Produktionsberichte
Südwest
2 | 2008 Juni
FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar
Neues von Film und Fernsehen aus Baden-Württemberg
Trickfilmbranche im Aufschwung Das Hoffenheim Projekt Dokville 2008 – Über Filme im Netz 100 Jahre Filmland Baden-Württemberg
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Inhalt | Impressum
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Events wie das Internationale Trickfilmfestival, die fmx und das kommende Cartoon Forum machen Baden-Württemberg zum Hot Spot der Branche aus aller Welt: Was kommt danach?
In Produktion spiegelt die Themenvielfalt laufender Filmprojekte: Fußball, Schätze der Welt und Superhelden. Außerdem sind Spielfilme in Arbeit: real und animiert. Und in den Regionen tut sich einiges: Eine neue Film Commission nimmt Form an!
Dokville 2008 diskutiert die Chancen und Risiken des Internets für Dokumentarfilmer. Rechtliche Aspekte der Online-Verwertung behandelt die Reihe »Nachgefragt«. Aktuelle Projekte und Erfolge der MFG Filmförderung und die Verleihung des Thomas Strittmatter Drehbuchpreises.
Inhalt 4
Close Up Trickfilmbranche im Aufschwung
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In Produktion Weitertanzen Das Hoffenheim Projekt Entsorgte Väter Stilles Land Das Herz von Jenin Superhelden Am Rio de la Plata Sunshine Barry & the Disco Worms Aus den Regionen
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Nachgefragt
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MFG News
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Short Cuts Südwest Neues aus der Filmakademie Baden-Württemberg Neues aus dem Filmhaus Stuttgart
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Kino News
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Hot Spots
Impressum FilmFacts Südwest – Neues von Film und Fernsehen aus Baden-Württemberg Herausgeber MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart www.mfg-filmfoerderung.de Geschäftsführung Gabriele Röthemeyer
Redaktion Uwe Rosentreter (V.i.S.d.P.) Birgit Schiffbauer-Jorde (schiffbauer-jorde@t-online.de) MitarbeiterInnen dieser Ausgabe Stefanie Brum, Karin Franz, Uschi Freynick, Goggo Gensch, Thiemo Hehl, Kay Hoffmann, Axelle Hourrier, Adrienne Jungblut, Solveig Langeland, Oliver Langewitz, Jochen Laube, Frank Lesche, Ulla Matzen, Marion Meidlinger, Tamara Milosevic, Kristina Müller, Frank Pfeiffer, Jørn Precht, Rouven Rech,Florian Rothenberger, Julia Schiemann, Pamela Schmidt, Constantin
Editorial
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Die Filmakademie feiert Highlights 2008 und Erfolge: LOLA für die Dokumentation »Prinzessinnenbad« und Preise beim Werbefilmfestival »spotlight«.
Animation vom Feinsten, Trickfilm-Festival mit Zuschauerrekord, Animation Production Day und fmx/08 mit hochkarätigen Teilnehmern. – Höchst real sind die Tierdarsteller, die an einer Filmtierschule mit eigenem Tierbestand ausgebildet werden – im Interview.
Veranstaltungen, Festivals und Termine von Juni bis November 2008. Ein Special in Stuttgart: Das Theater Rampe beendet seine Spielzeit mit der Bühnenadaption des MFG-geförderten Films »Requiem« von Hans-Christian Schmid.
Editorial Liebe Leserinnen und Leser, auf Einladung des Hauses des Dokumentarfilms, unterstützt von der MFG Filmförderung, werden im Rahmen von Dokville 2008 die neuen Möglichkeiten und Risiken erörtert, die das Internet als Bühne des Dokumentarfilms bietet. Eine Zukunft im Netz oder mit dem Netz, neue Geschäftsmodelle, Wege der Kundenbindung, was immer Zündstoff für Diskussionen bietet – man darf gespannt sein, welche Fragen das Branchentreffen der Dokumentarfilmer in Ludwigsburg thematisiert. Medienstandort Baden-Württemberg – ein Hot Spot der Animationsfilmbranche! 50.000 Trickfilmenthusiasten »belagerten« beim 15. Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart in freundlicher Absicht die Gegend rund um den Schlossplatz mit dem Open-Air-Kino und genossen ein breit gefächertes Filmangebot auf hohem künstlerischen Niveau. Die Veranstalter freuten sich neben der Zuschauerresonanz über die gelungene Verbindung des ITFS mit den ebenso erfolgreich verlaufenen Parallel-Veranstaltungen fmx/08 und Animation Production Day – Events, die von Profis der Animationsfilmbranche zahlreich frequentiert wurden. Im September lockt erneut ein Ereignis hunderte Animationsfilmproduzenten ins Land, wenn das renommierte
Schnell, Fenja Schnizer, Julia Ungerer, Katrin Weitzel, Clarissa-Diana Wilke Grafik und Layout Atelier Sternstein, Stuttgart Druck Leibfarth & Schwarz GmbH & Co.KG, Dettingen/Erms Anzeigen Birgit Schiffbauer-Jorde Anzeigen- und Redaktionsschluss 3/2008, November 19. September 2008
Cartoon Forum in Ludwigsburg zu Gast ist: eine internationale Branchenplattform für die Vermarktung von animierten TV-Serien. Wenn Sie mehr über die Aktivitäten und das Potenzial der Branche erfahren wollen, lesen Sie unser Close Up ab Seite 4 und weitere Beiträge im Heft. Liebe Fußballfans, ein Wettbewerb, der auf der großen Leinwand nur im Public Viewing zu sehen ist, wird Ihre (und unsere) Aufmerksamkeit in diesem Sommer beanspruchen. Die MFG ist wie immer am Ball. »In Produktion« können Sie alles über die neue Fußballhoffnung des Südwestens erfahren: Was sich bei der TSG 1899 Hoffenheim hinter den Kulissen abspielte, schildert der Bericht über eine Langzeitdokumentation auf Seite 9. Auch Bollywood & beyond ist ein Festival, das sich einen festen Platz im Terminkalender seiner Fangemeinde erobert hat. In seinem 5. Jahr wird es zunehmend auch ein Ort des Informationsaustausches über indisch-deutsche Businessfragen. Lassen Sie sich von weiteren News im Heft überraschen … Der Sommer wird hot – und dauert bis zum 18.11.2008. Dann erscheint unser nächstes Heft. Ihre Redaktion!
Bildnachweis Die Fotos für MFG-geförderte Filme stellten uns freundlicherweise die Produzenten, Verleiher und Filmemacher zur Verfügung. Übrige Fotos Cartoon Forum, S. 2, S. 17 Hanna Lippmann, S. 2, S. 24, S. 32 Reverse Angle Production S. 3, S. 29 Film Commission Region Stuttgart, S. 16 Pamela Schmidt, S. 19 PRIMEHOUSE GmbH Stephen Hanson, S. 23 Zürcher Filmstiftung, S. 26
Filmbüro Baden-Württemberg, S. 30 ITFS 2008, S. 31, S. 32 Mike Bauer, S. 33, S. 34 Akademie der media, S. 34 Filmgalerie 451, S. 37 Jörg Klaus, S. 37 Horst Janke/FILM-REVUE, S. 39 Bundesarchiv Bildarchiv Koblenz, S. 39 Titelfoto »The Bunjies« von Ged Haney und Andreas Hykade
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Close Up | Trickfilmbranche im Aufschwung
»The Bunjies«: Nach höchst überzeugender Präsentation beim Cartoon Forum 2007 im Wettbewerb des Animationsfilmfestivals in Annecy 2008
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Der Künstler Andreas Hykade im Gespräch mit den Filmfacts:
geschah nach dem spektakulären Erfolg von »The Bunjies« beim Cartoon Forum 2007? Andreas Hykade: Ein Erfolg beim Cartoon Forum ist erst einmal ein Startschuss, das Drehbuch muss ja erst geschrieben werden. Dann geht’s weiter mit Partnersuche und Verhandlungen. Im Übrigen zeigt die Tatsache, dass auch auf dem Cartoon Forum immer mehr künstlerisch hochwertige Animationsserien präsentiert werden, dass sich künstlerischer und kommerzieller Animationsfilm kontinuierlich aufeinander zu bewegen. FilmFacts: Was
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Trickfilmbranche im Aufschwung
FilmFacts: Was
Baden-Württemberg ist in diesem Sommer der Hot Spot der Animationsfilmszene. Vor wenigen Wochen trafen sich Trickfilmliebhaber, Cartoonfreaks und Animationsstudios aus aller Welt beim 15. Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart, bei der zeitlich überlappend stattfindenden fmx/08 und beim 3. Animation Production Day, weiterer Höhepunkt: Im September 2008 gastiert das 19. Cartoon Forum in Ludwigsburg. Diese international höchst renommierte ProduzentenVeranstaltung ist Messe und Markt zugleich: Die Veranstalter vom Verband Cartoon in Brüssel verstehen das Forum als eine Koproduktionsplattform für die Vermarktung animierter TV-Serien. Aus ganz Europa haben sich Animationsfilmproduzenten, Fernsehsender, Investoren und Journalisten angesagt, um über Koproduktionen, Finanzierungen und Vertriebswege zu verhandeln. Deutsche Teilnehmer ohne eigenes Projekt, sogenannte »Observer«, können sich noch bis zum 30. Juni 2008 anmelden. Erfreulich ist, dass »Die wunderbare Welt der Insekten« von Studio 88 unter 60 Projekten als »Vertreter aus dem Südwesten« beim Cartoon Forum in Ludwigsburg präsentiert wird. Die Baden-Badener verfügen mit »Der kleine König Macius« über langjährige TV-Serien-Erfahrung: seit 1982 wurden mehr als 50 Folgen im KIKA gesendet. 2007 war das Stuttgarter Studio Film Bilder mit »The Bunjies« beim Cartoon Forum in Gerona erfolgreich. Studioleiter Thomas Meyer-Hermann schätzt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis aus dem Trailer »The Bunjies« von Ged Haney und Andreas Hykade eine TV-Serie werde.
Auch in Annecy dabei: »Die drei Räuber« von Hayo Freitag nach dem Kinderbuchklassiker von Tomi Ungerer
braucht die Animationsfilmbranche in BadenWürttemberg, um zum bedeutenden Zentrum für Animation zu werden? Andreas Hykade: Die Produzenten müssen sich stärker als bisher vernetzen. Und wir brauchen Förderung, um die Arbeit hier im Land zu halten, z. B. für die produzierenden Studios. Die schon vorhandenen Pluspunkte müssten natürlich erhalten bleiben wie ITFS, fmx, künstlerische Filmförderung. FilmFacts: Mehr
Förderung für die Entwicklung von Geschichten oder für die Produktion? Andreas Hykade: Ich denke an »Persepolis«, das ist ein europäischer Film mit weltweitem Appeal. Solche Filme sollten bei uns entstehen können. Dafür ist Förderung elementar. Wir müssen Schritt für Schritt in den Markt hinein wachsen. Sonst produzieren wir nur kurzfristige Erfolge.
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Close Up | Trickfilmbranche im Aufschwung
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Filmakademie-Absolventin Tine Kluths »Kater« trieb sich erfolgreich auf zahlreichen Festivals von San Francisco bis Tokio herum …
Baden-Württemberg ist ideal als Austragungsort für das Cartoon Forum. Ludwigsburg bietet den internationalen Gästen ein typisches Ambiente und eine hervorragende Infrastruktur. Das Film- und Medienzentrum mit zahlreichen Studios und Kreativbüros sowie die Filmakademie Baden-Württemberg befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Forum am Schlosspark. Diesem Umfeld und dem Engagement der Partner von Staatsministerium Baden-Württemberg, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, MFG Filmförderung und Filmakademie Baden-Württemberg und nicht zuletzt dem herausragenden Ruf, den das Animationsinstitut in Fachkreisen genießt, ist es zu verdanken, dass Ludwigsburg den Zuschlag als Veranstaltungsort erhielt. Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg belegte kürzlich in einem weltweiten Ranking von 400 Studiengängen den 2. Platz. Als einzige deutsche Ausbildungsstätte platzierte sich das Animationssinstitut somit in der »Ivy League« der weltbesten Zwanzig. n
Prof. Thomas Hägele, Leiter des Animationsinstituts, äußert sich im Gespräch mit den FilmFacts über die aktuellen Aussichten der Animationsfilmbranche in BadenWürttemberg:
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ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Frage, die die Digital Community aktuell beschäftigt? Prof. Thomas Hägele: Es ist meiner Ansicht nach das Zusammenwachsen der unterschiedlichen, auf derselben digitalen Technologie basierenden Bereiche: Immer geht es darum, Ideen, Geschichten und Charaktere für verschiedene Formate zu erfinden und sich dann zu überlegen, über welche Distributionskanäle diese am besten ein Publikum finden. So können Ideen gleichzeitig in Spielen, Kinofilmen, Fernsehserien, im Netz oder im Bereich Mobile Entertainment auf Handys auftauchen. FilmFacts: Welche
aus dem Südwesten spielen in der Welt der großen Player bisher kaum eine Rolle. Was ist in Zukunft maßgebend für Erfolg? Prof. Thomas Hägele: Der Animationsstandort Baden-Württemberg hat sich gut entwickelt. In den letzten 15 Jahren ist eine Reihe spannender Studios und Dienstleister entstanden, im Bereich Animation u. a. Studio Film Bilder, Studio Soi und Studio 88. Im Bereich Visual Effects gibt es Elektrofilm, FilmFacts: Animationsfilmstudios
Ganz alter Hase im Trickfilmgeschäft: Phil Mulloy. Szene aus seiner mit Studio Film Bilder produzierten Trilogie »Intolerance«
Pixomondo, Unexpected, M.A.R.K. 13, Black Mountain, Mackevision und viele andere. Im Bereich Games sind zum Beispiel Acony oder Game Forge zu nennen. Entscheidend für künftige Erfolge ist der kreative Umgang mit den technischen Möglichkeiten, vor allem die Etablierung eines Workflows und einer Pipeline, die auch größere Projekte tragen kann. Hier spielt die überregionale Vernetzung eine tragende Rolle. Ganz entscheidend ist dabei der kreative Aspekt in den Inhalten. Das Publikum von Filmen, Spielen und anderen interaktiven Anwendungen interessiert sich für Geschichten wegen der emotionalen Einbeziehung, weniger wegen der technischen Umsetzung. Technik muss funktionieren. Wesentlich ist und bleibt der Inhalt.
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Neben der Filmakademie in Ludwigsburg trägt die die kreative und interaktive Mischung an Trickfilmstudios und VFXDienstleistern, die sich im Südwesten erfolgreich etabliert haben, zur Weiterentwicklung des Animationsstandortes bei – und nicht zuletzt das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart, dass seinen guten Ruf als Top-Event in der Welt des Animationsfilms 2008 erneut bestätigen konnte.
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Familientragödie. Denn am Ende ist der Hase doch tot in Andreas Hykades mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichneten »The Runt (Der Kloane)«
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n Ulrich Wegenast, der künstlerische Leiter, schildert seine Eindrücke:
hat Sie persönlich beim 15. Internationalen Trickfilm-Festival am meisten begeistert? Ulrich Wegenast: Das Programm war so vielseitig, dass es mir schwer fällt, einzelne Filme herauszugreifen. In künstlerischer Hinsicht fand ich »Madame Tutli-Putli« aus Kanada herausragend. Wie in keinem anderen Puppentrickfilm gelingt es den Regisseuren, die Puppen zu beseelen: Sie wurden in der Postproduktion mit realen Augen versehen. Besonders atmosphärisch dicht war für mich »Franz Kafka Inaka Isha« des Oscar-Preisträgers Koji Yamamura, der dann auch den »Trickstar« im Hauptwettbewerb erhielt. Sehr erfreulich finde ich, dass die animierten Kurzfilme dieses Mal wirklich kurz waren. Dadurch haben sie wesentlich bessere Chancen als Vorfilm in die Kinos zu kommen. FilmFacts: Was
Es gab im Programm einige Neuerungen. Welche sind zukunftsweisend? Ulrich Wegenast: Wir wollen die ganze Bandbreite des Animationsfilms darstellen, von kurzen Studentenfilmen, über animierte Serien, bis zu aufwändigen und teuren Kinoproduktionen mit zweistelligen Millionenbudgets. Unser neuer Wettbewerb »Under Commission« für Werbefilme, Musikvideos und TV-Trailer schließt die letzte Lücke. Die Produzenten und Agenturen sind über diesen Wettbewerb hocherfreut, da er das »Brot und Butter-Geschäft« darstellt und gleichzeitig künstlerisch Herausragendes und Innovatives auszeichnet. Wichtige Player des animierten Werbefilms wie Passion Pictures haben sich sofort beteiligt. Mit Firmen wie UNEXPECTED muss sich Baden-Württemberg definitiv nicht vor der internationalen Konkurrenz verstecken. Neu war auch die Kooperation mit Bitfilm-Festival, durch die wir unsere digitalen Aktivitäten kommunizieren können, da der Wettbewerb als Internetaktivität online stattfindet. Bitfilm ist gleichermaßen Spielwiese und Forschungslabor: Hier kann man das Kino der Zukunft erleben. Und die Stuttgart-Hamburg-Verzahnung bietet die Möglichkeit, unsere Themen überregional zu platzieren. FilmFacts:
Wann, schätzen Sie, wird denn der erste abendfüllende Animationsfilm aus Stuttgart auf die große Leinwand kommt? Ulrich Wegenast: Das ist nur eine Frage der Zeit. Allerdings bedarf es dafür einer gemeinsamen Anstrengung der hiesigen Produktionsfirmen und der MFG Filmförderung. Die Kompetenz und das Know-how ist dank Animationsinstitut und kreativer Firmen vorhanden. Ich denke, dass FilmFacts:
ein solches Projekt in internationaler Koproduktion Sinn macht. Eine Langfilmproduktion würde einen Quantensprung für die hiesige Szene bedeuten – mit ungeheurem Zuwachs an Kompetenz und Erfahrung. Selbst wenn der erste Langfilm floppen würde, wäre der Gewinn an Erfahrung und Routine sehr hilfreich – dafür gibt es Beispiele aus anderen Bundesländern. Kreativität und Kompetenz sind also hier vorhanden, aber auch die unternehmerische Risikobereitschaft?
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Die VFX- und Animationsstudios im Südwesten sind gut ausgelastet, denn ohne visuelle Effekte und fotorealistische Animation kommt fast kein Film mehr aus. Doch im internationalen Vergleich haben sie es schwer, Aufträge für große Spielfilmproduktionen zu bekommen. Nach Meinung der Interview-Partner wäre ein Zusammenschluss, eine Vernetzung von in der Region ansässigen Animationsstudios die Voraussetzung dafür. »Wer am Markt Akzente setzen will, der muss große Anstrengungen unternehmen und risikofreudig sein«, so der Tenor. Dafür kommen Koproduktionen in Frage, die auch über Ländergrenzen hinweg funktionieren können, wie das Beispiel »Persepolis« gezeigt hat. Oder ein regionaler Zusammenschluss. Diese Perspektive verfolgen die vier Firmen Elektrofilm, Pixomondo, Black Mountain und M.A.R.K. 13. Sie haben sich Ende 2007 zusammengetan, um Kräfte und Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam Top-Qualität anbieten zu können, die internationalen Maßstäben standhält. Dass die vier unterschiedlich aufgestellt sind, kommt dem Zusammenschluss zugute – hier die Erfahrung in der Spielfilmanimation, dort die Kompetenz im Werbefilm.
