P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 28, Jahrgang 116
Dienstag, 13. Juli 2021
Eine Lokalausgabe der Zuger Presse
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Psychische Gesundheit
Das lange Warten auf eine Behandlung Die Coronapandemie hinterlässt viele Spuren – vor allem Jugendliche und junge Erwachsene leiden unter psychischen Beschwerden. Dies zeigt eine Umfrage bei Gemeinde und Institutionen.
Politik ist gefordert
Unsicherheit, Depressionen, Stress und Frust in der Familie, Angst, Essstörungen, Ohnmachtsgefühle bis hin zu Suizidgedanken. Das sind Stichworte,welchevom«Zugerbieter» befragte Baarer Expertinnen und Experten äussern, wenn sie zu ihrer Einschätzung der Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Pandemie befragt werden. Die Versorgung mit psychiatrischen und psychotherapeutischen Angeboten sei schon vor Corona eng gewesen, konstatiert Simone Daepp, Abteilungsleiterin Soziales/Familie der Gemeinde Baar. Und ergänzt: «Mit der Pandemie hat sich die Situation dramatisch zugespitzt.» Ausser bei akuter Selbstgefährdung betrage die Wartezeit für einen Ersttermin rund drei Monate.
Kreis der Betroffenen verschob sich altersmässig nach oben Jörg Leeners, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie KJP Triaplus, spricht gar von vier bis fünf Monaten Wartezeit. «Die Zahl der Fälle hat mit dem zweiten Lockdown im vergangenen Herbst deutlich zugenommen.» Man könne bei einem Beinbruch auch nicht monatelang warten, betont Philipp Huber, Fachstellenleiter der gemeindlichen Abteilung Kind und Jugend, die Dringlichkeit. Jörg Leeners erwähnt noch einen zweiten
Inhalt Gewerbeverein Baar
2 3, 7
Forum
4
Zum Gedenken
4
Aus dem Rathaus
5
Kultur
8
Kanton
9
Das läuft in der Region
11
Rätsel
12
Skateboard-Räder stehen still, Jugendtreffs wurden geschlossen – die Coronakrise hinterlässt auch bei Baarer Jugendlichen prägende Spuren. Punkt: Sei es früher eher um Abklärungen bei Kindern bis 12 Jahre gegangen, habe sich der Kreis der Betroffenen altersmässig nach oben verschoben, zu den 13- bis 18-Jährigen. Und Melitta Steiner, Bereichsleiterin Beratung bei punkto Eltern, Kinder & Jugendliche in Baar, ergänzt: «Bei persönlichen Problemen von Jugendlichen hatte die Pandemie die Funktion eines Brandbeschleunigers.» Bereits vorhandene Probleme hätten sich durch die Pandemie verschärft.
Schule, Jugendarbeit und Beratungen waren gefordert Aus Sicht der Schulen Baar war und ist es wichtig, dass über die Situation und die Be-
findlichkeit der jungen Menschen gesprochen wird. Rektor Urban Bossard: «Das Wahrnehmen und das Thematisieren der psychischen Verfassung von Kindern und Jugendlichen waren ebenso wichtig wie das Vermitteln des Schulstoffes.» Diese Aufgabe werde für die Lehrpersonen über die Pandemie hinaus bleiben.
«Auch Adoleszente sind eine vulnerable Personengruppe» Viel war in den letzten 18 Monaten von älteren Personen als besonders verletzlich die Rede. Melitta Steiner bringt einen anderen Aspekt ein: «Auch Adoleszente sind eine vulnerable Personengruppe.» Sie begründet dies mit der
Identitätsfindung, der Ablösung vom Elternhaus und dem Eintritt in die Studien- und Berufswelt.
