sehr kurzen Films noch verstärkt, der das Werk bestimmende Ton, gezeichnet von Rohheit, Ironie und der Irrationalität der Aufnahmen und letztendlich auch die musikalische Adaption der rasanten Editierung, bei der die
11.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
meisten Aufnahmen »Der akustische nicht länger als drei Raum öffnet oder vier Sekunden sich plötzlich, dauern. die Instrumente Die Filmmusik beginnt mit einer Art Cortège, geben sich Imitationen hin der die Vergangenheit hinter sich lässt, (…) bis zum Punkt aufbauend auf Polyder Konfusion und rhythmus. UnterstriVerzauberung... « chen von der Snare Drum und umschwärmt von Schlagzeugklängen, wird er von einer Violine geführt, die den Marsch mit Glissandi artikuliert, einer krächzenden Trompete und einem Cello, das ein Intervall mit dem Eigensinn einer zerkratzten Platte wiederholt. Isoliert im polyrhythmischen Rahmen, scheinen die Protagonisten sich gegenseitig nicht zu hören und setzten manch elementare, obsessive Gestik ein. Nur das Piano, das die Cortège diagonal durchkreuzt, ist frei von jeglichem Zwang und erlangt dabei einen ausgelassenen Charakter. Dieser generalisierte Autismus wendet sich
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ziemlich schnell ins Gegenteil. Der akustische Raum öffnet sich plötzlich, die Instrumente geben sich Imitationen hin, kreisförmige Echostücke, die das gesamte Ausmaß offen legen und konstant das gleiche musikalische Ziel reflektieren, bis zum Punkt der Konfusion und Verzauberung. Ohne Ruhepause schreitet das Werk voran. Der rhythmische Fluss wird unterstützt von einer Abfolge von Tänzen instrumentaler Soli. Ein feuriger Tango und ein heißer Walzer liefern sich ein Kräftemessen, beide in ihrem Element, der beträchtlichen kollektiven Aktivität unterworfen, wie auch in ihrer Expression, die Sättigung erreicht. Buñuels Charaktere sind zeitlos, jenseits von Psychologie und Erzählung. Im Gegensatz dazu wirken Matalons Charaktere getrieben: die Violine klingt schrill, die Trompete theatralisch, die Klarinette langatmig … Die Skandierung und das rhythmische, hektische Treiben gehen bis zur Überhitzung. Nach einer kurzen Intervention durch die resonierenden Instrumente endet das Stück mit einem abrupten Spannungsabfall.
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11.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
LAS SIETE VIDAS DE UN GATO PER QUATTRO FLAUTI, CLARINETTO, TROMBA, DUE PERCUSSIONI, PIANOFORTE, VIOLONCELLO E NASTRO > Opera commissionata dal Barcelona Centro de Cultura Contemporánea e dedicata a Ernest MartínezIzquierdo
Martin Matalon ottiene la commissione della composizione delle musiche per Un chien andalou dopo avere musicato il film Metropolis. La mancanza di un filo narrativo nel film di Buñuel ha permesso al compositore un approccio totalmente libero rispetto all’immagine, per questo la musica qui segue un proprio filo logico. Malgrado la propria autonomia rispetto a ciò che succede sullo schermo, si contano comunque numerose relazioni tra musica e film stesso: la musica completa la particolare densità di questo corto, conferisce una intonazione precisa al film, sottolinea la crudeltà, l’ironia e l’irrazionalità delle riprese e il turbinio musicale, non da ultimo, si adatta perfettamente al taglio del montaggio, che vede le scene durare non più di tre o quattro secondi. L’opera musicale incomincia con una sorta di corteo che si lascia il passato dietro
le spalle, essendo costruita sulla poliritmia. Sottolineato dal rullante e accentuato dalle percussioni, il corteo viene condotto da un violino, che articola la marcia con un glissando di una tromba gracida e un violoncello, che ripete un intervallo con la stessa ostinazione di un disco graffiato. Isolati in cornici poliritmiche, gli interpreti sembrano non ascoltarsi l’un l’altro e instaurano una gestualità elementare ma ossessiva. Solamente il pianoforte, che attraversa in diagonale il corteo, è libero da ogni costrizione e si esprime sfogando i propri istinti. Questa forma di autismo si trasforma velocemente nel suo opposto. Lo spazio acustico improvvisamente si apre, gli strumenti cedono e iniziano ad imitarsi; aleggiano eco rotonde che aprono la dimensione dell’opera e inseguono in modo costante lo stesso fine, fino al punto in cui tutto è confusione e malia. L’opera procede senza pausa. Il flusso ritmico viene sostenuto da un susseguirsi di danzanti Soli strumentali. Un tango infuocato e un caldo walzer si abbandonano ad uno show in cui misurare le proprie forze, ognuno nel proprio elemento finché, assoggettati dall’attività collettiva di chi osserva, anche all’interno del loro stesso genere raggiungono la saturazione. I caratteri di Buñuel sono eterni nella loro psicologia e storia. Al contrario qui si ha l’impressione che i caratteri di Matalon agiscano sotto una spinta: il violino suona acuto, la tromba teatrale, il clarinetto prolisso… La scansione e l’azione ritmica e frenetica raggiungono un punto di surriscaldamento. Dopo un breve intervento dove gli strumenti suonano insieme finisce il pezzo: con un’improvvisa caduta di tensione.
«Lo spazio acustico improvvisamente si apre, gli strumenti cedono e iniziano ad imitarsi; aleggiano eco rotonde che aprono la dimensione dell’opera... »
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Wolfgang Rihm
Un chien andalou BILD (EIN CHIFFRE) »VIELLEICHT METEOR ... ZWISCHEN DIE CHIFFRE-STÜCKE EINGESCHLAGEN« Bild entstand 1984 als eine vom WDR in Auftrag gegebene Begleitmusik zu Luis Buñuels und Salvador Dalís surrealistischen Stummfilm Un chien andalou von 1928. Von einer Filmmusik bzw. einer Stummfilm-Begleitmusik im eigentlichen Sinne kann hier jedoch nicht die Rede sein. Zum einen deklarierte Rihm sein Bild als kompositorisch eigenständiges Werk „im Umkreis des Chiffre-Zyklus“. Da es sich darüber
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11.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
hinaus in seiner musikalischen Faktur den Chiffre-Stücken nahe steht, wurde es später unverändert in den Zyklus aufgenommen. Zum anderen relativierte Rihm die Funktion von Bild als Stummfilm-Begleitmusik noch sehr viel weiter gehend, indem er in der Partitur in Form einer „Nebenbemerkung“ das Verhältnis zwischen der Musik und dem Film folgendermaßen erläuterte: „Das Stück kann als LiveFilmmusik zu dem Film Ein andalusischer Hund von Luis Buñuel aufgeführt werden. Da diesem Film unmöglich eine synchrone Klangaktion zugemutet werden kann, soll Bild als Überma-
lung auf den Film treffen, oder als Klangplastik daneben stehen, jedenfalls den Film nicht ‚untermalen’, geschweige denn ihn interpretieren. […] Eine Bitte: Der Beginn des Films mit dem Augenschnitt und dem Wolkenzug darf auf keinen Fall unter Musik stehen. Einige Vorschläge: Bild vorher spielen, oder nachher, den Film stumm lassen – das finde ich am musikalischsten. Bild kann auch zerschnitten werden und in die Filmzeit ausgespannt usw.“ Die surrealistisch-poetischen Bildrätsel in dem Kurzfilm Ein andalusischer Hund sollten sich ohnehin jeder symbolischen Interpretation und rationalen Erklärung so weit wie möglich entziehen – so zumindest die Intention von Luis Buñuel und Salvador Dalí. Umgekehrt fordert der Film jedoch durch seine überraschenden Provokationen, die assoziativ angeordneten Szenen und das bewusste Vermeiden üblicher Erzählmuster geradezu zur Suche nach Symbolen und deren Enträtselung auf.
traumartiger Elemente sei er dennoch nicht die Beschreibung eines Traums. Tatsächlich scheint das eigentlich Schockierende des Films neben der Ausblendung von Moral und Vernunft vor allem in der Nähe seiner Bilder und Charaktere zur Realität zu liegen. --Andreas Günther > Auszug aus dem Werkkommentar zu Wolfgang Rihms Chiffre veröffentlicht im Programmheft musikFabrik im WDR, Konzert 2 (14. März 2004, Köln, WDR Funkhaus am Wallrafplatz).
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer in seiner Erwartungshaltung bewusst fehlgeleitet: ein einleitender Zwischentitel mit der bekannten Formel „Es war einmal …“ lässt eher eine märchenhaft-romantische Erzählform erwarten. Stattdessen folgen traumartige, zum Teil albtraumhafte Szenen, die ohne logische Zusammenhänge aneinander gereiht werden. Wie Buñuel in seiner Autobiografie von 1939 erläutert, verbindet der Film die Ästhetik des Surrealismus mit Erkenntnissen Sigmund Freuds. Zwar sei er – so Buñuel an anderer Stelle – „aus der Begegnung zweier Träume“ hervorgegangen, nämlich seinem eigenen vom Mond und dem durchschnittenen Auge, und dem Traum Salvador Dalís von einer von Ameisen überhäuften Hand; trotz der Verwendung
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BILD (EIN CHIFFRE) «O PIUTTOSTO METEORA ... CADUTA TRA I BRANI DELLA SERIE CHIFFRE» Bild nasce nel 1984 come opera commissionata dalla West Deutscher Rundfunk per la musicazione del film muto Un chien andalou (1928) di Luis Buñuels e Salvador Dalí. In questo caso non si può però parlare di musiche per film o, meglio, di musicazione di un film muto. Lo stesso Rihm dichiarò che la sua opera Bild doveva essere intesa come lavoro musicale autonomo nell’ambito del ciclo Chiffre. Dal momento che il brano, nella sua struttura musicale, si avvicinava molto a quelli della serie Chiffre, più avanti fu addirittura incluso nel ciclo stesso. Rihm, inoltre, più volte ha voluto relativizzare la funzione di Bild come musicazione di un film muto, sottolineando come la partitura funzionasse piuttosto come una “annotazione a lato” che commenta la relazione basilare tra musica ed immagine: “ Il brano può essere eseguito live per il film Un chien andalou di Luis Buñuel. Dal momento che il film rende impossibile una sincronia tra azione musicale e immagini, Bild si può considerare come una specie di pittura sovrapposta al film, o come una scultura musicale che gli viva accanto. Sicuramente l’opera musicale non accompagna come sottofondo il film e ancora meno lo interpreta. […] Una cortesia: l’inizio del film con il taglio dell’occhio e il treno di nuvole in nessun caso può coincidere con l’inizio della musica. Alcune proposte: suonare Bild prima, oppure dopo, la proiezione del film che andrebbe lasciato muto – questa è l’interpretazione che trovo più adeguata musicalmente. Bild può anche essere tagliato a pezzi e inserito in momenti differenti nel corso del film e così via...” L’enigma delle immagini che rispecchiano la poetica surrealista del corto Un chien andalou dovrebbe in ogni caso proibire ogni interpretazione simbolica e spiegazione razionale – almeno secondo l’intenzione degli autori Luis Buñuel e Salvador Dalí. Il film però, allo stesso
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tempo, invita, a causa delle sue provocazioni sorprendenti, le scene ordinate per associazione e la consapevole elusione di modelli narrativi superflui, proprio alla ricerca di simboli e del loro significato. Subito all’inizio lo spettatore viene traviato «Sicuramente consapevolmente dalle sue aspettative: l’opera musicale non accompagna un titolo introduce come sottofondo le scene con una formula conosciuil film e ancora ta quale “C’era una meno lo volta” … lasciando interpreta... » credere che ciò che segua sia una narrazione tradizionale in stile fiabesco-romantico. Al suo posto, invece, seguono scene oniriche e da incubo che si susseguono senza collegamenti logici. Come spiega Buñuel nella sua biografia del 1939, il film unisce l’estetica del surrealismo alle scoperte di Sigmund Freud. Comunque sia – come disse Buñuel in un’altra occasione – che il film sia nato dall’incontro di due sogni, quello di Buñuel della luna e dell’occhio tagliato, e quello di Dalì delle formiche che ricoprono le mani, l’utilizzo di elementi onirici non significa che esso sia la descrizione di un sogno. In realtà la capacità di scioccare di Un chien andalou, accanto all’annebbiamento della morale e della ragione, porta piuttosto le sue immagini e protagonisti vicino alla realtà. --Andreas Günther > estratto dalle note all’opera di Chiffre di Wolfgang Rihm, pubblicata nel programma di sala di musikFabrik a WDR, Concerto 2 (14. 03.2004, Köln, WDR Funkhaus am Wallrafplatz)
Foto: Astrid Krager
Paul Hindemith
Im Kampf mit dem Berge (In Sturm und Eis) In den zwanziger Jahren galt der deutsche Komponist Paul Hindemith als ausgesprochenes Enfant Terrible in der Szene der zeitgenössischen Musik. Vor allem seine Kammermusikwerke, Kurzopern und Lieder eckten durch Schärfe der Dissonanzen und durch immer wieder gesuchte Ton unschönheiten und Rauigkeiten an. Hindemith war nicht nur der so genannten reinen Musik zugetan, er beschäftigte sich immer wieder auch mit den technischen Neuerungen seiner Zeit, sei es mit der Entwicklung der instrumentalen Möglichkeiten, sei es mit der medialen Verbreitung von Kunst. Sein Interesse für den in diesen Jahren gerade in die Gänge gekommenen Stummfilm war somit gleich geweckt. Und 1921 war Hindemith über Freunde mit Arnold Fanck in Kontakt gekommen, der ihm bei dieser Gelegenheit das Material zu dem soeben entstandenen Bergfilm Im Kampf mit dem Berge (oder alternativ In Sturm und Eis) vorstellte. Fanck schickte sich an, zum bedeutendsten Bergfilmer dieser Jahre zur werden, der Film handelte von der Besteigung des vereisten LyskammGipfels neben dem Monte Rosa. Hindemith meinte: „Was Sie da machen, ist reine Musik“. Er bot seine musikalische Mitwirkung an und Fanck lieferte ein genaues Zeitprotokoll des Films. Hindemith schrieb eine der ersten Stummfilmkompositionen für den deutschen Film. Dabei hatte er genau die neuen Bedingungen von Musik als Begleitung zu Lichtbildern erkannt. Hindemith nahm viel Radikalität aus seiner Musiksprache und orientierte sich, im Sinne programmatischer Musik, an der lautmaleri-
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schen Pointierung, ganz im Sinne etwa von Richard Strauss. Abschnitte der Musik sind durch Untertitel gekennzeichnet (Aufbruch, Aufstieg, Auf dem Gipfel, Biwak und Sturm etc.). Es ist eine durchwegs plastische Tonsprache, die die technischen Feinheiten der Verarbeitung, entsprechend ihrer begleitenden Rolle, zurück stellt. Dennoch scheint die Musik bei der Premiere nicht gespielt worden zu sein (Differenzen mit dem Kinokapellmeister, der sich gegen den großen Aufwand wehrte), aber sie wurde gedruckt. So kam sie letztlich auf uns.
Negli anni Venti il compositore tedesco Paul Hindemith era conosciuto come l’enfant terribile della scena musicale contemporanea dell’epoca. Le sue opere da camera, opere brevi e canti, suscitavano scalpore per lo stridore delle dissonanze e l’uso ricercato di tonalità aspre e disarmoniche. Hindemith, inoltre, non era solo un puro musicista, ma si interessava anche delle nuove tecnologie che i tempi gli offrivano, sia dal punto di vista dello sviluppo tecnologico strumentale che nell’ambito multimediale di incontro delle arti. Proprio in questi anni nacque in lui l’interesse per il nascente film muto. Nel 1921 attraverso degli amici Hindemith conobbe Arnold Fanck, che per l’occasione gli presentò il film già esistente Im Kampf mit dem Berge (titolo alternativo In Sturm und Eis). Fanck ambiva a diventare uno dei registi di montagna più importanti dell’epoca, e il film si occupava della scalata della vetta ghiacciata del Lyskamm, accanto al Monte Rosa. Hindemith dichiarò che “ciò che facevano era pura musica”. Offrì la sua collaborazione e Fanck gli consegnò il protocollo preciso del film. Hindemith scrisse così la prima musicazione per un film muto tedesco e contemporaneamente il compositore conobbe una nuova possibilità per la musica, quella di accompagnarsi alle immagini. La musica di Hindemith diventa in questo contesto molto meno radicale e si orienta, secondo la musica programmatica, verso una visione più pittorica, molto vicina a quello che potrebbe essere Richard Strauss. Parti dell’opera sono accompagnate da sottotitoli (partenza, salita, sulla vetta, bivacco e tempesta): è un linguaggio sonoro, plastico senza eccezioni, che nella sua elaborazione trascura liberamente finezze tecniche, per corrispondere al ruolo di accompagnamento della musica. Tuttavia sembra che la musica alla prima del film non sia stata eseguita (a causa di dissapori con il direttore d’orchestra della sala cinematografica, che era contrario al grande sperpero); però fu incisa con il film e così è giunta a noi!
«Il compositore conobbe una nuova possibilità per la musica, quella di accompagnarsi alle immagini... »
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Zwischen Musik und Bild sich frei bewegen EIN GESPRÄCH MIT DEM ARGENTINISCHEN KOMPONISTEN MARTIN MATALON Transart: Sie sind in Buenos Aires 1958 geboren und haben in New York studiert. Keine der beiden Städte zählt zu den Zentren zeitgenössischer Musik. Martin Matalon: Das Studium in New York war für mich außerordentlich wichtig, nicht so sehr aufgrund der Inhalte, die mir didaktisch gesehen vermittelt worden sind, sondern weil man ständig von hochtalentierten Musikern umgeben war. In den 80er Jahren kamen alle Komponisten, Ensembles, Dirigenten von Rang und Namen in die Stadt. Man konnte ihnen bei der Arbeit zuschauen oder deren Masterclass besuchen. Der Unterricht an der Juilliard School hingegen war sehr konservativ. Für viele amerikanische Komponisten war es wichtiger einen oberflächlichen Bezug zur Tradition herzustellen, indem man einige formale Entwicklungsprozesse aus der Vergangenheit imitierte, als denn einen eigenen Weg zu suchen. Man hat es nicht verstanden, die unheimliche Vielfalt der Tradition im Spiegel von Innovation und Modernität zu betrachten. Heute leben Sie in Paris. Spielt dabei Ihre argentinische Herkunft noch eine Rolle? Ich betrachte mich als Komponisten der europäischen und amerikanischen ( im weitesten Sinne ) Szene. Ich glaube, dass die kulturellen Wurzeln, also auch meine Herkunft, in die Arbeit selbst eingebettet sind – und trotzdem: diese Wurzeln sind vollkommen unbewusst und das zählt. Auf keinen Fall würde ich diese willentlich oder künstlich in meine Arbeit einfließen lassen. Und doch ist das „Südamerikanische“ präsenter als sich dies viele manchmal vorstellen. Farbe und Rhythmus sind zwei wichtige Elemente in meiner Arbeit und so könnte man sagen, dass meine Arbeit südamerikanisch konnotiert ist. Andererseits: als ich
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Foto: Patrizia Dietzi
in Argentinien lebte, ging ich auf die französische Schule, meine Verwandten lebten über 2 Jahrzehnte in Frankreich und überhaupt war der Einfluss der französischen Kultur sehr dominant. Dies erklärt auch, warum ich in meiner New Yorker Zeit so sehr von den französischen Komponisten fasziniert war. Ihre Arbeit wird auch stark von außermusikalischen Disziplinen geprägt, denken wir nur an die Kompositionen zu Fritz Lang und Luis Buñuel. In meinem Werkkatalog gibt es eine Hälfte „reiner“ Musik und eine andere Hälfte „Musik +…“. Ich habe mich über Jahre mit dem Filmschaffen von Buñuel befasst – seine Problemstellungen sind damit die meinigen geworden. Auch wenn diese Werke über 12 – 15 Jahren zurückliegen, gehen mir seine Ideen nicht aus dem Kopf und es gibt kein einziges Werk, das nicht eine Reflexion zu diesen Themen wäre. Wer sich über Monate oder Jahre mit anderen Kunstformen beschäftigt, gewinnt eine Innenperspektive, die sich vom reinen Lesen oder Betrachten ganz grundsätzlich unterscheidet. Der Film “Un chien andalou” wird im Mittelpunkt der Internationalen Ensemble Modern Akademie stehen. Sie nennen ihre Musik dazu einen Kontrapunkt zum Film: damit steht fest, dass es alles andere als eine akustische Illustration der Vorlage ist. Wo haben sie mit ihrer Arbeit begonnen? Der Film gibt uns erzählerische Elemente vor, die musikalische Materialien und Formen nahe legen: die Anzahl und Dauer der einzelnen Szenen, die Komposition der Grundstruktur, das Spiel zwischen Licht und Schatten, der Schnitt mit seinem Rhythmus und Techniken. Das Skript selbst vermittelt eine spezielle Idee von Erzählduktus, von Konventionen oder deren Abwesenheit oder eben ein Mix beider im Sinne von Erzählfenstern, die auf Einheit des Raumes, der Zeit, etc… verweisen. Hinzu
kommt die Vielschichtigkeit der Beziehung zwischen Musik und Bild: von der völligen Parallelität bis hin zur größten Divergenz reicht hier das Spektrum. Das Tempo des Schnittes in „Un chien Andalou“ ist extrem schnell, keine Einstellung dauert länger als 4 Sekunden. Ich habe dieses Tempo in meiner Musik nicht nur durch einen lebendigen Puls vermittelt sondern es auch durch ein Accelerando vom Anfang bis zum Ende des Werks verstärkt. Da es sich hier um einen Kurzfilm von nur 15 Minuten handelt, dachte ich mir durch diese Parallelität die Dichte des Filmes zu verstärken. Mein Ziel war es, dem abstrakten Film nicht die Abstraktion der Musik beizugeben; hätte ich dies getan, wäre alles nur redundant geworden. Hat das auch mit einer Suche nach einem Klang für das Brutale, das Ironische, das Irrationale zu tun? Wie verwandelt man als Komponist diese literarischen Kategorien in Klang? Musik hat keine „Bedeutungen“, sie kann Literarisches nicht übersetzen, sie kann nur interpretieren. Ironie und Humor sind oft präsent:
»Musik hat keine „Bedeutungen“, sie kann Literarisches nicht übersetzen, sie kann nur interpretieren... «
für die Verführungsszene habe ich eine TangoParodie geschrieben; Ich habe es vermieden, die „Brutalität“ beispielsweise der Szene mit der Rasierklinge und der Pupille weiter zu verstärken. Während die Bilder irrational sind und keiner Logik folgen, entwickelt sich der musikalische Diskurs gegensätzlich: jede Szene hat eine klare Zielrichtung und Stabilität. Worin besteht die eigentliche Herausforderung für das Publikum angesichts eines solchen „Musik-Filmes“? Der Zuseher-Zuhörer soll einer möglichst großen Anzahl von visuellen und musikalischen Informationen ausgesetzt werden, die erst später wirklich verarbeitet werden können. Das funktioniert nicht, wenn der Zuseher den Film zum ersten Mal sieht, da er dann nach dem „Plot“ sucht - das verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Wenn aber der Zuseher weiß, dass es weder Logik noch einen Plot in diesem Film gibt, dann wird er sich zwischen Musik und Bild frei bewegen. Denken Sie, dass das Publikum zwischen USA, Frankreich, Deutschland und Argentinien unterschiedlich reagiert? Das Publikum reagiert manchmal unterschiedlich: aber nicht so sehr in der eigentlichen Wertschätzung von Musik sondern in der Weise wie diese zum Ausdruck gebracht wird. Wie ist es um die zeitgenössische Musik in Lateinamerika bestellt? Braucht es diese? Absolut! Da gibt es ein großes Publikum, das danach fragt. Und man kann die Vitalität und Wachheit der zeitgenössischen Musik in Südamerika an der hohen Anzahl von lateinamerikanischen Komponisten messen, die entweder in den USA oder Europa studieren oder wirken. Das Problem in Südamerika ist der absolute Mangel an Förderung von Strukturen, die zeitgenössische Musik veranstalten könnten. --Interview / intervista: Peter Paul Kainrath
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BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE 28 |
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quali Hans Zender, York Höller, Emmanuel Nunes, Heiner Goebbels e Wolfgang Rihm.
Foto: Astrid Krager
> FRANK OLLU Der gebürtige Franzose Franck Ollu ist ein vielseitiger Musiker: Er studierte Horn und Komposition in Paris und begann seine Karriere 1990 als erster Hornist beim Ensemble Modern in Frankfurt. Gleichzeitig ließ er sich von Jonathan Nott im Dirigieren unterrichten und sammelte erste Erfahrungen in der Orchesterleitung als assistierender Dirigent der Bamberger Symphoniker und des Symphonie Orchesters Luzern. Im Jahr 2000 wurde er Assistant Conductor des Ensemble Intercontemporain und Assistent von Pierre Boulez. Franck Ollu gilt mittlerweile als Spezialist für zeitgenössische Musik. Außer dem Ensemble Intercontemporain hat er viele Ensembles für Neue Musik geleitet und zahlreiche zeitgenössische Werke uraufgeführt, u.a. von Hans Zender, Peter Eötvös, Emmanuel Nunes und York Höller, Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm. > FRANK OLLU Nato a La Rochelle, Franck Ollu compie la sua formazione musicale a Parigi, studiando corno con George Barboteu e André Cazalet e composizione con JeanFrançois Zygel. Nel 1990 diventa membro dell’Ensemble Modern e si trasferisce a Francoforte. Per diversi anni studia direzione d’orchestra con Jonathan Nott e nel 2000 diventa assistente dell’Ensemble InterContemporain di Parigi e dell’Ensemble Modern Orchestra diretta da Pierre Boulez. Ha diretto diverse formazioni, tra cui l’Ensemble Modern, l’Orchestre du Conservatoire de Paris, la Kammerensemble, l’Ensemble Recherche, l’Asko Ensemble, l’Ensemble Inter-Contemporain, la Queensland Symphony Orchestra, l’Ensemble Avanti, l’Elision Ensemble. Ha tenuto a battesimo le prime mondiali di diversi compositori tra i
> INTERNATIONALE ENSEMBLE MODERN AKADEMIE Die Gründung der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) im Sommer 2003 in Frankfurt am Main ist die konsequente Weiterführung dessen, wofür das Ensemble Modern (EM) seit 30 Jahren steht: Qualität auf höchstem Niveau, Spielfreude, interdisziplinäre Kunstprojekte und Internationalität. Im Geiste des EM gibt die IEMA – als ein lebendiger Ort des Lernens, Kommunizierens, Austauschens und Erprobens – Nachwuchskünstlern die Möglichkeit, an einem »Gedächtnis der modernen Musik« teilzuhaben und auf vielfältige Weise davon zu profitieren: Verschiedene Ausbildungsprogramme innerhalb der IEMA – dazu zählen die Vergabe von Stipendien, die Durchführung von Meisterkursen sowie die Veranstaltung von Symposien sowie ab Herbst 2006 in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main ein Masterstudiengang zeitgenössische Musik – fördern gezielt die künstlerische Auseinandersetzung zwischen hoch qualifiziertem Nachwuchs und renommierten Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft. > Nel 2003 nasce il progetto IEMA, INTERNATIONALE ENSEMBLE MODERN AKADEMIE: l’Accademia estiva dell’Ensemble Modern, con sede a
posizione e violino, sotto la guida di Arnold Mendelssohn e Bernhard Sekles. Dirige l‘orchestra dell‘Opera di Francoforte dal 1915 al 1923. Nel 1923 comincia a lavorare come organizzatore del Festival di Donaueschingen, collaborando con diversi compositori contemporanei, tra i quali Anton Webern e Arnold Schoenberg. La sua musica viene condannata come »degenerata« dai nazisti. Nel 1940 emigra negli Stati Uniti: insegna musica alla Yale University e ad Harvard. Prende la cittadinanza americana nel 1946, ma ritorna in Europa nel 1953, stabilendosi a Zurigo. Hindemith muore a Francoforte sul Meno per una pancreatite acuta.
> Paul Hindemith (1895) studierte am Hoch‘schen Konservatorium in Frankfurt/Main Violine und Komposition bei Adolf Rebner, Arnold Mendelssohn und Bernhard Sekles. Nach Kriegsende spielte er von Bratsche im Amar-Quartett. Seit 1923 war er Mitglied im Organisationsausschuss der Donaueschinger Musiktage. 1927 wurde er als Professor für Komposition an die Berliner Hochschule für Musik berufen. Nach der Machtübernahme der Nazis verschwanden seine Werke von den Konzertprogrammen. Er emigrierte erst in die Schweiz, dann in die USA, wo er in Yale lehrte. 1953 kehrte er in die Schweiz zurück. Er verstarb 1963 in Frankfurt a.M. > PAUL HINDEMITH studia presso il Conservatorio Superiore a Francoforte sul Meno direzione, com-
> WOLFGANG RIHM (1952) studierte Komposition an der Karlsruher Musikhochschule bei Eugen Werner Velte. 1972 erhielt er die Diplome in Komposition und Musiktheorie. Er studierte u.a. bei Wolfgang Fortner, Humphrey Searle, Karlheinz Stockhausen und Klaus Huber. Er erhielt u. a. Förderpreise der Städte Stuttgart und Mannheim, das Stipendium »Villa Massimo« Rom, den Beethoven-Preis und den Liebermann-Preis. Seit 1982 ist er im Vorstand des Deutschen Komponisten-Verbands; seit 1984 künstlerischer Berater der Deutschen Oper Berlin, Mitherausgeber der Zeitschrift Melos (bis 1989), Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrats; seit 1985 Kuratoriumsmitglied der Heinrich Strobel-Stiftung Baden-Baden, seit 1989 Mitglied des Aufsichtsrats
Foto: Universal Edition – Eric Marinitsch
Francoforte, che offre una possibilità di approfondimento del repertorio contemporaneo a giovani musicisti di talento. L’alta qualità dei corsi, la passione per la musica, l’interdisciplinarietà delle proposte, l’internazionalità rendono l’Accademia un luogo di straordinario interesse, di alta comunicatività e di scambio culturale. L’Accademia offre diverse possibilità formative, borse di studio e corsi di specializzazione, e dal 2006 una collaborazione con la Hochschule für Musik und Darstellende Kunst di Francoforte amplia le possibilità di approfondimento del repertorio contemporaneo con l’istituzione di un corso apposito.
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Foto: Nicolas Botti
der GEMA, seit 1990 Musikberater des Zentrums für Kunst und Medien Karlsruhe. Rihm ist Mitglied der Akademien der Künste Berlin/West, München und Mannheim. > WOLFGANG RIHM (Karlsruhe 1952), compositore tedesco. Studia teoria musicale, pianoforte e composizione al Conservatorio di Karlsruhe, dove attualmente insegna. Rihm gode di fama internazionale ed è uno dei principali esponenti della cosiddetta ‚Nuova Semplicità‘, corrente musicale che si propone di rielaborare e di sviluppare in senso innovativo reminiscenze tardoromantiche con l‘ausilio di tecniche postseriali. Fra le sue opere meritano una citazione particolare l‘opera da camera Jakob Lenz (1979), rappresentata per la prima volta ad Amburgo, Die Hamletmaschine, da un testo di Heiner Müller (Mannheim, 1987) e Ödipus (Berlino, 1987). Rihm è inoltre autore di opere orchestrali, sinfonie, concerti per solisti (pianoforte, viola, violoncello) e orchestre, opere per pianoforte, Lieder e musica da camera, fra cui otto quartetti d‘archi.
> Martin Matalon 1958 in Buenos Aires geboren, studierte Komposition am Boston Conservatory of Music und an der Juilliard School of Music. 1989 gründete er in New York das Ensemble Music Mobile. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. 1993 zog er nach Paris. Er komponierte eine neue Filmmusik für die restaurierte Fassung von Fritz Langs Metropolis. Anschließend
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entstanden verschiedene Vertonungen für Filme von Luis Buñuel. Martin Matalon schrieb u.a. für das Orchestre de Paris, das Orchestre National de France, das Ensemble Intercontemporain, die musikFabrik und Les Percussions de Strasbourg. Beim Orchestre National de Lorraine und im Arsenal de Metz war er Composer in Residence. > Argentino di Buenos Aires, MARTÍN MATALON (1958) si diploma in composizione al Conservatorio di Boston e si perfeziona alla Juilliard School of Music. Dal 1993 si stabilisce a Parigi, dove collabora con l’IRCAM, che gli commissiona una nuova partitura per la versione restaurata del film muto di Fritz Lang Metropolis. Seguono altre colonne sonore, dedicate ai film di Luis Buñuel: Las Siete vidas de un gato (1996), Un Chien andalou (1927), Le Scorpion (2001), L’Age d’or (1931), Traces II (la cabra) (2005), Las Hurdes (1932). Martín Matalon ha composto per le più celebri orchestre ed ensemble mondiali: Orchestre de Paris, Orchestre National de France, Orchestre National de Lorraine, Ensemble InterContemporain, musikFabrik, L’Octuor de Violoncelles, BIT20, Trio Nobis, Les Percussions de Strasbourg, Courtcircuit.
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MERAN / MERano
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MUSIC
PFARRKIRCHE / CHIESA PARROCCHIALE > Pfarrplatz Piazza Parrocchia > ore 20.30 Uhr
Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos > Bolivia Experimental Dirigent / direttore >
Cergio Prudencio Das bolivianische Ensemble Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos öffnet ein Fenster zur Welt und zu neuen Tönen: mit einer zeitgenössischen Ästhetik werden die Klangwelt der Anden beschrieben und die bolivianische Musiktradition in die Gegenwart übertragen. Klänge, die von religiösen Riten der Aymaras erzählen, von der Dämmer ung, die sich bis in die Unendlichkeit dehnt, von den Höhen, wo die Luft dünn wird. Indianische Identität auf der Suche nach zeitgenössischen Tönen…
E NISCH G / ITALIE RUN UFFÜH NA A T S IA ER A ITAL PRIM
Musica etnica colta quella proposta dall’ensemble boliviano Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos, nato per tradurre nella contemporaneità gli strumenti tipici dell’altipiano andino. Radici culturali rivisitate nello spirito sperimentale dell’avanguardia. Suoni che raccontano dei riti religiosi degli Aymara, dell’aria rarefatta che aleggia su paesaggi ad alta quota, del crepuscolo dilatato all’infinito…
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Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos > Bolivia Experimental Dirigent / Direttore > CERGIO PRUDENCIO CANELA PALACIOS > La permanencia (2007) CERGIO PRUDENCIO > Cantos ofertorios (2009)* GRACIELA PARASKEVAIDIS > Y allá andará según se dice, 15 - 20 min (2004-05) CERGIO PRUDENCIO > Cantos crepusculares (1999)
*Ein von Transart in Auftrag gegebenes Werk mit einem Förderbeitrag der / Opera commissionata dal festival Transart con il contributo di
ORCHESTERMITGLIEDER / MEMBRI D’ORCHESTRA Daniel Calderón Carlos Gutiérrez Margoth Pinto Raquel Pinto Miguel Llanque Jhenny Castaño Carlos Nina Andrés Salinas Sergio Castaño Roxana Riqueza Carolina Ruiz Nirka Condori
Josué Conde Maycol Conde Gabriela Saravia Tatiana López Ángel Martínez Jonás Siñani José Luis Huanca Juan Montes Humberto Galarreta Andrea Álvarez César Rojas Nando Magne
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Canela Palacios
Foto: Vassil Anastov
La permanencia Wir, die wir diese Landstriche des Hochplateaus bewohnen, tragen in uns eine Energie ohne Zeit und Raum, ohne Vergangenheit, ohne Gegenwart noch Zukunft. Wir sind ausnahmslos vereint, bewusst oder unbewusst, in Harmonie oder im Dissens. Diese Form des Seins, seit jeher und an jedem Ort, soll hier hörbar werden.
Noi, che abitiamo questa striscia di terra dell’altipiano, portiamo addosso un’energia senza tempo e spazio, senza passato, senza presente né futuro. Noi siamo uniti senza eccezione, consapevolmente o meno, in armonia o dissenso. Questa forma dell’essere, da sempre e in ogni luogo, deve qui diventare suono. --Canela Palacios
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Cergio Prudencio
Cantos ofertorios Cantos ofertorios ist ein Werk religiösen Zuschnittes. Die Klänge rufen an und rufen zusammen, bieten dar und danken, fragen und versprechen, in der Art eines Gebetes der Aymara-Priester in ihren Ritualen. Die Interpretation des Stückes muss direkten Bezug auf diesen Kontext nehmen – wie ein Gebet ohne Worte. Das Werk versucht vor allem die traditionellen Techniken der Aymaras der Klanghervorbringung unter besonderer Berücksichtigung der multiphonischen Eigenschaften des Instrumentariums zu betonen. Es arbeitet mit massiven Klangkonglomeraten, sowohl im Spiel einzelner Instrumentalgruppen, als auch im Tutti-Spiel. Die Dimension Cergio Prudencio der „Truppe“ als eigentlicher Klangverstärker ist in diesem Kontext von fundamentaler Bedeutung. Mit den Cantos ofertorios möchte ich der Erde all das zurückgeben, was diese mir gegeben hat, mit Dankbarkeit und Glauben. Cantos ofertorios wurde 2009 im Auftrag des Festivals TRANSART (Italien 2009) geschrieben und von der Ernst von Siemens Musikstiftung gefördert.
Cantos ofertorios è un lavoro musicale con dei risvolti religiosi. I suoni pregano e invocano insieme, offrono e ringraziano, chiedono e promettono, come una preghiera di un sacerdote Aymara durante un rituale. L’interpretazione del brano deve avvenire tenendo presente questo contesto – quasi fosse una preghiera senza parole. L’opera indaga le tecniche tradizionali di intonazione ed emissione sonora degli Aymara tenendo in particolare considerazione le proprietà multifoniche del loro strumentario. Allo stesso tempo l’opera lavora con conglomerati sonori massicci, facendo suonare singoli gruppi di strumenti e alternandoli a dei momenti in cui suonano tutti insieme. La dimensione dell’insieme di Cergio Prudencio, intesa come semplice amplificatore sonoro, è in questo contesto di fondamentale importanza. Con questo lavoro vorrei donare alla terra tutto ciò che ho ricevuto, con un atteggiamento di grazia e fede. Cantos Ofertorios è un’opera commissionata dal festival Transart 2009 con il contributo della fondazione Ernst von Siemens Musik stiftung. --Cergio Prudencio
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Graciela Paraskevaídis
Y allá andará según se dice wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos zum Jahreswechsel 2004 und 2005 geschrieben. Aus dem reichen lateinamerikanischen Instrumentarium habe ich vor allem pinkillos, sikus, tarkas, und wankaras eingesetzt. Der Titel rührt von der Dichtung Pensamientos (1967) des argentinischen Dichters Juan Gelman her und so führt die Partitur folgendes Epigraph: Túpac Katari wurde im Jahre 1781 geköpft. Das Urteil lautet wie folgt: „Weder dem König noch dem Staate ist es dienlich, wenn ein Keim oder Stamm von ihm oder einem Túpac Amaru und Túpac Katari bestehen bleibt, weil dieser verfluchte Name viel Aufsehen und Eindruck bei den Einwohnern gemacht hat… andernfalls würde eine ständige Unruhe bestehen bleiben.“
Foto: Graciela Paraskevaids
Y allá andará según se dice
Y allá andará según se dice è stato composto per il 25˚ anniversario di fondazione dell’Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos, fra il 2004 e il 2005. Tra la ricca strumentazione latino americana ho scelto pinkillos, sikus, tarkas, e wankaras. Il titolo è una citazione tratta dalla poesia Pensamientos (1967) del poeta argentino Juan Gelman; per questo motivo la partitura inizia con l’epigrafo: Túpac Katari è stato decapitato nel 1781. Il verdetto recita “ Non giova né al re né allo stato, se rimane un germe o una radice di lui o di un Tupac Amaru e un Tupac Katari, perché questo nome maledetto ha fatto grande scalpore e impressione tra le genti locali… diversamente rimarrà sempre un costante disordine”. L’opera è dedicata a Bartolina Sisa (1750–1782). Il mio doveroso ringraziamento va a Cergio Prudencio per la compe-
Übersetzung Barbara Gelautz / Das Werk ist Bartolina Sisa
tente esecuzione della prima.
