Produktionsberichte
Südwest
1 | 2007 Februar
FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
Neues von Film und Fernsehen aus Baden-Württemberg
The Sound of Music Punk im Dschungel Auf der Berlinale: Vier Minuten Vom Drehbuch an die Rampe
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Inhalt | Impressum
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Musik ist ein Schlüssel zum Filmerfolg. Komponisten, Orchester und Studios – der Südwesten erfüllt höchste Standards für Filmmusikeinspielungen.
Spielfilme, Dokus, Animation – Produzenten berichten von spannenden Filmprojekten und außergewöhnlichen Darstellern …
»Von einem der auszog« – und nun bei der Berlinale zu sehen ist. Die MFG in Berlin: mit erfolgreichen Produktionen und Drehbuchpreisverleihung. Außerdem: Kinostarts, Einreichtermine
Inhalt
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Close Up – The Sound of Music Vor der Premiere »Vier Minuten« am Piano – live Brandneues Leitmotiv für die Filmmusik in Baden-Württtemberg Welch ein Klang … High-End in Mannheim Zu schön um weg zu hören Bilder im Kopf Nachgefragt Deutscher Filmförderfonds (DFFF) In Produktion Die Drei Räuber La Paloma – lindert die Sehnsucht. Weltweit. Punk im Dschungel Tulpan Am Limit SWR produziert »Steinzeit« – Experiment für Das Erste Drehen in der Region Stuttgart Drehen in der Metropolregion Rhein-Neckar MFG News Short Cuts Südwest Neues aus der Filmakademie Filmhausmeldungen Kino News Hot Spots Karl Toffel & Die Musik
Impressum
FilmFacts Südwest – Neues von Film und Fernsehen aus Baden-Württemberg Herausgeber MFG Filmförderung Baden-Württemberg Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart www.mfg.de/film Geschäftsführung Gabriele Röthemeyer
Redaktion Uwe Rosentreter (V.i.S.d.P.) Birgit Schiffbauer-Jorde (Fax 0711 233288, schiffbauer-jorde@t-online.de) Karin Frey MitarbeiterInnen dieser Ausgabe Tonja Adler, Karl Baumgartner, Dr. Stephan Baur, René von Bodisco, Pepe Danquart, Sigrid Faltin, Uschi Freynick, Marianne Gassner, Andreas Geiger, Petra Heinze, Andreas Hykade, Oliver Kopitzke, Stefan Müller, Fenja Schnizer
Editorial
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Was tut sich im Südwesten? Meldungen aus der Filmakademie, von Projekten und Aktivitäten in den Regionen
Engagement für Kinokultur im Land. Von Kinosälen und Leinwänden, Jubiläen und Zukunftsaussichten.
Editorial
Liebe Freunde der FilmFacts, liebe Filmschaffende, dass auch auf der diesjährigen Berlinale mehrere Filme aus Baden-Württemberg laufen, ist uns eine ganz besondere Freude. Film ist unser Metier, unsere Leidenschaft. Was gedreht wird, von wem, wie und wo, finden Sie in informativer und neu gestalteter Form in den FilmFacts. Liebe LeserInnen, wie klingt Film? Wie hören sich Bilder an? Wir heißen Sie willkommen, den Filmen nicht nur Ihren Blick, sondern diesmal vor allem Ihre Ohren zu schenken. Filmmusik ist unser Titelthema, in dem wir aufgreifen, was sich hier im Südwesten tut. Junge Komponisten, ambitionierte Orchester und HightechStudios bieten Filmproduzenten hervorragende Qualität, mit der sie ihre Filme musikalisch »ins beste Licht« setzen können. Musik kann Situationen verdeutlichen, Emotionen und Spannung transportieren, Tempo und Dramatik »dirigieren«, sie kann sich »unhörbar« machen oder sich selbstbewusst zu Gehör bringen. Erst die Musik macht Filme komplett.
Grafik und Layout Atelier Sternstein, Stuttgart Druck Leibfarth & Schwarz GmbH & Co.KG, Dettingen/Erms Anzeigen Birgit Schiffbauer-Jorde Bildnachweis Die Fotos für MFG-geförderte Filme stellten uns freundlicherweise die Produzenten, Verleiher und Filmemacher zur Verfügung.
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25 Don’t miss! Veranstaltungen für Filmfreaks und Medienschaffende vom Drehbuch bis zum Trickfilm.
Chris Kraus’ mehrfach ausgezeichnetes Drama »Vier Minuten« mit Hannah Herzsprung und Monica Bleibtreu in den Hauptrollen ist ein Beispiel für die höchst eigenständige Rolle der Filmmusik, die diesen Film zu einem furiosen und auch »musikalischen« Höhepunkt treibt. Getrennt haben wir uns im Heft vom Produktionsspiegel – er ist stattdessen online und somit aktueller einzusehen unter www.mfg.de/film. Dort können Sie im Übrigen auch unseren Newsletter abonnieren. Neugewählt ist der Intendant des SWR, unseres Gesellschafters. Im Mai wird Peter Boudgoust sein Amt antreten. Wir gratulieren und wünschen ihm von Herzen viel Erfolg – hat er uns doch mehr »Sperriges« im Programm in Aussicht gestellt … Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns auf Ihre Resonanz zu den neuen FilmFacts, die weiterhin dreimal im Jahr erscheinen werden. Bis zum nächsten Heft wünschen wir Ihnen eine spannende Kinosaison. Ihre
Übrige Fotos Tanja Häring, Filmakademie BW, S. 3 Marc Schleiss/Int. Trickfilm-Festival Stuttgart, S. 3 Bauer Studios GmbH, S. 5 Anixe TV GmbH & Co. KG, S. 6 Thorsten Puttenat, S. 7 Mirjam Quinte, S. 14 SWR/Hollenbach, S. 15 Dreamtool/SAT.1, S. 16 Christina Laub, S. 16 Alexander Dieckmann, S. 17
Anzeigen- und Redaktionsschluss 2/2007 1. Mai 2007 Titelfoto Hannah Herzsprung in Chris Kraus’ Spielfilm »Vier Minuten«
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Close Up – The Sound of Music
Nachwuchsdarstellerin Hannah Herzsprung (links) und Monica Bleibtreu
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Vor der Premiere »Vier Minuten« am Piano – live
Chris Kraus’ zweite, viel beachtete Regiearbeit »Vier Minuten« hat unmittelbar vor Kinostart erneut von sich reden gemacht. Zur Premieren-Tour des MFG-geförderten Spielfilms fand ein Konzertwettbewerb jugendlicher Musiker statt. FilmFacts-Leser konnten bereits in unserer JuniAusgabe 2006 einen Produktionsbericht lesen. Inzwischen hat das Drama um die jugendliche Mörderin Jenny (Hannah Herzsprung) und die gestrenge Pianistin Traude Krüger (Monica Bleibtreu) viel Beifall und viele Auszeichnungen eingeheimst (Bester Film in Shanghai, Publikumspreis in Biberach, Bester Film in Reykjavik, Bester Film in Braunschweig, Standing Ovations in Hof, VGF-Nachwuchsproduzentenpreis, Bayerischer Filmpreis für Drehbuch, Beste Darstellerin, Beste Nachwuchsdarstellerin). Bei der diesjährigen Berlinale wird der Film in der Sektion »German Cinema« zu sehen sein. Hier ist die Filmmusik keine Illustration Stark geprägt ist die Wirkung des Films von der titelgebenden Filmmusik »Vier Minuten«. Bei der Komposition von Annette Focks fliegen förmlich die Fetzen. In ihrem stimmigen Mix von klassischer Musik der deutschen Großmeister Mozart, Beethoven, Schumann einerseits und eigenen Kompositionen andererseits wird die innere Zerrissenheit
der Darsteller atemberaubend spürbar. Man sieht die Bilder, hört die Musik – und hat am Ende heftiges Herzklopfen. Obwohl nicht eigentlich die Musik das Thema des Films ist, hat Drehbuchautor und Regisseur Chris Kraus gerade sie als den Dreh- und Angelpunkt in herzzerreißenden Bildern mit Bleibtreu und Herzsprung umgesetzt. Dass Hannah Herzsprung erst das Klavierspielen lernen musste, um die Rolle zu meistern, ist ihren furiosen Auftritten am Piano nicht anzusehen. Freimütig bekennt sie im Gespräch nach dem Film, dass sie keine Zeit habe, das Erlernte auch für sich persönlich zu vertiefen. Doch ihre Kinder, die werden später Klavier lernen müssen, denn die befreiende Wirkung der Musik sei darin ganz besonders spürbar. So ist ein wenig der heilenden Kraft, die die Musik im Film auf die Hauptdarstellerin hat, auch im wirklichen Leben der Hannah Herzsprung hängen geblieben. Ein tröstlicher Gedanke für all jene im Publikum, die von ihrem packenden Spiel wortwörtlich hingerissen und förmlich überwältigt waren. Konzertwettbewerb »Vier vor vier Minuten« Diese »Vier Minuten« waren Inspirationsquelle für einen Wettbewerb, der im Januar anlässlich der regionalen Previews an mehreren Orten stattfand. So auch in Stuttgart am 10. Januar 2007. Nach einem Duett für Gitarre spielten Schüler der Stuttgarter Musikschule MendelssohnBartholdy. Das Stück für Piano, Violine und Cello, deutlich länger als vier Minuten, war blendend vorgetragen, die Stuttgarter Jugendlichen sind bestens gerüstet für »Jugend musiziert«, wo sie demnächst auftreten werden. Die Aktion »Vier vor vier Minuten« veranstaltete der Verleih Piffl Medien zusammen mit dem Produzenten, der Kordes & Kordes Film GmbH, dem Deutschen Musikrat e.V., der Bundesgeschäftsstelle von »Jugend musiziert« und der W. Schimmel Pianofortefabrik GmbH zum Start des Films. Es wurde Jugendlichen (12 bis 21 Jahre) in der jeweiligen Stadt die Möglichkeit gegeben, sich mit einem kleinen Konzert vor der eigentlichen Filmvorführung vorzustellen. Die Gewinner (bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt) wurden nach Berlin eingeladen, um dort ihren Auftritt zu wiederholen und den Preis in Form eines Pianos der W. Schimmel Pianofortefabrik GmbH entgegenzunehmen. Der Film, der von der MFG Filmförderung, dem Medienboard, dem BKM und der FFA gefördert wurde, läuft seit dem 1. Februar in den deutschen Kinos. Text: Birgit Schiffbauer-Jorde www.vierminuten.de
Close Up – The Sound of Music
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Welch ein Klang … Filmmusik im Südwesten: Über Studios, Orchester und Komponisten
Dass sich Filmmusik auf höchstem Niveau in Baden-Württemberg herstellen lässt, davon konnte man sich Anfang Februar bei einem Branchentreffen in den Bauer Studios überzeugen. Das Ludwigsburger Studio gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Tonstudios in Deutschland gehören. Mit Spitzentechnik, Sensibilität für Musik und Künstler und nicht zuletzt Erfahrung haben sich die Bauer Studios bei Produzenten und Musikern einen Ruf erarbeitet, der weit über die Region Stuttgart hinaus reicht. Von Rolf Bauer im Jahr 1949 gegründet, gehören die Studios zu den ersten Adressen für Aufnahmen im Bereich Klassik, Jazz und Blasmusik. Zu den spektakulärsten Aufnahmen aus Ludwigsburg zählen der legendäre Live-Mitschnitt von Keith Jarretts »Köln-Konzert«, außerdem Aufnahmen von Stevie Wonder, Miles Davies und Chick Corea. Eva Bauer-Oppelland, Rolf Bauers Tochter, zum Erfolg der Studios, die sie inzwischen leitet: »Wir machen Produktionen für viele berühmte Jazzlabels, unser Verständnis für diese Musik erfordert ausgebildete Tonmeister, die auch Musik studiert haben, jede Partitur lesen und sich so mit Künstlern und Produzenten gleichermaßen verständigen können.« Seit den 90er Jahren wird in den Bauer Studios auch Filmmusik produziert. Das große Angebot an professionellen Orchestermusikern im Großraum Stuttgart, vier Sinfonieorchester der Spitzenklasse, Kammerorchester und Musicals, legte es nahe, aus dem Pool ausgewählter Musiker ein Filmorchester zusammenzustellen. Unter der Leitung von Bernd Ruf wurde daher im Sommer 1999 das GermanPops Orchestra gegründet. Die Zusammenarbeit mit den Bauer Studios führte in den darauf folgenden Jahren zu Aufnahmen für zahlreiche Filme, darunter dem von der MFG geförderten Spielfilm »Anatomie« mit Franka Potente oder »Swimming Pool«.
