Der immobilienbrief nr 299

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NR. 299 I 27. KW I 05.07.2013 I ISSN 1860-6369 I KOSTENLOS PER E-MAIL

Inhaltsverzeichnis Editorial Büromärkte 1. Hj 2013: Metropolen robust gestartet

2

KAGB - Entwarnung oder Verunsicherung? (WR)

5

Aus VGF wird BSI

8

DIC: Investoren werten Unternehmen auf (WR)

9

Deutsche Annington: Börsengang geplatzt - Aktie zu teuer? (AE)

12

Wohnungtransaktionen: 13 Berlin bleibt am gefragtesten Kommt jetzt Financial Repression für Immobilieneigentümer? (Denk)

14

Hamm: Neues B&B Hotel ersetzt C&A

18

Immobilienmarkt USA: Erholung des Häusermarktes schreitet voran (Wellstein)

19

Energiewende: Eckwerte der deutschen Energiewirtschaft

22

Österreich: Deutsches Kapital fließt in Fachmarktzentren (Windmeißer)

24

Büromarkt Wuppertal: Auf dem Weg aus dem Tal

25

Büromarkt Köln stabil

27

GdW: Wohnungswirtschaft im Würgegriff der Regulierungen (Krentz)

28

Änderungen beim Wohnriester (CW)

29

Kommentar: Stadtumbau Nichts leichter als das? (Beyerle)

30

Impressum

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Immobilienbrief Berlin

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Partner und Sponsoren der heutigen Ausgabe: aurelis Real Estate, Bouwfonds Real Estate Investment Management Deutschland GmbH, Catella Real Estate AG, Deka Immobilien Invest-

Sehr geehrte Damen und Herren, am Dienstag ist jemand gestorben, der die Welt verändert hat. Douglas Engelbart ist tot. Sagt Ihnen das etwas? Engelbart, gestorben mit 88, ist der Erfinder der Computermaus. Er suchte seit 1950 nach einer einfachen Eingabemöglichkeit für Computer. 1968 stellte er ein Holzkästchen mit 2 Rädern vor, dessen Bewegung einen Bildschirmzeiger steuerte - die Maus. Zwar hatte ein paar Wochen zuvor die deutsche Telefunken ihre „Rollkugel“ vorgestellt, Engelbart ließ seine Erfindung aber patentieren. Ihren Durchbruch hatte die Maus am Großcomputer Alto. Dort sah sie Steve Jobs und erkannte das - für ihn kostenlose - Potential der Idee. Das Patent war schon ausgelaufen. Der Rest ist (Apple-) Legende. AIFM/ KAGB/ Regulierung als Reizworte der letzten 12 Monate verdeutlichen jetzt endgültig den Weg der Verselbständigung einer politischen Idee im Zuge ihrer Umsetzung zum Paradoxon. Ursprünglich hatten Politiker vieler Länder im Gefolge der Finanzkrise die einfache Idee, Anleger vor unregulierten Kapitalvernichtungsprodukten zu schützen. Das zuständige Management im Finanzministerium krönte mit dem übrigens in der Endfassung gar nicht unvernünftigen KAGB sein regulatorisches Lebenswerk. Die Branche ging schon im Diskussionsprozess den Bach runter. „Die gesetzlichen Regelungen sind für den Anleger für den Arsch“, fasste bei Erscheinen des epochalen Werkes schon ein renommierter Branchenvertreter zusammen (Nr. 283 v. 9.11.12). Jetzt krönt die BaFin mit dem endgültigen Auslegungsschreiben die Pervertierung des ursprünglichen Gedankens (S. 5). Im Prinzip ist alles, dessen Beurteilung gefährlich ist und Arbeit macht, mit der Ausrede der operativen Tätigkeit von der Regulierung befreit. Nur noch der transparenteste Immobilienfonds mit langfristigen Mietern und bester Prospektierung einer Kapitalanlage überhaupt wird mit der teuersten Regulierung unterlegt. Für die Branche ist das Befreiungsschlag. Für den Anlegerschutz ... s.o.. „Verzockt“, könnte der kritische Analyst sagen. Die Deutsche Annington sagte wenige Stunden vor der Erstnotierung den Börsengang ab (S. 12). Wahrscheinlich hat es am Preis gelegen. Für 100 Mio. Euro weniger hätte es Legende Guy Hands mit Terra Firma wohl geschafft. Aber es soll ja Menschen geben, die denken über 100 Mio. noch nach. Der Versuch, die LEG-Kurs-Chuzpe zu toppen, ging schief. Latente Steuern und RuhrgebietSchwerpunkt sind wohl auch Gründe. Im Ruhrgebiet gibt es m. E. zwar das höchste Aufholpotential, aber am Image und Mietsteigerungen hapert es noch. Lästiger ist, dass große internationale Investoren den deutschen Wohnungsmarkt wohl auf einem Höhepunkt sehen. Die Durchschnittspreise deutscher Portfolios mit 1.040 €/qm im 1. Hj. entsprachen übrigens den letzten Boompreisen 2007. Und aus der Ferne liegt Bochum ja nicht weit von München. Was irische Banken von den europäischen Steuerbürgern, die sie retteten, halten, haben wir gerade gehört. Die Iren sind sicher nicht alleine, sondern wurden nur erwischt. Verfehlungen gab es nur bei einzelnen. Aber die sitzen oben. System nennt man das. Wir erinnern uns auch an den Immobilien-Milliardeninvestor (-vernichter) einer bedeutenden Investmentbank mit dem Kürzel, das an eine schwere Nervenkrankheit erinnert, der gegenüber einem Investor äußerte, er habe noch nie so dumme Banken wie in Deutschland gesehen. Tut gut, aber die Zeche bleibt trotzdem beim Steuerzahler.

ment, E&P Real Estate GmbH & Co. KG, fairvesta, Garbe Group, RWE

Impressum

Energiedienstleitung GmbH, RA Klumpe, Schröder & Partner und sontowski & partner gmbh.

Werner Rohmert, Herausgeber


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Personalien Berlin: Turnusgemäß zum 1. Juli 2013 übernimmt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) den Vorsitz der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Damit steht Dr. Andreas

Kölner Kranhäuser - MIPIM Award prämiertes Büro- und Wohnprojekt am Rhein

Bürovermietung weiter rückgängig Metropolen dennoch robust ins Jahr gestartet Mattner (Bild) für ein Jahr an der Spitze der BID, in der sich die acht wichtigsten immobilienwirtschaftlichen Verbände zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden haben. In der BID arbei-

Die großen Researchhäuser Jones Lang LaSalle und BNPPRE haben ihr Zahlenwerk

ten die Verbände BFW, BVI, DDIV, GdW, IVD, vdp, VGF und ZIA zusammen, um mit gebündelten Kräften gemeinsam inhaltliche Positionen effektiver in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Makler nahezu überein.

Berlin: Jochen-Konrad Fromme (63) scheidet aus der Geschäftsführung der TLG Immobilien aus. Er verlässt das Unternehmen zum 30. Juni 2013 aus persönlichen Gründen und in gegenseitigem Einvernehmen. Fromme hatte die Position seit Juni 2010 inne und verantwortete zuletzt die Ressorts IT/Organisation und Recht/Personal. Die Geschäftsführung der TLG Immobilien nehmen jetzt Niclas Karoff und Peter Finkbeiner wahr.

für das erste Halbjahr 2013 vorgelegt. Die Märkte in den Metropolen hängen den freundlicheren Aussichten bei den Konjunkturerwartungen noch etwas hinterher. Insgesamt sind die Flächenumsätze von 1,2 Mio. qm (BNPPRE) um ca. 3,23% auf 1,38 Mio. qm zurückgegangen. Bei Jones Lang LaSalle (JLL) beträgt der Rückgang auf 1,27 Mio. qm (-10,71%) deutlich mehr. Dabei stimmt das Zahlenwerk beider Makler bezogen auf die Big 6 Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln und München) beider

Auf der Gewinnerseite stehen Düsseldorf mit +5,63% von 160.000 qm auf 169 000 qm, Essen mit +57% von 51.000 qm auf 80.000 qm, Hamburg mit +3% von 206.000 auf 212.000 qm und Köln mit 1,45% von 138.000 auf 140.000 qm (BNPPRE). Verlierer waren demgegenüber Berlin mit -17% von 250.000 auf 208.000 qm, Frankfurt mit -13% von 242.000 auf 210.000 qm, Leipzig mit -31% von 49.000 auf 34.000 qm und auch fast mit einer schwarzen Null München mit -0,9% von 328.000 auf 325.000 qm (BNPPRE). München liegt damit sicherlich noch innerhalb der klassischen Erfassungsbandbreite. Auch bei JLL stimmen die absoluten Zahlen zum Ende des Halbjahrs mit denen von BNPPRE überein. Lediglich der Vergleich mit den Vorjahreszahlen differenziert sich. So verzeichnet Köln einen Rückgang von 10% und Hamburg von -7,3%. Bei JLL sind lediglich in Düsseldorf die Büromarktzahlen in diesem Jahr mit 3% (175.700 qm) besser als noch im Vorjahr. Positiv ist lt. BNPPRE und JLL Recherche, dass die Leerstände auf breiter Front in den großen Bürometropolen wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München spürbar rückgängig sind. Zweistellige Leerstandsquoten gibt es lt. BNPPRE mit 11,5% noch in Düsseldorf und mit 12,3% in Frankfurt. Nach der Überbauung im Zuge der SondergebietsAfa hat sich Berlin mit einem heutigem Leerstand von nur noch 5,3% (BNPPRE) bzw. 8,3% (JLL) ausgesprochen positiv entwickelt. Hamburg mit 6,6%, Köln mit 7,4% und München mit 6,7% (BNPPRE) liegen aus „Der Immobilienbrief“-Sicht durchaus im Rahmen einer anerkannten, sinnvollen Angebotsreserve. Die alten deutschen Maßstäbe einer gesunden Leerstandsquote von 3 - 5% sind im Zuge der Professionalisierung der Immobilienmärkte Makulatur geworden. Im internationalen Maßstab gilt ein Leerstand bzw. eine Vermietungsreserve von 8% als durchaus sinnvoll, um entsprechende Fluktuation zu gewährleisten. ►


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Bei den Spitzenmieten liegt Frankfurt mit 37,5 Euro

verbuchen. Auch bei den anderen Maklerhäusern Aengevelt und BNPPRE bewegen sich die Umsätze auf ähnlichem Niveau. Die Steigerungsraten hingegen sind teilweise sehr unterschiedlich.

pro qm (BNPPRE) nach wie vor an der Spitze. Aufgrund des knappen Angebots an Flächen im Top-Segment konnte hier die Spitzenmiete leicht anziehen. Auch JLL verzeichnet mit 34 Euro pro qm einen leichten Anstieg um 1 Euro pro

Die Rheinmetropole zeichnet sich durch ihre hervorragende Lage am Rhein, sein Altbier, seinen Flughafen und seine berühmte Einkaufsmeile die „Kö“ aus. Vor allem der Flughafen trug in den letzten Jahren zu guten Bürovermietungszahlen bei, denn am drittgrößten Flughafen Deutschland, hat sich seit 2003 die Düsseldorf Airport City

qm. Auch in Düsseldorf stieg die Spitzenmiete um 2,50 Euro pro qm auf 27,50 Euro qm pro (BNPPRE/JLL). JLL registrierte ebenfalls einen leichten Anstieg um einen Euro in München auf nun 31 Euro pro qm. In allen anderen Metropolen blieben die Spitzenmieten unverändert.

etabliert, in der z.B. der VDI seine Hauptverwaltung bezogen hat oder Deutschlands größtes Porsche-Zentrum entstand. ►

Düsseldorfer Büromarkt kann sich erneut steigern Der Düsseldorfer Büromarkt kann im ersten Halbjahr einen Umsatz von 162.060 qm (Catella Property Group, CPG)

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Personalien Kassel: Gerald Hofmeister (52) und Peter Mutscher (52) verlassen den Vorstand der IMMOVATION AG. Dipl.-Ing. Gerald Hofmeister und Dipl.-Ing. Peter Mutscher führten das Unternehmen seit Juni 2012 gemeinsam mit Unternehmensgründer und Finanzvorstand Dipl.-Kfm. Lars Bergmann und Verwaltungsvorständin Lilia Nacke. Gerald Hofmeister möchte in Zukunft wieder an seine frühere Tätigkeit als Gutachter anknüpfen. Bei Peter Mutscher sind es dagegen gesundheitliche Gründe. Neuer Vorstand wird ab 1. Juli 2013 der Jurist Robert Hartmann (38). Seit 2012 ist Robert Hartmann für die IMMOVATION AG Unternehmensgruppe als Justiziar tätig.

Berlin: Alexander Usselmann (39) ist seit 1. Mai 2013 als Head of Transactions bei der ACREST Property Group tätig. Er wird darüber hinaus als Geschäftsführer der ACREST den Bereich Transaktionen weiter ausbauen. Usselmann kommt von der Archon Group Deutschland GmbH.

Wie bereits im ersten Quartal konnte der Teilmarkt Norden, zu dem auch der Flughafen gehört, den höchsten Flächenumsatz registrieren. Mit einem Anteil von 28% konnte er gegenüber dem Vorjahr lt. CPG um 34.000 qm zulegen. Insgesamt konnte der Flächenumsatz lt. CPG um satte 22% gegenüber dem Vorjahr zulegen. Auch Aengevelt registrierte eine Zunahme von 27% auf 166.000 qm. Lediglich BNPPRE sieht nur eine Zunahme von 5,6 auf 169.000 qm. Auch im Vergleich zur durchschnittlichen Vermietungsleistung der Jahre 2003-2012 von 140.000 qm ergibt sich eine Steigerung von 19% lt. Aengevelt. Aber nicht nur der Norden zeigt sich im ersten Halbjahr erfreulich. Die Researcher von CPG sehen auch in der City einen erfreulichen Anstieg des Vermietungsumsatzes von 21%. Dahinter folgen die Teilmärkte Seestern auf der linksrheinischen Seite und Kennedydamm mit einem Anteil von jeweils 17%. Flächenrückgänge sind im Hafen und Bankenviertel zu registrieren. Dies führt CPG jedoch darauf zurück, dass es nur sehr wenig neue Flächen derzeit in diesen Vierteln gibt. Die größte Nachfrage gab es im Segment zwischen 500 qm und 2.000 qm mit einem Anteil von 32%. Auch im Bereich zwischen 2.000 qm und 5.000 qm konnte der Umsatz dank des guten ersten Quartals um 59% gesteigert werden. Die Spitzenmiete liegt derzeit bei 27.50 Euro pro qm (CPG) bzw. 26 Euro pro qm (Aengevelt). Die Researcher sehen vor allem die Vermietungsleistungen im Kö-Bogen als Grund für den Anstieg der Spitzenmieten, die derzeit ein neues Rekordhoch erreicht haben. Im Jahresverlauf soll sich diese allerdings stabilisieren. Die Durchschnittsmiete liegt derzeit bei 13,66 Euro pro qm (+2%). Derzeit stehen ca. 877.600 qm Bürofläche in Düsseldorf leer. Aengevelt geht sogar von 1.060.000 qm aus. Allerdings dürfte das dem Umstand der unterschiedlichen Definition des Düsseldorfer Büromarktes geschuldet sein. Die Leerstandsquote liegt bei 11,5% (CPG, BNPPRE, Aengevelt). Für das Gesamtjahr liegen die Prognosen zwischen 270.000 qm (CPG) und 350.000 qm (Aengevelt). (AE) □

KAGB-Auslegungsschreiben – Entwarnung oder Verunsicherung? Bleiben nur noch Immobilienfonds unter der Knute Werner Rohmert, Hrsg. „Der Immobilienbrief“, Immobilienspezialist „Der Platow Brief“ Letzte Woche machte das „Auslegungsschreiben zum Anwendungsbereich des KAGB und zum Begriff des ‚Investmentvermögens’“ die Runde. Die alte „Der Immobilienbrief“/ „Der Platow Brief“-Erfahrung aus über 25 Jahren Fondsgeschäft lehrt uns eigentlich, nicht frühzeitig in Panik und vorsorgliche Geschäftsaufgabe zu verfallen, wenn die Politik Drohungen ausstößt. Auch Gesetze müssen umgesetzt werden. Zwischenzeitlich waren trotz Abgeklärtheit im Umgang mit epochalen, ministeriellen Gesetzeswerken, die sich am Ende als Fußnoten der Fondsgeschichte entpuppten, auch wir verunsichert. Schließlich hatte die KAGB/AIFM-Diskussion teilweise Züge eines Berufsverbotes angenommen. Gleichzeitig spielten öffentliche Wahrnehmung der Fonds als Probleminvestment, selektive Presseberichterstattung, faktische Skandalhäufigkeit und vor allem Marktentwicklungen bei den meisten Fonds-Assets wie Immobilien, Schiffen, Filmen u.v.a. mehr dem prohibitiven Vorgehen des BMF in die Hände. Jetzt dreht sich das Blatt wieder. Die Verunsicherung ist komplett. Die BaFin ist immer für Überraschungen gut. Das neue Auslegungsschreiben der BaFin spielt


der Branche wieder in die Hände, hebelt aber die Gesetzesintention weitgehend aus. Lippstadt: sontowski & partner group hat ein ca. 6.000 qm großes Fachmarktzentrum mit einer Investitionssumme in Höhe von rd. 13 Mio. Euro an ein family office aus NRW veräußert. Das Objekt befindet sich südlich des Hauptbahnhofs und ist direkt an die Innenstadt angeschlossen. Zu den namhaften Mietern gehören u.a.