(1750–1782) gewidmet. Mein aufrichtiger Dank gilt Cergio Prudencio für sein überaus kompetentes Dirigat der Urauf-
--Graciela Paraskevaídis
führung.
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Cergio Prudencio
Cantos crepusculares Cantos crepusculares (1999) wurde im Auftrag des Südwestrundfunk geschrieben und im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 1999 uraufgeführt. In ihrer Form sind die Cantos crepusculares auf einem Klangkontinuum aufgebaut, das über eine Vielzahl von thematischen Ideen unterschiedlichste Atmosphären hervorruft, die entweder direkt aus dem einzelnen thematischen Einfall kommen oder sich auch über den Dialog zwischen den verschiedenen Thematiken ergeben. Aus der Dialektik jeder einzelnen Atmosphäre ergibt sich die darauf folgende, wie ein natürliches Fliessen angestauter Energie. In diesem Sinne ist diese Musik ständig im Fluss. Die Cantos crepusculares präsentieren zyklisch wiederkehrende Elemente, die beim Erscheinen und Wiedererscheinen ständig neue Sinnhaftigkeiten entwickeln, und hie und da von Überraschungsmomenten durchbrochen sind. Die Konstante aber im ganzen Werk ist der stringente Zusammenhalt der inneren Textur, die – charakterisiert durch eine starke Artikulation – zum klangbestimmenden Element wird. Die Cantos crepusculares wollen keine beschreibende Musik sein – entgegen den Assoziationen, die der Titel des Werkes hervorrufen könnte. Vielmehr ist dieses Werk ein beseelter Dialog mit der Abenddämmerung, mit ihrer Magie und dem langsam sich verändernden Licht.
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I Cantos crepusculares sono dei canti strutturati su un flusso sonoro continuo che, attraverso una numerosa alternanza e quantità di idee, evoca atmosfere diverse tra loro. La diversità deriva sia direttamente dalle singole invenzioni tematiche che dal dialogo tra esse. Da questa dialettica nasce poco a poco l’energia che dovrebbe fluire in modo naturale. In questo senso la «Questa opera, musica è un flusso invece, è in realtà continuo. I Cantos un dialogo con il crepusculares presentano elementi crepuscolo, con che ritornano ciclica- la sua magia e mente, e che ad ogni la sua luce che nuova apparizione lentamente assumono significati diversi, anche se qui e cambia... » là sono interrotti da momenti di sorpresa. La costante dell’intera opera è la trama della struttura interna, che – caratterizzata da una forte articolazione - si trasforma in elemento intonatoro. I Cantos crepusculares non vogliono essere una musica descrittiva – contrariamente a quanto il titolo dell’opera potrebbe fare pensare. Questa opera è invece in realtà un dialogo con il crepuscolo, con la sua magia e la sua luce che lentamente cambia. --Cergio Prudencio
Foto: Vassil Anastasov
Zeitgenössische Musik als Identitätsstifter in Bolivien 1991, August. Bin mit dem Auto unterwegs auf der bolivianischen Hochebene von La Paz in Richtung Tiahuanacu. Der Kassettenrekorder des Leihwagens spielt Musik verschiedenster, mir völlig unbekannter Komponisten, interpretiert von einem gewissen Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos. Draußen dichter, tief hängender Nebel, darüber die starke Sonne des ciel mas limpio del mundo (des saubersten Himmels der Welt ); man sieht ob des gleißenden Lichtes kaum 30 Meter, links und rechts tauchen immer wieder ver-
trocknete und gülden strahlende Maisfelder auf. Zwischen Musik und Licht entsteht eine große Sogwirkung, die mich bis zu den Tempelanlagen von Tiahuanacu führt, aus denen das Sonnentor einer präinkaischen Zivilisation herausragt. Alles klafft in diesem Land auseinander: der einstige Glanz der Tiahuanacu Kultur samt deren Aymara- und Quechua-Nachfolger und die neuzeitliche Unterwerfung der bolivianischen Mehrheitsbevölkerung; die Regierungskunst der Ureinwohner und die Ausbeuterei der boli-
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vianischen Diktaturen und Pseudodemokratien des 20. Jh.s.; archaische Klangwelten mit zeitgenössischem Vorzeichen einerseits und eine fade, imitierende offizielle Kunst andererseits. Dieser Tag zählt ob seiner Musik und seines Lichtes zu den eindrucksvollen Momenten meiner Hörbiographie - wobei das Zeitgenössische noch gar nicht im Mittelpunkt meiner musikalischen Interessen stand. Ich wusste nur: das interessiert mich. 2009, Jänner. Sitze mit dem Gründer und Leiter des Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos in einem Cafe in La Paz und bespreche mit ihm die für die Festivals Klangspuren und Transart geplanten Konzerte. Es ist ein besonderer Moment; das Land wird seit drei Jahren von Evo Morales regiert, der als erster Präsident der mehrheitlichen Indiogemeinschaft eine Stimme gibt. Das Land befindet sich im Umbruch: die Bevölkerungsmehrheit will endlich am Staatsgeschehen teilhaben, eine neue Verfassung kommt zur Abstimmung, Rechte von Minderheiten, die in Summe eigentlich Mehrheiten sind, werden diskutiert. Dem Dirigenten und Komponisten Cergio Prudencio, der auch in europäischen Breitengraden zwischen Donaueschingen und dem Weltmusikfest in Stuttgart zu hören war, kommt
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in diesen Zeiten des Wandels eine besondere Bedeutung zu. Er hat bereits in Zeiten, wo weder das Zeitgenössische noch die Rückbesinnung auf den Reichtum der archaischen Hochlandkulturen irgendeine Rolle im bolivianischen Selbstverständnis gespielt hätten, kompromisslos an einen eigenen Weg in musikalisch – kultureller Hinsicht geglaubt. Und fasste den Entschluss, ein Ensemble für zeitgenössische Musik auf einem Instrumentarium ins Leben zu rufen, das sich ausschließlich auf spieltechnischen Traditionen der bolivianischen Ureinwohnerschaft stützt, diese allerdings durch zahlreiche Auftragskompositionen mit gänzlich neuen Inhalten versieht. Prudencio wurde 1955 in La Paz geboren, wo er zunächst Gitarre, Flöte und Klavier studiert. Berufliche Erfahrungen bringen ihn nach Brasilien und Venezuela, wo er auch mit dem dortigen Jugendorchesternetzwerk des mittlerweile weltweit bewunderten José Antonio Abreu in Kontakt kommt. Sein Tätigkeitsfeld steckt Prudencio zwischen Komposition und Forschung zur Kultur der Aymara- und Quechua-Kultur der Anden-Hochländer ab. Er erlernt authentische Instrumentalpraktiken von Musikern wie von Instrumentenbauern des Hochlandes und kommt zur Überzeugung, dass hierin das eigentliche Potential eines zeitgenössischen bolivianischen Musiklebens
»Zwischen Musik und Licht entsteht eine große Sogwirkung, die mich bis zu den Tempelanlagen von Tiahuanacu führt, aus denen das Sonnentor einer präinkaischen Zivilisation herausragt... «
liegt. Der Klangreichtum dieser vorwiegend aus einem Flöteninstrumentarium bestehenden Palette ist groß: sikus Q’antus, sikus Italaki, sikus Laqita, sikus Ayrachis, sikus 11-y-12, Suri sikus y sikus Toyo, tarkas Ullara, tarkas Salina, tarkas Kurawara, q’ena-q’enas, q’enas Chokila, q’enas Mollo, q’enas Pusipía, pinkillus Huaycheño, pinkillus Karwani, pinkillus Koiko, Waka pinkillus mohoceños und pífanos sind die Instrumente, die den Ton angeben. Mikrotonal verschieben sich die Klangflächen ineinander, große Klangwolken wandern durch den Raum – manch europäischer Hörer mag sich an die Studi per l’intonazione del mare von Salvatore Sciarrino erinnern, andere wiederum werden bei harten Schlagwerkeinsätzen Iannis Xenakis im Kopf haben. Cergio Prudencio konnte für dieses Projekt zahlreiche KomponistInnen vor allem aus dem lateinamerikanischen Raum gewinnen, die nach Ausbildungen an amerikanischen oder europäischen Hochschulen intensiv nach eigenen Wegen gesucht haben. Damals waren es noch wenige Intellektuelle, die die Bedeutung dieser Arbeit erkannten und wertschätzten; heute zählen die Förderer der Geburtsstunde zur kulturellen Elite des Landes. Das Projekt blieb zunächst irgendwie im Verborgenen – trotz punktueller Förderung seitens der Weltbank und anderer Institutionen wie Stiftungen. Nur Auftritte in Argentinien, Brasilien, Korea, Australien, Schweiz und Deutschland warfen ab und zu ein Schlaglicht auf diese wichtige Arbeit, die sich nicht nur auf Konzertprojekte beschränkt. Bestärkt durch die Erfolge der venezolanischen Jugendorchesterkultur betreut das OEIN alljährlich auch ein Musikausbildungsprogramm für über 500 Kinder, welche vorwiegend aus der Armenstadt El Alto, oberhalb von La Paz, stammen. Mit der Gründung des Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos im Jahre 1980 startete damit eines der künstlerisch bis heute wichtigsten Projekte Boliviens, das bereits damals zum kulturpolitischen Vorläufer jener Frage wurde, die heute das Land so sehr bewegt: welcher Natur ist eine zeitgemäße Identität des heutigen Boliviens? --Peter Paul Kainrath
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BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> Das 1980 gegründete Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos ist einzigartig in seiner Art. Es verwendet traditionelle Instrumente der Anden und vereint traditionelle „Alte“ Musik der Andenvölker, seine Techniken und Philosophie, mit zeitgenössischer Musik, die den Ausdruck und die zeitgemäße Repräsentation der Identität des Orchesters verkörpert. Das OEIN bietet zudem ein wichtiges musikalisches Ausbildungsprogramm an dem jedes Jahr 500 Kinder und Jugendliche in La Paz teilnehmen. Nicht zuletzt hat das OEIN ein Composer-inResidence-Programm lanciert, das junge KomponistInnen anregen soll, zeitgenössische Werke zu schreiben. > Nata nel 1980, l’ORQUESTA EXPERIMENTAL DE INSTRUMENTOS NATIVOS è unica nel suo genere. La missione di OEIN è trasmettere alla contemporaneità gli strumenti tradizionali delle Ande, eseguendone il repertorio tradizionale antico e parallelamente promuovendo l’opera di compositori contemporanei che utilizzino tecniche e strumenti tipici della tradizione indigena latino americana. OEIN, con sede a La Paz in Bolivia, conduce anche una attività formativa fondamentale per tenere in vita l’uso degli strumenti e del repertorio della tradizione: nell’ultimo anno OEIN ha potuto contare sulla partecipazione di oltre 500 bambini alle proposte formative realizzate.
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> Cergio Prudencio (Dirigent) wurde 1955 in La Paz geboren. Er studierte zunächst privat Flöte und Gitarre und anschließend von 1973 bis 1978 Komposition und Dirigieren an der Universidad Católica Boliviana. Er war Gründungsmitglied der Komponistengruppe Aleatorio und Dirigent des Jugend-Sinfonie
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orchesters San Cristóbal de Táchina in Venezuela. Von 1986 bis 1991 unterrichtete er als Professor Komposition und Analyse am Konservatorium in La Paz. 1980 gründete er das Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos, mit dem er eine zeitgemäße, originäre Ästhetik, basierend auf der Musik der Indios, entwickelte und mit dem er weltweit auftritt. Er komponiert aber auch für konventionelle Instrumente und entwirft elektronische Werke. Er hat die Musik zu mehr als 40 bolivianischen Filmen geschrieben, die zum Teil international ausgezeichnet wurden. > CERGIO PRUDENCIO nasce a La Paz, Bolivia, nel 1952. Studia presso la Bolivian Catholic University chitarra, flauto, pianoforte, percussioni e composizione. Fonda il gruppo di compositori Aleatorio e diventa direttore della Orchestra Giovanile Sinfonica San Cristóbal de Táchina in Venezuela. Lavora dal 1986 al 1991 come compositore, insegnante e ricercatore al conservatorio di La Paz, Bolivia. Fonda nel 1980 l’Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos. Per OEIN compone brani che lo portano alla fama internazionale, quali The City (1980), Song of the Earth (1990), Cantos Meridian (1996), and Cantos Crepuscular (1999). Numerosi anche i lavori per cinema, video, danza e teatro.
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FRANZENSFESTE / FORTEZZA
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13.09. Sonntag / Domenica
MUSIC
FESTUNG FRANZENSFESTE / FORTE DI FORTEZZA
NG / ÜHRU F F U LUTA URA ASSO A M I PR
Franzensfeste / Fortezza > ore 16.00 Uhr
Wolfgang Mitterer > Labyrinth 6-11 für / per
1 JODELKÖNIGIN . 3 MUSIKKAPELLEN / BANDE . 3 CHÖRE / CORI . 12 SCHLAGZEUGER / PERCUSSIONISTI . LIVE ELECTRONICS Drei Chöre, drei Musikkapellen, 12 Schlagwerker und die Jodelkönigin Anneliese Breitenberger bespielen, verteilt auf Gärten, Mauern und Innenhöfe, die habsburgische Franzensfeste: LABYRINTH 6-11 - ein Wanderkonzert bringt die Festung zum Erklingen.
Tra percussioni, canti di montagna, cori ladini, musica folcloristica tirolese, jodel e testi di Norbert C. Kaser, oltre 200 interpreti eseguono insieme dal vivo il labirinto musicale ideato dal compositore Wolfgang Mitterer: un concerto memorabile da ascoltare e attraversare con abbandono tra le mura della fortezza.
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1 JODELKÖNIGIN . 3 MUSIKKAPELLEN / BANDE . 3 CHÖRE / CORI . 12 SCHLAGZEUGER / PERCUSSIONISTI . LIVE ELECTRONICS WOLFGANG MITTERER > Labyrinth 6-11
Anneliese Breitenberger > Jodelkönigin Singgemeinschaft Runggaditsch > Ladinischer Chor / coro ladino Kirchenchor Klausen > Deutscher Chor / coro tedesco Coro Monti Pallidi > Italienischer Chor / coro italiano Bürgerkapelle Mühlbach > banda Musikkapelle Schabs > banda Musikkapelle Villanders > banda conTakt percussion group > Schlagzeug / percussioni Christian Miglioranza . Georg Malfertheiner . Philipp Höller . Manfred Gampenrieder Heinz Gfader > Schlagzeug / percussioni Daniel Unterhofer > Schlagzeug / percussioni Stefan Lanziner > Schlagzeug / percussioni Arno Lun > Schlagzeug / percussioni Dominik Palla > Schlagzeug / percussioni Irene Kostner > Schlagzeug / percussioni Hannes Brugger > Schlagzeug / percussioni Philipp Sanoll > Schlagzeug / percussioni Wolfgang Mitterer > electronics Eine Produktion von / Una produzione > Transart09
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IRR-WEGE DER FREIHEIT
Geburtsdatum und –ort: 1958 Lienz in Tirol. Ausbildung: Kirchenmusik und das Repertoire von Musikkapellen. Anschließend die akademische Ausbildung in Wien, das Orgel- und Kompositionsstudium, in Stockholm die Spezialisierung in elektroakustischer Musik. Und schließlich die Zeit in Rom, als Verfechter der Improvisation und des Experimentellen, Mitglied ungewöhnlicher Bands wie Hirn mit Ei, Dirty Tones und Matador. Das sind, ausgedrückt in 56 Wörtern, die wichtigsten künstlerischen Erfahrungen in den ersten 25 Lebensjahren des Organisten und Komponisten Wolfgang Mitterer, der für die diesjährige Ausgabe von Transart, in Zusammenarbeit mit der Landesausstellung Labyrinth:::Freiheit einen Kompositionsauftrag für die Festung Franzensfeste erhalten hat. Der Stil von Mitterer ist mehrstimmig und entspricht seinem Werdegang bis heute. Nicht
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selten trifft man in seinen Stücken Dance, New Wave oder Drum and bass Elemente, ergänzt durch atmosphärische Suggestionen, Stimmen aus fremden Welten und – man versteht nicht genau wie, aber es klingt gut. Nicht selten interagieren in seinen Kompositionen für Orchester die Kontraste auf überraschende Weise miteinander und geben so dem antiken Konzept von Dialektik eine neue Bedeutung. Nicht selten hält seine Musik die Lust am Experimentieren lebendig. Nicht selten enthalten die Werke von Mitterer auch eine spontane kommunikative Kraft. All diese soeben aufgezählten Tendenzen, die hier und dort im Repertoire des österreichischen Komponisten auftreten, ignorieren sich manchmal komplett, manchmal kämpfen sie kraftvoll miteinander, manchmal versuchen sie miteinander zu verschmelzen. Was daraus entsteht? Das Unerwartete, die unvorhersehbare Geste,
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»Die aufgezählten Tendenzen, die hier und dort im Repertoire von Mitterer auftreten, ignorieren sich manchmal, manchmal kämpfen sie kraftvoll miteinander, manchmal versuchen sie miteinander zu verschmelzen... «
die Überraschung. Wer im Katalog des eklektischen Musikers blättert, kann sich schon allein auf Grund der Namen und der Kompositionen eine Idee davon machen, wie sehr hier das Unvorhersehbare vorherrscht, von Amusie für sechs Musiker, Lautsprecher und kaputte Kirchenorgel bis und träumte seltsam für Sopran, kleinem Chor und Ensemble, von Net-Words 1-5 für 11 Spieler und Acht-Kanal-Band zu Massacre, einer Oper für die Wiener Festwochen. So wurde Mitterer auch für die neue Komposition freie Hand gelassen, die der Musiker dazu verwendet hat, sich eine Komposition für 3 Musikkapellen, 3 Chöre, 12 Schlagzeugern und einer Jodelkönigin auszudenken. Und es werden gerade die Freiheit und das Labyrinth – die konkurrierenden Elemente der Ausstellung in der Festung Franzensfeste – die verschiedenen Mitwirkenden, nach Anweisung des Komponisten zwischen der unteren und der mittleren Festung wandernd, lenken. Ein musikalisches Werk, das sich wie ein zu entwirrendes Gewinde präsentiert, wie ein chaotisch-geordnetes Ganzes aus verschiedenen Elementen, die die labyrinthhaften und befreienden Räume des Ortes durchqueren. Jeder, der am Konzert teilnimmt, erhält eine eigene individuelle Partitur, alle gemeinsam bilden den Charakter einer komplexen Vielzahl. Außerdem hat Mitterer, um die bestimmte musikalische Struktur mit unvorhersehbaren Elementen zu kombinieren, nur eine Generalprobe in der Franzensfeste vorgesehen, am Tag der Uraufführung. Festgesetzte Wege und freie Ausbrüche. --Emanuele Zottino
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ITINERARI DI LIBERTÀ Luogo e data di nascita: Lienz in Tirolo 1958. Ambiente formativo: musica sacra e repertorio bandistico. Poi il percorso accademico, a Vienna studiando organo e composizione, a Stoccolma specializzandosi in musica elettroacustica. Infine un periodo a Roma, militante in collettivi di improvvisazione e sperimentazione, con stravaganti band tipo Hirn mit Ei, Dirty Tones e Matador. Queste, in 55 parole, le principali esperienze artistiche dei primi 25 anni di vita dell’organista e compositore Wolfgang Mitterer, al quale Transart ha commissionato per quest’edizione un’opera musicale nel magico scenario di Fortezza, in collaborazione con la Landesausstellung Labirinto::Libertà. La voce stilistica di Mitterer è politimbrica e fa tesoro delle strade percorse fino ad ora. Non è raro incontrare nei suoi brani elementi dance, new wave o drum and bass, incastrati – non si capisce come ma suona bene – a suggestioni atmosferiche, voci di altri mondi, e stilemi propri del linguaggio colto del passato. Non è raro che nelle sue composizioni per orchestra i contrasti interagiscano in modo sorprendente, dando nuovo senso all’antico concetto di dialettica. Non è raro che le sue musiche tengano vivo l’impegno a sperimentare. Non è raro neanche che le opere di Mitterer contengano spontaneamente
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una originale forza comunicativa. Tutte tendenze, queste citate, che ricorrono qua e là nel repertorio del compositore austriaco, a volte ignorandosi completamente, a volte lottando con forza, altre volte provando a fondersi. Cosa ne deriva? L’inaspettato, il gesto imprevedibile, la sorpresa. Sfogliando il catalogo dell’eclettico musicista, anche solo dai nomi e dall’organico delle composizioni ci si può fare un’idea di quanto sia presente l’imprevedibile, da Amusie per sei musicisti, altoparlanti e organo da chiesa rotto a und träumte seltsam per soprano, piccolo coro e ensemble, da Net-Words 1-5 per 11 musicisti e nastro magnetico in ottofonia a Massacre, una vera opera lirica per le Wiener Festwochen. Così è stata lasciata carta bianca a Mitterer per la commissione del nuovo lavoro, libertá che il musicista ha sfruttato ideando una composizione per 3 bande, 3 cori, 12 percussionisti e un jodler. E saranno proprio la libertà e il labirinto - gli elementi cobattenti della mostra al forte di Fortezza – a guidare spiritualmente e fisicamente i diversi gruppi di musicisti, disposti secondo le direttive dell’autore in modo itinerante tra il forte basso e il forte medio. Un’opera musicale che si presenta come una matassa da sbrogliare, come un insieme caotico-ordinato di elementi diversi che dovranno attraversare i labirintici e liberatori spazi del luogo. Ogni elemento che prenderà parte al concerto avrà infatti una propria partitura individuale, dando all’insieme un carattere di complessa molteplicità. Inoltre, per combinare la struttura musicale determinata con elementi di imprevedibilità, Mitterer ha previsto un’unica prova generale a Fortezza il giorno stesso del concerto. Percorsi obbligati e sfoghi di libertà.
Foto: www.wolfgangmitterer.at
«Un’opera musicale che si presenta come una matassa da sbrogliare, come un insieme caoticoordinato di elementi diversi che dovranno attraversare i labirintici e liberatori spazi del luogo... »
--Emanuele Zottino
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DIABOLUS IN MUSICA Transart: Sie wurden von einem österreichischen Kritiker einmal als »Diabolus in musica« bezeichnet. Erkennen Sie sich darin wieder? Wolfgang Mitterer: Der Tritonus wurde früher, da er sich nicht durch eine ganzzahlige Proportion beschreiben lässt, auch der Teufel in der Musik (diabolus in musica) oder Teufelsintervall genannt. Wenn dieser Kritiker dies meinte, dann mag er ein wenig Barockmusik studieren. Jedenfalls ist der Tritonus d a s spannungsbringende/verändernde Intervall der gesamten barocken und romantischen Musik. Labyrinth Freiheit ist der Titel der diesjährigen Landesausstellung, die ihnen, gemeinsam mit dem Festival Transart einen Kompositionsauftrag erteilt hat. Was interessiert sie mehr: das Labyrinth oder die Freiheit? Gefangen und doch frei – frei aber gefangen – ausweglos aber ein Ziel vor Augen – fortschreiten und doch nicht fortkommen – das eine wäre mir schon lieber, das andere hängt sich aber meist daran... Was ist an der Mischung aus traditionellem Instrumentarium und Elektronik, die sich durch ihre Kompositionen zieht, so interessant für sie persönlich? Die Geschichte der Entwicklung neuer Instrumente in der klassischen Musik hat vor mehr als 100 Jahren, sieht man von einigen sehr wenigen Ausnahmen und den elektronischen Klangerzeugern/wandlern ab, aufgehört. So gesehen ist die Verbindung von elektronischen Mitteln mit herkömmlichen Instrumenten eine der wenigen Möglichkeiten Musiker mit traditionellen Instrumenten in einen Zusammenhang gegenwärtiger Klangsprachen zu bringen. Sie lassen in ihren Kompositionen Raum für Improvisation: sie bauen nicht exakt ausnotierte Passagen ein, die erst bei der Aufführung von den Musikern in ihre endgültige Form gebracht werden. Dies setzt eine gewisse Eigenverantwortung der Musiker voraus. Hat das bisher noch nie im Chaos geendet? Chaos ist eine der natürlichsten Sachen dieser Welt. Fürchten muss man sich vor menschlichen Versuchen Dinge gleich bleibend zu wiederholen. Improvisation ist der Grund aller Musik, - dort treten die Töne ursprünglich und ehrlich auf. Gibt es manchmal auch Widerstände von Seiten der Orchester, die mit ihren Kompositionen nicht zu recht kommen (wollen)? Sicher, dort wo Mozart, der höfische Perückenmann, das ein und alles
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ist, wo Angst vor dem Ausdrücken eigener Meinungen herrscht (Improvisation), wo Tradition vor Fortschritt gestellt wird und so weiter.... Sie haben ja schon einige Dinge gemacht, die nichts mit neuer Musik zu tun haben, vor langer Zeit zum Beispiel Hirn mit Ei… Jede Musik die heute entsteht ist neue Musik... die Klangsprachen verschiedenster Komponisten haben sich in den letzten 20 Jahren vervielfacht... das Idiom der so genannten „Neuen Musik“ ist meistens eine heute bereits voraushörbare/überholte Klangsprache der 60-er bis 80-er-Jahre... Sie haben auch das Märchen Das tapfere Schneiderlein als Kinderoper vertont. Wie kam es dazu? Das war ein Auftrag der Wiener Taschenoper, eine „kleine Oper“ für 4-jährige aufwärts zu komponieren. Sind Kinder ein „anderes“ Publikum als Erwachsene? Kinder im Vorschulalter sind meistens ein besseres Publikum, da sie nicht mit Vorurteilen
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ans Hören herangehen sondern unmittelbar erleben wollen. Erwachsene wollen meistens ihren vorgefertigten oft eher dünnen Geschmack bestätigt bekommen, - das ist nur e i n Grund für die Misere des überhandnehmenden flachen Pop/Allgemein-geschmackes... Gibt es eine Art Traumprojekt, das auf den ersten Blick eigentlich total unrealisierbar erscheint, und das sie trotzdem gerne einmal machen möchten? Sämtliche mp3’s im Internet zerstören, so dass Tonträger wieder einen Wert bekommen... alle Schulen mit Improvisations- und Kompositionsunterricht versehen... Die Tanzmusik vom 4/4 Takt befreien... Labyrinth / Freiheit... --Interview / Intervista: Ulrike Plattner
> ANNELIESE BREITENBERGER ist 1947 in Schenna geboren und musizierte bereits im Elternhaus mit den Schwestern. Sie ist Botschafterin der Stillen Hilfe Südtirol und des Südtiroler Kinderdorfes im Ausland. Mit 14 Jahren hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt als Jodlerin. Es folgten zahlreiche Auftritte als Sängerin und Moderatorin in fast allen europäischen Ländern und für hochrangige Persönlichkeit aus Hochadel, Wirtschaft, Politik und Klerus. Sie ist außerdem die Initiatorin des Grand Prix der Volksmusik und verantwortlich für das jährliche Finale in Südtirol. Sie ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, wie beispielsweise der Landesverdienstmedaille des Landes Tirol. Sie schreibt außerdem regelmäßig für die Sonntagszeitung ZETT und hat eine wöchentliche Kolumne in der Tageszeitung Dolomiten. > ANNELIESE BREITENBERGER è nata nel 1947 a Scenna, in Alto Adige. Inizia la sua vita musicale già nella casa natale con la sorella e a soli 14 anni esegue la sua prima esecuzione di Jodlerin. È iniziatrice del Grand Prix der Volksmusik, festival di riferimento per la musica folcloristica dell’area tirolese. Numerosi i riconoscimenti e premi nella sua carriera. Scrive regolarmente per il domenicale Zett e gestisce una sua rubrica settimanale per il quotidiano Dolomiten. > Die SINGGEMEINSCHAFT RUNGGADITSCH wurde 1991 von einigen Musikbegeisterten gegründet, um vor allem die musikalische Gestaltung der Gottesdienste und anderer kirchlicher und weltlicher Feste zu übernehmen. Der Chor ist stark gewachsen und hat mehrmals erfolgreich an Wettbewerben teil genommen.
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> WOLFGANG MITTERER Geboren 1958. Studierte Orgel und Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, Studium am Stockholmer Studio für elektronische Musik. Als Spezialist für Orgel und Live-Elektronik und Initiator von kollektiven Ensembles wie „Pat Brothers“ und „Call Boys Inc.“ ist Wolfgang Mitterer wahrscheinlich der wichtigste innovative Vertreter elektronisch-experimenteller Musik in Österreich. Regelmäßige Zusammenarbeit auch mit Ernst Reijsegger, Jean Paul Celea, Hans-Ola Ericsson, Roscoe Mitchell u.v.a. Für das Festival Transart komponierte er 2002 die Musik für die Tanzveranstaltung Saburo Teschigawara und 2003 für La Fura dels Baus. > Nato nel 1958, WOLFGANG MITTERER ha studiato organo e composizione presso la Hochschule für Musik und darstellende Kunst di Vienna e musica elettronica presso la scuola Stockholmer Studio für elektronische Musik. È sicuramente il compositore più innovativo nel panorama austriaco odierno per quanto riguarda la scena della musica contemporanea ed elettronica; è anche iniziatore di collettivi quali “Pat Brothers” e “Call Boys Inc.”. Collabora con grandi solisti, quali Ernst Reijsegger, Jean Paul Celea, HansOla Ericsson, Roscoe Mitchell e molti altri. Ha partecipato al festival Transart scrivendo le musiche per lo spettacolo di La Fura dels Baus nel 2003 e lo spettacolo di danza di Saburo Teschigawara nel 2002.
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> Il coro SINGGEMEINSCHAFT RUNGGADITSCH nasce nel 1991 dalla passione musicale di alcuni musicisti per celebrare le cerimonie religiose e le festività. Il coro da allora è cresciuto e ha preso parte anche ad importanti concorsi, rinforzando così anche il sentimento di comunità. > 1880 wurde der KIRCHENCHOR KLAUSEN gegründet. Derzeit besteht der Chor aus 37 Mitgliedern und wird von Marlene Unterthiner geleitet. Hauptaufgabe des Chors ist vor allem die Darbietung und Gestaltung geistlicher Musik bei den Hochämtern der Pfarrei Klausen, bei denen Messen von Haydn, Mozart und Schubert zur Aufführung gelangen. Auch weltliche Werke kommen bei Konzertauftritten im In- und Ausland nicht zu kurz. > Fondato nel 1880 il KLAUSNER KIRCHENCHOR conta 37 elementi, diretti da Marlene Unterthiner. Il coro principalmente opera nell’ambito delle cerimonie e festività religiose della parrochia di Chiusa dove sono state seguite anche messe di celebri compositori quali Haydn, Mozart e Schubert. Il coro partecipa anche a concerti e festival in Italia e all’estero. > Der Coro Monti Pallidi wurde 1967 in Leifers vom jungen Lehrer Sergio Maccagnan gegründet. Die Gründung fiel in eine Zeit, als sich wieder viele auf das alte Liedgut aus den Dörfern und Tälern besannen. Nach den anfänglichen Stimmübungen begann der Chor schon bald sich ein kleines Repertoire anzueignen und bereits vereinzelt aufzutreten. Mit dem Erfolg folgten Einladungen zu größeren musikalischen Veranstaltungen in ganz Italien, in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Liechtenstein, Litau-
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en, Lettland, Polen und Brasilien. Es folgten auch zahlreiche CD Einspielungen, die einen Querschnitt durch ihr musikalisches Schaffen darstellen. Sergio Maccagnan übergab 2004 seinem Sohn Paolo die Chorleitung, der die Arbeit seines Vaters weiterführt. > Coro Monti Pallidi. Il coro nasce a Laives nel novembre del 1967 per iniziativa di un giovane maestro, Sergio Maccagnan, che si occupava di un corso di orientamento musicale nei paesi della Bassa Atesina. Nella sua lunga storia il coro si è esibito in Germania, Svizzera, Francia, Liechtenstein, Lituania, Lettonia, Polonia e Brasile e ha pubblicato in tempi successivi sei incisioni discografiche. Il coro è stato diretto fino alla fine del 2004 dal maestro Sergio Maccagnan. Oggi il figlio Paolo ne continua l’opera. > BÜRGERKAPELLE MÜHLBACH Die erste schriftliche Erwähnung der Blaskapelle Mühlbach erzählt von der Einweihung der Franzensfeste im Jahr 1838. In der Folge hat es, mit Unterbrechungen, im Marktl immer eine Blaskapelle gegeben. Der 1. Weltkrieg brachte den Verband so gut wie ganz zum Erliegen. Erst um 1920 beginnt wieder ihre Tätigkeit. Da es aufgrund der politischen Situation nicht mehr möglich war, in der Schützentracht aufzutreten, schlüpfte man in die Feuerwehruniform und gab dem Verein den Namen „Feuerwehrkapelle Mühlbach“. 1928 wurde sie in „Banda musicale Dopolavoro di Rio di Pusteria“ umbenannt. Erst Anfang der 50er Jahre wurde wieder regelmäßig musiziert. Seit 2003 präsentiert sich die Kapelle in neuem Gewand und verzeichnet 44 Musikanten, 8 Marketenderinnen und 1 Fähnrich.
> BÜRGERKAPELLE MÜHLBACH. Un gruppo musicale che risale ben al 1838, quando viene menzionato per l’inaugurazione del forte di Fortezza. Tra le vicende delle guerre, la banda riprende la propria attività negli anni Venti cambiando nomi diverse volte, a causa dell’avvicendarsi della situazione politica: la divisa degli Schützen viene abbandonata per quella dei pompieri e nel 1928 diventa una Banda musicale Dopolavoro di Rio di Pusteria. Negli anni Cinquanta la banda riprende le vesti originarie e dal 2003 la banda si presenta con 44 musicisti, 8 Marketenderinnen (vivandiere) e 1 allievo ufficiale. > Die MUSIKKAPELLE SCHABS ist eine der jüngsten Musikkapellen in Südtirol. 1984 gegründet, wurde sie seitdem stets aufgebaut und be steht heute aus 63 aktiven Mitgliedern. Die Haupttätigkeit der Musikkapelle besteht aus der Umrahmung verschiedener kirchlicher und weltlicher Feste in Schabs und Aicha und Konzertveranstaltungen im In- und Ausland. Der Höhepunkt dabei ist das jährliche Frühjahrskonzert in Schabs. > MUSIKKAPELLE SCHABS: una delle bande più recenti della scena sudtirolese. Fondata nel 1984, conta oggi ben 63 elementi. La banda suona presso le principali feste e partecipa alle celebrazioni della vita ecclesiastica del territorio. Si è esibita anche in occasione di scambi culturali all’estero. > Bei der MUSIKKAPELLE VILLANDERS handelt es sich um eine der ältesten Musikkapellen Südtirols. (Gründung um 1700). Geleitet wurde die MKV meist vom Schulmeister oder von einem Lehrergehilfen. Im 20. Jahrhundert ist das musikalische Leben in Villanders vor
allem von der Familie Rabensteiner, Doss, geprägt. Josef Rabensteiner, Dosser, leitete in den 1920-er Jahren die MK, welche er 1927 seinem Sohn Johann Rabensteiner (19071997) übergab. Dieser hatte die Funktion bis 1974 fast durchgehend inne. 1974 bis 1996 führte Johann Erlacher den Musikstock. Im Jahre 1997 trat Josef Gruber, ebenfalls Musiklehrer, das Amt an. Ab Juni 2005 leitete Klaus Sailer, Musiklehrer aus Wiesen, die MKV. Seit Jänner 2009 ist Markus Silbernagl Kapellmeister der MK Villanders. > MUSIKKAPELLE VILLANDERS è una delle più antiche bande dell’Alto Adige, la cui fondazione risale al 1700, e la cui direzione era nelle mani di maestri e loro assistenti. Nel Ventesimo secolo la vita musicale di Villandro è stata gestita dalla famiglia Rabensteiner, prima Josef e poi suo figlio Johann. Dal 1974 al 1996 la direzione passa a Johann Erlacher. Nel 1997 prende il suo posto il maestro di musica Klaus Sailer. Dal 2009 la banda ha un nuovo direttore: Markus Silbernagl.
> conTakt percussion group Das Südtiroler Schlagzeugensemble conTakt wurde im Frühjahr 2007 von Manfred Gampenrieder, Philipp Höller, Georg Malfertheiner und Christian Miglioranza gegründet. Die vier Musiker, Absolventen des Bozner Musikkonservatoriums „Claudio Monteverdi“ sowie Mitglieder der renommierten Jugendorchester „EUYO“ bzw. „GMJO“ zeichnen sich
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durch lang jährige nationale und internationale Konzerterfahrung aus. Hauptanliegen des Quartetts ist die Verbreitung und Präsentation eines möglichst breiten Spektrums der Schlagzeugliteratur, sowohl aus dem klassischen, als auch aus dem zeitgenössischen Bereich. Das Ensemble wirkte bei renommierten Festivals im In- und Ausland mit, beispielsweise 2007 bei den Eröffnungskonzerten der Festivals für zeitgenössische Kultur Transart in Bozen und den Klangspuren in Schwaz. Im Frühjahr 2008 folgte eine Konzerttournee mit dem “Ensemble Gherdeina” im Rahmen des 37. Festivals für geistliche Musik und im Sommer trat das Quartett bei den renommierten “Gustav Mahler Musikwochen” in Toblach auf. > conTakt percussion group, ensemble di percussioni altoatesino, è stato fondato nel 2007 da Manfred Gampenrieder, Philipp Höller, Georg Malfertheiner e Christian Miglioranza. I quattro musicisti, tutti diplomati presso il conservatorio “Claudio Monteverdi” di Bolzano e membri delle orchestre giovanili “EUYO” e “GMJO”, hanno scelto il quartetto per promuovere la diffusione dell’ampia letteratura classica e contemporanea del mondo delle percussioni. Nel 2007 “conTakt” ha inaugurato i festival di musica contemporanea Transart_07 a Bolzano e Klangspuren a Schwaz. Si esibiscono per i “40 anni di Coppa del Mondo di Sci” in Val Gardena, con una prima esecuzione di Georg Malfertheiner, scritta per questo evento. Nel 2008 sono in tournee con “L’Ensemble Gherdeina”, alle Settimane Musicali Gustav Mahler” a Dobbiaco e di nuovo a Transart. Nel 2009 l’ensemble è ospite del festival “valgardenaMUSIKA”.
