FIT & GESUND
Freitag, 24. März 2017
| AKTION GESUNDHEITSWOCHEN
Neues Gelenk – neuer Elan Vorteile und Risiken künstlicher Gelenke. Wann helfen Schmerzmittel, wann sollte man eine Operation vorziehen? Und wie kann man vorbeugen?
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Die „Sprechstunde“ mit Nina Ruge
Materialien und Modelle für OPs
Frühstücken mit Kürbis und Hirse Foto: Fotolia
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Anzeigen-Sonderveröffentlichung
Im Gespräch: Expertin klärt über das Leben mit künstlichen Gelenken auf
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ann ist eine Endoprothese (künstlicher Gelenkersatz) erforderlich? Wie lange dauert der Heilungsprozess? Wie lebt es sich mit einem künstlichen Gelenk? Auf diese und weitere Fragen gibt Dr. Jacqueline Repmann, Chefärztin des Zentrums für Endoprothetik am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben, Antworten. Frau Dr. Repmann, 400 000 Endoprothesen werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Ab wann ist der Einsatz eines künstlichen Gelenks notwendig? Ein künstliches Gelenk kommt dann zum Einsatz, wenn das ursprüngliche Gelenk krankheits- oder altersbedingt abgenutzt ist oder durch einen Unfall stark beschädigt wurde. Unser Ziel ist es allerdings, erst alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten von der Physiotherapie, Ergotherapie bis hin zur multimodalen Schmerzbehandlung auszuschöpfen, ehe wir operativ tätig werden. Wenn diese Maßnahmen zu keiner Linderung mehr führen und die dauerhafte Einnahme von Schmerzmedikamenten aufgrund von Begleiterkrankungen nicht möglich ist, empfehlen wir den Einsatz eines künstlichen Gelenks. Dieser Zeitpunkt ist für
jeden Patienten individuell und hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, wann der persönliche Leidensdruck so hoch ist, dass die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist. Wie entsteht der Gelenkverschleiß? Der Gelenkverschleiß wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Grundlegend lässt sich sagen, dass dem Verschleiß ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit zugrunde liegt. Dieses wird in vielen Fällen durch eine genetische Prädisposition, also die erblich bedingte Anlage beziehungsweise Empfänglichkeit für diese Erkrankung, begünstigt. Weitere entscheidende Faktoren sind Bewegungsmangel, Übergewicht sowie Fehlstellungen wie ausgeprägte Ooder X-Beine und die damit einhergehende einseitige Belastung. Ebenso können gelenknahe Verletzungen und entzündliche Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma einen Gelenkverschleiß hervorrufen beziehungsweise beschleunigen. Dr. Jacqueline Repmann ist Chefärztin des Zentrums für Endoprothetik am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben. Foto: MediClin
Wie alt sind die Patienten im Schnitt, wenn eine Endoprothese eingesetzt wird? Die meisten unserer Patienten sind zwi-
schen 70 und 80 Jahren alt, wobei es nach oben keine Altersgrenze gibt. Tendenziell verzeichnen wir auch zunehmend jüngere Patienten. Ursache dafür sind steigendes Übergewicht in der Bevölkerung und immer häufiger auftretende Verletzungen durch Extremsportarten. Insgesamt ist der Anspruch an die Lebensqualität gestiegen – mit unseren heutigen medizinischen Möglichkeiten können wir viel mehr Menschen eine aktive und mobile Teilnahme am Alltag gewähren. Wie viele künstliche Gelenke werden am Waldkrankenhaus jährlich eingesetzt? In unserem Zentrum für Endoprothetik haben wir im vergangenen Jahr über 1200 Endoprothesen eingesetzt. Ein Großteil davon entfällt auf künstliche Kniegelenke und Hüftgelenke, wo wir häufig auch minimalinvasiv und knochensparend mit Kurzschaftprothesen arbeiten. Darüber hinaus verfügen wir über eine große Expertise unter anderem bei Fingergelenks-, Schulter- und Sprunggelenksendoprothesen. Wie lang ist in der Regel der Heilungsprozess nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenks?
Im Schnitt ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa sieben Tagen zu rechnen. Die Mobilisation unserer Patienten beginnt dabei so schnell wie möglich. In der Regel sind sie ab dem ersten Tag nach der OP in der Lage, zu stehen und mit Gehhilfen zu laufen. Wir beginnen umgehend mit physiotherapeutischen Maßnahmen. In der anschließenden dreiwöchigen Reha gilt es dann, die Muskulatur weiter zu stärken. Außerdem wird der Patient geschult, wie er richtig steht, sitzt und Alltagssituationen wieder ganz normal meistern kann. Können Patienten anschließend ein normales Leben führen oder ist mit starken Einschränkungen zu rechnen? Das Ziel der Endoprothetik ist es, die Lebensqualität wieder in gewohnter Weise, bevor die Schmerzen und Einschränkungen eingesetzt haben, zu ermöglichen. Das normale Alltagsleben kann ohne Einschränkungen wieder aufgenommen werden. Jedoch sind bestimmte Sportarten, die mit einer hohen Gelenkbelastung einhergehen, zu vermeiden. Für Patienten mit einem neuen Hüftgelenk sind beispielsweise Sportarten
mit Stoßbewegungen wie Tennis, Skifahren oder Joggen sowie Sprungsportarten nicht empfehlenswert. Bei einem neuen Kniegelenk raten wir von Sportarten wie Kegeln, Kampfsport, Mannschafts- und Ballsport sowie Sprungsportarten ab. Wandern, Tanzen, Schwimmen, Radfahren, Walken und Aquajoggen können im Regelfall problemlos ausgeführt werden. Vorsicht bei der Ernährung: eine starke Gewichtszunahme belastet das neue Gelenk. Wie hat sich die Endoprothetik im Vergleich zu vor zehn Jahren verändert? Zum einen sind die Operationstechniken heute viel knochensparender und muskelschonender als noch vor zehn Jahren. Dadurch bleibt die Muskulatur rund um das betroffene Gelenk gut erhalten, und der natürliche Gelenkschutz ist weiterhin gegeben. Somit ist es uns auch möglich, Patienten schneller wieder zu mobilisieren. Zum anderen sind die in den Endoprothesen verwendeten Materialien verträglicher geworden und zeigen weniger Abrieb, wodurch sich die Haltbarkeit der künstlichen Gelenke in den letzten Jahren noch weiter erhöht hat.
