Zugerbieter 20210112

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P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 1/2, Jahrgang 116

Dienstag, 12. Januar 2021

Eine Lokalausgabe der Zuger Presse

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Interview

Bahnhofsplanung: Weichen werden gestellt Es reden aber auch in Baar vorwiegend Parteiexponenten. Das stimmt, früher gab es noch mehr Wortmeldungen von Leuten, die auch etwas dazu sagen wollten. Es ist eigentlich schade, wenn weniger Privatpersonen sprechen. Ich bin auch froh, wenn Anträge aus der Bevölkerung kommen. Aber auch wenn Parteienvertreter sprechen, kommen ja dadurch sehr unterschiedliche Positionen zum Ausdruck, und abstimmen können dann darüber alle Anwesenden, auch Privatpersonen. Dann muss man auch sehen, dass wir sieben Gemeinderäte haben. Die müssen ja auch spüren, wie die Stimmung im Dorf ist. Da gibt es dann schon einen ersten Konsens bei Vorlagen, um mehrheitsfähig zu werden. Bei den Parteien gibt es ebenfalls einen breit abgestützten Mitwirkungsprozess. Am Ende haben wir damit ein funktionierendes System.

Gemeindepräsident Walter Lipp ist nun seit zwei Jahren im Amt. Was lief im abgelaufenen Jahr gut, was schlecht, was erwartet Baar in den nächsten Jahren? Eine Bestandsaufnahme. Florian Hofer

Walter Lipp, an der jüngsten Gemeindeversammlung im Dezember 2020 haben Sie die 153 Stimmbürger mit den Worten «Willkommen in der schönsten Gemeinde der Schweiz» begrüsst. Das kam offenbar gut an. Warum haben Sie das denn gesagt? Weil wir uns trotz der weltweit angespannten Situation hier in Baar glücklich schätzen dürfen. Der frühere Gemeindepräsident Urs Perner hat einmal gesagt: «Baar ist die Schweiz im Kleinen.» Das ist natürlich schön, wenn man das von seinem Wohnort sagen kann. Man muss aber auch etwas tun, damit es so bleibt. Oh ja. Wir müssen viel tun, um unsere Attraktivität zu erhalten, wir müssen den Lebensraum gestalten und offen sein für Neues. Dabei müssen wir versuchen, alle einzubeziehen und dann aus den positiven und den negativen Beiträgen das Konzentrat herausarbeiten. Also die Leute abholen und mit ihnen etwas gestalten. Das machen wir bereits seit langem so. Gehört dazu auch der Ruf, die Festhochburg des Kantons zu sein? Daran haben wir hart gearbeitet. Und mit der CoronaKrise ist das für uns sehr schlimm geworden. Wenn wir Anzeige

Der Baarer Gemeindepräsident Walter Lipp ist auch ein aufmerksamer Leser des «Zugerbieters». im Dorf bei den Festivitäten einander begegnen, dann ist das auch wichtig für die Identität unseres Dorfes. Das ist nicht zu unterschätzen. Ich persönlich finde es erschreckend, wie viele Personen ich schon lange nicht mehr gesehen habe. An der Chilbi beispielsweise trifft man ja das ganze Dorf. Das fällt jetzt weg. Doch gerade diesen dörflichen Charakter wollen wir bewahren.Weiterentwicklung ja, aber wir wollen sicher keine Stadt sein.

Inhalt Baar

2, 3, 6

Zum Gedenken

4

Aus dem Rathaus

5

Schauplatz

7

Impressum

9

Forum

9

Kanton

11

Rätsel

12

Alt fry Baar hat ja etwa 12 000 Einwohner, die Ortsteile Allenwinden (2000), Inwil (6000), Blickensdorf (3000) und Walterswil/Sihlbrugg (1000) sind um einiges kleiner. Das sieht nicht nach einer Stadt aus. Ist das auch ein Grund, warum Sie am bisherigen System der Einwohnergemeindeversammlung festhalten und nicht etwa auf das Stadtzuger System mit einem Parlament wechseln wollen? In guten Zeiten haben wir zwischen 200 und 300 Personen an

Bild: Florian Hofer

einer Einwohnergemeindeversammlung und auch im Dezember waren es trotz Corona stolze 153 Stimmbürger.Das ist ein Zeichen, dass ein schöner Teil der Bevölkerung am demokratischen Austausch teilnehmen möchte. Der Sinn und Zweck einer Einwohnergemeindeversammlung ist doch gegeben, wenn jeder sich einbringen kann. Ich weiss nicht, ob es besser ist, wenn 40 Leute in einem grossen Gemeinderat reden anstatt 153 in der Versammlung in der Waldmannhalle.