Aufnahme in den Bauer Studios
Das GermanPops Orchestra ist inzwischen zu einem homogenen Klangkörper geworden, der sich im Bereich Filmmusik, Crossover und Jazz international erfolgreich behauptet. Die Musiker sind hochqualifiziert: Neben den Studioproduktionen werden sie von angesehenen Sinfonie- und Musicalorchestern engagiert. Allerdings ist die Konkurrenz auf dem Markt für Orchesterproduktionen von Filmmusik sehr groß, wie Bernd Ruf berichtet: »Amerikanische Produzenten mit großem Budget produzieren nach wie vor in Los Angeles oder London, Produzenten mit geringerem Budget in Osteuropa. Der deutsche Film entscheidet sich zwischen dem Deutschen Filmorchester Babelsberg, der Europäischen Filmphilharmonie und dem GermanPops Orchestra, wobei nur dieses ohne öffentliche Subventionen auskommt.« Langjährige Erfahrung mit Partituren und eine höchst effektive Arbeitsweise von Ensemble und Dirigent ermöglichten dem GermanPops Orchestra eine konkret auf das jeweilige Projekt abgestimmte Preisgestaltung. So blieben die Kosten im Rahmen – und das Orchester konkurrenzfähig. Auch zur Komponistenklasse der Filmakademie in Ludwigsburg haben die Bauer Studios seit Jahren Kontakte, woraus die Filmmusikeinspielungen einiger Abschlussfilme entstanden sind. Namhafte Komponisten produzieren hier seit ihrer Studienzeit: Jörg Lemberg, Johannes Kobilke, Oliver Heise, Ulrich Reuter und mit der Komponistin Natalia Dittrich entstand ihr jüngstes Projekt. Erst kürzlich wurde die Filmmusik zu »Hände weg von Mississippi«, Regisseur Detlef Buck, von Melanie Wolfs neu gegründetem Melidonie Orchestra eingespielt. Das noch junge Ensemble arbeitet ebenfalls mit studioerfahrenen Musikern zusammen. Angelehnt an die Strukturen klassischer Klangkörper besteht ein fester Kreis von Musikern, der einen wohltönenden Ensembleklang gewährleistet. Die Größe des Orchesters kann den musikalischen Anforderungen entsprechend variiert werden.
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Melanie Wolf, Gründerin und musikalische Leiterin des Melidonie Orchestra, kann auf zahlreiche Projekte mit bekannten Künstlern wie Xavier Naidoo zurückblicken. Sie betrachtet das Melidonie Orchestra als eine Möglichkeit, die Filmmusik am Standort Baden-Württemberg zu stärken. Ohne ausgezeichnete Aufnahmemöglichkeiten in der Region wären jedoch die Bestrebungen des Melidonie Orchestras kaum denkbar. Ebensowenig wäre der anhaltende Erfolg der Bauer Studios ohne die erstklassige, technische Ausrüstung nicht möglich. Der große Aufnahmesaal ist mit 180 Quadratmetern Fläche und sieben Metern Höhe der »Star«. Hier finden bis zu 60 Musiker bequem Platz. Mit Solistenstudio und Schlagzeugkabine sind akustische Trennungen bei gleichzeitiger Aufnahme des Orchesters möglich. Ein Steinway D-Konzertflügel, eine Celesta und eine Hammond M 100 mit Leslie gehören zur ständigen Grundausstattung des Studios. Der großzügige und akustisch ideal gestaltete Regieraum bietet mit dem 60-kanaligen AMS Neve VXS Pult und dem Scoring Panel alle technischen Voraussetzungen für Orchesteraufnahmen und Mischungen in Mehrkanal Dolby Stereo 5.1 und 7.1. Auch bei Filmmusikaufnahmen ist vor allem das Neve-Pult ein ideales Werkzeug zur Herstellung von Mehrkanalmischungen für Kino und DVD. Text: Birgit Schiffbauer-Jorde www.bauerstudios.de www.germanpops.de
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High-End in Mannheim Neues Filmmischatelier »anixe entertainment«
Das einzige Dolby Digital Filmmischatelier für Kinofilme in Baden-Württemberg befindet sich im Mannheimer Musikpark: Das »anixe entertainment« Tonstudio hat 2006 seinen Betrieb aufgenommen. Gemeinsam mit dem Medienausstatter SMM und den Experten von ACM (THX Akustik) konzipierten die beiden Tontechniker und Produzenten Hendrik Wilhelms und Stefan Müller ein multifunktionales Tonstudio auf höchstem Niveau. Auf einer 14 qm großen Leinwand können mit einem 35 mm »Kinoton«-Projektor nun auch in Baden-Württemberg Kinofilmmischungen in Dolby Digital hergestellt und mit THX Siegel versehen werden. Investor und technischer Betreiber ist die Mannheimer Unternehmerfamilie Lapidakis. Bereits im ersten Jahr konnte die Tonstudio-Abteilung »anixe entertainment« zahlreiche Projekte realisieren, wie z. B. mit der Popakademie Mannheim oder Dolby Digital Mischungen für zwei Kinofilme. Die meisten dieser Projekte konnten dank der vorhandenen technischen Möglichkeiten parallel zueinander realisiert werden. Mit seinem »all in one«-Konzept ist das Studio für Musikproduktionen, Sounddesign und kreative Prozesse gleichermaßen ausgelegt wie für reine Mischungen an der 48-Fader D-Control Console.
www.melidonie.de Text: Stefan Müller www.anixe.tv
»anixe entertainment« Tonstudio: Bild- und Tonmischung parallel
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Zu schön um weg zu hören Putte. Der Musiker ging nicht den
Zum Studiengang Filmmusik/Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg
klassischen Weg zum (Filmmusik-) Komponisten
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Der zweijährige Aufbaustudiengang Filmmusik/Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg richtet sich an Musiker, die mindestens das Vordiplom an einer Musikhochschule gemacht haben. Dramaturgie und Komposition von Filmmusik, Orchestration und Dirigieren sowie der kreative Umgang mit Audiosoft- und hardware sind einige der wesentlichen Inhalte des Aufbaustudiengangs. Im Bereich der Filmmusik-Dramaturgie analysieren die Studierenden an einzelnen Filmbeispielen genau, in welchem Zusammenhang Spannungsbogen und Filmmusik stehen sollen. An welchen Stellen steht die Musik im Vordergrund, wo tritt sie zurück? Welche Verbindungen gehen Filmmusik und Geräusche ein? Praxiserprobte Filmmusiker vermitteln den Studierenden neue Herangehensweisen beim Komponieren. Im Vergleich zur klassischen Komposition, die im weitesten Sinne eine Melodie erfindet, bestehen Filmmusik-Kompositionen eher aus einem fein austarierten Zusammenspiel von Instrumentenklang, der die Emotion einer Filmszene transportiert. Die Grenze zum Sounddesign verschwimmt oft und nur eine enge Verständigung zwischen Regisseur, Filmmusiker und Sounddesigner führt zu optimalen Ergebnissen. Zum Beispiel wird bereits im Vorfeld festgelegt, an welchen Stellen die Geräusche überwiegen und wo die Musik im Vordergrund steht. In den Orchester-Workshops haben die Studierenden bereits während ihres Aufbaustudiums unter anderem Gelegenheit zu einer Aufnahme mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Im Vordergrund stehen die Orchestration von Filmmusik und das Dirigieren. Beides ist für die meisten Neuland. Reichlich Praxis im Komponieren von Filmmusik bekommen die Teilnehmer durch ihre Mitarbeit an Filmakademie-Projekten. Stets arbeiten sie an mehreren Projekten gleichzeitig. Auftraggeber finden die Absolventen des Aufbaustudiengangs überwiegend in der TV-Landschaft. Doch auch im Bereich Wirtschafts-, Wissenschafts- und Industriefilm sind die Absolventen sehr gefragt. Der Kinomarkt ist im Vergleich wesentlich enger … Bewerbungsfrist für das Studienfach Filmmusik/Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg ist jeweils der 30. April. Text: Tonja Adler
Bilder im Kopf Interview mit dem Komponisten Putte (Thorsten Puttenat)
»Musicmaking for films is a wonderful thing …« ist auf Deiner Website zu lesen. Wie bist Du zur Filmmusik gekommen? Das Ganze hat mit einem wunderbaren Zufall zu tun: Jemand sagte zu mir, »Putte, Deine Musik macht mir Bilder im Kopf«. Und rein zufällig bekam ich die Gelegenheit Demo-Material für den Film »Mein Bruder der Vampir« (Gambit, SWR, BR, MFG) abliefern zu dürfen. Mein großes Glück war dann, dass der Regisseur Sven Taddicken wollte, dass ich die Filmmusik mache. Dadurch geriet der Stein ins Rollen, und seitdem ist die Filmmusik mein Job, für den ich sehr dankbar bin. Wie läuft dieser »Job« als Filmmusikkomponist? Welche Rolle spielt Deiner Meinung nach die Musik im Film? Ich bekomme entweder den fertigen Film oder aber eine Version, die nur noch marginal verändert wird. Dann setzte ich mich hin und versuche musikalische Themen zu erfinden. Ich denke, dass Musik für Filme eine sehr wichtige Rolle spielt, da sie dem Zuschauer hilft, die »gefühlte« Bindung zu den Bildern und Charakteren zu verstärken. So kann beispielsweise eine an sich schon traurige Szene durch die Klänge noch trauriger werden oder aber andersherum. Filmmusik ist auch ein wichtiges Mittel, den Bildern mehr Dynamik zu geben, das Tempo zu verstärken oder abzuschwächen, Gänsehaut zu erzeugen. Du bist selbst aktiver Musiker, Deine neue Band heißt »Sorry Computer« und Du betreibst seit vielen Jahren die Band »Putte & Edgar«. Fühlst Du Dich hauptsächlich als Komponist oder als Musiker? In erster Linie verstehe ich mich als Musiker – dem Versuch folgend, aus Emotionen Klänge zu machen. Das gilt sowohl für meine eigenen Musiken als auch für die Filmmusik – in beiden Fällen soll der Klang etwas transportieren. Darin liegt die Aufgabe, ob mit oder ohne Bild.
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Close Up – The Sound of Music
Stipe Erceg in »Kahlschlag«
Spielfilme, Dokumentationen, TV und Kinoleinwand, Du hast für viele Genres komponiert. Gibt es Unterschiede in den Aufgabenstellungen? Die Musik soll zum Bild passen und dem Film dienen. Egal ob TV, Kino oder Doku, von allen Beteiligten wird das Ziel angestrebt, den Film so gut wie möglich werden zu lassen. Bei größeren Produktionen ist der Schwierigkeitsgrad manchmal höher, da man es mit mehreren Entscheidern zu tun hat. Aber wie man weiß, ist und bleibt Musik am Ende doch reine Geschmackssache. Hast Du einen Putte-typischen Musikstil entwickelt, weswegen gerade Du die Aufträge für bestimmte Filmmusiken erhältst? Ich denke und hoffe das mit »Ja« beantworten zu dürfen. Da ich ja keinerlei Ausbildung besitze, kam ich allein aufgrund meiner eigenen Musik zum Film. Die war immer typisch für mich, unverwechselbar. Hilfreich, gerade im Bereich Filmmusik, ist es natürlich auch, wenn man nicht nur eine musikalische Richtung verfolgt, sondern zwischen den Stilen einigermaßen flexibel umherspringen kann. Wie würdest Du generell die Chancen für junge Komponisten in Baden-Württemberg beurteilen? Oh, dazu kann ich leider nicht viel sagen, da mir einfach der Einblick fehlt. Ich kann nur von mir selber sagen, dass ich sehr viel Glück hatte, zu diesem Beruf zu kommen.
