P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 10, Jahrgang 116
Dienstag, 9. März 2021
Eine Lokalausgabe der Zuger Presse
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Jubiläum
Der Samschtig-Märt geht stets mit der Zeit Der Wochenmarkt im Dorfzentrum gehört zu den lieb gewordenen Baarer Traditionen. Die 40. Saison startet am 13. März mit Neuerungen.
Ein Korb und Rezepte Aktionen zum 40-Jahr-Jubiläum
Franz Lustenberger
«Der Markt gehört einfach zu uns», sagt Monika Herrmann von der gleichnamigen Garten und Blumen AG in Deinikon. Ihre Gärtnerei ist von Anfang an dabei; man könne am Markt die Kundschaft pflegen. Und ohne Blumen wäre ein Wochenmarkt auch weniger attraktiv. Die Motivation unter den Marktfahrenden ist gross. Nick Haas vom gleichnamigen Bio-Geschäft formuliert es so: «Der Markt ist meine Passion.» Er schätzt die traditionelle, direkte Art des Verkaufens. Deshalb sei er auch persönlich vor Ort. «Das ist meiner freier Samstagvormittag», meint er etwas scherzend. Andere würden am Samstag in die Berge gehen, er gehe als Verkäufer auf den Markt.
Ein breites Sortiment für die ganze Woche Bruno Herrmann erinnert sich, wie sein Vater vor 40 Jahren neben den Blumen aus der Gärtnerei des Bruders auf einem «kleinen Tischli» Eier anbot. Und dann einige Jahre später doch sanft aufgefordert wurde, mit einem eigenen Stand präsent zu sein, etwa mit grünen Spargeln. Diese sind nicht mehr im Angebot. Der Wandel in der Landwirtschaft zeigt sich auch im Produktangebot. Über den derzeitigen Mix an Marktständen zeigt sich Mirjam Iten, Leiterin Marktwesen der Gemeinde zufrieden: «Hier können die Baarerinnen und Baarer den Lebensmittelbedarf in Anzeige
Im vergangnen Jahr prägten Absperrgitter vor den Ständen das Marktbild. Abstandhalten gilt zwar auch für die 40. Saison. Die Absperrgitter zur Besucherlenkung werden aber durch blumige Paletten-Konstruktionen ersetzt. Bild: Andreas Busslinger seiner Breite einkaufen.» «Der Samschtig-Märt ist für uns eine ideale Möglichkeit, unsere Produkte zu präsentieren und zu verkaufen», sagt Elisabeth Steiner vom Buechehof im Deibühl. Seit 1996 bieten die Landwirte an ihrem Stand ein breites Sortiment an Fleisch und seit einigen Jahren auch Käse an. Sie schätze den Austausch mit den Kunden und den anderen Marktfahrenden, ergänzt Elisabeth Steiner. Der SamschtigMärt ist auch für Anbieter aus der weiteren Region attraktiv. Seit wenigen Jahren ist Roger
Inhalt Innovative Fachleute Baar
2 3, 9
Nicht verpassen
3
Impressum
4
Forum
4
Zum Gedenken
4
Aus dem Rathaus
5
Schauplatz
7
Rätsel
10
Huber vom Tannenhof im aargauischen Bettwil als «neuster» Marktfahrer mit dabei. Mit dem eigenen Dinkel backt Familie Huber Zöpfe, Brot und Kleingebäck; im Angebot sind auch selber gemachte Teigwaren.
