DEUTSCHLANDKARTE
Literaturklassiker Von MATTHIAS STOLZ
Christian Kracht »Faserland«
Thomas Mann »Buddenbrooks«
»Wanderungen durch die Mark Brandenburg«
»A Tramp Abroad«
Julia Franck »Die Mittagsfrau“
Heinrich Heine »Deutschland. Ein Wintermärchen«
Johanna Schopenhauer »Ausflucht an den Rhein«
Martin Walser »Die Verteidigung der Kindheit«
Grimmelshausen »Simplicissimus«
Handlungsorte einiger literarischer Klassiker, die an mehreren deutschen Orten spielen. Die Reihenfolge der Orte im Buch kann von der auf der Linie abweichen, etwa durch Vorund Rückblenden
Wenn die Handlung eines Romans nicht nur einen roten Faden hätte, sondern tatsächlich ein Bindfaden wäre, gespannt zwischen den Orten der Handlung, dann würde sich am Zusammenfluss von Rhein und Main ein Knäuel ergeben – zumindest wenn man, wie auf dieser Karte, Klassiker der Literatur untersucht. Warum spielt ein Roman, wo er spielt? Zum
»Der grüne Heinrich«
Rhein fühlten sich viele Schriftsteller hingezogen, weil er Schauplatz deutscher Legenden ist. Oft wählten die Schriftsteller Orte, die ihnen vertraut waren, nicht selten sogar ihre Geburtsorte (Grimmelshausen beschrieb Gelnhausen, Theodor Fontane Neuruppin, Gottfried Keller Zürich). So konnte man sicher sein, dass sich der Leser nicht über Ortsunkenntnis be
schwerte. Städtenamen sind natürlich auch ein Mittel, um Stimmung zu erzeugen. Im Sylt– Zürich-Roman geht es dekadent zu, im Bautzen–Stettin-Roman eher düster. Umgekehrt wirken Bücher auch: Der Leser denkt an Lübeck und denkt nicht nur an das echte – sondern an das Lübeck, das er aus den Buddenbrooks kennt.
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