Woran arbeitest Du gerade? Eine neue Vorabend-Serie bei PRO7, die schon angelaufen ist: »Verrückt nach Clara«. Können wir uns auf weitere spannende Projekte von Dir freuen? Na, davon geh’ ich aus. Im Moment ist aber noch nichts in trockenen Tüchern. Viel Erfolg dabei und vielen Dank für das Gespräch! Das Gespräch führte Birgit Schiffbauer-Jorde.
Thorsten Puttenat, 32, lebt in Stuttgart und ist Autodidakt. Er hat für zahlreiche Spielfilme und Dokumentationen, darunter einige MFG-geförderte, die Filmmusik komponiert (u. a. »Mein Bruder der Vampir«, »Geschlecht weiblich«, »Besser als Schule«, »Spezialauftrag: Kindermädchen«, »Das Leben der Philosophen«, »Grenzgänger«, »Bomben auf Berlin«, »Rabenbrüder«, »Kahlschlag«, »Irgendwo dazwischen«). www.putte.de
Nachgefragt
Nachgefragt Ăœber rechtlich interessante Fragen aus dem Film- und Medienbusiness informieren wir unsere Leser in loser Folge. FĂźr Anregungen zu relevanten Themen und Fragestellungen von allgemeinem Interesse ist die Redaktion jederzeit offen. In diesem Heft schreibt Dr. Stephan Baur Ăźber das neue FilmfĂśrderungsmodell der Bundesregierung.
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GrĂźnes Licht aus BrĂźssel fĂźr neue FilmfĂśrderung in Deutschland
Kulturstaatsminister Bernd Neumann konnte am 21. Dezember 2006 die frohe Botschaft verkßnden: Die EU-Kommission hatte die Richtlinie fßr (s)ein neues Filmfinanzierungsinstrument Anreiz zur Stärkung der Filmproduktion in Deutschland genehmigt. Seit dem 1. Januar 2007 stehen der Filmbranche mit dem Deutschen FilmfÜrderfonds (DFFF) fßr die nächsten drei Jahre zusätzliche FÜrdermittel von insgesamt 180 Millionen Euro zur Verfßgung. Kern des neuen FÜrdermodells ist die Schaffung eines Anreizes zum German Spend. Deutsche Filmhersteller, Koproduktionen mit deutscher Herstellerbeteiligung sowie ausländische Produzenten mit einer Niederlassung bzw. Tochtergesellschaft in Deutschland kÜnnen demnach unter bestimmten Voraussetzungen 16 bis 20 Prozent der von ihnen in Deutschland ausgegebenen Produktionskosten erstattet bekommen. Die maximale FÜrderhÜhe beträgt im Regelfall 4 Millionen Euro. Die neue FilmfÜrderung richtet sich insbesondere an die Hersteller von Spielfilmen mit einem Produktionskostenbudget ab 1 Million Euro, sofern eine vorrangige Auswertung im Kino erfolgt. FÜrderfähig sind auch Dokumentarfilme ab 200.000 Euro bzw. Animationsfilme ab 3 Millionen Euro. Eine weitere FÜrderbedingung ist, dass die jeweiligen Projekte einen Eigenschaftstest bestehen. Hierbei handelt es sich um ein vordefiniertes Punktesystem, anhand dessen geprßft wird, ob
eine hinreichende kulturelle AnknĂźpfung an Deutschland bzw. den EU-Raum gewährleistet ist. MaĂ&#x;geblich sind dabei insbesondere der kulturelle Inhalt des Films, die Herkunft der Kreativkräfte sowie der Ort der Produktionsstätten. Ziel des Eigenschaftstests ist es, die als Zuschuss gewährten FĂśrdermittel durch ein unbĂźrokratisches Verfahrens ohne Jury-Entscheidung auszureichen. Potenzielle Antragsteller sollten bei ihren Projektplanungen berĂźcksichtigen, dass die jährlichen FĂśrdermittel von 60 Millionen Euro nach dem Prinzip Âťfirst come, first servedÂŤ vergeben werden, wobei allerdings nach Einschätzung der FFA zumindest in den ersten Jahren ein vollständiger Aufbrauch der FĂśrdermittel vor Jahresende als eher unwahrscheinlich eingestuft wird. Ferner erlischt eine bereits erteilte Bewilligung, wenn nicht innerhalb von drei Monaten nach Zugang des Bescheides die Gesamtfinanzierung des Projekts nachgewiesen oder nicht innerhalb von vier Monaten mit den Dreharbeiten begonnen wird. Da zudem bereits bei Antragstellung 75 Prozent der Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden mĂźssen, ist eine exakte Koordination von Dreharbeiten und Finanzierung eine unerlässliche Voraussetzung. FĂźr die DurchfĂźhrung der neuen FilmfĂśrderung ist die FFA in Berlin zuständig. Sie steht interessierten Filmherstellern auch schon vor der eigentlichen Antragstellung zur Fehlervermeidung und Abstimmung der einzureichenden Projektunterlagen beratend zur Seite. Detaillierte Informationen zur Antragstellung und FĂśrderberechtigung sind auf den Internetseiten www.ffa.de und www.mfg.de/film abrufbar.
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&ULL 0ACKAGE F~R &ILM UND &ERNSEH +REATIVE $IE +APAZITiTEN DES &ERNSEH 0RODUKTIONSBETRIEBS DES 372 KyNNEN JETZT AUCH VON $RITTEN ~BER DIE 372 -EDIA 3ERVICES 'MB( IN !NSPRUCH GENOMMEN WERDEN )NTENSIVER DENN JE WERDEN DABEI +OOPERATIONEN IN "ADEN 7~RTTEM BERG GEPFLEGT ZUM "EISPIEL BEI 0ROJEKTEN DER &ILMAKADEMIE ,UDWIGSBURG ODER DER -&' $IE 372 -EDIA 3ERVICES 'MB( BIETET &ULL 3ERVICE MIT 0ARTNERN IM -ARKT ZU ERSCHWINGLICHEN +ONDITIONEN $AS !NGEBOT UMFASST !NIMATION 'RAFIK !USSTATTUNG SOWIE ALLE 0RODUKTIONS UND 0OSTPRODUKTIONS LEISTUNGEN INKL +OPIERWERK %IN
Text: RA Dr. Stephan Baur, Stuttgart
!NGEBOT AUS DEM ,AND F~RS ,AND
Haver & Mailänder Rechtsanwälte
!NSPRECHPARTNER 372 -EDIA 3ERVICES 'MB( '" )NFRASTRUKTUR 0RODUKTIONSMITTEL (ELGA "ONKOSCH (ANS "REDOW 3TRA†E "ADEN "ADEN 4EL &AX WWW SWRMEDIASERVICES DE
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»Die Drei Räuber«
Tomi Ungerer, der weltberühmte Zeichner, Karikaturist, Illustrator, Kinderbuchautor, das Enfant terrible in der Welt der Literatur und Graphik, ist immer für eine überraschende Wendung gut. Diesmal ist es die Verfilmung seines aus dem Jahr 1961 stammenden Bilderbuchklassikers »Die Drei Räuber«. Animation X in Berlin und der Produzent Stephan Schesch stellen zusammen mit dem Regisseur Hayo Freitag (»Käpt’n Blaubär«) einen Animationsfilm in klassischem 2D her, inspiriert vom Stil der unkonventionellen Ungerer-Illustrationen. Die Drehbuchvorlage lieferten Achim und Bettine von Borries. Für Tomi Ungerer, der mittlerweile 75 Jahre alt ist und von sich sagt, »meine Wurzeln sind im Elsass, meine Baumkrone ist in Irland«, ist dies die erste Verfilmung eines seiner Werke. Tomi Ungerer war über sämtliche Entwicklungsstufen der Produktion stets informiert und hat u. a. die in Hamburg gefertigten Designs und das Animatic begutachtet und abgenommen. »Er war völlig begeistert von unserer Arbeit«, berichtete Stephan Schesch, »darüber freuen wir uns natürlich und sind sehr stolz! Bei unserem letzten Treffen in Irland bezeichnete er Regisseur Hayo Freitag und das gesamte Team als Zwillingsbrüder im Geiste. Er fühlt sich stilistisch und erzählerisch verstanden und war selbst mindestens so gerührt wie wir.« Kann man sich ein schöneres Lob wünschen? Tomi Ungerer wirkt als Sprecher in der Rolle eines Erzählers selbst aktiv mit. Da er »vielsprachig« ist, konnten diese Passagen für die internationale Verwertung gleich auch in Englisch und Französisch aufgenommen werden. »Die Drei Räuber« werden von Joachim Król, Bela B. Felsenheimer und Charly Hübner gesprochen und die »wunderliche alte Tante« von Katharina Thalbach.
Der Kinderbuchklassiker wird animiert – und Tomi Ungerer erstmals verfilmt
Studio Film Bilder (Layouts). Die Nullkopie wird nach aktueller Planung im Juli 2007 fertig gestellt sein. »Die Drei Räuber« könnten also ab Herbst 2007 für Wirbel in deutschen Kinos sorgen, so die Planung der X Verleih AG. Einen Pre-Sale zu den »Wurzeln« des Tomi Ungerer nach Frankreich gibt es bereits. »Die Drei Räuber« wurden gefördert von FFA, Medienboard, Filmförderung Hamburg, MFG Filmförderung.
Hochkarätige Räuber Text: Birgit Schiffbauer-Jorde
Auch musikalisch hat die Verfilmung etwas zu bieten: Der Titelsong von den Bananafishbones (»Die wilden Kerle«, »Wer früher stirbt, ist länger tot«) wurde von den »Räuber«Sprechern persönlich eingesungen, außerdem gibt es einen weiteren Song von Wolfgang von Henko (»Käpt’n Blaubär«, »Kleines Arschloch«). Den Score hat Kenneth Pattengale aus Los Angeles komponiert und produziert. Über die Produktion lässt sich berichten, dass die Animationsarbeiten bei ToonCity in Manila stattfinden und weitere Herstellungsschritte in Baden-Württemberg bei Studio 88 (Backgrounds), Animagix (Compositing) und
In Produktion
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FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
»La Paloma – lindert die Sehnsucht. Weltweit.«
Wo bekommen wir einen Toten her? Solche Fragen mussten wir lösen, als wir für das Filmprojekt »La Paloma – lindert die Sehnsucht. Weltweit.« einmal um die Welt gereist sind. In diesem Falle wollten wir eine Beerdigung in dem Dorf Anina in den Banater Bergen in Südwest-Rumänien drehen. Dort werden auch heute noch (junge) Verstorbene zu den Klängen von La Paloma beerdigt. Viele Geschichten ranken sich um La Paloma, traurige, romantische, lustige. Warum ist dieses Lied so weit verbreitet? Was bedeutet es den Menschen in aller Welt? Diese Fragen führten uns auch nach Sansibar, wo die Menschen die Melodie am Ende einer Hochzeit als Abschiedslied singen und spielen. In Hawaii erzählte uns ein Gitarrist die Geschichte, wie La Paloma einst zusammen mit der Gitarre in die Südsee kam. Die alte Dame La Paloma wird zwar demnächst 150 Jahre alt (wobei sie uns ihr genaues Geburtsdatum bislang verschwiegen hat), aber in ihrem Herzen ist sie jung geblieben. In Mexiko demonstrierten in diesem Sommer die Menschen zu den Klängen von La Paloma gegen den neu gewählten Präsidenten. »La Paloma es nuestro hymno«, erzählten sie und sangen eine Version, die die mexikanische Diva Eugenia Leon für die Demonstranten geschrieben hatte. Das Lied, so erfuhren wir, ist tief in der mexikanischen Geschichte verwurzelt, weil es das Lieblingslied des mexikanischen Kaisers Maximilian war und er es sich – angeblich – vor seiner Erschießung zum letzten Mal gewünscht hat. Kuba war bislang unsere letzte Station. Dort, so sagen die Kubaner, hat der Baske Sebastian Iradier das Lied einstmals komponiert. Im spanischen Baskenland und – natürlich – in Hamburg werden wir abschließend im Frühjahr drehen.
