Beirat-HLK - Reisebericht - 4. bis 8. Mai 2016

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RITTERORDEN VOM HEILIGEN GRAB ZU JERUSALEM STATTHALTEREI ÖSTERREICH Beirat-HLK – Heiligen Land Kommission

Reise Beirat-HLK Mittwoch, 04./05.05.2016 bis Sonntag, den 08.05.2016

REISEBERICHT

Teilnehmer: Thomas MAIRITSCH Martin PARTILLA Inge SIGL Günther SCHMIDT Pater Stephan YEN Peter STÖGERER

Vorsitzender des Beirat-HLK Prof. Bmst. Dipl.-Ing. Peter Stögerer 1030 Wien, Landstraßer Hauptstraße 67/3/2/7 E-Mail: HLK@stoegerer.eu Bankverbindungen der HLK: HYPO Bank Vorarlberg; IBAN: AT90 5800 0154 6782 3016; BIC: HYPVAT2B Bankhaus Schelhammer & Schattera; IBAN: AT56 1919 0000 0025 9259; BIC: BSSWATWW Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG; IBAN: AT44 3200 0000 1037 7224; BIC: RLNWATWW


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1.

Donnerstag, den 05.05.2016; Jerusalem:

1.1

Vikariat für hebräisch sprechende Katholiken; Pater David NEUHAUS: Pater David NEUHAUS ist verantwortlich für das Vikariat der hebräisch sprechenden Katholiken. Dieses Vikariat hat 7 Pfarren, in Jerusalem, Jaffa-TelAviv, Nazareth, Haifa, Tiberias, Be'er Schefa und Latrun. Die Aufgaben des Vikariats sind: Die Betreuung der Migranten, Soziale Projekte und die Missionierung.

Die Hauptaufgabe dieses Vikariats ist die seelsorgliche und soziale Arbeit mit den Migranten. Besonders im Vikariatszentrum in TelAviv, wo es Babykrippen, ein Jugendzentrum sowie eine lebendige Pfarre gibt. In den Babygruppen sind Frauen mit Migrationshintergrund tätig (aus Eritrea, Sri Lanka, Philippinen, Indien und Sudan). Die Bezahlung wird aus dem Beitrag für die betreuten Kinder bezahlt. Die Babykrippen stehen für Kinder aller Konfessionen offen. In TelAviv werden derzeit 55, in Jerusalem 21 Babys und Kleinkinder betreut! ➔ Die Betreuung ist notwendig, da die Eltern den ganzen Tag arbeiten und ansonsten niemand für die Betreuung der Babys und Kleinkinder vorhanden ist. Das Vikariat erwarb seitlich des derzeitigen Centers ein Grundstück, auf dem ein neues Zentrum errichtet wurde, dieses wurde am Samstag, den 07.05.2016 vom Patriarchen Fuad TWAL eingeweiht. Pater Neuhaus hat uns berichtet, dass derzeit versucht wird Grundstücke in der Umgebung zu mieten oder eventuell sogar zu kaufen und herzurichten, um den dort lebenden Menschen (Migranten) das Leben etwas lebenswerter zu machen.


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Ein besonderes Anliegen von Pater David Neuhaus ist die katholische Erziehung der Kinder!!! Da in den staatlichen Schulen ein katholischer Unterricht nicht gewünscht und möglich ist (es gibt keinerlei religiöse Bildung), ist es wichtig, dass ihnen unser Glaube während der Betreuung nähergebracht wird. Die nachschulische Betreuung der Kinder besteht in der Hilfestellung bei den Hausaufgaben und Beaufsichtigung, bis sie von ihren Eltern, nach deren Arbeitsschluss, abgeholt werden. Weiters werden Camps während der schulfreien Zeit organisiert, um die Jugendlichen von der Straße zu holen und die religiöse Bildung zu gewährleisten. Dies ist alles nur durch diverse Unterstützungen, die das Vikariat bekommt möglich.

Es ist festzuhalten, dass es derzeit 25.000 palästinensische Christen und 60.000 Christen mit Migrationshintergrund (Gesamtisrael) gibt.

Projektbesichtigung im Anwesen der Franziskaner, in der Nähe des King-DavidHotels.

Hier handelt es sich um eine Immobilie, die dem Franziskanerorden 1948 weggenommen wurde. Nach Jahrzehnte langen Verhandlungen wurde ihnen das Grundstück wieder zurückgegeben. Zwischenzeitlich wurde die Immobilie als Verwaltungsgebäude der Stadt verwendet. Um die große Liegenschaft zu nützen haben die Franziskaner dem Vikariat, dem P. David Neuhaus vorsteht, einen Teil mit der Auflage zur Verfügung gestellt, dass es das vorhandene Gebäude grundsaniert, bzw. neu erbaut. Es soll jetzt dort ein Jugendzentrum, eine Babykrippe sowie Zimmer für Volontäre entstehen. Die Kosten für den Umbau/Neubau werden ca. EUR 250.000,-- betragen. P. David Neuhaus hat bereits EUR 100.000,-- zur Verfügung. Die Bauarbeiten werden Ende Mai 2016 beginnen.


