S AM S T A G , 3 0 . J U L I 2 0 1 6 - 2 . T A G D E R D E R B Y W O C H E D AM E N W A H L U N D E I N
M ONT É -RE K OR DLE R
Nach dem Appetitanreger am Freitag mit dem edlem Kampf der zweibeinigen Champions um den Europameister-Titel stehen ab Samstag die vierbeinigen Athleten im Fokus der bedeutendsten Rennwoche des Jahres. Los geht’s um 13.00 Uhr, 14 Prüfungen stehen auf der reich gespickten Menükarte, wobei - höflich, wie die Berliner sind - an diesem Tag die dreijährigen Damen den Vortritt haben. 46 wollen an den ganz großen Kuchen im Stuten-Derby, der eine Woche später verteilt wird, so dass eine Auslese in fünf Vorläufen getroffen wird. Die ist in diesem Jahr besonders hart, denn es kommen jeweils nur die beiden Besten weiter. Kein Raum also für großartige taktische Geplänkel. Für die Experten etwas überraschend ist Gilda Newport dabei, von der man erwartet hatte, dass sie den Gang ins „große“ Derby gegen das starke Geschlecht wagen würde. Schließlich fehlt ihrer seit Jahrzehnten überaus ambitionierten Besitzerin Marion Jauß die bedeutendste Trophäe, die der deutsche Trabrennsport zu vergeben hat, noch in der Pokal-Vitrine. Der Platz wird folglich auch nach diesem Meeting leer bleiben. Hingegen spricht alles dafür, dass die Neritzer Gestütsherrin ihren fünften Triumph im Arthur-Knauer-Rennen feiert. Wobei die Götter vor den großen Preis natürlich auch für die bei vier hochkarätigen Aufgaben unbezwungene Tochter des amerikanischen Star-Vererbers Donato Hanover den Schweiß der Qualifikation gesetzt haben. Nach dem Motto „Die Beste zum Schluss“ hat der Veranstalter ihren 5. Vorlauf als letzten fürs 12. Rennen terminiert. Wer bis dahin noch keine Lose für die üppige Prämienausspielung hat, die über die Siegwette zu bekommen sind, kann sich auf den vorletzten Punkt schadlos halten. Mehr als 10:10 und damit den Einsatz zurück dürfte es am Totalisator jedoch kaum geben. Würde eine Niederlage Gilda Newports, die im Vorjahr im Hamburger Jugend-Preis auch das starke Geschlecht hat schwach aussehen lassen, ein veritables TotoBeben auslösen, so geht es in den anderen Qualifiern etwas offener zu. Im chronologisch 1., numerisch fünften Vorlauf (4. Rennen) bekommt es die noch sieglose, in größeren Aufgaben bewährte Jane Bo mit Berlins Shootingstar Noble Dolly zu tun, die vor acht Wochen diese Aufgabe noch gar nicht in der Planung hatte. Dann hat sie derart rasant dazugelernt, dass ihr Trainer Jorma Oikarinen nach zwei überragenden Vorstellungen gar nicht anders konnte, als den großen Gang zu wagen. Sie ist bei zwei Starts unbezwungen, aber eben noch ein bisschen grün hinter ihren braunen Ohren. Nicht zu unterschätzen ist Volita Go, mit der Conrad Lugauer aus Schweden anreist. Riecht es in Qualifier 2 (6. Rennen) nach einem Duell der beiden Holländer Robin Bakker und Rob de Vlieger, die mit Gaia F Boko und Tessa gut gerüstet sind, so sollte in Vorlauf 3 (8. Rennen) Deutschlands Goldhelm Michael Nimczyk mit Strawberry Diamant die besten Karten haben. Die Dunkelbraune, in ihrer fünf Starts umfassenden Laufbahn durchweg Erste oder Zweite, legt sich für Mariendorfs Gönner Ulrich Mommert ins Zeug. Die größten Fragezeichen stehen wohl hinter Vorlauf 4 (10. Rennen) beziehungsweise hinter den beiden mit Abstand reichsten Stuten: Laurea LB hat im