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»Seemannstreue«: Animiert von Ringelnatz' Poesie schuf Anna Kalus eine farbenprächtige Welt skuriller Gestalten
Heiko Burkardsmeier (Elektrofilm) ist überzeugt, dass kleine Studios international nicht konkurrieren können. »Großprojekte benötigen rund 200 Artists.« Auf diesen Bedarf und internationale Arbeitsweisen will der künftige »VFX-Major« eine Antwort geben. Auch bei uns könnte funktionieren, was Ende der 1990-er einem Zusammenschluss von VFX-Studios (»Soho-Net«) in London gelang: gigantische US-amerikanische Auftragsproduktionen für sich zu gewinnen. Das Ziel des »VFX-Majors« sei es laut Burkardsmeier, für internationale Aufträge attraktiv zu sein: »Wir wollen gemeinsam am internationalen Animationsfilmmarkt akquirieren, Projekte von mehr als 1 Million Euro, die keines der beteiligten Studios allein realisieren könnte.« Burkardsmeier erläutert die Philosophie des Netzwerks, dessen Rechtsform, Name und Marketingstrategie noch diskutiert werden: »Wir streben ausdrücklich eine Markterweiterung hier in der Region an – keine Umverteilung des bisherigen Auftragsvolumens. Ebenso wichtig ist uns, dass die individuelle Performance der beteiligten Studios gewahrt bleibt – also keine Fusion, sondern eine auftragsbezogene Zusammenarbeit, in die jeder seine speziellen Kompetenzen einbringt. Wir wollen Effizienz und Qualität steigern.« »Die Branche benötigt erhebliche Mittel«, betont die Geschäftsführerin der MFG Filmförderung Gabriele Röthemeyer, »um bei der Animation in Kinofilmen und TV-Serien ein attraktiver Partner sein zu können.« Die Gründung eines »VFX-Majors« könnte zusätzlich zur klassischen Filmförderung ein Weg sein, um den Animationsstandort zu stärken. Die MFG ist daher auch bereit, diese Pläne beratend zu unterstützen. Für die organisatorischen Maßnahmen im Vorfeld und eine Marketingkonzeption stellt sie zudem finanzielle Unterstützung bereit. Heiko Burkardsmeier ist optimistisch, dass man in Zusammenarbeit mit der MFG auf einem der nächsten großen Events, dem American Film Market in Los Angeles oder der Berlinale 2009, das komplette Konzept vorstellen kann. Wenn die Filmemacher aus dem großen regionalen Potenzial auch kommerziell Nutzen ziehen, dann könnte die Medienregion vom künstlerischen auch zum wirtschaftlichen Zentrum des Animationsfilms werden. Die MFG Filmförderung trägt durch die gezielte Förderung des künstlerischen Animationsfilms seit langem dazu bei, die Attraktivität des Standorts zu erhöhen. Besonders erfolgreich war 2007 der Kinoanimationsfilm »Die drei Räuber« nach Tomi Ungerers Kinderbuchklassiker (Regie: Hayo Freitag), produziert von Stephan Schesch. Ebenfalls als Kinofilm gefördert war »Der kleine König Macius«,
den Roland Junker produziert hat (Regie: Lutz Stützner, Sandor Jesse). Animationskurzfilme wie Andreas Hykades »The Runt (Der Kloane)«, produziert von Thomas Meyer-Hermann, sowie »Ein sonniger Tag« von Gil Alkabetz (Sweet Home Studio) und »Seemannstreue« von Anna Kalus runden das Segment ab. Das jüngste Förderprojekt für die große Leinwand ist die animierte Familienkomödie »Sunshine Barry & the Disco Worms«, eine Produktion von Sola Media (Regie: Thomas Borch Nielsen). Barry und seine Band werden auf Seite 15 vorgestellt. Neben Filmen dürfte ein anderes Betätigungsfeld für Animations- und VFX-Experten an Bedeutung zunehmen: Der Markt für Games und interaktive Medien wächst seit Jahren ungebrochen, 2007 sogar mit 21 Prozent, und verspricht laut Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware auch in Zukunft zweistellige Zuwachsraten. Man darf gespannt sein, ob sich baden-württembergische Firmen künftig mehr diesem lukrativen Segment zuwenden werden. Die Aktualisierung der Filmkonzeption II bietet allen in der Branche die Möglichkeit, durch einen eigenen Beitrag neue Akzente zu setzen – auch für die »Entwicklung der Produzenten- und Dienstleisterszene im Bereich Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion« wie es im Aufruf des Staatsministeriums heißt (siehe Seite 28). Auf einen heißen Sommer könnte also ein stürmischer Herbst folgen. Je nachdem wie aktiv und mit welch frischen Argumenten Sie, liebe LeserInnen, dem Aufruf zur Mitwirkung unter filmfoerderung@mfg.de folgen. Text: Birgit Schiffbauer-Jorde
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In Produktion
Braut und Ex-Freund (Stipe Erceg,
Braut und Ehemann (Marie-Christine
Marie-Christine Friedrich)
Friedrich, Barnaby Metschurat)
Weitertanzen (AT) Das große LaLaLa im Schwarzwald
Der Spielfilm »Weitertanzen« (Arbeitstitel) brachte im vergangenen Herbst frische Filmluft in das Schwarzwaldstädtchen Freudenstadt. Überzeugt und überwältigt von ihrem Glück, heiratet Maren ihren Freund Arno bei einem rauschenden Hochzeitsfest. Die Autorin und Regisseurin Friederike Jehn sowie die drei Produzenten Alexander Funk, Florian Rothenberger und Michael Jungfleisch freuten sich gemeinsam mit Brigitte Dithard vom SWR sehr über die aufregende Besetzung der Casterin Nina Haun mit dem österreichischen Shootingstar Marie-Christine Friedrich in der Hauptrolle der Braut und Barnaby Metschurat als ihren Ehemann Arno, sowie Stipe Erceg als Ex-Freund Peter. Und als Gast konnte Ingrid Carven für die Rolle der Brautmutter gewonnen werden, die zudem einen ihrer großen Chansons »LaLaLa« im Film darbietet. Die Gästeschar ist groß, aber Maren muss schnell feststellen, dass es nur sehr wenige ihrer Freunde und ihre leicht kapriziöse Mutter auf das Fest geschafft haben.
Marens großes Fest entwickelt sich zu einem Tag permanenter Verunsicherung, und je mehr Maren sich erhofft, dass der »schönste Tag ihres Lebens« all ihre Zweifel ausräumen möge, desto mehr scheint er sich in einen Tag zu verwandeln, an dem ihre Alpträume wahr werden und die Schatten einer längst überwunden geglaubten Vergangenheit wieder auftauchen. Ebenso war es eine Herausforderung, die große Anzahl an Komparsen für die Hochzeitsfeier, die an bis zu zehn Drehtagen verfügbar sein mussten, zu finden. Hier war ein weiterer Glücksfall die Begeisterung, mit der Freudenstadt an den Dreharbeiten teilnahm und eine große Menge an Komparsen sich als Hochzeitsgäste zur Verfügung stellte. Doch die rauschende Hochzeit schlägt zurück, und erst als Maren es schafft, zu ihren eigenen Zweifeln zu stehen, kämpft sie für sich, für Arno und um ihr Glück. Der Spielfilm »Weitertanzen« von Filmakademie-Absolventin Friederike Jehn konnte von der Gambit Film und Fernsehproduktion, Ludwigsburg, in Koproduktion mit dem SWR mit Unterstützung der MFG Filmförderung als »FiftyFifty«-Projekt realisiert werden und befindet sich derzeit in der Postproduktion. Text: Florian Rothenberger
Um die innere Reise der zerrissenen Hauptfigur in ihrer Kammerspielartigkeit darzustellen, war eine der größten Herausforderungen, einen Spielort zu finden, der über den größten Teil der Handlung visuell trägt und die Konflikte der Figuren unterstützt. Das altehrwürdige und verlassene Grand-Hotel »Waldlust« in Freudenstadt, das die Szenenbildnerin Ina Timmerberg ausfindig machen konnte, wurde auf Anhieb von Friederike Jehn, Kameramann Sten Mende und den Produzenten geliebt. Die mondänen Räume bildeten eine perfekte Kulisse für das rauschende Fest.
Buch | Regie: Friederike Jehn Kamera: Sten Mende Produktion: Alexander Funk, Florian Rothenberger, Michael Jungfleisch Koproduktion: SWR Förderung: MFG
In Produktion
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Die Fan-Gemeinde der TSG hat sich rapide vermehrt
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Das Hoffenheim Projekt (AT)
Eine Story, auf die wir Ende 2005 aufmerksam wurden, als die Berichterstattung über die TSG noch auf den hinteren Zeitungsseiten zu finden war: Bundesligafußball in Hoffenheim, das ist der (bei Redaktionsschluss noch nicht verwirklichte) Traum von Fußballfan und Milliardär Dietmar Hopp. Der Unternehmer, Gründer der Softwarefirma SAP, hat sich ein stattliches Vermögen erarbeitet und investiert nun Teile davon in ein ehrgeiziges Vorhaben. Er möchte mit der TSG 1899 Hoffenheim – seinem Heimatverein, für den er selbst früher die Fußballschuhe geschnürt hat – in die erste Fußball-Bundesliga. Eine ganze Region träumt mit ihm von Begegnungen der kleinen TSG gegen Bayern München oder den VfB Stuttgart. Für das Erreichen dieses Ziels holt der Verein international begehrte Jungtalente und baut einen Trainerstab auf, der deutschlandweit seinesgleichen sucht. Gleichzeitig entsteht vor den Toren des Dorfes eine neue Fußballarena. Ein Stadion für über 30.000 Zuschauer. Bis vor Kurzem konnten nur eingefleischte Fußballfans das beschauliche Dorf zwischen Heilbronn und Heidelberg orten. Und selbst den originären Hoffenheim-Fan gibt es erst seit wenigen Jahren. Reisten zu Regionalligazeiten noch 35 Fans in einem Bus zu den Auswärtsspielen, so füllten kürzlich 3.500 Hoffenheim-Anhänger mehr als 70 Busse auf ihrem Weg zum Pokalspiel nach Dortmund. Mittlerweile sind die Schlagzeilen über den Verein aus dem regionalen Sportteil bis ins Feuilleton und auf die Wirtschaftsseiten gewandert. Das »Zeit«-Magazin »Leben« und »Focus« präsentierten mehrseitige Reportagen und die Süddeutsche Zeitung widmete ihre dritte Seite dem sogenannten »Projekt Hoffenheim«. Die Vereinsgeschichte und mediale Wahrnehmung entwickelt sich unaufhaltsam zur rasanten Erfolgsstory. Als wir zum ersten Mal bei der Pressestelle des damaligen Amateurclubs anriefen, wurde unsere Hoffnung auf einen Dokumentarfilm genährt. Die Verantwortlichen des Clubs waren von der Idee begeistert. Kurz vor einem möglichen Drehbeginn und einer gesicherten Finanzierung änderten sich aber einige Vorzeichen. Die Vereinsstruktur sowie die gesamte sportliche Leitung wurde neu besetzt, um die TSG 1899 Hoffenheim professionell aufzustellen. Das sportliche Ziel war klar definiert: Hoffenheim will in die Bundesliga. Dieses ambitionierte Projekt sorgte für entsprechend große mediale Aufregung zu Beginn der Saison 2006 und es scharten sich Dutzende Kamerateams um die prominenten Neuzugänge (mit Ralf Rangnick wurde ein Bundesligatrainer verpflichtet und Jugendkoordinator Bernhard Peters war mehrmals Hockeyweltmeister). Durch den großen Medien-
trubel schien jedoch die sportliche Linie abhanden gekommen zu sein, denn die ersten vier Spiele in der Regionalliga gingen verloren. Daraufhin wurden sämtliche Kamerateams aus dem Umfeld verbannt und Anfragen nach Reportagen und Dokumentarfilmprojekten, auch von öffentlich-rechtlicher Seite, rigoros abgelehnt. Wir ließen uns jedoch nicht beirren und überzeugten die TSG 1899 und ihren Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus von unserem dramaturgischen Konzept und unserer überlegten Vorgehensweise. Der Umstand, dass wir beharrlich für unsere Chance kämpften und zu den ersten Interessenten zählten, ermöglicht uns zum jetzigen Zeitpunkt einen einmaligen Zugang zur Geschäftsführung sowie zum sportlichen Management des Vereins. In unseren Augen ist die Geschichte der TSG 1899 Hoffenheim mehr als die Erfolgsstory eines grandios aufspielenden Dorfclubs. Die umtriebigen Aktivitäten auf allen Ebenen offenbaren die Struktur eines vielversprechenden Sportunternehmens. Nicht die Mannschaftskabine, sondern die Büros der sportlichen und wirtschaftlichen Macher sowie die allmählich aufblühende Fangemeinschaft, die mit ihrem auf dem Rasen kämpfenden Team mitfiebert, stehen im Fokus der Regisseure Rouven Rech und Frank Pfeiffer. Produziert wird diese, sich nun seit über einem Jahr im Dreh befindende, Langzeitdokumentation von sommerhaus Filmproduktionen, Produzent ist Jochen Laube. Gemeinsam mit den Redakteuren Lucas Schmidt und Frank Seyberth von ZDF/Das kleine Fernsehspiel und gefördert durch die MFG Filmförderung Baden-Württemberg entsteht ein einmaliges Zeitdokument. Zweifler überzeugen, Sponsoren gewinnen, Fans begeistern und Punkte sammeln – auf diesem spannenden Weg begleiten wir den Verein und das Dorf. Text: Rech | Pfeiffer | Laube
Buch | Regie: Rouven Rech, Frank Pfeiffer || Kamera: Frank Pfeiffer Produktion: Jochen Laube, sommerhaus Filmproduktionen Koproduktion: ZDF/Das kleine Fernsehspiel Förderung: MFG
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In Produktion
Douglas Wolfsperger (rechts) mit Kamerafrau Tanja Trentmann und dem Filmteam (oben) Verbittert: Ein Protagonist berichtet von seinen Erfahrungen (unten)
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Entsorgte Väter
Wenn Beziehungen in die Brüche gehen, leiden darunter vor allem die Kinder. »Die gemeinsamen Kinder werden bei Scheidungen und dem häufig folgenden Rosenkrieg viel zu oft als Waffen missbraucht«, sagt Douglas Wolfsperger und spricht von eigenen Erfahrungen: Seine neunjährige Tochter hat er seit dreieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Das Kind ist von seinem Vater mittlerweile so entfremdet, dass er sich keine Illusionen macht: »Für die nächsten Jahre muss ich meine Tochter wohl abschreiben.« Männer, sagt eine Mutter in seinem Film, seien doch »bloß Erzeuger«; die Vaterrolle könne auch ein anderer übernehmen. Diese Situation ist kein Einzelfall, die Zahl dürfte im Gegenteil eher steigen. Dabei hat sich das Selbstverständnis vieler Väter geändert. Im Gegensatz zu früher, als sie mit Kindern und Küche wenig zu tun haben wollten, sind sie heute bereit, Verantwortung zu übernehmen. In den Gerichten ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen: Fast dreizehn Mal häufiger als umgekehrt, hat Wolfsperger recherchiert, erhielten die Mütter das einseitige Sorgerecht. Den Vätern bleibt das Umgangsrecht: »Sie werden zu Wochenendpapis mit der Verpflichtung zur Unterhaltszahlung.« Oftmals aber wird ihnen selbst dieser Restkontakt verwehrt: »Wenn die Mutter nicht will, bleibt die Tür zum Kind einfach verschlossen.« Motiviert von der eigenen Erfahrung und weil das Thema im Zuge der vieldiskutierten Familienpolitik brandaktuell ist, will der mehrfach preisgekrönte Regisseur (»Bellaria«, »Die Blutritter«) seinen neuen Kino-Dokumentarfilm den Männern widmen, denen es nach einer Trennung schwer oder gar unmöglich gemacht wird, ihre Kinder zu sehen. Natürlich weiß der Regisseur, dass es viele Väter gibt, denen der Kontakt mit ihren Kindern völlig zu recht untersagt ist, weil sie sich Verfehlungen schuldig gemacht haben. Wolfsperger aber will Fälle dokumentieren, in denen Vater und Kind einander über Monate oder gar Jahre hinweg nicht gesehen haben, weil die Mutter dies aus persönlichem
Groll nicht zugelassen hat. Die einfachste Art, einen regelmäßigen Kontakt zumindest enorm zu erschweren, ist der Umzug. Wohnt der Vater am Bodensee, das Kind mit seiner Mutter und deren neuem Partner in Düsseldorf, kann der Kontakt nur mit großem finanziellem Aufwand stattfinden. Manchmal werden auch härtere Bandagen aufgefahren: der unberechtigte Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. Auch wenn das nie, auch nur ansatzweise, bestätigt wird, sind die Väter damit schnell für immer entsorgt und für ihr Leben gebrandmarkt. Um kamerataugliche Protagonisten zu finden, startete die Wolfsperger Filmproduktion im Vorfeld einen Aufruf im »Südkurier« und den »Badischen Neuesten Nachrichten«. Es meldete sich eine überraschend große Anzahl betroffener Väter, von denen vier ausgewählt wurden. In der Vorbereitungsphase kristallisierten sich dann Karlsruhe und Umgebung immer stärker als Ort für die ideale Umsetzung des Projektes heraus. »Es war ein schöner Zufall, dass die Hauptstadt des Rechts nun zum Hauptdrehort wurde«, so Wolfsperger. Schließlich sei die rechtliche Seite ein wichtiger Aspekt des Themas. Das Team um Douglas Wolfsperger setzte sich zusammen aus Tanja Trentmann und Inigo Westmeier (Kamera), Kai Lüde (Ton), Bernd Euscher (Montage), Franziska Schlotterer (Co-Recherche, Regieassistenz), Adrienne Jungblut (Produktionsleitung) und Uli Adomat (Herstellungsleitung). Die erste Etappe der Dreharbeiten fand im Herbst 2007 statt, der Rest-Dreh dieses Jahr im April. Die Postproduktion soll Ende Juni abgeschlossen sein. Es ist vorgesehen, dass »Entsorgte Väter«, auf einem internationalen Festival uraufgeführt wird und dann in die Kinos kommt. Text: Adrienne Jungblut
Buch | Regie: Douglas Wolfsperger Kamera: Tanja Trentmann, Inigo Westmeier Produktion: Douglas Wolfsperger Filmproduktion GmbH Koproduktion: SWR | arte Förderung: Medienboard, DFFF, MFG
In Produktion
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
Stilles Land (AT)
Srebrenica war eine unbekannte Kleinstadt in Bosnien, die im Juli 1995 traurige Berühmtheit erlangte. Unter der Führung von Kriegsoberbefehlshaber Ratko Mladic´ wurden alle männlichen moslemischen Personen, derer man habhaft werden konnte, von serbischen Truppen verschleppt und unter den Augen der Weltöffentlichkeit ermordet. Die Ereignisse vom Juli 1995 gelten als der schlimmste Genozid in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. »Stilles Land« (Arbeitstitel) ist ein Film über das Nachkriegsleben in Srebrenica. Ein Film über den Kampf um Anerkennung, Selbstverwirklichung, um Macht und über das Weiterkommen in einem Land im Spannungsfeld zwischen Politik, Religion und ethnischen Konflikten. Über einen Drehzeitraum von einem Jahr begleiteten wir drei außergewöhnliche Menschen. Menschen, deren Glaube und Sehnsüchte einerseits sehr persönlich sind, andererseits einen allgemeinen Zustand auf dem Balkan illustrieren. Samira, 18 Jahre, führt uns durch den Film. Zwischen zerschossenen Häuserfassaden und schäbigen Bruchbuden kämpft sie für ein ganz normales Teenagerdasein. Ihr einstiges Umfeld hat sich stark verändert, gebeutelt vom Krieg, sucht jeder nach einer neuen Identität und schafft durch religiöse und ethnische Abgrenzung nach außen ein Gemeinschaftsgefühl im Innern. Samira ist das alles egal: »Meine Eltern haben uns im Krieg drei Jahre in einem Erdloch versteckt gehalten. An diesen Krieg kann ich mich nicht mal richtig erinnern, aber ich weiß, dass er mein Leben verpfuscht hat, vielleicht würde ich jetzt sogar studieren und mich nicht als billige Tagelöhnerin durchschlagen.« In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft kämpft sie sich mit einer großen Portion Charme durch den Alltag. Bestürzt über die herrschende Zerrissenheit der ethnischen und religiösen Gruppen gelangten wir an die Pforte des serbisch-orthodoxen Pfarrers von Srebrenica. Nachdem klar war, dass ich nicht für den deutschen Geheimdienst oder eine Menschenrechtsorganisation arbeite, durften wir ihn in seinem Alltag begleiten.