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13.09.09 | Franzensfeste / Fortezza > Festung / Forte
Labyrinth::Freiheit - Die Landesausstellung 2009 in der Franzensfeste Freiheit ist unerreichbar. Man kann sich diesem Ziel annähern. Wohin der Suchende dabei kommt, bleibt offen. Wie in einem Irrgarten. Labyrinth::Freiheit heißt der Titel der Landesausstellung 2009 und um das Tasten nach Freiheit geht es in diesem „Labyrinth“ aus Stein. Ein packendes Thema, arrangiert vor einer Traum kulisse: Das ist Labyrinth::Freiheit in der Franzen sfeste. Labirinto::Libertà - La mostra interregionale 2009 nel forte di Fortezza La libertà è irraggiungibile. Ci si può solo avvicinare. Il punto d’arrivo, per chi la cerca, rimane incerto. È come muoversi in un dedalo. Labirinto::Libertà, la Mostra interregionale 2009 invita ad indagare sulla libertà, percorrendo questo “labirinto” di pietra. Una tematica accat tivante presentata in un luogo davvero straordi nario: tutto questo è Labirinto::Libertà.
Ausstellung / Mostra Franzensfeste Festung / Forte Fortezza I - 39045 Franzensfeste / Fortezza Tel. +39 0472 458038 www.lab09.net | info@lab09.net
Finstral Ag Via Gastererweg 1 I - 39050 Unterinn / Auna di Sotto (Bz) T +39 0471 296611 | F +39 0471 359086 finstral@finstral.com | www.finstral.com
Finstral steht für die Herstellung von Fenster und Türen, die mit ihrer umfangreichen Produktwelt den Wohn- und Lebensraum verschönen und das Erleben in seiner Umge bung angenehmer machen. Finstral orientiert sich an Qualität, Sicherheit, Umweltschutz, Technik und Design auf hohem Niveau. Finstral offre una produzione di qualità: finestre e porte che con la loro vasta gamma di tipologie e forme arredano lo spazio abitativo, rendendolo più accogliente e confortevole. Finstral realizza serramenti di primo ordine, che si distinguono per la loro qualità, sicurezza, tutela ambientale, la tecnologia ed il design.
BOZEN / BOLZANO
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15.09. Dienstag / Martedì
MUSIC + FILM
EX-ALUMIX
via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Dean & Britta
> 13 Most Beautiful… Songs for Andy Warhol’s Screen Tests Composed and performed by Dean & Britta Andy Warhol drehte zwischen 1964 und 1966 hunderte von Portraits von Besuchern seiner New Yorker Factory. Dean & Britta untermalen diese Bilder mit lakonisch, musikalischen Wortspielen und träumerisch, wirbelnden Pop-Landschaften. Vom ahnungsvollen Instrumentalstück für den Tänzer Freddy Herko, der einige Wochen nach den Filmaufnahmen zu Tode kam bis hin zum Velvet Underground Songs für den jungen Lou Reed. Eine theatralisch cineastische Performance.
13 film muti di Andy Warhol, 13 screen test, ci riconducono alla New York degli anni ’60. Le sperimentazioni cinematografiche della Silver Factory, raccontate attraverso i volti di 13 personaggi in vista ( tra cui basti citare la cantante Nico, il fotografo Billy Name, il mitico musicista Lou Reed, la ex-modella Jane Holzer ), sulle note composte da Dean&Britta ci fanno rivivere le mitiche atmosfere newyorkesi dell’era pop.
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Dean & Britta > 13 Most Beautiful… Songs for Andy Warhol’s Screen Tests
Screen Test: Richard Rheem > “Richard Rheem Theme” Screen Test: Ann Buchanan > “Singer Sing” Screen Test: Paul America > “Teenage Lightning” Screen Test: Edie Sedgwick > “It Don’t Rain in Beverly Hills” Screen Test: Billy Name > “Silver Factory” Screen Test: Susan Bottomly > “International Velvet Theme” Screen Test: Dennis Hopper > “The Enabler”
Screen Test: Mary Woronov > “I Found It Not So” Screen Test: Nico > “I’ll Keep it With Mine” (Dylan) Screen Test: Freddy Herko > “Incandescent Angel” Screen Test: Ingrid Superstar > “Eyes in My Smoke” Screen Test: Lou Reed > “Not a Young Man Anymore” (Reed / Cale / Morrison / Tucker) Screen Test: Jane Holzer > “Knives from Bavaria”
Dean Wareham > Stimme, Gitarre / voce, chitarra Britta Phillips > Stimme, Bass / voce, basso Matt Sumrow > Keyboard, Gitarre / tastiera, chitarra Lee Waters > Schlagzeug / percussioni Paul Dalen > Tontechniker / fonico Rob Long > Lichttechniker / tecnico luci Clear Story Creative > Production Design Video > Andy Warhol, Screen Tests, 16mm film, black and white, silent, 4 minutes at 16 frames per second ©2008 The Andy Warhol Museum, Pittsburgh, PA, a museum of Carnegie Institute. All rights reserved.
The project is jointly commissioned by The Warhol and The Pittsburgh Cultural Trust for the Pitts burgh International Festival of Firsts 2008 and was developed by The Warhol staff members: Ben Harrison > Associate Curator for Performance Geralyn Huxley > Curator of Film and Video Greg Pierce > Assistant Curator of Film and Video
Sarah Ford > Associate Producer Aïcha Boutella > Tour Manager
In Zusammenarbeit mit / In collaborazione con
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Re-mix, Re-envision Das The Andy Warhol Museum möchte, dass die Besucher die Kunst und das Leben von Andy Warhol verstehen und schätzen. Eine Möglichkeit dies zu erreichen ist, die Arbeiten von Warhol in einem neunen Zusammenhang in den zeitgenössischen Kontext zu stellen. Um auf die bleibende Relevanz eines Künstlers hinzuweisen, der immer ein Auge für die menschlichen Hochs und Tiefs hatte und dessen Arbeiten in einer Galerie und im Kino genauso Bestand hatten, wie bei einem Rockkonzert, schienen uns seine Filme am Geeignetsten um eine neue Performance in Auftrag zu geben. Von Warhols Filmen scheinen die Screen Tests für wiederholte Vorstellungen konzipiert worden zu sein. Sie wurden nicht nur in seinem Studio, der Factory gezeigt, sondern auch bei avantgardistischen Veranstaltungen, außerdem zählen diese vier Minuten Stummfilm-Portraits zu den ersten visuellen Komponenten von Warhols Multimedia Happening Andy Warhol Uptight (1966) und Exploding Plastic Inevitable (1967). Diese Vorführungen, bei denen Velvet Underground und Nico live dazu auftraten, bilden die Grundlage für dieses Projekt. Bevor wir einen Musiker damit beauftragen konnten, Songs für die Filme zu komponieren und zu arrangieren, war eine Auswahl aus den 300 Screen Tests zu treffen. Doch Warhols Serien Thirteen Most Beautiful Woman und Thirteen Most Beautiful Boys bildeten dafür eine bereits geeignete Vorlage. Dreizehn fünfminütige Screen Tests ergeben die ungefähre Dauer einer Stunde, genau passend für ein Live Musik Set und dreizehn Songs sind auch genau richtig für eine CD-Einspielung. Außerdem, vorausge-
15.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
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setzt, dass fünf Minuten die richtige Länge für einen Popsong sind, haben wir uns vorgestellt, dass die Idee einen Liedermacher begeistern kann, dessen Texte die Persönlichkeit der gefilmten Menschen besonders gut und direkt hervorheben können, besonders der eher unbekannten Menschen. Dean Wareham und Britta Philipps sind auf Grund mehrerer Faktoren perfekt für dieses Projekt geeignet, aber vor allem für die träumerisch-poppige Sensibilität der Musik ihrer früheren Indiepop Formation Luna, bekannt auch für ihre Mischung aus langsamen und schnellen Rhythmen, ihrem hinreißend melodischen Gitarrenspiel, ihren intelligenten und wehmütigen Texten und den mehrfach hingewiesenen Einflüssen von Velvet Underground auf ihre Art Musik zu machen. Außerdem haben Wareham und Phillips ein ausgeprägtes Interesse für die italienischen und französischen New Wave Filme der 60er Jahre und haben bereits Filmmusik für zeitgenössische Filme komponiert, wie beispielsweise für Noah Baumbachs The Squid & the Whale und Clean von Olivier Assayas. Heute geben uns ihre Lieder die Möglichkeit die Filme von Andy Warhol in einem neuen Kontext zu erleben und durch die Nebeneinanderstellung dieser filmischen Portraits neue und bisher verborgen gebliebene Qualitäten zu entdecken. […] --Ben Harrison Associate Curator for Performance The Andy Warhol Museum --Geralyn Huxley Curator of Film & Video The Andy Warhol Museum
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L’aspetto basilare della mission del museo The Andy Warhol Museum è aiutare il pubblico ad apprezzare e capire l’arte e la vita di Andy Warhol attraverso la sua collezione. Un modo per raggiungere questo scopo è ricontestualizzare l’opera di Warhol inserendola nel contesto contemporaneo. Per sottolineare l’incrollabile rilevanza di un artista che ha sempre lavorato su un terreno che comprendeva alto e basso e il cui lavoro poteva essere goduto in una galleria d’arte così come in un cinema o in un concerto rock, ci è sembrato appropriato utilizzare il mezzo film come elemento ideale per il quale commissionare una nuova performance. Tra i film di Warhol gli Screen Tests sembrano essere stati pensati fin dal loro concepimento per presentazioni multiple. Furono, infatti, mostrati presso il suo studio, the Factory, e presentati come corti durante rassegne avanguardiste. Questi ritratti cinematografici muti di 4 minuti, inoltre, furono la prima componente visiva degli happening multimediali Andy Warhol Uptight (1966) e Exploding Plastic Inevitable (1967). Questi show, dove i Velvet Underground e Nico si esibivano dal vivo, sono un precedente storico che giustifica perfettamente l’operazione di questa performance cinematografica. La prima fatica nel com-
Foto: Rob Long
missionare ad un musicista la composizione, l’arrangiamento e la conseguente esecuzione delle musiche per gli Screen Tests è stata fare in qualche modo una selezione tra gli almeno 300 documenti che sono stati conservati. La sotto-serie voluta da Warhol Thirteen Most Beautiful Women e Thirteen Most Beautiful si è poi prestata bene come modello per strutturare questo progetto. Tredici Screen Tests da circa quattro minuti l’uno ammontano a circa un’ora di proiezione: la giusta durata per un set musicale live e un numero adeguato di canzoni per un disco intero. Essendo, inoltre, la durata di quattro minuti una lunghezza abbastanza tipica di una canzone pop, ci siamo immaginati che la musica potesse coinvolgere un approccio compositivo narrativo, attraverso delle canzoni il cui immaginario potesse sia evocare indirettamente l’essenza del soggetto rappresentato nel film, in modo particolare per i personaggi meno noti, sia funzionare da vero e proprio omaggio. Dean Wareham e Britta Phillips sono particolarmente appropriati per realizzare questo progetto per diversi motivi; prima fra tutti per
la sensibilità “dream pop” della loro precedente band indie-pop Luna, conosciuta per la sua combinazione di ritmi lenti e veloci, per i giri di chitarra sorprendentemente melodici, per i testi intelligenti e divertenti e per il dichiarato riferimento alla musica dei Velvet Undergorund. Wareham e Phillips hanno una conoscenza approfondita del cinema francese e italiano degli anni Sessanta e avevano già scritto musiche per produzioni cinematografiche, come The Squid & the Whale di Noah Baumbach e Clean di Olivier Assayas. Oggi le loro musiche ci offrono l’opportunità di vivere i film di Warhol in un nuovo contesto e di scoprire di questi ritratti in questa giustapposizione nuove qualità precedentemente nascoste. […] --Ben Harrison Curatore associato settore Performance The Andy Warhol Museum --Geralyn Huxley Curatore settore Film & Video The Andy Warhol Museum
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ANDY WARHOL
ALLE ORIGINI DEL PUNK ROCK Transart > quando vi è stato chiesto di musicare gli Screen Tests, dei corti sperimentali di Andy Warhol, quale è stato il vostro primo approccio al progetto? Dean > Quando devi scrivere le musiche per un lungometraggio, spesso ne vengono fuori circa una quindicina di brevi chiavi, e alcune di queste sono temi che ripeti. In totale circa venti minuti di musica per un film intero. Per gli Screen Tests di Andy Warhol abbiamo pensato a tredici canzoni o brani strumentali diversi, ciascuno lungo 4 minuti, e oltretutto la musica è continua, non ha pause. La sfida più grande in realtà, una volta composte le musiche, è stata l’ideazione della messa in scena del concerto! Avete avuto esperienze simili in passato? Ho scritto le musiche per un paio di corti, ma erano qualcosa di completamente diverso dalla sperimentazione di Andy Warhol. Gli Screen Tests non raccontano e quindi siamo stati liberi di fare quello che volevamo. La lunghezza dei corti poi, quattro minuti, ci ha portato alla scelta di scrivere delle canzoni, essendo la durata ideale per una canzone pop. Di queste tredici canzoni, molte sono pezzi nuovi e alcuni brani invece delle cover… come le avete scelte e perché? Per lo Screen Test di Nico non abbiamo avuto dubbi; “I’ll Keep it With Mine” è la bellissima canzone che Bob Dylan dichiarò di avere scritto per lei e che apparve nel primo album di Nico Chelsea Girls. Non sapevamo bene come comportarci con il corto dedicato a Lou Reed… ma l’anno passato una canzone inedita dei Velvet Underground è apparsa su internet “I’m Not a Young Man Anymore”, una registrazione bootleg realizzata in un club, il Gymnasium, dove i Velvet Underground si sono esibiti nel 1966. Nello stesso anno in cui era stato girato lo Screen Test di Lou Reed… quindi ci pareva una scelta sensata!
«La sfida più grande in realtà, una volta composte le musiche, è stata l’ideazione della messa in scena del concerto!... »
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«E chi lo sa cosa sarebbe successo ai Velvet Underground senza quella prima collaborazione con Warhol… e ancora, senza i Velvet e Warhol sarebbe potuta esistere la musica di David Bowie?... »
Alcuni brani sono strumentali altri invece hanno una parte vocale e un testo: la scelta di associare determinate parole a determinati volti è dovuta forse alla vita dei personaggi? Abbiamo avuto tantissime idee per ognuno di questi personaggi… e le abbiamo anche provate. La nostra decisione finale è stata presa però su una base istintiva… solo provando con l’immagine davanti abbiamo capito se poteva funzionare avere una musica strumentale piuttosto che una canzone. In un paio di casi ho provato anche a scrivere qualcosa che potesse avere un legame con la vita dei personaggi… ma onestamente non funzionava ed era un elemento di distrazione avere una voce che commentava l’immagine. È vero che vi presentate come gli eredi spirituali di Mr. Lou Reed? No, noi ci presentiamo sempre e solo come Dean and Britta. Questa cosa è stata scritta da un critico cabarettistico del New York Times in occasione del nostro show a New York. Dal momento che Lou Reed era presente gli abbiamo dedicato una sua canzone. Negli ultimi anni ho pubblicato oltre quindici album con formazioni diverse dai Galaxie 500, alla band Luna, ed ora con Dean & Britta: naturalmente abbiamo delle influenze musicali dai grandi del passato come, per esempio, Buddy Holly, oppure i Velvets e Joy Division , ma anche Nino Rota. Qual’è il significato oggi di questi ritratti… cosa rappresentano? Sono un progetto interessante, sicuramente una sfida. Non c’è una spiegazione ovvia sul significato che possono avere: Warhol lascia immaginare allo spettatore cosa sarebbe potuto succedere durante il breve lasso di tempo in cui i film sono stati girati. Oggi ci possiamo ritenere fortunati del fatto che Warhol abbia scelto di girarne oltre 500: ci danno una immagine virtuale, una rappresentazione della scena artistica della New York dell’epoca; ritraendo chi faceva che cosa, ne congela i visi per sempre. Mary Woronov, che ha introdotto il nostro concerto a Los Angeles, ha azzardato chiamare Andy Warhol voyeur e ha insinuato che li avesse girati per potere guardare questi personaggi, ogni volta a suo piacere, senza essere visto. Quanto è importante l’influenza di Andy Warhol sulla cultura e arte pop e sulla vostra musica? Mescolando la “nobiltà” alla “povertà”, Andy Warhol ha cambiato il modo delle persone di guardare l’arte, così come di guardare gli og-
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Foto: Michael Lavine
getti esposti sugli scaffali di un supermercato. Lui è sicuramente una figura importante anche nella storia della musica rock. Si può affermare che ha inventato il modo di fare concerti rock (basti pensare alla serie di spettacoli Exploding Plastic Inevitabile)… e chi lo sa cosa sarebbe successo ai Velvet Underground senza quella prima collaborazione con Warhol… e ancora, senza i Velvet e Warhol sarebbe potuta esistere la musica di David Bowie? Io vedo Andy Warhol come il primo punk rocker, una persona che ha saputo vedere la bellezza nella quotidianità degli oggetti di uso comune, spingendo ogni artista a farlo. Il tuo ritratto preferito? Jane Holzer che si pulisce I denti. Tutti sembrano trovarlo estremamente suggestivo – Lo vedo anche durante i concerti, guardando le espressioni del pubblico. --Interview / Intervista: Sabrina Michielli
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15.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
> Michael DEAN WAREHAM (* 1. August 1963 in Wellington, Neuseeland) zieht 1977 nach New York und
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
Foto: Michelle Talan Foto: Michelle Talan
> BRITTA PHILLIPS (* 11. Juni 1963 in Boyne City, Michigan) folgt schon bald dem Vater Peter Phillips nach New York, einem Musiker, der mit Herbie Hancock, Maureen Fleming und Philip Glass musiziert hatte. Sie war Mitte der 1980er die Gesangsstimme der Zeichentrickfigur Jem und spielte in dem Spielfilm „Satis faction“ (1988) mit. In den 1990ern spielte sie Bass in den Bands The Belltower und Ultrababyfat und seit 2001 bei Luna. > BRITTA PHILLIPS nasce e cresce a Bucks County, PA. Si trasferisce a NYC per seguire le orme del padre, Peter Phillips, musicista che ha suonato con Herbie Hancock, Maureen Fleming e Philip Glass. Il suo primo lavoro fu doppiare il cartone animato rock star Jem, di Jem & The Holograms. Nel film Satisfaction appare accanto a Julia Roberts, Liam Neeson e Justine Bateman. A Londra con la sua band Belltower registra un disco e si afferma sulla scena musicale anglosassone. Nel 2000 entra a far parte dei Luna dove incontra il compagno di vita Dean Wareham.
gründete die Indierock- und Slowcore-Band Galaxie 500 und die Dreampop-Band Luna, mit der seinen internationalen Durchbruch schaffte: sieben Alben und eine Welttournee zwischen 1992 und 2004. Gemeinsam mit seiner Frau Britta Phillips ist er derzeit beim Label Zöe/Rounder unter Vertrag. Sein Tagebuch, eine Art Indierock-Chronik erschien 2008 bei Penguin Press. > MICHAEL DEAN WAREHAM nasce in Nuova Zelanda e si trasferisce a New York City nel 1977. Fonda il trio di Boston Galaxie 500 registrando tra il 1988 e il 1991 tre album. La successiva band Luna lo porta al successo internazionale: sette album e tour mondiali tra il 1992 e il 2004, con molte apparizioni televisive tra cui MTV, VH1 e Late Night With Conan O’Brien. Con la moglie Britta Phillips attualmente lavora per Zöe/Rounder label. Il suo diario, una specie di cronostoria dell’indierock, è stato pubblicato nel 2008 per Penguin Press.
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BOZEN / BOLZANO
Menschen mit Epilepsie, fotosensiblen Störungen, schweren Augenerkrankungen, Asthma, Herzerkrankungen und klaustrophobischen Ängsten, Schwangeren und Kindern wird vom Besuch der Veranstaltung dringend abgeraten! FEED non è uno spettacolo appropriato per persone con problemi di epilessia, forme di fotosensibilità, malattie agli occhi, asma, malattie cardiache, claustrofobia. Lo spettacolo è fortemente sconsigliato a donne incinte e bambini! 74 |
18.&19.09. Freitag + samstag / Venerdì + sabato
MUSIC + MULTIMEDIA
EX-ALUMIX
> via Voltastr. 11 > ore 19.30 Uhr und / e ore 22.00 Uhr
Kurt Hentschläger
S!!
NOT FOR KID
> FEED
RESERVIERUNG ERFORDERLICH / SOLO SU PRENOTAZIONE Kurt Hentschläger geht in seinen Rauminszenierungen bis an die Grenzen der Wahrnehmung und erreicht bisweilen schockierende Ebenen emotionaler Intensität. FEED ist so eine eindringliche Performance in der die Zuschauer in einer künstlichen Umgebung Effekten und wandelnden Stimmungen ausgesetzt werden, die unterstützt durch künstlichen Nebel, pulsierenden Stroboskopen und einem Soundtrack aus Feedbacks und Sub-Bässen zum Orientierungsverlust führen.
Kurt Hentschläger immerge il pubblico in uno spazio scuro, pieno di fumo, con luci stroboscopiche, proiezioni di creature androgine e suoni sordi… la risultante emotiva è sbalorditiva. FEED indaga i limiti della percezione dell’essere umano. FEED è il collasso dello spazio visibile. FEED è l’arte che gioca con i sensi sotto forma di live performance. FEED = 50 minuti di puro stupore.
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Kurt Hentschläger > Feed for Unreal Characters, Fog, Stroboscopes & Pulse Lights, 2005-06, 50 min Produktion / Produzione © Kurt Hentschläger Max & Unreal Scripting Michael Ferraro Francisco Narango > 3D Modeling Thanks to > Claudia Hart & Friedrich Kirschner Unterstützt vom / Sostenuto da BUNDESKANZLERAMT: KUNST / LAND OBEROESTERREICH - KULTUR A creation for LA BIENNALE TEATRO DI VENEZIA, 2005
www.hentschlager.info 76 |
Feed kann dreifach interpretiert werden: es beschreibt einen Energiefluss, einen Katheterzugang oder eine Form von Nahrungsaufnahme, die nicht an Essen erinnert, sondern als Wiederkäuen von Kühen bezeichnet werden kann. Auch die Performance Feed vereint in sich eine Reihe gleichwertiger Bezüge. Sie portraitiert eine Gruppe menschlicher Klone kurz vor deren Tod und verweist auf die nihilistische Idee, die hinter der Technologie dieser allesvernichtenden, allestötenden Videospiele steckt, hinzuweisen. Dieser Technologie bediente sich Hentschläger auch bei Feed. Kurt Hentschläger hat die Technik von Unreal
Tournament, einem Online Multimedia Videospiel verwendet, bei dem sich die Spieler in Avatare, ähnlich römischen Gladiatoren in 3D verwandeln, organisierte Roboter, futuristisch, aber konkret, die sich Mann gegen Mann bis aufs Äußerste bekämpfen. An dieser Stelle müssen wir, um Feed besser erklären zu können, kurz auf die Geschichte solcher Videospiele wie Unreal Tournament eingehen. Unreal Tournament verwendet eine 3D Grafik, die eine virtuelle Realität in Echtzeit entstehen lässt, die erstmals vor dreißig Jahren vom amerikanischen Militär entwickelt wurde, für Flugsimulationen und – noch bedeutender – zur psy-
Foto: Kurt Hentschläger
FEED
18.&19.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
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»Die eigenen Grenzen verschwinden wenn, wo jetzt dichter Nebel herrscht, chologischen Ausbildung von Anwerbern für das Licht zu das Militär. Die ersten, die diese Art von Videopulsieren beginnt. spiel auf den Markt brachten, hatten häufig genau diese militärische Ausbildung hinter sich Das Ergebnis ist eine eindringliche und stiegen nach ihrem Ausscheiden aus der Armee zu Verkäufern und Entwicklern dieser Umgebung aus neuer Technologien um. Die Politik der Vereiflackerndem Licht nigten Staaten richtete seit den 90er Jahren, in der die reale seit dem Ende des kalten Krieges, ihr AugenWelt in eine Supmerk auf neue Horizonte im Bereich neuer pe aus pulsierenTechnologien und förderte so nicht nur die nationale Sicherheit, sondern stimulierte indi- den Tönen, Nebel darzustellen. Durch rekt auch die Entwicklung der Videospiele. Die und farbigem dieses Modul werden handelsüblichen Spiele werden zu Pionieren Licht mutiert... « eines Aktionsstils der sich „first-person shooter“ nennt (Alleskiller in erster Person), weil die Spieler aus einer individuellen Perspektive heraus agieren, sie werden zu Kämpfern in ersten Person, was das subjektive Empfinden verstärkt und in Folge auch das emotionale und deshalb leichter unter ein breites Publikum zu bringen ist. Die Folge davon ist, dass sich immer mehr dieser Art von militärischem Entertainment zuwenden und Spiele wie Unreal Tournament auf den Markt bringen. Hinter Unreal Tournament steht nicht nur die Faszination Technik, sondern auch, vielleicht nicht absichtlich, aber nichts desto trotz bedeutend, die Möglichkeit, unterschwellig politische Propaganda zu betreiben. Kurt Hentschläger entlarvt mit Feed diese Technologien und schafft eine Arbeit, die elegisch wie beängstigend ist. Nichts desto trotz, erlaubt sie es dem Publikum nicht, den Ursprung dieser Technologie zu verleugnen. Feed ist eine Performance ohne Menschen. Sie gliedert sich in zwei Teile: im ersten werden sich ähnelnde, primitive Figuren, ausgezehrt und ohne Gesicht, auf eine große Leinwand in Kinoformat projiziert. Animiert werden sie vom Physik Modul Karma, das in Unreal Tournament dazu verwendet wird, Todeskämpfe lebensecht
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18.&19.09.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
Animationen produziert, die nicht aus einzelnen gezeichneten Fotogrammen bestehen, sondern sich in Echtzeit entwickeln und dafür dynamische Simulationen verwenden. In Unreal winden sich die sterbenden Figuren und wenn sie getroffen werden, werden sie von Krämpfen geschüttelt die den Eindruck eines langsamen und wahrscheinlich schmerzhaften Sterbens hinterlassen. Das Thema des unausweichlichen Todes wird ohne Pathos behandelt. Kurt Hentschläger hingegen verwendet Karma dazu, um Bilder voller Emotionen zu schaffen, und fügt dem Töten und dem Sterben eine nicht zu vergessende ethische Komponente hinzu. Er gehört damit zu den wenigen Künstlern die Machinima produzieren – gebräuchlicher Ausdruck für Animationen, die sich der Systeme kommerzieller Videospiele bedienen – ohne diese von ihrem sozialen und politischen Kontext zu trennen. Hentschläger hat die Ausdrucksmöglichkeiten von Karma noch weiter entwickelt. In Feed werden die virtuellen Körper durch die Karma Technik beschleunigt und steuern einen Software Synthesizer. Durch die krampfenden Gliedmaßen werden Töne produziert, ähnlich dem Glockengeläut bei einem Begräbnis. Dieses rhythmische Geläute und der gotische
Foto: Kurt Hentschläger
Hintergrund suggerieren den Eingang einer in Stein gehauenen Kathedrale: Höllenfahrt oder Aufstieg in einen bewölkten Himmel. Der entstehende Eindruck ist synthetisch, mit Klang und Bildern die sich scheinbar gegenseitig bedingen. Mit der Karma Technik wird die Erdanziehungskraft simuliert, sie gibt gesichtslosen Kreaturen Gewicht und Dichte, Drohnen ähnlichen Charakteren, die durch die Luft schweben, abstürzen, aufprallen und sich vervielfältigen. Sie scheinen in gemeinsamer Agonie oder Ekstase zu zucken und erinnern an „la petite mort“, der kleine Tod, der französische Ausdruck für Orgasmus. Die Figuren bewohnen einen verschwommenen Raum, beleuchtet von Stroboskopen. Außer für Feed hat Hentschläger dieselbe Technik auch für die EchtzeitInstallationen Karma verwendet. Der zweite Teil von Feed kann als rituelle Nachstellung des „Firstperson shooter“ verstanden werden, der Zuseher erlebt plötzlich aus dem Blickwinkel der Gestalten die Todeskrampferfahrungen. Wenn sich der Raum mit Nebel füllt, verschwinden die projizierten Animationen langsam. Während im ersten Teil der atmosphärische Raumklang noch von Hentschläger live produziert wurde, werden die musikalischen Stimmen schrittweise durch verstärkte Feedbacks und Sub-Bässe ersetzt. Die eigenen Grenzen verschwinden wenn das
Licht, wo jetzt dichter Nebel herrscht, zu pulsieren beginnt. Das Ergebnis ist eine eindringliche Umgebung aus flackerndem Licht in der sich die „reale“ physikalische Welt in eine ursprüngliche Suppe aus pulsierenden Tönen, Nebel und farbigem Licht verwandelt. Beides ist erschreckend und mitreißend. Wir erleben die Welt der sich krümmenden Figuren von Hentschläger und wir fühlen uns wie von einem aus einer anderen Welt stammenden System gelenkt, das die Kontrolle über uns übernimmt. Wir machen Erfahrungen mit dem „sublimen“, psychedelischen Licht. Die Welt aus dem Blickwinkel eines sterbenden Roboters, eingefügt in ein Landschaftsbild von Turner. Während der erste Teil von Feed zwanzig Minuten dauert, dauert die multimediale Rauminstallation dreißig Minuten, indem es unser Widerstandsvermögen gegenüber intensiven Klängen und sensationellem und überwältigendem Licht auf die Probe stellt. Wenn die Geräusche und das Licht verschwinden, fühlen wir uns wie neugeboren nach diesem unwirklichen Tod. Hentschläger ist es auf spektakuläre Weise geglückt, die Emotionen des Sterbens nicht von der Unreal Todesmaschine zu trennen. Feed ist beides, eine moralische Allegorie und gleichzeitig ein überaus ästhetisches Erlebnis. --Claudia Hart
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FEED Feed (nutrire/alimentare/pascolare) già dal titolo richiama tre interpretazioni: evoca un flusso di energia, il tubo di un catetere o una forma primordiale di ingestione … se non proprio il ruminare del bestiame, indica qualcosa che decisamente non è ancora definibile come prima forma di gastronomia. Feed come performance allo stesso modo riunisce in sé una pari serie di riferimenti; Feed ritrae un gruppo di cloni umanoidi alle soglie della morte, per rivelare l’ideologia nichilista sottesa alla tecnologia dei videogiochi sparatutto, la stessa che l’artista ha usato per questo progetto artistico. Per creare Feed Kurt Hentschläger ha usato, infatti, il motore di Unreal Tournament, un videogioco multi-player on-line durante il quale i giocatori si incarnano in avatar simili a gladiatori romani realizzati in 3D. I robot sono organizzati in una varietà di tipi che (sebbene propri di un immaginario futurista sono dotati di una forte concretezza) devono combattere fino all’annientamento totale dell’altro. A que-
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sto punto per spiegare meglio Feed, bisogna fare una breve incursione nella storia dei videogames, come Unreal Tournament. Unreal Tournament utilizza la grafica di un videogioco 3D in tempo reale e la tecnologia della realtà virtuale sviluppata per la prima volta trenta anni fa dall’esercito americano; questa tecnologia veniva usata per i simulatori di volo e per fini strategici e – cosa ancora più significativa – psicologici: attraverso il gioco si persuadeva all’arruolamento alla vita militare. I primi soggetti che hanno messo sul mercato questo tipo di videogiochi, infatti, spesso provenivano da una formazione militare e solo in un secondo momento diventavano imprenditori nell’ambito di questo business, di vendita e sviluppo di giochi legati nuove tecnologie. La politica degli Stati Uniti, a partire dagli anni Novanta dopo la fine della Guerra Fredda, si sposta verso il tentativo di orientare la ricerca verso nuovi orizzonti, spendendo non solo per servire la difesa nazionale ma anche per cogliere e di conseguenza stimolare lo sviluppo in corso nel
Foto: Kurt Hentschläger
settore commerciale. In questo periodo però l’industria dei videogiochi esplode e i militari ne perdono il dominio. I giochi commerciali inventano lo stile di azione chiamato “first-person shooter” (sparatutto in prima persona): i giocatori vedono così l’azione da una prospettiva individuale e diventano combattenti in prima persona, rinforzando, quindi, il discorso soggettivo e di conseguenza emozionale. Il risultato è ovvio: la facile accessibilità porta grande pubblico ed un successo senza precedenti. Parliamo di una svolta storica che da avvio all’evolversi di una grande business attorno al quello che possiamo definire “entertainment militare”, e di qui i giochi come Unreal Tournament. Unreal Tournament è un prodotto nato dalla simbiotica relazione, tra la tecnologia e quella ideologia sociale, sottesa alla cultura dei videogiochi che gioca sulla funzione persuasiva del gioco e che , anche se non intenzionalmente è ugualmente significativo, ha il potenziale di venire usato anche come propaganda politica. In Feed Kurt Hentschläger disarma questa tecnologia per creare un lavoro che è sia elegiaco sia inquietante. Tuttavia non nega la cultura da cui la tecnologia in uso è nata. Feed è una performance senza persone. Si divide in due parti: la prima mette in scena la rappresentazione di figure primitive simili tra loro, emaciate e senza volto, proiettate su un grande schermo a formato cinematografico. L’animazione avviene grazie al motore Karma, che in Unreal Tournament viene usato per creare gli spasmi di morte ai guerrieri sgominati. Questo sistema produce animazioni che non si basano sulla successione di fotogrammi disegnati singolarmente, ma che si sviluppano in tempo reale, usando simulazioni dinamiche. In Unreal i personaggi che muoiono si torcono e quando vengono colpiti hanno delle convulsioni che intendono creare la sensazione di una morte lenta e probabilmente dolorosa. In Unreal, tuttavia, come sul set di un film horror, il tema della morte inevitabile è trattato senza pathos. Kurt Hentschläger invece usa Karma per produrre immagini cariche di emozioni, così che il giudizio etico non possa essere esorcizzato. Si è appigliato a Karma e l’ha usato per creare una metafora, diventando uno dei pochi artisti a produrre “Machinima” (il termine usato per animazioni fatte usando sistemi di videogiochi commerciali) senza separare la forma tecnologica dal suo contesto sociale e politico. Elaborando ulteriormente le possibilità espressive del motore Karma come macchina di morte, l’artista lo trasforma anche in un driver per uno strumento musicale elaborato da lui stesso. In Feed i corpi virtuali sono disegnati con Karma e in più danno l’imput, attraverso un interfaccia particolare, ad un sintetizzatore che produce il suono di funeree campane; le campane suonano ad ogni movimento delle membra degli otto personaggi animati, nel momento in cui sono presi dalle convulsioni. Il ritmo inquietante e grigio delle campane fa da colonna sonora a questo immaginario gotico; sembra quasi di varcare la soglia di una cattedrale medievale, il cui portale è scavato in altorilievo: si passa tra
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la sensazione di una discesa all’inferno a quella di una salita verso un paradiso nascosto tra le nuvole. L’impressione finale è sinestetica: il suono e l’immagine apparentemente si creano l’uno grazie all’altro. Il motore Karma simula gravità, dando peso e densità a personaggi senza faccia, quasi fossero cadaveri annegati che fluttuano a mezz’aria, e poi cadono, rimbalzano e si moltiplicano. Sembra che si contorcano agonizzanti o presi dall’estasi, evocando “la petite mort,” la piccola morte, come in francese si definisce l’orgasmo. Le figure abitano uno spazio atmosferico ambiguo, illuminato da luci stroboscopiche. A parte Feed, Hentschläger a usato lo stesso software per creare anche una serie di installazioni in tempo reale proprio intitolate Karma. La seconda parte di Feed può essere interpretata come una sorta di rituale e metaforico arruolamento di quel “firstperson shooter”: nel senso che lo spettatore stesso fa una diretta esperienza di quegli spasmi mortali disegnati con Karma. L’animazione proiettata sullo schermo frontale sfuma mentre la sala si riempie di una nebbia densa, emessa da una macchina del fumo usata per gli effetti speciali. Il sonoro ambientale di sottofondo, quel suono atmosferico prodotto live da Hentschläger durante la prima parte dello spettacolo, continua; la voce dei personaggi animati e il rumore del torcersi delle loro membra però vengono gradualmente rimpiazzati dal suono amplificato e ripetuto delle strobo e della luce pulsata. La percezione dei confini spaziali di ciascun spettatore sparisce nel momento in cui le luci iniziano a pulsare in quello che ora è diventato un ambiente denso di fumo. Il risultato è un ambiente immersivo fatto di luce tremante, in cui il mondo reale fisico muta verso un miscuglio primordiale di suoni pulsanti, nebbia e luce colorata: inquietante quanto coinvolgente. Così facciamo esperienza diretta di un’altra realtà, quella virtuale animata nella prima parte dello spettacolo, in cui i personaggi si dibattevano sotto la guida di Hentschläger e ci sentiamo similmente guidati da un sistema di leggi fisiche proprie di un altro mondo, perdendo il controllo delle nostre reazioni automatiche. Facciamo esperienza della “luce sublime”, una luce che è veramente psicadelica. Questo è il mondo visto dal clone di un robot morente inserito nel paesaggio di un dipinto di Turner. Mentre la prima parte dura venti minuti, l’ambiente coinvolge nella seconda parte lo spettatore per oltre trenta minuti, mettendo a dura prova la resistenza fisica di ognuno, a causa dell’intensità della musica e della luce sensazionale ed accecante. Quando il suono e la luce calano e il fumo si volatilizza, rinasciamo da una sorta di morte irreale. Kurt Hentschläger è riuscito con successo a non separare l’emozione della morte riprodotta da Unreal, cioè dal videogioco stesso che la produce. Feed riesce ad essere una allegoria morale e allo stesso tempo una esperienza supremamente estetica. --Claudia Hart
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BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
Foto: Kurt Hentschläger
> KURT HENTSCHLÄGER, österreichischer Künstler, lebt und arbeitet in Chicago (USA). Er beginnt 1983 mit der Ausstellung surrealer Maschinen und widmet sich in Folge dem Video, Computeranimationen und dem Klang. Zwischen 1992 und 2003 bildet er gemeinsam mit Ulf Langheinrich das Duo Granular Synthesis. Derzeit setzt er sich mit der menschlichen Wahrnehmung auf neue Technologien auseinander. Mit Granular Synthesis hat er 2001 Österreich bei der Biennale von Venedig vertreten. Ausstellungen und Installationen: National Art Museum of China, Beijing, Staedelijk Museum Amsterdam, In the Anchorage - Creative Time, Inc., New York, MAC - Musée d‘Art Contemporain Montreal, MAK - Museum of Applied Arts Vienna, National Museum for Contemporary Art Seoul, Ars Electronica Festival Linz, ICC Inter-Communication-Center Tokyo, Fondation Beyeler Basel, Palacio de Bella Artes, Mexico City. Seine aktuellen Arbeiten, mit denen er seit 2008 um die Welt tourt sind ZEE, RANGE und KARMA/X. > KURT HENTSCHLÄGER, artista austriaco, vive e lavora a Chicago (USA). Inizia ad esporre nel 1983 macchine surreali e poi si dedica al video, alla computer animation e al suono. Tra il 1992 e il 2003 lavora nel duo Granular-Synthesis con Ulf Langheinrich. La sua ricerca attuale si focalizza sulla indagine della natura della percezione umana e l’impatto che su di essa possono avere le nuo-
ve tecnologie. Con Granular Synthesis ha rappresentato l’Austria alla Biennale di Venezia del 2001. Mostre e installazioni presso: National Art Museum of China, Beijing, Staedelijk Museum Amsterdam, In the Anchorage - Creative Time, Inc., New York, MAC - Musée d’Art Contemporain Montreal, MAK - Museum of Applied Arts Vienna, National Museum for Contemporary Art Seoul, Ars Electronica Festival Linz, ICC Inter-Communication-Center Tokyo, Fondation Beyeler Basel, Palacio de Bella Artes, Mexico City. I lavori più recenti del 2008, attualmente in tour nel mondo, sono ZEE, RANGE e KARMA/X.