Operative Risikofonds bleiben unreguliert. Wer operativ tätig ist, soll nicht vom

Media Markt, Lidl, Reno, Friseur Klier sowie eine Bäckerei. Das „Südertor Carrée“ ist von den Mietern bereits bezogen.

zum Begriff des ‚Investmentvermögens’“ liest sich, als seien die Auswirkungen auf ge-

KAGB betroffen sein, legt die BaFin fest. Unsicherheit über die zukünftigen Aufgaben der Regulierung ließ sich bis zuletzt aus Vorträgen heraushören, bei der das BaFin zunächst einmal auf das Ministerium verwies. Zuletzt hörten wir gerüchteweise von einer Personal-Werbeoffensive der BaFin vor allem bei WP-Gesellschaften. Es wurde immer klarer, welche Arbeit auf die BaFin zukommen könnte. Die generellen Fragen nach Know how zur ökonomischen Beurteilung von schwierigen Konstruktionen und Inhalten lassen wir außen vor. Zudem gibt es noch viele offene formale Fragen, die betroffene Antragsteller auf dem Weg zur KVG und BaFin gemeinsam klären müssen. Das jetzt endgültige „Auslegungsschreiben zum Anwendungsbereich des KAGB und schlossene Fonds deutlich entschärft. Das ist natürlich aus Branchensicht positiv. Andererseits führt es zur Ironie der Geschichte, dass gerade die „gefährlichen“ Fonds der Vergangenheit nicht unter die Regulierung gefallen wären. Wir hatten schon letztes Jahr darauf hingewiesen, dass durch das KAGB keiner der großen Skandale der letzten Jahre verhindert worden wäre. Vor dolosem Handeln schützt ein Gesetz sowieso nicht, es definiert es lediglich. Verstehen Sie das? Fast nur noch der simple Immobilienfonds mit einer oder mehreren langfristig voll vermieteten Immobilien fällt gegen jede anlegerschützerische Logik

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unter die höchste und teuerste Regulierungsstufe. Projekt-

mobilie und anschließender Verkauf der selbst entwickel-

entwicklungsfonds mit schmerzlichen Lerneffekten wie z. B.

ten Immobilie) sei als operative Tätigkeit anzusehen. Fer-

die Sonder-AfA-Fonds in den neuen Bundesländern der

ner seien „facility management“, Makler- und Bewertungs-

90er Jahre hätten sich regulierungsfrei gestalten können.

tätigkeiten oder Finanzierungsberatung im Zusammen-

Operativ

BaFin-

hang mit dem Kauf oder Verkauf einer Immobilie als ope-

Auslegungsschreiben nicht unter das KAGB fallen. Damit

rative Tätigkeiten anzusehen. Dabei können sich operative

gilt es ausdrücklich nicht für Schiffsfonds, da Reeder

Unternehmen durchaus fremder Dienstleister oder grup-

und Charterer operativ tätig seien. Die Liste lässt sich mit

peninterner Gesellschaften bedienen, solange die unter-

New-Energy-Fonds fortsetzen. Das BaFin analysiert, wel-

nehmerischen Entscheidungen im laufenden Geschäftsbe-

che Voraussetzungen alle vorliegen müssen, damit es sich

trieb bei dem Unternehmen selbst verbleiben. Dagegen

um einen regulierten AIF handelt. Es muss sich um einen

stellten der Erwerb, die Vermietung, die Verpachtung, die

„Organismus für gemeinsame Anlagen“ handeln, der von

Verwaltung sowie der Verkauf von Immobilien keine ope-

einer „Anzahl von Anlegern“ Kapital einsammelt, das für

rativen Tätigkeiten dar.

tätige

Unternehmen

sollen

lt.

eine „Investition zum Nutzen der Anleger“ verwendet wird Der Organismus darf „kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors“ sein. (Anm.: Mit der Geltungsbedingung „Investition zum Nutzen der Anleger“ sind blöde Bemerkungen von Defätisten schon programmiert).

Damit bleibt so ziemlich alles, was die BaFin in den Beurteilungsdruck unternehmerischer Konzepte gebracht hätte, regulierungsfrei. Das konterkariert die ursprünglichen politischen Absichten. Und natürlich den Anlegerschutz. Allerdings warnt lt. „Der Fondsbrief“

Zum Immobilienbereich sagt das BaFin, dass es

der Fondsverbands VGF-GF Eric Romba seine Mitglie-

insbesondere im Immobilienbereich fraglich sei, welche

der, das BaFin-Schreiben für bare Münze zu nehmen.

Tätigkeiten als operativ anzusehen seien. Der Betrieb

Es biete durchaus Spielraum für Missverständnisse und

einer Immobilie (z.B. eines Hotels oder einer Pflegeeinrich-

Interpretationen. Der VGF hat sich übrigens vorsorglich in

tung) sei als operative Tätigkeit anzusehen. Auch die Pro-

BSI Bundesverband Sachwerte und Investmentvermö-

jektentwicklung (Konzeption, Ankauf, Entwicklung der Im-

gen e.V. umbenannt. □

Aus VGF wird BSI Geschlossene Fonds sind begrifflich „out“ Der Begriff "geschlossener Fonds" verschwindet immer

le im Markt. Die Branche konsolidiert sich und startet neu.

mehr aus der Szene der Beteiligungsmodelle. Die neue

Manche Marktteilnehmer signalisieren Rückzug oder Pau-

Investment KG trägt dem Anspruch Rechnung, das Pro-

se. Für die Branche ist das eine Chance. In vielen Gesprä-

dukt aus dem "grauen Kapitalmarkt" in den weißen Ka-

chen in den letzten Wochen haben viele seriöse Initiatoren

pitalmarkt zu transponieren. Das setzt nun auch der

signalisiert, auf jeden Fall weiter machen zu wollen. Die

Verband Geschlossene Fonds (VGF) um und benennt

Probleme der Regulierung seien teuer aber beherrschbar.

sich um. Der Verband heißt zukünftig BSI Bundesver-

Viele KVGs sind beantragt und im Genehmigungsverfah-

band Sachwerte und Investmentvermögen e.V. Auf ei-

ren. Nun ist die BaFin am Zug, der Branche so schnell wie

ner Mitgliederversammlung am 26. Juni wurde die Neu-

möglich neues Leben einzuhauchen, denn die Investment

ausrichtung der BSI beschlossen.

KG wird gebraucht und ist nach wie vor das steuerehr-

Bye, bye "geschlossener willkommen

Nach BaFin-Auslegungsschreiben leben jetzt

„AIF“ oder „Investment

weite Bereiche der Branche sowieso wieder in unregulier-

KG“. Der geschlossene

ter Gestaltungshoheit. Bereits in der jüngsten Vergangen-

Fonds ist tot, es lebe die

heit wurde in diversen Background Gesprächen klar, dass

Investment KG. Für die

der Begriff "geschlossener Fonds" zu negativ besetzt ist,

Branche der geschlosse-

und im Sprachgebrauch überdacht werden muss. Auch

nen Beteiligungen ist der

der VGF hat dies erkannt und benennt sich um. Unsere

22. Juli ein Wendepunkt

ersten Ideen dazu wurden noch vor einigen Monaten belä-

und eine erhoffte Talsoh-

chelt. ►

Fonds"

VGF Geschäftsführer Eric Romba

lichste und transparenteste Produkt am Markt.

-


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DFV: Exklusive Ownersclub Card Hamburg/Lochau: Das Sentido Seehotel Am Kaiserstrand hat exklusiv für Anleger, die dem „DFV Seehotel Am Kaiserstrand Immobilienfonds“ beitreten, die DFV Ownersclub Card eingeführt. Die Hoteldirektion hat damit eine Anregung der DFV Deutsche Fondsvermögen aufgegriffen und umgesetzt. Mit der Karte genießen Anteilseigner besondere Vorteile, u. a. erhalten sie 10% Nachlass auf spezielle Arrangement-Preise, Upgrades in die nächst höhere Zimmerkategorie sowie Preisvorteile bei Spa & Wellness Behandlungen und in der gesamten Gastronomie des Hotels.

"Anbieter,

Kapitalverwaltungsgesellschaften,

Verwahrstellen

und

weitere

Dienstleister sind dann nicht nur einheitlich reguliert, sondern arbeiten regulierungsbedingt auch viel enger zusammen. Diese Entwicklung vollziehen wir konsequenterweise mit dem BSI nach", begründet VGF/BSI-Hauptgeschäftsführer Eric Romba die Umbenennung. Aufgabe des BSI sei die Interessenvertretung der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Im Zuge der Neuausrichtung führt der Verband zwei neue Formen der Mitgliedschaft ein. Neben den bisherigen Voll- und Fördermitgliedern wird es künftig auch eine Branchen- und eine Informationsmitgliedschaft geben. (AE) □

Investoren werten DIC Asset deutlich auf Anleihe-Platzierung ergänzt HV-Zustimmung zu allen Punkten Gestern meldete im Nachgang zur HV die DIC Asset AG die Platzierung einer 75 Mio. Euro Unternehmensanleihe und vorzeitige Schließung des Orderbuchs in schwierigem Börsenumfeld, wie der Rückzug der Dt. Annington belegt. Faktisch stellt das eine Imageaufwertung der DIC dar. Die HV am Mittwoch war wie üblich bei der DIC recht ruhig. Bei sämtlichen Tagesordnungspunkten gab es mit großer Mehrheit Zustimmung. Es wurde eine Dividende von 35 Cent pro Aktie beschlossen und Namensaktien eingeführt. Bereits auf der HV am Mittwoch hatte DIC Asset AG CEO Ulrich Höller möglichen Bedenken zur Anleiheplatzierung Entwarnung signalisiert. Faktisch bedeutet die erfolgreiche Platzierung eine Aufwertung der DIC Immobilien AG aus Investorensicht und eine Bestätigung des DIC-Selbstverständnisses. Im Vorfeld hatte sich Kritik an dem für eine Mit-

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telstandsanleihe unzureichenden Konditionenrahmen mit

Die traditionell ruhige HV der DIC Asset AG (WKN

u.a. 5,75% Verzinsung ergeben. Für die Anleihe eines bör-

509840/ ISIN DE0005098404) am Mittwoch in Frankfurt hat

sennotierten, transparenten SDAX-Unternehmens, die eben

bei einer Präsenz des Grundkapitals von rund 73,6% bei

nicht der typischen „Mittelstandsanleihe“ mit erheblichen

sämtlichen Tagesordnungspunkten den Vorschlägen der

unternehmerischen Vertrauenskomponenten zuzuordnen

Verwaltung wie in den Vorjahren mit großer Mehrheit, zu

ist, waren die Konditionen marktgängig. Eben diese Selbst-

denen auch die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von

einschätzung bestätigten die regelmäßig gut informierten

0,35 Euro je Aktie (2012: 0,35 Euro) zählte. Die Dividenden-

institutionellen Investoren und Family Offices mit der Akzep-

rendite beträgt auf Basis des gestrigen Schlusskurses rund

tanz der Konditio-

4,4% (2012: 5,2%). Beschlossen wurde auch die Umstel-

nen. Trotz vorzeiti-

lung der bisherigen Inhaber-Aktien der DIC Asset AG auf

ger

Schließung

Namensaktien. Das soll den Kreis der Aktionäre transparen-

des

Orderbuchs

ter machen und eine schnelle und effiziente Kommunikation

können im Rah-

mit den Aktionären erleichtern. Jahresabschluss und Quar-

men des öffentli-

talsbericht 1 Q 2013 (www.dic-asset.de) finden sich im Inter-

chen

Angebotes

net. Die Ergebnisse wurden schon vorgestellt. Aus dem

Anleger

ersten Quartal heraus ergeben sich keine signifikanten Än-

private

noch bis zum 08.

derungen der Erwartungen. (WR) □

Juli 2013 die AnDIC Boss Ulrich Höller (Foto: DIC)

leihe zeichnen.

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Frankfurt: Der von Tristan Capital Partners beratene Fonds Curzon Capital Partner III und sein JointVenture-Partner PAMERA Asset Management verkaufen das »BBW Bürohaus Bockenheimer Warte« für rd. 95 Mio. Euro an ein Konsortium

Zeit der Wohnimmobilienbörsengängen vorbei?

aus Aurec Capital und zwei israelischen Versicherungen. CCP III und PAMERA hatten im März 2012 den 35.000 qm großen Bürokomplex erworben. Im August 2012 hat die Deutsche WertpapierService Bank AG ihren Mietvertrag über eine Fläche von rund 23.000 qm bis 2026 verlängert, und im Januar 2013 hat Nomura für rund 1.200 qm bis 2019 den Vertrag verlängert.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat die Deutsche Annington, wahrscheinlich größter privater Vermieter Deutschlands, ihren Börsengang abgesagt. Selbst eine Reduzierung des Emissionsvolumens half nichts. Lt. Analysten war die Aktie zu teuer. Das elitäre Konsortium um die US-Investmentbanken JP Morgan und Morgan Stanley hatte lt. Spiegel verzweifelt versucht, die Aktien in letzter Minute noch an den Mann zu bringen. Das ging peinlicherweise schief. Verzockt? Die Deutsche Annington, die in Deutschland rd. 180.000 Wohnungen selbst und 30.000 Wohnungen für Dritte verwaltet, hat kurz vor ihrem geplanten Börsengang den Gang aufs Parkett abgesagt. Offiziell gibt das Unternehmen als Grund die „anhaltend ungünstigen Marktentwicklungen“ an. Insider gehen jedoch davon aus, dass der geforderte Preis von 18 bis 21 Euro je Aktie zu hoch war. „Ein Preis knapp unter 17 Euro wäre realistisch gewesen“, meinte ein Banker auf Anfrage von „Der Immobilienbrief“. Vor allem die latenten Steuern von 900 Mio. Euro belasten den NAV, hieß es weiter. Für Mehrheitseigentümer Terra Firma, ein Private Equity Fund, dürfte der geplatzte Börsengang ärgerlich gewesen sein. Schließlich erhoffte man so mit dem Sprung aufs Parkett Kasse zu machen und seine Anteile an den Investor zu bringen. Wann und ob sich noch eine Gelegenheit für einen weiteren Versuch an die Börse zu gehen bietet, ließ das Unternehmen offen. Erfahrungsgemäß ist die AG zunächst verbrannt. Für Verzweiflungs IPO’s im Sinne des Prime Office Reits ist die Dt. Annington nicht aufgestellt. „Der Immobilienbrief“ hatte bereits beim LEG Börsengang festgestellt, dass hier der Markt wohl ausgereizt worden sei. Die Kursentwicklung bestätigte das. Der Versuch, die LEG Konditionen noch einmal auszureizen, ging schief. Es ist als Analyst immer einfach festzustellen, zu welchem Kurs es geklappt hätte. Andererseits solle es ja Menschen und Firmen geben, für die 100 Mio. Euro mehr oder weniger nachdenkenswert sind. Dafür muss man als Beobachter Verständnis haben. Wir gehen nicht davon aus, dass es noch einen weiteren Versuch in diesem Jahr geben wird. ►

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Schließt sich nun das Kapitalmarktfenster für Wohnimmobilien AG‘s? Nein, denn die deutsche Wohnimmobilie bleibe weiterhin als Hort der Stabilität gefragt, meint die Anlage-Szene. Fehlende Alternativinvestments sorgten für weiterhin gute Chancen für Investments in Wohnimmobilien. Gerade in den Ballungszentren seien bei Mieten und Preisen noch Luft nach oben. Gerade hier sehen Analysten auch das Problem der Deutschen Annington, die den Großteil ihres Portfolios im Ruhrgebiet hat. Hier sind wohl die Erwartungen zu Mietentwicklung und zu Privatisierungsmöglichkeiten eher gering. Aus „Der Immobilienbrief“-Sicht und auch aus Wissenschaftlersicht könnte das durchaus auch anders aussehen, da im Ruhrgebiet von der ganzen Wohnungseuphorie noch nichts gelandet ist, während die deutschen Core-Standorte langsam ausgereizt sind. Diese feine Unterscheidung könnten wichtige US-Funds aus der Entfernung leicht übersehen, bei denen inzwischen wohl Skepsis hinsichtlich einer Überhitzung des deutschen Wohnungsmarktes Raum gewinnt. (AE/WR) □