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FREITAG, 24. MÄRZ 2017
SPRECHSTUNDE VON NINA RUGE
Innere Führung übernehmen
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oran haben Sie gerade gedacht? Klar, Sie haben begonnen, diese Kolumne zu lesen. Und was war kurz davor? Da haben Sie einen anderen Artikel überflogen? Es kam Ihnen etwas in den Sinn? Was war das genau? Erinnern Sie sich wirklich? Und bevor Sie diese Zeitung in die Hand genommen haben – was haben Sie gedacht? Daran erinnern Sie sich nicht unbedingt. Da geisterte halt wieder mal ein Gedanke in Ihrem Kopf herum. Könnte es etwa sein, dass Sie einer grandiosen Illusion aufsitzen? Sie denken, Sie denken. Aber nein! ES denkt Sie! Morgens, beim Aufwachen, gehe ich gern auf die Pirsch. Ich versuche, die letzten Gedankenschnipsel zu erwischen, die nach dem Weckerklingeln meinen Kopf besetzten. Meistens ratterte es ja schon im Halbschlaf – was alles hinein soll in diesen Tag. Und dann sage ich mir: Ich denke! Und ich bestimme, ob ich den ganzen Tag ununterbrochenes Schnipsel-Denken in meinem Kopf akzeptieren will! Also starte ich in den Tag mit meinem Gedanken. Das ist ein wunderbares Ritual. In den vergangenen zwei Wochen ist es der Satz „Danke für diesen neuen Tag!“. Das klingt schlicht. Doch gelebt und gefühlt macht mich dieser Satz frei. Denn ich bestimme, mit welchem Gefühl ich aufstehe – nichts und niemand sonst. Natürlich ist das nur eine kleine Übung aus dem Arsenal der Entschiedenheit und Achtsamkeit, über das wir alle intuitiv verfügen. Was es braucht, ist Erkennen und Tun. Ich entscheide, ob ich die kleinen, wunderbaren Momente, die mir ein normaler Alltag serviert, nutze. Ein Funkeln der Morgensonne, ein Lächeln der Passantin auf dem Weg zum Supermarkt, ein wohliges Grunzen meines Hundes. Ich entscheide, ob ich die kleinen Juwelen, die überall zu pflücken sind, für eine gehobene Gestimmtheit nutze – oder auch nicht. Das Paradies ist kein Ort – sondern ein Bewusstseinszustand. Es ist die bewusste Wertschätzung des Lebens als Geschenk. Und es braucht Entschiedenheit, den Raum dafür in uns zu öffnen. Aktuell ist von Nina Ruge das Buch „Der unbesiegbare Sommer in uns“, Kailash, 256 Seiten, 17,99 Euro, erschienen. Außerdem gibt es von ihr das Coaching „Alles wird gut“. Informationen gibt es unter www.alles-wirdgut-coaching.de.
UNSERE LEICHTESTE ÜBUNG
Starke Oberschenkel: Der Kniestand Der Kniestand ist eine Vorübung zum Kamel. Die Übung stärkt den Rücken, die Wirbelsäule und Oberschenkel. Anleitung: Auf die Fersen setzen. Tief einatmen, dabei die Arme heben und auf die Knie hochkommen. Die Oberschenkel zeigen jetzt senkrecht zum Boden. Die Schultern dabei entspannt lassen und tief ein- und ausatmen. Dabei bewusst in den Brust- und Bauchraum atmen, sodass ein Gefühl der Weite entsteht. Wenn es für den Nacken angenehmer ist, kann der Blick zu den Händen gehoben werden. Wieder auf die Fersen setzen und die Übung einige Male achtsam wiederholen. Bei Knieproblemen eine Decke oder ein Kissen unterlegen.
Neuer Schwung für die Hüfte Wir brauchen es beim Gehen und Stehen, beim Sitzen oder wenn wir uns die Schuhe anziehen wollen: ein gesundes Hüftgelenk. Der Einsatz eines künstlichen Gelenkes kann sinnvoll sein – wenn Schmerzmittel und Krankengymnastik nicht mehr helfen.
VON INSA VAN DEN BERG
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er Ersatz natürlicher Hüft- und Kniegelenke durch künstliche zählt zu den häufigsten Operationen, die in Deutschland durchgeführt werden. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2015 mehr als 227 000 solcher sogenannten Hüftendoprothesen eingesetzt worden. Hinzu kamen rund 173 000 Kniegelenkprothesen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Wer über Schmerzen immobil wird, stellt den Sinn des Lebens infrage.