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BOZEN / BOLZANO
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20.09. Sonntag / Domenica
MUSIC + FILM
EX-ALUMIX
> via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Ensemble on_line
E NISCH G / ITALIE RUN UFFÜH NA A T S IA ER A ITAL PRIM
> Contemporary Latin America Dirigent / direttore
> Simeon Pironkoff Das ensemble on_line portraitiert die vielfältige und spannende lateinamerikanische Musikszene. Auf einer musikalischen Reise durch Argentinien, Venezuela, Kolumbien und Mexiko werden die verschiedenen Kulturen und Traditionen miteinander verknüpft und vermischt. Manchmal sprengt die Musik dabei den Rahmen der Konzertmusik und setzt sich im Bereich des experimentellen Theaters, der Videokunst und Elektronik fort.
Improvvisazione, elettronica, video, film sperimentali, musica live: tecniche diverse indagano il vasto territorio creativo della giovane America latina. Un progetto a cura dell’ ensemble austriaco on_line che in una sola serata propone un viaggio tra Argentina, Messico, Colombia e Venezuela attraverso gli occhi dell’avanguardia musicale.
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Ensemble on_line > Contemporary Latin America Dirigent / Direttore > SIMEON PIRONKOFF OCTAVIO LOPEZ > Inside Outer Space > nach dem / dal Film „Outer Space“ von / di Peter Tscherkassky 2004 für Flöte, Klarinette, Violine, Cello, Schlagzeug, Elektronik und Film / per flauto, clarinetto, violi no, violoncello, percussioni, elettronica e film (Outer Space von / di Peter Tscherkassky © p.o.e.t. production) GERMÁN TORO-PÉREZ > Akkordeon und Ensemble (2009) URAUFFÜHRUNG / PRIMA ASSOLUTA JOSÉ LUIS CAMPANA > Suite pour Axolotl (Version électroacoustique 2009) URAUFFÜHRUNG / PRIMA ASSOLUTA > für Flöte, Klarinette, Trompete, Horn, Cello, Kontrabass und Elektronik / per flauto, clarinetto, tromba, corno, violoncello, contrabbasso e elettronica DANIEL DE LA CUESTA > Ilargiaren kantua (2009) URAUFFÜHRUNG / PRIMA ASSOLUTA > für Flöte, Sopransaxophon, Bassklarinette, Schlagzeug, Klavier, Violine, Bratsche und Violoncello / per flauto, sax soprano, clarinetto basso, percussioni, pianoforte, violino, viola e violoncello JORGE SÁNCHEZ-CHIONG > Tuned To A Dead Channel / Ciudad Dormitorio (2008/09) URAUFFÜHRUNG / PRIMA ASSOLUTA aus der / dalla caracas_trilogie_3 > für Ensemble, Elektronik und Live-Video / per ensemble, elettronica e live video
Krassimir Sterev > Akkordeon / Fisarmonica Jorge Sánchez-Chiong > Turntables Michaela Grill > Live-Video Alfred Reiter > Elektronik / Elettronica Sonja Korak > Flöte / Flauto Lars Mlekusch > Saxophon / Sassofono Walter Seebacher > Klarinette / Clarinetto Anthony Millner > Horn / Corno Josef Hofbauer > Trompete / Tromba
In Zusammenarbeit mit / In collaborazione con
www.octavio-lopez.com | www.eolv.at 86 |
Bernhard Rainer > Posaune / Trombone Bernd Thurner > Schlagwerk / Percussioni Mathilde Housiangou > Klavier / Pianoforte Ivana Pristasova > Violine / Violino Petra Ackermann > Viola Roland Schueler > Cello / Violoncello Alexandra Dienz > KB Oguz Usman > Stage Manager
Octavio López
Inside Outer Space INSIDE OUTER SPACE (2004) NACH DEM FILM OUTER SPACE VON PETER TSCHERKASSKY (1988) FÜR FLÖTE (C, PIKKOLO, BASSFLÖTE), KLARINETTE, VIOLINE, CELLO, SCHLAGZEUG UND ELEKTRONISCHES UND QUADROPHISCHES TAPE Jüngst stellten die Filme von Oskar Fischinger, Walter Ruttmann, Lázló Moholy-Nagy, Chris Marker und Peter Tscherkassky die Entwicklung meiner Schreibtechnik in Frage. Diese Arbeiten mit ihrer visuellen sowie akustischen Abfolge beeinflussten mich bei der Erstellung mehrerer perzeptiver Ebenen wie Raum, Zeit und Klang. Die Entscheidung, meine Werke gleichzeitig mit der Interpretation solch abstrakter Filme zu präsentieren, lädt den Zuseher ein, Gehör und Auge gleichzeitig zu stimulieren. Ob Tscherkassky im Film The Entity die Elemente mit einem stark visuellen Sinn fand, um seine Technik für das auf Bilder basierende Filmmaterial zu entwickeln, für mich und meinem auf Musik basierenden Filmmaterial war es jedenfalls die Stimme von Aurora Cabana (meiner Großmutter), die Coplas singt (alte Melodien aus dem Norden Argentiniens) und der Klang des Instruments, das mich über Jahre begleitet hat: die elektrische Gitarre. Inside Outer Space ist mit all meiner Bewunderung Peter Tscherkassky gewidmet.
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INSIDE OUTER SPACE (2004) PER IL FILM OUTER SPACE DI PETER TSCHERKASSKY (1988) PER FLAUTO, CLARINETTO, VIOLINO, VIOLONCELLO, PERCUSSIONI E NASTRO ELETTRONICO QUADRIFONICO Quando ero giovane i film di Oskar Fischinger, Walter Ruttmann, Lázló Moholy-Nagy, Chris Marker e Peter Tscherkassky hanno influenzato e messo in questione lo sviluppo della mia scrittura. Queste opere e la loro successione di immagini e suono hanno influenzato il mio modo di impostare i piani percettivi come spazio, tempo e suono. La decisione di presentare il mio lavoro accanto all’interpretazione di film così astratti vuole funzionare da stimolo per lo spettatore e fare interagire ascolto e vista nello stesso tempo. Se Tscherkassky nel film The Entity ha trovato gli elementi visivi della giusta forza per sviluppare la sua tecnica e strutturare un materiale filmico basato su immagini, per me sono stati basilari, per strutturare la mia musica per il film, sicuramente la voce di Aurora Cabana ( mia nonna), che canta le Coplas (antiche melodie dall’Argentina del Nord), e il suono di uno strumento, la chitarra elettrica, che mi hanno accompagnato per anni. Inside Outer Space è dedicato con tutta la mia ammirazione a Peter Tscherkassy. --Octavio López
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ILargiaren kantua ILARGIAREN KANTUA (2009) FÜR FLÖTE, ALTSAXOPHON, BASSKLARINETTE, SCHLAGZEUG, KLAVIER, VIOLINE, BRATSCHE UND VIOLONCELLO Wenn in der Welt der Malerei ein großes Projekt vorliegt, dessen Dimensionen ohne eine gewisse Vorbereitung schwer zu bewältigen sind, beginnen Maler häufig das Projekt mit so genannten vorbereitenden Studien. Wenn beispielsweise ein Maler ein „Letztes Abendmahl“ malen will, kann er mit einer Reihe Apostelporträts beginnen, bevor er mit dem Projekt selbst anfängt. Ilargiaren kantua (baskisch: Gesang des Mondes) ist gemeinsam mit anderen meiner Werke eine Art Vorbereitungsstudie für ein größeres Orchesterwerk Ilargiaren soinua (Klang des Mondes). Die Dimension der Besetzung erlaubt eine bessere Kontrolle über das Material und die musikalischen Ideen, die später in dem Orchesterstück eingesetzt werden. Das bedeutet freilich nicht, dass Ilargiaren kantua (und die anderen Werke) als Material für Ilargiaren soinua dienen werden. Ilargiaren kantua ist ein unabhängiges Werk, das für sich selbst steht. Das Werk ist dem Ensemble on_line und seinem Dirigenten Simeon Pironkoff gewidmet.
ILARGIAREN KANTUA (2009) PER FLAUTO, SAX ALTO, CLARINETTO BASSO, PERCUSSIONI, PIANOFORTE, VIOLINO, VIOLA E VIOLONCELLO Quando nel mondo della pittura si affronta un grande progetto, le cui dimensioni senza una certa preparazione sono difficili da realizzare, i pittori iniziano spesso il lavoro con un progetto che viene chiamato studio preparatorio. Quando, per esempio, un pittore affronta il tema dell’Ultima Cena, può iniziare a ritrarre la serie di apostoli, prima di iniziare addirittura il progetto stesso. Ilargiaren kantua (in basco, canto
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Foto: Juri Tscharijsky
Daniel de la Cuesta
della luna) è insieme ad altre opere una specie di studio preparatorio per un’opera più grande per orchestra. La dimensione dell’organico permette un controllo migliore sul materiale e sulle idee musicali, che poi in un secondo momento saranno sviluppate nel pezzo per orchestra. Questo non significa che Ilargiaren kantua debba essere considerata opera minore rispetto a Ilargiaren soinua, è anzi definitivamente un lavoro indipendente. L’opera è dedicata all’Ensemble on_line e al suo direttore Simeon Pironkoff.
Germán Toro-Pérez
Akkordeon und Ensemble Auftragswerk des Ensemble on_line für die Klangspuren Schwaz 2009. Ausgehend von Zellen, die aus der Anordnung der Knöpfe abgeleitet werden, entwickelt sich ein Klangfluss, bei dem das Ensemble als akustische Erweiterung des Hauptinstrumentes behandelt wird. Im Unterschied zu anderen kontextbezogenen Kompositionen geht dieses Stück von rein klanglichen Überlegungen aus, wo Schwebungen und oszillierende Bewegungen eine Rolle spielen. Die Periodizität des Materials wird durch rhythmische Unregelmäßigkeiten gestört. Das Akkordeon nimmt Bezug auf Verwandtschaften mit Musik in den nördlichen Küstenregionen Kolumbiens, allerdings ohne explizite Anspielungen zu machen. Nur der Nachhall, die Aura des Instrumentes, soll dabei übernommen werden.
Opera commissionata dal festival Klangspuren all’Ensemble on_line per l’edizione 2009. Partendo da alcuni timbri, che vengono dedotti dall’ordine dei tasti, si sviluppa un flusso sonoro, rispetto al quale l’ensemble diventa un ampliamento acustico dello strumento principale. A differenza di altri pezzi composti per un particolare contesto, questo brano musicale nasce da pure considerazioni sonore, all’interno delle quali fluttuazioni e movimenti oscillatori giocano un ruolo di rilievo. Il ritorno periodico del materiale viene disturbato dall’irregolarità ritmica. La fisarmonica ricerca relazioni di parentela con la tradizione artistica delle regioni del nord della Colombia, senza fare allusioni troppo esplicite. Solamente la risonanza, l’aura dello strumento, si trova a farsene carico.
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José Luis Campana
Suite pour Axolotl José Luis Campanas Suite pour Axolotl (im Auftrag von Radio France 2005) besteht aus fünf Episoden zu jeweils etwa zwei Minuten. Die Intention des Komponisten ist es, dass die Zuhörer jede Episode als „Programmmusik“ verstehen. Jede Episode ist inspiriert durch ein spezifisches psychologisches Moment der Kurzgeschichte Axolotl von Julio Cortázar: Zweifel, Leidenschaft, Panik, Einsamkeit, Depression. Diese verschiedenen Gefühle und „Projektionen seiner imaginären Welt auf das ANDERE“ erreichen ihren Höhepunkt am Ende der Erzählung in der Metamorphose, der Mutation der Hauptfigur in der Erzählung. Der Mann wird zu einem Axolotl, das in einem Aquarium lebt, das er eines Morgens bei einem Besuch der Jardin des Plantes in Paris entdeckt. José Luis Campana verweist die Zuhörer auf den Text von Julio Cortázár, um die tieferen Beweggründe und Quellen von Inspiration aufzuzeigen, die hinter seiner Musik stehen.
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Suite pour Axolotl di José Luis Campana (commissionata da Radio France nel 2005) si struttura su cinque episodi da due minuti ciascuno. L’intenzione del compositore è che chi ascolta possa affrontare ogni episodio come fosse “musica a programma”. Ogni episodio si ispira ad un momento psicologico specifico della favola di Julio Cortázar Axolotl: il protagonista vive tra dubbio, passione, panico, solitudine, depressione. Questi sentimenti diversi e queste proiezioni del suo mondo immaginario in quello dell’altro, raggiungono un punto elevatissimo alla fine della storia, quando avviene la metamorfosi, la mutazione del protagonista del racconto. L’uomo si trasforma in un Axolotl (salamandra capace di trasformarsi da animale terrestre ad animale acquatico), che vive in un acquario, visto per caso un mattino per caso ha visto durante una visita al Jardin des Plantes di Parigi. José Luis Campana indirizza l’ascoltatore verso la favola di Cortazár per mostrare i motivi e le fonti dell’ispirazione che sta dietro la sua musica.
> Simeon Pironkoff, geboren 1965 in Bulgarien, studierte an der Musikakademie in Sofia und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien (Komposition, Dirigieren und Korrepetition). 1992 gründete er das ensemble on_ line vienna; seit 2000 ist er Initiator und Kurator der Kammermusikreihe Fokus (in Zusammenarbeit mit der IGNM/ Österreich) in Wien. Seit 2004 unterhält
er eine außerordentliche Professur für Dirigieren an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. > SIMEON PIRONKOFF, nato nel 1965 a Sofia in Bulgaria, studia all’Accademia musicale di Sofia e composizione e direzione d’orchestra presso la Hochschule für Musik und Darstellende Kunst di Vienna. Nel 1992 fonda l’ ensemble on_line di Vienna; dal 2000 è iniziatore e curatore della serie di concerti di musica da camera Fokus (in collaborazione con IGNM/Österreich) a Vienna. Nel 2004 ottiene la cattedra di Direzione d’orchestra presso l’Università della Musica di Vienna.
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> Das Ensemble on_line, gegründet 1991, hat sich unter der künstlerischen Leitung von Simeon Pironkoff mit unzähligen (Ur-) Aufführungen der wichtigsten Komponisten der Gegenwart und mit unkonventionellen, genreübergreifenden Projekten etabliert. Es hat seit seiner Gründung weit über hundert Uraufführungen realisiert. Auftritte an den wichtigsten Häusern und bei den renommiertesten Festivals. 2009 spielen sie mehr als 35 Konzerte, u.a. Konzertreisen nach Indonesien, Südkorea, USA und Konzerte in Berlin (Festival Ultraschall), Sarajevo (SONEMUS), Klangspuren Schwaz, Transart. > ENSEMBLE ON_LINE, fondato nel 1991 sotto al guida del suo direttore Simeon Pironkoff, ha eseguito numerose prime assolute di opere di autori contemporanei, diventando uno degli ensemble più rinomati per l’esecuzioni di progetti non convenzionali e di contaminazione tra le arti. Dalla sua fondazione sono oltre cento le prime esecuzioni assolute eseguite dall’ensemble. Ha partecipato ai principali festival di musica contemporanea d’Europa. Nel 2009 possono vantare ben 35 concerti nel mondo tra Indonesia, Corea del Sud, USA e in Europa a Berlino (Festival Ultraschall), Sarajevo (SONEMUS), Klangspuren Schwaz.
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Alois Lageder Tòr Löwengang | I-39040 Margreid / Magrè T +39 0471 809 500 | F +39 0471 809 550 info@aloislageder.eu | www.aloislageder.eu
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Die superTEX bar ist ein experimenteller Prototyp; er wurde im Zusammenhang mit einer neuartigen Materialtechnologie, die am Institut für experi mentelle Architektur. hochbau erfunden wurde, realisiert. Il bar superTEX è un prototipo sperimentato e rea lizzato con nuovi materiali concepiti presso l’Istituto di Architettura Sperimentale di Innsbruck.
EPPAN / APPIANO
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22.09. Dienstag / Martedì
MUSIC
RAIFFEISENFORUM LANSERHAUS > J.G. Platzer Str. 22-24 via J.G. Platzer
Wolfgang Rabensteiner . Michael Lantschner . conTakt percussion group . Eduard Demetz > Contemporary Made in Italy Ein Abend im Zeichen zeitgenössischer Musik experimenteller italienischer Komponisten. Den Anfang macht Luigi Nono, vermeintlicher Vater der italienischen Avantgarde. Eduard Demetz dringt mit seinem neuen Werk tief in die heimatlichen Dolomiten vor, während Francesco Filidei über die Liebe zwischen Vogel und Fisch sinniert und vom tragischen Ende des Anarchisten Serantini erzählt.
Una serata dedicata alla musica italiana contemporanea e sperimentale che prende piede dall’esecuzione di un brano di Luigi Nono, padre putativo dell’avanguardia della nostra nazione. La nuova opera del compositore ladino Eduard Demetz trasuda di terra dolomitica, mentre l’opera di Francesco Filidei chiude questo viaggio con uno sketch dal sapore fiabesco e con un brano in cui la musica si intreccia alla storia delle vicende antifasciste.
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Ore 20.00 Uhr
Wolfgang Rabensteiner . Michael Lantschner* * In Zusammenarbeit mit dem Biennium für Musik und Neue Technologien am Bozner Konservatorium „C. Monteverdi“ / In collaborazione con il Biennio di Musica e Nuove Tecnologie del Conservatorio „Monteverdi“ di Bolzano LUIGI NONO > Post-prae-ludium per Donau für / per Tuba und / e Live Electronics, (1987) 13 min
Wolfgang Rabensteiner . conTakt percussion group . Eduard Demetz EDUARD DEMETZ > CHEDUL für Perkussionisten, Tuba und Samples / per percussionista, tuba e samples, 12 min > sasc I | tiëra | sasc II
conTakt percussion group FRANCESCO FILIDEI* > L’Opera (forse) - Otto sketch in un Atto unico, (2008) 10 min FRANCESCO FILIDEI > I Funerali dell’Anarchico Serantini, (2008) 11 min Transart dankt dem RAI Sender Bozen für die Aufnahmen dieses Konzertes, das live übertragen wird / Transart ringrazia la RAI di Bolzano per la registrazione radiofonica di questo concerto, che sarà trasmesso in diretta.
Ore 21 Uhr Eröffnung der Austellung / inaugurazione della mostra
THUNDERS OF EPIPHANIAS auf Einladung von / su invito di Leander Schwazer
gefördert von / sostenuto da GEMEINDE EPPAN an der Weinstraße COMUNE DI APPIANO sulla strada del vino
www.conservatoriobolzano.it | www.contakt.biz | www.luiginono.it 96 |
* FRANCESCO FILIDEI FUSSNOTEN / NOTE AL PROGRAMMA L’Opera (forse) Otto sketch in un Atto unico > Ouverture delle Cornacchie > Recitativo dell’uccellino > Aria del Pesce >Duetto d’Amore > Ronda del Cacciatore > Cabaletta del Pescatore > Preghiera (Pro Defunctis) > Il Brindisi (Tafelmusik) Ist es möglich ein Werk zu schreiben, das zehn Minuten dauert? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Hier nun also Ouverture, Arie und Caba lette reduziert auf einen Sketch für einen Vogel und einen Fisch und ihre unerfüllte Liebesge schichte, die zur Freude von Fischer und Jäger in der Pfanne endet. Possibile scrivere un‘Opera che duri dieci minuti? Forse. Ma forse no. Ecco allora Ou verture, Arie e Cabalette ridotte a sketch con per protagonisti un uccellino un pesce e la loro impossibile storia d‘amore che finisce in padella per la gioia di pescatore e cacciatore.
C‘era una volta un corvo innamorato da far pietà di una cornacchia bella che viveva nel Canadà, ma la cornacchia bella se ne rideva di tale amor perché era innamorata di Cecchino il cacciator. Oh! bella, bella, bella, la storiella del cacciatore che si mise a far l‘amore con la cornacchia del Canadà e bella, bella, bella, ragazzini venite quà vi canterò la storia della cornacchia del Canadà E la cornacchia un giorno se ne stava sopra un pino e il corvo giù da basso gli strizzava l’occhiolino, ma la cornacchia bella se ne rideva di tale amor perché era innamorata di Cecchino il cacciator Oh! bella, bella, bella, la storiella del cacciatore che si mise a far l‘amore con la cornacchia del Canadà e bella, bella, bella, ragazzini venite quà vi canterò la storia della cornacchia del Canadà Il dì del matrimonio era bello e combinato e la cornacchia bella se ne stava in mezzo al prato e con il cavallino il Cecchino di là passò per il corvo la scambiò e con un colpo l‘ammazzò. Oh! bella, bella, bella, la storiella del cacciatore che si mise a far l‘amore con la cornacchia del Canadà e bella, bella, bella, ragazzini venite quà vi canterò la storia della cornacchia del Canadà Il dì del funerale il corvo era sì malato era morto l‘ideale per il quale avea sognato. Andò dal cacciatore, il fucile si puntò e una palla dentro il cuore, sospirando, si cacciò. Oh! bella, bella, bella, la storiella del cacciatore che si mise a far l‘amore con la cornacchia del Canadà e bella, bella, bella, ragazzini venite quà vi canterò la storia della cornacchia del Canadà
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Die Beerdigung des Anarchisten Serantini Italien, 70er Jahre, «die bleiernen Jahre»: 5. Mai 1972, Pisa.
I Funerali dell‘Anarchico Serantini Italia, anni settanta, «anni di piombo»: 5 maggio 1972, Pisa.
Franco Serantini: Sarde, Waise und Anarchist, wird von ungefähr zehn Polizisten während einer Kundgebung umkreist und verprügelt, er wird zwei Tage später im Gefängnis versterben, ohne eine medizinische Behandlung erhalten zu haben.
Franco Serantini: sardo, orfano ed anarchico, viene accerchiato e bastonato da una decina di poliziotti durante una manifestazione, morrà due giorni dopo in carcere, senza essere stato curato.
Ein Brief Franco, ich bin genau ein Jahr nach der Kund gebung im Mai geboren, als sie vom Fenster aus sahen, wie die Polizei mit Fäusten auf dich einschlug. Viele Frühlinge später, die wenigen, verblichenen Fotos die von dir geblieben sind betrachtend, ähnelst du den Jungen, mit denen ich aufgewachsen bin, zwischen der Piazza delle Vettovaglie und der Piazza San Silvestro, dem Platz, der für alle, die sich an dich erinnern, deinen Namen trägt. Seit 1972 ist viel passiert, aus der Via San Martino ist die anarchistische Gruppe verschwunden. Der rote Markt ist nur mehr eine ferne Erinnerung für jene, die dich gekannt haben. Von denen, die dich massakriert haben, weiß man nichts mehr, die wenigen An geklagten wurden von den Richtern freigespro chen. Corrado Stajano hat ein wunderschönes Buch über deine Geschichte geschrieben und Nanni Balestrini eine kurze Erzählung. In Pisa gibt es eine Bibliothek die nach dir benannt ist. Dir zu Ehren noch eine Beerdigung, nach jener von 1972. Wenn ich damals gelebt hätte, wäre ich gekommen, wäre ich ein Maler, hätte ich deine Beerdigung gemalt. Jetzt habe ich sie komponiert, höre das Rascheln der Seiten und warte, dass sie zum Leben erwecken.
31.12.2008 Francesco Filidei
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Una lettera Franco son nato un anno esatto dopo quella manifestazione di maggio, quando ti videro dalla finestra coperto dai pugni e dalle bastonate della polizia. Dopo tante primavere, guardando le poche foto sbiadite rimaste, nascosto dietro due lenti troppo spesse sembri proprio uno dei ragazzi fra i quali son vissuto, tra piazza delle Vettovaglie e Piazza San Silvestro, la piazza che per chi ti ricorda ha preso il tuo nome. Dal ’72 molto è successo, in via San Martino il circo lo anarchico è scomparso. Il mercato rosso è solo un lontano ricordo nelle memorie di chi ti ha conosciuto. Di chi ti ha massacrato non si è saputo più nulla, i pochi imputati vennero assolti dai giudici. Corrado Stajano ha scritto un bel lissimo libro sulla tua storia e Nanni Balestrini un breve racconto. A Pisa è nata una biblioteca che porta il tuo nome. Eccoti in omaggio ancora e solo funerali,dopo quelli del ’72. Fossi vissuto a quell’epoca, sarei venuto, fossi stato un pittore, i tuoi funerali li avrei dipinti. Adesso che li ho composti non sento che il fruscio delle pagine, aspettando che prendano vita.
Contemporary made in italy Das Konzert beginnt mit Post-Prae Ludium Per Donau (1987) für Tuba und live electronics von Luigi Nono (1924-90). Für das Festival von Donaueschingen komponiert, wie der Titel bereits sagt, wird das Stück von der Interaktion zwischen Instrument und Elektronik bestimmt die eine Verstärkung, eine Veränderung, eine Verräumlichung des Klanges der Tuba bedingt. Sie wird mit einem Mikrofon aufgenommen, verknappt an vier Lautsprecher mit unterschiedlicher Verspätung weitergeleitet, in Folge gefiltert und reflektiert um eine Klangansammlung zu erreichen, die das Publikum in eine einzige Note hüllt; die Verknappung die folgt, führt zur Auflösung des Stücks. Es gibt Teile in denen der Musiker zwischen verschiedenen Aufführungsmöglichkeiten wählen kann; es ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Klangregisseur, der die vorgesehenen Umwandlungen vornimmt, notwendig, der als vollwertiger Interpret neben dem Solisten mit dem Instrument auftritt. Dies spiegelt auf der ausführenden Ebene die kreative Idee von Nono in jenen Jahren wider, der das Stück als Interaktion zwischen Komponisten, Instrumentalisten und Klangregisseur verstand, die alle Co-Autoren und Aufführende sind. Eine Situation, die die beiden Interpreten auch heute Abend, einer von ihnen ist Teilnehmer am Biennium für Neue Technologien am Konservatorium von Bozen (siehe Anmerkungen dazu auf der Rückseite), vorführen werden. Das folgende Stück Chedul von Eduard Demetz (1958), hat seinen Titel von einem Berg in Südtirol, an dessen Abhänge Felsblöcke ins Tal rutschen. Die Besetzung sieht drei Schlagzeuger neben einer Tuba vor; die Bewegungen erinnern an die oben beschriebenen Felsblöcke (Sasc I und II) und an die Erde (Tiëra). Die beiden Marimbas nehmen eine zen-
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»Sechs schwarz gekleidete Musiker erzeugen leichte Klänge mit Gesten, sich gegenseitig nach einer präzisen Choreographie ansehend, als ob sie leise diesen absurden Tod in Form eines musikalischen Begräbnisses darstellen würden... «
trale Rolle ein, die im ersten Takt mit der Tuba einhergehen, die schlagkräftig verwendet wird die einzelnen Steine zu beschreiben, oder mit mehrstimmigen Klängen oder mit langen Noten begleitet von gesungenen Klängen. Die Überschneidung von Quartinen und Sestinen verdichten sich im zentralen Teil um sich gegen Ende neuerlich zu verknappen. Die zweite Bewegung ist charakterisiert von der Präsenz von Linien in accelerando und rallentando, aufgeführt von zwei Marimben gemeinsam mit anderen kleinen Schlaginstrumenten. Klänge bestimmter und unbestimmter Höhe wechseln sich ab, allein von den Marimbas oder von ihnen und dem dritten Perkussionisten mit simultanen Linien. Die dritte Bewegung sieht keine Marimben und keine Vibraphone vor, sondern, im Dialog mit der Tuba, aufgezeichnete elektronische Klänge, Verzerrungen der Tuba; es wechseln sich außerdem metrisch freie Teile mit Quartinen und Sestinen ab, die die erste Bewegung wieder aufnehmen. Das Konzert sieht auch zwei Stücke des Komponisten und Organisten Francesco Filidei (1973) aus Pisa vor, der nach seiner musikalischen Ausbildung in Florenz, diese in Deutschland und in der Schweiz und in Folge auch am IRCAM in Paris vervollständigt hat. Gewinner zahlreicher Wettbewerbe und als Solist und Komponist zu den wichtigsten europäischen Festivals eingeladen, widmet Filidei I funerali dell’anarchico Serantini (2008) der Erinnerung an den gleichnamigen Demonstranten, von Ordnungskräften während einer Kundgebung verletzt und verprügelt und ohne medizinische Hilfe im Gefängnis verstorben. In diesem Stück erzeugen sechs schwarz gekleidete Musiker leichte Klänge mit Gesten, sich gegenseitig nach einer präzisen Choreographie ansehend, als ob sie leise diesen absurden Tod darstellen würden in Form eines
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musikalischen Begräbnisses. Das folgende Stück, Opera, verwandelt sich wie Miniaturen in nur 10 Minuten; ausgehend von einer Geschichte für Kinder, reduziert Filidei Ouverture, Arie und Cabalette auf, wie er es selber nennt, einen „Sketch mit einem Vogel, einem Fisch und deren unmögliche Liebesgeschichte die zur Freunde von Fischer und Jäger in der Pfanne endet. --Carlo Benzi
»Ausgehend von einer Geschichte für Kinder reduziert Filidei Ouverture, Arie und Cabalette auf einen Sketch mit einem Vogel, einem Fisch und deren unmögliche Liebesgeschichte, die zur Freude von Fischer und Jäger in der Pfanne endet... «
Il concerto di questa sera si apre con Post-Prae Ludium Per Donau (1987) per Tuba e live electronics di Luigi Nono (1924-90). Composto per il festival di Donaueschingen da cui deriva il titolo, il brano si caratterizza per l’interazione fra strumento e mezzo elettronico secondo la tecnica del live electronics che prevede amplificazione, trasformazione e spazializzazione del suono della tuba. Quest’ultimo, prelevato dal microfono, viene inviato rarefatto ai quattro altoparlanti con diversi tempi di ritardo, successivamente filtrato e riverberato per giungere ad un’accumulazione sonora che avvolge il pubblico su un’unica nota; la rarefazione che segue porta il brano all’estinzione. Vi sono sezioni nelle quali lo strumentista può scegliere fra diverse soluzioni esecutive; è pertanto necessaria una sua stretta collaborazione con il regista del suono che gestisce le trasformazioni previste ed è a tutti gli effetti un interprete al pari del solista allo strumento. Ciò riflette sul piano esecutivo l’idea creativa di Nono in quegli anni, secondo cui il brano nasce dall’interazione fra compositore, strumentista e regista del suono in cui tutti sono co-autori ed esecutori, situazione che anche questa sera i due interpreti, uno dei quali formatosi presso il Biennio di Nuove Tecnologie del Conservatorio di Bolzano (vedi nota informativa nella pagina a lato), riproporranno dopo lunga ed amichevole frequentazione. Il successivo brano in programma, Chedul di Eduard Demetz (1958), trae il proprio titolo da una montagna dell’Alto Adige sulle cui pendici sono presenti ghiaioni che scivolano frequentemente verso valle. L’or-
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ganico prevede tre percussionisti accanto alla tuba; i movimenti rimandano ai ghiaioni sopra descritti (Sasc I e II) e alla terra (Tiera). Le due marimbe rivestono un ruolo centrale combinandosi nel primo tempo con la tuba utilizzata in modo percussivo, quasi a simulare i suoni delle pietre isolate, oppure con suoni multifonici od ancora a lunghe note tenute anche accompagnate da suoni cantati. La sovrapposizione di quartine e sestine si addensa nella parte centrale per rarefarsi nuovamente verso la fine. Il secondo movimento si caratterizza per la presenza di linee in accelerando e rallentando, eseguite dalle due marimbe insieme ad altri piccoli strumenti a percussione. Si alternano suoni ad altezza determinata ed indeterminata, proposti dai soli esecutori alle marimbe oppure da essi e dal terzo percussionista mediante più linee simultanee. Il terzo movimento non prevede marimbe e vibrafono, ma, in dialogo con la tuba originale, suoni elettronici preregistrati, trasformazioni della stessa tuba; si alternano inoltre parti metricamente libere ad altre che riprendono le quartine e sestine del primo movimento. Il concerto propone anche due brani del compositore ed organista pisano Francesco Filidei
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(1973) che, dopo studi musicali a Firenze, ha completato la propria formazione dapprima in Germania e in Svizzera e successivamente all’IRCAM di Parigi, città nella quale attualmente vive. Vincitore di numerosi concorsi ed invitato come solista e compositore ai più importanti festival europei, Filidei dedica I funerali dell’anarchico Serantini (2008) alla memoria dell’omonimo dimostrante, ferito a bastonate durante scontri con le forze dell’ordine durante una manifestazione e lasciato morire in carcere nel 1972. In questo brano sei esecutori vestiti di nero producono leggeri suoni con gesti, guardandosi l’un l’altro con una precisa coreografia, quasi a rappresentare silenziosamente questa morte assurda in un ideale funerale in musica. Il brano successivo in programma, Opera, si configura come miniatura di soli dieci minuti; partendo dal testo di una storia per ragazzi, Filidei riduce Ouverture, Arie e Cabalette, come afferma egli stesso “a sketch con per protagonisti un uccellino, un pesce e la loro impossibile storia d’amore che finisce in padella per la gioia di pescatore e cacciatore”. --Carlo Benzi
La memoria e la morte TRANSART > Francesco Filidei, ci vuole parlare della sua recente opera I Funerali dell’Anarchico? Francesco Filidei > I Funerali dell’Anarchico Serantini sono l’ultimo quadro di un grande affresco sonoro per 6 voci e 6 percussionisti, N.N. abbreviazione di Nomen Nescio, nome sconosciuto, in latino. Questa era l’indicazione apposta sulle carte di identità italiane degli orfani fino al 1975 laddove veniva indicato il nome del padre. Franco (Francesco) Serantini era anarchico, ma soprattutto orfano, e come padre aveva avuto uno Stato non troppo generoso. Il suo essere anarchico quindi si configurava già a priori come atto di contestazione. A Transart la versione presentata sarà quella per sei soli percussionisti, che è, se vogliamo, il nucleo generatore di N.N. Trovo che in quest’opera la componente politica sia forte. Anche se il linguaggio può anche portare altrove, attraverso sentieri di astrazione. Perchè la vicenda in sè e il personaggio di Serantini rimangono al centro dell’attenzione. Un giovane contestatore, che a 21 anni fu picchiato a morte dalla polizia, proprio a Pisa, la città in cui lei è nato. Per me si è trattato soprattutto di cercare di capire gli anni nei quali sono cresciuto. Sono nato a Pisa (ma mia madre è sarda) esattamente un anno dopo la manifestazione del 5 maggio ’72 che vide l’uccisione di Serantini, e gli anni Settanta sono restati come un’ombra sui miei ricordi. La necessità di ritrovare un’identità mi si è imposta soprattutto nel lasciare Pisa e l’Italia. Credo che Serantini, orfano di origini sarde, stesse cercando la sua identità in modo ben più impellente, quando venne ammazzato. La sua storia è una miscela talmente esplosiva di ingiustizia, ribellione, solitudine e passione, che è capace di riassumere da sola tutta un’epoca ed una generazione intera. In che modo l’emozione e la denuncia legate alla vicenda fanno parte dell’opera? Come racconta Corrado Stajano nel suo bellissimo libro Il Sovversivo, Serantini non è scappato di fronte alla polizia, è restato immobile di fronte ai suoi carnefici. Questa immobilità è il punto di partenza dei Fu-
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nerali. Una tensione creata da un silenzio carico di angoscia che esplode verso la fine del pezzo. Che rapporto c’è tra la componente acustica e quella visiva? Il suono non esiste senza movimento. Chi decide quando il movimento si trasforma in suono è solo la percezione. E’ possibile pensare una musica costruita solo con movimenti, movimenti organizzati geometricamente, che come nel gioco degli scacchi abbiano un nu«Questo tipo di mero limitato di mosse possibili. Si avverte nei Funerali una volontà di evocare umorismo legato alla qualcosa, più che l’intento di mostrarla apermorte è prettamente tamente, giocando sulle possibili sfaccettature e sfumature del linguaggio. toscano e mi ricorda La musica è un mezzo incredibilmente potente una filastrocca su una per cercare di capire la nostra vita e la sua fine. Si taglia un pezzo di tempo per vedere la cornacchia del Canadà nascita e morte di qualcosa e riflettere sulla innamorata di un nostra storia. Parliamo ora dell’altro lavoro in programma, cacciatore che la uccide l’atto unico in otto sketch. per sbaglio... » Quando ricevetti la commissione stavo finendo N.N. e non vedevo l’ora di scrivere qualcosa di più leggero, il pezzo doveva durare sui 10 minuti, ma la grande forma quasi d’opera di N.N. mi era rimasta dentro, allora decisi di ridurre tutte le parti tipiche del melodramma italiano in sketches di 2 minuti. La storia è quella di un uccellino e di un pesciolino e del loro amore interrotto dal cacciatore e dal pescatore che ne fanno un bel banchetto finale. Alla fine mi resi conto che l’argomento era più leggero solo dal punto di vista di questi ultimi. Questo tipo di umorismo legato alla morte è prettamente toscano (vedi Gianni Schicchi) e mi ricorda una filastrocca su una cornacchia del Canadà innamorata di un cacciatore che la uccide per sbaglio. L’Opera (forse) è dedicata a Federico Maria Sardelli, livornese, spirito arguto e molteplice che sa esprimersi sia in musica che in pittura che in “proesia”. Salvatore Sciarrino, di cui lei è stato allievo, ha detto a proposito della sua musica che è come se avesse «rinunciato alla componente sonora,
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facendo rimanere solo lo scheletro, un suono leggero ma ricco». E’ una bella immagine, delineata tra l’altro da uno dei maestri dell’impalpabile. Salvatore si riferiva ad alcuni lavori che senza dubbio sono alla base di quel che faccio oggi, il rapporto con la morte si è manifestato in me attraverso questa rinuncia al suono, l’uso delle forme classiche è anch’esso in relazione con la memoria e la morte. In seguito ho cominciato a lavorare anche su singole scale di suoni puri pensando quasi a quadri monocromi ed ho cercato altre soluzioni attraverso l’uso di strumenti insoliti. Il suo linguaggio, pur mostrando una sicura originalità, non nasconde la fascinazione per tendenze vecchie e nuove. Come appunto le forme antiche della musica quali la toccata e la suite, oppure alcuni aspetti minimalisti della sua opera. Il rapporto con il passato e la volontà di riviverlo è quello che mi spinge ad utilizzare anche forme antiche, il minimalismo è come in Sciarrino dettato dall’ascolto del quotidiano. Nei suoi lavori la componente materica è spesso presente. Da qui forse il ricorrente
uso di strumenti a percussione, o l’uso percussivo di strumenti tradizionali. Mi riferisco ad esempio alla sua Toccata per pianoforte, in cui tutto lo strumento viene toccato e percosso come fosse un corpo da far suonare e non come un sistema organizzato di note. Credo questo sia nato dal desiderio di annullare ogni distanza fra il mio corpo e lo strumento, affidandomi più alle sensazioni tattili che a quelle intellettuali. E ora domande corte e banali. Cosa significa oggi essere giovani compositori? Per essere sarcastico, rispondo: migrare in zone dove i giovani ed i compositori sono considerati. Il suo rapporto col sistema di diffusione della musica contemporanea? Passo. Lei è anche un apprezzato organista. Più bello suonare o comporre? Suonare l’organo è anche comporre, orchestrare, trascrivere, improvvisare. Cosa le piacerebbe scrivere in futuro? Un’Opera (forse)... --Interview / Intervista: Emanuele Zottino
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> conTakt percussion group > siehe Seite 59 / vedi pagina 59 > Michael Lantschner Geboren 1984 in Bozen. Diplome: Trompete und Biennium Musik und Neue Technologien am Musikkonservatorium Bozen. Erfolgreiche Konnzerttätigkeit mit der Gruppe Pamstiddn; Musiklehrer in der Mittelschule. > Michael Lantschner: nato nel 1984 a Bolzano. Diplomi: Tromba e Biennio di Musica e Nuove Tecnologie presso il Conservatorio di Bolzano. Attività concertistica con il gruppo Pamstiddn. Insegna educazione musicale nella scuola media.
