P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 27, Jahrgang 116
Dienstag, 6. Juli 2021
Eine Lokalausgabe der Zuger Presse
25
JAHRE
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Wohnen im Alter
Knackpunkt ist das Immobilienangebot Künftig sollen möglichst viele Seniorinnen und Senioren zu Hause leben. Voraussetzungen dafür werden im Rahmen der WIA-Strategie ausgearbeitet.
Rolle des Kantons
Claudia Schneider
In Baar leben aktuell rund 4300 Personen, die über 65 Jahre alt sind; bis im Jahr 2040 dürften es über 7500 sein. Wer wenig Pflege benötigt, soll möglichst lange zu Hause leben können. Um in Erfahrung zu bringen, was die Voraussetzungen dafür sind, gab der Gemeinderat der Abteilung Soziales/Familie 2018 den Auftrag, eine Strategie für «Wohnen im Alter» zu erarbeiten. Diese sogenannte WIA-Strategie lag im Mai 2020 vor. Unter anderem empfahl sie, eine projektverantwortliche Person zu bestimmen. Diesen Auftrag hat Manuel Frei, Leiter der Abteilung Finanzen/Wirtschaft, in diesem Frühjahr erhalten.
Interdisziplinäres Arbeiten, um viel Fachwissen abzuholen «Berty Zeiter und ihr Team haben sehr gute Basisarbeit geleistet», hält Finanzchef Pirmin Andermatt fest und erklärt, dass die WIA-Projektleitung nun bei der Finanzabteilung ist, «weil diese von Natur aus mit allen anderen Abteilungen stark vernetzt ist». Tatsächlich tangiert das Thema verschiedenste Bereiche in der Verwaltung wie auch ausserhalb. DeshalbsindineinerArbeitsgruppe, die im ersten Quartal 2021 gebildet wurde, rund zehn Fachpersonen vertreten – so Barbara Hotz, gemeindliche Leiterin der Fachstelle Gesundheit/Al-
Frühstück im Haus Sonnenweg der Genossenschaft für Alterswohnungen (GfA). Die Gemeinde will die Möglichkeiten, im Alter privat und dennoch betreut zu leben, intensiv fördern. Dabei ist sie darauf angewiesen, dass vermehrt geeigneter Wohnraum für Senioren entsteht. ter, aber auch Vertreter von Viviva, Pflegezentrum, Spitex und verwandten Organisationen. «Wir haben innerhalb derWIAStrategie drei Teilprojekte definiert», sagt Manuel Frei. Das erste und wichtigste fokussiert «Wohnen zu Hause» und wird von Christiana Brenk geleitet. «Die Betriebswirtschafterin findet durch ihre analytischkonzeptionelleVorgehensweise gemeinsam mit ihrem Team auch bei komplexen, sozialen Fragestellungen passende und finanzierbare Lösungen», so der Finanzchef.
Gesucht werden Eigentümer, die keine Maximalrendite anstreben Erste Voraussetzung, dass Pensionierte möglichst lange zu Hause leben, sind preisgünstige und hindernisfreie Alterswohnungen nahe ÖV und Ge-
schäften. Davon gibt es bisher zu wenig. «Wir führen bereits Gespräche mit Liegenschaftenbesitzern; die Rückmeldungen sind generell positiv, wir hoffen, bis Mitte nächsten Jahres abschätzen zu können, wo was möglich ist», berichtet Pirmin Andermatt. Ziel ist es, innerhalb von 5 bis 7 Jahren rund 100 preisgünstige, altersgerechte Kleinwohnungen und weitere 50 altersgerechte Wohnungen im ortsüblichen Preissegment zu realisieren. Wichtige Partner bei diesem Thema sind neben Privaten die Genossenschaft für Alterswohnungen und die Bürgergemeinde, die beispielsweise in der Bahnmatt Wohnungen anbieten. Über den Wohnraum hinaus gilt es, die Betreuung von Seniorinnen und Senioren in den niedrigen Pflegestufen sicherzustellen.
Die Bedürfnisse der Betroffenen wurden in zwei Umfragen bereits evaluiert. In Planung für den Herbst sind aber auch noch Mitwirkungsveranstaltungen in den Baarer Quartieren zum Thema.
Eintritt ins Pflegeheim setzt künftig wohl Kriterien voraus Das zweite Teilprojekt befasst sich mit «intermediären Wohnformen» – also solchen, die verschiedene Betreuungsund Servisleistungen beinhalten – und wird im ersten Quartal 2022 konkret vertieft. «Ziel ist es, dass die Menschen bei grösstmöglicher Freiheit möglichst bis zum Lebensende wohnen bleiben können, wo sie leben», so Pirmin Andermatt. Ein Beispiel, das in dieser Richtung schon einigermassen etabliert ist, sei «Hello Baar» an
Bild: GfA
der Stadtgrenze zu Zug. Das dritte Teilprojekt befasst sich mit stationären Wohnformen in Wohnungen und Institutionen für Menschen mit grossem Pflegebedarf. Wobei dieser Bereich bereits heute gut abgedeckt ist. «Künftig müssen wohl höhere Kriterien erfüllt werden, um in ein Pflegeheim eintreten zu können», so Andermatt. «Wichtig bei der operativen Umsetzung ist der Kontakt zu Fachleuten und Betroffenen. Sie kennen die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung am besten. Ziel ist es, für sie zugeschnittene Wohnformen zu schaffen und auszubauen, welche ihrer Selbstbestimmung und ihrer Autonomie gerecht werden, jeweils unter Berücksichtigung des individuellen Prozesses des Älterwerdens», so Manuel Frei.
Im Mai 2020 haben Pirmin Andermatt und weitere Kantonsräte ein Postulat betreffend Strategie Alter und Altershilfe eingereicht, da kantonal derzeit eine Altersstrategie mit übergeordneten strategischen Zielen und Massnahmen zu deren Umsetzung fehlt. Nun hat der Regierungsrat seinen Bericht vorgelegt und beantragt dem Parlament, das Postulat betreffend Strategie Alter und Altershilfe teilerheblich zu erklären. Angesichts des demografischen Wandels, der zunehmenden Anzahl politischer Vorstösse zu koordinierten Massnahmen zu Gunsten älterer Menschen und der jüngsten Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen zur Altershilfe sei offenkundig, dass das Thema Alter und Altershilfe in den Fokus der Politik rückt. Aktuell dominieren bei den gesetzlichen Regelungen auf Kantonsebene die Themen medizinische Behandlung, Pflege und Gesundheitsförderung. Zuständig für weitere Aspekte sind die einzelnen Gemeinden. Aktuell plant die Direktion des Innern im Auftrag des Regierungsrats eine Studie, die einerseits eine fundierte Grundlage liefern wird, wie das Potenzial der älteren Bevölkerung in Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt genutzt werden kann, und andererseits Antworten auf die Frage nach der Notwendigkeit einer gemeinsamen Altersstrategie geben soll. Die entsprechenden Resultate werden voraussichtlich im Jahr 2024 vorliegen. csc
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