Der Hüftgelenksersatz ist zu einer Routine-Operation geworden, dauert in den meisten Fällen rund 1,5 Stunden. Die Patienten können zwischen einer Vollnarkose oder einer Narkoseform wählen, bei der nur die untere Körperhälfte betäubt wird. Bei der sogenannte Spinal-
Warum wird ein künstliches Gelenk eingesetzt? Ein Patient hat starke Schmerzen und kann sich nicht mehr gut bewegen. In den meisten Fällen hat der Arzt eine Arthrose festgestellt, einen Verschleißprozess. Der kann dadurch begründet sein, dass man ein Gelenk über Gebühr beansprucht hat, weil man Leistungssport getrieben hat oder weil man stark übergewichtig ist. Oftmals ist aber ein altersbedingter Verschleiß des Gelenks ursächlich. Bei einer Arthrose kommt es zu einem Knorpelabrieb: Der Gelenkspalt verengt sich, bis schließlich Knochen auf Knochen reibt und zu den heftigen Schmerzen führt. Die Schmerzen können auch in den Oberschenkel, das Kniegelenk oder die Wirbelsäule ausstrahlen. In der Regel sind Patienten, die erstmals ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk bekommen, zwischen 60 und 70 Jahren alt. Da die Menschen immer älter werden, rechnet das zur Gesundheit forschende Robert-Koch-Institut mit immer mehr solcher Operationen.
Die Patienten verlieren die starken Schmerzen und gewinnen Beweglichkeit zurück. Studien zeigen: Auch das Risiko
Übergewicht entstehen in Deutschland laut Foodwatch etwa 20 Milliarden Euro Zusatzkosten für das Gesundheitswesen.
Welche Probleme können beim Einsatz eines künstlichen Gelenks auftreten? In bis zu zwei Prozent der Fälle gibt es Komplikationen. Bei mehr als 400 000 Operationen jährlich bedeutet das, dass zwischen 4000 und 8000 Patienten Probleme mit dem künstlichen Gelenk haben. Das häufigste Problem ist eine Infektion, die sich mit Schmerzen, Rötungen, Überhitzung bemerkbar macht. Durch eine Entzündung kann das Gelenk abgestoßen werden, sodass es wieder entfernt werden muss. Darüber hinaus kann es mechanische Schwierigkeiten mit dem Gelenk und
daher Schmerzen geben – weil der künstliche Ersatz zum Beispiel an den Rändern übersteht und damit Seitenbänder reizt. „Gerade bei einem komplexen Gelenk wie dem Knie ist es wichtig, dass der Operateur darauf achtet, dass die Prothese nicht zu weit rechts oder links eingebaut wird“, erklärt Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Orthopäde am Münchner Klinikum rechts der Isar. Es kann auch eine Implantatallergie diagnostiziert werden. Prof. Carsten Perka von der Charité Berlin hält das jedoch für eine „inflationär gebrauchte Ausweichdiagnose“. Zumeist verberge sich dahinter eine Infektion. Mit der Narkose oder der Bildung von Blutgerinnseln während oder nach der Operation gibt es allerdings nur in sehr seltenen Fällen Probleme.
Es gibt zementierte und zementfreie Hüftgelenkprothesen. Bei diesem „Zement“ handelt es sich tatsächlich um einen bestimmten Kunststoff, in dem die Implantate befestigt werden. Der „Zement“ härtet innerhalb weniger Minuten zu einer starren Masse, die Knochen und Prothesen fest miteinander verbindet. Dieses Verfahren wird in der Regel bei älteren Patienten gewählt, deren bereits brüchige oder empfindliche Knochen keine anderen Varianten zulassen. Ein Vorteil: Das Bein kann nach der Operation sofort belastet werden.
Wenn der Schmerz zu groß ist, kann ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk zu neuer Mobilität verhelfen. Foto: Fotolia
Seit einigen Jahrzehnten werden auch Erfahrungen mit zementfreien Implantaten gemacht. Sie sind für Patienten geeignet, deren Knochen noch fest und aktiv sind. Die Prothese wird direkt in den Knochenschaft eingetrieben, das
Knochengewebe verbindet sich innerhalb von sechs bis zwölf Wochen mit der rauen Oberfläche des Implantats. Häufig darf das Bein in solchen Fällen erst drei bis acht Wochen nach der Operation voll belastet werden. Mittlerweile sind sehr viele Prothesentypen aus verschiedenen Materialien auf dem Markt. Weltweit gibt es rund 180 unterschiedliche Hüftprothesenmodelle. „Je nach Modell werden heutzutage Standardimplantate aus Stahl, KobaltChrom-Legierungen, Titanlegierungen, Kunststoff und Keramik mit- oder untereinander kombiniert“, teilt der Bundesverband Medizintechnologie in Berlin mit. Die durchschnittlichen Kosten einer Hüftgelenksoperation beziffert die AOK Baden-Württemberg auf rund 6000 Euro.
Wann Wärme hilft Mit den Jahren verschleißen die Gelenke – das kann äußerst schmerzhaft sein. Was ist zu tun?