Wohnungen bleiben beliebtes Investmentobjekt Berlin nach wie vor am gefragtesten Der Handel mit Wohnportfolios konnte im ersten Halbjahr lt. Jones Lang LaSalle mit 7,05 Mrd. Euro einen ähnlich hohen Wert wie im vergangenen Jahr erreichen. CB Richard Ellis (CBRE) verbuchte allein 6,14 Mrd. Euro Transaktionsvolumen von institutionellen Investoren. Größter Deal war dabei der Verkauf der GBW an ein Konsortium unter Führung der Patrizia AG. Wohnungen sind nach wie vor bei Investoren hoch im Kurs. Auch wenn der Börsengang der Deutschen Annington schief gelaufen ist und beim Berliner Wohnungsunternehmen GSW auf der Führungsetage nicht alles rund läuft, bleibt die deutsche Wohnimmobilie beliebt. Allein im ersten Halbjahr wechselten lt. Jones Lang LaSalle (JLL) Wohnimmobilien für 7,05 Mrd. Euro den Besitzer. Damit bewegt sich das Transaktionsvolumen auf Vorjahresniveau. Bei etwas 200 Transaktionen wechselten mehr als 100.000 Wohneinheiten den Eigentümer (JLL). Warum CBRE nur 85 Transaktionen mit insgesamt

sontowski


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91.000 Wohnungen zählte bleibt fraglich. Im letzten Jahr waren es bei 197 Deals ca. 130.000 Einheiten. Das zweite Quartal war mit 72.000 Einheiten und 4,8 Mrd. Euro dabei das deutlich stärkere Quartal. Der größte Deal war der Verkauf der 31.000 Wohneinheiten der GBW für 2,5 Mrd. Euro an ein Konsortium aus Versorgungswerken, Sparkassen und Pensionskassen unter Führung der Augsburger Patrizia AG. Auf dem zweiten Platz folgen 7.800 Wohnungen, die an die Deutsche Wohnen gingen und 3.700 Einheiten aus dem Bestand der Corestate AG an mehrere institutionelle deutsche Käufer (250 Mio. Euro). Auf der Käuferseite dominieren Pensionskassen gefolgt von Asset/Fondsmanagern und börsennotierten Wohnungsunternehmen. Auf Verkäuferseite spielten Banken, Versicherungen und Pensionskassen mit 43% die größte Rolle gefolgt von börsennotierten Wohnungsunternehmen mit 23%. Entwickler konnten im ersten Halbjahr einen Erlös

von 680 Mio. Euro erzielen (2.800 Euro/qm). Bestandsobjekte konnten 900 Euro pro qm erzielen. Die Bundeshauptstadt Berlin ist dabei die Lieblingsstadt, wenn es um Wohninvestments geht. Bereits im letzten Jahr sorgte der Verkauf des geschlossenen Wohnungsfonds ZBI Professional 5 an die Berliner GSW für Furore. Die Erlanger investieren hauptsächlich in Berlin. Im ersten Halbjahr 2013 machen Beliner Wohnungen 1,7 Mrd. Euro am Transaktionsvolumen aus. Gefolgt von Frankfurt am Main (307 Mio. Euro) und Rhein-Ruhr (304 Mio. Euro). Angesichts der prall gefüllten Investmentpipeline, gehen die Researcher von CBRE davon aus, dass das sehr gute Vorjahresergebnis übertroffen werden kann. Die Auguren von JLL hingegen sind etwas verhaltener, erwarten jedoch mit 10 Mrd. Euro Investmentvolumen auf das Gesamtjahr bezogen noch ein sehr gutes Ergebnis im Vergleich zu den vorherigen Jahren. (AE) □

Denkanstösse Kommt jetzt Financial Repression für Immobilieneigentümer? Michael Denk, Head of Business Development, Catella Real Estate AG KAG Nachdem in der Wissenschaft Konsens besteht, dass Financial Repression die einzige Lösung zur langfristigen Beherrschung der Schuldenkrise ist, rückt parallel die Immobilie immer stärker ins Blickfeld der Politik. Financial Repression beinhaltet die langfristige Entwertung von Schulden durch negative Realverzinsung. Die möglichen Alternativen durch Schuldenschnitte oder sogar Zwangsanleihen/Zwangsabgaben bzw. harte Steuerhöherungen, die die Historie genauso kennt, wie Währungsreformen, sind mindestens ebenso unerquicklich. Unschön droht es auch für die Immobilie zu werden. Jetzt trifft es auch die Immobilie. Auch die CDU mit ursprünglich marktwirtschaftlichem Hintergrund hat die Forderungen nach Mietpreisbremsen ins offizielle Programm aufgenommen. Dazu aber nur kurze Statements: Die z. T. drastischen Mieterhöhungen der vergangenen Jahre betreffen nur wenige, besonders attraktive Ballungsräume in Deutschland mit nur etwa 20% des deutschen Geschosswohnungsbaus. In den verbleibenden 80% sind die Entwicklungen noch sehr moderat. Zudem sind flächendeckende Gießkannenregelungen nicht zur Lösung regionaler Probleme geeignet. Regionale Probleme bedürfen regionaler Lösungen. In den betroffenen Regionen, die dringend Mietwohnungsneubau benötigen, bleibt der Neubau durch Mietbremsen unrentabel. Gießkannenförderungen führen dagegen in Regionen mit gutem Angebot zu Angebotsverwerfungen durch Neubau. Außerdem führen in einer Marktwirtschaft nicht systemadäquate Neuvermietungsbremsen automatisch

zum Ausnutzen der Erhöhungspotenziale im Bestand, um spätere Erhöhungspotentiale nicht zu beschneiden. Schwerwiegender ist das generelle Gedankengut der Financial Repression in seiner Anwendung auf die Immobilienwirtschaft. Grundsätzlich übersieht regulatorische Repression im Wohnungsbereich vor allem die Tatsache, dass gerade die Niedrigzinspolitik mit negativen Realzinsen zu Preissteigerungen geführt hat, da zum einen eine recht hohe Cash flow-Differenz entstanden ist und zum anderen viele Anleger ihr Geld in Sachwerten in Sicherheit bringen wollen. Mietsteigerungen resultieren aus knappem Angebot, auf das Regulierung wiederum kontraproduktiv wirkt. Insofern stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, auf die Konsequenzen regulatorischer Maßnahmen mit erneuten regulatorischen Maßnahmen in anderen Bereichen zu reagieren. Zum zweiten verkennt der regulatorische Eingriff die langfristig schwache Rendite insbesondere von Wohnimmobilien. Gerade im


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Garbe kauft Büroobjekt Düsseldorf: Die Garbe Immobilien-Projekte GmbH erwirbt die Büroimmobilie Grafenberger Allee 159 von einer Privatperson über Colliers. Das 1973 erbaute Gebäude umfasst rund 4.400 qm Bürofläche. Nach Auszug des Mieters wird eine Nutzungsänderung in Wohnen und eine damit einhergehende umfassende Sanierung der Immobilie durchgeführt. Der Abschluss der Umbauarbeiten ist für die Jahresmitte 2014 geplant. Insgesamt sollen rund 4.200 qm Wohnfläche entstehen.

knappen unteren Segment schränken die überproportionalen Erhöhungen der Mietnebenkosten und die als „Menschenrecht“ anerkannten Kommunikationskosten das Mietzahlungsbudget immer weiter ein. Gerade auch die Investments der großen Heuschrecken 2005 bis 2007 zeigte, wie schwierig es ist, im einfachen Bestand überhaupt inflationsschützende Mietanpassungen durchzusetzen. Was geschieht zurzeit unter regulatorischen Aspekten in Deutschland mit der Wohnimmobilie? Die regulatorische Beeinträchtigung der Wohnungsmärkte hat viele Ansatzpunkte. Mietsteigerungen sollen sowohl bei Neuvermietung als vor allem im Bestand begrenzt werden. Über die bekannten Genehmigungsverfahren hinaus findet erhebliche technische Regulierung der Wohnungswirtschaft durch Normen, Umwelttechnologien, energetische Sanierungsauflagen wie Heizungsaustausch oder auch Auflagen zur energetischen Fassadengestaltung statt. Das Gründerzeithaus mit 60 cm Massivwänden, Jugendstilfassade, kleiner Grundfläche und ebenfalls beheizter Nachbarbebauung wird dabei über denselben Kamm geschert, wie der 50er Jahre Nachkriegsbau. Interessanterweise stellen sich gerade Plattenbauten als besonders gut energetisch sanierbar heraus, wie vor kurzem GdW-Präsident Axel Gedaschko feststellte. Der dritte Ansatzpunkt der Regulierung ist die Besteuerung beim Ertrag, beim Erbe, bei der Transaktion und im Vermögen. Als letztes Mittel der staatlichen Ertragsoptimierung bleibt dann immer noch die Eintragung von Zwangssicherungshypotheken. Dies sahen wir im letzten Jahrhundert zumindest schon zweimal. Auch heute wird die Möglichkeit wieder vereinzelt auch in der wissenschaftlichen Diskussion erwähnt. In Deutschland steht aktuell neben der Mietpreisbremse die deutliche Erhöhung der Grunderwerbssteuer auf Werte zwischen 3,5 bis 6% auf der politischen Agenda. Die

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Deals Düsseldorf: Das internationale Logistik- u. Schifffahrtsunternehmen Maersk Line mietet ca. 270 qm Bürofläche in der Immermannstr. 14-16 von der Württembergischen Lebensversicherung AG. Catella Property und Cushman & Wakefield waren beratend tätig. Paris: Deka Immobilien GmbH konnte für das Objekt „Boulevard Haussmann 54“ eine Anschlussvermietung mit der französischen Kaufhauskette Galeries Lafayette über rund 5.400 qm Fläche um 12 Jahre abschließen. Die Einzelhandelsimmobilie gehört zum Liegenschaftsvermögen des Offenen Immobilien-Publikumsfonds DekaImmobilienEuropa. Potsdam: CORPUS SIREO Investment Management S.à r.l. erwirbt die Pflegeimmobilie „Park Sanssouci“ von der Raiffeisen Wohnungsbaugenossenschaft. Die Wohnfläche erstreckt sich auf rund 6.500 qm, das gesamte Areal ist ca. 4.500 qm groß. Der aktuelle Betreiber, die gemeinnützige ProCurand GmbH & Co. KGaA, wird diese auch künftig unverändert weiterführen. Corpus wurde von OLSWANG Germany LLP beraten. Dresden: Die Thyssen Krupp Stahl Immobilien GmbH mietet einen rd. 5.300 qm großen Gewerbekomplex im Gewerbegebiet Kesselsdorfs, Frankenring 13, von der Pfennigpfeiffer Handelsgesellschaft mbH über Dr. Lübke GmbH.

Grunderwerbsteuer war von ursprünglich 5% aus rationalen Gründen, um Mobilität und Markt-Transaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen, auf 2% gesenkt worden. Es besteht Konsens, dass eine moderne Volkswirtschaft hohe Mobilität gerade der jüngeren Arbeitnehmer erfordert. Jede Maßnahme, die Mobilität einschränkt, wie insbesondere eben durch hohe Transaktionskosten bei Eigenheimen, ist volkswirtschaftlich kontraproduktiv. Ebenso wenig werden die fiskalischen Ziele erreicht. Bei hohen Steuern nimmt die Umgehungsnotwendigkeit zu. Bei großen Wohnungstransaktionen sind Share-Deals sowieso üblich. Große Portfolien sind bereits regelmäßig in eigenen Gesellschaften untergebracht. Wenn unter Beachtung einiger kleiner Einschränkungen lediglich ein Gesellschafterwechsel stattfindet, fällt keine Grunderwerbssteuer an. Insofern gilt faktisch für alle großen Wohnungsdeals sowieso eine Grunderwerbssteuerbefreiung. Betroffen ist also nahezu ausschließlich der private Wohnungsinvestor, dem keine Umgehungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Last but not least bedarf die Funktionsfähigkeit eines Marktes regelmäßiger hoher Umsätze, da nur so die Liquidität der Investitionen sichergestellt ist. Gerade die Transaktionsgeschwindigkeit wird jedoch durch Transaktionssteuern wie die Grunderwerbssteuer maßgeblich beeinflusst. In Phasen geringen Wertwachstums oder sogar negativer Wertentwicklung verhindern Transaktionskosten, die sich leicht auf 8 bis 11% summieren können, die Attraktivität des Investments und führen im circulus vitiosus zu weiteren Schwächephasen. Damit würde sich Deutschland noch mehr als politisch vertretbar ausdifferenzieren. Attraktive Regionen würden noch attraktiver. Benachteiligte Regionen werden mehr benachteiligt. Damit würde der große Wettbewerbsvorteil des breiten mittelständischen Mittelbaus, der sich auf die gesamte Fläche verteilt, immer mehr vermindern. Das würde auch durch die polyzentrische Struktur Deutschlands nur gering gemindert. Umwelt- und Sanierungsauflagen im Bestand erhöhen die Renditerisiken für den Eigentümer, mindern die Attraktivität der Immobilie als Altersvorsorge, da in einer 20-JahresPerspektive nicht mehr Planungssicherheit herrscht, und sind darüber hinaus technisch in vielen Fällen zweifelhaft. Ökonomisch rechnen sich die meisten Maßnahmen in Regionen ohne Mieterhöhungsspielraum nicht. Die kurzfristigen Folgen dieser Maßnahmen werden aktuell noch durch die Folgen neuer Inflationsangst und günstiger Kredite für private Wohnungsinvestments überdeckt. Sobald die Zinsen anziehen oder die Preisdynamik nachlässt und in der Konsequenz die Finanzierungsbereitschaft zurückgeht, sind die meisten Maßnahmen nicht revidierbar und führen zu einer Investitionszurückhaltung im notwendigen Wohnungsbau. Dabei punktet Deutschland im Vergleich zur Schweiz noch durch Liberalität. Die Schweiz profitiert zwar von der durchgehenden Attraktivität der Wohnungsmärkte, lässt sich aber zu Diskussionen verführen, die eigentlich nicht mehr in das europäische Zeitalter passen. Rational wird in der Schweiz zunächst diskutiert, die Eigenkapitalausstattung von Wohnungskäufern deutlich zu erhöhen. Derzeit erwarten Banken rd. 20% Eigenmittel. Gleichzeitig sollte in Normalfall die Gesamtbelastung auch bei einem 5%-Zinsniveau durch Wohneigentum nicht mehr als ein Drittel des monatlich verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen. Brisanter ist die Initiative „Ecopop“ gegen Masseneinwanderung. Sie befürwortet eine umfassende Kontingentierung des Wachstums der Wohnbevölkerung in der Schweiz im dreijährigen Durchschnitt durch Zuwanderung um höchsten 0,2%. Der aktuelle Einwanderungsüberschuss lag 2012 bei rd. 73.000 Personen. Die Ecopop-Initiative würde eine Begrenzung auf 16.000 Personen pro Jahr bedeuten. Im Moment ist noch unsicher, inwieweit es zu einer Volksabstimmung kommen kann. Bundesrat und Landesregierung sehen wirtschaftliche Konsequenzen durch die Umsetzung der Ecopop-Initiative, da sie eine Kündigung des Freizügigkeitsabkommens mit der EU bedeuten würde. Damit würden alle Verträge mit der EU hinfällig. Interessant ist aber unabhängig von der Umsetzung der Initiative der nationalistische Ansatz in der Abgrenzung zur EU. □


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Sparte verkauft

Innenstadt-Entwicklung in Hamm mit letztem großen Baustein

Düsseldorf: Die Commerz Real AG verkauft ihre Kapitalanlagegesellschaft Commerz Real Spezialfondsgesellschaft mbH (CRS) an eine Gesellschaft der europa-

B&B Hotel ersetzt C&A

weit tätigen InternosGruppe, die auf institutionelle Anleger fokussiert ist und ihre deutsche Geschäfts- und Investorenbasis deutlich ausbauen will. Von dem verwalteten Immobilienvermögen in Höhe von 1,9 Mrd. Euro entfällt bereits heute der überwiegende Teil der InternosInvestments auf den deutschen Markt. Zugleich bekennt sich die Commerz Real weiter zum Geschäft mit institutionellen Investoren.