In Srebenica sind die Schrecken des Krieges unvergessen: der serbischorthodoxe Pfarrer (oben) in der neuen Kirche und Samira (unten), die dem Film ihre Stimme lieh
Wir hielten die Bauarbeiten an seiner Kirche fest und dokumentierten das I-Tüpfelchen seiner Karriere, die Weihung einer eigenen Kirche mit zwei Türmen. Pfarrer Mitar ist eine herausragende Gestalt, erzkonservativ, sehr eitel, ein hitzköpfiger Charakter. Als Frau musste ich mir Respekt verschaffen: Mitar übernahm gern selbst die »Regie« mit dem Ziel einer eigenen Reportage, in der er am liebsten seine Sicht vom Genozid an den Serben verkündet hätte. Bürgermeister Abdurahman Malkic, ein smarter, gerissener Enddreißiger, öffnete uns die Tür zur Politik in Srebrenica. Wir filmten, wie Politiker, Botschafter und Hilfsorganisationen kamen und gingen, hetzten unserem Bürgermeister von Pressekonferenzen, zu Sitzungen und Empfängen hinterher und waren überrascht, dass sein Humor und Sarkasmus nie zu ermüden schien. Bürgermeister Malkic: »Mein grundlegendes Motiv, mich in der Politik, hier in Bosnien, Herzegowina und in Srebrenica, zu engagieren, ist die Rache. Aber nicht Rache in dem Sinn, dass ich jetzt töte, abfackele, plündere, vergewaltige oder anderen Gewalt zufüge, sondern bereit bin, denen die Hand zu geben, die diese Verbrechen unterstützt haben, um langsam wieder ein gegenseitiges Vertrauen aufzubauen …« Unsere Recherchen zum Film haben Frau Dr. Pflüger und Frau Peerenboom von der Robert-Bosch-Stiftung nachhaltig unterstützt. Der Film wird von Alexander Funk in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel, Redakteur: Jörg Schneider, und mit Unterstützung der MFG Filmförderung produziert. Gedreht wurde er von Kameramann Mathias Schöningh auf HD. Derzeit befindet sich der Film im Schnitt durch Henk Drees und wird bis Herbst 2008 fertig gestellt werden. Text: Tamara Milosevic
Buch | Regie: Tamara Milosevic Kamera: Mathias Schöningh Produktion: Funkfilme, Alexander Funk Filmproduktion Koproduktion: ZDF/Das kleine Fernsehspiel Förderung: MFG
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
In Produktion
Organspende als Geste der Versöhnung: die Eltern des erschossenen Spenderkindes am Checkpoint im West-Jordanland (oben), der Vater mit einem der sechs Empfängerkinder (unten)
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Das Herz von Jenin
»Das Herz von Jenin« ist die Geschichte von Ismael Khatib, einem Palästinenser, dessen Sohn am 5. November 2005 von israelischen Soldaten erschossen wurde. Trotz seiner Trauer entschließt sich der Vater, die Organe seines toten Sohnes israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten. Die Familie Khatib lebt im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland, einem Ort, wo auf dicht gedrängtem Raum 15.000 Menschen leben und der vom israelischen Militär als Hochburg des Terrorismus bezeichnet wird. Am 5. November 2005 bittet der zwölfjährige Ahmed Khatib seine Eltern, ob er noch mal in die Stadt dürfe, um eine Krawatte für die beginnenden Festtage zu kaufen. Unterwegs trifft er zwei Freunde und spielt mit ihnen »Araber und Jude«. Wie so oft an Festtagen ist eine israelische Patrouille im Camp, um einen gesuchten Terroristen aufzuspüren. Ahmed rennt mit der Spielzeugwaffe über die Straße. Plötzlich werden zwei Schüsse abgefeuert. Sie treffen ihn im Kopf- und Brustbereich. 24 Stunden später stirbt Ahmed in den Armen seiner Eltern. Der Krankenpfleger aus dem Rambam Krankenhaus in Haifa, Raymond Shehadeh, fragt trotz der Besonderheiten des Vorfalls den Vater, ob er bereit wäre, die Organe seines Sohnes zu spenden. »Wie lange hätte ich Zeit bis zu einer Entscheidung?« Sie haben zwölf Stunden, sagt der überraschte Mediziner. Ismael Khatib ruft seinen ältesten Bruder an, holt sich den Segen des Imams aus Jenin, und informiert die weltliche Autorität im Flüchtlingslager Jenin, Zbydi Zakaria, den Chef der militanten Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden. Alle stimmen der Transplantation zu. Für sechs Menschen ist es die Chance, durch Ahmeds Organe weiterzuleben. Wie haben die Bewohner des Camps auf Ismael Khatibs Entscheidung reagiert? Wie denken die Empfängerfamilien
über den palästinensischen Spendervater? Was glaubt Ismael selbst, mit seiner Geste des Friedens erreicht zu haben? »Das Herz von Jenin« rekonstruiert die Ereignisse von damals und spürt diesen Fragen nach. Es ist eine Reise, die uns zu den Kindern führt, die heute mit Ahmeds Organen leben: zu Mohammad, einem kleinen Beduinenjungen aus der Negev-Wüste, zu Samah, einer drusischen Teenagerin aus dem Norden Israels, und zu Menuha, der Tochter einer jüdisch-orthodoxen Familie aus Jerusalem, deren Vater Yaakov noch während der Transplantation gegenüber Reportern geäußert hat, unglücklich darüber zu sein, dass seine Tochter nun mit dem Organ eines Arabers leben müsse. Ein Film von Leon Geller und Marcus Vetter, der Menschen porträtiert, die gewohnt sind, mit dem alltäglichen Konflikt und der alltäglichen Gewalt zu leben und trotzdem ihre Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben. Der Schnitt ist von Saskia Metten, der Ton von Alfred Tesler und an der Kamera war Nadav Hekselman, der die 98-minütige Dokumentation im HD/16:9 filmte. »Das Herz von Jenin« wurde am 27. März in einer inoffiziellen Aufführung im Flüchtlingslager Jenin gezeigt. Der Film hat dazu geführt, dass viele Menschen aus Jenin Ismaels Geste des Friedens heute mehr Verständnis entgegenbringen können. Text: Axelle Hourrier
Buch | Regie: Leon Geller, Marcus Vetter Kamera: Nadav Hekselman Produzent: Ulli Pfau, EIKON Südwest Koproduktion: SWR, arte || Förderung: MFG
In Produktion
FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
»Ikonen« der Globalisierung in der City der Hansestadt Hamburg – die Superhelden verschaffen sich einen Überblick
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Superhelden
In Comic-Kostümen und Karnevalsmasken überfällt eine Gruppe von jungen Leuten aus Hamburg Edelrestaurants und Gourmet-Geschäfte. In einer Pressemitteilung schreiben sie, dass sie angesichts des riesigen gesellschaftlichen Reichtums nicht länger bereit seien, sich mit immer niedrigeren Löhnen und schlechteren Arbeitsbedingungen abzufinden und »stellen dem die Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums entgegen«. Dabei präsentieren sie sich als »Superhelden« im Einsatz für die Benachteiligten der Stadt. Die erbeuteten Waren verteilen sie an Praktikanten, EinEuro-Jobber und Putzfrauen, an Leute, die sich in prekären Lebensumständen befinden. Der Autor und Regisseur Janek Romero von der Filmakademie Baden-Württemberg hat sich zusammen mit dem Kamera-Diplomanden Leonard Lehmann und Tonmann Thomas Keller auf den Weg nach Hamburg gemacht, um sich ein Bild von den Hintergründen der Aktionen zu machen. Dass die Ernsthaftigkeit des Themas nicht im Widerspruch zur humorvollen und kreativen Herangehensweise der Aktionisten steht, zeigt der Film in origineller Weise. Gearbeitet wird u. a. mit Archivmaterial von Videoaktivisten aus der Szene, die sich bei ihren aufsehenerregenden Aktionen selbst gefilmt haben. Und das Team begleitet die »Superhelden«, die selbstverständlich immer maskiert vor die Kamera treten, bei ihren Unternehmungen, zum Beispiel dem G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, dessen Rahmenprogramm in Rostock und einem Gerichtsprozess gegen ein vermeintliches Mitglied der »Superhelden«. Parallel zu den Aktionen und Hintergrundgedanken der »Superhelden« erzählt Janek Romero die Geschichte von Kathi. Kathi steht stellvertretend für die Aktionen der Gruppe und lebt in genau den Umständen, welche die »Superhelden« anprangern. Sie ist eine Musterstudentin,
ihre Professoren loben sie in den höchsten Tönen. Parallel zum Studium arbeitet sie in drei Jobs; das sollte eigentlich reichen, um sich und ihren beiden kleinen Kindern das Überleben zu sichern. Falsch. Zusätzlich zu Studium und Jobs bezieht sie Sozialhilfe. Kathi ist engagiert und kann sich mit den Zielen der »Superhelden« durchaus identifizieren. Ihr Engagement würde sie gerne ausweiten, doch die äußeren Umstände lassen das nicht zu. Sie hat einfach zu wenig Zeit. Der Regisseur Janek Romero: »Kathi ist die wahre ›Superheldin‹ des Films, weil sie trotz aller großen und kleinen Ungerechtigkeiten ihr Leben meistert. Ich finde den Gedanken auch gut, dass wir alle ›Superhelden‹ sind. Wir müssen nur unsere Superheldenkräfte entdecken. Da steckt eine Haltung drin, die Mut macht, aus der Ohnmacht auszubrechen, selbstbewusster zu werden, nicht mehr nur angepasst und pragmatisch für den Lebenslauf zu leben.« Gedreht wurde »Superhelden« auf Super 16 mm, HDV und DV im Sommer 2007. Der Film ist eine Koproduktion von SWR, Filmakademie Baden-Württemberg und filmtank stuttgart mit Unterstützung der MFG Filmförderung. Er soll in der kommenden Staffel des »Jungen Dokumentarfilms« im Herbst 2008 gesendet werden. Text: Thiemo Hehl
Buch | Regie: Janek Romero Kamera: Leonard Lehmann Produktion: filmtank stuttgart Koproduktion: SWR, Filmakademie Baden-Württemberg Förderung: FFA, MFG
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
In Produktion
Fortschritt und Verfall – durch die Geschichte seiner berühmten Stadt am Rio de la Plata führt der uruguayische Schauspieler Fernando Cardani
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Am Rio de la Plata Die Fernsehreihe »Schätze der Welt – Erbe der Menschheit«
Seit 1995 wird die Reihe »Schätze der Welt – Erbe der Menschheit« in den Programmen von 3sat und SWR Fernsehen ausgestrahlt. Grundlage ist die Welterbeliste der UNESCO. Mit dem Prädikat »Welterbe« zeichnet die UNESCO seit 1972 Orte aus, die für die gesamte Menschheit von besonderer Bedeutung sind. Auf dieser Liste werden Natur- und Denkmalschutz vereinigt. Zur Zeit gibt es 851 Welterbestätten in 141 Ländern. In der Reihe »Schätze der Welt – Erbe der Menschheit« wurden bislang 360 Filme in 107 Ländern gedreht. Die Filme werden vom SWR in Koproduktion mit der Telepool GmbH produziert. Einzigartig an dieser Fernsehreihe: Die Filme werden ausschließlich auf 35 mm gedreht. Die unerreichte Brillanz und Auflösung des Filmmaterials, dazu seine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit rechtfertigen solchen Aufwand. Wir archivieren das Rohmaterial ungeschnitten für spätere Neuauswertungen. Ein dritter Grund: 35-mm-Film kann problemlos auf HDTV abgetastet werden. Das Taj Mahal, die Denkmäler der Maya, die Zeche Zollverein oder die Schwebebrücke Portugalete bei Bilbao: Die Vielfalt der völlig unterschiedlichen Kultur- und Naturdenkmäler repräsentativ abzubilden ist eines der Kriterien bei der redaktionellen Auswahl. Wir haben auch den Ehrgeiz, Stätten des Welterbes aus möglichst vielen Ländern zu zeigen. Im November vergangenen Jahres drehten wir erstmals in Uruguay, in der kleinen Stadt Colonia del Sacramento. Die UNESCO hat Uruguays älteste Stadt ihrer kolonialen Architektur wegen ausgezeichnet. Strategisch günstig gelegen, war sie ein Spielball spanischer und portugiesischer Kolonisatoren. Heute ist sie ein verschlafenes Nest. Bereits im Frühjahr 2007 flog ich mit Kameramann Burkard Kreisel zur Motivsuche. Eine solche Recherche ist bei der Arbeit mit 35 mm unerlässlich, weil kostensparend. Dabei lernten wir Fernando Cardani kennen. Früher war er einer der
wichtigsten Schauspieler Uruguays, drehte mit Omar Sharif und für die BBC. Beim Gespräch entstand die Idee, einen etwas anderen »Schatz« zu drehen. Cardani wurde zum Erzähler der Geschichte. Bislang arbeiteten wir bei unseren Dokumentationen nie mit Schauspielern. Auch O-Töne sind selten. In diesem Fall entschieden wir uns für Fernando Cardani als roten Faden. Nachdem wir die Motive festgelegt hatten, schrieb ich ein Drehbuch mit der Erzählung. Unsere Aufnahmeleiterin, Verena von Schönfeldt, die seit mehr als fünfzehn Jahren in Buenos Aires arbeitet, übersetzte das Skript. Diese Form erlaubte uns, die leidvolle Geschichte lebendig werden zu lassen. Colonia ist immer frisch herausgeputzt und strahlend. In den Bäumen schnattern bunte Papageien, in den Parillas brutzelt das Grillfleisch. Vor solch pittoresker Kulisse ist es schwer vom Elend zu erzählen. Durch die Kunst des Fernando Cardani hat es überzeugend funktioniert. Wir arbeiteten mit einem deutsch-südamerikanischen Team. Kamera- und Tonmann aus Baden-Baden, die Regie aus Stuttgart. Kameraassistentin Sara Walz aus Hamburg ist in Chile geboren und spricht perfekt Spanisch. Unsere Beleuchter und Gripmänner engagierten wir, ebenso wie Licht und Dolly, über eine argentinische Produktionsfirma, die Elektriker aus Montevideo. Das spanisch-englischdeutsche Kauderwelsch am Set funktionierte. Als Einstimmung auf die Dreharbeiten in Uruguay hatten wir vorher mit dem gleichen Team die Jesuitenstationen Cordobas in Argentinien gedreht. Solche Doppeldrehs organisieren wir so oft es sich anbietet. Vor allem die immensen Ausgaben für Fracht und Übergepäck zwingen dazu. »Colonia del Sacramento – Endlich Frieden am Rio de la Plata« wird am 9.9. 2008 ausgestrahlt, »Jesuitenstationen in und um Cordoba – Bauwerke der Mission, Argentinien« am 16.9. 2008, jeweils um 23.30 Uhr im SWR Fernsehen. Die Reihe »Schätze der Welt – Erbe der Menschheit« entwickelt sich weiter. Gerade arbeiten wir an drei Spezialsendungen. Aus dem Rohmaterial schneiden wir neue, 45-Minuten-Filme. Als Erzähler fungiert dabei Dieter Moor. Diese Teile werden neu auf HDTV gedreht. Die Themen des Schätze-Spezial im Sommerprogramm des SWR: »Naturerbe Afrika« (14. 8. 2008), »Maya – Könige aus dem Regenwald« (21. 8. 2008) und »Monumente für ein Leben danach« (AT) (28. 8. 2008). Text: Goggo Gensch
Buch und Regie: Goggo Gensch Kamera: Burkard Kreisel Produktion: SWR || Koproduktion: Telepool GmbH
In Produktion
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
Sunshine Barry & the Disco Worms Können Regenwürmer denn Boogie tanzen?
Es ist nicht einfach »Barry« zu sein. Ein Wurm erlangt einfach schwer Respekt. Er lebt auf dem Boden eines Lebensmittelgeschäfts und hat den wohl ermüdendsten Job der Welt – er legt den Kompost an und langweilt sich sehr in diesem dunklen Leben. Eines Tages wendet sich sein Leben durch einen alten Discosong komplett. Plötzlich realisiert er sein Schicksal. Er wird zum Star der weltbesten Discoband: »Sunshine Barry & the Disco Worms«. Er hat zwar keine Arme, kein Rhythmusgefühl und keine Band, aber trotzdem will Barry es durchziehen! »Sunshine Barry & the Disco Worms« ist eine 3-D-Familienkomödie mit cooler Musik, viel Witz und Drive sowie universellen Dialogen. Die animierten »Würmer«- und »Insekten«Figuren besitzen sehr viele menschliche Charakterzüge. Der Witz und die Ironie kommt wie zum Beispiel bei den »Shrek-Filmen« einem erwachsenen Publikum zu Gute, während die Kinder durch lustige »Castings« – wie zum Beispiel den Hype um die Casting-Shows »DSDS« bei RTL und »Popstars« bei PRO 7, den Musikwettbewerb, das Singen, Grooven, Tanzen und auch das Leiden der Disco-Würmer – die Figuren in ihr Herzen schließen werden. Der Soundtrack für »Sunshine Barry & the Disco Worms« spielt bei der Vermarktung des Filmes eine besondere Rolle. Die Produktion hat die Musikrechte für die neuen CoverVersionen der Disco Hits »YMCA«, »Disco Inferno«, »I Love to Love« etc. gesichert. Disco-Musik ist immer noch top aktuell. Madonna, Kylie Minouge oder auch die Scissor Sisters haben die internationalen Charts mit Disco Songs dominiert.