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m Laufe eines Lebens haben die Gelenke einiges auszuhalten. In der medizinischen Fachsprache heißt der zunehmende Gelenkverschleiß Knorpelschaden und in seinem Endstadium Arthrose. Davon sind häufig Knie und Hüfte betroffen. ■ Welche
Faktoren begünstigen eine Arthrose an Knie und Hüfte? „Bewegungsmangel und Übergewicht“, sagt der Essener Facharzt für Orthopädie, Ramin Nazemi. Auch durch falsche, einseitige Belastungen können Gelenke Schaden nehmen. Zudem spielt Veranlagung eine Rolle. ■ Wie macht sich Arthrose bemerkbar?
■ Hätten Sie’s gewusst? Allein durch
anästhesie (nur Unterleib) setzt der Operateur einen etwa sechs bis zwölf Zentimeter langen Hautschnitt.
Materialien und Modelle
Was sind die Vorteile eines künstlichen Gelenks?
DAS SAGT DER ARZT
Eine krankhafte Überfunktion der Schilddrüse, die sich in einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen äußert. Mögliche Begleiterscheinungen sind starke Schweißproduktion, Gewichtsverlust und Nervosität.
Wie läuft die Operation meistens ab?
Prof. Carsten Perka, Charité Berlin
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Hyperthyreose
für einen Herz- oder Hirninfarkt sinkt, weil die Betroffenen sich mehr bewegen und damit ihr Herz-Kreislauf-System trainieren. „Wer über Schmerzen immobil wird, verfällt zunehmend und stellt den Sinn des Lebens infrage“, sagt Prof. Carsten Perka, Leiter des unfallchirurgisch-orthopädischen Zentrums an der Charité Berlin.
„Ein mögliches erstes Warnzeichen sind morgendliche Anlaufschwierigkeiten“, sagt Michael Preibsch, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Verbands für Physiotherapie. Wenn also die Gelenke nach dem Aufstehen wie eingerostet erscheinen, verdichten sich die Anzeichen auf eine Arthrose.
■ Was hilft gegen den Schmerz?
Bei Arthrose kann Wärme die Schmerzen lindern. Dabei gibt es aber zwei Dinge zu beachten: Warmes Wasser, Wärmflasche oder Körnerkissen sollten Betroffene nur anwenden, wenn das Gelenk nicht entzündet ist, warnt die Deutsche RheumaLiga. Außerdem sollte die Wärmebehandlung nicht direkt auf dem betroffenen Gelenk erfolgen: Am besten sei es, die Muskeln ober- und unterhalb des Gelenks zu wärmen. ■ Werden manchmal auch Medikamente
verordnet? Ja. Das können Schmerzmittel in Form von Tabletten oder Spritzen sein. Auch Salben und Gel werden mitunter verschrieben. Welche Mittel zum Einsatz kommen, ist von Fall zu Fall verschieden. ■ Wie sieht die Therapie aus – ist Arthro-
se heilbar? „Nein, heilbar ist Arthrose nicht“, betont Nazemi. In vielen Fällen können aber die
Beschwerden gelindert und der Gelenkverschleiß aufgehalten werden. Im Mittelpunkt der Therapie steht Bewegung – und keinesfalls Schonung.Ziel ist dabei, das betroffene Gelenk zu stärken. Zur Therapie gehört gegebenenfalls auch, Übergewicht zu reduzieren.
■ Gibt es Sportarten, die zu empfehlen
sind? Bei Arthrose ist es wichtig, trotz Schmerzen regelmäßig in Bewegung zu kommen. Denn Sport hat für die Gelenkknorpel positive Effekte. Gut geeignet sind alle Sportarten mit einem gleichmäßigen
Bewegungsablauf wie Radfahren, Schwimmen oder Langlauf. Eher meiden sollten an Arthrose Erkrankte Bewegungsabläufe mit schnellen Stopps, da diese den Knorpelverschleiß fördern können. Dazu gehören etwa Handball oder Tennis.
Über
200 000
künstliche Hüftgelenke werden pro Jahr in deutschen Krankenhäusern eingebaut, rund
150 000 40 000
künstliche Kniegelenke. Dazu kommen noch um die
Wechseloperationen aufgrund von Lockerungen, Infektionen oder Materialpannen.
Bewegung ist eine große Hilfe – zum Beispiel auf dem Fahrrad. Foto: Fotolia
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ESSEN SIE SICH GESUND
Kürbis zum Frühstück Hirse-Gemüse-Pilaw mit gerösteten Kernen
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ie Kombination aus süßem Kürbis und erdiger Hirse bildet einen guten Start in den Tag – das Pilaw kann aber auch mittags oder abends gegessen werden. Kurkuma steuert seine heilende und entgiftende Wirkung bei. Neben seinen entzündungshemmenden Eigenschaften ist es auch die beste Quelle von Betacarotin, die sich unter Lebensmitteln finden lässt. Es hilft beim Entgiften und Stärken der Leber, außerdem unterstützt es das Immunsystem. Zudem verleiht Kurkuma der Hirse einen schönen Goldton. Hirse muss übrigens sehr gründlich gewaschen werden, da die Körner von einer bitteren Schutzschicht überzogen sind, die den Geschmack beeinträchtigen kann. Zu diesem Rezept passen Kabocha-, roter Hokkaido- oder Butternusskürbis. Wenn es keinen frischen Zuckermais gibt, kann gefrorener verwendet werden.