In der durch Warenhaus-Schließungen gebeutelten Innenstadt vom Hamm /Westf. wird zukünftig direkt neben dem Hauptbahnhof ein B&B Hotel mit 92 Zimmern auf dem C&A-Gelände entstehen. Montag war Ortstermin und PK. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann machte den Einstieg und die kurze Replik. Der demographische und wirtschaftsstrukturelle Wandel stellt viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen vor die Herausforderung, sich erstmals mit den Folgen von Stagnation, Nachfragerückgang und Schrumpfung als dauerhaften Phänomenen auseinandersetzen zu müssen. Einzelhandels- und Wohnungsleerstände, Trading-Down-Effekte in den Zentren, nicht mehr bedarfsgerechte Infrastruktureinrichtungen sowie Brachflächen verdeutlichen den besonderen Handlungsbedarf. Das Förderangebot „Stadtumbau West" ist ein wichtiger Motor für die Schaffung von Innovation in NRW-Städten. Die kreisfreie Stadt Hamm, mit rund 178.000 Einwohnern ein Mittelzent- So soll das neue B&B Hotel am Hauptbahnhof in Hamm aussehen (Foto: Rerum am Ostrand des Ruhrgebietes, ist eine Plan- pro: Kulas Architekten) stadt, die im Jahre 1226 durch Graf Adolf I. von der Mark Stadtrechte erhalten hat. Der Schwerpunkt des

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Stadtumbaus liegt in Hamm auf der Wiedernutzung des Bahnhofsquartiers, das in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr durch das Entstehen von Brachen und großflächigen Leerständen von allein 22.000 qm Einzelhandelsflächen geprägt wurde. Das neue städtebauliche Leitbild sieht ein Abwenden von der Leitnutzung Einzelhandel hin zu einem attraktiven Mix aus Einzelhandel, Dienstleistung, Bildung, Kunst und Kulturnutzung. Nach der Restaurierung des historischen, denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes, dem Bau des Technischen Rathauses und einer Reihe weiterer Baumaßnahmen mit einem öffentlichen Investment von insgesamt 130 Mio. Euro stand nach dem JobCenter/Berlet-Gebäude und dem Museumsquartier als dritte große Privatinvestition die Nachnutzung der C&A-Fläche an. C&A war 2010 in das ECE-Allee-

Center gezogen. Der Eigentümer, die Stuttgarter KC Gruppe, die über 17 Fonds rund 80 Immobilien in Deutschland hält, hatte zunächst nach einer Einzelhandelsnachnutzung gesucht, war aber nicht fündig geworden. Es fehlte dagegen ein zentral gelegenes Innenstadthotel, da das Angebot des Mercure Hotels oft voll ausgelastet ist und der Stadt durch geringes Hotelangebot Tagungen entgehen. Die Tagungs- und Messezentren in der Stadt sind von dem Standort aus optimal mit dem ÖPNV zu erreichen. Der Kontakt mit B&B Hotels GmbH entstand auf der Expo Real 2011. Für den Hotelneubau war eine Änderung des Planungsrechts nicht notwendig. Es entsteht eine Investition von etwa 3,5 Mio. Euro für ein 2-Sterne-Haus mit 92 Zimmern. Die Fertigstellung des Hotels ist für die erste Jahreshälfte 2014 geplant. Investor ist die KC Gruppe. □

Immobilienmarkt USA Erholung des Häusermarktes schreitet voran Andreas Wellstein, Immobilien Research DekaBank

Die US-Wirtschaft erweist sich trotz der fiskalischen Belastungen als recht robust. Seit Anfang des Jahres wird die Volkswirtschaft durch eine restriktive Finanzpolitik gebremst. Bereits im Januar stiegen vor allem die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitnehmer. Aufgrund einer fehlenden Einigung hinsichtlich der im Sommer 2011 beschlossenen automatischen Ausgabenkürzungen traten diese nun im März in Kraft. Durch die höhere Abgabenbelastung haben die privaten Haushalte diese durch eine Absenkung ihrer Ersparnis kompensiert, sodass etwaige Bremseffekte beim privaten Konsum ausgeblieben sind. Wir erwarten, dass die automatischen Ausgabenkürzungen die Staatsaktivität im zweiten Quartal 2013 noch gebremst haben. Letztlich dürfte dies allerdings nur eine zeitlich befristete Wachstumsabschwächung sein. Wir rechnen für das laufende Jahr mit einem BIP-Wachstum von 2,1 Prozent und für 2014 mit 2,5 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2013 setzte sich der Preisaufschwung weiter fort. Verantwortlich für diese Entwicklung ist eine Verbesserung am Arbeitsmarkt, die im Zusammenspiel mit einem historisch niedrigen Zinsumfeld in eine erhöhte Nachfrage mündet. Zwar nimmt die Bauaktivität seit mehreren Quartalen und zeitweise sogar sehr kräftig zu, sie kommt allerdings von einem extrem niedrigen Niveau. Dadurch schrumpfte in den vergangenen Quartalen das Überangebot an Häusern spürbar. Die Zahl der Verkäufe neuer Häuser lag im April 2013 30 Prozent über dem Vergleichswert von 2012. Die Verkaufsdauer hat sich von knapp fünf auf vier Monate verkürzt. Bei bestehenden Häusern reduzierte sich die Verkaufsdauer von 6,6 auf 5,2 Monate. Zum Höhepunkt der Krise lag die Dauer jeweils bei über neun Monaten. Wir gehen davon aus, dass sich die Erholung des Häusermarktes weiter beschleunigt, auch wenn die US-Notenbank Fed ihre extrem expansive Geldpolitik schrittweise reduziert.

Deutliche Erholung am Häusermarkt

Büromärkte: High-Tech- und Rohstoff-Standorte haben die Nase vorn

Die Hauspreise sind 2012 überraschend stark gestiegen. Laut FHFA-Index lagen sie zum Jahresende knapp sechs Prozent über dem Vorjahresniveau. Die positive Preisentwicklung hat auch regional an Breite gewonnen. Nach dem Case Shiller 20 Städte-Index, der die Preisentwicklung in den Städten abgreift, sind die Preise auf Jahressicht um knapp sieben Prozent gestiegen. Besonders deutlich waren die Veränderungen in Standorten wie Detroit, Las Vegas und Phoenix, die von der Hauspreiskrise stark betroffen waren.

Die Beschäftigungsentwicklung in der Privatwirtschaft stimmt für die weitere Entwicklung der US-Büromärkte positiv. Vor allem der Energiesektor liefert dazu einen maßgeblichen Beitrag, aber auch der High-Tech- und Software-Bereich mit den Wachstumsfeldern Mobile Internet (Smartphones, Tablets), Cloud Computing und Social Networking setzt Impulse. Nur der öffentliche Sektor wird durch Sparmaßnahmen und Ausgabenkürzungen auf absehbare Zeit eher weni-


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Deals Deals Deals Münster: Die ACREST Property Group GmbH hat für die CitCor Retail Properties GmbH & Co. KG ein Wohnund Geschäftshaus an die Lindenstruth GmbH & Co. Grundstücks KG für einen mittleren einstelligen EuroMillionenbetrag verkauft. Das in der Fußgängerzone, Salzstraße 41, gelegene Gebäude hat eine Gesamtnutzfläche von ca. 1.160 qm. Der Käufer wurde von Corpus Sireo beraten.

Köln: HOCHTIEF Projektentwicklung und die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA haben einen Mietvertrag über die komplette Mietfläche der Neuen Direktion Köln abgeschlossen. Das zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts am Rheinufer errichtete Gebäude wird zurzeit bis auf seine denkmalgeschützten Teile rückgebaut und mit 26.000 qm oberirdische BGF neu errichtet. Der Mieter wurde beraten durch CMS Hasche Sigle. Stuttgart: Die REM Gruppe mietet ca. 1.300 qm Fläche im Caleido von der Hochtief Projektentwicklung. Das ca. 19.800 qm BGF umfassende Büro-, Geschäfts- und Wohnhaus am Österreichischen Platz ist damit zu knapp 50% vermietet.

ger Büroflächen nachfragen als früher. Dadurch wird das Beschäftigungswachstum insgesamt aber nicht wesentlich beeinträchtigt. Auch wenn das Neubauvolumen im laufenden Jahr deutlich zulegt, droht von der Angebotsseite keine Gefahr. Der Umfang neuer Büroflächen bleibt in den kommenden Jahren deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt zurück. Das höchste Mietwachstum wird es nach unserer Einschätzung inr Technologie- und Energiestandorte wie San Francisco, Seattle und Dallas geben. Die schwächste Performance erwarten wir dagegen für die US-Hauptstadt. Durch die Zurückhaltung des öffentlichen Sektors dürften das Beschäftigungswachstum und somit auch die Nachfrage nach Büroflächen schwächer ausfallen. Wir rechnen von 2013 bis 2017 für die elf betrachteten Standorte mit einem durchschnittlichen Mietwachstum (Class A) von 2,6 Prozent pro Jahr. Es liegt damit über der von uns prognostizierten Inflationsrate im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 2,1 Prozent. Online-Boom belastet den stationären Handel Die Einzelhändler expandieren nur vorsichtig, sie setzen vor dem Hintergrund des wachsenden Online-Handels auf kleinere Ladengrößen und Multi Channel-Strategien. Im laufenden Jahr dürfte die Flächennachfrage (Nettoabsorption) erstmals wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen. Von Vorteil ist das sehr niedrige Neubauvolumen. Die Leerstandsquote sollte sich kontinuierlich verringern. Die Mietentwicklung verläuft je nach Lage und Betriebstyp unterschiedlich. Die Mieten in den 1a-Lagen dürften aufgrund des Trends in die Innenstadt und des geringen Die Hauspreise in den USA ziehen langsam aber stetig an (Foto: fotolia.com) verfügbaren Angebots weiter steigen, die Mieten in Shopping-Centern und Fachmarktzentren dagegen nur moderat zulegen. Nachfrage nach Logistikflächen steigt kontinuierlich Einer der wichtigsten Treiber für den Logistikmarkt in den kommenden Jahren ist die Effizienzsteigerung. Dem zunehmenden Handel mit Emerging Markets, dem wachsenden Online-Handel und dem Trend zurück zur einheimischen Produktion stehen ein höherer Zeitdruck, Energiesparmaßnahmen und ein Trend zur Automatisierung der Logistikdienstleistungen gegenüber. Die Nachfrage sollte sich noch stärker als bisher auf Häfen, intermodale Hubs und Frachtflughäfen konzentrieren. Für die Häfen ist es von Vorteil, wenn sie ihre Infrastruktur rechtzeitig auf die „Post-Panamax“-Periode umrüsten: Nach dem Bau neuer Schleusen am Panamakanal werden ab 2015 größere Schiffe die US-Häfen anlaufen. Die Leerstandsquote dürfte bis Jahresende weiter abnehmen und das Mietwachstum sich insbesondere an den stark nachgefragten Standorten beschleunigen. Erfreuliche Ertragsentwicklung am Hotelmarkt Bei den Performance-Zahlen erreichte der US-Hotelmarkt 2012 knapp die Werte des letzten Hochpunkts 2007/2008. Die Auslastung erhöhte sich landesweit gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent. Der durchschnittliche Zimmerpreis legte um 4,7 Prozent zu, der durchschnittliche Ertrag pro Zimmer (RevPAR = Revenue per available room) steigerte sich um 6,8 Prozent. Zweistellige Ertragszuwächse verzeichneten u.a. San Francisco, Oahu (Hawaii), New Orleans, Houston, Los Angeles und Chicago. New York, der teuerste US-


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Hotelmarkt mit der landesweit höchsten Auslastung, registrierte einen RevPAR-Zuwachs von 6,1 Prozent. Im laufenden Jahr wird landesweit mit einem Ertragswachstum von etwa 5,7 Prozent gerechnet, basierend vor allem auf einem Anstieg der durchschnittlichen Zimmerpreise um etwa 5 Prozent. Für 2014 wird ein ähnlich hoher RevPAR-Zuwachs von rund 6 Prozent prognostiziert. Das niedrige Neubauvolumen, das im laufenden Jahr erneut unter dem zwanzigjährigen Durchschnitt bleiben wird, stützt die Ertragsprognosen.

suchen. Core-Objekte werden im Fokus nationaler und internationaler Anleger bleiben, dabei sehen sie sich zunehmend auch in sekundären Märkten wie Houston oder Seattle um, was die gestiegenen Transaktionsvolumina belegen. In den nächsten Jahren sollten die Cap Rates in den meisten Märkten steigen. Zum einen sehen wir parallel zur Erholung der Wirtschaft auch die Zinsen vom langen Ende ausgehend steigen, zum anderen sollte die Flucht in Sicherheit zurückgehen und „Versicherungsprämien“ ausgepreist werden.

Investmentmärkte: Derzeit sehr teuer, aber langfristig steigende Renditen

Auf Fünfjahressicht liegen die prognostizierten Gesamterträge für die von uns betrachteten elf Büromärkte im Mittel bei nur 0,9 Prozent pro Jahr (Medianwert). An der Spitze der Rangliste stehen mit Chicago, Dallas und Miami die Märkte, die mit den höchsten Cap Rates in den Prognosezeitraum starten. Sinkende Kapitalwerte bei - gemessen an den Cap Rates - prozentual niedrigen Mieteinnahmen dürften in den kommenden Jahren in Manhattan und Washington D.C. sogar zu Verlusten führen. Für alle analysierten USBüromärkte gilt jedoch, dass nach den sehr hohen Erträgen in den vergangenen beiden Jahren nun wieder größere Bescheidenheit bei den Investoren angesagt sein dürfte. □

Das Transaktionsvolumen für gewerbliche Immobilien in den USA belief sich 2012 auf 177 Mrd. USD, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp 45 Prozent des Investmentvolumens 2012 betrafen Büroimmobilien. Im ersten Quartal 2013 betrug das Investmentvolumen knapp 35 Mrd. USD, 8 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Für eine weitere Zunahme der Investmentaktivitäten sprechen das anhaltend niedrige Zinsniveau, das solide Wirtschaftswachstum und der anhaltende Kapitaldruck seitens institutioneller Investoren, die eine Alternative zu Aktien und Staatsanleihen

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Deals-Mix

Die Energiewende ist möglich

Ludwigsburg: Der ECE European Prime Shopping Centre Fund erwirbt das Marstall-Center. Damit übernimmt die ECE neben dem Umbau und der Modernisierung des Einkaufszentrums auch die Finanzierung über ihren Fonds. Die Modernisierungsarbeiten für das 1975 eröffnete MarstallCenter sollen im Frühjahr 2014 beginnen. Die Wiedereröffnung ist für Herbst 2015 geplant. Das Investitionsvolumen für die Neugestaltung beträgt rund 90 Mio. Euro. Auf zweieinhalb ShoppingEbenen wird das völlig neugestaltete Einkaufszentrum über eine Verkaufsfläche von ca. 23.000 qm verfügen. Die ECE wird das langfristige Management sowie die Vermietung des Centers übernehmen.

Eckwerte der deutschen Energiewirtschaft

Köln: Die QuestBack GmbH mietet rd. 1.800 qm Fläche in den Cologne Oval Offices über Greif & Contzen. Bonn: Die BauGrund Immobilien-Management GmbH mietet 1.702 qm Bürofläche im Objekt Circle-Center Bonn, Potsdamer Platz 5/ Lievelingsweg 125 von German Acorn Real Estate über Larbig & Mortag Immobilien GmbH. Hamburg: Die Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten mbh mietet ca. 1.000 qm Bürofläche im HumboldtHaus am Sandtorkai 37 von Dundee International REIT über Angermann Real Estate Advisory AG.

Mit seinen Zahlen zu den Eckwerten der deutschen Energiewirtschaft überraschte Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller, Sprecher des Vorstandes der RWE Vertrieb AG, auf einer Tagung des Verbandes der deutschen Immobilienjournalisten. Die Energiewende sei möglich. Die Nachfrage stagniere oder werde leicht rückgängig sein. Gleichzeitig würden Kapazitäten in erheblichem Umfang zugebaut. Die Börsenpreise für Strom fallen. Bedeutende Herausforderung sei die intelligente Steuerung der Netze. Die Lichter werden auch nach Abschaltung des Atomstroms in Deutschland nicht flackern. Der fundamentale Umbau der Energiewirtschaft sei ein irreversibler Prozess, der jedoch Chancen für innovative Geschäftsmodelle eröffne, leitete Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller, Sprecher des Vorstandes der RWE Vertrieb AG, auf der immpresseclub-Tagung ein. Bis 2050 rechnet Müller mit einem Komplettumbau der Energiewirtschaft. Die etablierten Geschäftsmodelle geraten durch den Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten nachhaltig unter Druck. Dezentrale Organisation und fluktuierende Erzeugung bewirkten eine Komplexitätssteigerung für das Management des Gesamtsystems. Daraus ergäben sich im Gegenzug große Chancen für innovative Geschäftsmodelle. Immpresseclub-Vorsitzender und Tagungs-Moderator Werner Rohmert hatte erwartet, dass hohe Grundlastanforderungen die Verwendung regenerativer Energien konterkarieren würde. Demgegenüber steht als Fazit des Referenten, dass die Energiewende möglich sei. Energie werde seit Jahren kontinuierlich billiger. Darüber hinaus werde kontinuierlich Kapazität zugebaut. Gleichzeitig sei die Abnahme konstant oder mittelfristig sogar eher sinkend. Das führe zu einer Fortsetzung des Verbilligungstrends und in Verbindung mit internationaler Vernetzung auch zu einem ausreichenden Energieangebot auch in schwierigen Situationen. Die Lichter werden auch nach Abschalten des Atomstroms nicht ausgehen. Um sie auch nur kurzfristig zum Flackern zu bringen, bedarf es schon hoher Netzausfälle. Die Steuerung der Netze in einer komplexen dezentralen Energieversorgung sei in Zukunft die besondere technische Herausforderung. Die Stromerzeugungskapazitäten würden durch den Ausbau regenerativer Erzeugung von 2010 bis 2030 voraussichtlich um 80% steigen. 2010 lag die Gesamtkapazität in etwa bei 158 Gigawatt. Davon wurden bereits 62 Gigawatt durch regenerative Energien und Speicher gedeckt. Die Kernenergie trug lediglich 21 Gigawatt bei und ist seither durch die Abschaltungen annähernd halbiert worden. Die Großhandelspreise für Strom an der Energiebörse EEX befinden sich seit dem Höhepunkt 2008 in deutlicher Abwärtsbewegung und haben sich seit dem Peak in 2008 im Spitzenlastbereich annähernd halbiert und im Grundlastbereich um ein Drittel reduziert. Den stark erhöhten Stromerzeugungskapazitäten stehe allerdings je nach Modellrechnung ein konstanter oder sogar sinkender Stromverbrauch gegenüber. Das halte den Druck auf die Energiepreise. Einem durchschnittlichen Spotpreis an der Energiebörse von 5,4 Cent pro Kilowattstunde stehe nach staatlichen Abgaben ein Strompreis für Haushaltskunden von durchschnittlich 28,50 Cent und von Industriekunden von 15,10 Cent vor Mehrwertsteuer gegenüber. Über 80% des Strompreises der Haushalte resultiere nicht aus Herstellkosten, sondern aus staatlichen Abgaben. Insbesondere sei zu erwarten, dass auch die reinen Erzeugungs-


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Köln-Deals Köln: BNPPRE vermittelte gut 1.400 qm Bürofläche an zwei Mieter in den Cologne Oval Offices. Die Smart Technologies GmbH wird ab Sommer ihren neuen Standort mit 800 qm am GustavHeinemann-Ufer 72-74 beziehen. Der zweite Mieter sind die Geskes Patent- und Rechtsanwälte mit rd. 700 qm Bürofläche. Eigentümervertreter der Cologne Oval Offices ist die Münchner MEAG, der Vermögensverwalter von Munich Re und ERGO.

kosten von Strom aus regenerativer Energie, die heute noch deutlich über Atom- oder Kohlestrom liegen, ab etwa 2020 aus Kostensicht mit der fossilen Erzeugung konkurrieren können. Die Herstellungskosten der regenerativen Energien liegen bereits heute in oder unter der Bandbreite der Haushaltskundenpreise und werden weiter sinken. In sonnenintensiven Ländern sind heute bereits die PhotovoltaikKosten deutlich geringer. Auch RWE investiere seit 2008 jährlich ca. 1 Mrd. Euro in den Ausbau von Erzeugungskapazitäten vorrangig im Bereich Wind und Wasser. Und mit Blick auf sein eigenes Haus erwartet Müller, dass Autarkie-Bestrebungen privater Haushalte zukünftig immer dominanter würden. Dies würde sich über reine Rechenmodelle hinwegsetzen. So würde sein Haus im Jahresdurchschnitt 76% des jährlichen Energiebedarfs selber durch Photovoltaik auf dem Dach, Lithium-Ionen-Speicher und Erdwärmepumpe für Heizung, Kühlung und Warmwasser selbst erzeugen. (WR) □

Mein NRW. Me i n e H e i m a t . Meine Stiftung. Konzept und Design: steinrücke+ich Köln; Foto: Ruprecht Stempell

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ich erkunde Nordrhein-Westfalen am liebsten beim Wandern. Meine Heimat ist für mich da, wo ich mich auskenne wie in meiner Westentasche. Aber auch da, wo ich hinter jeder Wegbiegung etwas Neues entdecken kann. Unser Land hat eine große Lebensqualität. Damit es so attraktiv und vielfältig bleibt, sind wir alle aufgefordert, etwas dafür zu tun.

liebe – die Natur- und Kulturschätze unserer Heimat. Mehr als 2.500 ehrenamtliche Projekte konnten mit Hilfe der NRW-Stiftung bereits gefördert werden – auch in Ihrer Region. Schützen auch Sie, was Sie lieben – mit Ihrer Spende! Manuel Andrack – Autor, Moderator, Wanderer

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Deals

Österreich wächst ins Herz von Europa

Schweinfurt: Die ACREST Property Group GmbH hat für die CitCor Retail Properties GmbH & Co. KG das ehemalige Modehaus Kolb in der Spitalstr. 11 an einen regionalen Textilfilialisten verkauft. Das in der Fußgängerzone gelegene Gebäude hat eine Gesamtnutzfläche von 650 qm. Die derzeit zu 100% leer stehende Immobilie will der Käufer zukünftig selbst nutzen.