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1.2

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Lateinisches Patriarchat:

1.2.1 Bischof William SHOMALI: Wir wurden von Bischof Shomali empfangen. Wir haben unter anderem unseren Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass wir gerne Empfehlungen zu Partnerpfarren hätten, um einen regen persönlichen Austausch und Gebetsgemeinschaften zwischen österreichischen Pfarren (derzeit vor allem aus Kärnten) und Pfarren aus dem Hl. Land, West Bank zu pflegen. ➔ Eventuelle Pfarren werden bei einem Gespräch mit Fr. Imad TWAL am Freitag, den 06.05.2016 vorgeschlagen.

Beim gemeinsamen Mittagessen, bei dem auch Patriarch Fuad TWAL anwesend war, wurde wir vom Patriarchen ersucht, dass wir beim Besuch des neuen Österreichischen Botschafter in Israel, Dr. Martin Weiss, ansprechen sollen, dass seitens des Patriarchats der Wunsch besteht die Kontakte zwischen der Österreichischen Botschaft und dem Patriarchat wieder zu intensivieren. 1.2.2 Henrique ABREU Henrique ABREU ist ein brasilianischer Ordensbruder, der seit mittlerweile über 3 Jahren als Volontär im Hl. Land tätig ist. Seit einem Jahr ist er nun für die Ausarbeitung einer neuen Projektstruktur und Projektabwicklung der Projekte des Patriarchates verantwortlich, die hervorragend gelungen ist. Es sind nun alle Projekte auf der Homepage dargestellt, mit einer Projektnummer versehen und sehr übersichtlich und gleich aufgebaut. Der Projektstatus der einzelnen Projekte ist ebenso auf der Homepage des Patriachats ersichtlich. Derzeit laufen alleine in GAZA 12 Projekte (für die Patriarchatspfarre und die Schule des Patriachats).


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1.3

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Caritas Jerusalem, Fr. Abusahlia RAED

Mit Fr. Raed haben wir über die Möglichkeit ein Projekt, in der Größenordnung von EUR 150.000,-- das wir über die ADA abwickeln wollen. Fr. Raed hat uns ein Projekt in Jifna, in der Nähe von Birzeit, vorgeschlagen. Darin geht es um eine eigene Wassergewinnungsanlage sowie den Ausbau und Anschluss eines Kanalnetzes. In den nächsten Wochen werden wir entsprechende Projektunterlagen erhalten, die wir dann mit der ADA abstimmen werden. Das Projekt soll dann bis Ende September 2016 bei der ADA eingereicht werden. Anschließend fuhren wir mit Fr. RAED nach Birzeit, wo wir den Shop der Olivenölprodukte und die Abfüllanlage besuchen konnten. Mittlerweile gibt es dort über 70 Produkte.

1.4

Treffen Fr. RAED am 07.05.2016, in Bethlehem -

Projekt in Gaza: Da die medizinische Versorgung für alte Menschen dort sehr schlecht ist, soll/wird ein mobiler Sanitätsdienst eingerichtet. Eine genaue Beschreibung erfolgt noch durch die Caritas Jerusalem. Für dieses Projekt, "Gaza, Elderly Medical Care" haben wir EUR 10.000,-- zur Verfügung gestellt.

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Fr. Raed verweist auf den monatlichen Newsletter und die Homepage der Caritas, in denen unter anderem über die laufenden Projekte berichtet wird. Der Beirat-HLK erhält diesen Newsletter auch.


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Generelle Information: In Bethlehem und ganz Palästina gibt es eine Vielzahl von Schulen und medizinischen Einrichtungen, die in kirchlicher Hand sind. Doch für alte Menschen ist die Versorgung mangelhaft. Es gibt nur 7 Altersheime mit insgesamt 180 Betten. Ferner ist die Situation dieser Menschen prekär, da es weder eine Krankenversicherung gibt noch eine Pension ausbezahlt wird. Im Jahr 2015 unterstützten wir die Arbeiten für ein Altersheim in Ramallah, das im Juni bzw. Juli 2016 eröffnet wird.

2.0

Freitag, der 06.05.2016, TelAviv:

2.1

Österreichische Botschaft TelAviv, Botschafter Dr. Martin WEISS

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Friedenslicht OÖ: Herr Rammerstorfer vom ORF fürchtet aufgrund der Lage in Israel um die Friedenslichtaktion 2016. Bereits im vergangenen Jahr wurde sie abgesagt. Dr. Weiss ist es ein großes Anliegen, dass die Friedenslichtaktion in diesem Jahr wieder stattfindet. Zum einen hat die Aktion ihr 30jähriges Bestehen, zum anderen ist die Intention der Friedenslichtaktion ein unverzichtbares Zeichen. Botschafter Weiss bittet uns, bei etwaige Beziehungen Einfluss zu nehmen.

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ADA Richtlinie: Ein Projekt mit der Caritas Jerusalem, Fr. Raed, als Projektpartner. Der Österreichische Botschafter bietet seine Hilfe und Unterstützung an.