Ein ganz spezieller Wurm – Barry styled sich im Bad (oben) und rockt im Oktober Kopenhagen (unten)
»Sunshine Barry & the Disco Worms« ist eine Koproduktion von Disco Ormene Aps in Copenhagen und Sola Media GmbH in Stuttgart. Regie führte Thomas Borch Nielsen, der mit Morten Dragstedt auch das Drehbuch geschrieben hat. Das kreative Team von Sola Media ist hauptsächlich in den Bereichen Animation, Modellierung, Farbgestaltung und Musik involviert. Im August wird der Film, von dem es eine deutsche und englische Version geben wird, fertig gestellt, sodass im Oktober in Kopenhagen Premiere gefeiert werden kann. Ja, und um die Frage zu beantworten: Würmer können in der Tat den Boogie tanzen. Text: Solveig Langeland
Buch: Morten Dragstedt Regie: Thomas Borch Nielsen Produktion: Sola Media GmbH, Stuttgart Koproduktion: Disco Ormene Aps, Kopenhagen Förderung: MFG
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
In Produktion
Aus den Regionen
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Film Commission Region Stuttgart
z Am Set für Eikon-Spielfilm IP
Startschuss für die Film Commission Baden-Baden/ Karlsruhe
Das bereits seit mehreren Jahren erfolgreich für die Bäderstadt und die nähere Region tätige »Locationbüro« der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH (BBT) hat seit Beginn des Jahres 2008 als Film Commission Baden-Baden/ Karlsruhe sein Zuständigkeitsgebiet erweitert und seine Arbeit für die TechnologieRegion Karlsruhe und den Nordschwarzwald aufgenommen. Das neu gegründete Büro schließt als sechste offizielle Film Commission die Lücke im landesweiten Angebot, das von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg unterstützt und koordiniert wird. Der Aufbau eines umfassenden Informationsnetzes durch Film Commissions soll der Entwicklung und Vermarktung der gesamten Region in der Film- und Fernsehbranche dienen. Die Film Commission Baden-Baden/Karlsruhe dient somit sowohl als Kompetenzpartner für die Film- und Fernsehbranche als auch für die Nachwuchsförderung und nicht zuletzt als Einrichtung der Wirtschaftsförderung. Film- und Fernsehproduktionen benötigen adäquate Drehorte, gute regionale Kontakte für die Einholung von Drehgenehmigungen und eine möglichst vielfältige ortsnahe Infrastruktur. Hier haben die weltbekannte Bäderstadt und der Nordschwarzwald ein großes Potential zu bieten. Von industriellen Locations, eleganten Bühnen, mondänen Plätzen bis hin zu romantischen Winkeln reicht die Palette. Unterstützen soll das erfahrene Team des bisherigen Baden-Badener Locationbüros nunmehr ein selbstständiger Projektleiter mit guten Kontakten zur Film-, Fernseh- und Unterhaltungsbranche, um nicht nur die Anfragen von Produktionsfirmen abdecken zu können, sondern vor allem auch um weitere Interessenten zu akquirieren. Dem neuen Mitarbeiter steht das Know-how und die umfangreiche Datenbank der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH zur Verfügung, die letztendlich mit ausschlaggebend für die Wahl des Standortes war. Text: Mathias Trui
»Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf« ist das aktuelle Spielfilmprojekt der Stuttgarter Produktionsfirma Eikon Südwest GmbH. Die letzte Klappe fiel am 10. April bei den Dreharbeiten unter der Regie von Matthias Luthardt (»Pingpong«). Bei der Suche nach Drehorten, Filmprofis, Büros und beim Einholen von Drehgenehmigungen hatte die Film Commission das Projekt über Monate hinweg unterstützt. Die Hauptmotive lagen dabei in Stuttgart. Gedreht wurde unter anderem im Hallenbad Heslach, im Club Tonstudio, dem Schlossgarten sowie der Universität und dem Hotel Le Meridien. Weitere Drehorte wurden in Nürtingen, Tübingen und am Bodensee gefunden.
Nächtlicher Dreh am Stuttgarter »Eckensee« mit Franziska Petri
z Landestypisch: Locations für Cartoon Forum Deutschland ist in diesem Jahr Gastgeber des jährlich stattfindenden Cartoon Forums. Vom 16. bis 19. September werden ca. 800 Teilnehmer aus ganz Europa nach Ludwigsburg kommen. Das Forum am Schlosspark wird dabei zum Marktplatz für europäische Animationsfilme und -serien. Bereits im Vorfeld wurde auch die Film Commission Region Stuttgart aktiv und konnte mit einer Locationtour durchs »Ländle« verschiedene Kulissen für die geplanten Events, welche parallel zur Veranstaltung stattfinden, erfolgreich präsentieren.
In Produktion
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Das Ludwigsburger Schloss als illustre Kulisse – hier aus der Sicht des Cartoonisten Max Lang, Student am
FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
Startbereit: Location Office im Filmboard Karlsruhe
Seit Februar 2008 befindet sich das Filmboard Karlsruhe in den neuen Räumen im Film- und Medienhaus Karlsruhe, das im Kreativpark Ostaue angesiedelt ist. Nun wurde das Location Office Karlsruhe gegründet: Mit dabei sind verschiedene LocationScouts, darunter Pamela Schmidt und Johannes Eppinger vom SWR, der Karlsruher Filmemacher Matias Bleckman sowie die Firma Prestigefilm, die auch einen Drehortservice anbietet. Anfragen können so direkt an die jeweiligen Personen weitergeleitet werden, die sich dann um die Betreuung der Produktionsfirmen kümmern. Das Location Office Karlsruhe steht in engem Kontakt mit dem Kulturamt der Stadt, um Fragen zum Beispiel nach Drehgenehmigungen direkt klären zu können. Neben der Dienstleistung »Location Office« bieten wir auch die Dienstleistung »Production Guiding« an, da FilmboardMitarbeiter für die Region Karlsruhe über vielfältige Dreherfahrungen verfügen. www.filmboard-karlsruhe.de
Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg
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Die Delegation des Cartoon Forum entschied sich für das Mercedes Museum und das Kloster Maulbronn als alternative Ausflugsziele für die Veranstaltungsteilnehmer. Die Film Commission hatte außer den Burgen Hohenbeilstein und Stettenfels auch die alte Kelter in Fellbach vorgestellt. Hier wird das große Farewell Dinner stattfinden. z EUFCN in Cannes gefragt Mit eigenem Pavillon trat das 2007 gegründete European Film Commissions Network im Village International bei den Filmfestspielen von Cannes auf. Von den 60 Mitgliedern waren Film Commissioner aus 20 Ländern persönlich vor Ort, um internationale Produzenten, Regisseure oder Locationscouts zu beraten. Die Film Commission Region Stuttgart ist Mitglied im Vorstand. Informationen über aktuelle Themen bietet die neuvorgestellte webpage. www.eufcn.net www.filmregion-stuttgart.de
Karlsruher Prestigefilm produzierte südkoreanischen TV-Spot
Mit einem 30-köpfigen deutsch-koreanischen Team hat die Karlsruher Prestigefilm im Schwarzwald und in Freiburg einen aufwändigen Werbefilm für einen südkoreanischen Stahlkonzern gedreht. Präsentiert wurden Fahr- und Windräder sowie Solaranlagen. Die beiden Produzenten Tobias Lindörfer und Andreas Fieser freuten sich, dass sie auf diese Weise einer ausländischen Filmproduktion »werbewirksam« die Vorzüge von Karlsruhe und Baden zeigen konnten. www. prestigefilm.de
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
In Produktion
Susanne Schneider, die Autorin des Familiendramas, wurde mit dem Thomas Strittmatter Drehbuchpreis ausgezeichnet. Das MFG-geförderte Projekt wird von Wüste Film und filmtank Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Sendern SWR, WDR und arte produziert. www.locoff.de
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FilmCommission Metropolregion Rhein-Neckar Neue (Schnitt-)Stelle für die Filmförderung
Dreharbeiten im Markgräflerland: »Es kommt der Tag« mit Katharina Schüttler und Iris Berben (unten)
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location office region freiburg Dreh mit Iris Berben und Katharina Schüttler
»Und bitte, wir drehen«, hieß es ab dem 15. April wieder in Freiburg und Umgebung: Die erste Klappe für »Es kommt der Tag« wurde geschlagen. Bis zum 27. Mai dauerten die Dreharbeiten zu dem Kinospielfilm, der einige prominente und beliebte Schauspieler und Schauspielerinnen in die Region führte. Allen voran Katharina Schüttler – die u. a. an der Berliner Schaubühne die Rolle der Hedda Gabler spielte sowie in zahlreichen Tatort- und Kinofilmen mitwirkte – in der Hauptrolle als Filmtochter Alice, sowie Iris Berben als ihre Mutter Judith. Das Hauptmotiv war das Schloss Biengen im Markgräflerland, das, unterstützt durch das locoff Freiburg, nach aufwändiger Suche gefunden wurde. Weitere Drehorte befinden sich im Elsass.
Die FC MRN und die Stadt Mannheim intensivieren die Aktivitäten zur Filmförderung: Ab dem Sommer 2008 wird eine von Stadt und Region gemeinsam getragene Stelle zur Weiterentwicklung der Filmförderung an der Schnittstelle zwischen Kultur und Wirtschaft eingerichtet. Der Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Förderung, Beratung und Unterstützung von Filmschaffenden aus dem In- und Ausland, daneben soll ein Marketing- und Öffentlichkeitsarbeitskonzept erstellt und umgesetzt werden. www.m-r-n.com/filmcommission
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FilmCommission Ulm betreute Amateurfilmerprojekt Spannende Kurzfilme in Serie
Vom Horrorschocker über den Kriminalfilm bis hin zur Komödie: Unter dem Titel »The Little Movies« zeigten junge Amateurfilmer der Medienoperative Ulm e. V. einen ganzen Abend lang selbst produzierte Kurzfilme. Das kleine Kurzfilm-Festival, das in Kooperation mit der FilmCommission Region Ulm und dem Kino Xinedome auf die Beine gestellt wurde, fand im März 2008 200 begeisterte Zuschauer. Die Hobbyfilmer freuten sich auch über Resonanz des Bayerischen Rundfunks und des Regionalsenders Regio TV, die sich an einer Ausstrahlung interessiert zeigten. www.medienoperative.com || www.innovationsregion-ulm.de
In Produktion
FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
Der Karlsruher Rheinhafen, das Weingut der Stadt Baden-Baden (unten links) und Schloss Favorite in Rastatt (unten rechts)
Location gesucht? IP
Locationvielfalt in der Region Karlsruhe Von Großstadtflair bis Naturidylle
Bonbonfarbene Häuser, großzügige Villen russischer Millionärsgattinnen, lautlos kreisende Windräder auf Müllbergen, wildromantische Flusstäler, durchschnitten von Eisenbahnschienen, halbzerfallene Ruinen und alte Industriebauten, traditionelle Schwarzwaldhäuser und moderne Architektur … Für Filmschaffende bietet das Gebiet rund um Karlsruhe eine noch weitgehend unverbrauchte Fundgrube an Locations der unterschiedlichsten Art. Durch die unmittelbare Nähe zu Frankreich ergibt sich eine außergewöhnliche Vielfalt an spektakulären Drehorten wie zum Beispiel die
Ligne Maginot, eine Festungsanlage aus dem Ersten Weltkrieg mit kilometerlangen unterirdischen Gängen. Karlsruhe hat als Zentrum der nordbadischen Region einiges an Großstadtflair und Industriecharme zu bieten. Das Stadtbild der erst 293 Jahre alten Stadt ist eine Mischung aus Nachkriegsarchitektur und klassizistischen Gebäuden. Im Westen bildet der Rheinhafen, der nach dem Duisburger Hafen zu den größten Binnenhäfen Deutschlands gehört, mit seinen sechs Hafenbecken eine spektakuläre Mixtur aus historischen Mälzereibauten und Getreidesilos, Containerterminals und obskuren Metalllagerstätten. Nur 30 Kilometer entfernt liegt die weltbekannte Bäderstadt Baden-Baden. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie als mondäner Kurort entdeckt. Viele herrschaftliche Gäste machten den Kurort zur »Sommerhauptstadt Europas«. Paris war die »Winterhauptstadt«. Es entstanden Luxushotels, die Spielbank und die bis heute stattfindenden internationalen Pferderennen. Weinberge, Flusstäler, sonnige Gipfel, stille Wälder, weite Blicke – an Naturidylle gibt es in der Umgebung von Karlsruhe vieles zu entdecken und dank der meisten Sonnentage und der höchsten Durchschnittstemperatur Deutschlands auch zu nutzen: Die Rheinauen entlang des Flusses waren früher wegen des Klimas und der exotischen Fauna Militärübungsgelände für Tropeneinsätze. Der Kraichgau im Nordosten wird auf Grund des milden Klimas und der meist auf Hochplateaus gelegenen Weinberge auch als badische Toskana bezeichnet. Der Schwarzwald im Süden mit Hochmooren, Stauseen und Wasserfällen ist im Winter das Skigebiet in der Region. Wie im Schwarzwald die traditionellen Schwarzwalddörfer sind im westlich liegenden Elsass die typischen pittoresken Dörfer mit bunten Fachwerkhäusern und hängenden Blumenampeln voller Geranien zu finden. Und Straßburg, die historische Hauptstadt des Elsass, die zu den schönsten Städten Europas zählt. Text: Pamela Schmidt
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Nachgefragt
Nachgefragt Dokumentarfilme im web 2.0: Die Vergütung von OnlineVeröffentlichungen zum Beispiel durch TV-Sender wirft immer wieder Fragen auf. Unsere Kolumne nimmt Stellung zu den Möglichkeiten der Filmproduzenten, aus der Verwertung ihrer Filme mit Blick auf die Online-Veröffentlichung wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. N
Online-Rechte – Filmproduzent versus TV-Sender
z Die Situation Ob Auftragsproduktion oder Lizenzierung fertigen Filmmaterials – zunehmend lassen sich Sender auch die sogenannten Online-Rechte einräumen. Das Bestreben der Sender ist klar: Sämtliche Verwertungsoptionen sollen im Voraus gesichert werden. Damit wird dem unabhängigen Filmproduzenten ein Teil der wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeit seines Filmprodukts entzogen. An sich bedarf es für die TV-Ausstrahlung keiner über die eigentlichen Senderechte und die damit zusammenhängenden Nebenrechte hinausgehende Lizenzübertragung. Im Zweifel werden durch die Einräumung des Senderechts übrigens nicht die Online-Rechte übertragen. z Normalfall: Einräumung der Senderechte Klar, für die Sendung im Fernsehen bedarf es der Senderechte (§ 20 UrhG), die muss der Produzent dem Sender einräumen (lizenzieren). Unter Sendung ist jede Form der Sendung zu verstehen, die Programmsignale von einer Sendestelle an andere Orte aussendet und von einer Mehrzahl von Empfangsanlagen aufgefangen und wiedergegeben werden kann. Häufig bedarf es neben der Lizenzierung des Senderechts (umfasst Sendung per Kabel, Satellit, terrestrisch, digital) auch der Einräumung der sogenannten Annex- und Nebenrechte (zum Beispiel Bearbeitungsrechte, Synchronisation, Nutzung in Closed Circuits etc.). Die Übertragung der sogenannten Online-Rechte muss gesondert ausgehandelt werden. z Sondervereinbarung über Online-Rechte erforderlich
und viele mehr.....
Bei den sogenannten Online-Rechten handelt es sich nicht um ein einheitliches Rechtsgebilde. Vielmehr werden hierunter verschiedene Verwertungen im Rahmen der Internetnutzung verstanden. Je nachdem, ob der Film/das Programm zu vorgegebenen Zeiten empfangen werden
Nachgefragt
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Together for your film
kann oder ob der Nutzer den Film/das Programm individuell abrufen kann, ist entweder das Senderecht (Sender entscheidet, wann Nutzung erfolgt) oder das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung gemäß § 19 a (im Internet entscheidet Nutzer über individuellen Abruf) betroffen. Es bedarf also im Einzelfall einer Klärung, ob die beabsichtigte Nutzung Sendung oder öffentliche Zugänglichmachung ist. Da jede Nutzung gesondert lizenziert werden muss, lässt sich zudem im Zweifel darüber streiten, ob mit der Übertragung des Senderechts auch die speziellen Sendeformen im Internet übertragen wurden. In der Regel ist jedoch auf Grund der eigenständigen wirtschaftlichen und technischen Verwertbarkeit der Sendeform im Internet von einer eigenen Nutzungsart und damit der gesonderten Lizenzbedürftigkeit auszugehen. z Erscheinungsformen Online-Rechte Bei den Verwertungsformen im Internet für Filme handelt es sich u. a. um IT-TV (Webcasting), welches die Übertragung in Echtzeit ermöglicht: damit ein Fall der Sendung im Internet. Daneben kommt auch die Nutzung per UMTS in Frage (zum Beispiel Handy-TV, Musik oder Video on Demand): aufgrund des individuellen Abrufs eine öffentliche Zugänglichmachung. Sogenannte Pushdienste (zum Beispiel Customized TV) bewegen sich zwischen dem Senderecht und der öffentlichen Zugänglichmachung, je nachdem, wie individuell das Angebot auf den Kunden zugeschnitten ist und ob es sich dabei um einen Einzelabruf handelt. Bei Video on Demand handelt es sich hingegen um die Privatkopie einer Sendung. Beim Personal-TV (interaktive festplattenbasierte digitale Videorecorder) handelt es sich ebenfalls um die Privatkopie einer Sendung, nur dass eben die Speicherung vollautomatisch erfolgt. z Senderecht oder öffentliche Zugänglichmachung? Damit bewegen sich die typischen Onlinenutzungen zwischen dem Senderecht und dem Recht der öffentlichen Zugänglichmachung. Generell gilt im Lizenzrecht der Grundsatz, dass alle zu übertragenden Nutzungsarten, explizit vereinbart werden müssen. Vor diesem Hintergrund bedürfen die Sender in der Regel für eine wirksame Lizenzrechtsübertragung der ausdrücklichen Bezeichnung. Beansprucht der Sender auch die Online-Rechte, muss der Filmproduzent diese einzeln einräumen. Pauschale Abreden helfen dem Sender in der Regel nicht. Im Zweifel werden eben nur die Rechte übertragen, die der Vertragszweck (z. B. Sendung im TV) erfordert und die einzeln benannt werden. Text: Rechtsanwältin Stefanie Brum, Stuttgart
Film Laboratory | Videopostproduction Visual Effects | Titles | Digital Intermediate | Separation Mastering Archiving | Digital Cinema Mastering Sound | Cinema
SCHWARZFILM Schweiz (Bern, Zürich) Phone +41 31 938 11 11 www.schwarzfilm.ch
SCHWARZFILM Ludwigsburg Phone +49 7141 125 590 www.schwarzfilm.de
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
MFG News
Dokumentarfilm im 21. Jahrhundert Dokville 2008 (5./6. Juni) diskutiert die Auswirkungen des Internet