In Baar gibt es einige Projekte, die in den nächsten Jahren für Veränderungen sorgen werden. Zum Beispiel die Pläne für die Bahnhofserweiterung. Da kommt einiges auf Baar zu. Wir sind jetzt daran, die Weichen zu stellen. Im Moment geht es darum, mehrere Varianten mit den SBB zu prüfen. Es geht um mehr Gleise und um eine Optimierung des Bushofes. Nun laufen die Untersuchungen für eine optimale Erweiterung. Man geht davon aus, dass sich die Frequenzen am Bahnhof bis 2035 fast verdoppeln werden. Die Fahrzeiten sollen ja auch verkürzt werden. 2035 sind wir dann ein Vorort von Zürich. Fortsetzung auf Seite 3

Was macht Lipp noch? Der 1963 in Sörenberg geborene Entlebucher wohnt seit 1996 in Baar. Der verheiratete Familienvater von zwei Kindern war zunächst Gemeindeschreiber und ist seit 2019 Gemeindepräsident. Er ist Mitglied der CVP Neben seinem Amt als Gemeindepräsident ist Lipp in zahlreichen weiteren Institutionen tätig. Zum Beispiel beim Zweckverband der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen (Zeba). Dort ist er Verwaltungsrat in der Funktion des Vizepräsidenten. Präsident ist der Oberägerer Gemeindepräsident Pius Meier, der wegen den Spätfolgen seiner Covid-19Erkrankung in Oberägeri zurücktritt. Sollte sich Meier entschliessen, auch sein Präsidium beim Zeba abzugeben, würde Lipp wohl Nachfolger werden. Walter Lipp ist zudem Verwaltungsrat bei WWZ. Er vertritt Baar auch in der Gemeindepräsidentenkonferenz, die rund sechsmal im Jahr tagt. Dort wird unter anderem über gemeindeübergreifende Themen wie Informatik, Kultur, kantonale Vernehmlassungen und weiteres diskutiert oder auch über den Zuger Finanzausgleich, der mit Ausnahme der Stadt Zug derzeit wenig umstritten ist. Auch Schutzkonzepte für Gemeindeversammlungen wurden dort beraten. Lipp ist ausserdem OK-Präsident von Veranstaltungen wie dem Kantonalen Schwingfest, dem Jubiläum der White Indians und der Feier zu «75 Jahre Räbefasnacht Baar» im Jahr 2022. fh

Zukunft

Perspektive

Veränderung

Ausblick

Wünsche von Baarern und Baarerinnen

Das Impfzentrum ist nun in Betrieb

Sie will Frauen Mut machen

Standortvorteile sind weiter da

«Es guets Neus!» wünscht man sich gegenseitig nach Neujahr. Doch was wünscht man sich für das frisch angebrochene Jahr und die Zukunft persönlich? Ihre Wünsche, ihre Hoffnungen und Träume haben uns sechs Baarerinnen und Baarer erzählt. Mögen sie in Erfüllung gehen. Seite 2

Der Impfstoff gibt uns eine Perspektive, der Pandemie bald Herr zu werden. Verabreicht werden die Impfdosen im kantonalen Impfzentrum an der Langgasse 40. Das Innere mutet wie eine Check-in-Halle eines Flughafens an. Zurzeit können sich aber nur Personen über 75 Jahre impfen lassen. Seite 6

Tanja Kunz hat mit ihrem Unternehmen, das die FrauenPower stärkt, den Sprung in den Final des «Entrepreneur Awards 2020» geschafft. Für die Unternehmerin ist Frauenförderung nicht Selbstzweck, sondern für Firmen ein Pluspunkt im Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts. Eine wünschenswerte Veränderung. Seite 7

Wie wird es in wirtschaftlicher Hinsicht in diesem Jahr weitergehen? So ganz genau weiss das niemand, aber ein paar Indikatoren gibt es dennoch. So ist Volkswirtschaftsdirektorin Silvia ThalmannGut der Meinung, dass es aufgrund der hohen Standortqualitäten weiterhin zum Zuzug von Firmen kommen dürfte. Seite 11

Redaktion: «Zugerbieter», Baarerstrasse 27, 6300 Zug, Telefon 041 725 44 11, redaktion-zugerbieter@chmedia.ch, www.zugerbieter.ch. Inserate: Telefon 041 725 44 56, inserate-zugerbieter@chmedia.ch. Abodienst/Vertrieb: 058 200 55 86, kkczeitschriften@chmedia.ch


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