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BabyChildHospital – Medikamente: Inge Sigl ist in Kontakt mit der Fa. Sandoz, um Medikamente für das BabyChildHospital nach Israel zu liefern. Der Transport der Medikamente von Jerusalem (der Sandoz-Niederlassung) nach Bethlehem müsste organsiert werden. Falls wir Unterstützung für den Transport benötigen, bietet Dr. Weiss seine Hilfe an.

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Kontakt Patriachat: Der Österreichische Botschafter sagt zu, den Kontakt mit dem Lateinischen Patriachat künftig wieder zu intensivieren. Botschafter Dr. Martin Weiss wurde erst im November 2015 als Botschafter angelobt!


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2.2

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Besuch der Pfarre für Migranten in Tel Aviv: In der Pfarre der Migranten in TelAviv wurden wir von Katrin STRAUB, einer deutschen Sozialarbeiterin empfangen. Diese kam im Mai 2015 in die Pfarre und wird von Deutschland für 3 Jahre als Sozialarbeiterin zur Verfügung gestellt und finanziert. Ihre Aufgabe ist vorwiegend die Jugendbetreuung. Da es keinerlei Räumlichkeiten gab, wurden auf einem Nachbargrundstück zusätzliche Räumlichkeiten angemietet. Die Renovierungsarbeiten wurden von den Jugendlichen zum großen Teil selber ausgeführt.

Vorher

nachher

Baby- und Kleinkinderbetreuung: Wir besuchten die Babygruppen. Derzeit gibt es 8 Gruppen, mit je 7-9 Babys. Die Betreuung erfolgt – wie vorhin schon erwähnt – durch junge Mütter und Väter, die aufgrund des Einwanderungsstatuses keine Arbeitsgenehmigung bekommen und selbst Kinder in der Gruppe haben. Die einzelnen Babygruppen befinden sich entweder direkt im Pfarrzentrum oder in angemieteten Wohnungen in der näheren Umgebung der Pfarre.


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Neues Zentrum der Pfarre und Kirchenraum: Wir konnten auch das neu geschaffene Zentrum des Vikariats besuchen, dass schräg hinter der Pfarre befindet. Die Pfarre besteht hauptsächlich aus Christen von den Philippinen, aus Eritrea, Indien und Sri Lanka. Die Größe der einzelnen Einwanderungsgruppen ist sehr unterschiedlich. Jede Gruppierung hat ihren eignen Geistlichen, und es ist schwierig, dass alle Bevölkerungsgruppen miteinander Gottesdienst feiern. An den Sonntagen werden daher 8 Gottesdienste gefeiert, wobei jeder davon von ca. 300 Gläubigen besucht wird. 2.3

Besuch in AinKarem: -

Neugestaltung des Eingangsbereiches: Alle von uns finanziell unterstützten Renovierungsarbeiten des Gartens und des Hofes sowie Bauarbeiten des neuen Eingangsbereiches (Parkplätze), den wir ist abgeschlossen.

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Besucherzimmer: Als neues Projekt ist ein Besucherzimmer geplant. Hier sollen die Familien mit Ihren behinderten Kindern alleine zusammen sein können! Dafür müssen ein altes Notstromaggregat abgebaut, neue Fenster und Türen eingebaut und eine abgehängte Decke in Trockenbauweise eingezogen werden etc.. Die dafür anfallenden Kosten liegen allerdings noch nicht vor.

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Air Condition: Die derzeitig vorhandene Klimaanlage ist bereits sehr überaltert. Im Zuge der diversen Umbauarbeiten soll diese stetig erneuert werden.


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3.0

Samstag, der 07.05.2016, Bethlehem:

3.1

JobCreation, Sr. Maria GRECH:

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12 Projekte wurden seit dem Wiederbeginn (2015) verwirklicht. Ein schweres Rückenleiden von Sr. Maria, Probleme mit dem Ministerium und mit einem Mitarbeiter brachten das Projekt JobCreation zum Erliegen. Neue Projekte in Bezug auf JobCreation werden in ca. 2-3 Monaten vorgestellt. Familienpastoral Ein neues Projekt! Seit September 2015 treffen sich Familien einmal in der Woche im Convent der Franziskanerinnen. Sowohl die Eltern als auch die Kinder werden mit unterschiedlichen Programmen religiös begleitet. Derzeit gibt es 3 solcher Familienkurse. Im Juli 2016 ist ein Abschlusscamp/Familieneinkehrtage in Nazareth geplant. Unterkunft, Verpflegung, Bus, etc. müssen noch finanziell gesichert werden. Sr. Maria ist diesbezüglich auf Spenden angewiesen.

Verfasser:

Beirat-HLK

Ich darf mich bei allen Mitgliedern des Beirat-HLK für die gute Zusammenarbeit, den enormen Einsatz sowie die gegenseitig erbrachte Wertschätzung aus ganzem Herzen bedanken!

Verantwortlich:

Peter STÖGERER


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