Rund um den Globus im Fahrwasser einer Melodie …
Der 90-minütige Dokumentarfilm »La Paloma – lindert die Sehnsucht. Weltweit.« ist eine Koproduktion der Freiburger White Pepper Filmgesellschaft und der Straßburger Produktionsfirma Seppia (Cédric Bonin, Agnès Divoux). Er wird auf der Sony HDW 750P der Stuttgarter Firma Bildmanufaktur gedreht. Zum Team gehören neben der Regisseurin und Koproduzentin Sigrid Faltin der Baden-Badener Kameramann Holger Schüppel, assistiert von Michael Paninski, und Toningenieur Enrico Leube. 50 Stunden Material hat die Crew bislang nach Hause gebracht, auch von einer Beerdigung in Anina, bei der die Blaskapelle aus voller Lunge La Paloma spielte. Mike Schlömer hat inzwischen mit dem Rohschnitt begonnen. Fertigstellung ist für den Herbst 2007 geplant. Der Film wird unter anderem finanziert von der MFG Filmförderung, der elsässischen Filmförderung und der Stadt Straßburg, von NDR/WDR, ZDF/arte und dem baskischen Sender ETB. Mehrere europäische Sender haben bereits ihr Interesse angemeldet. Um den Vertrieb einer 52-Minuten-Version kümmert sich First Hand Films Zürich. Zeitgleich zum Film erscheint ein Buch im Kunstmann Verlag und eine CD mit den schönsten Versionen des Liedes. Ab Herbst 2007 gibt es nun also auch in den Kinos ein Rezept gegen die Sehnsucht. Text: Sigrid Faltin
… das Team von »La Paloma«, von links: Michael Paninski, Holger Schüppel, Sigrid Faltin und Enrico Leube
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In Produktion
Schwäbische Band bringt Punk in den indonesischen Dschungel und trifft dort auf soziale Jugendbewegung
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»Punk im Dschungel«
»Punk im Dschungel« ist die Geschichte einer schwäbischen Punkband, die auf ihrer Tournee durch Südost-Asien auf eine lebendige Jugendbewegung und engagierte Punkszene stößt, wie man sie so in Deutschland seit 20 Jahren nicht mehr kennt. Der Film begleitet die in die Jahre gekommene, längst vergessene Punkband Cluster Bomb Unit aus dem Kreis Göppingen und Balingen, die am anderen Ende der Welt Stars werden und mit ihrer Musik eine Welle der Begeisterung für Punk auslösen. Die Aufgabe beim Dreh bestand darin, möglichst nahe an der schwäbischen Punkband dran zu sein und dabei in den asiatisch-islamischen Alltag ihrer indonesischen Fans einzutauchen. Die sechs Bandmitglieder, das vierköpfige Filmteam und zwei lokale Tourleiter machten sich im November 2006 für vier Wochen auf den zweiten Teil einer Reise, bei der allein über 32.000 Kilometer zurückgelegt wurden – in Flugzeugen, Fähren, Jeeps und Rikschas. Wir tourten von Singapur, über Malaysia und die Philippinen nach Indonesien, wo wir in der 1 5 Millionen-Metropole Jakarta, im Urwald von Borneo und an den Stränden von Bali drehten. Neben den Konzertaufnahmen galt unser Interesse den Begegnungen mit der indonesischen Punkszene. Wir trafen auf engagierte Jugendliche, deren Aktivismus, soziales Engagement, Umweltbewusstsein und gesellschaftsverändernde Ideen beeindruckten.
Die Gastfreundschaft war überwältigend: Wir wurden mit unseren exotischen schwäbischen Musikern in Moscheen eingeladen, Wohnungen wurden für uns leer geräumt, und die gesamte Verwandtschaft eines Punks kochte für uns ein Festmahl. Die Schwierigkeiten beim Drehen bestanden hauptsächlich darin, trotz des ständigen Unterwegsseins und anstrengenden Touralltags, die notwendige Ruhe und Konzentration zu finden, um sich auf die Begegnungen mit den indonesischen Punks einzulassen und mit ihnen zur Arbeit und in ihre Familien zu gehen. Es gab einen kombinierten Tour- und Drehplan, der dem Filmteam Raum bot für eigene Exkursionen, während die Band sich fürs nächste Konzert erholen konnte. Ein großer Vorteil für die Dreharbeiten waren die schon bestehenden Kontakte zu lokalen Punkgruppen und ihren Projekten, die auf der Recherche-Reise im Jahr zuvor geknüpft wurden. Der wichtigste Grund für das Gelingen unseres Drehkonzepts war aber die Bereitwilligkeit der asiatischen Punkszene und ihr Bewusstsein dafür, dass dieser Film einen Beitrag zur Verbesserung ihrer eigenen Lebenssituation leisten wird. Der bei uns längst vergessene Slogan der Punkszene »Diy – Do it yourself« entpuppt sich dort als treibende Kraft und war für uns als Filmteam wiederum Motivation und Strategie. Alles in allem war der Dreh von »Punk im Dschungel« kein gewöhnlicher, er war eine Expedition in exotische Lebenswelten, ein Reiseabenteuer durch unterschiedliche Landschaftszonen und ein Experiment, bei dem schwäbischer Punk auf Islam, Popkultur und Globalisierung traf. Am Mittwoch, den 11. April 2007 zeigt Andreas Geiger beim traditionellen MFG-Empfang im Rahmen des Freiburger Drehbuchcamps Ausschnitte aus seinem Dokumentarfilm, der von der MFG produktionsgefördert wurde. Buch und Regie: Andreas Geiger ZDF-Redaktion: Claudia Tronnier Produzent: Christian Drewing, EIKON SÜDWEST GmbH
Text: Andreas Geiger
In Produktion
FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
Durchs wilde Kasachstan – Asa, gespielt von Askhat Kuchinchirekov, auf der Spur seines Traumes
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»Tulpan«
Asa, ein junger Matrose, kommt heim in die kasachische Steppe, zu seiner Schwester Asel und ihrem Mann Ondas. Sein Traum ist es, sein eigener Herr zu sein, eine Schafherde zu besitzen. Es ist ein langer Weg, auf den er sich einrichtet und für den er bereit ist. Einsamkeit und Entbehrung, auf die man sich einlässt, Kraft und Wissen, das man sich erarbeiten muss, über die Sterne, das Wetter, das Gras, von dem nie genug vorhanden ist, und die Schafe, Esel und Kamele, mit denen man sein Schicksal teilt. Und das Wichtigste von allem, man kann den Weg nicht alleine gehen. Man braucht eine Frau, und das ist heutzutage viel schwieriger als früher, denn die jungen Mädchen wollen in die Stadt, sie wollen was Besseres … Es ist eine Geschichte, wie sie tausendmal schon erzählt wurde, in Berlin, New York, Bombay, es gibt keinen Ort, keine Sprache, in der sie noch nicht erzählt wurde: Es ist die Mutter aller Geschichten. Der Regisseur Sergej Dvortsevoi erzählt sie uns in den unendlichen Weiten der Steppe Kasachstans, da wo er aufgewachsen ist. Er erzählt sie uns mit Poesie, sie ist zum Lachen und zum Weinen, er erzählt sie uns so, als wären wir mitten drin. Für zwei Stunden sind wir in einer fernen Welt, die plötzlich so nah ist. Es ist wie die Neuerfindung des Kinos. Wenn Asa ein Lamm nach der Geburt mit Mund-zu-Mund-Beatmung vor der
Erstickung rettet, ergeht es uns wie den Bürgern von La Ciotat vor über hundert Jahren, als Lumieres Lokomotive direkt in ihr Herz fuhr. Über zwei Wochen lang rannten Kamerafrau und Bundesfilmpreisträgerin Jolanta Dylewska (mit einer schweren 35 mm-Kamera) und Assistent, Regisseur und Darsteller, Tag für Tag schwangeren Schafen in der Steppe bei 40 Grad Hitze hinterher, um den Augenblick zu erhaschen. Und sie und wir wurden belohnt: Es ist eine der ergreifendsten Szenen, die man überhaupt drehen kann. Die Dreharbeiten dauerten über zweieinhalb Jahre bei mörderischer Hitze, Sandstürmen und das alles fünf Autostunden von der nächsten Stadt entfernt. Ein Kraftakt für das Team, die halbprofessionellen Schauspieler und auch für die Produktion, die bei allen Widrigkeiten nie aufgab, im Bewusstsein, dass das, was gerade entsteht, ganz außerordentlich ist und die Zuschauer überall für sich gewinnen wird. Dass das möglich war, ist nicht nur dem Willen der Protagonisten zu verdanken, sondern auch den vielen Partnern, insbesondere der MFG, die mit viel Geduld und Vertrauen die Entstehung von »Tulpan« ermöglicht haben. Der Kinospielfilm ist eine Produktion von Pandora Film Produktion, in Zusammenarbeit mit Cobra Film, Zürich, ZDF/arte. Text: Karl Baumgartner
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FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
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In Produktion
»Am Limit«
»Am Limit« ist die Geschichte zweier Brüder, Alexander und Thomas Huber, die seit ihrer frühesten Kindheit ihre eigenen Grenzen suchen. Im Gebirge. Sie gelten als die zur Zeit weltbesten Sport- und Alpinkletterer, schockieren die Welt durch Mut und Risikobereitschaft bei atemberaubenden Aktionen. Brüder, die sich am Berg ihr Leben anvertrauen und im Leben ihren eigenen Weg suchen. Brüder, die gemeinsam Konflikte ausleben durch ihre Gegensätzlichkeit und doch untrennbar sind wie Zwillinge. Grenzgänger im Extrembereich. Jetzt sind Alexander und Thomas angetreten, im SpeedKlettern an der Wand der Wände, dem El Capitan im Yosemite Valley, Kalifornien, alle Rekorde zu brechen. Das ist der Aufhänger und dramatische Rahmen unseres Films. Nicht dessen Inhalt. Er bietet mir nur die Möglichkeit, das Leben an der Grenze zur Unmöglichkeit, die Geschichte und die Abenteuer, die Kindheit und den Werdegang der »Huberbuam« mitsamt ihren Brüderkonflikten intensiv und spannend zu erzählen. So spannend, wie es mir gestattet war in »Heimspiel« die schwierige Annäherung zwischen Ost- und Westberlinern anhand eines Eishockeyclubs zu erzählen. Oder in »Höllentour« das Leiden während der Tour de France zu thematisieren und die tiefe Freundschaft zwischen zwei großen Rennfahrern einem breiten Publikum nahe zu bringen. »Am Limit« ist der letzte Teil dieser Sport-Trilogie, die mit Sport eigentlich nichts zu tun hat. Der Film ist ab 22. März 2007 im Kino.