Das Internet verändert die Produktion und den Vertrieb von Dokumentarfilmen erheblich. »Dokumentarfilm 2.0 – Gefangen im Netz oder völlig neue Möglichkeiten?« heißt deshalb das diesjährige Thema des alljährlichen Branchentreffs Dokville 2008, der vom Haus des Dokumentarfilms in Ludwigsburg organisiert wird. Er findet zum 4. Mal im Kulturzentrum (Rathausplatz) statt. Zu Wort kommen neben Filmemachern, auch Experten des Internets, Vertreter von alten wie neuen TV-Sendern und Wissenschaftler. Zur Eröffnung wird Peter Krieg (»Septemberweizen«, »Das Packeis-Syndrom«) referieren, der sich in den letzten Jahren intensiv mit den Themen Hightech und Computer beschäftigt hat: Am Beispiel des Dokumentaristen Knut P. zeigt Krieg, welche Abenteuer, Chancen und Probleme auftauchen, hat man sich für eine Zukunft im Netz und seine neuen Freiheiten entschieden. Dass dies durchaus funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Fotoagentur Magnum, die längst mehr Geld im Netz verdient als mit dem klassischen Verkauf von Fotos an Printmedien. Neue Geschäftsmodelle sind also gefragt. Ob sich dadurch wirklich die Produktion von Filmen finanzieren lässt, wird ebenso ein Diskussionspunkt sein wie die neue Konkurrenz durch Amateure. Denn im Prinzip kann heute jeder einen Film machen und auf YouTube & Co. zu einiger Berühmtheit gelangen. »Digital Diary« heißt ein neues Format der Gebrüder Beetz für den ZDFdokukanal. Es greift diese Bewegung auf, bietet den Filmen aus dem Netz einen Sendeplatz im Fernsehen und verfolgt die spannendsten Geschichten weiter. Auch die klassischen Fernsehsender gehen neue Wege. Neben dem Aufbau attraktiver Internetauftritte werden seit vergangenem Jahr von allen Sendern Mediatheken aufgebaut, mit denen man eine Auswahl des Programms zeitversetzt sehen kann oder Klassiker des Programms online bestellen kann. Am Internet kommen also auch die Sender nicht vorbei, wobei die Klärung der Vergütung der Online-Rechte ein durchaus strittiger Punkt ist (s. auch »Nachgefragt« S. 20/21). Neue digitale Plattformen verbreiten Hunderte von Nischenprogrammen
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gleich im Netz und sind damit durchaus erfolgreich. Ist dies eine Chance für Dokumentaristen? Einige nutzen das Internet, um ihre Zielgruppen zu informieren und an sich zu binden. Sehr aktiv darin ist beispielsweise Boomtownmedia (»Rhythm is it«, »Trip to Asia«) aus Berlin: Thomas Grube wird erläutern, wie seine Produktionsfirma das Internet etwa mit Umfragen zum Dokumentarfilm oder Blogs von aktuellen Dreharbeiten nutzt. Das Internet ist nicht nur ein Werkzeug zur Recherche und zum Aufspüren möglicher Protagonisten; die Suche im Netz wird häufig zum roten Faden in aktuellen Dokumentationen. Ein Film über eBay muss sich der globalisierten Welt stellen, wie Marcus Vetter zeigt. Verschwörungstheorien folgt Lutz Dammbeck in seinem kritischen – von der MFG unterstützten – Essay »Das Netz – Unabomber, LSD und Internet«. Neue Dramaturgien und interaktive Erzählweisen sind gefragt, wie die Autorin Beate Ehrmann und der Berliner Medienkünstler Florian Thalhofer erläutern werden. Ende des Jahres wird wieder die Broschüre mit den Ergebnissen erscheinen, die über das Haus des Dokumentarfilms zu beziehen sein wird. Dokville-Partner sind die MFG Filmförderung Baden-Württemberg, die Film & Medien Festival gGmbH, die Stadt Ludwigsburg sowie die Filmakademie Baden-Württemberg. Text: Kay Hoffmann www.dokville.de
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Blick in die MFGTrickkiste Drehbücher für Animation auf der fmx/08
Zum Thema »Schreiben für die Animation« stellte die MFG Filmförderung am 5. Mai 2008 im Rahmen der fmx/08 drei Drehbücher vor, die gezielt für den Animationsfilm initiiert und mit Fördermitteln unterstützt wurden. Die Werkschau unter der Moderation von Susanne Schosser zeigte, welchen Ansatz Autoren, Animatoren und Produzenten hinsichtlich der Buchentwicklung verfolgten und wie man im kreativen Prozess die Schreib-
Starker Ausdruck – Motive aus »Das kalte Herz« von Künstler und Produzent Hannes Rall
Transparent – Motiv aus dem animierten Kurzfilm »Annie & Boo« von Studio Soi
phasen auf die visuelle Ebene abstimmte. In der Diskussion betonte Gabriele Röthemeyer, dass seit Gründung der MFG ein besonderer Schwerpunkt der Förderung im Bereich des Animationsfilmes liegt, der sich auch durch die in Baden-Württemberg angesiedelten Produktionsfirmen und Ausbildungsangebote ergeben hat. Johannes Weiland (»Hessi James«) und Carsten Bunte von Studio Soi legten dar, wie aus dem prämierten Kurzfilm »Annie & Boo« zuletzt zusammen mit Drehbuchautor Benjamin Quabeck (»Nichts bereuen«) ein abendfüllender Animationsspielfilm ent-
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steht. Das junge Mädchen Annie trifft den personifizierten Zufall Boo und erkennt, dass das Leben weder fair noch unfair zu ihr ist. Für Spielfilmproduzent Stefan Raiser (Dreamtool Entertainment) und Regisseur Simon X. Rost (u. a. »B.A.R.Z.«) ist der Kinderanimationsfilm über die Abenteuer des kleinen Wachhundes Kläff und des Ferkels Haxe die erste Trickfilmproduktion. Mit dem fertigen Buch ist man nun auf der Suche nach Produktionspartnern und Animatoren für die visuelle Umsetzung von »Kläff und Haxe«. Bei dem Kurzfilm »Das kalte Herz« nach dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff hielt Hannes Rall (»Der Erlkönig«) als Künstler und Produzent alle Fäden für Buch und Animation fest in der Hand. Er erläuterte, wie er zusammen mit seiner Dramaturgin Martina Döcker das Märchen adaptierte. Text: Karin Franz
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PYGMALION PLUS 2008 goes BadenWürttemberg
Bei einem Kick-Off im März war PYGMALION PLUS 2008 in den Räumen der MFG Filmförderung vorgestellt worden. Bis zum 2. Juni konnten sich internationale Drehbuchautorinnen und -autoren, die sich der wichtigen Zielgruppe Kinder und Familien verschrieben haben, für die Teilnahme an PYGMALION PLUS qualifizieren. Mit Unterstützung durch die MFG und des Europäischen Media Programms wird Teil 1 der seit acht Jahren erfolgreich durchgeführten Trainingsinitiative Anfang September 2008 in der Breisgau-Region stattfinden. PYGMALION PLUS ist das einzige europäische Stoffentwicklungsprogramm für Kinder- und Family-Entertainment, das ein umfassendes Trainingsprogramm für die Entwicklung Kinofilm, TV-Serien, Animation Filme, Computerspiele und interaktive Medien und nicht zuletzt für medienübergreifende Projekte bietet. »Unser Ansatz, Stoffentwicklung nicht nur auf die klassischen Medien Film und TV zu beschränken, sondern auch Projekte einzubeziehen, die für Spiele-Konsolen oder das Internet bestimmt sind, reagiert auf den zunehmenden Bedarf an medienübergreifend zu verwertenden Inhalten und kommt dem Medienverhalten unserer Kernzielgruppe, der Kinder entgegen«, so Frank Stehling, Geschäfts-
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Die Zielgruppe »Kinder« ist in allen elektronischen Medien zuhause
führer der Berliner PRIMEHOUSE GmbH, die PYGMALION PLUS in Zusammenarbeit mit PAL, London durchführt. Mit spielerischer Neugier und scheinbar mühelos überwinden kindliche Helden jegliche Formatgrenzen: Vom Buch zur Serie zum Film zum Spiel – inzwischen lieben es Kinder und erwarten es sogar, ihren Helden in verschiedenen medialen Umgebungen zu begegnen. Die Förderung und Intensivierung des kreativen und inspirierenden Dialogs zwischen den Formaten und jenseits der Ländergrenzen sind Leitgedanken von PYGMALION PLUS, das sich auch als Plattform und Netzwerk für das Europäische Family Entertainment versteht. In kleinen Teams werden die Stoffe gemeinsam mit erfahrenen Mentoren entwickelt: In diesem Jahr sind der niederländische Autor Robert Alberdingk Thijm (»Die Daltons«, »Dunya und Desi«) und der Brite Paul Tyler, der die erste interaktive Kinderserie für die BBC entwickelte, mit dabei. Eine hochkarätige Jury – u. a. Ulrike Häfner vom SWR und Ralf Wirsing, Geschäftsführer der Ubisoft GmbH – wird jene Projekte auswählen, die das Potenzial besitzen, sich am Markt zu bewähren. Beim »medienübergreifenden Marktplatz«, dem zweiten Arbeitstreffen Ende November, wird der Link zur Industrie hergestellt: Eingeladene Entscheider geben den Teilnehmern Feedback aus ihrer Perspektive und beraten die kommenden Produktionsschritte, beispielsweise im Hinblick auf Koproduktionsstrategien. Text: Clarissa-Diana Wilke
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Dämmerstunde in Annecy
Die von der MFG initiierte Begegnung des internationalen Fachpublikums im Rahmen des weltweit größten Animationsfilmfestivals entwickelt sich zu einem gesamtdeutschen Empfang: Neben der Film- und Medienfestival gGmbH, dem Animations-
FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
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institut an der Filmakademie, der fmx, German Films und der AG Kurzfilm beteiligen sich in diesem Jahr auch das Goethe Institut und der VdAP. Zwei MFG-geförderte Filme laufen im Wettbewerb des Festivals: »Die drei Räuber« von Hajo Freitag und »The Bunjies« von Andreas Hykade und Ged Haney. »Die drei Räuber« sind in der Spielfilmsektion zu sehen. Gerade in Frankreich ist die filmische Adaption von Tomi Ungerers illustriertem Kinderbuch ein Publikumsrenner. »The Bunjies« wird in der Sektion Fernsehserien gezeigt. Die Akteure halten sich für die größte, stärkste und lauteste Rock’nRoll-Gruppe der Welt …, allerdings gehen sie noch zur Schule. Um Zeit für ihre Groupies zu haben, müssen sie deshalb zuerst ihre Hausaufgaben erledigen.
»The Bunjies« von Ged Haney und Andreas Hykade
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MFG verleiht Thomas Strittmatter Drehbuchpreis Zwei herausragende Bücher ausgezeichnet
Der designierte Medienminister hat den neuen Namen eingeführt: Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, der im Sommer die Nachfolge von Staatsminister Willi Stächele antritt, hat in Berlin den Thomas Strittmatter Drehbuchpreis verliehen. Der von der MFG Filmförderung ausgelobte Preis (ehemals Baden-Württembergischer Drehbuchpreis) ging zu gleichen Teilen an Beate Rygiert und Susanne Schneider, »nicht aufgrund fehlender Einigkeit, sondern um die beiden mit Abstand besten, aber gleichwertigen Drehbücher auszuzeichnen«, wie Jan Schütte, Jurymitglied und Weggefährte Thomas Strittmatters, in seiner Laudatio in der Berliner Landesvertretung betonte. »Bronjas Erbe« befasst sich zeitnah mit der deutsch-polnischen Vergangenheit: Ein elfjähriger Junge aus einer deutschstämmigen Familie, gerät zwischen die Fronten des
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Internationale Filmfestspiele Berlin 2008: Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Gabriele Röthemeyer, Geschäftsführerin der MFG Filmförderung, bei der Verleihung des Thomas Strittmatter Drehbuchpreises an Susanne Schneider (links) und Beate Rygiert (rechts)
Krieges. Fünfzig Jahre nach Kriegsende macht er sich mit seiner erwachsenen Tochter auf die Suche nach einem Ort, der auf keiner polnischen Landkarte eingezeichnet ist und nur in seiner Erinnerung zu existieren scheint. Beate Rygiert wünscht sich eine Verfilmung dieses Romans ganz besonders, weil das Buch, in dem die Erinnerungen des eigenen Vaters zum Vorbild für die Hauptfigur wurden, »… hochaktuelle Bezüge hat. Sich damit zu beschäftigen, kann für Deutsche und Polen besonders der jüngeren Generation eine Bereicherung sein«. Für das Drehbuch musste der Roman um mehr als die Hälfte gekürzt werden. Eine Herausforderung, die sie angenommen hat, da sie als Malerin und ehemalige Operndramaturgin vom Film fasziniert ist – einer Kunstform, »in der Handlung, Sprache, Bilderwelten und Musik eine neue Einheit eingehen«. Dank ihres Dramaturgen fand die Autorin jedoch »aussagekräftige Bilder und Konstellationen für lange Entwicklungsprozesse im Roman, die sich nun innerhalb von ganz kurzer Zeit erschließen«. Noch ist keine Produktionsfirma gefunden – doch Beate Rygiert arbeitet bereits am nächsten Filmprojekt, der Adaption ihrer Kurzgeschichte »Jelenas Augen«, für die sie 2002 den Würth-Literaturpreis erhielt. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Susanne Schneider für ihr Drehbuch »Es kommt der Tag«. Sie lebt als freie Autorin, Theaterregisseurin und Dramaturgin bei Tübingen und ist als Gastdozentin u. a. an der Hamburg Media School tätig. In der Drehbuchwerkstatt an der Hochschule für Film und Fernsehen München hat sie ihre kreativen Fähigkeiten als Autorin entwickelt. Zahlreiche Theaterstücke und TV-Drehbücher entstammen ihrer Feder. Für den SWR hat sie zwei Tatort-Folgen geschrieben:
»Engel der Nacht« (2006) und »Blutsbande« (2007), beide mit Eva Matthes als Kommissarin Klara Blum. Bekannt wurden vor allem ihre Drehbücher »Feuerreiter« und »Solo für Klarinette«. Didi Danquart bereitet derzeit die Verfilmung ihres Drehbuches »Ganz unter uns« vor. »Es kommt der Tag« reicht zurück in die Zeit des Deutschen Herbstes. Nach über 25 Jahren stehen sich Mutter und Tochter zum ersten Mal gegenüber: Judith Müller lebt auf einem kleinen Weingut im Elsass mit einer neuen Familie und einer neuen Identität. In den 70er-Jahren gab sie ihre Tochter Alice zur Adoption frei, um sich dem bewaffneten Kampf der »Bewegung 2. Juni« anzuschließen. Alice will, dass ihre Mutter sich ihrer Vergangenheit stellt. Doch Judith bereut ihre Taten nicht. »Die Auswirkungen der damaligen Zeit auf das Hier und Heute, eingebettet in die Frage nach Schuld und Vergebung«, sind Susanne Schneiders besonderer Ansatzpunkt. »Man bewegt sich auf sehr glattem und dünnem Eis«, ergänzt sie, »daher war die Arbeit am Buch sehr schwierig und dauerte nahezu drei Jahre.« Umso mehr freute sie sich jetzt über den Thomas Strittmatter Drehbuchpreis als Anerkennung ihrer langjährigen Arbeit – und inszenierte ihren Stoff selbst. Susanne Schneiders Debüt als Spielfilmregisseurin wurde im April/Mai von Wüste Film Ost mit filmtank Stuttgart in Koproduktion mit SWR/Debüt im Dritten, WDR und arte produziert. In den Hauptrollen standen Iris Berben als ehemalige Terroristin und Katharina Schüttler als ihre Tochter bei Freiburg und im Elsass vor der Kamera (siehe S. 18).
Ein brisantes Thema klug und umsichtig verfilmt: »Nacht vor Augen« nach dem Drehbuch von Johanna Stuttmann
Die MFG Filmförderung unterstützte die Produktion des Films. Mit Zorro-Film und Les Films du Losange sind auch bereits Verleih und Weltvertrieb für die Kinoauswertung bekannt. »Ein Drehbuch ist fertig, wenn der Film seine Premiere hat«, zitierte Jan Schütte Thomas Strittmatter in seiner Laudatio. In diesem Sinn müssen sich beide Drehbücher erst noch behaupten. Doch 2004, als der Drehbuchpreis ebenfalls auf zwei Preisträger aufgeteilt worden war, entstanden aus den Büchern erfolgreiche, mehrfach preisgekrönte Filme. Die Preisträger damals hießen »Vier Minuten«/Chris Kraus und »Das wahre Leben«/Alexander Buresch und Matthias Pacht. Wenn das kein gutes Omen ist! Der Thomas Strittmatter Drehbuchpreis wird jährlich von der MFG Filmförderung im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin verliehen. Er gilt als einer der höchstdotierten Auszeichnungen für Autor/-innen. Text: Birgit Schiffbauer-Jorde
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Gäste beim Freiburger Drehbuchcamp
Nach der viel diskutierten Uraufführung von »Nacht vor Augen« beim Internationalen Forum des Jungen Films auf der Berlinale 2008 stellte sich die Drehbuchautorin Johanna Stuttmann den Fragen des Freiburger Publikums. Auf Einladung der MFG Filmförderung war sie am 28. und 29. April 2008 zu Gast im Drehbuchcamp. In ihrem
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Diplomdrehbuch, das 2007 mit dem BadenWürttembergischen Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde, greift die Absolventin der Filmakademie ein bisher nur wenig beachtetes, aber gesellschaftspolitisch brisantes Thema auf: die Rückkehr junger Soldaten vom Auslandseinsatz und die Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse. »Die Zeit« lobte »ihr kluges Drehbuch«, das Brigitte Maria Bertele ebenso umsichtig verfilmt habe. In einer öffentlichen Veranstaltung im Kommunalen Kino Freiburg zeigte Johanna Stuttmann Ausschnitte aus dem Film und erzählte von den aufwändigen Recherchen und den Schicksalen heimgekehrter Bundeswehrsoldaten, für die sie sich zu interessieren begann, als einer ihrer Bekannten völlig verändert aus dem Kosovo zurückgekommen war. »La Paloma« – Ein Welthit vor Erfindung der Hitparade. Was ist das Geheimnis von »La Paloma«? Vom Freiburger Volksliedarchiv aus nach Mexiko, Hawaii, Sansibar, Rumänien ist die Regisseurin Sigrid Faltin auf den Spuren des Liedes gereist und hat einen Dokumentarfilm gedreht, der am Freitag, dem 2. Mai 2008 im Kino Friedrichsbau in Freiburg seine Baden-WürttembergPremiere im Rahmen des Drehbuchcamps feierte. Für musikalische Unterhaltung sorgte dabei einer der Protagonisten, der Hawaiianer Harry Koizumi. Realfiction bringt den MFG-geförderten Musikfilm ab 26. Juni 2008 in die (Open Air-)Kinos. Text: Karin Franz
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Ein Lied geht um die Welt: Szene aus »La Paloma« von Sigrid Faltin
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Erneut Grimme-Preis für MFG-geförderte Dokumentation
Der Autor und Regisseur Christian Beetz erhielt für seinen Dokumentarfilm »Zwischen Wahnsinn und Kunst – Die Sammlung Prinzhorn« zwei Auszeichnungen: den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie »Information & Kultur« sowie den Publikumspreis der »Marler Gruppe«. In der Publikumsjury sind seit Jahren Schüler vertreten. Der »junge Blick aufs Programm« und ihre kritischen Wertungen, die in der Entscheidung um den Publikumspreis zum Ausdruck kommen, finden starke Resonanz bei Fernsehmachern und Öffentlichkeit. In der von der MFG Filmförderung BadenWürttemberg maßgeblich unterstützten Dokumentation »Zwischen Wahnsinn und Kunst – Die Sammlung Prinzhorn« porträtiert Christian Beetz einige der Künstler, deren Werke der Heidelberger Arzt und
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Kunsthistoriker Hans Prinzhorn in den 1920er-Jahren zusammengetragen hat. Selbst depressiv und auf der Suche nach Anerkennung, war Prinzhorn seiner Zeit voraus. Er gilt als Wegbereiter der Kunsttherapie. Seit 2001 wird die Sammlung Prinzhorn in einem eigenen Museum in Heidelberg präsentiert. Im dritten Jahr in Folge wurde damit eine von der MFG mitfinanzierte Fernsehproduktion mit dem renommiertesten deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet: 2006 gehörten »Die Frauen von Ravensbrück«, ein Dokumentarfilm von Loretta Walz, 2007 Aelrun Goettes Spielfilm »Unter dem Eis« und »Nicht alle waren Mörder« von Jo Baier zu den Preisträgern.
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Branchentiger für »Vier Minuten«
Beim »FFA-Branchentigertreff 2008« setzte sich der Preisregen (u. a. Deutscher Filmpreis 2007) für den MFG-geförderten Film »Vier Minuten« von Chris Kraus weiter fort: Auszeichnungen für die künstlerisch erfolgreichsten Filme aus deutscher Produktion erhielten in diesem Jahr die Kordes & Kordes Film GmbH für »Vier Minuten« und die Wiedemann & Berg Filmproduktion für ihren Oscar-Preisträger »Das Leben der Anderen« zu gleichen Teilen.