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> Wolfgang Rabensteiner Geboren 1981. Diplome: Trompete und Tuba an den Konservatorien Bozen und Verona. Konzertstudium (Tuba) am Mozarteum Salzburg. Zahlreiche Auszeichnungen bei verschiedenen Wettbewerben. Musiklehrer in der Mittelschule. > Wolfgang Rabensteiner: nato nel 1981. Diplomi: Tromba e Basso Tuba presso i Conservatori di Bolzano e Verona. Konzertstudium (Tuba) presso il Mozarteum di Salisburgo. Numerosi premi in concorsi nazionali ed internazionali. Attività di insegnamento nelle scuole.
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> EDUARD DEMETZ studierte Klavier und Orchesterdirigieren am Mozarteum in Salzburg. Es folgten Meisterkurse und Seminare bei Gary Bertini, Pierre Boulez und Peter Eötvös, Vinko Globokar. Demetz schrieb Werke für Kammerorchester, Symphonieorchester, Chor, Klavier, Klaviertrio und für diverse Blechbläserbesetzungen. 1998 erhielt er das Österreichische Staatsstipendium für Komponisten, 2001 den Walther von der Vogelweide-Förderpreis.
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Namhafte Solisten wie Christine Whittlesey, Thomas Demenga, Patrick Demenga, Thomas Larcher und das Petersen Quartett haben seine Kompositionen uraufgeführt. Orchester und Ensembles, die seine Werke vorgetragen haben, sind u.a. das Ensemble Modern, Opera Nova, das Ensemble Intercontemporain, Windkraft, das Tiroler Sinfonieorchester, das Ensemble Contrapunkte Wien, das Minguet Quartett, das HaydnOrchester von Bozen und Trient, das Tiroler LandestheaterEr unterrichtet derzeit am Konservatorium in Bozen, ist künstlerischer Leiter des Festivals “valgardenamusika” und Präsident des Festivals für zeitgenössische Kultur “Transart”. > Eduard Demetz ha studiato pianoforte e direzione d’orchestra presso la Hochschule Mozarteum di Salisburgo. Ha quindi seguito corsi di perfezionamento con Gary Bertini, Pierre Boulez e Peter Eötvös. Demetz ha composto per vari ensembles cameristici, orchestra sinfonica, coro, trio, quartetto d’archi, gruppi di ottoni. Nel 2002 gli é stata commissionata un’opera da camera dal Tiroler Landestheater di Innsbruck; ha inoltre composto musiche per teatro e film (Bavaria-Film Monaco di Baviera). Nel 1998 ha ottenuto lo stipendio di stato Austriaco per compositori, nel 2001 il premio Walther von der Vogelweide. Tra i solisti che hanno eseguito le sue musiche ricordiamo Thomas Demenga, Thomas Larcher, Christine Whittlesey, Patrick Demenga; tra gli ensembles e le orchestre figurano invece Ensemble Modern, Ensemble Intercontemporain, Ensemble Opera Nova, Orchestra sinfonica di Innsbruck, Ensemble Contrapunkte Vienna, Orchestra Haydn di Trento e Bolzano, quartetto Petersen, Teatro
dell’opera di Innsbruck. Demetz é stato cofondatore e per sei anni direttore dell’orchestra giovanile “Sonoton” della Val Gardena. Dal 2003 é direttore artistico del Festival “valgardenamusika” e dal 2001 presidente del festival di cultura contemporanea “Transart”.
> FRANCESCO FILIDEI wurde 1973 in Pisa geboren. Er studierte u.a. am Luigi Cherubini Konservatorium in Florenz und am Conservatoire National Supérieur de Paris. Seine Lehrer waren Marco Stroppa, Frédéric Durieux und Michael Lévinas. Aufbaukurse folgten bei Salvatore Sciarrino (Komposition) und Jean Guillou (Orgel). 2000 absolvierte er den Kurs in Komposition und Technologie am Pariser IRCAM, 2004 den Kompositionskurs voix nouvelles in Royaumont. Als Solist wurde Francesco Filidei von bedeutenden Festivals eingeladen, darunter Festival d’Automne (Paris), Archipel (Genf) und die Biennale in Venedig. Er spielte in der Berliner Philharmonie, im Wiener Theaterhaus, am Pariser IRCAM, im Forum Neues Musiktheater in Stuttgart und andernorts und brachte dabei Stücke von Wolfgang Rihm, Helmut Oehring, Noriko Baba, Mauro Lanza oder Jacques Lenot zur Uraufführung. Seine Kompositionen wurden durch verschiedene Ensembles gespielt, darunter l’Itinéraire, Alter Ego, InterContemporain, Klangforum Wien, Ascolta, Les Percussions de Strasbourg und next mushroom promotion. 2006
erhielt Filidei den Förderpreis des Musikpreises Salzburg. Im selben Jahr war er Composer in Residence an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Seit 2007 ist er Mitglied der Casa de Velázquez in Madrid. Er lebt derzeit in Paris. > Francesco Filidei è nato nel 1973 a Pisa. Completa i suoi studi musicali al conservatorio Luigi Cherubini di Firenze in organo col massimo dei voti e la lode ed al Conservatorio Nazionale Superiore di Parigi in composizione ottenendo il Diploma di Formazione Superiore con votazione massima. Si è inoltre perfezionato con Salvatore Sciarrino e Jean Guillou. Nel 2000 ha completato il Cursus IRCAM in musica e nuove tecnologie e nel 2004 il corso di composizione Voix Nouvelle di Royaumont. In qualità di solista è stato invitato in molti importanti festival quali il Festival d’Automne di Paris, il festival Archipel di Ginevra, la Biennale di Venezia, suonando da solista alla Filarmonica di Berlino, alla Theaterhaus di Vienna, all’Ircam di Parigi al Forum Neues Musiktheater in Stuttgart, in prime assolute di Wolfgang Rihm, Helmut Oehring, Noriko Baba, Mauro Lanza, Jaques Lenot, Philip Maintz e molti altri. Sia come compositore che come organista è stato registrato da Radio Tre, RadioFrance, SWR, RSR. I suoi lavori sono stati pubblicati da Rai Trade ed Ars Publica e suonati da numerosi ensembel quali Itinéraire, Alter Ego, Cairn, Instant donné, Atelier XX, Nouvel Ensemble Modern, Ensemble orchestral contemporain, Rhizome, Intercontemporain, Percussion de Strasbourg, Klangforum, CourtCircuit, 2E2M, Österreichisches Ensemble, Recherche, Ascolta, Icarus, Trio Mallarmé, Next Mushrooms Promotion, Neue Vocalsolisten. Nel
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2006 riceve il Musikpreis Sazburg Förderpreis e la Commande del Reading Panel Ircam, durante lo stesso anno è compositore in residenza presso la Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Nel 2007 vince il Takefu International Prix in Giappone e diventa membro residente della Casa de Velazquez a Madrid per due anni. Nel 2009 ottiene il Siemens Förderpreis. > LUIGI NONO kam am 29.1.1924 in Venedig zur Welt. Er studierte Jura in Padua und wurde am Konservatorium in Venedig von Bruno Maderna und Hermann Scherchen ausgebildet. Nono komponierte Werke nach seriellen Techniken und fand darin zu einem hoch expressiven, kantablen Stil. Er bekannte sich zum Sozialismus und brachte diese politische Einstellung auch in seinen Werken wiederholt zum Ausdruck, etwa in Form von Tonbandeinspielungen, die die Handlung kommentieren und so die gewünschte Aussage unterstreichen. Bis 1959 nahm Nono als Besucher und auch als Dozent an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil, wodurch er sich als wichtigster Vertreter der italienischen Avantgarde neben Bruno Maderna profilierte. 1955 ehelichte er die Tochter Arnold Schönbergs, Nuria. Nach verschiedenen Lehrtätigkeiten arbeitete Nono seit den achtziger Jahren als künstlerischer Leiter des Experimentalstudios in Freiburg/ Brsg. Luigi Nono starb am 8.5.1990 in Venedig. > Luigi Nono (1924). Ha studiato con Malipiero, Maderna e Scherchen. Dal 1950 al 1959 partecipa ai Ferienkurse di Darmstadt e successivamente ai corsi della Summer School di Darlington. Nascono in questo periodo le Variazioni canoniche sulla
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serie dell’op. 41 di Schönberg, Composizione n. 1, Polifonica-MonodiaRitmica, Epitaffio per F. Garcia Lorca e Canto sospeso del 1955 che ha segnato la sua prima, grande affermazione. Nel 1960 inizia la sua attività di studio, sperimentazione e composizione con strumenti elettronici presso lo Studio di Fonologia Musicale della Radiotelevisione Italiana di Milano, attività che si esterna nelle opere Omaggio a Vedova, La fabbrica illuminata, Ricorda cosa ti hanno fatto ad Auschwitz, Contrappunto dialettico alla mente, A floresta é jovem e cheia de vida . Prosegue poi i suoi studi in questo campo a Friburgo, presso l’Experimentalstudio Heinrich Strobel Stiftung della SWF di cui diviene anche consulente musicale. Qui, a partire dal 1980, realizza numerose opere sfruttando le possibilità del live electronics grazie a un sofisticato studio mobile che consente il trattamento elettronico dei suoni dal vivo. È di questi anni la grande opera Prometeo, che riassume tutta la sua ultima produzione. Muore a Venezia nel 1990.
Thunders of Epiphanias Etwas erscheint – plötzlich. Im Wirklichen öffnet sich für einen Moment ein unverhofftes Unerfind liches, und das Ereignis ist flüchtig, ein Wetter leuchten, aber gesehen ist gesehen. Die Ausstel lung zeigt Arbeiten von Florian Germann, Christoph Hinterhuber, Christian Kaufmann, Ivo Mahlknecht und Leander Schwazer. Das Lanserhaus in Eppan wird zum Forum eines inter-generationellen Aus tausches. Qualcosa appare – all’ improvviso. Nella realtà si svela inaspettatamente e solo per un momento qualcosa di inimmaginabile e il risultato è fugace, un balenio, ma ciò che si è visto è visto. La mos tra ospita opere di Florian Germann, Christoph Hinterhuber, Christian Kaufmann, Ivo Mahlknecht e Leander Schwazer. La Residenza Lanserhaus di Appiano diventa il forum per uno scambio interge nerazionale.
Thunders of Epiphanias 23.09.-24.10. auf Einladung von / su invito di Leander Schwazer Opening 22.09, ore 21 Uhr Raiffeisenforum Lanserhaus | Eppan / Appiano
Musik und Neue Technologien Das Biennium für Musik und Neue Technologien des Musikkonservatoriums »C. Monteverdi« Bozen ist ein experimenteller Studiengang zweiten Grades, der den Studierenden eine qualifizierte Vorbe reitung im Gebiet der elektronischen Musik und der multimedialen Techniken anbietet. Im Rahmen eines zweijährigen Studiums universitären Niveaus werden die musikalischen Anwendungen der neuen Technologien behandelt. Klangumwandlung, Tonauf nahme, Postproduktion, Partiturschreiben mit Hilfe des Computers, Musikmanagement, Video- und Au dioproduktion, Improvisation, Analyse und Geschich te der Neuen Musik sind die wichtigsten Themen, deren Kenntnis im Laufe des Studiums vertieft wird. Es sind auch praktische Erfahrungen innerhalb künstlerischer Projekte (Installationen, Entwurf multimedialer Umgebungen, usw.) vorgesehen. Vor aussetzung zur Teilnahme an der Aufnahmeprüfung ist ein Uni-Abschluss oder ein Konservatoriumsdip lom (mit Oberschulreife-Matura). Musica e nuove tecnologie Diploma sperimentale di secondo livello in Discipli ne Musicali a Indirizzo Tecnologico del Conserva torio Monteverdi di Bolzano, un’opportunità per la specializzazione nel campo della musica elettroni ca e nella produzione multimediale. All’interno di un percorso biennale di livello universitario, vengono approfonditi diversi ambiti legati all’applicazione della tecnologia alla musica, come i sistemi di tra sformazione del suono, la registrazione profes sionale, la post-produzione, la scrittura musicale su computer, il managment artistico-musicale, la produzione video e il montaggio audio-video, oltre a percorsi formativi legati all’improvvisazione, all’analisi e alla storia della musica contemporanea. Il corso offre inoltre possibilità di esperienze sul campo in diversi progetti artistici, che vanno dal concerto all’installazione, dalla ricerca alla pro gettazione di ambienti multimediali. Per accedere all ammissione è richiesto un titolo di laurea o un diploma di conservatorio congiunto alla maturità.
Referenten / Referenti Prof. Carlo Benzi | carlobenzi@gmail.com Prof. Nicola Baroni | nicola.baroni@fastwebnet.it www.konservatoriumbozen.it www.conservatoriobolzano.it Tel. +39 0471 978764
Parkhotel Laurin Via Laurin Str. 4 I - 39100 Bozen / Bolzano T +39 0471 311000 | F +39 0471 311148 info@laurin.it | www.laurin.it
BOZEN / BOLZANO
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23.09. Mittwoch / Mercoledì
SPEECH + ELECTRONICS
EX-ALUMIX
> via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
ore 20.30 Uhr
Jörg Zemmler > / &.><1!’*ÜÄÖäö#+ü-,_:;+-/=) ore 21.00 Uhr
Blixa Bargeld > Rede / Speech
In seiner Ein-Mann-Performance Rede/Speech begibt sich der Frontmann der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld an die Grenzen von Sprache und Musik. Die Zuschauer werden zu Zeugen einer Metamorphose, bei der sich aus Sätzen, Wörtern und Silben zu akustische Architekturen, tönende Sphären und kakophonische Monstren entwickeln. Mit elektronischen Machenschaften, konzertanten Texten und Kurzschlusstendenzen leitet der Südtiroler Jörg Zemmler den Abend ein: alles, was du hörst, ist das, was du fühlst.
Il berlinese Blixa Bargeld, leader dei leggendari Einstürzende Neubauten nonché ex-chitarrista dei Bad Seeds di Nick Cave, ci propone il progetto “Rede/ Speech”. Si tratta di uno spettacolo teatral-sperimentale, una performance puramente linguistica, basata sulla emissione, registrazione, iterazione e sovrapposizione di sillabe, parole, frasi e vocalizzi. La giusta introduzione alla serata non poteva che essere fatta da Jörg Zemmler, poeta altoatesino, con una breve performance dove “tutto ciò che senti è ciò che provi”.
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Jörg Zemmler > / &.><1!‘*ÜÄÖäö#+ü-,_:;+-/=), 30 min Jörg Zemmler > Stimme / voce
Blixa BargeLd > Rede / Speech, 90 min
Solo Vocal Performance / Pseudo Scientific Entertainment Blixa Bargeld > Stimme / voce Boris Wildorf > Sound engineer
In Zusammenarbeit mit / In collaborazione con
www.blixa-bargeld.com 114 |
Mit einem Wort:
Perfektion. Mit vier Worten: Nahrung für die Seele. Wie Blixa Bargeld gleich zu Beginn sagte, hat er Rede/Speech so konzipiert, dass sie mit einer Lesung, einer vorbereiteten, vorgefertigten und einer langweiligen Lesung nichts am Hut hat. Er schrieb Rede/Speech damit er ein Forum hatte, in das er sich ohne Vorbereitung stürzen konnte, nicht wissend, was dabei auf ihn zukommen wird, eine Herausforderung, bei der er auf die Bühne geht, nicht wissend was passieren wird und mit dieser Angst spielend… Rede/Speech fügt sich in die Performancekunst ein, unterscheidet sich aber wiederum von ihr, weil sie dazu tendiert, die Schauspieler einem Konzept unterzuordnen. Mehr Performance als Kunst, also. Rede/Speech ist hingegen ein intensives und menschliches Stück, ein in Szene setzen der Kunst des Lebens. Blixa Bargeld ist auf der Bühne sehr präsent, teilweise auf schockierende Weise, wie in dem Teil in dem er seine persönliche Vorstellung vom Sonnensystem beschreibt. Unglaublich schnell schafft es der
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Schauspieler mit seinem Publikum in einen intimen Dialog zu treten, dank der Echtheit seiner Performance, aber auch deshalb, davon bin zumindest ich überzeugt, weil er nicht in seiner Muttersprache rezitiert. Während der Vorstellung stellt er dem Publikum Fragen, keine rhetorische Fragen: er erwartet sich Antworten. Wer Rede/Speech noch nie gesehen hat oder davon sprechen hat hören, dem muss ich vorher erklären, wie es aufgebaut ist. Eine sehr einfache Situation. Ein Mikrophon, vier Fußhebel, die an eine Maschine angeschlossen sind, die 31 Sekunden Klang wiedergeben kann (der Toningenieur Boris Wilsdorfche bedient gleichzeitig und mit Bedacht den Mixer), zwei Boxen und in seinen Taschen nur ein kleines Heft mit seinen Notizen, den Konzepten und Anmerkungen für die Aufführung. Außer diesen kurzen Anmerkungen in diesem kleinen Heft ist alles Improvisation, die einzige Limitierung, wenn man sie denn so nennen kann, ist
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»Während der Vorstellung stellt er dem Publikum hält er eine Karte mit Fagen, keine den Abständen zwirhetorischen schen den Planeten Fragen: er nach den Proportionen erwartet sich die ihm die Maschine Antworten… « der 31 Sekunden erder Einfallsreichtum des Künstlers. Blixa Bargeld erzählt im Lauf des Abends eine ganze Reihe von Geschichten, was er selber als pseudowissenschaftliche Performance bezeichnet. […] Besonders der zweite Teil verschlägt einem die Sprache. Wenn ich den für mich besten Teil der Performance auswählen müsste, würde ich genau jenen Teil nennen, in dem Blixa Bargeld sein persönliches Sonnensystemmodell entwirft. Es ist ein unglaubliches Stück, das einen perfekten Rhythmus verlangt und er selbst war augenscheinlich deswegen besorgt. Die Tatsache ihn so erschrocken zu erleben, hat die Intensität des Stücks noch erhöht, weil er seine Angst nicht beiseite geschoben hat, sondern mit ihr gespielt hat und sie zu seinen Gunsten ausgespielt hat. In einigen Momenten schien er von ihr fast überwältigt zu werden, aber es gelang ihm immer sie zu beherrschen und mit seiner Wärme und seinem Humor und seinen albernen Anekdoten über historische Fakten – wie jene über den deutschen Astronomen, der den Uranus nach dem englischen König George benennen wollte und dass deshalb Namen der Asteroiden eine Geschichte erzählen – gelang es ihm, wunderbare Momente zu schaffen. Wir ordnen die Planeten vertikal an: Saturn, Jupiter, Mars, die Erde, Venus, Merkur, die Sonne („die Sonne ist hier“ meint er auf das Mikrofon zeigend, „natürlich“), Merkur, Venus, die Erde, Mars, Jupiter, Saturn… in seinen Händen
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laubt, sodass zwischen Saturn und Jupiter ein unglaublich größer Abstand im Vergleich zu jenem zwischen Erde und Venus entsteht. Deshalb kann er Uranus, Neptun und Pluto nicht mit einschließen: sie sind so weit entfernt, dass, würde er denselben Maßstab weiterverwenden, keine Zeit bliebe, das Stück zu beenden. Um den Loop zu kreieren, der dem Stück zu Grunde liegt, muss er ständig seine Stoppuhr und seine Universumkarte kontrollieren, das richtige Pedal bedienen und die Planeten im richtigen Rhythmus auflisten. Ein einmaliges Erlebnis. […] Und ein wunderschönes Stück, gerade weil seine physischen Anstrengungen dem Sonnensystem so viel Menschlichkeit hinzugefügt haben. […] --Anna Clare McDuff aus > Anna Clare McDuff: Rede / Speech@Meltdown99. A Review. “One word: perfection. Four more words: food for the soul”
in una parola:
Perfezione. in quattro: cibo per l‘anima. L’intervento di Blixa Bargeld, intitolato Rede/ Speech, come l’artista stesso ha spiegato durante il suo saluto al pubblico, lo ha preparato così da non avere nulla a che vedere con i tradizionali reading, essendo questi ultimi scritti in precedenza e quindi predeterminati e noiosi. Blixa ha creato Rede/Speech per avere un foro su cui affacciarsi senza alcuna preparazione e nessun idea di cosa potrebbe succedere, per avere un palco dove potere affrontare delle sfide, dove potere camminare con il timore e l’eccitazione di fare fronte all’imprevedibile… Rede/Speech si inserisce nel genere dell’arte performativa, ma differisce dalla maggior parte di questa, che normalmente – perlomeno nella mia esperienza - tende ad inglobare gli attori a vantaggio dei concetti. Più performance che arte, insomma. Rede/Speech, invece, è uno spettacolo intenso ed umano, è una messa in scena dell’arte della vita. Blixa Bargeld è molto presente sul palco, talvolta in modo scioccante, come nella parte in cui descrive il suo modello personale
del sistema solare. L’attore costruisce rapidamente un rapporto intimo con il suo pubblico, sia grazie all’onestà della performance, sia al fatto - io almeno ne sono convinta - di non recitare nella sua madrelingua. Durante tutta la serata pone domande al pubblico assolutamente antiretoriche: si aspetta delle risposte. Per chi non ha mai visto o sentito parlare di Rede/Speech, c’è bisogno di una breve spiegazione su come si struttura. La situazione è molto semplice. Un microfono, quattro pedali, collegati ad una macchina che può riprodurre 31 secondi di suono (gestita in parallelo dalla regia del fonico Boris Wilsdorf che manipola il mixer con sapienza), due casse e nelle tasche dell’artista/interprete un piccolo blocco per gli appunti con concetti e note per lo spettacolo. A parte gli imput che sono scritti in questo piccolo quaderno, il resto è improvvisazione, il cui solo limite è l’immaginazione dell’artista: un limite, dunque, per modo di dire. Blixa Bargeld racconta un sacco di storie nel corso della serata, facendo ciò che lui stesso chiama performance pseudo-scientifiche.
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[…] La seconda in particolare lascia senza parole. Se dovessi scegliere la parte migliore dell’intero spettacolo, sceglierei proprio questo pezzo, in cui Blixa Bargeld costruisce il suo modello personale del sistema solare. È un brano incredibile in cui si richiede un ritmo perfetto e lui stesso ne era visibilmente impaurito. Proprio il fatto di vederlo così spaventato ha caricato di intensità il brano, perché invece di allontanare la paura ha giocato con essa e la ha usata a suo favore. In alcuni momenti ne sembrava quasi sopraffatto, ma è riuscito sempre a dominarla e con il suo calore e il suo umorismo e i suoi sciocchi aneddoti su fatti storici - come quello dell’astronomo tedesco che cercò di chiamare Uranio “George” come il re d’Inghilterra, e come di conseguenza puoi leggere la storia dai nomi degli asteroidi è riuscito a creare momenti meravigliosi. Noi lo vediamo verticalmente l’ordine dei pianeti – racconta Bargeld: Saturno, Giove, Marte,
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Foto: Thomas Rabsch
«È un brano incredibile in cui si richiede un ritmo perfetto e lui stesso ne era visibilmente impaurito... »
la Terra, Venere, Mercurio, il Sole ( “il sole è qui” ci dice indicando il microfono “naturalmente”), Mercurio, Venere, la Terra, Marte, Giove, Saturno… nelle sue mani ha una mappa con le distanze dei pianeti espresse secondo le proporzioni che la macchina dei 31 secondi gli permette, così da lasciare uno spazio ampissimo tra Saturno e Giove rispetto a quello esistente tra la Terra e Venere. Per questo nel suo sistema non può includere Uranio, Nettuno o Plutone: sono così lontani che se tenesse la stessa scala non ci sarebbe tempo sufficiente per finire il pezzo. Così per creare il loop che
sta alla base del brano, deve sempre controllare il suo cronometro e la sua mappa dell’universo, tenere premuto il piede sul pedale corretto e elencare i pianeti secondo il ritmo giusto. Una esperienza unica. […] Un pezzo bellissimo proprio perchè il suo sforzo fisico ha umanizzato il suo sistema solare. […] --Anna Clare McDuff tratto da > Anna Clare McDuff: Rede/Speech@Meltdown99. A Review. “One word: perfection. Four
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Foto: Thomas Rabsch
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE 120 |
> BLIXA BARGELD 1959 in Berlin geboren. 1980 Gründung der Gruppe “Einstürzende Neubauten”, als deren Kopf und Sänger. Von 1984 bis 2003 Gitarrist der Band “Nick Cave and the Bad Seeds”. Zahlreiche Konzertreisen durch Europa, Nord- und Südamerika, Australien und Japan. Arbeiten als Komponist, Autor, Schauspieler, Sänger, Musiker, Performer und Dozent in beinahe allen Bereichen der Darstellenden Kunst. > Blixa Bargeld, pseudonimo di Christian Emmerich (Berlino Ovest, 12 gennaio 1959), è un chitarrista e cantante tedesco. Artista poliedrico, è conosciuto principalmente per la sua attività di musicista. Nel 1980 fonda gli Einstürzende Neubauten, una delle band più importanti e significative del movimento industrial con i quali continua tuttora a pubblicare album e a compie svariati tour nelle varie parti del mondo. Tra il 1984 ed il 2003 è stato il chitarrista/ cantante dei Bad Seeds, la backing band di Nick Cave. Dalla metà degli anni ‘90 Bargeld si è anche esibito come solista. Durante queste esibizioni viene solitamente coadiuvato dall’ingegnere del suono dei Neubauten, Boris Wilsdorf. > JÖRG ZEMMLER u.a. „leihworte & - töne“, Edition ch 2004. 2006 Gewinn des fm4 Protestsongcontests. Bands: bob, joe zorro & the pistols. Sporatisch Poetryslammer. Tontechniker. Lebt in Wien. > JÖRG ZEMMLER o anche “leihworte & - töne”, edizioni 2004. Nel 2006
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vince la gara di peosia fm4 protestsongcontests. Fa parte delle band: bob, joe zorro & the pistols. Si esibisce sporadicamente anche come poetryslammer. Tecnico del suono, vive a Vienna.
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Filmclub presents 24.09. > Ore 20.30 Uhr FILM
BERLIN BABYLON, (2000, 88 min) Hubert Siegert > Regie / Regia Thomas Plenert > Kamera / Camera Einstürzende Neubauten > Musik / Musica Der Sturz der Mauer 1989 hinterließ in der Mitte Berlins plötzlich ein großes Stück Leere: daraufhin wurde die ›Republik Potsdamer Platz‹ ausgeru fen, wo neue Visionen des Zusammenlebens Platz finden sollten. Doch die multinationalen Konzerne wie Daimler-Chrysler und Sony entdeckten das Gelände als geeigneten Ort für ihre Prestigebau ten und besetzten es für wenig Geld… La caduta del muro nel 1989 lascia nel bel mezzo di Berlino un immenso vuoto dal quale sorge la ›Republik Potsdamer Platz‹, dove nascono e si sperimentano visioni diverse e nuove possibilità del “vivere insieme”. Purtroppo questo territorio viene svenduto per pochi soldi a potenti multinazionali come Daimler-Chrysler e Sony… Un film di denun cia musicato dai mitici Einstürzende Neubauten.
FILMCLUB Via Dr.-Streiter-Gasse 8/D I - 39100 Bozen / Bolzano www.filmclub.it | info@filmclub.it
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25.09. Freitag / Venerdì
MUSIC + TRANSART_CLUBBING
EX-ALUMIX
> via Voltastr. 11 > ore 21.00 – 04.00 Uhr
Fat-ish (I) Wang inc. (I) The Bug (London) Kid606 (Berlin) Eine verlassene Fabrik an deren Wände musikalische Echos aus Jamaika, Venezuela, London und Berlin widerhallen. Sie erinnern an Blade Runner von Philipp K. Dick: post-industrielle Bildschöpfung, TechnoMusik im melting pot Stil. The Bug, Londoner dubstep jamaikanischen Ursprungs; Kid606, Venezolaner in Berlin, der Antonio Gaudì der Klangarchitektur breakbeat. Dazu Wang inc. und Fatish. Bringt eure Tanzschuhe mit!
