1 Arzt – Patient – Werbung Werbung im eigentlichen Sinne ist etwas Alltägliches, dem man sich kaum mehr entziehen kann. In sämtlichen Medien wird ein erheblicher Teil der Präsentation der Werbung zur Verfügung gestellt, um Kunden1 für Produkte zu interessieren. So ist es zwischenzeitlich selbstverständlich, dass Hersteller von Waren aller Art versuchen, durch Trailer, Zeitungsannoncen oder möglichst einprägsame Schlagworte das Interesse der fokussierten Zielgruppe zu wecken. Im Hinblick auf die finanziellen Interessen, die sowohl der Werbende mit seiner Aktivität verbindet, als auch auf das Medium, das einen Großteil seiner Einnahmen durch den Verkauf von Werbung erzielt, ist die Omnipräsenz der Werbung nicht weiter verwunderlich und ist die Normalität. Es ist daher nur konsequent, dass man zwischenzeitlich von Werbewirtschaft spricht. Umso mehr überrascht es auf den ersten Blick, dass speziell die medizinischen Dienstleister bislang nur mit größter Zurückhaltung Werbung für ihr „Angebot“ betreiben. Es mutet nach wie vor ungewöhnlich an, wenn vereinzelt Werbespots für Informationstage von Kliniken aus dem Radio erklingen oder man vom behandelnden Arzt eine Einladung für eine Vernissage in den Praxisräumen erhält.
1.1 Das Arzt-Patienten-Verhältnis Die Scheu, mit der man allgemein wohl auf klassische Werbung des Arztes reagiert, mag darauf beruhen, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis besonders und daher nicht mit der normalen Geschäftsbeziehung zwischen Auftragnehmer und Kunden zu vergleichen ist.
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im folgenden Text die maskuline Form angegeben. Diese Schreibart schließt die feminine Form mit ein.
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