Kinostarts | Festivals | TV-Ausstrahlungen MFG-geförderter Filme 5. – 15. Juni 2008, 4. Festival des deutschen Films La Paloma, Regie: Sigrid Faltin | Vom Atmen unter Wasser, Regie: Winfried Oelsner 14. – 22. Juni 2008, Filmfestival Shanghai, Focus Germany Little Paris, Regie: Miriam Dehne 17. Juni 2008, Premiere | 19. Juni 2008, Kinostart Der Stern des Soldaten, Regie: Christophe de Ponfilly 26. Juni 2008, Kinostart La Paloma, Regie: Sigrid Faltin 26. Juni 2008, Kinostart XXY, Regie: Lucía Puenzo 22. Juli 2008, ARD, 22.45 Uhr Söhne, Regie: Volker Koepp 4. September 2008, Kinostart Couscous mit Fisch, Regie: Abdel Kechiche 16. Oktober 2008, Kinostart Krabat, Regie: Marco Kreuzpaintner 23. Oktober 2008, Kinostart Novemberkind, Regie: Christian Schwochow
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Treffen der Filmförderer aus D und CH Kein »Europudding« beim »First Pitch«
Förderung französischer Filme für den Kinostart in Deutschland
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Verleihförderpreis für »Der fliegende Händler«
Der Arsenal Filmverleih freute sich über den von Unifrance und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestifteten und mit 20.000 Euro dotierten Verleihförderpreis für den Film »Der fliegende Händler« von Eric Guirado. Die Komödie hatte am 24. April ihren bundesweiten Kinostart. Zuvor fand am 21. April die feierliche Preisübergabe und Deutschland-Premiere von »Der fliegende Händler« im Berliner Cinéma Paris in Anwesenheit von Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, Jean d'Haussonville, Botschaftsrat für Kultur, und Regisseur Eric Guirado statt. Der Film mit dem französischen Originaltitel »Le Fils de l’Epicier« entführt in sommerlicher Leichtigkeit zu einem Flirt mit der Provinz, er bietet »eine leichtfüßige und dennoch realitätsnahe Reflexion über Wertewandel zwischen Tradition und Moderne«, befand die Jury. www.derfliegendehaendler.de
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Sommer Jour Fixe der MFG
An lauen Sommernächten zieht es die Filmschaffenden zum Fachsimpeln und »Netzwerken« wieder nach Ludwigsburg! Die Jour Fixe-Termine am Dienstag, 1. Juli und am Dienstag, 5. August werden in den Räumen (und auf der Terrasse!) bei av communications in Ludwigsburg, Königsallee 57 stattfinden.
Beim »First Pitch« am 2. und 3. April 2008 in Zürich führten die MFG Filmförderung und die Zürcher Filmstiftung Autoren und Produzenten aus Baden-Württemberg und aus dem Kanton Zürich zusammen, um mit Finanziers und Verleihern über grenzüberschreitende Stoffentwicklungen und Koproduktionen zu sprechen. Nach einer Einführung für die Schweizer Teilnehmer ins deutsche, regionale Fördersystem berichteten Michael Jungfleisch (Gambit) und Peter Reichenbach (C-Films) sowie Samir (Dschoint Ventschr) und Miriam Quinte (Quintefilm) über ihre Erfahrungen bei den Koproduktionen »Eden« und »Das Fräulein«. Ihr Fazit für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, ohne dabei »Europudding« zu produzieren: gute Verträge, gutes Verständnis für den Stoff, für die jeweilige Geschäftsphilosophie und die länderspezifischen Verhältnisse, frühzeitige Identifikation und eine größtmögliche Transparenz. Am zweiten Tag stellten neun Autoren beim Pitching ihre Ideen für zukünftige gemeinsame Projekte vor: von schweizerischer Seite Hannes Stark, Stefan Haupt, Stefan Jäger und Thomas Peter, aus Baden-Württemberg waren Nicola Schreiner, Dirk Kummer, Stefan Hillebrand, Jørn Precht und Edin Hadzimahovic angereist. Alle Stoffe befinden sich noch in der Entwicklungsphase, sodass die anschließenden Einzelgespräche mit Sendervertretern und interessierten Produzenten nicht auf rein finanzielle Aspekte beschränkt blieben. Die Veranstaltung, die von der Zürcher Filmstiftung zu ihrem dritten Jubiläum hervorragend organisiert und durchgeführt wurde, soll im nächsten Jahr unter der Federführung der MFG fortgesetzt werden. Text: Karin Franz
LOLA für das beste Szenenbild: Veit Helmers Komödie »Absurdistan«
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Deutscher Filmpreis für »Absurdistan«
Erwin Prib errang mit seiner traumhaften Umsetzung der fantasievollen Szenerie in Veit Helmers »Absurdistan« die LOLA für das beste Szenenbild.
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»Die drei Räuber« erobern Frankreich
Mit über 420.000 Besuchern in Frankreich ist der Kinderfilm »Die drei Räuber« der erfolgreichste Animationsfilm aus Deutschland, der jemals in Frankreich gestartet ist. Nach »Das Leben der Anderen« und »Auf der anderen Seite« belegt er sogar Platz 3 der aktuellen Gesamtcharts deutscher Filme in Frankreich. »In Frankreich, dem Land mit einer der stärksten Animationsfilmindustrien in Europa, einen derartigen Exportschlager zu landen, ist ein fantastischer Erfolg«, kommentiert Produzent Stephan Schesch die aktuellen Besucherzahlen der MFGgeförderten internationalen Koproduktion. In Deutschland lockte die Animationsverfilmung von Tomi Ungerers Buch bis April 2008 über 150.000 Besucher in die Kinos. Auch im Wettbewerb beim Kinder-MedienFestival Goldener Spatz begeisterten »Die drei Räuber« das jugendliche Publikum.
Konzentrierte Aufmerksamkeit gilt deutschen und schweizer Präsentationen: Dieter Krauß, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, und Daniel Waser, Zürcher Filmstiftung
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
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MFG-geförderte Filme im Ausland
z »Runaway Horse« beim Goethe-Institut down under In Melbourne, Sidney, Perth und Brisbane waren zwischen dem 19. und 26. April beim Festival des Deutschen Films gleich drei von der MFG geförderte Filme zu sehen: die englische Version von Rainer Kaufmanns Walser-Verfilmung »Ein fliehendes Pferd« war ein Highlight beim Audi Festival of German Films. Der mehrfach ausgezeichnete Film mit Katja Riemann, Ulrich Noethen und Ulrich Tukur lief unter dem Titel »Runaway Horse« auf der Veranstaltung des Goethe-Instituts Australien. Von Chris Kraus war »Scherbentanz« mit Jürgen Vogel im Programm. Der Film war u. a. mit dem Bayerischen Filmpreis 2002 und Jürgen Vogel mit der Goldenen Kamera 2003 als bester Schauspieler ausgezeichnet worden. Das Vorprogramm zeigte den Animationsstreifen »Ein sonniger Tag« von Gil Alkabetz und seinem Stuttgarter Sweet Home Studio. z Festival of German Films in Tokyo Das 3. Festival des Deutschen Films in Tokio, das unter Federführung von German Films in Kooperation mit dem Goethe-Institut Tokyo und Asahi Shimbun im Juni stattgefunden hat, wurde von »Vier Minuten« (Chris Kraus) eröffnet. Das Publikum war begeistert, die junge Hauptdarstellerin Hannah Herzsprung und die Produzentin Meike Kordes persönlich erleben zu können. Als weitere MFG-geförderte Filme waren in Tokio Alain Gsponers »Das wahre Leben« und »Warchild« von Christian Wagner im Programm.
»Das wahre Leben« in Tokio und Madrid mit Ulrich Noethen und Katja Riemann
z Festival de Cine Aléman Auch auf dem 10. Deutschen Filmfest in Madrid waren ebenfalls im Juni 2008 zwei MFG-geförderte Filme zu sehen: »Vier Minuten« von Chris Kraus (Cuatro minutos) und »Das wahre Leben« von Alain Gsponer (Así es la vida).
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Der Reiz der Serie Iain Dilthey inszeniert »Lindenstraße«
Zwei wirkliche Originale gibt es nach Meinung von Iain Dilthey im deutschen Fernsehen: den »Tatort« und die »Lindenstraße«. Deshalb war es für ihn eine ganz besondere Herausforderung, in einer der beliebtesten deutschen TV-Serien mitzuarbeiten. Der gebürtige Schotte Iain Dilthey ist im Südwesten ein Begriff. Für seinen MFGgeförderten Film »Das Verlangen« hat er 2002 beim Filmfest in Locarno den Goldenen Leoparden gewonnen. »Das Verlangen« war ein kleiner Film, gedreht wurde knappe drei Wochen lang auf sparsamem 16-mmMaterial mit kleinem Etat. Und doch hätte Dilthey »nichts« anders gemacht, wenn er ein größeres Budget gehabt hätte. Für ihre Sparsamkeit sind sowohl die Schotten als auch die Schwaben bekannt. Erst 2004 kam der preisgekrönte Festivalhit endlich in die Kinos. Nun also die TV-Serie. Mit der Umstellung von Film auf Serie hatte der 37-Jährige nach eigenen Aussagen keine Probleme: »Es geht doch immer darum, gute Geschichten zu erzählen. Und die ›Lindenstraße‹ hat spannende Geschichten«. Die von Dilthey inszenierten Folgen werden seit April im Ersten ausgestrahlt.
»Vier Minuten« mit Hannah Herzsprung und Monica Bleibtreu, ebenfalls in Tokio und Madrid
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Krimi Nachwuchs ausgezeichnet!
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Anträge auf Förderung von Postproduktion können ganzjährig eingereicht werden. Maßgeblich für die Einreichungen ist das jeweilige Eingangsdatum. Formulare und Vergabeordnung sind online abrufbar.
Drehbuch-Wettbewerb »Tatort Bodensee« »Es geht auch ohne Mord und Totschlag« hieß das Motto des vom Landesmedienzentrum (LMZ) ausgeschriebenen DrehbuchWettbewerbs »Tatort Bodensee« – was die jungen Autoren zwischen 14 und 20 Jahren in 68 eingereichten Drehbüchern packend und originell bewiesen. Im April wurden den Gewinnerteams im Rahmen einer Veranstaltung an der Filmakademie Ludwigsburg die Preise verliehen. Eine Fachjury hatte in Zusammenarbeit mit der MFG Filmförderung die besten Geschichten ausgewählt. Die Jury bestand aus Felix Huby (Erfolgsautor zahlreicher »Tatort«-Drehbücher und Kriminalgeschichten), Karin Franz (MFG Filmförderung), Monika Buscher (SWR, Schulfernsehen), Dr. Christian Hörburger (Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Hörfunk- und Fernsehkritiker), Daniel Bizer (Hauptdarsteller der ARD-Jugendkrimireihe »Ein Fall für B.A.R.Z.«). Ziel des Wettbewerbs war es, die Filmbildung sowie das kreative Schreiben im Südwesten zu fördern. Das scheint gut gelungen zu sein. Felix Huby war jedenfalls voll des Lobes über die Ergebnisse. Eine Klasse vom KHS Donaueschingen lieferte das beste Drehbuch und die »reifeste« filmische Leistung. Sie darf sich auf den attraktiven 1. Preis freuen: eine Produktionswoche, in der das Drehbuch mit Unterstützung von SWR-Profis verfilmt wird. In Workshops erhalten die Gewinner/-innen zuvor Einführungen in Kameraführung, Regie, Schauspiel und vieles mehr. Für die Uraufführung des Films ist der Südwestrundfunk angefragt. Der 2. Preis, ein mehrtägiger MultimediaWorkshop von DASDING (SWR), ging an eine Teilnehmergruppe des Hauses Nazareth aus Sigmaringen, die mit ihrer Dramaturgie und den Bodenseemotiven überzeugte. Weitere Preise gingen an eine Gruppe vom Gymnasium Karlsbad und an die »MovieMaker« der Klasse 9 a der Realschule Blaustein: Sie erleben je einen Tag in der Schulfernseh-Redaktion bzw. in der Tatort-Redaktion des SWR.
www.mfg-filmfoerderung.de Weitere Orden für »Tulpan«: drei Preise in Cannes für die Komödie von Sergej Dvortsevoj
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»Tulpan« gewinnt in Cannes
Der renommierte Dokumentarfilmer Sergej Dvortsevoj hat mit seinem ersten Spielfilm neben dem »Prix Un Certain Regard« zwei weitere Auszeichnungen von der Croisette mit nachhause genommen. Gedreht hat der in Kasachstan gebürtige Regisseur die MFG-geförderte Kino-Komödie »Tulpan« in seiner Heimat. Die internationale Koproduktion wurde von der Kölner Pandora Film (Karl Baumgartner und Raimond Goebel) mit Cobra Film (Zürich), Pallas Film (Halle), Producer's Company Slovo (Russland), KAZ Export (Kasachstan) und Filmcontract (Warschau), in Zusammenarbeit mit ZDF, Schweizer Fernsehen und arte sowie mit Unterstützung von MDM und MFG hergestellt.
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Einreichtermine und Bewerbungsfristen 2008
Die MFG empfiehlt vor Antragseinreichung ein projektbezogenes Beratungsgespräch mit dem jeweils zuständigen Ansprechpartner. Dies kann ggf. auch telefonisch erfolgen. Bei Erstanträgen und/oder komplexeren Sachverhalten hält die MFG einen persönlichen Termin spätestens 14 Tage vor Ablauf der Antragsfrist für sinnvoll und notwendig. Die nächsten Einreichtermine: z für Anträge auf die Förderung von Drehbuch, Produktionsvorbereitung und Produktion: 15. Oktober 2008 z für den Thomas Strittmatter Drehbuchpreis 2009: 3. November 2008 z für Verleih/Vertrieb: 30. Juni 2008 und 15. Oktober 2008.
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Staatsministerium ruft zur Mitwirkung auf Vorschläge für die Filmkonzeption II erbeten
Unter Federführung des Staatsministeriums Baden-Württemberg erarbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe, in der neben dem Staatsund dem Wirtschaftsministerium auch die MFG Baden-Württemberg, die Filmakademie, der SWR und die Film Commission Region Stuttgart vertreten sind, eine Konzeption für die Weiterentwicklung des Filmstandorts Baden-Württemberg. Anregungen dafür werden gerne entgegengenommen. Handlungsbedarf wird vor allem in folgenden Bereichen gesehen: z Verbesserung der Auftragssituation für Produzenten z Verbesserung der Finanzierungssituation für Produzenten und Dienstleister z Platzierung weiterer Fernsehserien in Baden-Württemberg z Bindung von Produzenten und Kreativen an den Standort z Entwicklung der Produzenten- und Dienstleisterszene im Bereich Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion z Entwicklung des Werbe- und Wirtschaftsfilms z Vernetzung am Filmstandort, Standortwerbung »Wir brauchen Ihre Anregungen und Erfahrungen als Autoren, Produzenten, Filmschaffende, Dienstleister, Kinobetreiber, Filmverleiher u. v. m., um die bestehenden Probleme genau erfassen und daraus sinnvolle, tragfähige Maßnahmen entwickeln zu können«, heißt es in dem Aufruf des Staatsministeriums. Und Prof. Dr. Claus Eiselstein, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Filmkonzeption, ermuntert dazu, Probleme, Anregungen und Wünsche direkt an die Mailadresse filmkonzeption@mfg.de zu richten. Noch einfacher geht es über den Link »Filmkonzeption« auf der Internetseite der MFG Filmförderung: www.mfg-filmfoerderung.de || filmkonzeption@mfg.de
Short Cuts Südwest
»Sonbol« feierte seine Premiere
Deutscher Filmpreis für Bettina
in Anwesenheit von Sonbol Fatemi,
Blümners »Prinzessinnenbad«
der iranischen Protagonistin
Neues aus der Filmakademie Baden-Württemberg SC
Erfolge für Studierende der Filmakademie
z »Sehsüchte 2008« Mit großem Erfolg für die Studierenden der Filmakademie ist das 37. Internationale Studenten-Filmfestival »Sehsüchte« in PotsdamBabelsberg zu Ende gegangen: Gleich zwei Preise gewann der Spielfilm »Teenage Angst« über gewalttätige Spiele gelangweilter Internatsschüler. Thomas Stuber, Student der Regie/Szenischer Film, erhielt den Preis für den Besten deutschen Nachwuchsfilm, während sich Bildgestalter Peter Matjasko über den Kamerapreis freuen konnte. Ebenfalls geehrt wurde Dokumentarfilmstudent Niko Apel für seinen Diplomfilm über die iranische Rennfahrerin »Sonbol«. Er gewann den Preis für den besten Dokumentarfilm. z Highlights 2008 Ein abwechslungsreiches Programm wurde Fachbesuchern von Sendern und Produktionsfirmen in einer zweitägigen Schau mit den Highlights aus studentischen Produktionen des Jahres 2007/08 geboten. Neben hochprofessionellen Animationsfilmen, kreativen Werbespots und unterhaltsamen Kurzfilmen präsentierte die Filmakademie erstmals einige 90-Minüter, Diplomarbeiten der Studierenden. Mit dabei waren auch drei von der MFG Filmförderung unterstützte Filme: »Sonbol« von Dokumentarfilmregisseur Niko Apel, »Novemberkind« von Christian Schwochow und »Heimvorteil – Moscheebau in Wertheim« von Jan Gabriel. z 11. Internationales Werbefilmfestival »spotlight« Von neun Preisen, die in der Kategorie »spotlight for students« vergeben wurden, gingen allein fünf an Studierende der Lud-
wigsburger Filmakademie. Die Jury (Leitung: Gabriele Röthemeyer) vergab Gold an »Blutsgeschwister-Soulwear – Für immer« von Filmakademie-Studentin Hanna Maria Heidrich, Silber an »Rainbow Warrior« von Johannes Kuemmel sowie je einen »spotlight« in Bronze an »Playstation Portable – Power Failure« von Julia Dobesch und »Mission 70+« von Aleksander Bach. z LOLA für »Prinzessinnenbad« von Filmakademie-Absolventin Bettina Blümner Bettina Blümner, Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg im Studiengang Dokumentarfilm, ist für ihr Debüt »Prinzessinnenbad« mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden. Blümner erhielt die mit 200.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie »Bester Dokumentarfilm«. In »Prinzessinnenbad« zeichnet sie das Porträt einer Kreuzberger Großstadtjugend und erzählt die Geschichte dreier Freundinnen. Blümner hatte im Rahmen von Dokville 2007 bereits den Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms erhalten.
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Porsche Award feiert 5. Geburtstag
Neu getauft aber mit alt bekannter Qualität feiert der Porsche International Student Advertising Film Award, ehemals Porsche David Award, seinen 5. Geburtstag. Bis zum 11. Juli 2008 sind Studierende und Auszubildende in den Bereichen Film, Kunst und Design weltweit eingeladen, Werbefilme mit einer maximalen Länge von 60 Sekunden einzureichen. Die Filmakademie BadenWürttemberg und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG laden die zehn nominierten Regisseure am 13. November 2008 nach Ludwigsburg zur Preisverleihung ein.
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Interspherial Drehbuchschule Absolventen präsentieren
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Neues aus dem Filmhaus Stuttgart
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5. Bollywood & beyond Filmfestival Fans des indischen Films auf nach Stuttgart!
