1 Einleitung
Bereits seit einigen Jahren werden der sozioökonomische Wandel, die demografischen Veränderungen sowie der medizinisch-technische Fortschritt in Deutschland im Zusammenhang mit der Entwicklung der Ausgaben für Gesundheit diskutiert. Der erwartete Anstieg der Gesundheitsausgaben in Deutschland wird als Argument dafür angeführt, dass es sich bei der Gesundheitswirtschaft um eine Wachstumsbranche handelt. So zeigen Studien auf Basis der Gesundheitsausgabenrechnung, dass die Gesundheitsbranche, trotz aller Anstrengungen zur Kostendämpfung in der Vergangenheit, schon heute ein bedeutender Träger für Wachstum und Beschäftigung ist. Jedoch mangelt es bei einer fundierten Betrachtung bis heute an einer validen Datenbasis, mit der Wachstums- und Beschäftigungseffekte dieser Branche analysiert werden können. Es wird bislang noch vorwiegend in Ausgaben- oder Umsatzkategorien, nicht aber – wie es eigentlich geboten ist – in Wertschöpfungskategorien diskutiert. Dazu wird in dieser Arbeit eine Methodik entwickelt, mit der erstmals die Gesundheitswirtschaft in VGR-Kategorien abgebildet werden kann. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der neu entwickelten Methodik den Beitrag der deutschen Gesundheitswirtschaft zu Wachstum und Beschäftigung zu berechnen und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, dem medizinisch-technischen Fortschritt und dem wirtschaftlichen Strukturwandel zu analysieren. Als zentrale Fragestellung wird beantwortet, ob die deutsche Gesundheitswirtschaft bzw. die dazugehörigen Wirtschaftszweige in der Vergangenheit tatsächlich Wachstums- und Beschäftigungstreiber waren und wie sie sich in Zukunft entwickeln werden.
1