So geht’s
Gibt es Alternativen zu einem künstlichen Gelenk? Auch wenn das Röntgenbild eine Arthrose zeigt, muss der Patient nicht zwangsläufig eine neue Hüfte oder ein neues Kniegelenk bekommen – solange die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ihn nicht zu stark belasten. Viele Patienten warten nach Meinung von Prof. Heiko Reichel jedoch zu lange, bis sie zum Arzt gehen. Der Leiter der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm sagt: „Man kann in frühen Stadien mit Physiotherapie, Medikamenten oder chirurgischen Eingriffen erfolgreich gelenkerhaltend arbeiten.“ Wer bis zum bitteren Ende warte, verschlechtere nicht nur die
Funktion des betroffenen Gelenkes vor und nach der Operation. Darüber hinaus schade der Patient mit dem bloßen Abwarten auch anderen Gelenken des Körpers. Diese müssten dann ersatzweise die Funktionen erfüllen, die das geschädigte Gelenk nicht mehr wahrnehmen könne.
Ab wann ist der Einsatz eines künstlichen Gelenks unvermeidbar? Bei einem Oberschenkelhalsbruch wird normalerweise direkt operiert. Gerade bei älteren Patienten wird der Gelenkkopf oder die Gelenkpfanne künstlich ersetzt. Ansonsten gilt der Gelenkersatz nicht als Notfalloperation. Patienten können den Termin planen und sollten damit
Was tun wenn die Schmerzen unerträglich werden? Der Arzt weiß Rat. Fotos: Fotolia
rechnen, dass sie mindestens sechs Wochen zur Erholung brauchen. Ärzte wie Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe vom Klinikum rechts der Isar in München raten immer dann zu einer Operation, wenn der Leidensdruck besonders hoch ist. Das kann neben Schmerzen auch bedeuten, dass man ohne Operation von gemeinsamen Unternehmungen mit Freunden ausgeschlossen ist, wie zum Beispiel Wanderungen. „Es liegt dann bei einer Knie-OP zu 50 Prozent am Patienten, wie gut er danach wieder laufen kann.“ Der Betroffene müsse nach dem Eingriff das neue Gelenk trainieren – und zwar mehrmals täglich, mehrere Jahre lang.
Hirse gründlich waschen und in einem mittelgroßen Topf mit fest schließendem Deckel geben. Zwiebeln, Kürbis, Mais, Kurkuma, Salz und Wasser hinzufügen. Umrühren und alles auf hoher Flamme zum Kochen bringen. Topf abdecken, Flamme niedrig stellen und Hirse und Gemüse etwa 30 Minuten kochen – so lange, bis die gesamte Flüssigkeit absorbiert ist. Den Topf vom Herd nehmen und Tamarisoße über das Gericht träufeln. Den Pilaw zehn Minuten durchziehen lassen, dann vorsichtig umrühren. Vor dem Servieren mit ein paar Tropfen Leinsamenöl, Frühlingszwiebelringen, gerösteten
Das steckt drin Hirse ist die einzige Getreideart, die alkalisierend wirkt. Sie beruhigt den Magen, die Milz und die Bauchspeicheldrüse, unterstützt die Kräftigung der Nieren und ist eine gute Quelle für Vitamin B und Eisen.
Kürbiskernen und Tamarisoße nach Geschmack garnieren. Wer den Pilaw im Schnellkochtopf zubereiten möchte, gibt alle Zutaten in den Topf und bringt sie auf hoher Flamme zum Kochen. Danach auf niedriger Flamme zehn Minuten kochen. Zutaten für 6 Portionen: 180 g Hirse, gewaschen und 12 bis 24 Stunden in 480 ml gefiltertem Wasser eingeweicht, 1 mittelgroße Zwiebel, gewürfelt, 400 g Kürbis, geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten, 175 g Zuckermaiskörner, ¼ TL Kurkuma, ½ TL Meersalz, 600 ml gefiltertes Wasser, 1 TL Tamarisoße, plus mehr zum Garnieren; zum Garnieren: kalt gepresstes Leinsamenöl, dünn geschnittene Frühlingszwiebelringe, geröstete Kürbiskerne, Tamarisoße Das Rezept stammt aus dem Buch „Cele brating Whole Food“ der US-Ernährungsexpertin Amy Chaplin, Unimedica, 34 Euro.
DER PATIENTENBERICHT
„Ich habe die OP herbeigesehnt“ Schmerzen waren sogar so stark, dass 58-Jährige nicht mehr auftreten konnte.
Große Gesundheitsaktion
Man muss Geduld haben. Zu Beginn war ich auf Krücken angewiesen. Beate Bramer, Patientin, die an der Hüfte operiert worden ist
nicht nur die Knochen, wie man es vom Röntgen kennt. Bei Beate Bramer zeigten diese Bilder eine sogenannte Hüftkopfnekrose. Dabei stirbt ein Teil des Kopfes des Oberschenkelknochens ab. Mit Krankengymnastik konnte der Oranienburgerin nicht geholfen werden. Stattdessen bekam sie ein künstliches Hüftgelenk. „Ich habe den Operationstermin herbeigesehnt.“ Und die möglichen Gefahren? „Dass ich darüber richtig aufgeklärt worden wäre, daran kann ich mich nicht erinnern. Die Risiken wären mir wegen der starken Schmerzen aber auch egal gewesen.“
Die Operation verlief ohne Schwierigkeiten. Am Tag danach konnte Beate Bramer bereits wieder gehen. Nicht schmerzfrei, denn auch der Wundschmerz nach einem solchen Eingriff belastet viele Patienten. „Man muss Geduld haben. Zu Beginn war ich auf Krücken und Hilfe angewiesen.“ Zehn Tagen Krankenhausaufenthalt schloss sich eine dreiwöchige Rehabilitation an. Von Tag zu Tag sei es dann immer besser geworden. Dennoch habe es einige Monate gedauert, bis die Beamtin wieder arbeiten konnte. Sie hat den Schritt aber nicht bereut.