Alexander und Thomas: Grenzerfahrung mit High-Speed …
In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, arte und dem Österreichischen Rundfunk Produzenten: Kirsten Hager (München), Erich Lackner (Wien), Mirjam Quinte (Freiburg) Buch und Regie: Pepe Danquart Gefördert durch: FFF Bayern, FFA, Österreichisches Filminstitut
Text: Pepe Danquart
… in der Wand der Wände
In Produktion
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SWR produziert »Steinzeit« – Experiment für Das Erste Living science – Fernsehen als gelebte und erlebte Wissenschaft
Die Fernseh-Wissenschaftsredaktion des Südwestrundfunks (SWR) drehte von Juli bis September 2006 für Das Erste die vierteilige Reihe »Steinzeit«. Die Dreharbeiten fanden im Hinterland des Bodensees in der Nähe von Ravensburg statt. Der SWR beschreitet mit dem »living science«-Format »Steinzeit« (in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk) einen neuen Weg im deutschen Fernsehen: Das Fernsehteam schafft eine spannende Experimentanordnung und bringt Partner aus der Wissenschaft zusammen. Auch Forschung gehört zum festen Bestandteil des neuen Formats. Im Mittelpunkt des Projekts »Steinzeit« steht eine zusammengehörende Sippe, bestehend aus sieben Männern und Frauen und sechs Kindern. Sie begaben sich auf eine Reise in die Vorgeschichte, 5.000 Jahre zurück, um für acht Wochen ein detailgetreu rekonstruiertes jungsteinzeitliches Pfahlbaudorf mit Leben zu füllen. Jagen, Ernten, Kochen, Wohnen und Waschen (Weidenstöckchen für die Zahnpflege): Bei allem handelten die Freiwilligen der Jetztzeit nach steinzeitlichen Mustern. Auf zwei der Zeitreisenden wartete ein besonderes Abenteuer. Um Waren einzutauschen, aber auch aus reiner Neugier, legten die Menschen der Jungsteinzeit oft weite Wege zurück. Für die beiden Fernsehprotagonisten bedeutete das: Sie mussten nach Norditalien wandern, über die Alpen. Vor allem aber: mit der Original-Ausrüstung von »Ötzi«, die von Fachleuten minutiös nachgearbeitet wurde. Die Wissenschaftsredaktion des SWR unter Leitung von Walter Sucher nutzt die Reise in die Vergangenheit, um Methoden der Archäologie und Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung zu vermitteln – die Zeitreise wird zur Forschungsreise. Bei der Verwirklichung arbeiten die Fernsehmacher u. a. mit dem Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, dem Amt für Archäologie des Kantons Thurgau, dem Universitätsklinikum der Universität Freiburg, dem Forschungsinstitut Hohenstein, dem Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens zusammen. Regie führt der Grimme-Preisträger Martin Buchholz. Um einen schnellen Ablauf für das mehr als 500 Stunden umfassende Bildmaterial zu ermöglichen, setzten Technik und Produktion des SWR erstmals das dateibasierte Kamerasystem P2 von Panasonic ein. Hierbei entfallen die Einspielzeiten von bandbasierten Kamerasystemen.
FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
Die Cutterinnen konnten bereits direkt vor Ort mehrmals täglich das Kameramaterial von speziellen Speicherkarten in einen Server laden, in Clips vorschneiden und verschlagworten. Nachts lief die Datenüberspielung auf einen zweiten Server, erst danach wurden die Kameraspeicher wieder freigegeben. »Steinzeit – living science« wird an Pfingsten (27. Mai und 28. Mai, jeweils 21.45 Uhr) sowie am Montag, 4. Juni und 11. Juni, 21 Uhr, im Hauptabendprogramm des Ersten und ab 26. Mai als dreiteilige Kinderserie im Kinderprogramm des Ersten zu sehen sein. Weitere Beiträge laufen in den Wissensmagazinen und im Bildungsprogramm des SWR Fernsehens. Produzent: Egon Mayer Redaktion/Buch (SWR): Rolf Schlenker, Gerolf Karwath, Stefanie von Ehrenstein u. a. Redaktion/Buch (BR): Astrid Harms Regie: Martin Buchholz, Harold Woetzel Kamera: Michael Merkel, Jochen Schmoll
Text: Oliver Kopitzke www.SWR.de/steinzeit
Im Wald bei Schlier (Kreis Ravensburg) lebte die 13-köpfige Sippe während ihrer Zeitreise in die Vergangenheit
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FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
In Produktion
Jochen Horst und Katharina Schubert in »Doppelt liebt man(n) besser« Unten: Tom Jahn, Mardi Grass.BB
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Drehen in der Region Stuttgart
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»Novemberlicht«
Anfang 2007 dreht Autor und Regisseur Christian Schwochow seinen Diplom-Spielfilm »Novemberlicht« in Stuttgart, Konstanz und Mecklenburg-Vorpommern. Der MFG-geförderte Kinofilm ist eine Produktion der Sommerhaus Filmproduktion Jochen Laube Ludwigsburg und entsteht in Koproduktion mit dem SWR und der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Film erzählt von einem DDRFlüchtlingsdrama 1980 und 25 Jahre später – mit Anna Maria Mühe (»Was nützt die Liebe in Gedanken«) und Ulrich Matthes (»Der Untergang«, »Der neunte Tag«) in den Hauptrollen. IP
»Doppelt liebt man(n) besser«
Im Auftrag von SAT.1 drehte die Dreamtool Entertainment, Ludwigsburg/München im November 2006 den Fernsehfilm »Doppelt liebt man(n) besser«. Das mit Mitteln aus dem Abkommen des Landes Baden-Württemberg mit SAT.1 und ProSieben finanzierte TV-Movie wurde u. a. in Esslingen (Marktplatz, Burg, Altstadt) und Stuttgart-Bad Cannstatt mit regionalem Team in Szene gesetzt. In den Hauptrollen spielen Katharina Schubert, Jochen Horst, Fredericke Lau und Barbara Schöne, zu sehen ist die Komödie 2007 im Fernsehen. IP
»Kopf oder Zahl«
Bis Anfang November 2006 liefen die Dreharbeiten für das moderne Kino-Drama »Kopf oder Zahl« der Stuttgarter Produktionsfirma Los Banditos Films GmbH in Stuttgart. Trotz kleinstem Etat konnten die jungen Filmemacher Benjamin Eicher und Timo Joh. Mayer Schauspieler wie Ralf Richter, Heinz Hoenig, Claude-Oliver Rudolph, Mark Keller, Jenny Elvers-Elbertzhagen und Afrob gewinnen. Gedreht wurde u. a. in einem stillgelegten Asylantenheim in Stuttgart-Wangen, auf dem Stuttgart 21Gelände hinter dem Hauptbahnhof sowie im Hafen. Der Kinostart ist für Ende Februar 2007 geplant.
Noch mehr Fälle für B.A.R.Z.
Die Kinder- und Jugendserie der Maran Film »Ein Fall für B.A.R.Z.«, die bereits erfolgreich von ARD und KiKa ausgestrahlt wird, geht weiter. Gedreht werden die nächsten 13 Folgen voraussichtlich vom 26. März bis 17. August 2007 in und um Stuttgart. Seit Februar ist das MKI-Areal nicht nur Stuttgarter Bürostandort, sondern auch Location für die Dreharbeiten. Produzentin ist wie bisher Sabine Eckhard, Produktionsleitung übernimmt Oliver Lehmann und Jochen Nitsch (9 Folgen) sowie Simon X. Rost (4 Folgen) werden Regie führen. www.film.region-stuttgart.de
Drehen in der Metropolregion Rhein-Neckar
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»Wir werden uns wiederseh’n«
Anfang 2007 feierte die Tragikomödie »Wir werden uns wiederseh’n« ihre US- und Schweizer Premiere. Der 90-minütige Kinofilm war im Februar 2006 von der Mannheimer Produktionsfirma Frischfilm in Koproduktion mit Motorfilm Zürich in Mannheim und Ludwigshafen gedreht worden. In den Hauptrollen des von der MFG geförderten Streifens sind Tom Jahn, Pola Kinski und Isolde Fischer zu sehen. Regie führten Stefan Hillebrand und Oliver Paulus, die für ihre letzte gemeinsame Produktion »Wenn der Richtige kommt« mehrfach international ausgezeichnet wurden.
In Produktion
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Produktionsberichte
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EINE UNSTERBLICHE KOMÖDIE VON MARCUS H. ROSENMÜLLER (SCHWERE JUNGS)
DER Kino-Überraschungserfolg 2006: bereits über 1,3 Mio. Kinozuschauer!
Das Team von »Rebus«
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»Lichter Mannheims«
Ende Oktober 2006 waren unter der Regie von Axel Bold die letzten Takes für »Lichter Mannheims«, eine Dokumentation vom Produzent Markus Simon von Simon & Schlosser Südwest Filmproduktion mit Sitz in Mannheim und dem Producer Rene von Bodisco, im Kasten. Entstanden im Rahmen des Mannheimer Stadtjubiläums 2007 präsentiert der 80-minütige Film einen dokumentarischen Streifzug durch eine Mannheimer Nacht. Die Bandbreite der verschiedenen Locations geht von der SAP-Arena über das Nationaltheater bis hin zur Synagoge und einer Taxizentrale. Kinostart des von der Stadt Mannheim geförderten Films, der von der FilmCommission Metropolregion Rhein-Neckar unterstützt wurde, ist am 19. April 2007 im Cineplex Mannheim. IP
„... die Sensation des Herbstes“ Der Spiegel „DIE deutsche Sommerkomödie – zum Ablachen“ Bild
Eine erfrischende, humorvolle Komödie mit Tiefgang und Herz.
»Rebus«
Vom 24. bis 28. November 2006 drehte Alexander Dieckmann von der Filmakademie Ludwigsburg an verschiedenen Locations in Mannheim die erste Probefolge des Krimiprojekts »Rebus« ab. Mit von der Partie bei »Familienjustiz« waren u. a. Michael Trischan, bekannt aus mehreren Tatort-Folgen, und Antje Mönning, bekannt u. a. aus der Krimiserie »Die Wache«. Die 30-minütige Folge der KrimiSerie mit phantastischen Elementen wird im Frühjahr 2007 in einem Mannheimer Kino erstmals zu sehen sein. IP
»Stress am Arbeitsplatz«
Ende Januar 2007 begannen in Mannheim die Dreharbeiten für eine neunteilige Mini-Serie zum Thema »Stress am Arbeitsplatz«. Produktionsfirma ist die Plonsker Media GmbH aus Ludwigshafen. Regie führt Thomas Plonsker, die Kamera übernehmen Christine Wagner und Martin Schunk. Tonmeister ist Alexander Theodossiadis, das Szenenbild wird von Florian Kaposi erstellt. Gefilmt wird an zehn Drehtagen in einem extra gebauten Büro. In den Hauptrollen spielen Brigitte Simons, Karin Jacoby, Christoph Hufenbecher und Christina Hevicke. www.m-r-n.com
ab 15. März 2007 im Handel EuroVideo Bildprogramm GmbH · Oskar-Messter-Straße 15 · 85737 Ismaning Tel. 089/962 444-0 · Fax 089/962 444-44
www.eurovideo.de
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FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
MFG News
Viele der Bücher sind handwerklich ausgezeichnet geschrieben. Es ist dann eher die Frage, was der Autor zu erzählen hat. Es hat mir gefallen, in die verschiedensten Universen einzutauchen.
Indischer Filmvorführer in »Comrades in Dreams«
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Im Programm der Berlinale
Bis Redaktionsschluss hatten es vier von der MFG Filmförderung unterstützte Produktionen ins diesjährige Berlinaleprogramm geschafft. Dieter Kosslick hat »Comrades in Dreams« von Uli Gaulke für die offizielle Festivalsektion »Berlinale Special« ausgewählt. Der Dokumentarfilm zeigt eine Facette der Globalisierung, indem er leidenschaftliche Kinomacher aus Nordkorea, Amerika, Indien und Afrika vereint. In bedingungsloser Liebe zu ihren Kinos, ringen sie allabendlich darum, sich und ihr Publikum zum Träumen zu bringen. Immer wieder durchdringen sich dabei Alltagsgeschichten und Leinwandstories gegenseitig. Ein weiterer Dokumentarfilm läuft in der Reihe »Perspektive Deutsches Kino«: Marcel Wehns »Von einem der auszog – Wim Wenders’ frühe Jahre«. In offenen und sehr persönlichen Gesprächen erzählt Wim Wenders von seinem behüteten Elternhaus im Oberhausen der Nachkriegszeit. Man begleitet ihn auf dieser Reise in die Vergangenheit nach Paris, wo er als junger Maler lebt und den Entschluss fasst, Filmemacher zu werden. Er berichtet über Erlebnisse, Erfolge und Misserfolge als Filmstudent auf dem Weg zum Regisseur. Es entsteht ein Bild des Lebensgefühls und der Aufbruchstimmung der Studenten des ersten Jahrgangs an der Filmhochschule in München. In der Sektion »German Cinema« kommt »Vier Minuten« von Chris Kraus zur Aufführung (siehe Artikel S. 4).
Last but not least wird im »Panorama Spezial« die deutsch-brasilianische Koproduktion »Deserto feliz« gezeigt. Das Drama beschreibt die alltägliche sexuelle Gewalt, die der 16-jährigen Jéssica widerfährt. Von deutscher Seite ist die Karlsruher noirfilm an dem Spielfilm beteiligt.
