Zugerbieter 20210209

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P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 6, Jahrgang 116

Dienstag, 9. Februar 2021

Eine Lokalausgabe der Zuger Presse

Roland Staerkle

Präsident Gewerbeverband Kanton Zug

«Das befristete Steuergesetz kommt unserem Gewerbe zugute und unterstützt Zuger KMU in der aktuellen Coronakrise.»

UNABHÄNGIGE WOCHENZEITUNG FÜR BAAR UND ALLENWINDEN

AMTLICHES PUBLIKATIONSORGAN DER GEMEINDE BAAR

Heute mit dem Fasnach tsbieter

C H A M / B A A R / R O T K R E U Z

ELEKTROMUELLERAG.CH E L E K T R O / T E L E M AT I K / A U TO M AT I O N / S I C H E R H E I T

Interview

«Solidarität untereinander ist aufgeblüht» Reto Herger, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar, sagt, worauf er sich freut. Und wie er in diesem besonderen Jahr die Fasnacht verbringt. Claudia Schneider

Reto Herger, wann wurden Sie vom Fasnachtsvirus infiziert? Schon als Kind, es gibt viele Fotos, die mich verkleidet und geschminkt zeigen. Zwölf Jahre war ich als Tambour mit dem Räbevater und dem Hofstaat unterwegs, das war eine schöne Zeit. 2012 trat ich dem Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Baar bei. Seit 2015 sind Sie deren Präsident. Was treibt Sie an? Es ist ein spezielles Gefühl, hinter die Kulissen zu sehen, sehr facettenreich. Man trifft jedes Jahr neue Leute und am Aschermittwoch liegen sich alle in den Armen. Die Fasnacht 2021 findet offiziell nicht statt. Wie fühlen Sie sich? Es ist traurig. Wir haben uns aber mental darauf vorbereiten können. Es gab schon im Sommer 2020 Gespräche mit der Gesundheitsdirektion und der Polizei. Natürlich hofften wir bis zuletzt auf Aktivitäten in kleinem Rahmen.Aber die Gesundheit geht vor, wir wollen nichts erzwingen. Immerhin fand die Fasnacht 2020 statt, es geht nur ein Jahr verloren. Hünenberg will mit einer digitalen Fasnachtshow über die Zensur hinwegtrösten. Was läuft in Baar? Fasnacht lebt vom fröhlichen Zusammenkommen, das macht es schwierig. Wir haben Rückblickvideos auf unsere Kanäle wie Website, Instagram und Anzeige

Facebook gestellt. Dort gibt es auch Tipps, wie man die Fasnacht trotz allem feiern kann.

Es gibt keine Bussen wegen Littering, wenn in den nächsten Tagen Konfetti auf den Boden fallen? Für mich gehören Konfetti zur Fasnacht dazu und ich hoffe, dass bezüglich Littering mit Konfetti in diesem speziellen Jahr der gesunde Menschenverstand angewandt wird. Die grösste Fasnachtsgesellschaft der Gemeinde hat Glück im Unglück. Sie feiert erst 2022 ihr 75-Jahr-Jubiläum. Ja, wir können uns schon voller Elan darauf fokussieren: Es wird am 19. Februar 2022 ein grosses Jubiläumsfest in der Waldmannhalle geben. Unsere Zeitung initiierte im vergangenen Jahr eine Debatte unter den Räbevätern zur Frage einer Frau auf dem Thron. Wäre das Jubiläum passend dafür? Wir werden bezüglich dieser Frage jedes Jahr freundlich gefoppt. Ich bin Mitglied des Geheimen Rats, der festlegt, wer Räbevater wird. Aber ich bin nicht Mitglied der Gilde und war in der Diskussion über dieses Thema nicht involviert. Grundsätzlich ist eine Aufwertung der Räbemueter seit längerem im Gang. Der eine und andere Räbevater meinte, die Diskussion sollte auch innerhalb der Fasnachtsgesellschaft geführt werden. Wir haben das im Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Baar besprochen. Ich sehe das wirklich nicht direkt in unserem Aufgabengebiet. Wir nehmen den Räbevater auch als Paar und als Familie wahr, weil wir immer mit allen Familienmitgliedern in Kontakt sind. Auf-

Inhalt Baar

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Zum Gedenken

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Impressum

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Forum

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Aus dem Rathaus

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Sport

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Schauplatz

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Kanton

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gabe der Fasnachtsgesellschaft ist die Organisation der diversen Anlässe; der Repräsentant ist insofern zweitrangig.