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Foto: Johnny Miller
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ast von jetzt auf gleich bekam Beate Bramer im Herbst 2011 so starke Schmerzen, dass sie kaum noch auftreten konnte. Tag und Nacht pocherte es in ihrer Hüfte. Schon früher hatte sie zwar an Stechen in der Leiste gelitten; an anderen Tagen zog es bis ins rechte Bein. Diese Schmerzschübe ertrug die damals 58-Jährige mithilfe von Medikamenten. Als die Schmerzen dann plötzlich unerträglich wurden, gab eine Magnetresonanztomographie, kurz: MRT, Aufschluss. Bei dieser Untersuchung werden Bilder des Körpers erzeugt, anhand derer ein Arzt krankhafte Organveränderungen erkennen kann –
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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
Roswitha Kirchner freut sich, nach ihrer Hüftoperation endlich schmerzfrei zu sein und wieder mehr Zeit in der Natur verbringen zu können. Foto: MediClin
Im Fokus: Wechsel endoprothetik Nicht jede Endoprothese hält ein Leben lang
150 000 Knie-Implantate werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Foto: MediClin
einer Erkrankung der Knochen. Die Wechseloperation ist im Vergleich zum ersten Gelenkersatz aufwendiger und anspruchsvoller, da durch vorbestehende Narben und Knochenverlust schwierige Ausgangsbedingungen bestehen. Daher sollten diese Operationen in einer spezialisierten Klinik und durch einen Operateur erfolgen, der viel Erfahrung mit Wechseloperationen besitzt.
Regelmäßige Kontrolle ist das A und O „Oft bemerkt der Patient nicht, wenn eine Lockerung vorliegt, sodass eine regelmäßige Kontrolle durch einen Orthopäden von erheblicher Bedeutung ist. Zusätzlich sollten Endoprothesenträger auf ihren Körper hören. Wenn Symptome wie Instabilität, Bewegungseinschränkungen oder wieder auftretende Schmerzen festgestellt werden, sollte umgehend ein Facharzt zurate gezogen werden“, empfiehlt Dr. med. Peter Hreusik, Oberarzt am Zentrum für Endoprothetik am Waldkrankenhaus Bad Düben.
Die verschiedenen Endoprothesen-Typen Unter dem medizinischen Begriff der Endoprothetik versteht man den Ersatz eines natürlichen Gelenks durch ein künstliches Gelenk aufgrund von Verletzung oder Verschleiß. Diese als Endoprothesen bezeichneten Implantate ersetzen das geschädigte Gelenk ganz (Totalendoprothese oder TEP) oder nur teilweise (Teilendoprothese). Im Waldkrankenhaus werden unter anderem folgende Endoprothesen eingesetzt :
Keine Schmerzen mehr dank neuem Hüftgelenk MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben macht es möglich
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oswitha Kirchner ist glücklich. Glücklich darüber, dank neuem Hüftgelenk, das sie liebevoll „Rosi zwei“ nennt, endlich wieder schmerzfrei leben zu können. Das war nicht immer so. Vor fast neun Jahren machten sich erstmals Schmerzen bemerkbar. Damals dachte sie, es wäre die Bandscheibe. Eine Röntgenaufnahme zeigte dann aber: Sie litt unter beginnender Arthrose mit Gelenkverschleiß im rechten Hüftgelenk. „Dann habe ich es aber erst mal dabei belassen. Die Schmerzen traten nämlich nur schubweise auf, immer wenn ich zum Beispiel längere Zeit gewandert war, und damit konnte ich fürs Erste gut leben“, erinnert sich Roswitha Kirchner. Vor einem Dreivierteljahr änderte sich die Situation schlagartig. Die Schmerzen wurden zum Dauerbegleiter, im Urlaub konnte sie sich kaum noch bewegen. „Ich konnte irgendwann zwar mein Bein noch anheben, aber nicht mehr absetzen. Teilweise habe ich eine halbe Stunde gebraucht, um mir meine Schuhe anzuziehen. Jede Drehbewegung in der Hüfte schmerzte höllisch“, berichtet sie. Schmerzmittel sollten die Lösung sein, aber ein Facharzt riet ihr, sich nun endgültig ein künstliches Hüftgelenk einsetzen zu lassen. Den Überweisungsschein holte sie sich dann im Januar dieses Jahres. Die Arthrose war zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten und das rechte Hüftgelenk stark geschädigt. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich mich sehr gerne im MediClinKrankenhaus Bad Düben operieren lassen würde. Ich kenne diese Einrichtung noch aus DDR-Zeiten. Schon damals hatte sie einen hervorragenden Ruf und auch mein Mann wurde dort vor ein paar Jahren ebenfalls hervorragend behandelt“, erzählt die 63-Jährige. Gerade einmal zwei Wochen lagen zwischen der Voruntersuchung in Bad Düben, dem Abschlussgespräch und dem OP-Termin. Dr. Jacqueline Rep-