Deutsches Kapital für österreichische Fachmarktzentren

Köln: Die DEVELOPMENT PARTNER AG und die von der E&G Financial Services GmbH verwaltete E&G Bridge Equity Fonds GmbH & Co. KG haben als gemeinsame Projektpartner ihr Bürogebäude KÖLNCUBUS auf dem Deutzer Feld mit der Vermietung von gut 5.000 qm Bürofläche an MEDIA BROADCAST praktisch voll vermietet. Ottobrunn: Die Grundstücksentwicklung 01 GmbH & Co. KG mietet ein 28.350 qm großes Grundstück vom IT- und Elektronikkonzern TE Connectivity über Realogis. Der neue Eigentümer, ein Jointventure der Isarkies GmbH & Co. KG und Gesellschafter der MP Holding GmbH, wird in diesem Jahr mit der Realisierung von zwei Logistikimmobilien mit insgesamt rd. 12.900 qm Hallen- u. Bürofläche im Finsinger Feld beginnen. Die beiden Immobilien sind bereits vermietet.

Peter Windmeißer, Leiter Assetklasse Handelsimmobilien KGAL Ungeachtet aller kontroversen Diskussionen um die zunehmende Bedeutung des E-Commerce für den Einzelhandel erleben derzeit neben Geschäftshäusern auch Fachmarktzentren einen spürbaren Aufschwung. In- und ausländische Investoren richten ihren Fokus auf attraktive zeitgemäße Retail Parks an bevorzugten Standorten mit Magnetwirkung und Erfolg versprechendem Einzugsgebiet. Dies gilt aufgrund der besonderen geografischen Konstellation insbesondere für unser Nachbarland Österreich. Für einen neuen Einzelhandelsimmobilien-Fonds der KGAL, der ein Portfolio mit vier bis acht österreichischen Fachmarktzentren mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 150-250 Mio. Euro aufbauen wird, konnte innerhalb weniger Monate das erforderliche Eigenkapital eingeworben werden. Namhafte deutsche institutionelle Investoren beteiligen sich mit unterschiedlichen Tranchen an der Umsetzung des Investment-Vorhabens. Solidität und Stabilität in der Alpenrepublik Österreichs Einzelhandels-Immobilienmarkt ist bei in- und ausländischen Investoren derzeit sehr gefragt. „Tu felix Austria“ – glückliches Österreich, denn das Land überzeugt durch europaweit vergleichsweise erfreuliche Fundamentaldaten. Geringe Arbeitslosigkeit, positive Wirtschaftswachstumsraten und stabile Einkommen der Einwohner sorgen nicht zuletzt auch für ein kaufkraftbasiertes, positives Einkaufsklima. Österreich gilt neben Deutschland als sicherer Investitionsstandort – das zunehmende Interesse an Retail-InvestmentTransaktionen belegt dies ein- Shoppen mit Alpenblick - Investoren suchen nach Fachmarktinvestments in Österreich (Foto: fotolia.com) drucksvoll. Dabei gilt das große Interesse an Handelsobjekten nicht etwa nur Shoppingcentern in Wien, sondern aufgrund der dezentralen Siedlungsstruktur Österreichs ebenso soliden, regionalen Fachmarktzentren in den ländlichen Bereichen. Sie genießen dort hohe Bedeutung im Sinne einer lokalen Zentrumsfunktion für den jeweiligen Bezirk. Nicht das Einkaufs-Erlebnis steht im Vordergrund, sondern die Abdeckung des wöchentlichen periodischen Bedarfs. Daher sind diese Objekte auch relativ unabhängig von Konjunkturschwankungen und selten von nennenswerten Mietausfällen betroffen. Starkes Investoren-Interesse Mit Kapital mehrerer deutscher institutioneller Investoren – Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke – wurde nun innerhalb kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal ein Kaufvertrag über ein großes neues Fachmarktzentrum in Österreich abgeschlossen. Ein Paradebeispiel dafür, was Investoren momentan suchen - und nur selten finden: Das voll vermietete Objekt Retail Park „Neukauf Villach“ in der Bezirkshauptstadt Villach in Kärnten wurde im Jahr 2012 fertig gestellt und eröffnet. Der hochwertige und architektonisch außergewöhnlich gelungene Neubau mit einer Gesamt-Mietfläche von 16.235 qm ist geprägt durch einen durchgängigen kompakten Baukörper sowie einen großzügigen


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Deals München: Die Multipark Mönchhof Dritte GmbH & Co. KG – eine Projektgesellschaft der MP Holding GmbH und der OFB Projektentwicklung GmbH – haben den gesamten vierten Bauabschnitt des Multiparks Mönchhof an die DSV Air & Sea GmbH vermietet. Für das Unternehmen wird auf einem Areal von rund 9.000 qm ein individuelles Ensemble, bestehend aus Büro- und Hallengebäude errichtet. Hier stehen im Bürogebäude ca. 2.600 qm Büro- und Sozialflächen zur Verfügung. Im Hallengebäude entstehen ca. 2.000 qm Lagerfläche, ca. 180 qm Allgemein-, Sozial- und Bürofläche, sowie 450 qm Galeriefläche. Das Mietverhältnis beginnt nach Fertigstellung des Gebäudes im November 2014 und hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Insgesamt entsteht auf dem Mönchhofgelände in Kelsterbach eine Gesamtmietfläche von ca. 32.000 qm.

Köln: Die Product Media Holding und die My Voucher Deutschland GmbH mieten gemeinsam 990 qm Bürofläche in der Agrippinawerft 26-30 über BNPPRE. Die Vermittlung der Flächen wurde von der RREEF Spezial Invest GmbH für einen Spezialfonds für institutionelle Investoren, der Eigentümer des Objekts Kap am Südkai ist, in Auftrag gegeben.

Parkplatz mit 419 Stellplätzen. Bei sehr guter Verkehrsanbindung ermöglichen zudem die überwiegend ebenerdigen Verkaufsflächen und ein zugkräftiger vielseitiger Branchen- und Mietermix ein komfortables One-Stop-Shopping mit kurzen Wegen. Nicht nur bei diesem Objekt ein wichtiger Aspekt, denn gerade im Hinblick auf künftige demografische Entwicklungen wird bequemes und barrierefreies Einkaufen immer höhere Wertschätzung erfahren. Die insgesamt 24 Mieter des Retail Parks werden angeführt von den Ankermietern Merkur – als Lebensmittel-Vollsortimenter wichtigster Frequenzbringer – und dem Sportartikelhändler Gigasport. Die anhaltend positive Bevölkerungs-Entwicklung und zahlreiche überregionale Zentrumsfunktionen lassen die Bezirkshauptstadt Villach, zugleich siebtgrößte österreichische Stadt, auch als Einkaufsstandort zunehmend an Bedeutung gewinnen. Bei rund 59.500 Stadtbewohnern umfasst die Einkaufsregion insgesamt ein Einzugsgebiet von über 132.000 Einwohnern. Während in Deutschland und anderswo klassische Warenhäuser nicht mehr die Wertigkeit und Attraktivität früherer Jahre genießen, ergibt sich für Fachmarktzentren ein weitaus günstigeres Szenario. Die hier angebotenen Güter des täglichen Bedarfs sind bei Weitem noch nicht so stark vom zunehmenden Online-Handel tangiert. Umso wichtiger für den langfristigen Erfolg ist aber auch hier Weitsicht beim Produktmix sowie der Koordination und Auswahl der Einzelhandelsmieter im jeweiligen Fachmarktzentrum. □

Büromarkt Wuppertals auf dem Weg aus dem Tal Bevölkerung steigt, Schulden sinken Die Metropole des Bergischen Landes arbeitet die klassischen Büromarktdaten nach. Die einstmals reiche Stadt mit starker produktionsorientierter Prägung wurde als Nachkriegs-SPD-Hochburg stärker durch sozial ausgerichtete Politik als durch Gewerbefreundlichkeit geprägt. Viele Unternehmen zogen ins Umland ab. Der Wandel der Textilindustrie wirkte sich aus. Mit rd. 350.000 Einwohnern liegt die Einwohnerzahl heute rd. 75.000 unter dem Höchststand des Jahres 1963. Der Rückgang der Sozialversicherungsbeschäftigten dürfte noch deutlicher sein. Im Moment ist der Einwohnerabfluss zum Stillstand gekommen. Die Wirtschaftsförderung hat jetzt den Büromarkt in Wuppertal untersucht. Die Bergische Universität stellte die Daten zusammen. Seit der ersten Vollerhebung im September 2008 verfüge Wuppertal über einen im Vergleich mit anderen Büroimmobilien-Standorten sehr transparenten Büromarkt. Damals hatten Stadtsparkasse, Wirtschaftsförderung und MaklerNetzwerk Wuppertal den Lehrstuhl von Prof. Guido Spars mit einer Untersuchung des lokalen Büroimmobilienmarktes betraut. Im Jahr 2011 wurden die‚ Erhebungen erstmals aktualisiert. Die jetzt durchgeführte zweite Aktualisierung hat ergeben, dass rd. 30 000 qm Bürofläche in den letzten beiden Jahren hinzugekommen seien. Der Flächenumsatz habe sich im regionalen Vergleich überdurchschnittlich entwickelt. Der Büroflächenbestand erhöhte sich von 1,585 Mio. qm Nutzfläche im Jahr 2010 auf inzwischen 1,618 Mio. qm im Frühjahr dieses Jahres. Die vorhandene Bruttogeschossfläche wuchs auf über 2 Mio. qm. Der Anstieg sei auf einige größere sowie vor allem auf eine Vielzahl kleinerer Neubau-, Umbau-, Umnutzungs- und Erweiterungsprojekte zurück zu führen. Hier falle natürlich auch das neue Bürogebäude an der Ohligsmühle mit knapp 15 000 qm Bürofläche ins Gewicht. Die Verteilung auf die Stadtbezirke sei nahezu unverändert geblieben. Elberfeld bleibe vor Barmen der wichtigste Bürostandort. ►


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Auch habe der Flächenumsatz im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. 2012 konnte ein Flächenumsatz von 46 000 qm nach 40 000 qm im Jahre 2010 ermittelt werden. Dabei wurde die Vermietung der Ohligsmühle nicht berücksichtigt, da sie bereits im Jahr 2011 vorvermietet wurde. Der Büroflächenumsatz pro Einwohner sei in Wuppertal inzwischen größer als in Bochum und Duisburg. Er habe sich

ten aus vielen kleineren Vermietungen und einigen Flächen-

überdurchschnittlich entwickelt, fasst Peter Vaupel, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Wuppertal zusammen. Vor dem Hintergrund der Flächenerweiterung hat die Leerstandsquote zum Frühjahr auf knapp 101 000 qm bzw. einer Quote von 6,23% leicht zugenommen. Damit dürfte Wuppertal im bundesweiten Vergleich leicht unter dem Durchschnitt liegen. (WR)

umsatz hat sich bis 2011 positiv entwickelt, war aber im letz-

umsätzen oberhalb der 2.000-qm-Markte. Dabei zeigen alle Pfeile der Domstadt in die richtige Richtung. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hat von 2009 bis 2012 von 460.000 auf 485.000 zugelegt. Die Arbeitslosenquote ist rückläufig. Der Flächenten Jahr mit 270.000 qm gegenüber 330.000 qm in 2011 deutlich rückläufig. Im Moment zeigen die Pfeile noch leicht nach unten, jedoch sieht Greif & Contzen die Möglichkeit, im laufenden Jahr das Vorjahresergebnis wieder einzustellen. Der Büroflächenbestand liegt bei 7,6 Mio. qm. Der Leerstand ist in den letzten Jahren seit 2009 von 600.000 auf heute 560.000 qm zurückgegangen, obwohl im gleichen Zeitraum der Flächenbestand um 200.000 qm zulegte. Die Leerstands-

Büromarkt Köln stabil

rate ist in den letzten 4 Jahren von 8,1 auf 7,4% gesunken.

270.000 Quadratmeter für 2013 erreichbar Der Büromarkt Köln ist erst in den letzten Jahren überhaupt in die Metropolen-Rankings der Maklerhäuser aufgenommen worden. Es hat lange gedauert, bis es die Versicherungs- und Medienhochburg als Millionenstadt schaffte, als Bürostandort ernst genommen zu werden. Noch Ende der 80er Jahre führte "Der Immobilienbrief"-Hrsg. Werner Rohmert bei der Realisierungsberatung zum MediaPark viele Gespräche, bei denen die Bürofachleute regelmäßig abwinkten.

Die nicht

immer erfolgreichen Entwicklungen von Sparkasse Köln oder Sal. Oppenheim waren auch nicht hilfreich.

Die Spitzenmiete liegt seit 5 Jahren konstant bei 21 Euro während die Durchschnittsmiete von knapp 11 Euro auf 11,60 Euro gestiegen ist. Greif & Contzen hat zwar einige Mietabschlüsse oberhalb 21 Euro registriert, sieht jedoch hierin noch keine signifikante Niveauerhöhung der Spitzenmiete. Trotz des gesunkenen Leerstandes bestehe weiterhin ein großes heterogenes Angebot an Büroflächen, jedoch habe sich das absehbar verfügbare Angebot an neuwertigen Büroflächen merklich verknappt. Dies begünstige Projektentwicklungen wie z. B. die Neubauten „Dock 6-10“ und „KaiserWilhelm-Ring 12-21“ (Foto). Nach rd. 11 Jahren Gesamtbauzeit wird zum Jahresende mit dem „Dock 6-10“ der Schluss-

Lange stand der Kölner Dom im Schatten des Düsseldorfer Fernsehturms. Über Geschmack möchten wir an dieser Stelle nicht streiten. Inzwischen hat Köln auch im Zahlenwerk nachgezogen. Im 1. Halbjahr hat sich lt. Greif & der

Contzen Kölner

Büroim-

mobilienmarkt in stabiler

Verfas-

sung

gezeigt.

Anders

als

die

Bürometropolen, die

regelmäßig

von Großvermietungen ren,

profitiedie

stein des großen innerstädtischen Entwicklungsgebietes

zum

Rheinauhafen gesetzt. Die neue Lage am Wasser hat sich

Glück fast in je-

von Beginn an mit preisgekrönter Architektur, namhaften Mie-

dem Quartal vor-

tern und Spitzenmieten am Kölner Büromarkt etabliert. Vor

kommen,

Beginn der Planungen fungierte der Hafen noch als Güterum-

steht

der Kölner Büromarkt auf einem breiten Fundament. Die 120.000 qm Vermietungsleistung des 1. Quartals resultier-

schlagplatz. (WR) □


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GdW-Jahresbilanz: Wohnungswirtschaft im Würgegriff der Regulierungen Investitionsanstieg langsamer als erwartet Karin Krentz, Der Immobilienbrief Berlin

In „Der Immobilienbrief“ Nr. 298 berichteten wir von der GdW-Jahrespressekonferenz. Wir kündigten an:

ventionierung von Bodenpreisen eine Mietenersparnis von 10 bis 20% bringen kann.