Der Verein Die Fasnachtsgesellschaft Baar wurde offiziell 1947 gegründet. Sie setzt sich für Erhalt und Pflege der Räbefasnacht ein und stellt das Bestehen und Weiterleben ihrer ursprünglichen Art sicher. Mit ihrer Tätigkeit möchte sie ein Stück Baarer Dorfkultur erhalten und allen Fasnächtlern die Möglichkeit bieten, ihre künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten richtig auszuleben. Der Verein zählt rund 450 Mitglieder. pd

Wenn wir von Traditionen sprechen – welche bewähren sich aus Sicht der Fasnachtsgesellschaft? Die Struktur funktioniert bis heute super, mit dem höfischen Programm im Vorfeld, dem grossen Umzug am Sonntag, der erfolgreichen Zusammenarbeit am Montag mit den Schulen und der Verbrennung des Räbechüngs am Dienstag. Was hat sich verändert, seit Sie Präsident der Fasnachtsgesellschaft sind? Wesentlich besser geworden ist die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen, das hat sich 2020 speziell gezeigt. Eine erste gemeinsame Plakette, wie wir sie dieses Jahr machen, ist ein schönes Zeichen für die Solidarität untereinander. Der Erlös der Plakette wird unter den Baarer Fasnachtsvereinen aufgeteilt. Gelegentlich bricht die Fasnachtsgesellschaft auch mit Traditionen, etwa jener der Polonaise in der Nacht von Sonntag auf Montag. Ja, das ist dem Lauf der Zeit geschuldet. Der Stellenwert der Fasnacht hat sich verändert, viele machen am Montag nicht mehr frei. Es lohnt sich immer wieder, einzelne Aspekte zu hinterfragen. Die Aamuesetä am Samstag hat sich mit der Konfettischlacht zu einem neuen Lichtpunkt entwickelt. Durch die Verschiebung der Polonaise auf den Fackelumzug nach dem Fasnachtsgottesdienst hat sie eine Aufwertung erhalten. Wie verbringen Sie die Fasnacht? In meiner Familie gehören

Der Präsident Reto Herger (1982) ist seit seiner Kindheit ein begeisterter Fasnächtler und seit 2015 Präsident der grössten Baarer Fasnachtsgesellschaft. Von Beruf ist er Geschäftsfeldentwickler bei EWL Luzern. Reto Herger ist verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Familie im Baarer Paradies. csc

Fasnacht 2021

Reto Herger, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar will sich an der Fasnacht online ein paar schöne Videos anschauen. Bild: Claudia Schneider Dekoration und Hören von Guggenmusik auf CDs in der Fasnachtszeit einfach dazu. Wir sind zu fünft, dürfen also aktuell niemanden sonst treffen. Um dem «Fasnachtsblues» ein wenig zu entkommen, ist es deshalb nach

Jahren vollem Engagement für die Fasnacht eine einmalige Möglichkeit, mal Skiferien zu machen. Aber ich werde mir online das eine oder andere Fasnachtsvideo anschauen. Dies in voller Vorfreude auf die Fasnacht 2022.

Steuern

Lenken

Leiten

Nicht der einzige Faktor, der zählt

«Eine Herkulesaufgabe vor uns»

«Es lebe die Fasnacht 2022 um so mehr»

Die Finanzdirektion hat mitgeteilt, dass der Kanton mit einem Überschuss von einer Viertelmilliarde Franken rechne. Diese Aussicht tönt auch für die Gemeinden vielversprechend. Der Baarer Finanzchef Pirmin Andermatt gibt Auskunft über den aktuellen Steuersatz der Gemeinde. Seite 3

Einen Sportverein wie den EVZ zu lenken ist aktuell besonders anspruchsvoll. Trotz sportlicher Erfolge, muss EVZ-CEO Patrick Lengwiler grosse Anstrengungen unternehmen, um den EVZ auf Kurs zu halten. Im Interview spricht er auch über die Finanzen und die Ligareformen. Seite 6

Am kommenden Wochenende werden keine Helfer benötigt, um den Verkehr umzuleiten. Umso mehr kann man sich auf die Fasnacht 2022 freuen. Ein winziger Trost für alle, welche die fünfte Jahreszeit vermissen, mögen unsere Sonderseiten zur Corona-Fasnacht 2021 sein. Fasnachtsbieter

Auf die Nachfrage bei den Zuger Behörden, ob sie mitteilen möchten, was genau an der Fasnacht erlaubt sei und was nicht, kommt als Antwort ein Verweis auf die BAG-Bestimmungen. Der Gemeinderat Baar macht deutlich, dass Einzelmasken wie auch Konfetti im Dorf erlaubt seien. csc

Seuchenfasnacht Schon einmal, im Jahr 1966, musste die Fasnacht wegen einer Seuche abgesagt werden – jedenfalls grösstenteils. Wegen der grassierenden Maul- und Klauenseuche musste das Internationale Maskentreffen gestrichen werden. Grossanlässe wurden verboten. Im Februar 1966 hatte sich die Lage dann aber etwas beruhigt. Dadurch konnte die traditionelle Räbefasnacht nach langem Hin und Her doch noch mit einem Umzug am Sonntag und dem Kinderumzug am Fasnachtsmontag stattfinden. csc

Redaktion: «Zugerbieter», Baarerstrasse 27, 6300 Zug, Telefon 041 725 44 11, redaktion-zugerbieter@chmedia.ch, www.zugerbieter.ch. Inserate: Telefon 041 725 44 56, inserate-zugerbieter@chmedia.ch. Abodienst/Vertrieb: 058 200 55 86, kkczeitschriften@chmedia.ch


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