Ein weiterer Effort im Umweltbereich Das 40-Jahr-Jubiläum ist auch Ansporn, am Märt möglichst auf Plastik zu verzichten. Nach den kompostierbaren Säcken im letzten Jahr folgt nun ein weiterer Schritt, mit «Veggiebags» aus recycel-
tem Material und Leinensäcklein fürs Brot. Der SamschtigMärt als solcher stehe dem Gedanken des Umweltschutzes nahe, sagt Mirjam Iten, die Verantwortliche fürs Marktwesen in der Gemeinde Baar: «Der Einkauf bei lokalen Produzentinnen und Produzenten ist ein wichtiger Beitrag dazu.» Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig diese lokale Versorgung sei. Immer mehr Leute wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie produziert wer-
den. Apropos Corona und Umwelt: Die wegen der Pandemie nötigen Absperrgitter zur Besucherlenkung werden ab diesem Jahr durch blumige Paletten-Konstruktionen ersetzt. Zum traditionellen Programm gehören auch das Café in der Rathaus-Schüür sowie die musikalischen Darbietungen. Der Start dieser beiden bereichernden Elemente hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Nichtsdestotrotz freut sich Elisabeth Steiner auf die Eröffnung: «Ich geniesse das Ambiente auf dem Platz.»
Die Verantwortlichen haben sich zum Jubiläum einiges einfallen lassen: Treue Kundinnen und Kunden können mit einer Karte Punkte sammeln. Für jeden Einkauf ab 10 respektive 20 Franken gibt es einen Stempel. Mit einem Einkaufswert von 400 Franken sind genügend Punkte beisammen, die in der Rathaus-Schüür gegen einen schönen geflochtenen Einkaufskorb mit einer Samschtig-Märt-Plakette eingetauscht werden können, oder alternativ gegen ein Jubiläumsrezeptbuch. In dieser Broschüre geben die Marktfahrerinnen und Marktfahrer ihre besten Rezepte preis. Das Baarer Märtessen startet 2021 etwa mit einer Erbsli-Minzen-Suppe, gefolgt von Spaghetti mit Fischtatar oder einem Dinkelbrot-Rosmarin-Auflauf; als Abschluss rundet das HolunderblütenErdbeer-Dessert den Festschmaus ab.
Ein Überraschungsstand schürt Vorfreude Viele Baarerinnen und Baarer haben den ausgefallenen Christchindli-Märt mit seiner besonderen Stimmung im vergangenen Dezember vermisst . Dieser wird nun et appenweise nachgeholt; jeden Samst ag präsentiert jeweils ein Christchindli-Marktfahrer an einem Überraschungsst and seine Produkte – natürlich noch keine Adventskränze, aber originelle, oftmals auch selbgefertigte Produkte, die Freude bereiten. fra
Glücke
Lücke
Brücke
Stücke
Einsprache gegen einen Sexbetrieb
Mehr als günstigere Lebensmittel
Die Sperrung zeigt Wirkung
Sie war eine mutige und begabte Frau
Aus der Nachbarschaft der Altgasse kamen gegen das Umnutzungsgesuch für einen Sexbetriebs 150 Unterschriften zusammen. Mit diesen Einsprachen soll deutlich gemacht werden, dass ein solches Gewerbe nicht zum Glücke des Quartiers beitrage. Den Entscheid fällt die Gemeinde. Seite 3
Vor zehn Jahren schloss die Caritas eine Lücke im Angebot von Lebensmitteln für Menschen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Neben dem attraktiven und vielseitigen Sortiment im Geschäft am Bahnhof wird auch der Einsatz von freiwilligen Mitarbeitenden sehr geschätzt. Seite 7
Die Brücke Südstrasse ist seit August 2020 nur noch für den Zubringerdienst geöffnet. Während Autofahrende den Schleichweg vermissen, freuen sich Teilnehmende des Langsamverkehrs über mehr Sicherheit. Im Sommer wird entschieden, ob das temporäre Verkehrsregime definitiv wird. Seite 9
Skepsis und Misstrauen waren gross, als 1846 Sr. Maria Theresia Scherer die ersten Mädchen in Baar unterrichtete. Nach einem Jahr drehte dann aber der Wind. In Baar hielt man grosse Stücke auf die junge Frau. 1995 wurde die später erfolgreiche Institutsleiterin gar seliggesprochen. Seite 9
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