Der GDW hat einen Kostencheck erstellt und Vorschläge erarbeitet, die Karin Krentz zusammengestellt hat. Das stellen wir Montag als Artikel des Tages ins Internet bzw. veröffentlichen die Zusammenstellung im kommenden Brief.

Baugenehmigungen:

Hier ist er: Der GdW-Kostencheck – Diese Regelungen und Preise bremsen den Neubau: „Neubau ist durch die technischen Anforderungen, unter anderem an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet“, erklärte Gedaschko. Der GdWKostencheck: Baukosten: Preistreiber und damit eine Bremse für den Neubau sind auch die Baukosten. Sie verteuern den besonders in Ballungsgebieten dringend notwendigen Neubau drastisch. Von 2000 bis 2012 sind die Baukosten insgesamt um 28,6% gestiegen. Der Preisdruck geht dabei eindeutig von den Materialkosten aus, die sich stärker verteuert haben als die Arbeitskosten am Bau. Die Inflationsrate betrug im gleichen Zeitraum 22,6%. Grunderwerbsteuer: Die Grunderwerbsteuer ist in den einzelnen Bundesländern in den letzten Jahren deutlich gestiegen und liegt heute zwischen 3,5 und 5,% der Bemessungsgrundlage. Das Land Schleswig-Holstein plant, die Grunderwerbsteuer zum 1. Januar 2014 auf 6,5% zu erhöhen, Berlin von 5 auf 6%. Im Jahr 2010 wurden 5,29 Mrd. Euro Grunderwerbsteuer gezahlt. 2012 lag das Steueraufkommen bei 7,389 Mrd. Euro. "Diese Preisspirale muss ein Ende haben", forderte Gedaschko.

Die Zeit, die vergeht, bis man die Baugenehmigung für ein Baugrundstück bekommt, ist häufig viel zu lang. Es gibt Fälle von nur sechs Monaten, aber auch Fälle, wo das Verfahren zwei bis drei Jahre dauert. „Die Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen vereinfacht und beschleunigt werden“, fordert Gedaschko. Energieeinsparverordnung: Durch die Vorschriften der neuen Energieeinsparverordnung wird sich der Wohnungsneubau 2014 teilweise um bis zu 5% verteuern – ab 2016 noch mehr. Am Beispiel eines durchschnittlichen Neubaus eines viergeschossigen reinen Wohngebäudes mit 20 Wohneinheiten und einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 60 qm pro Wohnung sieht man: Mit den Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2012 kann die Miete aufgrund der gestiegenen Baukosten um ca. 4% in die Höhe schießen. All diese Kostensteigerungen bedeuten im Umkehrschluss: Gerade in den unteren Mietpreissegmenten, in denen der Wohnungsneubau besonders in den Ballungsgebieten wie München, Hamburg, in Teilen des Rhein-Main-Gebietes, aber auch in Potsdam dringend benötigt wird, passiert immer noch zu wenig. GdW-Neubaustrategie – 10 Vorschläge Der Neubau kann nur angekurbelt werden, indem man die Bedingungen für Investoren so verbessert, dass diese zu bezahlbaren Mieten neuen Wohnraum schaffen können. Dazu gehört aus Sicht der Wohnungswirtschaft: 1.

Kommunen sollten städtische Grundstücke verstärkt nach Konzeptqualität und nicht im Höchstbieterverfahren vergeben.

2.

Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen in einem angemessenen Zeitraum abgeschlossen werden.

3.

Der steuerliche Abschreibungssatz muss von 2% auf 4% angepasst werden, um steuerliche Benachteiligung abzubauen.

4.

Die Verschärfungen der EnEV sind Gift für den Neubau von bezahlbaren Wohnungen. Sie dürfen

Grundstückspreise: Viele Kommunen verkaufen ihre Grundstücke nach dem Höchstpreisverfahren. Das heißt: Der Investor, der am meisten Geld hinlegt, bekommt das Baugrundstück. Wohnungsunternehmen, die mit solchen Grundstücken bezahlbaren Wohnraum erbauen wollen, haben hier oft das Nachsehen. Wenn sie die Höchstpreise für den Erwerb zahlen, rechnet sich das am Ende nur mit einer entsprechend hohen Miete. Berechnungen haben ergeben, dass eine Sub-


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auf keinen Fall weiter vorangetrieben werden.

Fonds & Anleihen Stuttgart: Die 6%Immobilienanleihe der Cloud No. 7 GmbH ist kurz vor Ende der planmäßigen Zeichnungsfrist über die Zeichnungsbox mit dem erweiterten Volumen von 35 Mio. Euro vollständig platziert und vorzeitig geschlossen worden. Ab dem 2. Juli 2013 kann die erstrangig besicherte Anleihe im Handelssegment Bondm der Börse Stuttgart gehandelt werden. Die Anleihe dient zur Finanzierung der Bauphase eines 18stöckigen Hotel- und Wohnhochhauses im Zentrum Stuttgarts. Das Wertpapier hat einen Festzins von 6,0% p. a. und eine Laufzeit von maximal 4 Jahren. Starnberg/München: Die WERTGRUND Immobilien AG hat in Kooperation mit der HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH den neuen Offenen Immobilien-Spezialfonds Wertgrund Spezialinvest Wohnen D aufgelegt. Die WERTGRUND ist dabei für das Immobilienmanagement verantwortlich, die HANSAINVEST ist als Service-KAG tätig. Der Fonds fokussiert sich auf das Segment Wohnimmobilien in Deutschland Der Fonds hat ein ZielInvestmentvolumen von 300 Mio. Die erste Transaktion ist eine Wohnanlage in Erfurt. Die Gesamtinvestitionskosten betragen ca. 12,8 Mio. Euro. Der Fonds steht institutionellen Investoren ab einer Eigenkapitalzusage von 500 TEuro offen.

5.

Die soziale Wohnraumförderung muss auch ab 2014 mindestens auf dem bisherigen Niveau von 518 Mio. Euro jährlich (Bundesmittel) fortgesetzt werden. Diese Mittel müssen zweckgebunden sein, damit sie zielführend eingesetzt werden.

6.

Energetische Anforderungen dürfen nicht durch einzelne Landesgesetze noch weiter verschärft werden.

7.

Die Diskussion um Mietendeckel muss ein Ende haben. Durch einen Mietendeckel wurde noch keine einzige Wohnung mehr gebaut. Im Gegenteil – Mietendeckel schieben das Problem nach hinten raus und hemmen den Neubau. Die Folge: Das Problem wird noch verschärft.

8.

Der drastische Anstieg der Nebenkosten – Energie, Wasserversorgung, Müllbeseitigung und Grundsteuer – muss begrenzt werden.

9.

Eine Baukostensenkungskommission muss eingerichtet werden.

10. "Neubauklima" in der Bevölkerung fördern – alle möchten mehr Wohnraum in Ballungsregionen – aber möglichst nicht in der eigenen Nachbarschaft oder auf dem Grundstück gegenüber. Wir brauchen eine klare politische Schwerpunktsetzung für mehr Neubau, eine Neubaukampagne und Unterstützung für eine sachgerechte öffentliche Debatte zur Wohnungspolitik. (KK) □

Patrizia: Altersgerechter Wohnraum Mangelware Große Marktpotenziale für Investitionen in Pflegeheime und altengerechte Wohnungen in Deutschland bieten Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Teile Sachsens. Das ist das Ergebnis einer Studie der Patrizia Immobilien AG. In Teilen dieser Regionen steige die Zahl der Heimbewohner bis 2030 auf 2.000 bis 20.000 an. Bereits derzeit sind die Pflegeheime zu über 90% ausgelastet. Favorisiert werden demnach die Städte Köln, Recklinghausen, Dortmund und Aachen, weite Teile von Mecklenburg-Vorpommern sowie der Südosten von Sachsen. Die entscheidenden Kriterien für die Bewertung der Investitionschancen sind die Auslastung der Pflegeheime, die Zunahme der Heimbewohner sowie die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen. Der Zahl der über 80jährigen steigt regional unterschiedlich Naturgemäß in den strukturschwachen Gebieten stärker als beispielsweise in den Universitätsstädten. Laut Studie werden bis 2030 zusätzlich rund 3,2 Mio. barrierefreie Wohnungen benötigt. (CW) □

Änderungen beim Wohnriester Der Gesetzgeber hat Änderungen beim Wohn-Riester beschlossen. Er wird flexibler. Vor allem alte und neue Eigenheimbesitzer profitieren künftig von den geänderten Regeln. So können beispielsweise Riester-Guthaben auch für alters- und behindertengerechte Umbaumaßnahmen eingesetzt werden. Das ändert sich beim Wohn-Riester Jederzeitige Kapitalentnahme Riester-Sparer können bis zum Beginn der Auszahlungsphase jederzeit Kapital aus ihrem Sparvertrag entnehmen. Es kann für den Bau oder Kauf von selbst genutztem Wohneigentum und zur Tilgung eines Immobiliendarlehens eingesetzt werden. Barrierefreier Umbau Alters- und behindertengerechte Umbauten sind mit dem Guthaben möglich. Vorausset-


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Garbe: Neues Logistikzentrum Hamburg/Gudensberg: Die Garbe Logistic AG ist von der Rudolph Logistik Gruppe mit der Errichtung eines neuen Logistikzentrums beauftragt worden. Es ist bereits das vierte Projekt, das der Hamburger Logistikimmobilienentwickler für den international tätigen Logistikdienstleister realisiert. Der Neubau mit einer Hallenfläche von 8.800 qm entsteht in den kommenden Monaten auf einem 19.000 qm großen Grundstück in Gudensberg, rund 10 km vom RudolphStammsitz in Baunatal entfernt. Mit der neuen Logistikhalle, der zweiten, die die

zung: Die Hälfte der Summe fließt in Maßnahmen, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die zweite Hälfte muss ebenfalls für den Abbau von Barrieren innen oder außen eingesetzt werden. Bestätigt werden diese Maßnahmen von einem Sachverständigen. Darüber hinaus bestehen keine weiteren Ansprüche auf Zuschüsse oder steuerliche Erleichterungen. Liegt der Anschaffungszeitpunkt weniger als drei Jahre zurück, müssen mindestens 6.000 Euro, anderenfalls mindestens 20.000 Euro entnommen werden. Jederzeitige Einmalbesteuerung Die Riester-Beiträge und Zulagen werden auf einem fiktiven Wohnförderkonto erfasst und verzinst. Bislang musste sich der Sparer zu Beginn der Auszahlungsphase entscheiden, ob er eine Besteuerung der der angesparten Summe in gleichen Raten bis zum 85. Lebensjahr oder eine rabattierte Einmalbesteuerung von 70% wünscht. Nunmehr ist die Einmalbesteuerung während der gesamten Laufzeit möglich. Neuregelung des Entnahmebetrages Die Einschränkung, nach der für den Erwerb einer Wohnung bis zu 75% oder die komplette Summe entnommen werden musste, entfällt. Nunmehr können jederzeit Beträge ab 3.000 Euro eingelöst werden. Bei Teilentnahmen müssen 3.000 Euro im Vertrag verbleiben. (Quelle: LBS) (CW) □

Kommentar - Stadtumbau Nichts leichter als das? Dr. Thomas Beyerle

Garbe Logistic AG am Standort entwickelt, verfügt Rudolph in Gudensberg künftig über eine Lagerfläche von 19.300 qm. Die Übergabe des modernen Logistikzentrums ist für Mitte November vorgesehen. Sowohl für die neue Halle als auch für die Bestandshalle wurden langfristige Mietverträge geschlossen.

Wohnungskauf Köln: KGAL hat für den Spezialfonds KGAL/HI Wohnen Core 2 147 Mietwohnungen mit 10.600 qm Nutzfläche im Stadtteil Porz erworben. Der Komplex ist nahezu voll vermietet.

Beim Stadtumbau bewegt sich etwas. Mittlerweile vergeht kaum noch ein Tag, an dem nicht Initiativen gegründet, Meldungen via Tagesschau daherkommen oder Vorschläge zur Stadt der Zukunft gemacht werden, seien es Nachverdichtungsüberlegungen, temporäre Zwischennutzungen oder auch das Vorantreiben von hippen „Urban-Gardening“-Ideen, also die meist kleinräumige, landwirtschaftsbezogene Nutzung von Flächen, die eigentlich Siedlungsflächen sind. Auf übergeordneter Ebene fließen die Ideen – je nach Stadt mehr oder weniger erfolgreich – in die großräumigen Planungsüberlegungen ein, in die Stadtentwicklungsleitlinien, in die informelle und möglicherweise auch verbindliche Bauleitplanung. An Ideen, Visionen und Engagement zur Stadt von Morgen mangelt es also nicht. Aber: Hand aufs Herz – kann es die zweite Generation der legendären Wiederaufbaugeneration eigentlich? Wird dazu eigentlich das Wissen vermittelt an den gängigen Immobilienbildungsinstituten? Und: welche Rolle spielt die Immobilienwirtschaft in diesem Kontext? Meiner Meinung nach eine viel zu geringe – mehr noch sie bleibt eher unsichtbar, zu sehr im Hintergrund. Wahrscheinlich ist, dass sie zu wenig Zeit hat für den Stadtumbau. Primäres Ziel ist für viele Immobilienunternehmen momentan, der kaum zu leugnenden Superhausse rund um den Wunsch der Deutschen nach innerstädtischem (Neubau-) Wohnraum zu befriedigen. Auch beeindruckende Refurbishmentbeispiele auch auf der gewerblichen Seite sind vor allem eines: eine Objektsicht, aber keine Stadtsicht. „Keine Zeit“ mag da aus der wohnungswirtschaftlichen Perspektive in der Tat ein Argument sein. Der Boom beim Wohnen und die wird allerdings irgendwann vorbei sein. Und was dann? ►


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Platow Special Immobilien Wo Immobilien sich trotzdem rechnen Die Immobilienpreise in Deutschland kennen derzeit kein Halten. Insbesondere bei Wohnen steigen die Preise in einem Tempo, das in manchen Märkten eine Überhitzung befürchten lässt. Dank Niedrigstzinsen und fehlender Anlagealternativen rechnen sich unter bestimmten Voraussetzungen viele Investitionen aber durchaus noch. Lesen Sie im neuesten PLATOW Special Immobilen auf 24 Seiten, welche Immobilienaktien die Redaktion der PLATOW Börse empfiehlt, auf welche Produkttrends institutionelle Investoren jetzt setzen und bei welchen Geschlossenen Fonds das Zugreifen immer noch lohnt. Die Highlights

Noch kritischer ist, dass viele Immobilienunternehmen offensichtlich gar kein Interesse am Stadtumbau haben. Als Erklärung wird gerne nachgeschoben, dass das Ganze doch mehr oder weniger sinnlos sei. Wie die Stadt der Zukunft auszusehen hat, dass wissen doch diejenigen, die sie propagieren, selbst nicht einmal. Unumwunden zugegeben: Das stimmt! Da tauchen Visionen auf wie Parks und Landwirtschaft auf ganzen Etagen in Hochhäusern, verpackt in sensationelle Architektur, garniert mit innovativen technischen Spielereien. Für sich genommen wirkt das auch durchaus irgendwie überzeugend. Doch den klassischen Objektblickwinkel, den die Immobilienwirtschaft mitbringt, also der Cashflow-Fokus, den haben die Visionäre oft nicht. Müssen sie vielleicht auch nicht haben, dafür sind es Visionäre. Aber wenn es sich nicht rechnet, wird es wohl auch nicht realisiert. Noch bedrohlicher: Die Bewegung „Recht auf Stadt“, fast schon als Relikt aus den 68er abgetan, gewinnt dieser Tage wieder spürbar an Dynamik. Hier wird wieder die Meinungshoheit zu einem Thema „anderen“ überlassen. Den Stadtumbau sinnvoll zu gestalten, kommt der Quadratur des Kreises gleich. Oder einer Operation am lebenden Herzen. Die Lösungen liegen irgendwo zwischen Verdichtung (mehr Wohnraum auf gleicher Fläche inklusive Infrastruktur), grünen Lungen (mehr Parks wollen alle), besserer sozialer Durchmischung (das will die Politik und die Öffentliche Hand) und Bezahlbarkeit („günstige Miete“ – das wollen alle, außer manch Vermieter vielleicht). Allen Anforderungen gerecht zu werden, dürfte unmöglich sein. Zumal sich die Stadtumbauprozesse „live“ gestalten, nicht unter Laborbedingungen. Der eine oder andere zukunftsforsche Visionär verschweigt dies mitunter. Gerade diese Lücke sollte von unserer Branche geschlossen werden. Statt am Ende zu klagen, sollten sich Investoren, Projektentwickler, Makler oder auch Finanzierer gleich zu Beginn einzubringen. Jetzt. Natürlich – die Ansätze sind ja längst da – siehe agenda 4 oder die Zivilarena, private Unternehmen engagieren sich in der Quartiersentwicklung, vielleicht auch, weil viele ahnen, dass die großen Herausforderungen der Zukunft nur in großräumigen Maßstäben gelöst werden können. Unsere Branche ist so vielschichtig, da muss es möglich sein, einen langfristigen Mehrwert für die wichtigsten städtischen Zukunftsfragen zu liefern. Schon aus ureigenem, ökonomischem Interesse. Stadtumbau ist machbar. □