Hier arbeitet ein tolles und kompetentes Team. Die Art und Weise, wie man hier betreut wird, ist etwas Besonderes. Roswitha Kirchner, Endoprothesen-Patientin
mann, Chefärztin des Zentrums für Endoprothetik am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben, klärte die Patientin umfassend über den Behandlungsablauf und das neue Gelenk auf. „Unabhängig vom Patientenalter verwenden wir hochwertige moderne Implantate, die an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten angepasst sind“, erläutert die Chefärztin. Die künstlichen Hüftgelenke bestehen aus Titan und zeigen eine sehr gute Einheilung in den Knochen. Aufgrund abriebarmer Gleitpartner, zum Beispiel aus Keramik und Vitamin-E-haltigem Polyethylen, weisen die verwendeten künstlichen Gelenke eine sehr lange Haltbarkeit auf. Die einstündige Operation am 21. Februar verlief ohne Komplikationen. Für eine Woche blieb Roswitha Kirchner im Anschluss auf der Station. Die ersten Gehübungen unternahm sie bereits am ersten Tag nach der Operation. „Hier arbeitet ein tolles und kompetentes Team. Die Art und Weise, wie man hier betreut wird, ist etwas Besonderes. Andauernd erkundigen sich die Schwestern nach dem Wohlbefinden. Frau Dr. Repmann schaut auch außerhalb der regelmäßigen Visiten nach einem oder verabschiedet sich persönlich ins
Wochenende. Sie ist einfach eine Ärztin mit Herz“, schwärmt die EndoprothesenPatientin. Auf den stationären Aufenthalt folgte die sogenannte Anschlussheilbehandlung, die Reha im unmittelbar anliegenden MediClin Reha-Zentrum Bad Düben. Dort absolvierte Roswitha Kirchner jeden Tag ein umfang- und abwechslungsreiches Trainingsprogramm zur Wiederherstellung der Mobilität. Sichtlich stolz erzählt sie: „Ich hatte schon kurz nach der OP keinerlei Schmerzen und konnte mich richtig gut bewegen, bin sogar zu Beginn der Reha schon wieder rausgegangen und habe meine Runden gedreht. Mein Ansporn war es, so schnell wie möglich wieder arbeiten zu gehen und mit meinem Enkel Fußball spielen zu können.“ Die freie Zeit zwischen den Rehabilitationseinheiten vertrieb sich Roswitha Kirchner mit den vielfältigen Angeboten des Reha-Zentrums. So können die Patienten beispielsweise regelmäßige Vorträge und Kurse wie Malen und Töpfern besuchen oder den Abend mit einem Klavierkonzert ausklingen lassen. „Ich bin sehr froh über meine Entscheidung. Der ausgezeichnete Ruf der Klinik hat sich bestätigt.“
Sie leiden unter akuten Beschwerden oder haben Fragen zu organisatorischen Abläufen im Zusammenhang mit einer geplanten Operation? Dann sind Sie in unseren Endoprothesen-Sprechstunden genau richtig. Gern können Sie sich in Leipzig oder Bad Düben über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren und Ihre Fragen zu einer Operation direkt mit Chefärztin und Endoprothetik-Spezialistin Dr. Jacqueline Repmann klären. Vereinbaren Sie dazu telefonisch einen Termin in unseren wöchentlichen Spezialsprechstunden.
■ Endoprothesen-Sprechstunde
Andrej Culba, Assistenzarzt am Zentrum für Endoprothetik
■ Kniegelenk: Die Implantation einer
Kniegelenksendoprothese ist nach der Hüftendoprothese mit rund 150 000 Implantationen pro Jahr der zweithäufigste Gelenkersatz in Deutschland. Am Kniegelenk besteht je nach Lokalisation und Schwere des Gelenkverschleißes die Möglichkeit, einzelne Gelenkbereiche (Teilendoprothese, Schlittenprothese und ähnliches) oder das gesamte Gelenk zu ersetzen. Bei schweren Fehlstellungen oder Instabilitäten können dann auch spezielle achsgeführte oder gekoppelte Endoprothesen zum Einsatz kommen.
■ Endoprothesen-Sprechstunde
in Leipzig Dr. med. Jacqueline Repmann Termin unter 0341 30899-0 montags nach Vereinbarung
in Bad Düben Dr. med. Jacqueline Repmann Termin unter 034243 76-1092 dienstags 14 bis 15.30 Uhr
Adresse: MediClin MVZ Leipzig Richard-Wagner-Straße 1 04109 Leipzig
Adresse: MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben Gustav-Adolf-Straße 15 a 04849 Bad Düben
Homepage: www.leipzig-mvz.de
Homepage: www.waldkrankenhaus-bad-dueben.de
Patienten erhalten vor Operation im MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben eine spezielle Waschtasche
Über 90 Prozent der Wundinfektionen werden durch Keime auf der Haut von außen mit in das Krankenhaus gebracht.
Deutschland knapp 200 000 Hüftprothesen implantiert. Damit zählt das künstliche Hüftgelenk zu den häufigsten Endoprothesen. Moderne Implantate ermöglichen eine muskelschonende Operation und damit eine rasche Mobilisation.