Viele Jugendliche konnten mit der Pandemie umgehen Die Fachstelle Kind und Jugend mag aber nicht einfach schwarzmalen. Philipp Huber: «Der Grossteil der Jugendlichen findet nach unserer Einschätzung einen konstruktiven Umgang mit den Einschränkungen.» Auch wenn sich junge Mitbürgerinnen und Mitbürger über eine «verpasste Jugend» beklagen. Unbeschwerte Reisen, Feste und Partys sowie Open Airs seien schon sehr vermisst worden. In den Gesprächen mit Jugendli-
Bild: Franz Lustenberger
chen seien auch «problematische Bewältigungsstrategien» angesprochen worden, etwa der Umgang mit den vielen, teils falschen Informationen in den sozialen Medien. Zurück zu den Wartelisten: Jörg Leeners, Chefarzt KJP Triaplus, weist auf den Mangel an Personal hin. Auf Stellenausschreibungen für eine Assistenzstelle im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie erhalte er kaum Bewerbungen. Der Markt sei in der Schweiz wie im ganzen deutschsprachigen Gebiet praktisch ausgetrocknet. «Der Beruf muss deshalb attraktiver werden.» Im Interesse der psychischen Gesundheit aller, nicht nur der Jugendlichen.
Eingeweiht
Eingeübt
Eingeladen
Eingespielt
Neuer Pumptrack für Inwiler Kids
Richtig Velo fahren will geübt sein
Sie zählte zu den Bestinformierten
Ein Chaos-Theater zeigt sich wasserfest
Noch vor den Sommerferien wurde in Inwil ein neugebauter Pumptrack errichtet. Dies auf Wunsch von Inwiler Kindern. Sie schrieben dem Gemeindepräsidenten Briefe, die sie Walter Lipp persönlich überreichten. Danach mussten sie ein Weilchen warten. Die Wartezeit hat sich gelohnt. Am 2. Juli wurde der Pumptrack eingeSeite 3 weiht.
Pro Velo Zug führte am 26. Juni beim Schulhaus Sennweid und im angrenzenden Quartier einen Velofahrkurs durch. Dabei übten die Kinder beispielsweise, wie man korrekt links abbiegt oder wie man, falls nötig, einhändig fahren kann. Doch nicht nur die Kinder übten. Auch die Erwachsenen wurden geschult. Sie erhielten viele Infos. Seite 4
In unserer Serie «Frauen im Fokus» stellen wir regelmässig Baarer Frauen vor, die das Gesellschaftsleben prägten. In dieser Ausgabe befassen wir uns mit Alice Rüttimann. Sie steht für eine Generation von Frauen, die in Baar die Wirtshäuser führten. Die heute 97-jährige «Bären»-Wirtin hatte in ihrem Leben unzählige GäsSeite 7 te eingeladen.
Die Brüder Volker und Thomas Martins sind ein eingespieltes Team. Besser bekannt sind sie als Comedy-Duo Oropax. Zu sehen sind sie am 17. Juli im Lättich. Das deutsche Chaos-Theater wird garantiert für Lacher sorgen. Im Sprungbecken wird eine aufblasbare Freilichtbühne platziert, das Publikum wird rundherum Platz nehmen. Seite 8
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Franz Lustenberger
Es braucht gemäss Simone Daepp, Abteilungsleiterin Soziales/Familie der Gemeinde Baar, «Strategien für die Bereitstellung von zusätzlichen Ressourcen für psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen». Konkreter wird KJPChefarzt Jörg Leeners; er wünscht sich eine eigentliche Tagesklinik für die Triaplus-Kantone Uri, Schwyz und Zug sowie eine spezielle Station für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Die Warteliste für nicht dringliche Fälle ist auch Teil der regierungsrätlichen Antwort vom 1. Juni auf eine Kleine Anfrage der beiden Kantonsräte Anastas Odermatt und Monika Barmet. Für den Zuger Regierungsrat ist die Entwicklung der Fallzahlen entscheidend: Es sei davon auszugehen, dass die Normalisierung der Lage «positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen» haben werde. Weitere Ausführungen stellt der Regierungsrat in der Antwort auf eine Interpellation von Virginia Köpfli, Isabel Liniger, Guido Suter und Anna Spescha zur psychischen Gesundheit der Bevölkerung während der Coronakrise in Aussicht . Die Interpellation, auch mit vielen Fragen zum Bedarf an Beratung und der Belastung der Ratgebenden, dürfte demnächst beantwortet werden. Laut Geschäftsverzeichnis läuft die Frist bis Ende September. fra
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