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Der Countdown läuft … Jurorin Anne Wild kurz vor der Drehbuchpreis-Vergabe 2007
Die Drehbuchautorin und Regisseurin Anne Wild ist seit Jahren in unterschiedlichsten Funktionen mit der MFG Filmförderung verbunden, als Autorin, Drehbuchberaterin und Filmemacherin. 1999 erhielt sie zusammen mit Stefan Dähnert den ersten BadenWürttembergischen Drehbuchpreis für »Was tun, wenn’s brennt«; im Jahr 2001 folgte eine zweite Nominierung für ihr Langfilm-Regiedebüt »Mein erstes Wunder«. Für die 9. Vergabe des weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Drehbuchpreises wird Anne Wild nun als eine von vier Juror(inn)en die diesjährigen Einreichungen beurteilen und den Preisträger oder die Preisträgerin am 14. Februar 2007 im Rahmen der Berlinale küren. Frau Wild, können Sie uns schon einen kleinen Ausblick geben, was uns bei der Preisverleihung erwarten wird? Die Regularien des Wettbewerbs sind ja sehr offen gehalten: Sowohl abendfüllende Kino- als auch Fernsehfilmstoffe sind zugelassen, ebenso unverfilmte Erstlingswerke und Endfassungen. Wie viele Drehbücher haben Sie erhalten und wie beurteilen Sie die Auswahl? Wir haben neun Bücher aus 61 Einreichungen gelesen. Die Auswahl war sehr gut und sehr vielseitig; die Bandbreite so groß, dass sich nicht einmal ein Trend festlegen lässt.
Die Jury liest die Bücher anonym, das heißt, Sie wissen nicht, welche Autoren sich hinter den Geschichten verbergen. Wie wirkt sich dies auf die Bilder, die in Ihrem Kopf entstehen, aus? Erstmal gar nicht. Es ist gut, anonym zu lesen, weil man das Buch nicht gleich einordnen kann. Nur die Qualität des Textes wirkt. Die bisher prämierten Bücher des Drehbuchpreises wurden (fast) alle verfilmt. Darunter waren auch Stoffe, wie z. B. Ihr Buch »Was tun, wenn’s brennt«, die erst im weiteren Produktionsweg ihre endgültige Fassung erhalten haben. Wie beurteilen Sie die Chancen auf Verfilmung der diesjährigen Stoffe? Gibt es einen Stoff, den Sie unbedingt verfilmt sehen möchten? Natürlich ist das Ziel des Drehbuches der Film. Das ist ja das Gemeine. Aber es sind ja nicht unbedingt nur die Bücher die besten, bei denen man todsicher ist, dass sie verfilmt werden. Vielleicht hat auch jemand etwas gewagt. Ich glaube, dass mehrere der vorgelegten Bücher verfilmt werden, worin ich übrigens auch Bücher einschließe, die nicht nominiert wurden. Denn ein wirklich gutes Buch setzt sich auch ohne Preis durch. Und bei einem hoffe ich es am meisten. Den Film sehen wir dann auf der Berlinale 2008. Der Drehbuchpreis würde da helfen …
Wir danken für das Gespräch! Die weiteren Juroren des Baden-Württembergischen Drehbuchpreises 2007 sind: Eckart Stein, ehemaliger Leiter des ZDF – Kleines Fernsehspiel; Detlef Rönfeldt, Regisseur und Vorstandsmitglied des »Bundesverband Regie«; Eva Hosemann, Schauspielerin und Intendantin des theater rampe stuttgart
MFG News
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Musikalische Akzente in »Die Umblätterin« »La tourneuse de pages« erhält MFG/UNIFRANCE-Verleihpreis 2006
Im Rahmen der 23. Französischen Filmtage wurde der Preisträger des mit 20.000 Euro dotierten Verleihförderpreises bekannt gegeben, der von MFG Filmförderung und UNIFRANCE zum 8. Mal gemeinsam gestiftet wurde. Der Preis ging an den Spielfilm »La tourneuse de pages« von Denis Dercourt, der am 26. April vom Münchner Filmverleih Alamode Film in die deutschen Kinos gebracht wird. Die feierliche Preisübergabe erfolgt am 17. April in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin. Die Jury betonte die Rolle der Musik: Die Geschichte einer Rache inszeniert Denis Dercourt in der Tradition Claude Chabrols. Französisches cinéma de qualité; schnörkellose mise en scène, ausdrucksstarke schauspielerische Präsenz. Die Schönheit und der hintergründige Horror der Provinz schaffen eine Spannung, die durch besondere musikalische Akzentuierung ihren eigenen Reiz erhält.
Mit Hilfe des Verleihförderpreises fand zuletzt »Le petit Lieutenant« (»Eine fatale Entscheidung«) von Xavier Beauvois im Tübinger Arsenal Filmverleih erfolgreich den Weg auf die deutschen Leinwände.
MN
Neues Finanzierungsinstrument für die Filmwirtschaft
Filmwirtschaftliche Unternehmen in BadenWürttemberg können sich über ein neues Finanzierungsmodell freuen: ein Bürgschaftsprogramm, dessen Initiatoren die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und die MFG Filmförderung sind. Es besteht aus drei Förderangeboten, die Filmproduktionsunternehmen den Zugang zur Fremdkapitalfinanzierung erleichtern sollen. So werden Bürgschaften für FilmZwischenfinanzierungen, für Avale von Kreditinstituten und für Investitions- bzw. Betriebsmittelkredite übernommen. Die Bürgschaftsbank ersetzt dabei gegenüber Kreditinstituten fehlende Sicherheiten, um Unternehmen der baden-württembergischen
FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
Filmwirtschaft bei ihrer Kreditfinanzierung zu unterstützen. Es soll der nach wie vor bestehenden Zurückhaltung von Banken bei Kreditanfragen aus der Filmwirtschaft entgegenwirken. Im Idealfall könnte mit Hilfe des neuen Bürgschaftsprogramms in den nächsten Jahren ein Kreditfinanzierungsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro ermöglicht werden. Antragsberechtigt sind sowohl junge als auch etablierte Unternehmen mit Betriebssitz in Baden-Württemberg. Die Bürgschaften reichen von 100.000 Euro bis maximal 1 Million Euro, mit einer Höchstgrenze von 80 Prozent des jeweiligen Finanzierungsbedarfs. Anträge sind in der Regel über die Hausbank zu stellen, können jedoch auch direkt an die Bürgschaftsbank oder die MFG Filmförderung gerichtet werden. Ansprechpartner: z Otto Züffle, zueffle@buergschaftsbank.de z Dieter Krauß, krauss@mfg.de
www.drehbuchcamp.de DIE TRAINER
10.-15.4.2007 in Freiburg 3.-8.9.2007 in Wiesbaden
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Michael Bentkowski (Bremen) Hans-Henning Borgelt (Berlin) Keith Cunningham (München/Chicago) Reinhild Dettmer-Finke (Freiburg) Andreas Hausmann (Stuttgart) Christa Hein (Berlin) Andreas Kirchgäßner (Merdingen) Wolfgang Kirchner (Berlin) Willy Meyer (Allensbach) Daniel Nocke (Hamburg) Tom Schlesinger (München/San Francisco) Bernd Storz (Reutlingen) Andres Veiel (Berlin) Christoph Weber (Köln) Dominik Wessely (Berlin) Klaus-Peter Wolf (Norden) Tel.07634 / 591 316 Fax 07634 / 591 317
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MFG News
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Einreichtermine 2007 Antragsfristen für Förderanträge bei der MFG Filmförderung (maßgeblich ist das Eingangsdatum)
Heike Makatsch als Margarete Steiff
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Bambi für Makatsch
Für ihre überzeugend gespielte Zeitreise 130 Jahre zurück auf die Schwäbische Alb erhielt Heike Makatsch die Auszeichnung als Beste Schauspielerin bei der BambiVerleihung 2006, die dieses Mal mit rund 800 illustren Gästen im neuen MercedesBenz-Museum in Stuttgart ihren Lauf nahm. Auch der Film über die Erfinderin der Steifftiere erhielt einen Bambi: Das Publikum entschied sich für das TV-Drama »Margarete Steiff« als besten Film. Der Film wurde maßgeblich von der MFG gefördert. www.daserste.de/steiff/
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Geschmack getroffen!
Die Buddy-Komödie »Reine Geschmacksache« erhielt beim 28. Festival Max Ophüls Preis gleich drei Auszeichnungen. Die Saarbrücker Juroren zeichneten Nachwuchsdarsteller Florian Bartholomäi und die beiden Drehbuchautoren Tom Streuber und Ingo Rasper aus. Die Festivalbesucher kürten den Spielfilm zum Publikumsliebling. Die Produktion der Karlsruher Noirfilm Filmproduktion GmbH in Zusammenarbeit mit Knudsen & Streuber Filmproduktion und dem SWR Debüt im Dritten wurde von der MFG Filmförderung im Rahmen des Fifty-Fifty-Förderprogramms unterstützt. Regisseur Ingo Rasper ist Absolvent der Baden-Württembergischen Filmakademie.
Die MFG empfiehlt vor Antragstellung ein projektbezogenes Beratungsgespräch mit dem zuständigen Ansprechpartner. Dies kann ggf. auch telefonisch erfolgen. Bei Erstanträgen und/oder komplexeren Sachverhalten – insbesondere im Bereich Produktionsförderung – hält die MFG einen persönlichen Termin spätestens 14 Tage vor Ablauf der Antragsfrist für sinnvoll und notwendig. z Die nächsten Einreichtermine für Anträge auf die Förderung von Drehbuch, Produktionsvorbereitung und Produktion (bitte in neunfacher Ausfertigung einreichen) sind am 15. März, 1. August, 15. November 07. z Die nächsten Einreichtermine für Verleih/ Vertrieb (Anträge bitte in sechsfacher Ausfertigung einreichen) sind 15. März, 15. Juni, 15. Oktober 07. z Anträge auf Förderung von Postproduktion können ganzjährig (in zweifacher Ausfertigung) eingereicht werden. z Der nächste Einreichtermin für Anträge auf Kino-Innovationsdarlehen ist der 1. März 07 (bitte in sechsfacher Ausfertigung einreichen). z Anträge auf Qualitätsprämien für ein kulturell anspruchsvolles Kinoprogramm können (ebenfalls sechsfach) bis spätestens 15. März 07 eingereicht werden.
Kinostarts und Festivalteilnahmen MFG-geförderter Filme
Seit 18. Januar 2007 im Kino »Die Unzerbrechlichen«, Regie: Dominik Wessely und Marcus Vetter Seit 25. Januar 2007 im Kino »Das Fräulein«, Regie: Andrea Staka 26. Januar bis 5. Februar 2007, 30. Filmfestival Göteborg »Vier Minuten«, Regie: Chris Kraus | »Warchild«, Regie: Christian Wagner | »Der Mann von der Botschaft«, Regie: Dito Tsintsadze | »Das wahre Leben«, Regie: Alain Gsponer | »Morir de Amor«, Regie: Gil Alkabetz | »Das Fräulein«, Regie: Andrea Staka 1. Februar 2007, Kinostart »Vier Minuten«, Regie: Chris Kraus 8. – 18. Februar 2007, Internationale Filmfestspiele Berlin »Von einem der auszog – Wim Wenders’ frühe Jahre«, Regie: Marcel Wehn | »Comrades in Dreams«, Regie: Uli Gauke | »Vier Minuten«, Regie: Chris Kraus | »Deserto Feliz«, Regie: Paulo Caldas 27. Februar 2007, Premiere Stuttgart | 28. Februar 2007, Preview Ludwigsburg | 1. März 2007, Kinostart »Das wahre Leben«, Regie: Alain Gsponer 1. März 2007, Kinostart »Junebug«, Regie: Phil Morrison 19. April 2007, Kinostart »1 : 1«, Regie: Annette Olesen 26. April 2007, Kinostart »Für den unbekannten Hund«, Regie: Dominik und Benjamin Reding | »Die Umblätterin«, Regie: Denis Dercourt
Short Cuts Südwest
SC
Neues aus der Filmakademie
Gleich drei studentische Produktionen der Filmakademie Baden-Württemberg sind in diesem Jahr in das Programm der Berlinale aufgenommen worden. Das Auswahlkomitee der 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin entschied sich für die Spielfilme »Aufrecht stehen« von Hannah Schweier, »Blindflug« von Ben von Grafenstein sowie die Dokumentation »Zirkus is nich« von Astrid Schult. »Aufrecht stehen«, erzählt die Liebesgeschichte der beiden Außenseiter Joe und Rosa. Der desillusionierte und vom Leben enttäuschte Joe verheizt sich in Boxkämpfen als »Kanonenfutter«. Eines Nachts gerät er in eine Schlägerei und lernt dabei die toughe Rosa kennen. Von ihrer Energie angezogen, sucht er immer wieder ihre Nähe, bleibt aber unfähig, sich auf sie einzulassen. Statt die Begegnung mit ihr als Chance zu begreifen, stößt er Rosa immer wieder von sich weg. So pendeln Joe und Rosa zwischen Euphorie und Leere und lernen dabei vor allem eines: aufrecht stehen.