Una fabbrica abbandonata, echi che risuonano miscelando Giamaica, Venezuela, Londra, Berlino. Sembra il Blade Runner di Philip K. Dick: immaginifico post-industriale, colonna sonora da melting pot tecnologizzato. The Bug, dubstep londinese dal cuore giamaicano, disco dell’anno 2008 per The Wire; Kid606, venezuelano trapiantato a Berlino, l’Antoni Gaudì dell’architettura sonora breakbeat. E Wang inc. e Fatish. Portate le scarpe da ballo! curated by Vanja Zappetti
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Fat-ish (I) > Jazzcore
Andrea Polato > Schlagzeug / Batteria Matteo Cuzzolin > Saxophon / Sassofono Marco Stagni > Bass / Basso
Wang inc. (I) > IDM
The Bug (London) > dubstep
Kid606 (Berlin) > breakcore
www.wang.inc 126 |
EIN NEUES LEBEN ERWARTET EUCH Ein neues Leben erwartet euch in der außerirdischen Kolonie. Die Gelegenheit in einem Eldorado neue Möglichkeiten und Abenteuer zu beginnen. Und wenn ihr die Anspannungen eines anstrengenden Tages loswerden wollt, schwitzt die Toxine bei einem frenetischen, modernen, rhythmischen Abend aus. Ein Abend für Freunde der ultrazeitgenössischen Klänge, bei denen nichts vorhersehbar ist, wenn sich traditionelles Instrumentarium und hypertechnologische Maschinen vermischen um Musik zu kreieren wie jene babylonische, angekündigt von der Cyberpunk Literatur, eine Art aktualisierte Dekadenz im Sinne des Fin de Siècle. Beginnen wir mit einer der interessantesten, offensten und avantgardistischen Formationen Südtirols, Fat-ish, mit ihren rhythmischen Kombinationen, ungleich rund, mit einer Basis aus Saxophon, Bass und Schlagzeug mit wechselnden Dissonanzen und harmonischen Einschnitten. Jazz nach Zornscher Philosophie, extrem in seiner Konzeption, einzigartig in seiner Aufführung, gleichzeitig unwiederholbar und wieder erkennbar. Die Reise in den urbanen Klang des dritten Jahrtausends geht mit Wang Inc. weiter – bürgerlich Bartolomeo Sailer: einer der Söhne der avantgardistischen musikalischen Szene Südtirols, in Sterzing geboren, aber seit Jahren in Bologna wohnhaft. Für seine Musik verwendet er alle möglichen Quellen, von den modernen analogen Instrumenten bis hin zur allerneusten Software. Eine Klangmischung die dem geistigen Umfeld eines Weltbürgers entspricht, der aktiv an der Welt teilhaben will. Sein Live Set ist einzigartig, verschwitzt, ausgeklügelt, extrem persönlich. Klänge, die sich verwandeln und das Publikum überschwemmen, Ventile, die sich öffnen und verschließen, unterschwellige Klangwahrnehmungen, Tasten, die mit inniger Sequenz gedrückt den Rhythmus des Moments angeben. Manchmal träumerisch, manchmal rhythmisch, seine Show ist immer im Stande Geist und Beine gleichzeitig zu entführen: nicht von ungefähr war er schon Gast bei den größten Festivals und in den Clubs auf der ganzen Welt, wie letzthin auf der Kunstbiennale von Venedig. Wir sprechen von Cyberpunk, post-industriell, neodekadent, es gibt heute keine geeignetere Musik als von jenem, der jetzt die Bühne betritt, The Bug – bürgerlich Kevin Martin. Produzent, Ideator zahlreicher
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Foto: Niall O brien
Projekte (Techno Animal, Ice, God, Kind Midas Sound, Razor X Producitons, Pressure und Ladybug um nur einige zu nennen), begehrter Partner in der Noise Jazz Szene (John Zorn, Antipop Consortium, 16-17, Pete „Sonic Boom“ Kemper’s E.A.R. project, Kevin Shields, El-P), persönlicher Remixer von Tom Yorke, Grace Jones, Einstürzende Neubauten, Primal Scream (Aber Kevin Martin ist vor allem The Bug!). Sein letztes Album, London Zoo, wurde von Kritikern mit Lob überhäuft, für viele zählt es zum Album des Jahres 2008, allen voran für das legendäre (und superselektives) Magazin The Wire. Dubstep, für jene die Etikettierungen brauchen. Aber The Bug war dubstep bevor die Etikette dubstep erfunden wurde: eine Mischung aus Reggae, Dancehall und urbanem Hip Hop, dunkel und post-industriell durch die Verwendung von konkretem Krach und Texten mit sozialem Inhalt: „so much people are losing their minds, because we‘re living in a serious time. I guess it come in like a judgement sign, the people have killing on their mind”(aus dem Lied Judgement). London am Ende aller Zeit, und so klingt es: alle großen britischen Musikproduzenten der letzten zwanzig Jahre haben ihr Markenzeichen im Gleichgewicht zwischen Gaststimmen und begleitender Musik gefunden. Massive Attack haben das vor allem auf den ersten drei Alben gezeigt, vielleicht als erste überhaupt, ganz sicher mit einer seltenen Meisterhaftigkeit. Ebenso Tricky, und auf andere Art Chemical Brothers, Fat Boy Slim, Faithless, Portishead, Lamb, Leftfield. Selten ist das Gleichgewicht zwischen expressivem Klang der digitalen Basis und gesungenem Part so fest wie beim musikalischen Angebot von The Bug: wie ein Dub Gedicht von Linton Kwesi Johnson in den unendlichen Orbit lanciert. Sicher handelt es sich um die Erneuerung der konsolidierten britischen Reggae Tradition, entstanden durch die vielen Einwanderer aus Jamaika. Aber sie ist auch ein
Produkt der heutigen Avantgarde, sei es im Bezug auf die verwendeten Klänge, als auch von den Themen her: von den Taliban bis zum Wirbelsturm Katrina (“America is a big superpower. They should have been there within the hour”), besingt The Bug die dunkle Seite der Dekade von Bin Laden. Eine Art britischer Bill Laswell, mit der Lust Nachrichten in die Welt zu posaunen, wie es auf ihre Art Black Flag mit Damaged und Marvin Gaye mit What’s Going On schon getan haben. An diesem Punkt wird die Atmosphäre kurz vor dem Überkochen sein und genau jetzt ist der Abend bereit für intensivere Rhythmen, für jene die mit geschlossenen Augen und hoch gestreckten Armen tanzen: für all jene kommt Kid606 – bürgerlich Miguel Trost Depedro. Geboren in Venezuela, aufgewachsen in Kalifornien und erst kürzlich nach Berlin Kreuzberg gezogen, zählt er zu den Exponenten der intelligenten Dance Music. Er erklärt, dass
er seine Inspiration aus dem Techno Hardcore, dem Indie Punk, dem Noise Roch und dem Heavy Metal holt, genauso wie aus der Grenzmusik der letzten zwanzig Jahre. Seine Alben sind Ausdruck der aufkommenden indietronischen amerikanischen Szene, vergleichbar mit Matmos, Atari, Teenage Riot, Add N (To X). Schnell fiel Kid606 Mike Patton von Ipecac Records auf, der ihn 2000 mit dem Album Down With The Scene in seinen Verteiler aufnahm. Klänge zwischen IDM und elektronischer Musik, gemixt mit immer präsenten Technorhythmen, für immer interessantere Alben bis hin zum letzten - Shout At The Döner, das dieses Jahr erschien: augenscheinlich soll der Titel an Shout At The Devil von Mötley Crüe erinnern, Zeugnis der Vielfalt an Inspirationsquellen, die das Schaffen von Kid606 auszeichnet. Aber der Titel bezieht sich auf die heilige erholsame Pause kurz vor dem Nachhauseweg nach einer Nacht in einem Berliner Club: ein Venezuelaner,
der in Kalifornien aufgewachsen ist, türkisches Fast Food isst nach einer Nacht in Berlin. Ist das die globale Post-Industrielle Realität im Jahre 2009? Wahrscheinlich. Sicher ist, dass seine Musik von nichts ausgeht, eine Reihe von Klangquellen verwendet, so dass manch einer auch von „Schizotronik“ gesprochen hat: die Kombination von vielen und unterschiedlichen Musikrichtungen, transformiert und modelliert zu etwas einzigartig Neuem, das sich der Katalogisierung entzieht, eine trendy Form ohne Etikette. Beats und Basslinien, mehr als genug. Das was den Dancefloor auf der ganzen Welt so unterhaltend macht. Vielleicht ist es intelligente Dance Musik, vielleicht ist es auch nur einfacher und blöder Techno Punk, sicher ist es etwas Unglaubliches für all jene, die Lust haben sich in einem avantgardistischen Club auszutoben. --Vanja Zappetti
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Foto: Niall O brien
una nuova vita vi attende Una nuova vita vi attende nella colonia extramondo. Un‘occasione per ricominciare in un Eldorado di nuove occasioni e di avventure. E se vorrete scaricare le tensioni della faticosa giornata, niente di meglio che sfogare le vostre tossine col sudore d’un ballo sfrenato, moderno e ritmato. Una serata per gli amanti del suono ultracontemporaneo, dove nulla è scontato, quando strumentazione tradizionale e macchinari ipertecnologici si mescolano a creare un che di sempre nuovo, colonna sonora di quella Babilonia di culture e conoscenze preconizzata dalla letteratura cyberpunk, sorta di aggiornato decadentismo fin de siècle. Le danze saranno aperte dalla più interessante realtà d’avanguardia della musica sudtirolese, i Fat/ish, con le loro combinazioni ritmiche disparatamente rotonde a base di sax, basso e batteria in alternata dissequenza di incastri armonici. Jazz di filosofia zorniana, estremo nella sua concezione, unico nella sua esecuzione, contemporaneamente irripetibile e riconoscibile. Il viaggio nel suono urbano del terzo millennio proseguirà poi con Wang Inc. – in borghese Bartolomeo Sailer: uno dei figli meglio riusciti della gestazione musicale avanguardista sudtirolese, nato a Vipiteno ma da anni residente a Bologna. Per creare musica utilizza qualsiasi fonte possa ispirarlo, dagli strumenti di modernariato analogico ai software di ultimissima generazione. Un melting pot sonoro degno dell’ambiente mentale di chi si sente cittadino del mondo, e del mondo vuole fare attivamente parte. E il suo live set per questo è unico, sudato, elaborato, estremamente personale. Suoni che si trasformano e inondano il pubblico, valvole che aprono e chiudono percezioni sonore subliminali, tasti premuti in fervida sequenza a dettare i ritmi del momento. A volte sognante, a volte ritmatissimo, un suo show è sempre in grado di rapire menti e gambe contemporaneamente: non a caso è stato chiamato ad
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»So much people are losing their minds, because we‘re living in a serious time. I guess it come in like a judgement sign, the people have killing on their mind... «
esibirsi nei maggiori festival e club in tutto il mondo, non ultima la Biennale d’Arte a Venezia. Se si parla di cultura cyberpunk, post-industriale, neodecadentismo, oggi non può esserci colonna sonora più adeguata di quella creata da chi giungerà sul palco a questo punto della serata, The Bug – in borghese Kevin Martin. Produttore, titolare di uno svariato numero di progetti (Techno Animal, Ice, God, King Midas Sound, Razor X Productions, Pressure e Ladybug, solo per nominarne alcuni), collaboratore ricercatissimo della scena noise jazz (John Zorn, Antipop Consortium,16-17, Pete „Sonic Boom“ Kemper‘s E.A.R project, Kevin Shields, El-P), remixer personale di Thom Yorke, Grace Jones, Einstürzende Neubauten, Primal Scream, soprattutto Kevin Martin è The Bug. Tre dischi all’attivo, l’ultimo dei quali, London Zoo, tanto incensato di lodi da risultare l’album dell’anno 2008 per molta della critica specializzata, su tutti lo storico (e superselettivo) magazine The Wire. Dubstep, il genere, per chi ama le etichette. Ma The Bug era dubstep prima che l’etichetta dubstep venisse inventata: un misto di reggae dancehall e hiphop urbano, reso oscuro e post-industriale da un’utilizzo di concretismo rumorista e testi impregnati di sociale: “so much people are losing their minds, because we‘re living in a serious time. I guess it come in like a judgement sign, the people have killing on their mind“ (dal brano Judgement). Londra alla fine dei tempi, questo il suo suono: tutti i grandi produttori di musica britannici degli ultimi vent’anni
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hanno trovato il proprio marchio di fabbrica nell’equilibrio tra voci ospiti e musica su cui appoggiarle. I Massive Attack, soprattutto nei primi tre album, lo hanno fatto forse per primi, sicuramente con maestria rara. E così Tricky, e in modo differente Chemical Brothers, Fat Boy Slim, Faithless, Portishead, Lamb, Leftfield. Raramente però l’equilibrio tra suono espresso dalle basi digitali e parte cantata è stato così coeso come nella proposta musicale di The Bug: è la poesia dub di Linton Kwesi Johnson lanciata nel iperspazio. Sicuramente si tratta di un rinnovamento della consolidata tradizione reggae britannica, nata dalla folta schiera di immigrati giamaicani. Ma è assolutamente prodotto di avanguardia odierna, sia per I suoni utilizzati che per le tematiche toccate: dai talebani all’uragano Katrina (“America is a big superpower. They should have been there within the hour”), The Bug canta la parte scura della decade di Bin Laden, dando un giro di vite da ventunesimo secolo alla retorica babylonesca dei testi reggae. Una sorta di Bill Laswell britannico, con voglia di lanciare messaggi al mondo così come fecero ognuno a modo suo i Black Flag di Damaged e il Marvin Gaye di What’s Going On. L’atmosfera sarà sicuramente caldissima e a quel punto la notte sarà pronta per passare ai ritmi più intensi, quelli di chi balla a occhi chiusi e braccia in alto: per questo arriverà Kid606 – in borghese Miguel Trost Depedro. Nato in Venezuela, cresciuto in California e recentemente trasferitosi a Kreuzberg, Berlino, ecco un altro esponente della dance music intelligente, gran rimestatore di campioni e testimone in proprio della commistione culturale d’oggigiorno. Dichiara che le sue fonti d’ispirazione siano la techno hardcore, l’indie punk, il noise rock e l’heavy metal, ossia la musica di frontiera degli ultimi vent’anni. I suoi dischi sono espressioni di punta dell’emergente scena indietronica statunitense, con attitudine e suoni comparabili ad altri paladini del settore, come Mat-
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mos, Atari Teenage Riot, Add N (To X). Grande elaboratore di campioni fin dall’inizio della sua attività musicale, è stato presto notato dalla Ipecac Records di Mike Patton, che l’ha voluto nel proprio catalogo con l’album Down With The Scene del 2000. Suoni a mezzo tra IDM e musica elettronica ambientale, miscelati con ritmiche e attitudini techno sempre presenti, per dischi sempre più interessanti fino all’ultimo Shout At The Döner uscito quest’anno: palese la citazione di Shout At The Devil dei Mötley Crüe, a testimonianza della molteplicità delle ispirazioni che caratterizzano la mente di Kid606. Ma il titolo è pure una dedica alla sacra pausa ristoratoria prima del rientro a casa dopo una nottata trascorsa in qualche club berlinese: un venezuelano cresciuto in California che mangia fastfood turco dopo una serata a Berlino. Questo il villaggio globale post-industriale del 2009? Probabile. Di certo la sua musica non prescinde da nulla, utilizza una svariata serie di fonti sonore tanto che qualcuno l’ha ribattezzata “schizotronica”: è la combinazione di molteplici e differenti stili di musica da ballo, trasformati e modellati in un unicum nuovo, troppo difficile da catalogare in un genere per trendy che sia l’etichetta. Beats e linee di basso, assai. Ossia ciò che genera il divertimento nei dancefloors di tutto il mondo. Probabilmente è musica dance intelligente per coloro che non sanno di gradire la musica dance intelligente, forse è semplice e stupido technopunk, sicuramente è qualcosa di travolgente per chi ami scatenarsi sulle piste da ballo dei club d’avanguardia. --Vanja Zappetti
> Kevin Martin aka THE BUG spielt bereits als Teenager Saxophon und beschäftigt sich mit John Coltranes, Miles Davis‘, Pharao Sanders‘, Albert Aylers und Peter Brötzmanns. Er hat eine große Leidenschaft für zeitgenössische Musik, für obskure Filmsoundtracks und für Hip Hop. 1996 beginnt er sein Soloprojekt The Bug. Mit Unterstützung von Dave Cochrane wagt er sich an eine Audio-Interpretation von Francis Ford Coppolas „The Conversation“. Das Film-Konzept-Album „Tapping The Conversation“, an dessen Verwirklichung auch DJ Vadim beteiligt ist, erscheint 1997 bei WordSound. 1998 folgt bei Fat Cat die EP „Low Rider“. The Bug setzt sich zum Ziel, die Tür zu einem Raum jenseits festgefahrener Definitionen aufzustoßen. Gemeinsame Auftritte mit Daddy Freddy, Singing Bird, Toastie Taylor,
Tikiman, Wayne Lonesome und Roger Robinson. Live ist The Bug meist mit MC Ras B und Warrior Queen unterwegs. > KEVIN MARTIN, aka THE BUG, vive e lavora a Londra come musicista, producer e giornalista. Attivo nei generi dub, jazzcore, industrial hip-hop, and dubstep. Molti i suoi progetti, tra cui : God, Techno Animal, Ice, Curse of the Golden Vampire, The Bug con cui si presenta a Transart09, e Pressure. Ha collaborato con John Zorn, Justin Broadrick, Experimental Audio Research, El-P, Blixa Bargeld, Alec Empire, Dälek, Vast Aire, AntiPop Consortium, DJ Vadim, Cutty Ranks, Flow Dan, Mark Stewart e Keith Levene > Wang inc. / Bartolomeo Sailer, geb. in Sterzing, lebt und arbeitet in Bologna; veröffentlichte 1999 seine erste Cd „12 pollici“ im deutschen Musiklabel „Sonig“ – http://www.sonig.de (Mouse on Mars) und „risotto in 4/4“im französischen Label Bip-Hop – http:// www.bip-hop.com; im Jahr 2004 wird das Album „wood roads“ im amerikanischen Label context http://www. context.fm veröffentlicht; Wang Inc. realisierte bereits Live-Act in ganz Eurpopa, er nahm am Projekt „Oreste“ (Biennale di Venezia del 1999) teil, und spielte im Museum „Pecci di Prato“, „Gam“ in Bologna und die Galerie „Art forum“ in Mailand; 1993 realisierte er die Performance „7 screens“ in der Galerie „Pianissimo“ in Mailand im Zusammenhang mit der Show „Quasi bianco“. > BARTOLOMEO SAILER è nato a Vipiteno (Italia) nel 1971. E’ conosciuto principalmente come WANG INC. Leggende narrano che abbia sperimentato con la campionatura digitale all’inizio degli anni ‘90, ha suonato
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> Das Projekt Fatish Trio wird 2007 in Berlin gegründet von M. Cuzzolin (Tenorsaxophon und Sopran, fx), M. Stagni (Bass, Kontrabass), A. Polato (Schlagzeug, Live Electronik). Nach unzähligen gemeinsamen Sessions kommt langsam der Charakter von Fatish zu Tage: eine Explosion alternativer Musik, mit Punk und Jazz Elementen und einer unglaublichen Stimm- und Klangrecherche. > Il progetto FATISH TRIO si forma a Berlino alla fine del 2007, da tre musicisti : M. Cuzzolin (sassofono tenore e soprano, fx), M. Stagni (basso, contrabbasso), A. Polato (batteria, elettronica live). È da innumerevoli registrazioni di sessions d‘improvvisazione che lentamente viene alla luce il carattere del Fatish Trio: un‘esplosione di musica alternativa, venata di punk e di jazz e attraversata da un‘inesauribile ricerca timbrica e sonora.
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Foto: Micke Lund
in una rock band a metà delgi anni ‘90 e ha fatto il dj in radio e clubs per tutti gli anni ‘90. Nell’anno 1999 ha pubblicato il suo primo disco con l’etichetta SONIG posseduta e diretta dai Mouse on Mars. Da allora ha partecipato a svariate compilations e ha pubblicato un album con l’etichetta Francese BIP-HOP. La sua missione musicale è quella di portare i suoni della “musique concrete” nella cultura dance e vice versa. Nel 2004 pubblica il suo album Woods Roads per l’etichetta di S.Francisco CONTEXT FREE MEDIA (rip) e venne distribuito da KOMPAKT. Attualmente la sua etichetta è PERSISTENCEBIT per la quale ha pubblicato Meditations For A Better World Vol.1 ed ora è uscito il Vol.2. Collabora anche al progetto Ende coofondato con il suo amico Andrea A. Di Carlo. Ha collaborato e suonato con: Vincenzo Vasi, Fx Randomix, Lucio Morelli, Nicola Negrini, Dimitri from nowhere, Amarcord, Roy Paci, Mathmos, Moltheni, Egle Sommacal.
> KID 606 Der aus Venezuala stammende Miguel Manuel De Pedro gilt als Musikbesessener par excellence. Aufgewachsen im kalifornischen San Diego, zieht er in die Hippie-Metropole San Francisco, wo er seine Vorliebe für Hip Hop, Punk, Techno und Breakbeat auslebt. 1998 debütiert Kid 606 mit „Don‘t Sweat The Technics“ auf dem südkalifornischen Label Vinyl Communication. Ironisch tiefsinnige Titel und ein Hang zur wilden Klangcollage gehören zu seinen
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Markenzeichen. Die Alben auf Mille Plateaux machen Kid 606 auch in Europa zu einer festen Größe in der Electro-Szene. Und auch als Remixer geht es 2001 für den Kalifornier steil bergauf, er überarbeitet Peaches Track „Set It Off“ oder auch „Dream On“ von den Depeche Mode. Mit „Pretty Girls Make Raves“ wendet sich De Pedro dem Dancefloor zu mit lupenreinem four-to-the-floor-Techno. Das Album entsteht unter der Prämisse, einfach mal Spaß zu haben. Sinngemäß tobt sich Kid 606 ausnahmsweise mal mit geraden Beats aus. > KID606, nome d’arte di Miguel Trost De Pedro, è un musicista elettronico venezuelano nato a Caracas nel 1979. Cresciuto tra San Diego e San Francisco, in California, dopo aver attraversato in lungo e in largo tutti i possibili scenari elettronici, dall’ambient all’IDM, Kid606 mostra prepotentemente il suo valore, lanciando un messaggio a tutti gli artisti borderline del nostro tempo. Ed è proprio su quest’ultima posizione che si attesta nell’album “Die Soundboy Die“, facendo congiungere generi estremamente fisici come il dubstep, il raggae e la techno. E’ un riemergere prepotente della scena rave, nei suoi aspetti più antichi e moderni.
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> via Kravoglstr. 2 > ore 20.30 Uhr
Klangforum Wien
UNG / FÜHR F U A LUTA UR ASSO A M I PR
> Hommage a Niccolò Castiglioni Dirigent / direttore
> Emilio Pomárico Die Hommage an den italienischen Komponisten Niccolò Castiglioni versammelt eine stilistische Bandbreite seiner Musik. Von seinem frühen Erfolg, den Tropi (1959), bis zum späten, geradezu transzendenten, konzentrierten Werk wie Risognanze (1989) reicht sein künstlerischer Atem. Es finden sich Züge einer an Webern orientierten Melancholie, dessen Symphonie op. 21 auf die absolute Transparenz im Klang bedacht ist. In der Musik von Martino Traversa nimmt ein wahres Klang-Universum Einzug und zeigt, wo Neue Musik am spannendsten ist: wenn sie Assoziationen freizusetzen vermag.
A Bressanone, dove il compositore Niccolò Castiglioni ha vissuto gli ultimi anni della sua vita, si svolge l’omaggio tra musica e parole che gli viene dedicato dall’ensemble Klangforum Wien e dal festival Transart, insieme ai musicisti e agli amici che qui lo avevano conosciuto. Il viaggio musicale proposto in questa serata rispecchia l’ampio percorso svolto dal compositore e le principali influenze da lui subite: dalle posizioni iniziali, orientate verso il neoclassicismo, attraversò la dodecafonia (e con essa l‘espressionismo) e lo strutturalismo, per arrivare infine ad un linguaggio musicale scevro da dogmatismi.
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Klangforum Wien > Hommage a Niccolò Castiglioni Dirigent / Direttore > EMILIO POMÁRICO PROLOG: EDUARD DEMETZ > Flying Carpet, 10 min Manuela Kerer im Gespräch mit Silvia Cesco und Eduard Demetz über Niccolò Castiglioni / Manuela Kerer, Silvia Cesco, Eduard Demetz: conversazione intorno a Niccolò Castiglioni NICCOLÒ CASTIGLIONI > Capriccio, 7 min FERRUCCIO BUSONI > Berceuse élégiaque, version de chambre 1921, (Bearb. Erwin Stein), 9 min ANTON WEBERN > Symphonie op. 21, 10 min LUIGI DALLAPICCOLA > Piccola Musica Notturna, 7 min NICCOLÒ CASTIGLIONI > Tropi, 8 min MARTINO TRAVERSA > Landscape, 12 min URAUFFÜHRUNG / PRIMA ASSOLUTA NICCOLÒ CASTIGLIONI > Risognanze, 11 min Emilio Pomarico > Dirigent / direttore Vera Fischer > Flöte / flauto Wolfgang Zuser > Flöte / flauto Markus Deuter > Oboe Bernhard Zachhuber > Klarinette / clarinetto Olivier Vivarès > Klarinette / clarinetto Tamara Joseph > Fagott/o Christoph Walder > Horn / corno Reinhard Zmölnig > Horn / corno Gunde Jäch-Micko > Violine / violino
Annette Bik > Violine / violino Dimitrios Polisoidis > Viola Andreas Lindenbaum > Violoncello Alexandra Dienz > Kontrabass / contrabbasso Sylvain Blassel > Harfe / arpa Florian Müller > Klavier / pianoforte Joonas Ahonen > Klavier / pianoforte Björn Wilker > Schlagwerk / percussioni Adam Weisman > Schlagwerk / percussioni
Transart dankt dem RAI Sender Bozen für die Aufnahmen dieses Konzertes, das live übertragen wird / Transart ringrazia la RAI di Bolzano per la registrazione radiofonica di questo concerto, che sarà trasmesso in diretta.
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Foto: Michele Maggiali
WEIL SIE UNS FEHLEN Lieber Niccolò Castiglioni, mit diesem Brief nehme ich Sie mit auf eine Reise durch Ihre Stadt Brixen, die mir einiges über Sie erzählte. Pflasterstein 1, kleine Lauben: Ich drehe mich um Richtung Galerie. Hier traten Sie aus ihrer Wohnung in die Altstadt. Ein Klavier und viele Noten: sonst war sie eher spartanisch. Von hier aus starteten Sie ihre Rundgänge durch Brixen: die Stadt in die Sie Sich „auf den ersten Blick“ verliebten. „Eine Liebe, die sich im Lauf der Jahre noch verstärkte“. Sie schätzten ihren kulturellen Reichtum, bezeichneten sie als lebendig, human, jung, als „wirklich europäische Stadt“. Ich habe Sie vor mir: Auf einen Stock gestützt, mit subtilem Lächeln und filigran hoher Stimme. Ich war klein und Sie waren für mich auf Ihre „nicht uneigenartige“ Weise sehr sympathisch. Ich fand Sie beeindruckend, aber WER Sie wirklich waren, war mir noch absolut nicht klar. Sie waren bescheiden und herrlich „einfach“, Ihre Handschrift klar und präzise. Sie sagten, die Musik stünde für Sie über der Karriere, waren ein oft gesehener Gast bei Konzerten der heimischen Musikvereine. Während der Marende plauderten Sie oft fast eine halbe Stunde durch und wurden plötzlich ganz still, erzählt mir Dr. Carlo Milesi, neben Journalist Fausto Ruggera einer Ihrer besten Brixner Freunde. Für seinen Chor arrangierten Sie Stücke, schrieben „große Noten“ und hatten stets ein offenes Ohr. Heute spielt man auf Ihrem Klavier. Pflasterstein 746, Wilder Mann: Haben Sie hier 1987 den Brief an Lud wig Hinterschweiger, RICORDI Verlagsmanager in Deutschland und Mailand, eingeworfen? „Im Jahr 1984 habe ich eine Wohnung in einem alten Gebäude in Brixen gekauft. Ich verbringe dort den ganzen Som-
»Sie waren bescheiden und herrlich „einfach“, Ihre Handschrift klar und präzise... «
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mer und es wäre eine große Freude, wenn ich Ihnen während dieser Zeit begegnet sein könnte!“ Er beschreibt Sie treffend als überaus feinsinnigen, sensiblen hoch angesehenen Komponisten, der in seinen Werken den Blick stets nach vorn richtete, ohne die Vergangenheit zu vernachlässigen. Pflasterstein 1449, große Lauben: Hier trafen Sie öfters auf Clara Sattler, mit der Sie viele Ausflüge unternahmen. Vor dem Autofahren hatten Sie große Angst und neckten sie, sie müsse ob ihrer Geschwindigkeit, die gar nicht überhöht war, zur Beichte. Als sie im Wiener Konzerthaus eine Ihrer Uraufführungen sang und Ihnen wegen der höllischen Schwierigkeit dasselbe nahe legen wollte, lachten Sie verschmitzt. Für Heinrich Walder und sein VocalArt schrieben Sie eine Missa Brevis und er erinnert sich, dass Sie sie ihm nahezu extrem laut am Klavier vorspielten. Pflasterstein 9380, Pfarrplatz: Ich blicke auf den Dom, wo Sie jeden Tag die 8 Uhr Messe besuchten. Danach blieben Sie meist noch länger in sich gekehrt sitzen. Inspiriert von Paul Trogers Fresken schrieben Sie eine kleine Symphonie für Brixen, die Sie aber leider wieder zerrissen. Auch bei den Franziskanern und Kapuzinern waren Sie gern, und als Pater Josafat Wieser Sie fragte, ob die leicht zugängliche Musik ihrer Messen nicht zu einfach für Sie wäre, meinten Sie „das liebe ich zwischendurch“. Sie waren tief gläubig, liebten die Brixner Berglandschaft, wo die Augen rasten durften und das Herz zur Ruhe kam. Pflasterstein 18123, St. Michaelstor: Ganz Brixen war für Sie ein Tor. Das Tor zur deutschen Sprache, die Sie gut beherrschten und die Sie an Ihre „innere Befreiung“ in Darmstadt erinnerte, wie ich in einem Manuskript von Luigi Scaggiante lese. Josef Lanz lud Sie auf ein Referat ein, wo Sie u.a. auf den Einfluss der geographischen Lage eines Musikers eingingen und Ihre Heimatstadt Mailand nicht gerade gut ausstieg. Den Mailänder fehle es „an segensreichen Minderwertigkeitskomplexen“. Briefe adressierten Sie mit „Milano (NORD AFRICA)“. Was Ihre Mitmenschen anging waren Sie hingegen herzensgut, kämpften in Mailänder Prüfungskommissionen für jeden (noch so schlechten) Studenten („Aber er ist so ein guter Junge!“). Wirklich glücklich fühlten Sie Sich aber in Brixen, meinten, hier könnten Sie arbeiten, hier entstünden Ihre besten Werke. 19023? 23792? Wie viele Pflastersteine mag Brixen besitzen? Keine Ahnung, ich weiß aber, dass Sie über unzählige von ihnen gelaufen sind und ich bin stolz auf mein Brixen, das Sie so sehr ins Herz geschlossen haben.
»Im Jahr 1984 habe ich eine Wohnung in einem alten Gebäude in Brixen gekauft. Ich verbringe dort den ganzen Sommer und es wäre eine große Freude, wenn ich Ihnen während dieser Zeit begegnet sein könnte!... «
--Manuela Kerer
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Perché Lei ci manca Caro Niccolò Castiglioni, con questa lettera Le chiedo di accompagnarci in un viaggio attraverso la Sua città di Bressanone, un viaggio suggeritomi da alcune persone. Pietra 1, Portici Minori: mi giro in direzione della Galleria. Di qui Lei passava dalla sua abitazione nella città vecchia. Un pianoforte e molte note: altrimenti Lei era decisamente spartano. Da qui partivano i Suoi giri per Bressanone: la città di cui Lei si era innamorato a prima vista, “un amore che si è rinforzato negli anni”. Lei apprezzava la sua vita culturale, la descriveva come vivace, umana, giovane e “veramente una città europea”. La immagino davanti a me: appoggiato al Suo bastone, con un sorriso sottile e una voce dalla filigrana acuta. Io ero piccola e Lei mi era molto simpatico malgrado i Suoi modi decisamente originali. Lei mi affascinava, ma chi Lei fosse veramente non mi era assolutamente chiaro. Lei era riservato, semplice e signorile, la sua scrittura chiara e precisa. Sosteneva che la musica era più importante della carriera, ed era spesso ospite dei concerti organizzati dalle associazioni locali. Durante la colazione chiacchierava anche per una buona mezz’ora e poi improvvisamente Lei si zittiva, mi racconta il dott. Carlo Milanesi, accanto al giornalista Fausto Ruggera, uno dei suoi migliori amici brissinesi. Per il suo coro ha arrangiato dei brani, scrivendo “grandi note” ed era sempre disponibile all’ascolto. Oggi si suona sul Suo pianoforte. Pietra 746, Uomo selvatico: l’ha imbucata qui nel 1987 la lettera a Lud wig Hinterschweiger, manager delle edizioni Ricordi tra Germania e Mi-
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lano? “Nel 1984 ho comprato un appartamento sotto i vecchi portici di Bressanone. Trascorro qui tutta l’estate e sarebbe una grande gioia, poterla incontrare qui in questo periodo!”. Lui La descrive giustamente come compositore oltremodo fine, sensibile e profondamente apprezzato, che nella sua opera ha saputo avere spesso uno sguardo lungimirante, senza dimenticare il passato. Pietra 1449, Portici Maggiori: qui si incontrava spesso con Clara Sattler, con cui ha fatto molte gite. Lei aveva molta paura di viaggiare in auto e la punzecchiava, dicendole che doveva confessarsi per la sua velocità, malgrado non fosse eccessiva. Quando Carla cantò una Sua prima assoluta alla Casa dei Concerti di Vienna e, a causa della difficoltà infernale, La invitò a fare la stessa cosa Lei rise furbamente. Per Heinrich Walzer e il suo VocalArt Lei ha scritto una Missa brevis e lui si ricorda che Lei lo accompagnò al pianoforte ad un volume quasi troppo elevato. Pietra 9380, Piazza Duomo: rivolgo lo sguardo verso il Duomo, dove Lei ogni giorno alle 8 andava a messa e dopo spesso rimaneva ancora a lungo seduto, immerso nei Suoi pensieri. Ha scritto una breve Sinfonia per Bressanone ispirata dagli affreschi di Paul Troger, che poi purtroppo ha voluto strappare. Anche presso i Francescani e Cappuccini andava volentieri; quando Padre Josafat Wieser Le chiese se la musica facilmente accessibile delle loro messe non fosse troppo semplice per Lei, rispose “la amo di tanto in tanto”. Lei era profondamente credente, amava il paesaggio montano di Bressanone, dove gli occhi potevano riposarsi e il cuore calmarsi.
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«Compositore oltremodo fine, sensibile e profondamente apprezzato, che nella sua opera ha saputo avere spesso uno sguardo lungimirante, senza dimenticare il passato... »
Pietra 18123, Porta San Michele: tutta Bressanone per Lei era una porta. La porta verso la lingua tedesca, che Lei parlava bene e che Le ricordava la Sua “liberazione interiore” del periodo di Darmstadt, come leggo in un manoscritto di Luigi Scaggiante. Josef Lanz La invitò a fare una relazione, dove Lei parlò tra l’altro dell’influsso della zona geografica su un musicista e non parlò molto bene della Sua città natale, Milano. Ai milanesi manca “un benefico complesso di minoranza”. Le lettere le intestava con „Milano (NORD AFRICA)“. Per quanto concerneva i suoi simili, Lei è sempre stato benevolo, nelle commissioni di esame a Milano ha sempre lottato per ogni (non troppo scadente) studente (“ma è un così bravo figliolo!”). Bene si sentiva veramente a Bressanone, dove poteva lavorare e dove scrisse le sue opere migliori! 19023? 23792? quanto pietre possiede Bressanone? Non so, però so che Lei ne ha calpestate moltissime, e sono orgogliosa che la mia Bressanone possa esserLe entrata così nel cuore. --Manuela Kerer
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> Niccolò Castiglioni (19321996) studierte Klavier und Komposition am Conservatorio „Giuseppe Verdi“ bei Giorgio Federico Ghedini und Franco Margola und schloss das Studium 1953 ab. Er wurde für die beste Abschlussarbeit in Komposition ausgezeichnet und gewann damit eine vom Ministero della Pubblica Istruzione finanzierte Reise zu den Salzburger Festspielen. Sein Interesse galt in dieser Zeit vor allem der Kunst, der Natur, den Bergen und der Philosophie. Nachdem er sich während seiner Studienzeit vor allem für die Musik von Igor Strawinskij begeistert hatte, beschäftigte er sich später mit der Zwölftonmusik und danach mit den verschiedenen Positionen des musikalischen Denkens nach Anton von Webern. Am Mozarteum Salzburg nahm er an Kursen von Friedrich Gulda, Carlo Zecchi und Boris Blacher teil. Von 1958 bis 1965 besuchte er die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. Abgesehen von einer kurzen Zeit in den 1950er Jahren, in der er auch als Pianist auftrat, stand für Castiglioni das Komponieren und Unterrichten im Mittelpunkt seiner Arbeit. Von 1966 bis 1970 lebte er in den USA, wo er bei der Rockefeller Foundation in Buffalo Kontrapunkt lehrte und als Gastprofessor an den Universitäten von Washington (Seattle), Michigan (Ann Arbor) und Kalifornien (San Diego) Komposition unterrichtete. Nach seiner Rückkehr nach Italien lehrte er zunächst am
Conservatorio di Trento (Trient) und von 1977 bis zu seinem Tod am Conservatorio di Milano. > NICCOLÒ CASTIGLIONI (Milano, 17 luglio 1932 – Milano, 7 settembre 1996) è stato un compositore e pianista italiano. Iniziò lo studio del pianoforte in giovane età, in seguito si iscrisse al conservatorio di Milano, dove ebbe come docenti di composizione Giorgio Federico Ghedini e Franco Margola. In seguito si perfezionò al Mozarteum di Salisburgo in pianoforte con Carlo Zecchi ed in composizione con Boris Blacher. Come pianista svolse una breve carriera concertistica negli anni Cinquanta, per poi dedicarsi in seguito in modo esclusivo alla composizione ed al suo insegnamento. Dopo aver subito una profonda influenza stravinskiana, si interessò alla dodecafonia e successivamente allo strutturalismo, in special modo tra il 1958 ed il 1965, anni in cui fu presente ai Ferienkurse für neue Musik di Darmstadt. Nel 1966 si trasferì negli Stati Uniti, dove fino al 1970 insegnò contrappunto e composizione presso la State University of New York ed alla Rockefeller Foundation di Buffalo. Fu inoltre “visiting professor” presso la University of Michigan a Ann Arbor (1967), “regent lecturer” in composizione alla University of California, San Diego (1968), e professore di storia della musica rinascimentale presso la University of Washington a Seattle (1969-1970). Dopo il ritorno in Italia nel 1970, riprese l’insegnamento della composizione presso i conservatori di Trento (1976–1977), Milano (1977–1989), Como (1989–1991) e ancora Milano (1991–1996); morì prematuramente nella sua città natale, il 7 settembre 1996. Il suo pianoforte è stato donato dalla madre alla Corale San Michele di Bressanone.
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> EMILIO POMÁRICO, italienischer Dirigent und Komponist, studierte in Mailand und ergänzte seine Ausbildung durch Meisterkurse bei Franco Ferrara in Siena und Sergiu Celibidache in München. Nach seinem Debüt 1982 begann eine eindrucksvolle Karriere an den grossen italienischen Theatern und Orchestern. Seither ist er von zahlreichen europäischen Klangkörpern eingeladen worden, u.a. vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, vom WDR Sinfonieorchester, vom Orchestre de la Suisse Romande, vom SWR Sinfonieorchester, vom BBC Scottish Symphony Orchestra, von den Bamberger Symphonikern, vom Orchestra Filarmonica della Scala, vom Klangforum Wien und dem Ensemble Recherche. Grosse Beachtung finden seine regelmässigen Auftritte an bedeutenden Festivalstätten wie dem Edinburgh International Festival, dem Festival d‘Automne, den Wiener Festwochen und Wien Modern sowie den Salzburger Festspielen. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent widmet sich Emilio Pomàrico intensiv dem Komponieren. > EMILIO POMÁRICO (Buenos Aires, 17 giugno 1953) è un direttore d’orchestra argentino di origini italiane. Ha studiato in Italia (tra l’altro con Franco Ferrara) e in Germania (con Sergiu Celibidache), da molti anni risiede e lavora a Milano. Ha diretto numerose orchestre sinfoniche italiane di prim’ordine, tra cui quelle della RAI, della Fenice di Venezia,
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e della Scala di Milano. Ha diretto inoltre in gran parte d’Europa (Parigi, Glasgow, Edimburgo, Berlino, Francoforte, Vienna, Zurigo, Basilea, Ginevra, Lisbona), partecipando a prestigiose manifestazioni quali il Festival Internazionale di Edimburgo, il Festival d’Automne di Parigi, la Biennale di Venezia. Il suo repertorio include anche autori classici (da Bach a Anton Webern), ma il suo territorio d’elezione è senza dubbio la musica contemporanea, di cui ha diretto (spesso in prima esecuzione assoluta) opere di autori quali Luciano Berio, Pierre Boulez, Elliott Carter, Franco Donatoni, Hugues Dufourt, Brian Ferneyhough, György Ligeti, Giacomo Manzoni, Bruno Maderna, Luigi Nono, Iannis Xenakis, György Kurtág e numerosi altri. Sono da segnalare specialmente le sue prime esecuzioni assolute di autori come Emmanuel Nunes (di cui ha creato i lavori Quodlibet nel 1991), Nihil mutantur omnia interit nel 1996, Musivus nel 1998, Hugues Dufourt (di cui ha diretto le prime assolute dei brani La Maison du Sourd alla Biennale di Venezia nel 1999 e Concerto per oboe e orchestra con l’Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI a Torino nel 2006) e Brian Ferneyhough (del quale ha diretto la prima esecuzione integrale del ciclo Carceri d’invenzione a Parigi nel 1996). È docente di direzione d’orchestra alla Civica Scuola di Musica di Milano. > Das KLANGFORUM WIEN wurde 1985 von Beat Furrer als SolistenEnsemble für zeitgenössische Musik gegründet. Sein Repertoire zeigt eine große stilistische Vielfalt: Präsentation aller zentralen Aspekte der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts – von den bedeu-
tenden Werken der Klassischen Moderne, besonders der Zweiten Wiener Schule, über Werke junger, vielversprechender Komponisten bis hin zu experimentellem Jazz und freier Improvisation. Die weltweite Konzerttätigkeit mit über 80 Aufführungen pro Saison führt das Klangforum Wien schwerpunktmäßig sowohl in die großen europäischen Musikzentren als auch in die USA und nach Japan. Jährlich gibt es einen programmatisch ambitionierten Zyklus im Wiener Konzerthaus, weiters Musiktheater-, Film- und Fernsehproduktionen, sowie CDEinspielungen. Seit 1997 ist Sylvain Cambreling erster Gastdirigent des Klangforum Wien. > Fondato nel 1985 da Beat Furrer, KLANGFORUM WIEN è composto da 24 musicisti: l’ensemble si basa su un principio di autentico spirito democratico. La collaborazione tra esecutori, direttori e compositori è fortemente incoraggiata, nell’intento di sostituire la struttura gerarchica tradizionale più comune nella pratica musicale. Le esibizioni del Klangforum garantiscono una grande varietà stilistica, dai lavori più importanti del repertorio moderno più ‘classico’ fino ai lavori dei giovani compositori più all’avanguardia, al jazz sperimentale e alla libera improvvisazione. Klangforum Wien tiene concerti in tutto il mondo con più di 80 esibizioni ogni anno, svolge un’intensa attività discografica e partecipa a numerose produzioni di teatro musicale, per il cinema e per la televisione. Alla 50a edizione della Biennale di Venezia l’ensemble è stato insignito del Leone d’oro alla musica d’oggi. > MARTINO TRAVERSA begann als Autodidakt und studierte in Folge Klavier, Komposition, Jazz, elektroni-
sche Musik und Information Technology. An der Accademie di alto perfezionamento von Pescara erhielt er das Diplom in Techniken der Improvisation. Er führte seine Studien am Mozarteum in Salzburg und an der Universität von Stanford fort. 1987 – 1989 studierte er bei Luigi Nono. 1990 gründete er, mit Unterstützung von Nono, das Ensemble Edgard Varèse. 1999 gründete er das Prometeo-Lab, ein Forschungsstudio für Elektroakustik. Er komponiert und forscht im Bereich elektronische Technologien in Verbindung mit akustischer Musik, mit dem besonderen Schwerpunkt des Raumklanges. In seiner Freizeit widmet er sich dem Studium der Philosophie und der zeitgenössischen Kunst. > Martino Traversa ha studiato pianoforte, composizione, musica elettronica e Information Technology. Presso l’Accademia di Alto perfezionamento di Pescara ha ottenuto il diploma in tecnica dell’improvvisazione. Ha frequentato i corsi estivi di Siena. Si è perfezionato al Mozarteum di Salisburgo e ha conseguito il master al CCRMA (Center for Computer Research in Musica and Acoustic) presso la Stanford University. Dal 1987 al 1989 ha studiato con Luigi Nono. Nel 1990, con il sostegno di Luigi Nono, ha fondato e diretto l’Ensemble Edgard Varèse. Nel 1991 ha istituito la rassegna internazionale di musica moderna e contemporanea “Traiettorie”. Nel 1999 ha fondato “Prometeo”, un laboratorio permanente di cultura interdisciplinare nell’ambito delle scienze fisiche, l’arte e la filosofia. Dal 2002 sta operando per la costituzione della FONDAZIONEPROMETEO, organismo interdisciplinare attivo nel campo dell’arte contemporanea, della musica, della filosofia, della letteratura
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e della scienza. Svolge regolarmente attività di compositore e di ricercatore nell’ambito delle tecnologie elettroniche applicate all’acustica musicale.
