Benno Bickel
Einige Projekte, das System Bahn den Menschen näher zu bringen
Ist es schwierig, im Supermarkt einzukaufen? Bereitet es Probleme, das Ritual an der Tankstelle zu meistern? Ohne dass es uns bewusst wäre, wenden wir eine Vielzahl von erlernten Zivilisationstechniken an, um Alltag, Beruf und Freizeit zu bewältigen. Und wie steht es mit dem Bahn fahren? Noch vor einer Generation wäre dies eine ziemlich absurde Frage gewesen. Doch heute ist für immer mehr Kinder und (junge) Erwachsene die Welt der Bahnhöfe und Züge ein ungewohntes, wenn nicht gar gänzlich fremdes Terrain. Was man nicht kennt, löst Unsicherheit aus, wird gemieden und ist in erhöhtem Maße anfällig für Ressentiments und Fehleinschätzungen. Dass Menschen die Zivilisationstechnik des Bahnfahrens beherrschen, kann nicht mehr a priori vorausgesetzt werden. Vielmehr findet eine Differenzierung statt: Die Bandbreite reicht vom „professionellen Pendler“, dessen Fachwissen so mancher Fahrplankonferenz zur Ehre gereichen würde, bis zu Bevölkerungsgruppen, die mit der Bahn nicht mehr umzugehen wissen.
Die Bahn und ihre Kunden von morgen Da die Sozialisationsinstanzen Kindergarten, Schule und Elternhaus bei der Vermittlung des nötigen „Knowhows“ zum Bahnfahren und einer zumindest nicht von vorneherein negativen Haltung gegenüber der Bahn immer häufiger ausfallen, stellt sich die Frage, welche anderen gesellschaftlichen Gruppen diese Aufgabe übernehmen könnten oder zumindest daran Interesse haben sollten. Da wäre zunächst einmal der Quasi-Monopolist Deutsche Bahn AG selbst. Leider muss man zu dem Ergebnis kommen, dass sich die DB AG um ihre „Fahrgäste von morgen“ nur wenig schert. Zwar gibt es im schwer überschaubaren Wirrwarr des Konzerns vor allem in den Regionalbereichen durchaus bemerkenswerte Einzelinitiativen. Doch ein Gesamtkon-