 Markt: Wo Investitionen in Zukunft sinnvoll sind

 Institutionelle: Initiatoren werden kreativer

 Immobilenaktien: Alles, nur nicht langweilig

 Geschlossene Fonds. Die Immobilie als Rettungsanker Als Abonnent ordern Sie das PLATOW Special Immobilien zum Vorzugspreis von 34 (statt 39) Euro. E-Mail an : info@platow.de

Kurz notiert... Konjunktur führt zu deutlich geringerer Nettoabsorption Die Nutzer werden preissensibler. Während 2012 die 7 deutschen Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart noch von einer relativ hohen Nettoabsorption in der Größenordnung von rd. 1 Mio. qm geprägt waren, ist Jones Lang LaSalle für das laufende Jahr eher skeptisch. Die rückläufige Expansion der Nutzer werde 2013 die Nettoabsorption deutlich geringer ausfallen lassen. Research-Chef Helge Scheunemann erwartet für 2013 nur noch einen echten Büroflächenverbrauch von 500 000 qm, der Hälfte des Vorjahres. Darüber hinaus würden die Nutzer preissensibler. Die Preissteigerungen des vergangenen Jahres würden nicht mehr akzeptiert werden. 2013 würde zu einem ausgeprägten Nutzermarkt. Die Nutzeransprüche hinsichtlich Lage und Ausstattung der Flächen würden weiter steigen. Auch in Bezug auf Effizienzsteigerung sei die Erwartungshaltung nutzerseitig sehr hoch. □


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Impressum Rheda-Wiedenbrück, T: 05242901250, F: 05242-901251 info@rohmert.de, www.rohmert-medien.de, Chefredaktion: André Eberhard (V.i.S.d.P.) Immobilienredaktion: Dr. Thomas Beyerle, Dr. Gudrun Escher, Marion Götza, Ergin Iyilikci, Uli Richter, Werner Rohmert Immobilienaktien: Hans Christoph Ries Berlin: Karin Krentz Frankfurt: Christina Winckler München: Alexander Heintze/Thomas Döbel (u.v.a.) Einzelhandel: Dr. Ruth Vierbuchen Volkswirtschaft: Prof. Dr. Günter Vornholz Hrsg.: Werner Rohmert Recht / Anlegerschutzrecht: RA Klumpe, Schroeder & Partner, Köln; Dr. Philipp Härle - Tilp RA, Berlin; Redaktl. Beirat: Klaus Ansmann (Deutsche Post Immobilien), Dr. Kurt E. Becker (BSK), Jürgen Böhm (ImmobilienScout24), Joachim Bücker, Bernhard Garbe (stilwerk/Garbe Logistic AG), Dr. Karl Hamberger (Ernst & Young), Klaus Hohmann, Prof. Dr. Jens Kleine, Frank Motte, Prof. Dr. Wolfgang Pelzl (Uni Leipzig), Fritz Salditt (Stb.), Andreas Schulten (Bulwien AG) Wissenschaftliche Partner: Prof. Dr. Hanspeter Gondring FRICS (Studiendekan, Duale Hochschule BadenWürttemberg Stuttgart) Prof. Dr. Robert Göötz (Studiendekan/FRICS; Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen) Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18, 33378 Rheda-Wiedenbrück, T.: 05242 901-250, F.: 05242 - 901-251 Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E.h. Volker Hardegen (Vorsitz), Unsere Bankverbindung erhalten Sie auf Anfrage. Bildquellen: fotolia.com Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder. stellv.: Dr. Karina Krüger-Junghanns

Unternehmen, die in "Der Immobilienbrief" erwähnt werden: Acrest Property Group (5,19,24), Aengevelt (4,5), Angermann Real Estate (22), Archon Group (5), Aurec Capital (12), aurelis Real Estate (12), B&A (18), BauGrund Immobilien Management (22), Beteiligungsreport (26), BID (2), BNPPRE (2,4,23,25), Bouwfonds (16), BVI (2), C&A (18,19), Catella Property (4,5,17), Catella Real Estate (3), CBRE (13,14), CitCor Retail Properties GmbH & Co. KG (24), Cloud No. 7 GmbH (29), Colliers (16), Commerz Real (18), Corestate AG (14), Corpus Sireo (17,19), Cushman & Wakefield (17), DDIV (2), Deka (9,17), Deutsche Annington (9,12), Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten (22), Deutsche Wohnen (14), Development Partner (24), DFV (9), DIC Asset (6,9,10), Dr. Lübke (17), DSV Air & Sea (25), Dundee International Reit (22), E&G Financial Services (24), EASA (20), Ebertz & Partner (7), ECE (19), ECE (22), Ergo (23), fairvesta (18), Friseur Klier (6), Garbe (10,16,30), GBW (13,14), GdW (2,16,28), German Acorn Real Estate (22), Geskes Patent- u. Rechtsanwälte (23), Greif & Contzen (22,27), Grundstücksentwicklung 01 (24), GSW (13), Hansainvest (29), Hochtief (20), Immobilien Manager (15), Immovation AG (5), Internos Gruppe (18), Isarkies (24), IVD (2), Jones Lang LaSalle (2,4,13,31), JP Morgan (12), KC Gruppe (19), KGAL (30), Kulas Architekten (18), Larbig & Mortag (22), LBS (30), LEG (12), Lidl (6), Lindenstruth GmbH & Grundstücks KG (19), Maersk Line (17), MEAG (23), Media Broadcast (24), Media Markt (6), Modehaus Kolb (24), Morgan Stanley (12), MP Holding (24,25), Multipark Mönchhof Dritte (25), Munich RE (23), My Voucher Deutschland (25), Nomura (12), OFB Projektentwicklung (25), Olswang Germany LLP (17), Pamera Asset Management (12), Patrizia AG (13,14,29), Pfennigpfeiffer Handelsgesellschaft (17), Platow (31), Porsche (4), Prime Office (12), ProCurand (17), Product Media Holding (25), Project Gruppe (11), QuestBack GmbH (22), Raiffeisen Wohnungsbaugenossenschaft (17), Real I.S. (21), Realogis (24), REM-Gruppe (20), Reno (6), RREEF (25), Rudolph Logistik Gruppe (30), RWE (3,22), Smart Technologies (23), sontowski & partner (6,13), TE Connectivity (24), Thyssen Krupp Stahl Immobilien (17), TLG Immobilien (2), Tristan Capital Partners (12), VDI (4), vdp (2), VGF (2,8), Wertgrund Immobilien (29), Württembergische Lebensversicherung AG (17), ZBI (14), ZIA (2).

Personen, die in "Der Immobilienbrief" erwähnt werden: Bergmann, Lars (5); Finkbeiner, Peter (2); Fromme, Jochen-Konrad (2); Gedaschko, Axel (28), Hartmann, Robert (5); Hofmeister, Gerald (5); Höller, Ulrich (9,10); HunstegerPetermann, Thomas (18); Karoff, Niclas (2); Mattner Dr., Andreas (2); Müller, Prof. Dr., Hanns-Ferdinand (22), Mutscher, Peter (5); Nacke, Lilia (5); Romba, Eric (8,9); Scheunemann, Helge (31), Spars Prof., Guido (25), Usselmann, Alexander (5); Vaupel, Peter (27).


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 1

Nr.: 67

Liebe Leser,

27. KW /05.07.2013 Zensus 2011 und kein Ende … Berlin legt (wie auch Hamburg) Widerspruch ein, erst einmal vorsorglich zur Fristwahrung. Wie bereits in der Ausgabe DIB Berlin Nr. 66 hingewiesen, ist für den Haushalt Berlin das eingetreten, was kommen musste – streichen, deckeln, kürzen von Ausgaben und erhöhen von Einnahmen, auch der Grunderwerbsteuer.

Kostenlos per E-Mail ISSN 1860-6369

Inhaltsverzeichnis Editorial

1

Berlins Haushalt 2014/15 2 und der Zensus 2011

Der Aufschrei der Branche blieb nicht aus, die Reaktionen lesen Sie bitte ab Seite 4. Bei allem Verständnis für Kritik – es ist nicht ein vernünftiger Vorschlag darunter, wie denn die Hauptstadt Berlin ihren Berg von 62,8 Mrd. Euro Schulden vernünftig tilgen kann und wie sie jährlich die dauerhaften Mindereinnahmen von 470 Mio. Euro wegstecken sollte sowie die Schuldenbremse einhält. (Lieber Herr Aengevelt, das folgende für uns beide, entre nous: ich habe einst 130 DDR-Mark Miete für meine Wohnung gezahlt, 63 qm warm in guter Lage, heute zahle ich für die gleiche Wohnung 700 Euro kalt. Preissteigerung? Welche Preissteigerung?)

Qualitative Bestandserweiterung

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asperns Die Seestadt Wiens

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Neue Wohnungen auf dem Anschutz-Areal

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Und: Eine Neuvermietungsbremse wird kommen. Dann geht das Geschrei wieder los. „Das Problem in Berlin ist nicht die absolute Miethöhe, sondern die Tatsache, dass die Mieten

Microsoft: Neue Hauptstadtrepräsentanz

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immer weiter steigen“, sagte kürzlich Thomas Heilmann, Berlins Verbraucherschutzsenator. Eine Frage: Wer verdient denn an den steigenden Mieten?

IBB: Digitale Hauptstadt

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Generali Real Estate kauft Lindencorso Impressum

Ich habe auch Hauseigentümer kennen gelernt, die seit zehn Jahren und länger die Miete nicht erhöht haben, auch nicht an Neumieter. Auf mein verdutztes Warum erhielt ich die 12 Antwort: Mir ist an einem guten Verhältnis zu meinen Mietern gelegen, die Zusammensetzung muss stimmen und das tut sie. Das scheint doch eher eine aussterbende Spezie zu sein, die 13 sich noch um jede fehlende Schraube oder defekte Glühbirne selbst kümmern, sich mit ihren Mietern auch schon mal über Persönliches austauschen. Und, liebe Angehörige der Baubranche: Jetzt müsst Ihr alle ganz tapfer sein –Ihr seid nicht mehr die besten in Berlin, die, die den Mehrwert schaffen, die wir bisher bedingungslos verteidigt haben. Nein, Ihr seid abgehängt, und zwar von den Jungen, Dynamischen – der Digitalen Wirtschaft nämlich. Alles über diese neuen Gipfelstürmer steht ab Seite 7. Und nach den Kreativen zieht es auch die Investoren nach Berlin wie Microsoft aus seinem sonnigen Silicon Valley. Und was macht der Konzern als erstes? Mietet gleich 3.000 qm in allerbester Lage und lässt erst einmal die Puppen tanzen bzw. die Fläche total umbauen. Und wer profitiert auch davon? Na, Ihr, die Baubranche! Und Wohnungen brauchen die neuen MicrosoftZuzügler auch. Dann sind wieder Makler und Hauseigentümer am Zuge …Nur, vertreibt uns die Neuen nicht!

Ihr direkter Weg zu uns

Haben Sie eine gute Zeit – und bleiben Sie uns gewogen!

Karin Krentz


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 2

Namensänderung Der VGF Verband Geschlossene Fonds e.V. richtet den Verband neu aus. Die bisherige Interessenvertretung der Anbieter geschlossener Fonds öffnet sich zum Branchenverband für alle Unternehmen und Anlagevehikel, die im Rahmen des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) Investitionen in Sachwerte anbieten und verwalten. So können neben Kapitalverwaltungsgesellschaften künftig auch andere Branchenteilnehmer wie z.B. Verwahrstellen Mitglied werden. Damit einher geht die Umbenennung des Verbandes in BSI Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V. Aufgabe des BSI ist die Interessenvertretung der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Im Zuge der Neuausrichtung führt der Verband zwei neue Formen der Mitgliedschaft ein. Neben den bisherigen Voll- und Fördermitgliedern wird es künftig auch eine Branchen- und eine Informationsmitgliedschaft geben. Die Zusammensetzung des neuen Verbandes wird auch im Vorstand abgebildet werden. Er soll künftig aus 6 Vertretern aus dem Kreis der Vollmitglieder sowie je einem Vertreter eines Branchenund eines Fördermitglieds zusammengesetzt sein. Vorstandswahlen werden voraussichtlich im Frühjahr 2014 stattfinden.

Quelle: Berlin Grün GmbH

Berlins Haushalt 2014/15 und der Zensus 2011 Reaktionen auf die Erhöhung der Grunderwerbsteuer Die Auswirkungen des Zensus 2011 auf den Berliner Haushalt treffen die Hauptstadt Berlin ins Mark und doch: „Der Senat hält an der Konsolidierung fest und flüchtet nicht in Verschuldung“, sagte der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit bei der Präsentation der Zahlen. Ab 2015 will Berlin ohne neue Schulden auskommen – das hat der Senat auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum mit dem Entwurf für den Doppelhaushalt 2014/15 und den Eckwerten der Finanzplanung bis 2017 beschlossen. Damit bestätigt die rot-schwarze Koalition den bisherigen Konsolidierungskurs, mit dem die Netto-Ausgaben nur um 0,3% anwachsen dürfen – deutlich weniger als sich andere Bundesländer leisten. Zudem hat der Senat ein Maßnahmenpaket zur weiteren Stärkung der Einnahmen beschlossen, um die durch den Zensus entstandenen Mindereinnahmen auszugleichen. Doch die neue Statistik des Zensus 2011, nach dem Berlin 179.391 Einwohner einfach abhandengekommen sind, hinterlässt im Haushalt ihre Spuren – rund 940 Mio. Euro muss Berlin bis 2016 in den Länderfinanzausgleich zurückzahlen. Und ist das erst einmal geschafft, muss danach das Land dauerhaft mit Mindereinnahmen von 470 Mio. Euro pro Jahr rechnen. So ist es kein Wunder – da wird im Haushalt 2014/15 gedeckelt, gestrichen, gekürzt und vor allem: Zusatzeinnahmen werden generiert, die vorher undenkbar gewesen wären. Die öffentlichen Ausgaben werden praktisch eingefroren, die Einahmen erhöht, sodass 2015 ein Haushalt präsentiert werden könnte, der einen kleinen Überschuss ausweisen könnte, vielleicht. Die aktuell günstige Zinsentwicklung sowie das positive Wirtschaftswachstum in Berlin unterstützen den Konsolidierungskurs für den Doppelhaushalt 2014/15. Mit konsequenter Ausgabendisziplin kann es Berlin so gelingen, bis 2015 auch das strukturelle Defizit abzubauen. Im Einzelnen:



Berlin wird im Haushaltsjahr 2014 noch 154 Mio. Euro neue Kredite aufnehmen. Im Haushaltsjahr 2015 soll mit +68 Mio. Euro ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden.

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Maßnahmenpaket zur Stärkung der Einnahmen: Spätestens mit Inkrafttreten des Doppelhaushalts am 01.01.2014 soll die CityTax eingeführt sowie die Grunderwerbssteuer von 5 auf 6% erhöht werden. Zusätzlich ist eine Erhöhung des Begrüßungsgelds für


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 3 Studierende von einmalig 50 auf 100 Euro vorgesehen, wenn sie sich mit Erstwohnsitz in Berlin anmelden. Der Doppelhaushalt 2014/15 zeigt auch die deutliche Schwerpunktsetzung der rotschwarzen Koalition, so Nußbaum. U. a. werden die Bezirke weiterhin mit 50 Mio. Euro pro Jahr gestärkt und nicht am Ausgleich der Zensus-Verluste beteiligt. Für die Schlaglochsanierung stehen weiterhin 25 Mio. Euro im Doppelhaushalt zur Verfügung.

Personalien Jochen-Konrad Fromme (63) scheidet aus der Geschäftsführung der TLG Immobilien aus. Er verlässt das Unternehmen zum 30. Juni 2013 aus persönlichen Gründen und in gegenseitigem Einvernehmen. Fromme hatte die Position seit Juni 2010 inne und verantwortete zuletzt die Ressorts IT/ Organisation und Recht/ Personal. Die Geschäftsführung der TLG Immobilien nehmen jetzt Niclas Karoff und Peter Finkbeiner wahr.

Christian Bruch (40) übernimmt ab dem 01. Juli die Geschäftsführung des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Damit folgt er Ira von Cölln, die nach rund vier Jahren den BFW verlässt. Nach seiner Zulassung war Christian Bruch in eigener Kanzlei als Rechtsanwalt mit baurechtlichem Schwerpunkt tätig, bis er von 2008 bis 2011 im BFW als Referent für Recht und Energie Themen wie Mietrechts- und EnEVNovelle begleitete. Seit Mitte 2011 war Bruch Geschäftsführer des GDI Gesamtverband Dämmstoffindustrie.

Bezahlbares Wohnen: Der Senat richtet ab 2014 einen Wohnungsneubaufonds mit einem Volumen von 320 Mio. Euro ein, aus dem vorrangig den städtischen Wohnungsbaugesellschaften Kapital für den Neubau von Wohnungen bereitgestellt werden soll.

IBA vorerst gestrichen – Urban Intervention Award erweitert Die Mittel zur Durchführung der Internationalen Bauausstellung (IBA) Berlin 2020, immerhin 50 Mio. Euro, wurden nicht in die Vorlage zum Haushalt 2014/2015 aufgenommen. Der Entscheid ist Folge der Sparbemühungen des Senats. Doch die Themen bleiben wie Nachverdichtung, Entwicklung neuer Wohntypologien oder die Auslobung des Urban Intervention Award Berlin mit dem Ziel, maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität im urbanen Umfeld beizutragen. In diesem Jahr wird der Award in Zusammenarbeit mit der Deutsche Wohnen AG um den Urban Living Award erweitert. Die diesjährig erstmalig vergebenen Preisgelder in Höhe von jeweils 3.000 Euro für die Kategorien „Built“, „Temporary“ und „Living“ stiftet die Deutsche Wohnen AG.