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Jugendfilmpreis 2008 Einsendeschluss 30. September 2008
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Vom 1. bis 5. Oktober bieten Jørn Precht und Axel Melzener im Stuttgarter Filmhaus Seminare zu den Themen Formatkunde, ExposÊ & Treatment, Genrekonventionen, Krimi versus Thriller, Sozialdrama, Melodram und Romantic Comedy. Anmeldeschluss ist eine Woche vor Beginn des Seminars. www.interspherial.com
Die Vorbereitungen fĂźr das Festival 2008 sind in vollem Gange. Wir feiern vom 17. bis 20. Juli nicht nur unser erstes kleines Jubiläum – 5 Jahre Bollywood-Festival in Stuttgart – sondern auch das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Mumbai. Eingebettet in die Indien-Woche, die das Honorarkonsulat der Republik Indien fĂźr Baden-WĂźrttemberg und Rheinland-Pfalz koordiniert, wird das 5. Indische Filmfestival wieder mit einem umfangreichen Filmprogramm sowie vielen Rahmenveranstaltungen Einblicke in die indische Kultur, Gesellschaft und Politik geben. Wer zum Beispiel tanzen will wie die groĂ&#x;en Bollywood-Stars, hat dieses Jahr ausreichend Gelegenheit dazu: Tanzworkshops geben Einblicke in die Formen des beliebten Bollywood-Dance. AuĂ&#x;erdem kĂśnnen Shah Rukh Khan-Fans eine ganze Choreografie des Superstars in einem Workshop kennenlernen. Zusätzlich finden Tanzworkshops fĂźr Liebhaber des klassischen indischen Tanzes statt. Auch die beliebten ÂťTea TalksÂŤ finden an allen Festivaltagen im Club ÂťBettÂŤ im Filmhaus statt (siehe Hot Spots). Freunde des Bollywood-Glamours werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen. ÂťWir sind derzeit in Verhandlungen mit indischen Stars, zum Teil sehr namhaftenÂŤ, verrät Festivalleiter Oliver Mahn. ÂťEs lohnt sich, immer mal wieder auf unserer Website nachzuschauen, wer seinen Festivalbesuch zugesagt hat.ÂŤ www.filmbuerobw.de
28.06.2007 10:16:35 Uhr
Nachwuchsfilmer gesucht! Den Wettbewerb um den Jugendfilmpreis veranstaltet das Filmbßro Baden-Wßrttemberg fßr Jugendliche unter 20, die sich filmisch einem Thema nähern wollen. Das Ergebnis wird im Rahmen der 14. Filmschau 2008 einem breiten Publikum präsentiert. www.jugendfilmpreis.de
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Bollywood made in USA: ErĂśffnungsfilm 2007 im Kino
Outsourced – Auf Umwegen zum Glßck, der MFG-gefÜrderte ErÜffnungsfilm des Bollywood & beyond-Festivals 2007 läuft seit dem 10. April 2008 in den deutschen Kinos. Der Film von Regisseur John Jeffcoat, eine komÜdiantische Spielerei mit indisch-amerikanischen Klischees ßber Arbeitsmoral und Sinn des Lebens, gewann auf dem letzten Festival den mit 1.000 Euro dotierten Audience Award.
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Peque Varela, die Gewinnerin des Young Animation Award mit dem Trickstar für »1977«. Der Preis für den
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besten Nachwuchsfilm wird von der
Tolle Trickfilm-Tage
Landesanstalt für Kommunikation und
Neue Wettbewerbe und Animationsfilme vom Feinsten Nach sechs randvollen Tagen ging das 15. Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart mit der großen Abschlussgala zu Ende, bei der zum ersten Mal die neuen Trophäen des Festivals, die »Goldenen Trickstars« verliehen wurden. Den Grand Prix – Großer Animationsfilmpreis des Landes BadenWürttemberg und der Stadt Stuttgart, dotiert mit 15.000 Euro – erhielt der japanische Film »Franz Kafka Inaka Ishah« (Franz Kafka’s – A Country Doctor) von Oscarpreisträger Koji Yamamura. Von der Eröffnung mit Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, über die Wettbewerbe und das Open-Air-Kino, bis zur Preisverleihung war der Publikumszuspruch enorm. Zirka 50.000 Zuschauer besuchten die Filmvorstellungen, Workshops, Partys und das Open-Air-Angebot auf dem Schlossplatz im Herzen der Landeshauptstadt. Womit »stellenweise die Kapazitätsgrenzen erreicht waren«, wie Dittmar Lumpp, kaufmännischer Geschäftsführer des Festivals, feststellte. Deutlich zweistellig war der Zu-
080428_RZ_MV Anzeige_Film Facts.1 1
der MFG Filmförderung gestiftet.
wachs auch bei der Zahl der Akkreditierten auf insgesamt 1.450 Filmemacher, Produzenten, Studenten und Journalisten. Zum ersten Mal wurde ein Preis für die beste Filmmusik in einem Animationsfilm vergeben (»Hezurbeltzak, una fosa comun« von Iziben Onederra, Musik: Xaber Erkizia). Eine »Premiere« gab es auch für das erste Animation Coproduction Forum Eastern Europe (in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung) und das Bitfilm Festival, dessen Trailer übrigens die Stuttgarter Firma UNEXPECTED hergestellt hat. Neu war in diesem Jahr auch der Wettbewerb »Under Commission«, der in den Kate-
gorien Animiertes Musikvideo, TV-Trailer und Werbung vergeben wurde. Die Werbung für »Sony Bravia: Play Doh« wurde mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Die Gewinner aus Großbritannien, Darren Walsh und Frank Budgen, konnten sich über eine All-InclusiveReise zur Siggraph nach Los Angeles freuen. Preisstifter ist die Stuttgarter Firma MACKEVISION Medien Design GmbH, ein PremiumDienstleister im Bereich der 3D-Visualisierung und Postproduktion. Mit ihrem Engagement wollen die Stuttgarter nicht nur brillante Auftragsarbeiten auszeichnen, sondern ein Zeichen zur Unterstützung der gesamten Animationsbranche setzen.
28.04.2008 11:59:03 Uhr
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Drehbuchpreis für Animationsfilme Bücher garantieren Qualität
Gloria: das Festival-Kino platzt aus allen Nähten
z 3. Animation Production Day – Businessplattform beim ITFS Trickfilm-Festival und fmx wachsen immer enger zusammen. Der im Rahmen des ITFS gemeinsam veranstaltete Animation Production Day (APD) brachte Produzenten, Verleiher, Weltvertriebe und Financiers an den Verhandlungstisch, darunter die Exodus Film Group aus den USA, die irische Er-folgsschmiede Magma Films und Filmax Animation aus Spanien. 18 abendfüllende Spielfilmprojekte – u. a. aus Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA und Dänemark – mit einem Finanzierungsvolumen von ca. 180 Millionen Euro waren Gegenstand von 270 gezielten One-to-One-Meetings. Aus dem Südwesten hatten sich zum APD, der in Kooperation mit Michael Schmetz Mediaconsult stattfand, auch das Ludwigsburger Studio Soi und der SWR angemeldet. »Unser Ziel, die Branche nach Stuttgart zu locken, ist aufgegangen. Die Kombination aus APD, Drehbuchpreis und Koproduktionsforum Osteuropa macht Stuttgart zum führenden Marktplatz für Animationsfilm, ohne dabei das Publikum zu vergessen«, resümiert Ulrich Wegenast, der künstlerische Leiter des Internationalen TrickfilmFestivals Stuttgart. Das nächste Festival findet vom 30. April bis zum 5. Mai 2009 statt. Dann soll es eine »Animation Gala« und einen Preis für Synchronsprecher im Animationsfilm geben; auch die Erweiterung der Open-Air-Aufführungen auf dem Schlossplatz steht auf der Wunschliste. www.itfs.de
Preisträger des zum 2. Mal im Rahmen des Internationalen Trickfilm-Festivals in Stuttgart ausgeschriebenen Deutschen Animationsdrehbuchpreises 2008 ist John Chambers mit seinem Buch »Der letzte Neandertaler«. Zu den vier nominierten von insgesamt 31 eingereichten Drehbüchern gehörten ferner: z »Doctor Döblingers geschmackvoller Kasperlfilm« von Richard Oehmann und Josef Parzefall, Produktion: Stephan Schesch/AnimationX z »Marnies Welt« von Christoph und Wolfgang Lauenstein z »Der Golem und die zweifache Welt« von Dominik und Benjamin Reding, Produktion: Eye! Warning. Das Reding-Brüderpaar war u. a. bekannt geworden durch seinen MFG-geförderten Kinofilm »Für den unbekannten Hund«, der mit lobenden Filmkritiken und Festivalauszeichnungen von sich reden machte und im Herbst 2007 ins Kino gebracht worden war. Die MFG hatte bereits »Oi! Warning«, das erste Langfilmprojekt der Redings, ein in der Skinhead-Szene angesiedeltes poetisches Drama, mit Produktionsförderung unterstützt. Die Preisverleihung fand während des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart im Rittersaal der Dresdner Bank statt. Sie war der krönende Abschluss der zweitägigen Drehbuchworkshops für Animationsfilmer u. a. mit Michel Ocelot, die gemeinsam mit der MFG Filmförderung veranstaltet wurden.
Die nominierten Autoren Dominik und Benjamin Reding mit Susan Schulte, die sich als Produzentin und dramaturgische Beraterin seit Jahren für den jungen deutschen Film einsetzt
Der Deutsche Animationsdrehbuchpreis zeichnet abendfüllende Animationsfilmprojekte aus, die in deutscher Sprache verfasst sind. Er ist mit 5.000 Euro dotiert, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gestiftet werden. Ziel des Preises ist es, deutschsprachige Animationsfilme mit herausragendem Potenzial bereits in der Entwicklungsphase zu fördern, die inhaltliche Qualität von Animationsfilmen zu verbessern und einen ethischen Diskurs anzustoßen.
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Willkommen im Team, Trixi! ITFS bekommt Maskottchen
Endlich: Nach 25 Jahren hat das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart ein Maskottchen: ein psychedelisch-buntes Pferd mit dem Namen Trixi. Es ist die Hauptfigur in einem Trailer, den Verena Fels, Studentin am Animationsinstitut, für das ITFS entwickelt hat. Das in allen Regenbogenfarben gestreifte Tier, mit seinem großen Kopf und den schlenkernden Gliedmaßen, ist mit seiner stoffartigen Oberfläche ein echter Sympathieträger. Die achtjährige Emilia aus Leinfelden-Echterdingen hat sich den Namen ausgedacht und damit den Namenswettbewerb gewonnen.
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HdM startet Forschungsprojekt über Bildaufnahmeformate Technischer Wandel in der Aufnahmetechnik
Der Wandel der Bildaufnahmeformate im szenischen Kinofilm ist Thema einer Erhebung, die am 15. März 2008 an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart startete. Sie wird von Matthias Maaß im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Audiovisuelle Medien am Institut für Angewandte Forschung der HdM durchgeführt und läuft noch bis zum 30. Juni 2008. Ziel der Erhebung ist die quantitative Erfassung und die detaillierte Dokumentation der in der Kinofilmproduktion angewandten Verfahren in der Zeit des »digitalen Umbruchs«. Die Entwicklungsschritte der letzten zehn Jahre vom rein optochemischen Verfahren zum perfekt ausgereiften digitalen Workflow sollen in der Studie dokumentiert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bildaufnahmeverfahren am Drehort und den künstlerisch-technischen Lösungsansätzen der für die Bildgestaltung verantwortlichen Kameraleute. Befragt werden 1.538 Kameraleute von 3.425 Filmen aus aller Welt, die in den Jahren von 1997 bis 2007 einen Kinostart in Deutschland hatten. Die zugrunde liegende Filmdatenbank wurde von der Entertainment Media GmbH, München zur Verfügung gestellt. Imago, der europäische Dachverband der Kameraverbände und Kooperationspartner der Studie, ist bei der Vermittlung der Kontaktdaten behilflich. Weitere Studienpartner sind die Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin, das Institut für Angewandte Wissensforschung ITAW, Berlin und das Institut für Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft an der Uni Konstanz. Die Ergebnisse werden veröffentlicht.
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Mit Pfoten und Krallen am Set Filmtierschule Zimek bildet Filmtiere aus
Das Wildschwein Chestnut drehte soeben in Sibirien. Prinzessin Fantaghiro, eins der Rehe, war unlängst in »Freischwimmer« (Kinofilm) und in »Hurenkinder« (TV-Film) zu bewundern. Über 100 Tiere unterschiedlicher Gattungen hausen in dem zwei Hektar großen Gelände samt Gehege bei Tatjana Zimek und ihren Mitarbeitern in der Nähe von Karlsruhe. Die Filmtierschule Zimek ist eine der letzten in Deutschland, die einen eigenen Bestand an Tieren unterhält und trainiert. Die FilmFacts haben sich mit Tatjana Zimek, der agilen Inhaberin der Filmtierschule, und dem Tiertrainer Mike Bauer unterhalten.
Ulrich Noethen – noch ohne Ringschnabelente – schlägt die Klappe beim Dreh von Rainer Kaufmanns »Ein fliehendes Pferd«
Mit den Ringschnabelenten begannen wir bereits fünf Wochen vor Drehbeginn am heimischen Baggersee zu trainieren. Wir trugen Neoprenanzüge, wenn wir mit ihnen im kalten Wasser übten. Zwei Wochen vor dem Dreh ging es dann zum Bodensee, um den Tieren ihren Einsatzort zu zeigen und am Originalschauplatz zu trainieren.
Mike Bauer:
FilmFacts: Wie
kommt die Filmtierschule an ihren Darstellerpool? Machen Sie Castings in freier Wildbahn? Tatjana Zimek: Unsere Rentiere Yukon und Nanook stammen aus einem Wildgehege in Schweden. Viele Wildtiere kommen bereits im Babyalter zu uns und werden von uns liebevoll mit der Flasche aufgezogen. Wir nehmen die Tiere früh mit ans Set, damit sie sich an den ganzen Trubel gewöhnen können. … und auch an stressige Regisseure. Es kommt aber auch vor, dass besondere Tiere gesucht werden, die wir extra beschaffen: In Rainer Kaufmanns Film »Ein fliehendes Pferd« ist Ulrich Noethen auf der Suche nach der vom Aussterben bedrohten Ringschnabelente. Es dauerte sechs Wochen, bis die Trainerin ein EntenPärchen finden konnte, weil durch die Vogelgrippe die Bestände dezimiert waren. Mike Bauer:
www.filmformat.eu www.hdm-stuttgart.de
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Tatjana Zimek: Die Folge war, dass ein Pärchen Ringschnabelenten nun 800 Euro kostete, allein in der Anschaffung, da waren noch keine Trainings oder Betreuungskosten dabei. Dem Produktionsleiter blieb der Preis im Hals stecken, aber da die Tiere im Drehbuch standen, bestand Rainer Kaufmann auf Ringschnabelenten. Und bekam sie.
FilmFacts: Wie bereiten Sie die Tiere artgerecht auf Unruhe am Set vor?
FilmFacts: Sehr
viel Aufwand für einen denkbar kurzen Auftritt. Tatjana Zimek: Unsere Filmtierschule hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Einsatz für die Tiere möglichst stressfrei und artgerecht zu gestalten. Dazu gehört auch eine Setbegehung, wenn’s sein muss zwei Wochen lang. FilmFacts: Nicht
überall steht in Tierschulen das Wohl der Tiere im Mittelpunkt. Gibt es gesetzliche Regelungen? Mike Bauer: Ein Tiertrainer muss nach § 11 Tierschutzgesetz Sachkundenachweise für jede von ihm gehaltene Tierart vorlegen. Auch die Unterbringung der Tiere wird vom örtlichen Veterinäramt regelmäßig geprüft. FilmFacts: Was
geschieht, wenn Trainer ohne Lizenz am Set arbeiten? Tatjana Zimek: Für die Produktionsfirma kann das schwere Folgen haben. Amtsveterinäre können nämlich den Dreh mit ungenehmigten Trainern verhindern und Anzeige erstatten. Und die Produktionsfirma riskiert ihren Versicherungsschutz, falls das Tier einen Schaden anrichtet.
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FilmFacts: Ist
es Ihnen schon mal passiert, dass ein »Filmtier« den Dreh verweigerte oder gar flüchtete? Tatjana Zimek: Nie, und das wäre ja auch höchst unprofessionell! Das kommt eher bei untrainierten Tieren vor. Wir kennen unsere Filmtiere genau und setzen sie ganz ihrem Naturell entsprechend ein. Bei einem »Bibi Blocksberg«-Dreh zum Beispiel gibt es eine große Katzenrolle. Wir hatten fünf Katzen am Set, um die Rolle der einen zu spielen: die Stuntkatze, die Fauchkatze, die Schmusekatze, die Sprungkatze und die Katze, die von A nach B geht. Unsere Tiere erhalten eine Ausbildung, die ungefähr eineinhalb Jahre dauert. Als »Azubi« ist das Tier nur bedingt einsetzbar, aber ein voll ausgebildetes Filmtier dreht auch in schwierigen Situationen nicht durch.
Mike Bauer:
Für solche Tiere ist natürlich auch die Gage höher. Tatjana Zimek:
FilmFacts: Wie wird man »Filmtiertrainer«? Gibt es auch eine Ausbildung für die Halter? Tatjana Zimek: Zuerst benötigt man Kenntnisse über die Eigenheiten der Tiere, außerdem sehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit ihnen. Alles was an Lizenzen, Prüfungen und Ausrüstung nötig ist, um sich als »Filmtiertrainer« bezeichnen zu können, habe ich in meinem Buch aufgeführt. Es ist im Kosmos Verlag erschienen und heißt »Filmstars auf vier Pfoten«.
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Antenne Media Strasbourg ruft auf zum Rheinischen Koproduktionstreffen
Antenne Media hatte am 2. Juni zum alljährlichen Koproduktionstreffen eingeladen, das in Partnerschaft mit arte, Eurimages und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg durchgeführt wird. Filmschaffende aus den Rheinregionen Elsass, Lothringen, Hochburgund, BadenWürttemberg, dem Saarland, Luxemburg und der Schweiz waren zusammen gekommen, um ihre Film- und Fernsehprojekte potenziellen Koproduzenten, Sendervertretern und Finanzierungspartnern grenzüberschreitend vorzustellen. Pro Teilnehmer konnten maximal zwei Projekte im Entwicklungsstadium und mit internationalem Potenzial eingereicht werden. Media hatte erstmals angeboten, die Einzeltreffen zu organisieren, eine Möglichkeit, von der rege Gebrauch gemacht wurde. Elf Projekte aus dem Katalog waren für die nach fiktionalen und dokumentarischen Stoffen getrennten Pitchings ausgewählt worden, bei denen es wie immer eine Simultanübersetzung gab. Zu den präsentierten Projekten gehörten u. a. zwei von der Ettlinger Planet Film- und Fernsehproduktion GmbH (Gülsel Özkan und Ludger Pfanz) vorgestellte Dokumentarfilme: »Das Abenteuer um die Ecke« und »Überleben in der Überschwemmung«. www.media-strasbourg.com
Zimek, Herr Bauer, gut, dass die Filmtiere bei Ihnen in tierisch guter Obhut sind. Vielen Dank für das Gespräch.
FilmFacts: Frau
Text: Birgit Schiffbauer-Jorde www.filmtierschule-zimek.de
»Wachgeküsst in Stuttgart« featuring Frl. Wommy Wonder, Bernd Tauber, Alexandra Staib und Katy Karrenbauer (v.l.n.r.)