Ben von Grafensteins Dreiecks-Drama »Blindflug« eröffnet in diesem Jahr die Perspektive Deutsches Kino. Nach dem Tod seiner Frau plant Henrik Siebermann einen Neuanfang und will Deutschland verlassen. Am Flughafen lernt er Lotte kennen, die vor ihrem Freund Reiner geflüchtet ist. Der hat sich nämlich in männlichem Schaffensdrang in den Kopf gesetzt, heute mit ihr ein Kind zu zeugen. Lotte braucht eine Auszeit. Während Henrik und Lotte auf ihren verschobenen Flieger warten, lernen sie sich besser kennen. Zwischen den beiden beginnt eine zarte Liebesgeschichte. Der Titel »Blindflug« ist in vielerlei Hinsicht programmatisch und bietet viele Möglichkeiten für Wendungen und Überraschungen in einer dramatisch-komischen Geschichte über Trennung, Freiheit, Angst und Liebe. Astrid Schult dokumentiert in »Zirkus is nich« den achtjährigen Dominik, der mit zwei jüngeren Geschwistern und der allein erziehenden Mutter in Berlin-Hellerdorf lebt. Die Mutter ist mit der Erziehung der Kinder völlig überfordert und überträgt dem AchtJährigen nach und nach immer mehr Verantwortung für seine jüngeren
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Geschwister. Dominik soll ihr helfen, den schwierigen Alltag zu meistern. Die Folge sind ständige Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Sohn. Im permanenten Konflikt zwischen Familienpflichten und seinen eigenen kindlichen Bedürfnissen versucht Dominik sein Leben zu meistern. Text: Fenja Schnizer www.Filmakademie.de
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»Zweiter Frühling«
Im November 2006 wurde das DiplomfilmSerien-Projekt »Zweiter Frühling« von Ira Wedel/Buch, Julia Maier/Produktion und Renate Gosiewski/Regie an zehn Tagen in Stuttgart und Ludwigsburg abgedreht. Der Serien-Pilotfilm ist eine Produktion der Filmakademie-Baden-Württemberg. Diana Körner, Suzanne Geyer, Hermann Beyer und Esther von Arx sind der Hauptcast.
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Short Cuts Südwest
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Filmhausmeldungen
Seminare des Autorenforums Das Autorenforum im Filmhaus Stuttgart plant für das erste Halbjahr 2007 zwei Seminare. Eine renommierte Referentin wird ein Wochenendworkshop »Drehbuchaufstellung« geben, eine Weiterentwicklung aus der Familienaufstellung, die sowohl das Skript/Thema als auch den Autor/die Autorin selbst betrachten kann. Außerdem wird ein zweistufiges Pitchseminar durchgeführt. Stufe 1: Tipps und Tricks fürs Pitching, zirka 2 Stunden (Referent: Jörn Precht). Stufe 2: Pitchen eines eigenen Stoffes vor Autoren-Kollegen. Das Autorenforum versteht sich als Selbstorganisation des »Mittelbaus« der Drehbuchautoren in Baden-Württemberg, also derjenigen Autoren, die das EinsteigerStadium hinter sich gelassen haben, aber (noch) nicht zu den Top-Verdienern gehören. Das Autorenforum trifft sich alle vier bis sechs Wochen im Filmhaus und wird getragen vom Kommunalen Kino Stuttgart und dem Filmbüro Baden-Württemberg. Kontakt: co.schnell@t-online.de www.autorenforumbw.de
Wie klingt Film? sound 2 alias Oliver Klenk und Andreas Sannemann haben sich mit einer speziell in 2006 gegründeten Unit im Filmhaus Stuttgart niedergelassen und auf die Kompositionen für Film und TV spezialisiert. Die akustische Umsetzung von Bildern ist für beide Paradedisziplin und Leidenschaft. Deshalb entstand die Idee, eine eigene Abteilung innerhalb des eigenen Unternehmens zu gründen, die sich ausschließlich mit dem Thema Auftragskompositionen für Film und Fernsehen beschäftigt. Herausragende kompositorische Qualität, Mut zur musikalischen Konfrontation sowie das richtige Feeling für den absoluten Sound unterscheidet die Kombination Klenk Sannemann eindeutig von der Konkurrenz. showreel: mail@soundquadrat.de
Trubel beim Stuttgarter Filmwinter Ausstellung noch bis 4. März Zum 20. Mal lockte der Stuttgarter Filmwinter unter dem Motto »Frontal« vom 18. bis zum 21. Januar 2007 mit provokanten, verspielten, experimentellen und witzigen Exponaten. Noch bis zum 4. März wird die Präsentation von Installationen und Performances im Württembergischen Kunstverein zu sehen sein. Über 2.000 Beiträge in den Bereichen Film und Video, Mikrokino, Neue Medien, Installation, Performance, Theorie und Workshop wurden weltweit eingesandt. Aus den Einsendungen wurden ca. 80 Filme und Videos, 15 Installationen und 20 Arbeiten aus dem Bereich der Neue Medien (Online- und Offlinearbeiten) für den Wettbewerb ausgewählt. Zwei internationale Jurys für Film und Video sowie Neue Medien und Installation vergaben Preise in Höhe von insgesamt 12.500 Euro. Workshop-Angebote für Eltern und Kinder, Musik, Langfilme und Parties ergänzten das Programm. www.wand5.de
SC
Kreativ beim Wein – Stuttgart meets Mumbai
Beim städtepartnerschaftlichen Weinfestival »Stuttgart meets Mumbai« (27. – 29.1. 2007) knüpfte und vertiefte die Film Commission Kontakte zu indischen Filmproduzenten und präsentierte die »Locations und Drehbedingungen« in der Region. Das Filmbüro Baden-Württemberg und das Medienteam der Stadt Stuttgart sowie verschiedene Unternehmen aus der Region Stuttgart und Baden-Württemberg präsentierten sich ebenfalls. Neu in diesem Jahr war die Media Lounge in Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart/Medienteam und dem Filmbüro Baden-Württemberg. Sie gab Raum für Filmgespräche, kreative Ideen mit den indischen Produzenten und Regisseuren sowie viel Input für das indische Filmfestival in Stuttgart: »Bollywood and beyond«. Zudem wurden bei gezielten Studio- und Produzentenbesuchen anstehende Projekte weiterentwickelt. www.film.region-stuttgart.de
Kino News
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Bundeskongress der Kommunalen Kinos
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17. bis 19. April 2007 in Baden-Baden
11. bis 13. Mai in Stuttgart Der Bundeskongress widmet sich vor allem der Vermittlung von Filmbildung durch die Kinos – sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch Erwachsenen. Einbeziehung der Kinos in Ganztagsschulen, Modelle für die Lehrerfortbildung und Strategien für eine spannende Vermittlung der Filmgeschichte sind nur einige Themen. Zudem werden 30 Jahre bundesweit einzigartige institutionelle Förderung der Kommunalen Kinos im Südwesten mit einem feierlichen Festakt am 12. Mai gewürdigt.
HDF-Kongress-Kino 2007
Die Kinobranche stellt die Weichen für grundlegende Veränderungen: Digitalisierung, Standortdiskussionen und Marketingstrategien für die Zukunft des Kinos werden eine Neuausrichtung auf dem Markt bewirken und das Kino als Freizeit- und Erholungsstätte maßgeblich beeinflussen. Bundesweit einzigartig bietet der HDFKongress-Kino 2007 eine wichtige Informations- und Präsentationsplattform für das Fachpublikum. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg ist am Stand der FFA vertreten. www.kino-hdf.de
KN
Jubiläum in Albstadt
Vor 50 Jahren wurde der Capitol Filmpalast eröffnet. Modernste Bild- und Tontechnik, edles Ambiente und luxuriöse Ausstattung machten es damals zum Trendsetter. 30 Jahre später wurde der große Saal zu einem Kinocenter ausgebaut. 1987 wurde dem Capitol von Golden Cinema die höchstmögliche Auszeichnung für Technik, Ausstattung und Betriebsführung verliehen. 1998 übernahm Ralf Merkel das Kino und erweiterte es auf acht Säle mit insgesamt 1.000 Plätzen. www.zollernalb-kinos.de
KN
Jubiläum in Balingen
Seit 25 Jahren betreiben Hans und Eva Müller den Bali-Kinopalast in Balingen. Das ehemalige Lichtspielhaus wurde durch sie zu einem strahlenden Kinopalast mit sieben Sälen. Kundennähe, Freundlichkeit und die ganz besondere Fähigkeit, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, zeichnen das Betreiber-Ehepaar aus. »Kino ist mein Leben, und das Leben ist ganz großes Kino«, so die Philosophie von Hans Müller. www.bali-kino.de
KN
Filmtheater Leonberg unter neuer Leitung
In die erfahrenen Hände von Hartmut Knack ging das Filmtheater Leonberg. Seine über zehnjährige Erfahrung als Theaterleiter, die er sich bei den Speiser Filmtheaterbetrieben an verschiedenen Standorten erworben hat, kann er nunmehr in sein eigenes Kino einbringen.
KN
Pforzheimer Kinolandschaft
Es tut sich was in der Pforzheimer Kinolandschaft: Nach dreijährigem Dornröschenschlaf öffnete das »Cinema« als Programmkino wieder seine Pforten. Robert Bernnat, der neue Betreiber, möchte mit seinem Angebot an Europäischer Filmkunst und Klassikern die Lücke zwischen den großen Kinos und dem Kommunalen Kino schließen. www.cinema-programmkino.de
Mit Blick auf die letzten 20 Jahre stellte Dieter Weber, Geschäftsführer des Kommunalen Kinos, beim Jubiläum fest: »Die Pionierphase … scheint abgeschlossen.« Nachdem es 17 Jahre lang unter dem Dach des »Cinema« zu Gast gewesen ist, präsentiert sich das Kommunale Kino heute im futuristischen Neubau am Schlossberg mit einem großen Kinosaal und neuester DolbyDigital-Technik. www.kommunales-kino-pforzheim.de
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FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
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12.01.2007
9:23 Uhr
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Ein perfektes Paar!
ARRI Film & TV und Schwarz Film besiegelten die erfolgreiche jahrelange Zusammenarbeit: Schwarz Film ist jetzt Member of the ARRI Group.