Beschwerden in der Endoprothesen-Sprechstunde abklären
Aktive Vorbeugung gegen Wundinfektionen Patienten, die im MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben einen künstlichen Gelenkersatz erhalten, können sich ab sofort mit einer speziell ausgestatteten Waschtasche selbst aktiv an der Vorbeugung von Wundinfektionen beteiligen. Die Waschtaschen beinhalten eine besondere antiseptische Waschlotion und ein Informationsblatt mit nützlichen Hinweisen zur klinikgerechten Hygiene. Das Waldkrankenhaus Bad Düben weist bereits jetzt eine extrem niedrige Infektionsrate von unter einem Prozent bei der Implantation von künstlichen Gelenken auf. Im Bundesdurchschnitt sind das herausragende Werte. Mit dem aktiven Einbezug der Patienten soll die Sicherheit während eines stationären Eingriffs noch weiter erhöht werden. Das Waschset erhalten die Endoprothetik-Patienten bei der Vorbesprechung – in der Regel zwei Wochen vor der OP – in der Klinik. „Über 90 Prozent der Wundinfektionen werden durch Keime auf der Haut von außen mit in das Krankenhaus gebracht. Wenden die
■ Hüftgelenk: Jedes Jahr werden in
Patienten die Waschlotion ab fünf Tage vor der Operation und bis zu drei Tage danach regelmäßig an, sinkt das Risiko einer Infektion deutlich“, weiß Andrej Culba, Assistenzarzt am Zentrum für Endoprothetik. Mit Blick auf die hohen Hygienestandards im Klinikalltag kommt zudem der regelmäßigen Händedesinfektion als einer der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung einer Übertragung von Infektionserregern eine besondere Rolle zu. Deswegen wird nicht nur das Personal diesbezüglich laufend geschult, sondern auch Patienten und Besucher des Waldkrankenhauses werden dazu aufgerufen, sich gründlich und regelmäßig die Hände zu desinfizieren. Entsprechende berührungslose Spender mit integriertem Bewegungsmelder sind im Waldkrankenhaus beispielsweise in den Eingangsbereichen und vor dem Speisesaal aufgestellt. Weitere Spender gibt es zudem auf jeder Station und an vielen weiteren Stellen im Krankenhaus.
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In Deutschland bekommen jedes Jahr knapp 400 000 Menschen ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Bei etwa 37 000 Patienten jährlich wird eine sogenannte Wechselendoprothetik, also der Austausch eines Teils oder des gesamten künstlichen Gelenks durchgeführt. Denn nicht jede Endoprothese hält ein Leben lang. Meist handelt es sich dabei aber nur um den Wechsel einzelner Elemente – das Ersetzen des gesamten künstlichen Gelenks ist in der Regel nicht notwendig. Verschiedene Faktoren haben Einfluss darauf, ob und wann eine bestehende Endoprothese ausgetauscht werden muss. Dabei spielen vor allem das Alter und das Gewicht des Patienten sowie die Belastung der Endoprothese eine große Rolle. Aber nur bei durchschnittlich fünf bis zehn Prozent der künstlichen Gelenke wird nach zehn bis fünfzehn Jahren ein erneuter Eingriff notwendig. Und selbst dann müssen oft nur einzelne verschlissene oder gelockerte Teile ausgetauscht werden (Teilendoprothesenwechsel). Ein vollständiger Wechsel wird nötig, wenn das künstliche Gelenk durch eine Infektion oder einen Unfall geschädigt ist oder eine komplette Endoprothesenlockerung vorliegt. Dabei ist die stabile Verbindung zwischen körpereigenem Knochen und dem künstlichen Gelenkersatz verloren gegangen – meist aufgrund von abriebbedingten Entzündungen oder
STICHWORT
■ Schultergelenk: In Deutschland werden
jedes Jahr rund 25 000 Implantationen von Schulterprothesen durchgeführt. Auch hier entscheidet der Schweregrad der Veränderungen über die Art der Endoprothese: Bei der Hemiprothese, auch Oberarmkopfprothese genannt, wird lediglich die Gelenkfläche des Oberarmkopfes ersetzt. Die Schultertotalendoprothese, auch SchulterTEP genannt, ersetzt sowohl die Gelenkfläche des Oberarmkopfes als auch die der Schulterpfanne. Bei ausgeprägtem Muskelschaden ersetzt eine sogenannte inverse Schulterendoprothese die fehlende Muskelfunktion. ■ Sprunggelenk: Pro Jahr werden rund
Patient Frank Löschner erhält seine Waschtasche einige Tage vor seiner OP an der rechten Hüfte.
1500 künstliche Sprunggelenke in Deutschland implantiert. Bei einer Sprunggelenksprothese (OSG-TEP) wird das obere Sprunggelenk ausgetauscht. ■ Ellenbogengelenk: Die Ellenbogen-
prothese wird in Deutschland seltener eingesetzt: gerade einmal 150 sind es jährlich.
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■ Fingergelenk: Ebenfalls ein seltener
Endoprothesen-Typ, bei dem es sich entweder um den Austausch der Grundgelenke der Finger, sprich der Gelenke direkt an der Mittelhand handelt oder um die Mittelgelenke der Finger. Im MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben wurde eine zementfreie Fingergelenksendoprothese entwickelt, die seit 2002 auf dem Markt und mittlerweile auch weltweit zugelassen ist. Dieses künstliche Gelenk führt zu einer erheblichen Schmerzlinderung oder sogar zur Schmerzfreiheit.