SC
Stuttgart: Nach »abgedreht« jetzt »wachgeküsst«
Von Ende Februar bis Mitte Mai entstand an 27 Drehtagen die romantische Komödie »Wachgeküsst in Stuttgart« an verschiedenen Motiven im Südwesten: Neben Schauspielschülern standen Alexandra Staib (»Fabrixx«) und Frl. Wommy Wonder im Sommerrefektorium des Klosters Bebenhausen, auf dem Segelflugplatz Hahnweide bei Kirchheim-Teck, in der Universitätsbibliothek Stuttgart und auf einem Reiterhof bei Weil im Schönbuch vor der Kamera. An derselben wurden mit dem interdisziplinären Studienprojekt der Stuttgarter Akademie der media unter der Leitung von Jørn Precht Bachelor-Studenten und Auszubildende zum Mediengestalter Bild und Ton unterrichtet. Das Drehbuch entstand in der Interspherial Drehbuchschule im Stuttgarter Filmhaus. Es konnte auch »Hinter Gittern«-Star Katy Karrenbauer und den gebürtigen Göppinger BundesfilmpreisTräger Bernd Tauber (»Das Boot«, »Lindenstraße«) zur Mitwirkung bewegen. Am letzten Drehtag war sogar der Stuttgarter Schauspieler Walter Sittler mit von der Partie – als Pfarrer. Die Premiere des Spielfilms soll am 5. Dezember 2008 auf der 14. Filmschau Baden-Württemberg stattfinden. www.wachgekuesstinstuttgart.de
Am Set von »Ein fliehendes Pferd« waren nicht nur Enten im Spiel: Petra Schaller, Ulrich Noethen mit Filmhund Chocolate, Katja Riemann, Ulrich Tukur mit Toto, der rein privat am Set war
Kino News FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
KN
Filmtheaterkongress Kino 2008 Vorschlag zur Finanzierung von D-Cinema
Der HDF Kino e. V. hat zum Abschluss des Filmtheaterkongresses 2008 in BadenBaden ein zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse Coopers erstelltes Finanzierungskonzept für den flächendeckenden digitalen Rollout vorgestellt. D-Cinema steht für die vollständige Digitalisierung der gesamten Herstellungskette eines Kinofilms von der Kamera über Produktion/Postproduktion bis hin zu Vertrieb und Wiedergabe. Das Finanzierungsmodell bezieht sich auf die Investitionen, die die Kinos zur Umrüstung zu tätigen hätten. Es sieht vor, dass sich die Verleiher (100 Mio.), der Bund (60 Mio.) und die FFA (40 Mio.) an der Finanzierung beteiligen. Der Beitrag der Kinobetreiber soll bei 100 Euro je Saal und Monat über einen Zeitraum von acht Jahren liegen. www.forum-film.de www.hdf-kino.de
KN
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Kinoticker
» » » Vor zehn Jahren gründeten Hans Falke
und Burkard Heer den Förderverein Kultur im Kino Lenzkirch e. V. Seitdem existiert das »Höfle Kino« dank großen Engagements junger Leute, die anspruchsvolle Filme und das »Gemeinschaftserlebnis Kino« – etwa das Kinderkino am Sonntag – zu schätzen wissen. » » » Das Schwenninger Capitol erwacht an zwei Tagen pro Woche zu neuem Leben: Gisela Gerst (Kommunales Kino Guckloch, Villingen-Schwenningen) und Leo Winterhalder (Krone-Theater, Titisee-Neustadt) sind seit März als neue Betreiber für ein ausgewähltes Kinoprogramm verantwortlich. » » » Ein Hauch von Nostalgie: Michael Wiedemann übernimmt die Harmonie-Kinos in Freiburg und setzt neben den Kinos Friedrichsbau und Kandelhof weiter auf Arthaus-Programm – mit einem Sidestep zum US-amerikanischen Markt. » » » Seit nunmehr 100 Jahren ist Göppingens Kinogeschichte mit dem Namen der Familie Huttenlocher verbunden. Die Filmtheaterbetriebe W. Huttenlocher & Söhne betreiben heute das StaufenMovieplex mit sieben Sälen und das MetroCity-Cherie mit drei Leinwänden.
Der Stand der MFG Filmförderung bei den Heimattagen in Ulm
KN
Dem Kino eine Heimat
Bei den diesjährigen Heimattagen in Ulm war die MFG Filmförderung erstmalig vertreten. In einem neun Quadratmeter großen Pagodenzelt wurde ein Kino nachgebildet, in dem in Kooperation mit dem Haus des Dokumentarfilms und der FilmCommission Region Ulm dokumentarisches und zeitgenössisches Filmmaterial aus Baden-Württemberg gezeigt wurde. Mit Stolz dürfen wir bemerken, dass die Besucher sich sehr interessiert an der Arbeit der Kooperationspartner zeigten. Ministerpräsident Günther Oettinger sprach bei seinem Rundgang dem »kleinen Kino« ein großes Kompliment aus.
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
HS
Filmpremiere zum Festakt
Hot Spots
15. Juni 2008, ab 11.00 Uhr »Refugio VS – Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen« Klaus Peter Karger zeigt beim zehnjährigen Jubiläum des Vereins Refugio VillingenSchwenningen e. V. seinen 20-minütigen Dokumentarfilm über die Arbeit der Anlaufstelle für Menschen, die Folter, Krieg, Vertreibung, Vergewaltigung oder sonstige Formen politischer Gewalt überlebt haben. Der Film hatte im Kommunalen Kino Guckloch am 23. April Premiere. Die Vorführung findet im Martin-Luther-Haus in VillingenSchwenningen statt. www.kargerkultur.de
HS
4. Festival des deutschen Films 5. bis 15. Juni 2008, Ludwigshafen
Beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen sind zwei MFG-geförderte Filme zu sehen: im Wettbewerb der Langfilm »Vom Atmen unter Wasser« (Regie: Winfried Oelsner) mit Andrea Sawatzki, Adrian Topol und Thorsten Merten in den Hauptrollen. Die Familientragödie wurde von Hans-Hinrich Koch, avindependents, Ludwigsburg (»Tsunami«) produziert. In der Reihe Lichtblicke spürt »La Paloma« (Regie: Sigrid Faltin) rund um den Globus
der Geschichte des weltbekannten Liedes nach. 2007 war der MFG-geförderte und mehrfach preisgekrönte Film »Für den unbekannten Hund« (Regie: Dominik und Benjamin Reding) mit dem Publikumspreis ausgezeichnet worden. Das Festival ist eine Initiative des Internationalen Filmfestivals MannheimHeidelberg, in dessen Rahmen vom 12. bis 16. November 2008 die 12. Mannheim Meetings stattfinden (siehe unten). www.mannheim-filmfestival.com/de/Festival_des_ deutschen_Films/
HS
Sommerparty: MediaNight an der Hochschule der Medien 26. Juni 2008, ab 18.00 Uhr
Studierende präsentieren ihre jüngsten Arbeiten zum Abschluss des Sommersemesters 2008. Dazu zählen u. a. Kurz- und Dokumentarfilme, Computeranimationen, Event-Installationen oder Tonproduktionen. Die Bandbreite der etwa 60 bis 70 Arbeiten reicht von künstlerisch-kreativen Projekten bis hin zu alltagstauglichen Industrieanwendungen. Außerdem wird eine Beratung rund um die Studiengänge der HdM angeboten. Der Eintritt ist frei. Gäste sind in der Nobelstraße 10, 70569 Stuttgart herzlich willkommen. www.hdm-stuttgart.de/medianight
HS
Filmboard Karlsruhe: Jour Fixe-Termine
Eingeladen sind alle Film- und Medienschaffenden sowie Filminteressierte, die die Filmszene in der Region Karlsruhe kennenlernen, unterstützen oder gar aktiv mitgestalten möchten. Auch Nicht-Mitglieder des Filmboard Karlsruhe e. V. sind herzlich eingeladen! Beginn jeweils 19.00 Uhr: z Donnerstag, 3. Juli 2008, Restaurant »Kleiner Ketterer« z Donnerstag, 7. August 2008, Club »Die Stadtmitte« (Biergarten) z Donnerstag, 4. September 2008, Club »Die Stadtmitte« (Biergarten) www.filmboard-karlsruhe.de
HS
12. Mannheim Meetings 2008 Einsendeschluss: 18. Juli 2008
Die Mannheim Meetings dienen im Bereich Arthaus seit vielen Jahren als jährlicher Treffpunkt und Markt für über 300 Produzenten, Filmrechtehändler, Verleiher und Filmeinkäufer aus der ganzen Welt. Produzenten, die auf der Suche nach Drehbüchern sind, können ebenso wie Verleiher und Filmeinkäufer mit internationalen Partnern auf effiziente Art in Kontakt treten. Die Mannheim Meetings vom 12. bis 16. November finden im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg vom 6. bis 16. November statt.
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Tea Talks beim 5. Bollywood & beyond Festival 17. bis 20. Juli 2008
Andrea Sawatzki und Adrian Topol
Nach kurzen Referaten diskutieren die Experten mit dem Publikum. Jeweils ab 16.00 Uhr im Club »Bett«, Filmhaus. Die Themen: z 17. Juli: Von Ayurveda, Heilern und Krankenkassen – Das indische Gesundheitssystem z 18. Juli: Der Kampf ums täglich Brot – Kindsein in Indien z 19. Juli: Vom Vielvölkerstaat zur größten Demokratie der Welt z 20. Juli: Indiens Jugend – Eine Generation zwischen Tradition und Moderne
in »Vom Atmen unter Wasser«
www.filmbuerobw.de
Hot Spots
ihre erste Filmrolle in dem MFG-geförderten Drama nach einer wahren Begebenheit den Silbernen Bären bei der Berlinale 2006. Im Anschluss an die Bühnenaufführung lädt die MFG Filmförderung Film- und Theaterfreunde wie schon im Vorjahr zu ihrem Sommerfest ein. www.theaterrampe.de
Sommerliche Genüsse: Signora Loretta serviert kulinarische Kunst zu Film und
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italienischer Literatur
Deutscher Wirtschaftsfilmpreis Einsendeschluss: 31. Juli 2008
HS
Küche & Kino am SET 24. bis 27. Juli
Am Set in der Stuttgarter Filmgalerie 451 kocht Signora Loretta zu Film und klassischer italienischer Literatur: Kaos (Pirandello), Decamerone (Boccaccio) und Pinocchio (Collodi). Das besondere diesmal: Aus den Vorlagen lesen die Schauspieler Dorothee Baltzer, Mariangelo Melato und Robert Atzlinger. Beginn jeweils 18.45 Uhr, Filmgalerie 451 in Stuttgart.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat zum 41. Mal den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis ausgelobt. Ausgezeichnet werden Kurzfilme, die sich mit Themen der modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland befassen. Der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis 2008 wird in drei Kategorien vergeben: Filme über die Wirtschaft, Filme aus der Wirtschaft und Nachwuchsfilme. Die Preisverleihung im Rahmen einer Gala-Veranstaltung am 11.12.2008 wird wieder in Ludwigsburg stattfinden.
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»MFG-Star« Vorschläge bis Mitte August 2008 willkommen
Für den Regie-Nachwuchspreis »MFG-Star«, der am letzten Tag des Fernsehfilm-Festivals vergeben wird, können bis Mitte August Vorschläge eingereicht werden. Eine dreiköpfige Vorjury wird vier noch nicht im Fernsehen ausgestrahlte DebütFilme (Erstlings- oder Zweitwerke) von Nachwuchsregisseuren auswählen, die am 22. November in Baden-Baden vorgestellt und im Anschluss mit den Regisseurinnen und Regisseuren besprochen werden. Die Jurorin oder der Juror ist eine von der Festivalleitung und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg ausgewählte Person. Die Dotierung (eine Sonderleistung zur Weiterbildung) wird von der MFG Filmförderung zur Verfügung gestellt. www.darstellendekuenste.de
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Games Convention 20. bis 24. August 2008, Leipzig/Messe
www.bafa.de
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Vom Drehbuch an die Rampe 25. Juli 2008, Stuttgart, 20.00 Uhr
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Neuer Drehbuchpreis »Kindertiger«
Die Games Covention ist die internationale Fachmesse für Hersteller, Publisher, Developer und Dienstleister aus aller Welt und eine »Spieleshow« für Konsumenten.
Bewerbungsschluss: 31. Juli 2008 MFG Filmförderung und Theater Rampe Stuttgart beenden die Theatersaison und damit gleichzeitig die zweite Spielzeit der Reihe »Vom Drehbuch an die Rampe« mit einem Highlight: Peer Martiny (Regie) bringt Bernd Langes Drehbuch zu dem mehrfach preisgekrönten Spielfilm »Requiem« von Hans-Christian Schmid auf die Bühne. Sandra Hüller erhielt für
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»Requiem« in-
Vision Kino und KIKA vergeben einen frisch aus der Taufe gehobenen Drehbuchpreis für deutsche Kinderfilmproduktionen, die den Weg auf die große Leinwand suchen. Der »Kindertiger« soll Autorinnen und Autoren spannender Geschichten, die in deutscher Sprache verfasst sind, ermutigen, ihre Arbeit fortzusetzen. Eine fünfköpfige Kinderjury im Alter von 9 bis 14 Jahren, die sich vorab als kompetente Drehbuchanalysten ausgezeichnet haben, entscheidet über die Preisvergabe. Dem Vorauswahlgremium gehören der Buchautor Paul Maar, die Filmproduzentin Uschi Reich, die Drehbuchautorin Beate Langmaack sowie Sarah Duve, Geschäftsführerin von Vision Kino, an. Idee und Initiative zu diesem in Deutschland bisher einzigartigen Preis stammt von der Filmförderungsanstalt (FFA), die auch das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung stellt.
szeniert
www.visionkino.de
Peer Martiny hat die Bühnenfassung für
Deutscher Kurzfilmpreis unterwegs Mai bis Oktober 2008
Auf seiner 9. bundesweiten Tournee durch die Kommunalen Kinos kommen zwei der ausgezeichneten Kurzfilme aus dem Südwesten: Den Kurzfilmpreis in Gold für den besten Animationsfilm erhielt Andreas Hykades »Der Kloane« (»The Runt«). Mit auf der Tournee ist auch Jan-Marcel Kühns und Thomas Scharfis (Filmakademie Baden-Württemberg) Puppentrickfilm »Geschwisterliebe« als Gewinner des Short Tigers. www.kommunale-kinos.de www.kurzfilmpreisunterwegs.org
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
Hot Spots
EAVE-Programm 2009
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Bewerbungsschluss: 1. September 2008 Der Fortbildungszyklus von EAVE (European Audiovisual Entrepreneurs) richtet sich an unabhängige, europäische Produzenten und Filmschaffende aus den Bereichen Spielfilm und Dokumentarfilm, die mehrjährige Berufserfahrung im Filmbereich nachweisen können und über gute Englischkenntnisse verfügen. Im Verlauf der einjährigen Fortbildung organisiert EAVE drei einwöchige Seminare, die jeweils schwerpunktmäßig der Projektentwicklung, dem Packaging, der Finanzierung und der Vermarktung gewidmet sind. Diese Seminare werden durch Fernbetreuung ergänzt. www.eave.org
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LUCAS 2008 – 31. Internationales Kinderfilmfestival 7. bis 14. September 2008, Frankfurt
Veranstalter und Träger sind das Deutsche Filminstitut – DIF e. V. Frankfurt am Main und die hessische Landesanstalt für den privaten Rundfunk. Das Kinderfilmfestival ist eine Veranstaltung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es soll allen einen Überblick über neue internationale Kinderfilmproduktionen geben. Darüber hinaus sollen Verleiher motiviert werden, neue Kinderfilme aus zahlreichen Ländern in ihr Programm aufzunehmen. LUCAS holt sie nach Frankfurt und zeigt sie eine Woche lang in einem spannenden Programm – alles speziell für Kinder von fünf bis zwölf. www.lucasfilmfestival.de
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Cartoon-Forum 16. bis 19. September 2008
Produzenten und Studios aus ganz Europa werden bei der international hoch angesehenen Koproduktionsveranstaltung in Ludwigsburg ihre Animationsserien Investoren und TV-Sendern vorstellen. Deutsche Teilnehmer ohne eigenes Projekt können sich noch bis zum 30. Juni 2008 als »Observer« anmelden. www.cartoon-media.be/
4. Todd-AO 70 mm-Festival
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29. Oktober bis 2. November 2008 Einreichungen: bis 1. September 2008
3. bis 5. Oktober 2008 Zum 4. Mal findet das weltweit einzige 70 mm-Festival statt, das in einem original erhaltenen Roadshow-Filmtheater der Todd-AO-Zeit abgehalten wird – auf der originalen CINERAMA-Bildwand im Kino Schauburg in Karlsruhe.
30. Biberacher Filmfestspiele
Man sieht sich – beim alljährlich stattfindenden »Familientreffen« der Branche, dem Festival, das sich traditionell dem deutschen Filmnachwuchs verbunden fühlt.
www.schauburg.de
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Masterclass Ludwigsburg/Paris
11. bis 19. November 2008
Premiere: 10. Oktober 2008 Schwanger!: So lautet der diesjährige Titel der Kurzfilmreihe der Masterclass Ludwigsburg-Paris. Im Rahmen der 9. Französischen Woche Stuttgart präsentieren die MFG Filmförderung und das Kommunale Kino auch in diesem Jahr die neun von arte koproduzierten Abschlussarbeiten. Die Masterclass Ludwigsburg-Paris ist ein einjähriges Postgraduate-Programm für junge europäische Produzenten und Verleiher. Der Unterricht findet an der Filmakademie Baden-Württemberg, der Pariser Filmhochschule La Fémis und der National Film and Television School in London statt. www.cinemasterclass.org/
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7. Stuttgarter Kulturnacht 18. Oktober 2008
Mehr als 16.000 Kulturinteressierte schoben sich während der vergangenen Kulturnacht in unbeschwerter Atmosphäre durch die Stuttgarter Kulturszene. Am 18. Oktober 2008 ist es wieder soweit! Das Stadtmagazin LIFT bietet ausgewählten Einrichtungen eine Plattform für ihre Highlights aus Musik, Theater, Tanz und Literatur. Filmische Akzente werden neben den Stadtkinos auch die MFG Filmförderung (Landtag), das Trickfilmfestival (Trickfilm-Lounge), das Kommunale Kino (Filmhaus) und die Filmgalerie 451 (Set) setzen. Das komplette Programm ist ab September online unter: www.stuttgarter-kulturnacht.de
25. Französische Filmtage Tübingen– Stuttgart
Das Festival ist das Schaufenster des frankophonen Films in Deutschland – sowohl für das kinobegeisterte Publikum als auch für die Fachbranche. Zum 25. Geburtstag der Filmtage locken ganz besondere Veranstaltungen zur großen Geschichte des französischen Films. Und die deutschfranzösischen Filmbegegnungen widmen sich dem Filmnachwuchs der beiden Nachbarländer. www.filmtage-tuebingen.de
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Fernsehfilm-Festival Baden-Baden 2008 18. bis 22. November 2008
Für das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden, das wie jedes Jahr im Kurhaus stattfinden wird, sind alle deutschsprachigen Sender aufgerufen, einen Fernsehfilm für den Wettbewerb um den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zu nominieren und einen weiteren vorzuschlagen. Produzenten und Regisseure selbst können keine Programme einreichen, sind aber eingeladen, der Wettbewerbsleitung Vorschläge zu machen für die Nominierung von Filmen, die im Zeitraum zwischen dem 16. November 2007 und dem 15. November 2008 gesendet wurden.
Hot Spots
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FilmFactsSüdwest | 2–2008 | Juni
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Independent Days 9
Das Karlsruher Low- und No-Budget-Filmfestival – Independent Days – findet im April 2009 zum 9. Mal statt. Ab sofort können Filme aller Genres eingesandt werden. Die eingereichten Produktionen werden nach Höhe der Produktionskosten klassfiziert und in die Kategorien Low- und No-Budget eingeordnet. Workshops und Diskussionsrunden ermöglichen Austausch und Dialog zwischen den Filmkreativen und dem interessierten Publikum. www.independentdays.de
Bei der »Bambi«-Verleihung 1953
Filmpioniere bei Aufnahmen im
in Karlsruhe waren u. a. O. W. Fischer
Glasdach-Studio
(links) und Ruth Leuwerik glückliche Gewinner der Trophäe, die damals noch aus weißer Keramik bestand
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100 Jahre Filmland Baden-Württemberg Ausstellung ab 26. November 2008
100 Jahre Filmproduktion in Baden-Württemberg werden in einer Wanderausstellung gewürdigt, die am 25. November im Stuttgarter Landtag eröffnet wird. Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Anfängen des Filmschaffens durch den Pionier Karl Laemmle, über den Expe-
rimentalfilmer Ottomar Domnick bis in die Gegenwart, vertreten durch Roland Emmerich. Dem »Heimatfilm« und ersten »Bambiverleihungen« wird ebenso ein Kapitel gewidmet wie film- und medienspezifischen Ausbildungswegen, die an verschiedenen Akademien im Land angeboten werden. Die Ausstellung, die vom Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart veranstaltet wird, soll nach Stuttgart u. a. in den Städten Ulm, Freiburg und Karlsruhe Station machen.
Oktober 2008 nur im Kino! www.krabat-derfilm.de © 2008 KRABAT FILMPRODUKTION GMBH / CLAUSSEN+WÖBKE+PUTZ FILMPRODUKTION GMBH / SEVENPICTUES FILM GMBH / B.A. PRODUKTION GMBH