> ANTON WEBERN (1883-1945) in Graz und Klagenfurt aufgewachsen, erhielt Privatunterricht in Klavier, Violoncello und Theorie. Studium an der Wiener Universität, Musikwissenschaft bei Guido Adler, 1906 Promotion mit einer Studie über den Choralis Constantinus von Heinrich Isaac. Kompostionsschüler bei Alban Berg und Arnold Schönberg in Wien. Ab 1920 in Wien als Dirigent, Pädagoge und Leiter des Wiener Schubertbundes tätig. 1924 und 1932 erhält er den Musikpreis der Stadt Wien. Nach 1935 lebt er zurückgezogen, unter schwierigen finanziellen Verhältnissen. Durch die Kulturkatas trophe, welche die Nazis über Europa gebracht haben, wird er völlig zur Seite gedrängt und wird 1945 auf der Flucht von den anrückenden sowjetischen Soldaten erschossen. > ANTON WEBERN (Vienna 1883 - Salisburgo 1945), compositore austriaco. Sviluppò il sistema dodecafonico di Arnold Schönberg, suo compatriota e maestro, e influenzò un’intera generazione di autori. Dal 1908 al 1934 svolse l’attività di direttore d’orchestra a Praga, Vienna e in varie città tedesche, insegnò composizione all’accademia musicale fondata da Schönberg a Vienna e diffuse le opere dei maggiori autori d’avanguardia contemporanei. La
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sua carriera fu stroncata dall’annessione (vedi Anschluss) nazista dell’Austria nel 1934, che lo costrinse a interrompere ogni attività pubblica e a guadagnarsi da vivere stentatamente con lavori di revisione. Nel 1945 si trasferì a Salisburgo, dove venne ucciso per errore da un soldato della polizia militare statunitense. Webern estese il concetto dodecafonico di serialità del timbro a quella dei ritmi, delle dinamiche e dei colori tonali. Fu proprio questo sviluppo a influenzare autori quali Stockhausen, Messiaen, Stravinskij e Boulez. Il metodo di Webern è mirabilmente illustrato nell’orchestrazione (1932) del Ricercare dall’Offerta musicale di Johann Sebastian Bach. Le principali opere dodecafoniche di Webern includono una Sinfonia per orchestra da camera (1928), le Cantate op. 29 (1940) e op. 31 (1943), e le Variazioni (1940) per orchestra.
> FERRUCCIO (Dante Michelangelo Benvenuto) BUSONI ist 1866 in Empoli bei Florenz geboren und 1924 in Berlin verstorben. Er war ein Pianist, Komponist, Dirigent, Librettist, Essayist und Musikpädagoge. Als Sohn eines italienischen Klarinettenvirtuosen und einer deutschstämmigen Pianistin wuchs er zweisprachig auf, gab mit 10 Jahren sein Debüt als Pianist, Komponist und Improvisator in Wien. 1881 wurde er im Alter von 15 Jahren Mitglied der Accademia Filarmonica in Bologna. Seit 1886 unterrichtete er am Leipziger Konservatorium, seit 1888 war er
Klavierlehrer am Konservatorium in Helsinki, danach in Moskau (1890 bis 1891) und Boston (1891 bis 1894). 1894 ließ er sich endgültig in Berlin nieder. Während des Ersten Weltkrieges lebte er im Exil in Zürich. Von 1920 bis zu seinem Tod unterrichtete er an der Berliner Akademie der Künste eine Meisterklasse in Komposition. Er gab u.a. die gesamten Klavierwerke von Johann Sebastian Bach und Franz Liszt heraus. Sein erstmals 1907 erschienenes Buch Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst nimmt Überlegungen zu neuen Tonskalen, Sechsteltonsystemen und sogar erste Ahnungen der Möglichkeiten elektrisch erzeugter Klänge vorweg. Die Veröffentlichung der überarbeiteten Fassung im Jahr 1916 löste heftige Kontroversen aus. > Ferruccio Busoni nacque ad Empoli nel 1866. Avviato agli studi musicali dai genitori, entrambi musicisti, intraprese giovanissimo la camera concertistica. Nel 1876-77 studiò composizione con W. Mayer a Graz. Dopo aver tentato invano di affermarsi come compositore in Italia, riprese faticosamente la carriera di concertista. Insegnò pianoforte a Helsinki nel 1888-89, quindi, dopo aver vinto il concorso Rubinstein di composizone nel 1890, a Mosca; dal 1891 insegnò a Boston. Ormai affermato come concertista, abbandonò l’insegnamento in conservatorio e nel 1894 si stabilì a Berlino. Sommo interprete di Bach, di Beethoven, di Liszt, come pianista ebbe pochi rivali fino alla Grande Guerra; tra le sue più significative composizioni di quegli anni sono da ricordare il Concerto op. 39 per pianoforte e orchestra, la Berceuse élégiaque op. 42 e il Nocturne Symphonique op. 43 per orchestra, la Fantasia contrappun-
tistica per pianoforte e l’opera Die Brautwahl (La sposa sorteggiata, rappresentata nel 1912). Dal 1913 al 1915 resse il liceo musicale di Bologna; successivamente si trasferì a Zurigo, dove rimase fino al 1920. Qui scrisse le opere Arlecchino e Turandot (composte, rispettivamente, nel 1914-16 e nel 1917, rappresentate entrambe nel 1917) e, a partire dal 1916, alcuni abbozzi per il Doktor Faust; quest’ultima opera, ripresa a Berlino nel 1920 ma rimasta incompiuta, si può considerare l’esempio più completo della sua concezione teatrale antiverista e simbolista. Oltre alle composizioni sopracitate la produzione di Busoni comprende ancora diversa musica vocale sacra, altri lavori sinfonici, la monumentale Fantasia contrappuntistica (1910,1912), le sei Sonatine, la Fantasia Indiana (1913), il grande Concerto per pianoforte con coro maschile finale op.39.
> LUIGI DALLAPICCOLA ist 1904 in Mitterburg geboren und 1975 in Florenz verstorben. Er war einer der bedeutendsten italienischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seiner Opern gelten heute als Klassiker der Moderne . Zu seinen Verdiensten zählen u.a. die Einführung der Zwölftontechnik in Italien. Bekannt wurde Dallapiccola vor allem durch die Uraufführung des Orchesterwerks mit Sopransolo „Partita“ (1933). In seinem gesamten Œuvre nimmt die Vokalmusik die bedeutendste Stellung ein. Dallapiccolan
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zeichnete sich außerdem durch klare Positionierungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen in seinen Werken aus. Beispielhaft dafür sind die antifaschistischen „Canti di prigiona“ (1938 - 1941 „Gesänge der Gefangenschaft“) und die „Canti di liberazione“ (1951 - 1955 „Gesänge der Befreiung“). > LUIGI DALLAPICCOLA (Pisino, 3 febbraio 1904 – Firenze, 19 febbraio 1975) compositore e pianista italiano, tra i primi in Italia ad approdare, sul finire degli anni trenta, alla dodecafonia. Le sue composizioni sono caratterizzate da intenso lirismo e da profondi contenuti spirituali e ideali. Iniziò gli studi musicali nella vicina Trieste sotto la guida di Alice Andrich Florio e Antonio Illersberg; è grazie a quest‘ultimo che Dallapiccola „scopre“, nel 1921, il „Manuale di armonia“ di Arnold Schoenberg, un incontro che segnerà profondamente tutta la sua vita. Nel 1922 si trasferì a Firenze (città in cui da allora risiedette fino alla fine della sua vita) dove completò gli studi pianistici con Ernesto Consolo e quelli di composizione sotto la guida inizialmente di Roberto Casiraghi e Corrado Barbieri, e in seguito di Vito Frazzi. Risalgono agli anni trenta le prime, importanti affermazioni in concorsi internazionali. Nel 1940 gli verrà offerta, per chiara fama, la cattedra di composizione al conservatorio Cherubini di Firenze. Nel dopoguerra la sua fama internazionale crescerà di continuo, in tutta Europa e in America, dove tra l‘altro verrà invitato a tenere corsi di perfezionamento a Tanglewood (dove ebbe come allievo il giovane Luciano Berio), al Queens College di New York, alla University of California e altrove. Nel 1949 a Milano fu tra gli organizzatori del „Primo congresso internazionale di musica
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dodecafonica“, assieme a Riccardo Malipiero ed a colleghi più giovani quali Camillo Togni e Bruno Maderna. Nel 1968 a Berlino verrà rappresentato il suo Ulisse, opera su libretto proprio tratto dall‘Odissea, frutto di un lavoro ben più che decennale che il compositore definì „il risultato di tutta la mia vita“. > EDUARD DEMETZ > siehe Seite 106 / vedi pagina 106
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BOZEN / BOLZANO
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30.09. Mittwoch / Mercoledì
SPEECH
EURAC
> Drususstr. 1 viale Druso > ore 20.30 Uhr
Richard Florida > Who’s your city?
mit / con Andrea Zeppa und / e Pier Luigi Sacco Die Entscheidung wo man lebt, ist trotz Globalisierung die entscheidenste überhaupt, meint der amerikanische Wirtschaftsexperte Richard Florida. Städte und Landschaften prägen die Identität, sie beeinflussen die sozialen und beruflichen Möglichkeiten und bestimmen unsere Chancen, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.
La teoria delle tre “T” di “The Rise of the Creative Class” (talento, tolleranza e tecnologia) – che ha portato Florida al successo internazionale - voleva l’ascesa della classe creativa come elemento determinante per la riuscita economica di una società. Ma ora non basta più! Il nuovo verbo Florida lo svela nel libro “Who’s your city?”.
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Richard Florida > Who’s your city? Toronto – Bozen / Bolzano: Videokonferenz mit/ Videoconferenza con Richard Florida Pier Luigi Sacco und / e Andrea Zeppa live im Saal / dal vivo in sala Deutsche und italienische Simultanübersetzung / Traduzione simultanea in lingua italiana e tedesca Eintritt frei / Ingresso Libero supported by Rana and Richard Florida
in zusammenarbeit mit / in collaborazione con
sposored by
www.creativeclass.com | www.whosyourcity.com 154 |
01.01.08 | Stadt / Città > Location
»Der Ort ist nicht nur wichtig, er ist wichtiger denn je! Die Globalisierung flacht die Welt nicht ab, im Gegenteil, die Welt ist und bleibt gebirgig... «
Es ist das Mantra des Globalisierungszeitalters, dass es egal ist wo du lebst: du kannst deinen High-tech Silicon Valley Job von der Skipiste in Idaho, vom Strand in Hawaii oder dem Loft in Chicago aus machen; du kannst Innovation von Shanghai oder Bangalore aus betreiben. Doch nach Meinung des internationalen Bestsellerautors Richard Florida ist das falsch. Der Ort ist nicht nur wichtig, er ist wichtiger denn je! Die Globalisierung flacht die Welt nicht ab, im Gegenteil, die Welt ist und bleibt gebirgig. Und der Ort wird sowohl für die globale Wirtschaft, als auch für unser individuelles Leben zunehmend wichtiger. Die Entscheidung, wo man lebt, ist die wahrscheinlich entscheidenste Frage überhaupt. Städte und Landschaften prägen die Identität, wie die Wahl des Lebenspartners oder die Entscheidung für einen Beruf. Sie beeinflussen unsere sozialen und beruflichen Möglichkeiten und bestimmen unsere Chancen, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. […] Who’s Your City listet zum ersten Mal die besten Städte auf, im Hinblick auf die Lebensqualität für Singles, junge Familien oder Eltern, die alleine zurückbleiben. Mit seinen neuen Ideen, wird dieser Text zu einem Leitfaden für über 40 Millionen von Amerikanern, die jedes Jahr von einer Stadt in die nächste ziehen, der ihnen erklärt, was es bedeutet in einer anderen Gemeinschaft zu leben.
WHO’S YOUR CITY? 30.09.09 | Bozen / Bolzano > EURAC
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Foto: 2008 Creative Class Group
Il mantra della globalizzazione vuole che non importa dove uno vada a vivere: puoi comunicare per via telematica dalla tua posizione hightech nella Silicon Valley , da una pista di sci dello Idaho, da una spiaggia delle Hawaii, da un loft di Chicago; l’innovazione corre da Shanghai a Bangalore. Secondo l’autore di best seller internazionali Richard Florida, non è del tutto vero… il posto in cui ti trovi non è solo importante, è determinante. La globalizzazione non appiattisce il mondo, al contrario lo rende acuto. Il posto in cui ciascuno si trova diventa sempre più rilevante per l’economia globale e le nostre vite personali. La scelta del posto in cui vivere, quindi, non è arbitraria. È probabilmente la scelta di vita più importante che facciamo, tanto quanto quale carriera intraprendere. Il luogo influenza in modo evidente i lavori e il tipo di carriera a cui si può avere accesso, le possibilità di incontrare le persone giuste e i mercati giusti e, infine, la nostra abilità di condurre vite felici e soddisfatte. Who’s Your City ci da anche per la prima volta una classifica delle migliori città basata sulla qualità di vita per singles, famiglie giovani o genitori rimasti soli. Con le sue nuove idee, questo testo diventa una guida per gli oltre 40 milioni di americani che ogni anno si spostano da una città all’altra, dando utili indicazioni su cosa significa vivere e appartenere alle diverse comunità.
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30.09.09 | Bozen / Bolzano > EURAC
politico assegnato dal Washington Monthly ed il cui contenuto è stato definito rivoluzionario dalla Harvard Business Review. E’ il fondatore del Creative Class Group, un’azienda di consulenza nel settore dei servizi che traccia nuove tendenze nel settore del business e della comunità. E’ entrato a far parte del consiglio consultivo per la ricerca della business innovation factory ed è stato recentemente nominato ambasciatore europeo per la creatività e l’innovazione.
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> RICHARD FLORIDA ist Direktor des Martin Prosprity Institute, Professor für Wirtschaft und Kreativität an der Rotman School of Management an der University of Toronto und Gründer der Creative Class Group, ein Unternehmen, das Trends im Bereich der Wirtschaft, der Gesellschaft und des Lifestyles aufspürt. Florida schreibt über Konzepte und Theorien der „kreativen Klasse“ und deren Zusammenhänge mit der urbanen Gesellschaft. Er verfasste das Buch The Rise of the Creative Class, Cities and the Creative Class und das Buch The Flight of the Creative Class. Florida sieht einen Zusammenhang zwischen der ökonomischen Stärke einer städtischen Region im Verhältnis zur Anwesenheit von hochtechnisierten Arbeitern, Künstlern, Musikern und homosexuellen Menschen. Die wirtschaftliche Stärke einer Region ziehe neben Kapital und Wirtschaft nach Florida insbesondere kreative Menschen an. Florida verfasste ein eigenes Ranking-System, das nach Kriterien wie Bohemian Index, Gay Index oder Diversity Index unterscheidet und danach Städte beurteilt. > RICHARD FLORIDA è direttore del Martin Prosprity Institute, professore di economia e creatività presso la Rotman School of Management della University of Toronto. Ha tenuto corsi nelle più prestigiose università americane, tra cui MIT e Harvard, ed è autore di alcuni importanti studi dedicati all‘economia della conoscenza e alla competitività industriale. È considerato uno dei più autorevoli osservatori delle evoluzioni socioeconomiche in corso. E’ autore del best seller internazionale The Rise of the Creative Class (l’ascesa della classe creativa), che ha ricevuto il premio per il miglior libro
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FRENER & REIFER Metallbau GmbH/Srl Via Alfred Ammon Str. 31 I - 39042 Brixen / Bressanone (BZ) T +39 0472 270 111 - F +39 0472 270 170 www.frener-reifer.com | info@frener-reifer.com
EURAC research Drususallee 1 viale Druso I-39100 Bozen / Bolzano T +39 0471 055055 | F +39 0471 055099 info@eurac.edu | www.eurac.edu
Die EURAC ist ein innovatives Forschungsund Weiterbildungsinstitut und umfasst fünf Forschungsbereiche: Angewandte Sprach wissenschaft, Minderheiten und Autonomien, Nachhaltige Entwicklung, Management und Unternehmenskultur sowie Lebenswissen schaften. Den fünf völlig unterschiedlichen Forschungssäulen liegt ein gemeinsamer Nenner zu Grunde: flexible und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Forschern und Forscherinnen verschiedenster Herkunft, sei es wissenschaftlicher als auch geographischer. L‘EURAC è un innovativo centro di ricerca e di formazione suddiviso in 5 aree di ricerca: Linguistica Applicata, Minoranze e Autonomie, Sviluppo Sostenibile, Management e Cultura d‘Impresa e Scienze della Vita. Come le deno minazioni delle aree di ricerca suggeriscono, gli studi condotti nell‘istituto sono molto diversificati, pur mantenendo degli ambiti di interesse comuni. Anzi, proprio la flessibilità e l‘interdisciplinarità sono tra le caratteristiche più vivaci dell‘EURAC.
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03.10. Samstag / Sabato
MUSIC + MULTIMEDIA
EX-ALUMIX
> Via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
Orchestra Haydn Orchester
> Frans Lanting’s Life: A Journey Through Time MUSIK / MUSICA >
PHILIP GLASS
Dirigent / direttore
> Keiko
Mitsuhashi
Eine fotografisch musikalische Reise durch die Geschichte unserer Erde und die Entstehung des Lebens. Während der Naturfotograf Frans Lanting mit seinen spektakulären Bildern die wilde Schönheit der Welt beschreibt und sich auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart macht, unterstreicht der zeitgenössische Komponist Philip Glass mit seiner zurückhaltenden Instrumentalisierung die großartige Lebendigkeit und doch auch Verletzlichkeit der Natur.
Un concerto sinfonico multimediale per raccontare la vita sulla Terra attraverso le immagini di Frans Lanting, uno tra i più rinomati fotografi del National Geographic. Immagini di vulcani incandescenti, ghiacciai ancora lontani dall‘ansia dello scioglimento, forme elementari di vita sempre più complesse - pesci, anfibi, rettili, mammiferi, scimmie - scorrono su un grande schermo, sottolineate dal ritmo elegante della musica minimalista composta da Philip Glass.
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Orchestra Haydn Orchester > Frans Lanting’s LIFE: A Journey Through Time, 60 min Dirigent / Direttore > KEIKO MITSUHASHI l. Elements ll. Beginnings lll. Out of the Sea lV. On Land V. Into the Air Vl. Out of the Dark Vll. Planet of Life Frans Lanting > Konzept und Fotos / Concetto e immagini Philip Glass > Musik / musica Michael Riesman > Arrangeur / arrangiatore Alexander V. Nichols > Bildchoreograf und technischer Leiter / coreografia e direzione tecnica Christine Eckstrom > project editor Peter Coyote > Erzähler / voce narrante Produced by Beth Morrison Projects in association with Frans Lanting Productions and Dunvagen Music Publishers LIFE: A Journey Through Time was originally commissioned and produced by the Cabrillo Festival of Contemporary Music / Music Director > Marin Alsop EINTRITT FREI / INGRESSO LIBERO
In Zusammenarbeit mit / In collaborazione con
www.lifethroughtime.com | www.lanting.com | www.philipglass.com | www.haydn.it 164 |
Life: A Journey Through Time ist die lyrische Interpretation des Meisterfotografen Frans Lanting der Geschichte des Lebens auf der Erde. „Ich wollte die Geschichte des Lebens erzählen, vom frühen Anbeginn bis heute - mit Bildern, die die Natur im Lauf der Zeit zeigen.“ erzählt Lanting. „Seitdem bin ich auf einer persönlichen Reise durch die Zeit, auf der Suche nach Naturschauspielen, die uns ein Fenster in die Vergangenheit öffnen.“ Seine Suche war weiträumig und herausfordernd, parallel zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Evolution. Er machte Pilgerfahrten in stille Lagunen in West Au-
stralien, in denen drei Billionen Jahre alte Lebensformen noch immer die Landschaft prägen. Er schloss sich einer Expedition in ein abgelegenes Tal auf der Halbinsel Kamchatka in Sibirien an, mit speienden Geysiren und dampfenden heißen Quellen um vielleicht einen flüchtigen Blick auf den Ursprung allen Lebens zu erhaschen. Er vergrub sich in Museen und Sammlungen um die verblüffende Formenvielfalt von Kieselalgen unter dem Mikroskop fotografisch festzuhalten, um die flüssig geometrischen Formen ozeanischer Quallen zu dokumentieren und visuelle Parallelen zwischen dem Wachstum der Organe im
©Frans Lanting/www.franslanting.com
LIFE: A JOURNEY THROUGH TIME
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menschlichen Körper und Mustern auf der Erdoberfläche zu ziehen. […] „Elements“ beschreibt die frühe Erdgeschichte und zeigt die Interaktionen der fünf klassischen Elemente: Erde, Luft, Feuer, Wasser und Raum. „Beginnings“ beschreibt die Entwicklung des Lebens vom ursprünglichen Einzeller zum komplexen Meereslebewesen. „Out of the sea“ umfasst die Zeit, als sich erstes Leben an Land entwickelte. „On Land“ erzählt vom Zeitraum als Pflanzen und Tiere beständige Kolonien bildeten. „Into the Air“ erzählt von der Evolution der Vögel und der blühenden Pflanzen, ein Kapitel, das mit den unheilvollen Geschehnissen rund um das Aussterben der Dinosaurier endet. „Out of the Dark“ portraitiert den Ursprung der Säugetiere und schlussendlich „Planet of Life“, in dem die gemeinsame Kraft des Lebens als sechs tes Element, das die Formenvielfalt unseres Planeten aufzeigt, gezeigt wird. […] Quelle: www.lifethroughtime.com
Life: A Journey Through Time è la storia della vita sulla terra interpretata con maestria e lirismo da un grande artista e fotografo quale Frans Lanting. “Volevo raccontare l’evoluzione della vita, dagli albori ad oggi attraverso una serie di immagini, che mostrassero il corso della natura nei secoli” racconta Lanting. “Da allora ho condotto un viaggio personale nel tempo, alla ricerca di scenari naturali, che potessero aprire una finestra sul passato. “Si tratta di un viaggio alla scoperta fotografica del pianeta che non ha nulla da invidiare per importanza alle nuove scoperte scientifiche sulla storia della vita sulla Terra. Lunghi pellegrinaggi nelle lagune dell’Australia occidentale fermano in scatti fotografici sorprendenti dei paesaggi caratterizzati da forme di vita vecchie tre bilioni di anni. Lanting intraprende, poi, una spedizione in una dispersa valle della
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penisola del Kamchatka in Siberia, tra i geyser in piena eruzione e i vapori delle sorgenti calde, per dare forse uno sguardo furtivo a come potrebbe essere stato l’inizio di tutto sulla terra. Il fotografo si è chiuso negli archivi dei musei e collezioni specializzate per esaminare e fotografare al microscopio la sorprendente diversità delle alghe silicee, per documentare la liquida geometria delle meduse oceaniche e mostrare i paralleli visivi che esistono tra la crescita degli organi nel corpo umano e alcuni campioni sulla superficie terrestre. […] “Elements” descrive la storia primordiale della terra e mostra l’interazione tra i 5 elementi primari: terra, aria, fuoco, acqua e spazio. “Beginnings” descrive lo sviluppo della vita dalle forme monocellulari alle complesse forme di vita marina. “Out of the sea”è dedicato al periodo in cui si sviluppano le prime forme di vita sulla terra; “On Land” racconta di come le piante e gli animali abbiano colonizzato la terra. “Into the Air” racconta l’evoluzione degli uccelli e la fioritura delle piante, un capitolo, che finisce con i malaugurati fatti che hanno provocato l’estinzione dei dinosauri. “Out of the Dark” ritrae la nascita dei mammiferi e “Planet of Life” descrive la forza della vita come sesto elemento basilare e ritrae la sua biodiversità. Fonte: www.lifethroughtime.com
ŠFrans Lanting/www.franslanting.com
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
©Frans Lanting/www.LifeThroughTime.com
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> Der Holländer FRANS LANTING gilt als einer der besten Naturfotografen unserer Zeit. Er dokumentiert seit mehr als zwei Jahrzehnten die Natur und unser Verhältnis zu ihr – vom Amazonas bis zur Antarktis. Lantings Bilder wurden in zahlreichen Museen aus gestellt, beispielsweise in Paris, Mailand, Tokio, New York, Madrid und Amsterdam. Er lebt zusammen mit seiner Frau Christine Eckstrom in den Vereinigten Staaten. > Frans Lanting è stato definito uno dei più grandi fotografi naturalisti del nostro tempo, il suo lavoro appare in libri, riviste e mostre in tutto il mondo. Per oltre vent’anni Lanting ha documentato la vita degli animali selvaggi e la relazione tra uomo e natura in ogni angolo della Terra, dall’Amazzonia all’Antartide. Nelle sue foto le creature più selvagge diventano ambasciatori per la salvaguardia dell’ecosistema e le sue molte pubblicazioni hanno incrementato in tutto il mondo la consapevolezza del pericolo corso dal patrimonio ecologico nei più remoti angoli del pianeta. Lanting è nato il 13 luglio 1951 a Rotterdam in Olanda, e vive nei pressi della baia di Monterrey con la scrittrice Christine Eckstrom che ha collaborato alla stesura di “Okavango” e “Forgotten Edens”. Ha fondato e dirige la North American Nature Photography Association, è opinionista per Outdoor Photographer e membro del National Council of the World Wildlife Fund.
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> PHILIP GLASS wurde 1937 in Baltimore geboren. Er studierte Musik u.a. an der Juilliard School in New York und bei Nadia Boulanger in Paris. Durch eine Begegnung mit Ravi Shankar lernte er die indische Musik kennen. Reisen nach Indien und Afrika folgten. Zurück in New York wandte er sich von seinem bisherigen eher konventionellen Kompositionsstil ab und gründete einen eigenen Klangkörper für seine inzwischen der sogenannten minimal-music zugerechneten Werke, das “Philip Glass Ensemble”. Seinen “Durchbruch” hatte er 1976 mit der Oper “Einstein on the Beach”, die in Zusammenarbeit mit Robert Wilson entstand und bis heute als Meilenstein in der Entwicklung der modernen Oper gilt. Er schrieb zahlreiche Opern, Stücke für sein Ensemble, Ballettmusiken, Orchesterwerke. Die Filmmusik zu “The Hours” bracht ihm 2003 eine Oscar Nominierung ein. > PHILIP GLASS Nato a Baltimora nel 1937, è uno dei principali compositori contemporanei della nostra epoca. Oltre alle tecniche occidentali, si avvicina, attraverso un lungo viaggio, alla tradizione musicale del Nord Africa, dell’India e dell’Himalaya, e tornato a New York, comincia a comporre servendosi delle tecniche apprese. Dal 1974 inizia a comporre definitivamente secondo i nuovi principi ritmici, dando origine ad un gran numero di partiture che resero nota, nell’arco di breve tempo, la sua “musica ripetitiva”. Compone muovendosi inoltre fra l’opera lirica, l‘opera sinfonica e quella cameristica. Nel frattempo Glass continua ad indagare il rapporto fra architettura sonora e palcoscenico, creando la musica per spettacoli di danza e di prosa e affronta con grande successo il cinema. Tra i riconoscimenti:
LA Film Critic‘s Award, un Oscar ed una nomination per il Golden Globe per la migliore colonna sonora (Kundun di Martin Scorsese), la nomina a Cavaliere dell‘Ordine delle Arti e delle Lettere dal Governo Francese e lauree ad honorem dall‘Università di Braneis, l‘Università dell‘Arte di Philadelphia e l‘Università Statale di New York a Buffalo.
Musikseminar nel 2003, ha ottenuto la Borsa di studio speciale di Accademia Musicale Chigiana nel 2005 e nel 2006. Si è esibita come direttore d’orchestra nel 2006 con l’Orchestra della Toscana a Firenze, Lucignano, a Tokyo tra il 2000-2004 dirigendo musiche di Mendelssohn, Beethoven, Mozart, Haydn con l’Harmonia Orchestra e la Hikarigaoka Orchestra.
> KEIKO MITSUHASHI ist 1980 in Tokyo geboren. Sie studierte bereits mit fünf Jahren Klavier, Kompostion und Solfeggio, mit 16 Orchesterleitung bei namhaften Dirigenten wie Seiji Ozawa, Gianluigi Gelmetti, Yoko Matsuo. 2003 erhielt sie den Master in Music an der Tokyo University of Fine Arts and Music. Sie spezialisierte sich 2006 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in Orchesterleitung. 2003 gewann sie den ersten Preis beim Wiener Musikseminar. Sie dirigierte 2006 das Orchestra della Toscana in Florenz, Lucignano, in Tokyo dirigierte sie zwischen 2000-2004 das Harmonia Orchestra und das Hikarigaoka Orchestra. Sie hielt Meisterkurse in Wien, Siena, Baden bei Wien, Sofia. > Il direttore Keiko Mitsuhashi è nata a Tokyo nel 1980. Ha cominciato a studiare pianoforte, composizione e solfeggio a 5 anni, direzione d’orchestra a 16 con prestigiosi direttori tra i quali ricordiamo Seiji Ozawa, Gianluigi Gelmetti, Yoko Matsuo. Nel 2003 si è laureata alla Tokyo University of Fine Arts and Music dove ha anche ottenuto il Master of Music. Si è specializzata alla Universität für Musik und dartstellende Kunst Wien in direzione d’orchestra nel 2005, e ha ottenuto il diploma d’Onore di Accademia Musicale Chigiana, corso di Direzione d’Orchestra, nel 2006. Ha vinto il primo premio al Wiener
> Das HAYDN ORCHESTER wurde 1960 auf Veranlassung der Gemeinden und Provinzen von Bozen und Trient gegründet. Es zählt zu den erfolgreichsten Klangkörpern Italiens und ist gern gesehener Gast in den renommiertesten Konzerthäusern im In- und Ausland. Das Repertoire reicht von Barock bis zur modernen Musikliteratur mit symphonischen, vokalen und geistlichen Werken. Am Pult stehen immer wieder berühmte Dirigenten wie Abbado, Muti oder Chailly. Seit 2003 steht es unter der Leitung von Gustav Kuhn. > Istituzione Concertistica Orchestrale riconosciuta dal Ministero del Turismo e dello Spettacolo, l’Orchestra Haydn si è costituita nel 1960 per iniziativa delle Province e dei Comuni di Trento e Bolzano. L’Orchestra è stata ospite dei principali sodalizi concertistici italiani ed ha preso parte a numerosi Festivals, esibendosi in vari stati europei e negli usa. Dal 2003 ne è direttore artistico Gustav Kuhn. Sotto la sua direzione l’Orchestra ha eseguito nella stagione 2006/07 tutte le Sinfonie di Johannes Brahms e nella stagione 2005/06 le nove Sinfonie di Ludwig van Beethoven, riproposte nel dicembre 2007 al Mozarteum di Salisburgo, accolte da un grande successo di pubblico e di critica. Dal 2007 partecipa regolarmente al Rossini Opera Festival.
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www.comune.bolzano.it/timecode www.gemeinde.bozen.it/timecode Infoline: T 0471 997 462
Autonome Provinz Bozen Südtirol
ProvinciA AutonomA di BolzAno Alto Adige
Nei 5 quartieri di Bolzano In den 5 Stadtvierteln von Bozen con/mit Arte/Kunst • Daniela Chinellato Filosofia/Philosophie • Anna Oliverio Ferraris • Thomas Hegemann • Franco La Cecla Letteratura/Literatur • Allievi/e / SchülerInnen di / der Scuola di scrittura creativa “Le Scimmie” • Omaggio a / Hommage an Klaus Menapace con / mit Kurt Lanthaler Musica/Musik • Orchestra Haydn Orchester • Keiko Mitsuhashi • Frans Lanting • Philip Glass • Quartetto d’archi di Torino • John Cage • Morton Feldman • György Ligeti • Allievi/e / SchülerInnen di / des Instituts für Musikerziehung Sport • Olimpiadi di Quartiere Stadtviertelolympiade Grand opening • Stefano Benni
01.–04.10.
l azio a Più sp zano! a Bol tempo ehr Raum M zen! t in Bo i e Z r fü
©Frans Lanting/www.LifeThroughTime.com
LIFE
Eine Reise durch die Zeit Un viaggio nel tempo
Fotoausstellung von/mostra fotografica di Frans Lanting
20.04.2010 - 12.09.2010 Öffnungszeiten von 10.00 bis 18.00 Uhr täglich außer Montag, geschlossen am 1. Mai Aperto dalle ore 10.00 alle 18.00 tranne lunedì, chiuso il 1° maggio
Blauhaus Visuelle Kommunikation . Comunicazione visiva via Dr. Streitergasse 21/A I - 39100 Bozen / Bolzano Tel. +39 0471 980393 | Fax +39 0471 977232 info@blauhaus.it | www.blauhaus.it
Bozen / Bolzano
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05.&06.&07.10. Montag, Dienstag, Mittwoch / Lunedì, Martedì, Mercoledì
MUSIC + dance
EX-ALUMIX
> Via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
VERONIKA RIZ. DO SO CE > JOPAS
Ein Fest ohne geladene Gäste – so beginnt das neue Stück JOPAS der Südtiroler Choreographin Veronika Riz. Die Tänzer feiern mit sich und ihren imaginären Besuchern, die eine Mischung aus Erinnerungen an reale Begegnungen und reiner Imagination der Tänzer darstellen. Ausgehend von Videointerviews mit Zugewanderten und Einheimischen entwerfen die Tänzer ein facettenreiches Bild der unterschiedlichen Bewohner Südtirols, verwoben mit ihrer eigenen Wahrnehmung.
Una festa senza invitati a cui partecipano dei danzatori e i loro ospiti immaginari: così si apre la nuova proposta della coreografa altoatesina Veronika Riz, che attraverso la danza intende interrogarsi sul significato di Heimat / patria. Heimat è il luogo dell’appartenenza o quello dell’amore e dell’amicizia? Tra danza, immagini, interviste video girate sul territorio e musica, la coreografa crea un mosaico ampio e diversificato dove a poco a poco il concetto di Heimat assume punti di vista sempre più imprevisti.
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VERONIKA RIZ. DO SO CE > Jopas Regie und Choreografie / Regia e coreografia > Veronika Riz Von und mit / di e con > Anca Huma . Kanae Kikuta . Carolina Ramos . Ruben Reniers Musik / Musica > Ulrich Troyer Bühne / Scena > Hubert Kostner Dramaturgie / Drammaturgia > Jens Dietrich Kostüme / Costumi > Johanna Barski Lichtkonzept / concetto luci > Studierende der Freien Universität Bozen - Fakultät für Design und Künste / Studenti della Libera Universitá di Bolzano - Facoltá di Design e Arti Produktionsleitung / Responsabile di produzione > Ilka Rümke / ehrliche arbeit - freies kulturbüro Technische Leitung / Direzione tecnica > Barbara Westermann Tonregie / Regia del suono > Kassian Troyer Regieassistenz und Repetitor / Assistenza alla regia > Britta Pudelko Produktionsassistenz / Assistenza alla produzione > Sara Cappello Schneiderei / Sartoria > Violetta Nevenova Foto > Isabelle Riz Kamera / Camera > Martin Prast Schnitt und Ton / montaggio e suono > Stefano Bernardi
gefördert von / sovvenzionato da: AUTONOME REGION TRENTINO SÜDTIROL REGIONE AUTONOMA TRENTINO-ALTO ADIGE REGION AUTONÒMA TRENTIN SÜDTIROL
Led lights sponsored by
www.veronikariz.it 176 |
Heimat ist da, wo die Freunde sind. Und wenn man neu an einem Ort ist, dann sucht man sich dort so schnell wie möglich neue Freunde. Vier Tänzer mit japanischem, deutsch-rumänischem, portugiesischem und holländischem Hintergrund sind für zwei Monate in Südtirol und suchen nach Kontakten. Nach den typischen Verhaltensweisen, die Ihnen Zugang zu den Menschen vor Ort liefern könnten. Und sie hören sich auch bei den anderen Fremden um, bei denen, denen es gelungen ist oder die schon seit längerem versuchen, in Südtirol heimisch zu werden und die dabei sehr unterschiedliche Wege beschritten haben. Ein Fest ohne geladene Gäste – so beginnt das neue Stück JOPAS der Südtiroler Choreographin Veronika Riz. Die Tänzer feiern mit sich und ihren imaginären Besuchern, die eine Mischung aus Erinnerungen an reale Begegnungen und reiner Imagination der Tänzer darstellen. Ausgehend von Videointerviews mit Zugewanderten und Einheimischen entwerfen die Tänzer ein facettenreiches Bild der unterschiedlichen Bewohner Südtirols, verwoben mit ihrer eigenen Wahrnehmung. Klischees verbinden sich mit Unerwartetem, Fakten mit flüchtigen Vorurteilen, es entsteht ein Mosaik unterschiedlichster Heimatbilder.
Foto: Isabelle Riz
JOPAS
05.&06.&07.10.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
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Foto: Isabelle Riz
Mit tänzerischen Mitteln erforscht JOPAS das Verhältnis der Gäste zueinander, in wie weit die älteren Traditionen sich mit den Lebensweisen der Zugewanderten vermischen oder ob letztendlich jeder doch nur sein eigenes Leben führt. Veronika Riz hat in den letzten Jahren in vielen Inszenierungen mit Tänzern aus unzähligen Ländern zusammengearbeitet. Die daraus gewonnene Offenheit und der geschulte Blick für kulturell geprägte Bewegungsabläufe und Körpersprachen ermöglichen es, eine eigene Tanzsprache für die Konfrontation verschiedener Kulturen zu finden. JOPAS setzt sich zum Ziel, die vielfältigen Strategien der Integration aufzuspüren und gemeinsam mit den Tänzern und dem Musiker Ulrich Troyer nach unerwarteten Möglichkeiten zu suchen, wo in einem definierten Raum von Hubert Kostner eine neue Form des Austauschs entstehen könnte.
JOPAS La patria è lì dove si trovano gli amici. Quando ci si trasferisce in un nuovo luogo, la prima cosa che si fa è cercare nuovi amici. Quattro danzatori con radici giapponesi, rumeno-tedesche, indonesiano-olandesi e ispaniche hanno vissuto a Bolzano per due mesi e hanno cercato dei
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05.&06.&07.10.09 | Bozen / Bolzano > Ex-Alumix
«Cliché si mescolano a verità inaspettate, fatti a testimonianze di fuggitivi, così che la festa alla fine si trasforma in un mosaico di diversi concetti e significati di patria... »
contatti. Dopo le prime impressioni vengono gli uomini che hanno lasciato. Dopo i tipici modi di fare viene il nuovo che possono offrire agli abitanti del luogo. Si informano tra gli altri stranieri, tra coloro che sono già riusciti ad ambientarsi o che cercano di farlo da anni: diversi i modi e le possibilità di integrarsi in Alto Adige. Lo spettacolo inizia con una festa, nel momento prima dell’arrivo degli ospiti. Solo che nessun ospite è stato invitato. I danzatori festeggiano tra loro e i loro ospiti immaginari, che nascono da un insieme di incontri reali e immaginari dei danzatori stessi. Partendo da delle interviste in video con una serie di persone, immigrati o locali, i danzatori creano un panorama della realtà altoatesina, che si mescola alla loro presa di coscienza. Cliché si mescolano a verità inaspettate, fatti a testimonianze di fuggitivi, così che la festa alla fine si trasforma in un mosaico di diversi concetti e significati si patria. Attraverso la danza JOPAS indaga il tema dell’ospitalità e i rapporti che si creano tra gli ospiti stessi, cercando di scoprire quanto le antiche tradizioni si fanno influenzare dai nuovi costumi portati dall’esterno oppure se convivono in modo parallelo senza prendere in considerazione la presenza dell’altro. Veronika Riz negli ultimi anni ha lavorato in molti spettacoli con danzatori provenienti dai paesi più diversi e per lo spettacolo JOPAS ha chiamato all’opera appositamente un ensemble interculturale. I ballerini contemporanei sono abituati ad esprimere e confrontarsi pubblicamente sulle proprio origini culturali e i cambiamenti in corso attraverso i movimenti del corpo. Proprio queste caratteristiche vengono usate in questo spettacolo dalla coreografa Veronika Riz, che grazie alla sua esperienza ha dimostrato una profonda sensibilità per i linguaggi corporei, per sviluppare il passaggio dalla attribuzione e affermazione del proprio linguaggio in una danza peculiare ed originale. JOPAS si pone l’obiettivo di tracciare le diverse strategie dell’integrazione e di mettere in scena le differenze culturali che emergono nell’ambito di queste strategie; dalla collaborazione con i danzatori e il musicista Ulrich Troyer, la coreografa tenta strade inaspettate e possibilità inedite nell’ambito di uno spazio in cui l’artista Hubert Kostner disegna lo spazio come luogo di scambio.