MEMBER OF THE ARRI GROUP
Schwarz Film AG – Schweiz CH-3072 Ostermundigen/Bern CH-8001 Zürich
Schwarz Film Berlin Postproduction GmbH D-14199 Berlin
Schwarz Film GmbH Königsallee 43 D-71638 Ludwigsburg
ARRI Film & TV Services GmbH Türkenstraße 89 D-München
Philipp Tschäppät Phone +41 31 938-1150 philipp@schwarzfilm.ch
Thomas Mulack Phone +49 30 88 708-504 thomas@schwarzfilm.de
Jeannette Jaussi Phone +49 7141 125-590 ludwigsburg@schwarzfilm.de
Walter Brus Phone +49 89 3809-1772 wbrus@arri.de
www.schwarzfilm.ch
www.schwarzfilm.de
www.schwarzfilm.de
www.arri.com
THE BEST SUPPORT YOUR VISION CAN GET
Hot Spots
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Nachwuchsautoren für Jugendfilme gesucht
HS
Französisch lernen im Kino 1. bis 7. März 2007
Einsendeschluss: 28. Februar 2007
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ben. Die drei erstplatzierten Kurzkrimis sollen in einer Krimianthologie des KBVVerlages und in einer Hörbuchfassung von Radioropa Hörbuch veröffentlicht werden. www.tatort-eifel.de
Der Bayerische Rundfunk und das Kulturreferat der Stadt Nürnberg sind wieder auf der Suche nach den besten Drehbuchautoren im Bereich »Jugendfilm«. Seit 1993 wird das Nürnberger Autoren-Stipendium ausgeschrieben, um gezielt den Nachwuchs zu fördern. Die Autoren der besten fünf Ideen werden bei der Entwicklung des fertigen Drehbuchs von Fachleuten unterstützt. www.nuernbergkultur.de/autorenstipendium
HS
Vom Drehbuch an die rampe 2. März bis 27. Juli 2007
Das theater rampe stuttgart präsentiert gemeinsam mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg ausgewählte Drehbücher, die dem Publikum in Lesungen oder schnellen Inszenierungen auf neue und spannende Weise vorgestellt werden. Fünf Termine sind für diesen ungewöhnlichen Weg, einer Filmgrundlage ein theatralisches Gesicht zu verleihen, geplant. Was macht ein gutes Drehbuch aus? Wie kann Filmstoff für die Bühne adaptiert werden? »Ein-Raum-Drehbücher« erobern seit längerer Zeit die Bühne und setzten in Stücken wie »Dogville« auf die Kraft von Bühnenschauspielern. Allesamt sind die von der rampe ausgewählten Drehbücher ambitionierte, von der MFG Filmförderung unterstützte Projekte, die (noch) nicht verfilmt worden sind. Sie sind daher prädestiniert, das »Kino im Kopf« zu aktivieren. Als erstes Drehbuchprojekt stand eine Lesung von Irene von Albertis »Der Matrose von Gibraltar« nach dem gleichnamigen Roman von Marguerite Duras und einem Konzept von Sonja Richter auf dem Programm. In Form einer Inszenierung folgt am 2. März Silke Parzichs und Iain Diltheys »Anita«, das von Eva Hosemann in Szene gesetzt wird. Weitere Veranstaltungen, Beginn jeweils um 20.00 Uhr: Sonntag, 22. April: Lesung Sonntag, 24. Juni: Lesung Freiteg, 27. Juli: angespielt auf der Bühne www.theaterrampe.de
Zum Thema »Schule im Kino« präsentiert das Kommunale Kino vom 1. bis 7. März in seinen beiden Sälen im Filmhaus Stuttgart speziell für den Französischunterricht »Ciné-fête 7«, das Französische Jugendfilmfestival on Tour mit einem siebenteiligen Programmangebot. Die Spiel- und Dokumentarfilme »L’enfant qui voulait être un our«, »Le papillon«, »Moi César, 10 ans 1⁄2 , 1 m 39«, »Bodeuses«, »Le veuve de Saint Pierre« und »Les glaneurs et la glaneuse« richten sich an die Klassen 3 bis 11 aller drei Schularten. Als Begleitmaterial haben das »Bureau de cinéma« Berlin und das »Institut français Stuttgart« umfangreiche pädagogische Dossiers zur Handreichung für die Lehrer und Lehrerinnen im Unterricht veröffentlicht.
HS
Spotlight Filmfestival 30. bis 31. März 2007 Friedrichshafen
Spotlight ist ein seit 1998 jährlich in der Euregio Bodensee veranstalteter Wettbewerb für deutschsprachige TV- und Kinospots sowie ab 2007 auch für web & mobileSpots. Es ist das größte Werbefilmfestival mit Publikums- und Fachjury im deutschsprachigen Raum. www.spotlight-festival.de
HS
www.kultur-frankreich.de/cinefete/7
One size fits all oder Maßanzug?
HS
10. bis 15. April 2007 Freiburg Drehbuchcamp-Seminar mit Dominik Wessely
Filmfestival Frauenwelten 8. bis 14. März 2007
Zum »Internationalen Frauentag« am 8. März veranstaltet das Koki Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Terre des Femmes-Städtegruppe wieder das »Filmfestival Frauenwelten«. Drei Schwerpunktthemen mit Vorträgen und Dokumentarfilmen bilden vom 8. bis 14. März die Eckpunkte: Frauen in Indien sowie die Terre des Femmes-Aktionsthemen »Häusliche Gewalt« und »Zwangsheirat & Ehrenmord«. Parallel werden dazu unterhaltende themenorientierte Spielfilme zu sehen sein. www.terre-des-femmes.de www.koki-stuttgart.de
HS
Deutscher Kurzkrimi-Preis Einsendeschluss: 21. März 2007
Im Kino feiert der Dokumentarfilm nie da gewesene Erfolge, während er im Fernsehen als Einzelstück weitgehend marginalisiert ist. Hier ist das Genre fest im Griff der Formate, ob als tierische Doku-Soap, als Zeitreise-Abenteuer oder als »History«Fernsehen à la Guido Knopp. Welche Erzählstrategien verfolgen Doku-Formate und Kinodokumentarfilme, mit welchen Mitteln arbeiten sie? Anhand von Beispielen aus der jüngeren Fernseh- und Kinogeschichte unternimmt Dominik Wessely einen Systemvergleich und sucht mit den Seminarteilnehmern nach Erzählansätzen jenseits der Dramaturgie-Schablonen. Seine jüngste Regiearbeit »Die Unzerbrechlichen« (CoRegie: Marcus Vetter) kam am 18. Januar in die Kinos. Das Kursprogramm bietet Seminare für die fiktionale und die dokumentarische Stoffentwicklung, die sowohl aufbauend, als auch rein interessenbezogen kombiniert werden können. www.drehbuchcamp.de
Der Deutsche Kurzkrimi-Preis lädt junge Autoren ein, in kurzer literarischer Form eine originelle Geschichte zu entwerfen. Der Wettbewerb wird im Rahmen von »Tatort-Eifel« – der Kontaktbörse für Krimiautoren, Verleger, Redakteure und Filmund Fernsehproduzenten – in Zusammenarbeit mit dem Rowohlt Verlag ausgeschrie-
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haben das Filmmusik
Surround
HS
FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
Hot Spots
Cine latino/ Cine español« 17. bis 25. April 2007
Das in Tübingen und Stuttgart fest etablierte Festival »Cine latino/Cine español« findet dieses Jahr vom 17. bis 25. April statt. Neueste Produktionen aus dem südamerikanischen Subkontinent und aus Spanien werden zu sehen sein; Schwerpunkt- und Themenland ist Mexiko. Erneut stellen Filmschaffende aus den verschiedenen Ländern ihre Filme persönlich vor. In beiden Städten ist jeweils getrennt ein Publikumspreis in Höhe von 1.500 Euro ausgelobt. www.filmtage-tuebingen.de www.koki-stuttgart.de
HS
Sounddesign
Synchronisation
Sprecherpool Postproduktion DVD-Authoring
Wir machen den Ton!
Bauer Studios GmbH Markgröninger Straße 46 71634 Ludwigsburg Tel.: 07141-2268-0 Fax: 07141-2268-99 info@bauerstudios.de www.bauerstudios.de
Ohne Spiel, kein Deal! 19. und 20. April 2007 Dokufiktionale Formate – Zukunft für Filmemacher
Immer mehr Dokumentationen enthalten szenische Teile. Dazu kommen »livinghistory«-Formate, Dokusoaps u. a. m. Die Dokumentaristen müssen »fiktional« arbeiten können, die Drehbuchautoren und Spielfilm-Regisseure müssen sich mit dem Dokumentarischen auseinandersetzen. Auf dieser Tagung mit renommierten Referenten im Studiosaal des SWR in Stuttgart werden anhand von herausragenden Beispielen die Möglichkeiten und Chancen in diesem Zukunftssegment für Filmemacher aufgezeigt. Die Veranstaltung des Haus des Dokumentarfilms in Zusammenarbeit mit Top-Talente wird von der MFG gefördert. www.hdf.de
HS
Willkommen in der Animationsfamilie! 26. April bis 1. Mai 2007: Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart
Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart zählt zu den weltweit größten Festivals für Animationsfilm. Es wendet sich an das interessierte Publikum wie an Branchenprofis und bietet einen Überblick über die aktuellsten Tendenzen im Animationsfilm – vom Kurzfilm über den Kinofilm bis zur Trickfilmserie fürs Fernsehen. Ob Puppentrick oder Flash-Animation: Im Zentrum
der fünf Wettbewerbe steht der künstlerisch anspruchsvolle Animationsfilm. Vom 26. April bis zum 1. Mai sind auf dem Festival rund 500 Animationsfilme zu sehen, meist in Anwesenheit der Regisseure und Produzenten. Ein umfangreiches Rahmenprogramm in Form von Retrospektiven, Workshops, Studio- und Schulpräsentationen sowie Ausstellungen gibt darüber hinaus einen umfassenden Einblick in die Welt des Animationsfilms. Mit fünf Kinosälen in der Stuttgarter Innenstadt und einem Open-air-Kino auf dem Schlossplatz findet das Festival mitten im Herzen von Stuttgart statt. Zudem hat das Festival eine Dependance in Ludwigsburg. Ein Höhepunkt wird die Verleihung des »Deutschen Animationsdrehbuchpreises« am 28. April sein, den das Festival mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der MFG neu ins Leben gerufen hat. Dem besten deutschsprachigen Drehbuch für einen abendfüllenden Animationskinofilm winkt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. www.itfs.de
HS
Fmx 07 – Oase der Inspiration 1. bis 4. Mai 2007
Die 12. Internationale Konferenz für Animation, Effekte, Realtime und Content, kurz fmx, bietet erneut den Profis und dem Nachwuchs der Digitalen Branche im »Haus der Wirtschaft« in Stuttgart vom 1. bis 4. Mai ein breites Themenspektrum in Vorträgen, Workshops, Foren und Vorführungen rund ums digitale Bild vom Kino und Fernsehen bis zu Games und mobiler Unterhaltung. Nach der erfolgreichen Kooperation im letzten Jahr wird der Schulterschluss mit dem Trickfilm-Festival Stuttgart fortgesetzt und beim gemeinsamen »Animation Production Day« einen nahtlosen Übergang sichern. Im Mittelpunkt der Tagung am 30. April und 1. Mai stehen Themen zur Finanzierung von aufwändigen Animationsfilmen. Produzenten mit einem konkreten Projekt kommen in Eins-zu-Eins-Gesprächen in direkten Kontakt zu Weltvertrieben, Banken, Completion Bonds und anderen Finanzfachleuten. Im Verbund mit der MFG wird das Panel »Schreiben für die Animation« wieder aufgelegt, das ebenfalls den Besuchern beider Events offen steht. www.fmx.de
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$ERĂ&#x;&ILM Ă&#x;B~HNENREIF
VOMĂ&#x;$REHBUCHĂ&#x;ANĂ&#x;DIEĂ&#x;RAMPE Eine neue Idee. Eine neue Vision. Das theater rampe stuttgart und die MFG FilmfĂśrderung Baden WĂźrttemberg präsentieren gemeinsam DrehbĂźcher vor ihrer Verfilmung. Lesungen und schnelle Inszenierungen zeigen die MĂśglichkeiten von Film und BĂźhne. Nicht auf den Kinostart warten – neue DrehbĂźcher schon jetzt erleben! FĂźr Kinofreunde, Literaturliebhaber, Theaterfans und Filmemacher – fĂźr Sie, fĂźr Dich!
28.01. | 02.03. | 22.04. | 24.06. | 27.07.2007 www.theaterrampe.de
theater rampe stuttgart | FilderstraĂ&#x;e 47 | 70180 Stuttgart