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BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE
> VERONIKA RIZ studierte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Ausbildungen in New York, London, Paris, Wien und Berlin, u.a. an der Merce Cunnigham School of Contemporary Dance. Sie inszenierte zahlreiche Produktionen verantwortlich u.a. Roomers Rumours, Schlaflos, Attitudes Passionelles, Schleudergang, Fliegt alles auf. 2008 entstand ihr erster Film Ragwurz, ein Film über Tanz und Leben in Südtirol und das Tanzstück We Summer. > Coreografa e ballerina, VERONIKA RIZ ha studiato scienze teatrali e storia dell’arte a Vienna e a Londra presso la Central School of Speech and Drama e si specializza presso la Merce Cunnigham School of Contemporary Dance. Tra i suoi più recenti progetti ricordiamo Schlaflos, Attitudes Passionnelles, Schleudergang, Fliegt alles auf spettacolo realizzato in containers industriali e coprodotto da BolzanoDanza 2007; nel 2008 ha prodotto il documentario Ragwurz e lo spettacolo We Summer.
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> Anca Huma (Rumänien) studierte Tanz an der Hogeschool voor de Kunsten Arnhem und an der Folkwang Hochschule Essen. Sie arbeitet mit Choreographen, Filmemachern und anderen Künstlern zusammen und produziert auch eigene Arbeiten. 2005 wurde sie für den Side-by-side Preis nominiert. > ANCA HUMA (Romania) studia danza presso la Hogeschool voor de Kunsten di Arnhem e la Folkwang Hochschule di Essen. Collabora a coreografie, film e progetti di contaminazione artistica e produce anche lavori propri. Nel 2005 è stata nominata per il premio Side-by-side. > Kanae Kikuta (Japan) begann mit acht Jahren ihre Tanzausbildung. 1994
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zog sie nach Stockholm und arbeitete mit dem Schwedischen Royal Ballett. 2000 tritt sie der Compagnie Tanz Theater Nürnberg unter der künstlerischen Leitung von Daniela Kurz bei. Seit 2008 arbeitet sie als Freischaffende Tänzerin und gibt Workshops in Japan und Europa. > KANAE KIKUTA (Giappone) inizia la sua formazione nell’ambito della danza già a 8 anni d’età. Nel 1994 collabora con il Schwedischen Royal Ballett di Stoccolma. Nel 2000 entra nella Compagnie Tanz Theater Nürnberg diretta da Daniela Kurz. Dal 2008 collabora a progetti diversi tra Giappone ed Europa. > Ruben Reniers (Niederlande) schloss seine Tanzausbildung an der Rotterdamse Dansacademie ab und bekam sein erstes Engagement am Saarländischen Staatstheater unter der Leitung von Bernd R. Bienert. Er arbeitete mit Choreografen wie Amanda Miller, Hideto Heshiki, Thomas Zamolo und Rick Kam. > RUBEN RENIERS (Paesi Bassi) si forma presso la Rotterdamse Dansacademie e entra nella compagnia del Saarländischen Staatstheater sotto la direzione di Bernd R. Bienert. Collabora con i coreografi Amanda Miller, Hideto Heshiki, Thomas Zamolo e Rick Kam. > Carolina Ramos (Portugal) schloss ihr Studium in Modern Dance an der Fontys Dance Academy in Holland ab. Sie arbeitete als Tänzerin und Choreografin (mantra, sat, Ocean) in Holland, Portugal und Spanien. > CAROLINA RAMOS (Portogallo) studia danza moderna presso la scuola olandese Fontys Dance Academy. lavora come coreografa e ballerina (mantra, sat, Ocean) tra Olanda, Portogallo e Spania.
Light Emitting Diode = LED Eine Revolution in der Beleuchtungstechnik Una rivoluzione nell’ambito dell’illuminotecnica WORKSHOP mit / con Fujimoto Takayuki > 15. - 18.09. Die lange Haltbarkeit, die Leuchtkraft und der niedrige Energieverbrauch der LED – Leuchtdiode – führten dazu, dass sie heute zu den meistver wendeten Systemen in der Beleuchtungstechnik gehören und die traditionellen Lichtquellen fast verdrängt haben. Der Japaner Fujimoto Takayuki vom Künstlerkollektiv Dump Type zeigt bei einem Workshop wie er seit Jahren die LED für das Lichtdesign bei Tanztheaterprojekten verwendet. Während des Workshops, der bei der Firma EWO abgehalten wird, werden Lichtdesigner und Stu dierende der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen gemeinsam das Lichtde sign für die neue Tanzproduktion der Kompanie DO SO CE der Choreographin Veronika Riz erarbeiten. La lunga durata, l’elevata efficienza e il basso consumo del LED - diodo ad emissione luminosa ha fatto sì che il LED oggi sia un sistema sempre più utilizzato nell‘ambito dell‘illuminotecnica, in sostituzione delle sorgenti di luce tradizionali. Nello spettacolo la rivoluzione è in corso e sarà illustrata in un workshop dal giapponese Fujimoto Takayuki, artista del collettivo Dumb Type, che da anni ormai disegna spettacoli di teatro danza con luci LED. Durante il workshop - che si terrà presso la ditta EWO, con i suoi prodotti all’avanguardia - gli studenti della Facoltà di Design e Arti della Libera Università di Bolzano e i light designer par tecipanti daranno vita insieme al disegno luci per la nuova produzione di danza della compagnia DO SO CE della coreografa Veronika Riz. Studierende / Studenti > Isacco Chiaf, Nicola Dalla Costa, Marilena Finotti, Elisabeth Höbel, Martin Kerschbaumer, Daniel Künzler, Marco Lanfranco, Matteo Maronati, Tino Seubert Lehrende / Docenti > Roberto Gigliotti und / e Gianpietro Gai In Zusammenarbeit mit / in collaborazione con EWO
Freie Universität Bozen / Libera Università di Bolzano Universitätsplatz 1 piazza Università I-39100 Bozen / Bolzano T +39 0471 011000 | F +39 0471 011009 www.unibz.it | info@unibz.it
EWO GmbH / Srl Etschweg 15 / Via dellâ&#x20AC;&#x2122;Adige 15 I-39040 Kurtatsch / Cortaccia (BZ) T +39 0471 623087 | F +39 0471 623769 mail@ewo.com | www.ewo.com
ewo entwickelt und produziert hochwertige Lichtsysteme für den öffentlichen Raum. ewo versteht sich als Partner in der Ausarbei tung ganzheitlicher und ausgereifter Licht lösungen.Über 40 feste Mitarbeiter stehen gemeinsam mit der Geschäftsleitung für die obersten Ziele des Unternehmens ein: Wertig keit, Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. ewo sviluppa sistemi di illuminazione singola ri e di elevata qualità per lo spazio pubblico. L´innovativa gamma di prodotti viene conti nuamente sviluppata anche grazie agli stimoli creati da iniziative di collaborazione con archi tetti, ingegneri e lighting designer. ewo si pone come partner per lo sviluppo di complete soluzioni illuminotecniche offrendo consulenza illuminotecnica, soluzioni tecniche innovative ed un approccio orientato alle esi genze del cliente.
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09.10. Freitag / Venerdì
MUSIC
EX-ALUMIX
> via Voltastr. 11 > ore 20.30 Uhr
16 Handwerksmeister, 4 Sängerinnen, 1 Schauspieler und 1 Schlagzeuger / 16 artigiani, 4 voci femminili, 1 voce recitante e 1 percussionista Giorgio Battistelli > Experimentum Mundi Vor mehr als 25 Jahren brachte der Komponist Giorgio Battistelli in einem Theater in Rom erstmals sechzehn Handwerker zusammen und ließ sie vor Publikum nach einer minutiös gearbeiteten Partitur ihre Arbeiten verrichten: Schreiner, Böttcher, Maurer, Schmied, Scherenschleifer, Schuster, Steinmetz und Bäcker. Die Musik entsteht aus der genauen Beobachtung der Wirklichkeit. Die Handwerker erfinden ihre Klangwelt in der Ausübung ihres Berufes - aus Klopfen und Hämmern, Sägen und Drechseln entstehen ihre Rhythmen.
Parte dal rumore, dal gesto, da quanto ha per millenni fatto parte del sentire quotidiano e ne fa suono vivo e armonico Giorgio Battistelli in questa opera, diventata una pietra miliare nel repertorio di uno dei più grandi compositori italiani contemporanei. 16 artigiani all’opera compongono il corpo principale dell’orchestra. Gesto, rumore, azione, costruzione, diventano battute, note, suoni, pianissimi e fortissimi, all‘interno di questa grande partitura immaginistica che è il mondo artigiano.
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16 Handwerksmeister, 4 Sängerinnen, 1 Schauspieler und 1 Schlagzeuger / 16 artigiani, 4 voci femminili, 1 voce recitante e 1 percussionista GIORGIO BATTISTELLI > Experimentum Mundi Musiktheater nach ausgewählten Texten der / un’opera di musica immaginistica su testi scelti tratti da “Encyclopédie française ou Dictionnaire raisonnée des Arts et des Métiers” von / di Diderot & D’Alembert (Paris 1751-1777) Alfredo Cannibale, Gianni Cannibale > Böttcher / Bottai Silvio Tamburi, Alberto Casini > Tischler / Falegnami Marcello di Palma > Konditor / Pasticcere Antonio Innocenzi, Oberdan Carpiteti > Pflasterer / Selciaioli Ciro Paudice, Fernando Perugini > Maurer / Muratori Fabio Cannibale, Edoardo Borgiani > Schmied / Fabbri Wladimiro Carpiteti, Aldo Sardilli > Scherenschleifer / Arrotini Fernando Carpiteti > Steinmetz / Scalpellino Luigi Battistelli, Guido Palustri > Schuster / Calzolai Elvira Battistelli, Paola Calcagni, Tiziana Delle Chiaie, Annarita Severini > Frauenchor / Coro femminile Nicola Raffone > Schlagzeuger / Percussioni Manfred Schweigkofler > Schauspieler / Voce recitante Giorgio Battistelli > Dirigent / Direttore Paolo Frassinelli > / Produktionsleiter / Direttore di produzione
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In guten Händen. In buone mani.
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Experimentum mundi „Experimentum mundi“ zählt zu den wahrscheinlich bedeutendsten Kompositionen zeitgenössischer Musik der letzten Jahrzehnte. Giorgio Battistelli hat mit diesem Werk mit einem Schlag alle vorstellbaren Träume der Kunst eines ganzen Jahrhunderts erfüllt. Nachdem er auf jede erdenkliche Art und in allen künstlerischen Bereichen den Versuch unternommen hat, die Trennwand zwischen Kunst und Leben niederzureißen, ist es ihm mit der Musik in diesem einstündigen Stück plötzlich geglückt. In einem Konzertsaal liegen sechzehn Werkzeuge, einfache, althergebrachte, aber auch heute noch fast überall auf der Erde in Gebrauch, auf einer Bühne aufgereiht, während das Publikum hereinkommt. Wenn der Saal voll ist, betreten sechzehn Handwerker in ihrer Arbeitskleidung und mit ihren Schürzen die Bühne und machen sich an die Arbeit. Unter ihnen ein Herr im Frack, ein Schauspieler. Er zieht sich in eine Ecke der Bühne zurück und beginnt mit lauter Stimme einen Text vorzulesen, in französischer Sprache. Es ist ein Auszug aus der berühmten Encilopèdie der Schweizer und französischen Illuministen des 18. Jahrhunderts. Der Text beschreibt der Reihe nach die Arbeiten und die Werkzeuge, die wir vor uns sehen. Mit dem zarten Lärm einer Eierschale, die zerbricht, beginnt das Klang universum von „Experimentum mundi“. Dazu mischt sich der Lärm der verschiedenen Arbeiten, jener des Schuhmachers fügt sich zu jenem des Böttchers, des Schmieds, des Scherenschleifers, des Bodenlegers, des Tischlers usw. und lässt so eine wahre, mitreißende Symphonie entstehen, mit Crescendi, Accelerandi, Fortissimi und Pianissimi aus einem Gewirr an unwiderstehlichen Gesten und Klängen. Durch die
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reine Klangreproduktion und die beschwörende Kraft von Raum und Bewegung entsteht so nicht nur ein natürlich unvergessliches Erlebnis, sondern das Stück lässt in der Vorstellungskraft des Zuhörers eine einfache, aber zugleich komplexe Welt entstehen, ein unvergängliches Produkt der Kreativität und der menschlichen Arbeitsamkeit. Die durch die Werkzeuge erzeugten klangfarblichen, rhythmischen und harmonischen Variationen machen das Stück zu etwas Einzigartigem und unvergesslichen. „Experimentum mundi“, aufgeführt von wirklichen Handwerkern – das kann gar nicht anders sein – blickt auf eine nunmehr über zwanzig jährige Geschichte zurück, hat lang und breit alle Konzertsäle dieser Erde bespielt und verzeichnet einen unvergleichlichen Erfolg: eigentlich logisch für ein Werk absoluter Genialität, wie dieses eines ist. --Giorgio Pressburger
„Experimentum mundi“ è forse la composizione più significativa della musica contemporanea degli ultimi decenni. Con quest‘opera Giorgio Battistelli realizza con un sol colpo tutte le aspirazioni, tutti i sogni dell‘arte del suo secolo. Dopo aver compiuto in tutti i modi, in tutti i rami dell‘attività creativa il tentativo di infrangere il diaframma tra arte e vita, in questo lavoro , della durata di un‘ora, all‘improvviso la musica ci reisce sul serio. Nella sala da concerto sedici strumenti di lavoro quotidiano, semplci, antichi, ma ancora
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oggi in uso in quasi tutte le parti del mondo, sono allineati sul palco, mentre il pubblico entra. Quando la sala si è riempita, sedici artigiani, con tanto di tute e grambuili indosso,salgono sul palco e si accingono al lavoro.Tra loro c‘è un signore in frac, un attore. Appartandosi in un angolo dello spazio scenico, costui inizia a leggere un testo ad alta voce, in lingua francese. Questo testo è un estratto della famosa Encilopèdie degli illuministi svizzeri e francesi del Settecento. Le parole descrivono uno per uno i lavori e gli strumenti che abbiamo davanti a noi.Dall‘esile rumore di un guscio d‘uovo che si rompe ha inizio l‘universo sonoro di „Experimentum mundi“. In seguito i rumori dei vari lavori, da quello del calzolaio, a quello del bottaio, del fabbro, dell‘arrotino, della pavimentazione in basalto, del falegname, etc. si assommano dando vita a una vera, trascinante sinfonia, con crescendi, accelerandi, fortissimi e pianissimi in un brulicare di gesti e di suoni davvero irresistibile. La visione di tutto questo, naturalmente è uno spettacolo indimenticabile, ma anche la pura riproduzione sonora, come la presente, con la forza evocativa di spazi e movimenti , proietta alla immaginazione dell‘ascoltatore un mondo semplice e nello stesso complesso, il prodotto eterno della creatività e della laboriosità umane. Le variazione timbriche, ritmiche, armoniche ottenute con strumenti della vita quotidiana, fanno di questo lavoro qualcosa di irripetibile e indimenticabile. „Experimentum mundi“, eseguito da veri artigiani -non potrebbe essere diversamente- ha ormai una vita ultraventennale, ha percorso in lungo e in largo le sale da concerto di tutto il nostro pianeta riscuotendo un successo senza pari come è naturale per un‘opera di assoluta genialità, come è questa. --Giorgio Pressburger
La sapienza delle mani TRANSART > Giorgio Battistelli, parliamo di Experimentum Mundi? Giorgio Battistelli > Si tratta di un’opera che affronta un problema strettamente musicale, il rapporto tra ritmo simmetrico e asimmetrico. Un problema che ha affascinato l’avanguardia negli anni Sessanta e Settanta, pensiamo ad esempio a Boulez o a Stockhausen, che parlava di tempo in termini di grappoli di suoni. Io ho cercato di studiare un sistema esterno al nostro modo – occidentale – di organizzare il ritmo, analizzando le possibilità di scansione del ritmo nel lavoro degli artigiani, dei fabbri, falegnami, arrotini, pasticceri e così via. Perché un artigiano produce in modo del tutto spontaneo un ritmo asimmetrico, che è ovviamente legato alla manualità, alla fisicità del suo mestiere. Così è nata l’idea di progettare un lavoro musicale in cui fossero gli artigiani a produrre i suoni e i ritmi, con l’aiuto di un percussionista. La partitura consiste soprattutto nella notazione dei gesti che gli artigiani devono svolgere, e non tanto nella notazione del loro risultato acustico. E’ appunto evidente, in un linguaggio del genere, l’attenzione al gesto, inteso come azione che produce suono, ma anche come azione visiva, teatrale. Tutto è messo in scena, e sarebbe insensato nascondere qualcosa. Proprio così. In partitura sono notati la dinamica, la durata, le operazioni da svolgere e gli arnesi da utilizzare, il tutto in modo dettagliato. La dimensione teatrale è molto forte perché ogni suono deriva da un preciso gesto, che – non dimentichiamo – è funzionale alla realizzazione di un preciso oggetto. Il tutto crea un complesso sincronismo di azioni, una sorta di architettura degli oggetti, sistemati in un dato ordine, per cui io non posso ad esempio dare il via ad un artigiano se il suo intervento è previsto alla conclusione di un’azione da parte di un altro. Come un direttore che dirige un’orchestra? Né più né meno. Se le singole strutture ritmiche sono dettate dai ritmi naturali di ciascun mestiere, come è riuscito a coniugare elementi aleatori – o comunque non precisamente controllabili – con una forma invece molto determinata? Questo è il nucleo del lavoro, da un punto di vista strutturale, e cioè il rapporto tra regolarità e irregolarità, come dicevamo all’inizio. Su tutto questo si è creato un contrappunto ritmico-timbrico fortemente dia-
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lettico. Ho apportato modifiche con suggerimenti fondamentali degli artigiani - che mi hanno parlato con la stessa sensibilità musicale di un orchestrale - sui materiali, sui modi di lavorazione, e ciò che ne è derivato è una sorta di respiro organico della musica. Sempre osservando quest’opera con uno sguardo sociale, siamo fuori strada se le attribuiamo una valenza di stampo illuminista? Non mi riferisco semplicemente all’uso di testi tratti dalle prime enciclopedie degli intellettuali francesi, ma più in generale a tutta la messa in scena, in cui a farla da protagonisti sono sempre i 16 artigiani, tutti concentrati sul proprio ruolo, indaffarati a costruire qualcosa di concreto e utile. Non ci sono “prime donne”, e si respira un’aria di progresso, di umanità luminosa. Certamente, sono molto d’accordo. Si tratta di un’opera che possiede una stratificazione di significati. Insistendo su questo, mi viene in mente il lavoro di Nono La Fabbrica Illuminata, mettendolo vicino a Experimentum Mundi. Ma dove in Nono è forte la protesta sociale, nel suo lavoro si avverte più serenamente la fiducia nelle scienze umane, nello spirito di collaborazione, nel futuro dei popoli. C’è dentro Diderot e la rivoluzione francese, la possibilità di tornare a quella sapienza quasi antica, la sapienza della mano che lavora. Mani e corpi sapienti… Mi mancano molto questi artigiani, che avevano la sapienza di costruire un oggetto a regola d’arte. In questo senso l’opera è politica. Experimentum Mundi ha avuto decine e decine di rappresentazioni in diverse parti del mondo, caso più unico che raro al giorno d’oggi. A cosa pensa si debba questo successo? Penso che la cosa che colpisce di più di quest’opera sia semplicemente la sua verità, la dimensione dell’antico, dell’etica. Siamo di fronte a
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«Mi piace invece pensare che il pubblico che ha assistito a un concerto, torni a casa con qualcosa nelle tasche, che si porti via qualcosa, domande a cui provare a dare delle risposte... »
qualcosa di vero, che ci tocca direttamente. E’ stata eseguita ad esempio anche in Australia davanti a un pubblico di aborigeni, che hanno risposto con grande entusiasmo. Perché Experimentum Mundi non rappresenta nulla, rappresenta solo se stessa. La critica ha anche parlato di opera concreta dal vivo, riferendosi alla musique concrète che utilizzava registrazioni di vari rumori come materiale compositivo. In realtà l’opera rappresenta il processo inverso che ha avuto la musica contemporanea, che è andata progressivamente verso il rumore, la trasformazione del suono, la produzione di suoni non codificati. Qui invece non si parte dalla musica per andare verso il rumore, ma è il rumore stesso che si trasforma in musica. Parlando d’altro, lei è stato direttore artistico della Biennale Musica di Venezia, oltre a organizzatore di vari eventi culturali, e quindi conosce bene la scena contemporanea italiana. Ci fa una diagnosi sulla salute della musica d’oggi? In Italia abbiamo un patrimonio musicale immenso, potremmo essere competitivi su tutti i campi. Ma c’è il problema della scuola, che non ha gli spazi e il peso adeguati per l’educazione alla musica, e non c’è una volontà politica di dare alla musica una funzione culturale seria. Così la gente attribuisce a quest’arte solo una funzione di intrattenimento. Vogliamo essere consolati dalla musica, intrattenuti, non coinvolti. Mi piace invece pensare che il pubblico che ha assistito a un concerto, torni a casa con qualcosa nelle tasche, che si porti via qualcosa, domande a cui provare a dare delle risposte. Dobbiamo pensare alla musica come a una forza, a una possibilità di crescita. Credo veramente che l’arte possa cambiare il destino delle persone, come in piccolo è successo a me e agli artigiani coinvolti, ben tre generazioni di artigiani. Io lavoro adesso proprio coi nipoti degli artigiani di allora, che hanno più di 70 e 80 anni. Le nostre vite, grazie a Experimentum Mundi, sono un po’ cambiate. --Interview / Intervista: Emanuele Zottino
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Foto: Masotti – Ricordi 5
BIOGRAPHIEN BIOGRAFIE 192 |
> GIORGIO BATTISTELLI, am 25. April 1953 in Albano Laziale (Rom) geboren. Studienabschluss am Konservatorium “A. Casella” in Aquila im Fach Komposition bei Giancarlo Bizzi; gleichzeitig belegt er Musik-Analyse und -geschichte bei Claudio Annibaldi und Klavier bei Antonello Neri. 1974 ist er Mitbegründer der Experimentier- und Forschungsgruppe “Edgar Varèse” und der Instrumentalgruppe “Beat 1972” in Rom. 1985–86 Studienaufenthalt in Berlin als “Composer in Residence”, auf Einladung des DAAD. Seine Kompositionen umfassen Werke für das “Musiktheater”, für Orchester, für Chor und Orchester, für Soloinstrument und Orchester; dazu kommen Kammermusik, Werke für Singstimme, für Solisteninstrumente, wie auch elektronisch-akustische Musik und Kompositionen für den Rundfunk. Seinem fast streng wirkenden Kompositionsstil liegt die Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten zugrunde, die neuartige Instrumentaltechniken wie auch die multimedialen Künste mit einbezieht; diese Suche entwickelt eine durchaus eigenständige Ästhetik, die sich aus der Vielfalt poetischer Elemente ergibt. Seine Kompositionen sind auf zahlreichen internationalen Festivals in Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika und in Japan zur Aufführung gelangt. > GIORGIO BATTISTELLI Ha studiato con Giancarlo Bizzi, Claudio Annibaldi e Antonello Neri al Conservatorio “A. Casella” de L’Aquila. Nel 1994 ha
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fondato con alcuni amici il gruppo di improvvisazione “Edgard Varèse” e l’ensemble strumentale “Beat ‘72”. Dal 1985 al 1986 è stato ospite della “Deutsche Akademische Austauschdienst” a Berlino. Nel 1990 ha vinto il premio SIAE per la lirica e nel 1993 il Premio “Cervo” per la musica contemporanea. Dal 1996 al 2002 lavora al Centro Tempo Reale di Luciano Berio a Firenze e con il CSC Centro di Sonologia Computazionale dell’Università di Padova. Svolge parallelamente all’attività compositiva quella di organizzatore musicale. È stato direttore artistico del Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano, dell’Orchestra Regionale Toscana, dal 2004 al 2007 è stato direttore della sezione musica della Biennale di Venezia, direttore artistico della Fondazione Arena di Verona nelle stagioni 2006/2007 – 2007/2008; composer-in-residence dell’Opera di Düsseldorf nel biennio 2007-2008. È accademico effettivo dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Ha ricevuto un’importante commissione dal Teatro alla Scala per un’opera che sarà rappresentata nel 2013. Le sue musiche sono edite da Ricordi. > Nicola Raffone spielt seit den frühen 70er Jahren mit jungen römischen Jazzern zusammen wie Massimo Urbani, Patrizia Scascitelli, Maurizio Giammarco, Giorgio Gaslini. Er ist offen für alle musikalischen Richtungen: volksmusikalische Sprache – Lucilla Galeazzi-, Komposition und Improvvisation – Gruppo Beat 72, Luca Venitucci, Giovanni Guaccero -, Musiktheater – Luigi Cinque, Fabrizio De Rossi Re -, Interaktion mit visuellen Künstlern - Paolo Buggiani, Bizhan Bassiri, Mario Ciccioli. Er arbeitet regelmäßig mit Tänzern und
Choreografen wie Patrizia Cerroni, Roberta Garrison, Enrica Palmieri, Rossella Fiumi, Company Blu Danza von Alessandro Certini und Charlotte Zerbey zusammen. Mitwirkung an Theateraufführungen mit Nino De Tollis, Pippo Di Marca, Maurizio Panici, Carla Cassola, Anna Nogara, Maria Monti. Bedeutend ist die Zusammenarbeit mit Giorgio Battistelli: beginnend bei Experimentum Mundi, bei der er seit dem Debüt mit dabei ist, bis hin zu Aphrodite, Teorema, Giacamo mio salviamoci, Miracolo a Milano. Er spielt CDs ein und gibt Konzerte in Italien und im Ausland: Umbria Jazz, Todi Festival, Maggio Musicale Fiorentino, Festival d’Automne, Biennale von Monaco. Er unterrichtet in Roma an der Scuola Popolare di Musica di Testaccio. > NICOLA RAFFONE Attivo dai primi anni ‘70 nel giro dei giovani jazzisti romani, collabora tra gli altri con Massimo Urbani, Patrizia Scascitelli, Maurizio Giammarco, Giorgio Gaslini. Sviluppa poi il suo percorso in modo aperto alla comunicazione tra esperienze e linguaggi diversi: elaborazione di modi popolari - Lucilla Galeazzi -, forme aperte di composizione ed improvvisazione - Gruppo Beat 72, Luca Venitucci, Giovanni Guaccero -, opere di teatro musicale - Luigi Cinque, Fabrizio De Rossi Re -, interazione con allestimenti di artisti visivi ed ambientali - Paolo Buggiani, Bizhan Bassiri, Mario Ciccioli. Collabora abitualmente con danzatori e coreografi, tra cui Patrizia Cerroni, Roberta Garrison, Enrica Palmieri, Rossella Fiumi, Company Blu Danza di Alessandro Certini e Charlotte Zerbey. Come autore-esecutore e come personaggio in scena partecipa alla realizzazione di spettacoli teatrali con Nino De Tollis, Pippo Di Marca, Maurizio Panici, Carla Cas-
sola, Anna Nogara, Maria Monti. Molto significativa la collaborazione con Giorgio Battistelli: a partire da Experimentum Mundi, opera di cui segue le sorti sin dal debutto, per proseguire con Aphrodite, Teorema, Giacamo mio salviamoci, Miracolo a Milano. Registra dischi e tiene concerti in Italia ed all’estero: Umbria Jazz, Todi Festival, Maggio Musicale Fiorentino, Festival d’Automne, Biennale di Monaco. A Roma insegna presso la Scuola Popolare di Musica di Testaccio.
> Manfred Schweigkofler leitet seit 2001 als Intendant das Stadttheater Bozen. Besonders im Bereich Tanz und Crossover, aber auch im Bereich Zeitgenössische Musik konnten seine Arbeiten Publikum und Presse überzeugen. Seit 2002 ist er auch für das internationale Tanzfestival „Bolzano Danza“ verantwortlich, das im Jahr 2009 seine 25. Ausgabe feiert. Er ist auch Leiter und verantwortlicher Direktor der Accademia Neue Musik Bolzano. Manfred Schweigkofler war viele Jahre Schauspieler, inszeniert seit über 15 Jahren, war beinahe 20 Jahre Sänger in einer Rockband. Er gründete 1989 die Kleinkunstszene Bozen, leitete den 1. Kleinkunstkeller in Bozen, ist 1992 Mitbegründer der Vereinigten Bühnen Bozen und 1996 Mitbegründer des Theaters Carambolage. 1996 ist er auch Ideator und Mitbegründer der „Musical School“. Seit 2004 hat sich Manfred Schweigkofler wieder verstärkt
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eigenen Inszenierungen zugewandt. Sie wurden in Italien, Ungarn, Österreich, Norwegen, Slowenien und der Tschechischen Republik zu großen Publikumserfolgen. 2007 folgte die szenische Umsetzung der Matthäuspassion von J.S. Bach als Tanzproduktion in Zusammenarbeit mit Ismael Ivo. 2009 inszeniert er die zeitgenössische Oper -Julie von Philippe Boemans -. In letzter Zeit widmet sich Manfred Schweigkofler wieder vermehrt der Ausbildungs tätigkeit. > MANFRED SCHWEIGKOFLER viene nominato nel 2001 direttore della Fondazione Teatro Comunale e Auditorium di Bolzano, che sotto la sua direzione artistica e amministrativa vive una forte crescita anche a livello internazionale. Nel 2002 Manfred Schweigkofler assume anche la direzione artistica del festival di danza contemporanea “Bolzano Danza” giunta nel 2009 alla sua 25esima edizione. È direttore artistico del festival “Wintermezzo” con Guastav Kuhn e direttore generale della Accademia Neue Musik Bolzano. Le prime esperienze teatrali di Manfred Schweigkofler si sono realizzate calcando le scene dell’Alto Adige come attore e regista e cantando per vent’anni in una rockband. Nel 1989 ha fondato il suo primo gruppo teatrale sperimentale, la “Kleinkunstszene”, che ha realizzato vari spettacoli anche all’estero. Nel 1992 è stato co-fondatore delle “Vereinigte Bühnen Bozen” e nel 1996 del teatro “Carambolage”. Nello stesso anno ha ideato e co-fondato la “Musical School” di Bolzano. Nel 2004 è tornato a dedicarsi con passione alla regia con grandi successi, tra cui Rockquiem, uno spettacolo di danza basato su un arrangiamento
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in chiave rock del Requiem di Mozart; Le Fee du Rhin, opera riscoperta di Jacques Offenbach; Steel, uno spettacolo di danza molto popular dedicato al tema dell’acciaio; Matthäus passion di J. S. Bach realizzato con le coreografie e la partecipazione di Ismael Ivo; Julie, opera contemporanea di Philippe Boesmans. Ultimamente si è dedicato al lavoro di formazione.
DIE NACHT DES HANDWERKS / LA NOTTE DELL’ARTIGIANATO Der Tag des Handwerks präsentiert sich heuer in neuem Gewand. Nachdem die Herbstmesse verschoben wird, hat der LVH seinen Tag in eine effektvolle musikalische Nacht des Handwerks verwandelt, für all jene, die ihr Handwerk mit beständiger Leidenschaft ausführen. Im Rahmen von Transart_09 lädt der LVH zu einem besonderen Konzert in das Ex-Alumix Gebäude. Der Zauber der Musik des Maestro Giorgio Battistelli, der seine Handwerkeroper mit „16 Handwerksmeistern“ aufführt, macht den 9. Oktober für alle Freunde des Handwerks zu einem Ereignis, das sie nicht versäumen sollten. La Giornata dell’Artigianato quest’anno cambia volto. Con la destinazione della fiera d’autunno ad altra data, l’APA ha pensato di trasformare la sua giornata in una notte musicale dell’artigianato di grande effetto per tutti coloro che i mestieri li praticano con la passione di sempre. Nell’ambito del festival Transart_09, l’APA rivolge uno speciale invito presso l’Ex-Alumix. La magia della musica del maestro Giorgio Battistelli che presenta la sua opera immaginistica in cui include il lavoro di “16 maestri artigiani”, fa sì che il 9 ottobre sia per tutti gli amici dell’artigianato un appuntamento da non perdere. Programm/a ore 19.00 Uhr Grußworte des LVH-Präsidenten / Intervento di saluto del presidente dell’APA Walter Pichler ore 20.00 Uhr Umtrunk / rinfresco ore 20.30 Uhr Konzert / concerto
LVH-APA Mitterweg 7 Via di Mezzo ai Piani I-39100 Bozen / Bolzano T +39 0471 323200 | F +39 0471 323210 www.lvh.it | info@lvh.it
In guten Händen. In buone mani.
LVH-APA Mitterweg 7 Via di Mezzo ai Piani I-39100 Bozen / Bolzano T +39 0471 323200 | F +39 0471 323210 www.lvh.it | info@lvh.it
Der LVH ist als aktive Interessensvertretung der Handwerker in Südtirol mit über 8.000 Mitglie dern der größte Wirtschaftsverband Südtirols und kann mit einer Organisationsstruktur von 12 Bezirksorganisationen, 115 Ortsgruppen und 60 Berufsgemeinschaften aufwarten. Der LVH bietet Mitgliedern ein leistungsstarkes ServiceAngebot. Kompetente Lösungen und berufsbezo gene Beratung geben Sicherheit für die richtigen Entscheidungen im Betrieb. Grazie agli oltre 8.000 associati l‘APA, quale organismo di tutela degli interessi degli artigiani, è la più grande associazione economica dell‘Alto Adige che vanta 12 organizzazioni a livello circon dariale, 115 gruppi locali e 60 sezioni di mestiere. L‘APA offre agli associati una serie di servizi professionali che vanno dall‘assistenza nella fon dazione di una nuova impresa sino all‘assistenza in questioni previdenziali.
In guten Händen. In buone mani.
Transart Team Künstlerischer Leiter / direttore artistico > Peter Paul Kainrath Organisation . Produktion / coordinamento organizzativo . Produzione > Sabrina Michielli Organisation . Verwaltung / coordinamento organizzativo . Amministrazione > Martina Kreuzer Pressebüro / ufficio stampa > artlink Barbara Gambino . Elisa Tessaro Promotion und Kommunikation / promozione e comunicazione > Ulrike Plattner . Monika Torresan Assistenz Organisation / assistenza organizzazione > Sara Valduga Technische Leitung / direzione tecnica > Alessandro Scarpa . Erwin Canderle Technik / tecnica > Ezio Maffei Webmaster > eelimedia Transart Komitee / comitato > Präsident / presidente > Eduard Demetz Künstlerischer Leiter / direttore artistico > Peter Paul Kainrath Komitee / comitato > Marina Alberti . Traudi Messini . Nives Simonetti . Alois Lageder . Benno Simma . Pater Urban Stillhard . Anton von Walther
Impressum Programmbuch / programma di sala Redaktion / redazione > Sabrina Michielli . Ulrike Plattner Texte / testi > Carlo Benzi . Eduard Demetz . Andreas Günther . Ben Harrison . Geralyn Huxley . Peter Paul Kainrath . Manuela Kerer . Octavio López . Anna Clare McDuff . Sabrina Michielli . Canela Palacios . Graciela Paraskevaídis . Ulrike Plattner . Giorgio Pressburger . Cergio Prudencio . Nives Simonetti . Vanja Zappetti . Emanuele Zottino Übersetzungen / traduzioni > Sabrina Michielli . Ulrike Plattner Graphik / grafica > Blauhaus Bozen / Bolzano Fotos / foto > Gregor Khuen Belasi Druck / stampa > Litografica Editrice Saturnia snc
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KARTENVORVERKAUF / PREVENDITA BIGLIETTI 24.08 - 09.10 Mo - Fr / Lu - Ve > ore 09.00 – 12.00 | 15.00 – 19.00 Uhr Sa / Sa ore 09.00 – 12.00 Uhr Disco New Spitalgasse 1 via Ospedale I-39100 Bozen / Bolzano T +39 0471 970896
EINTRITT / ENTRATA Pro Abend / Per serata > Euro 18 Internetvorverkaufspreis / Prezzo prevendita Internet > Euro 15 Ermäßigt / Ridotto > Euro 10 (Ermäßigte Karten: Studierende, Senioren, Kulturpass, Abonnenten Teatro Stabile / Ridotto studenti, senior, Kulturpass, abbonati Teatro Stabile)
ABOS / ABBONAMENTI Abonnement zeitgenössische klassische Musik > 3 Konzerte / Abbonamento musica classica contemporanea > 3 concerti . (12.09 | 20.09. | 27.09.) > Euro 30 Abonnement / Abbonamento Ex-Alumix > 7 Konzerte / 7 concerti > Euro 70 24.09 > Filmclub > Euro 5 13.09 | 22.09 | 30.09 | 03.10 > Eintritt frei / Ingresso Libero
INFO www.transart.it | info@transart.it T +39 0471 673070 / +39 0471 936018
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DIE KULTURABTEILUNGEN der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol LE RIPARTIZIONI ALLA CULTURA della Provincia Autonoma di Bolzano LES REPARTIZIUNS ALA CULTURA de la Provinzia Autonoma de Balsan - Südtirol
AUTONOME REGION TRENTINO SÜDTIROL REGIONE AUTONOMA TRENTINO-ALTO ADIGE REGION AUTONÒMA TRENTIN SÜDTIROL
MIT EINEM ZUSCHUSS . CON IL CONTRIBUTO
GEMEINDE EPPAN an der Weinstraße COMUNE DI APPIANO sulla strada del vino
GEMEINDE BRIXEN COMUNE DI BRESSANONE
STADTGEMEINDE MERAN COMUNE DI MERANO Referat für Kultur Assessorato alla cultura
In guten Händen. In buone mani.
m Mehr Rauen! in Boz für Zeit spazio al Più ano! a Bolz tempo
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