… aber die IGA bleibt Dagegen bleibt die IGA (Internationale Gartenbauausstellung) im Jahr 2017, die Verlegung bzw. der Rückzug in den Plattenbaubezirk Marzahn scheint das Projekt gerettet zu haben, denn auf dem Tempelhofer Feld wollte nun keiner die IGA haben, weder die Politik noch die Bevölkerung – gerade an die Tempelhofer Freiheit gewöhnt – noch die künftigen Bauträger. 40 Mio. Euro hat der Bund bereits zugeschossen als „Maßnahme zur Strukturförderung“ und mögliche Strafzahlungen an den internationalen IGA-Verband bleiben nun aus. Mit 60 ha ist Fläche genug da, das „Feld“ in Gestalt der Gärten der Welt, die bereits als Außenstandort der IGA geplant waren, bereits gut bestellt, da reichen auch die 9,8 Mio. Euro Landeszuschuss. Und wie schön – die Gärten der Welt erhalten sogar am Blumberger Damm ein neues Empfangsgebäude, das den mickrigen Kassenschalter aus DDR-Tagen nun endlich ablöst. 5,4 Mio. Euro teuer, 1.800 qm groß, Architektur vom Büro WW+ aus Luxemburg. Schon in der Computer-Animation sieht es schick aus – V-förmig aus Ziegeln gestaltet, bodengleiche große Fenster mit vielen Räumen für Events, die alle den Ausblick in die schon jetzt fantastische Gartenlandschaft haben. Der Haushaltsentwurf wird dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung zugeleitet. Die Finanzplanung wird der Senat voraussichtlich im August beschließen. KK

Reaktionen auf die Erhöhung der Grunderwerbsteuer Anmerkung: Die Kritik an der Erhöhung der Grunderwerbsteuer ab 1. Januar 2014 ist groß und reicht von sachlich bis äußerst empört, auch argumentativ. Finanzsenator Nußbaum verspricht sich eine jährliche Mehreinnahme von 100 Mio. Euro. Damit der schwarze Koalitionspartner seine Zustimmung gibt, will im Gegenzug die Justizverwaltung prüfen, ob die Maklergebühren auf gesetzlichem Weg von 7 auf 6% verringert werden könnten. Doch auch dagegen gibt es Protest – von den Maklern. Thomas Heilmann (CDU), Senator für Justiz und Verbraucherschutz, will nun bis November, wenn sich das Abgeordnetenhaus mit der Grunderwerbsteuer befasst, einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Damit soll die Mehrbelastung für Immobilienkäufer infolge der erhöhten Grunderwerbsteuer ausgeglichen werden. Bislang ist die Maklerprovision in Berlin gesetzlich nicht festgelegt. Der IVD Berlin-Brandenburg rechnet mit einer Begrenzung der Provision auf 5% zzgl. MwSt. und kritisiert die Pläne als Eingriff in die freie Berufsausübung. KK


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Die Reaktionen im Einzelnen: IVD Berlin-Brandenburg: Berliner Senat schadet dem Wohnungsmarkt

Personalien Dr. Michael Schieble (45) wird ab dem 1. September 2013 die Führungsmannschaft der Berlin Hyp verstärken. Er wird als Generalbevollmächtigter die Marktfolgebereiche Kredit, Risikobetreuung und Wertermittlung betreuen. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2007 als Generalbevollmächtigter für das Beteiligungsmanagement und geschäftsstrategische Fragestellungen im Deutschen Sparkassen- und Giroverband verantwortlich.

Deals Potsdam: CORPUS SIREO Investment Management S.à r.l. erwirbt die Pflegeimmobilie „Park Sanssouci“ von der Raiffeisen Wohnungsbaugenossenschaft. Die 88 vollstationären Pflegeplätze und 22 Einheiten für Service-Wohnen in der Seniorenresidenz „Park Sanssouci“ an der Hegelallee sind voll ausgelastet. Die Wohnfläche erstreckt sich auf rund 6.500 qm, das gesamte Areal ist ca. 4.500 qm groß. Der aktuelle Betreiber der Pflegeimmobilie, die gemeinnützige ProCurand GmbH & Co. KGaA mit Hauptsitz in Berlin, wird diese auch künftig unverändert weiterführen. Corpus Sireo wurde bei der Transaktion von OLSWANG Germany LLP beraten.

Die Pläne des Berliner Senats zur Erhöhung der Grunderwerbsteuer auf 6% und zur gesetzlichen Begrenzung der Maklerprovision kritisiert der IVD Berlin-Brandenburg auf das Schärfste. „Die Stadt Berlin setzt ihren Kurs gegen die Bildung von Wohneigentum unverständlicherweise fort. Anstatt den Wohnungsbau in der Stadt anzukurbeln und durch mehr Neubau von Wohnungen für einen Ausgleich der angespannten Mietenlage in der Stadt zu sorgen, wählt der Berliner Senat genau den entgegen gesetzten Weg“, äußert Dirk Wohltorf, Vorsitzender des Regionalverbandes Berlin-Brandenburg im Immobilienverband IVD, sein Unverständnis. Der Regionalverband Berlin-Brandenburg im Immobilienverband IVD fordert den Senat auf, ein Programm aufzulegen, bei dem im Jahr 2014 spürbar mehr Wohnungen zur Vermietung auf dem Markt bereitstehen. Die jetzt diskutierten Gesetzgebungsvorschläge nützen keinem Mieter etwas, der eine Wohnung sucht. Regulierung und Erhöhung der Grunderwerbsteuer bewirken genau das Gegenteil.

Bauindustrie und BFW: Erhöhung dämpft Wohnungsbau Auch der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg und der BFW-Landesverband Berlin/ Brandenburg kritisieren das Vorhaben des Berliner Senates, die Grunderwerbsteuer von 5 auf 6% anzuheben. Mit dieser 20%igen Erhöhung würde aus Sicht der Verbände der an Fahrt aufnehmende und dringend benötigte Wohnungsbau ins Stocken geraten. Investoren würden somit abgeschreckt werden bzw. die Kosten auf Mieter und Käufer übertragen. „In der derzeitigen Situation ist ein solches Vorhaben kontraproduktiv. Wohnungsbau lässt sich nicht durch eine Abgabenerhöhung steuern. Vielmehr müsste gerade der soziale Wohnungsbau von einer solchen Steuer und anderen Abgaben befreit werden“, äußerte sich Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, zu dem Entschluss des Senates. Auch der BFW-Landesverband Berlin/Brandenburg spricht sich gegen eine erneute Verteuerung des Bauens und Wohnens aus. Geschäftsführerin Hiltrud Sprungala: „Hände weg von dieser Steuererhöhung. Sie wäre Gift für die notwendigen Baumaßnahmen und widerspricht den Zielen des Senates für preiswerten Wohnungsbau.“

BBU: Teuer, teurer – Berlin „Eine erneute Anhebung der Grunderwerbsteuer in Berlin würde Investitionen in den Wohnungsmarkt verteuern und das Investitionsklima weiter verschlechtern. Die Zeche zahlen dann letztlich vor allem die Mieterinnen und Mieter.“ So kommentierte Maren Kern, Vorstand beim BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, die am Wochenende bekannt gewordenen Überlegungen des Senats zu einer Kompensation der auf Grundlage der Zensusergebnisse erwarteten Mindereinnahmen. Kern weiter: „Es ist nachvollziehbar, dass Berlin seinen Haushalt weiter konsolidieren will. Dabei sollte das Land aber lieber auf eine kluge Investitions- und Wachstumspolitik setzen, statt auf Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen.“ Allein durch den steigenden Neubau würden dem Land auch ohne Steuererhöhungen Mehreinnahmen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro zufließen. Darüber hinaus habe das Land 2012 aus der Tilgung von Förderdarlehen aus dem Wohnungsbau durch die Wohnungsunternehmen rund 230 Mio. Euro eingenommen. Die Preisschraube dreht sich weiter, so Kern. Einerseits trete der Senat für günstige Wohnkosten in Berlin ein, andererseits drehe er aber bei den ohnehin schon hohen Investitionskosten für Wohnen weiter an der Preisschraube. In Anbetracht des hohen Neubaubedarfs gerade auch für günstige Wohnungen bei gleichzeitig weiter steigenden Baulandpreisen sei zudem problematisch, dass die Investitionsbedingungen für Neubau durch eine kräftige Steuer-


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 5 anhebung nun weiter verschlechtert werden sollen. „Wohnungspolitik ist Standortpolitik. Deshalb wäre die Steuererhöhung ein Schritt in die falsche Richtung“, so Kern.

ZIA: Länder gefährden Wohnungsbau

Deals Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH erwirbt rd. 950 Wohneinheiten und 48 Gewerbeeinheiten in Lichtenberg. Mit diesem Portfolio mit einem Leerstand von 20% erweitert die HOWOGE das eigene Angebot am Standort auf 6.800 Einheiten und plant eine komplexe Sanierung der Bestände. Der Baustart soll Mitte / Ende 2014 erfolgen, die Fertigstellung ist für 2016 geplant. Mit dem aktuellen Zukauf erhöht sich der Bestand der HOWOGE auf 54.000 Wohneinheiten.

Die AOK Gesundheitskasse mietet rd. 190 qm Fläche in der Schönhauser Allee 146a für ein Servicecenter von einem Privatinvestor über CBRE. Die m-public Medien Services GmbH mietet rd. 560 qm Bürofläche in der Zimmerstr. 90 von TLG Immobilien. Vermittelnd tätig war DTZ Zadelhoff Tie Leung.

Die 1&1 Internet AG mietet rd. 1.200 qm Fläche im Objekt Karl-Liebknecht-Str. 33 von der TLG Immobilien. Der Mietvertrag beginnt sofort und hat eine Laufzeit von 5 Jahren.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sieht die Pläne des Berliner Senats, die Grunderwerbsteuer von 5 auf 6% anzuheben, kritisch. „Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Miet- und Kaufpreise für Wohnungen in Berlin wundert es uns, dass der Berliner Senat die Wohnungsmärkte mit einer Erhöhung der Grunderwerbsteuer weiter belasten will“, kommentiert Präsident Andreas Mattner. Berlin hatte die Grunderwerbsteuer bereits im vergangenen Jahr von 4,5 auf 5% erhöht. „Eine weitere Erhöhung der Grunderwerbsteuer verteuert den Neubau von Wohnungen in Berlin. Teurere Baukosten ziehen auch höhere Miet- und Kaufpreise nach sich“, so Mattner weiter. „Offenbar versucht der Senat hier, Profit aus der Wohnungsnot zu schlagen. Ganz offensichtlich ist den Ländern die Maximierung ihrer Einnahmen immer noch wichtiger als die Lösung der Wohnungsprobleme“. Auch ohne eine weitere Erhöhung der Grunderwerbsteuer können sich die Länder auf höhere Steuereinnahmen einstellen, meint der ZIA. Denn: Anfang Juni wurden nach langen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern die Real Estate Transfer Tax Blocker (sog. RETTBlocker) abgeschafft. RETT-Blocker (auch bekannt als Share Deals) haben es großen Unternehmen bisher ermöglicht, bei Umstrukturierungen oder sonstigen Transaktionen die Grunderwerbsteuer zu sparen. Durch die Abschaffung sollen gleich mehrere 100 Mio. Euro mehr Grunderwerbsteueraufkommen generiert werden.

Dr. Wulff Aengevelt: Fatal falsch! Preiserhöhungen um über 70% innerhalb von 7 Jahren sind enorm. Kaum eine Branche würde sich das trauen, selbst der Preis für Heizöl ist in diesem Zeitraum „nur“ um 60% gestiegen. Anders die Berliner Regierung: Nachdem sie als negativer Signalgeber die Grunderwerbsteuer bereits zum 01.01.2007 als erstes Bundesland um 29% von 3,5% auf 4,5% erhöhte, legte sie zum 01.04.2012 nochmals um 11% auf 5 Prozentpunkte nach und plant nun offenbar einen weiteren Anstieg um nochmals 20% auf 6%! Dabei gibt es für die Steuererhöhung keinerlei sachbezogene Begründung: Die Grunderwerbsteuer startete mit Verweis auf Steuervereinfachung unter Abschaffung zahlreicher Ausnahme- und Begünstigungsregelungen 1983 aufkommensneutral mit bundesweit einheitlich 2%. 1997 wurde sie schlagartig um satte 75% auf 3,5% erhöht und verblieb dann bis 2006 auf diesem Stand. Als die Gesetzgebungskompetenz für die Grunderwerbsteuer dann zu den Bundesländern wanderte, gab es für diese – außer Bayern und Sachsen – kein Halten mehr, allen voran Berlin: Gierig wurde parteiübergreifend der Immobilienmarkt herangezogen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Letztlich trifft man damit vor allem die „Kleinen“, zum Beispiel junge Familien, die als „Schwellenhaushalte“ erstmals Privatimmobilien zur Eigennutzung erwerben. Sie operieren oftmals mit engen Budgets, sodass eine mindestens vierstellige Verteuerung die Eigentumsbildung für sie erheblich erschwert. Geht man davon aus, dass die nunmehr schon recht lang anhaltende Niedrigzinsphase alsbald wieder in ein deutlich höheres Zinsniveau mündet, werden die breiten gesellschaftlichen Auswirkungen der eigentumsfeindlichen Grunderwerbsteuererhöhungen noch deutlicher. Deshalb versucht man in Berlin offenbar, der erneuten Steuererhöhung einen „sozialen Anstrich“ zu geben, indem angekündigt wird, die Mehrbelastung der Käufer vollständig zu kompensieren. Als „ideale Lösung“ wird dazu vorgeschlagen, die Honorierung eines am


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 6 Immobilienverkauf beteiligten Dienstleisters zu kürzen. Aus der breiten Auswahl von Architekten, Notaren, Vermessungsingenieuren, Sachverständigen, Amtsgericht/Grundbuchamt, Finanzierungsinstituten kommt man – aus welchen „Gründen“ auch immer? – auf die Berufsgruppe der Makler.

Deals Die mike Travel AG mietet ab Juli 270 qm Bürofläche im Engeldamm. Das 1898 erbaute Fabrikgebäude gehört zu den sogenannten „Engelhöfen“ und wurde 2003 umfassend saniert. Catella Property war bei der Anmietung sowohl für den Eigentümer als auch für den Mieter vermittelnd tätig.

Goodman vermietet in Brieselang nahe Berlin ein 69.000 qm großes Logistikzentrum an Amazon. Amazon wird in Brieselang sein gesamtes Sortiment bevorraten und profitiert im dortigen Güterverkehrszentrum (GVZ) Berlin-West von der optimalen Anbindung an den nord- und ostdeutschen Raum. Das Unternehmen plant bis zu 1.000 langfristige Arbeitsplätze in den ersten drei Jahren zu schaffen. In Brieselang stehen Amazon insgesamt rund 69.000 qm Mietfläche für seine Logistik zur Verfügung. Außerdem kann das Unternehmen Büround Pausenräume einrichten. Zusätzlich zu dem Vertragsabschluss in Brieselang hat Goodman bereits zehn weitere Projekte für Amazon in Europa umgesetzt. Aktuell errichtet das Unternehmen in Frankreich ein 90.000 qm großes Logistikzentrum für den Onlineversandhändler.

Lastenumverteilung auf Kosten des vermeintlich geringsten Widerstandes? Wenn dieses Denken Schule macht, welche Berufsgruppen sollen/müssen dann nach welchen Kriterien als nächste für die nach Grunderwerb-steuererhöhung verbleibenden Haushaltslöcher als „Lastesel“ herhalten? Spitzensportler? Vereinsfunktionäre? Oder gar Politiker selbst? Mit Ausgrenzung und Polarisierung spaltet man unsere Gesellschaft. Das kann nicht Ziel ausgewogener Politik sein, meint Wulf Aengevelt.

Zensus 2011: Berlin legt zur Fristwahrung Widerspruch ein. Erster förmlicher Schritt zur Überprüfung der neuen Hochrechnung der Einwohnerzahl Berlin legt gegen den Bescheid des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg zur Feststellung der amtlichen Einwohnerzahlen des Landes Berlin und der Bezirke (Zensus 2011) vom 3. Juni 2013 Widerspruch ein. Das hat der Senat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit beschlossen. Das Prüfverfahren des Senats zu den Ergebnissen des Zensus ist noch nicht abgeschlossen und wird fortgesetzt. Um die bestehenden Widerspruchsfristen einzuhalten, musste zur Wahrung der Interessen Berlins jetzt aber bereits die Entscheidung über die Einlegung des Widerspruchs fallen. Der Senat hat nach Veröffentlichung der Zensusergebnisse eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, in der die neue Hochrechnung der Berliner Bevölkerungszahl durch den Zensus kritisch hinterfragt und das weitere Vorgehen abgestimmt werden sollen. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport ist beauftragt, die Erfolgsaussichten im jetzt förmlich beginnenden verwaltungsinternen Widerspruchsverfahren zu klären, die Verfahrensführung zu übernehmen und auch weitergehende Rechtsmittel zu prüfen. Senatskanzlei-Chef Björn Böhning sagte zum Stand des Verfahrens: „Das Ergebnis des Zensus hat umfangreiche Auswirkungen auf die Stadtplanung, auf die Planung der Infrastruktur sowie auf die Planungen zu allen wesentlichen Feldern der Bildungs- und Sozialpolitik sowie deren Finanzierung. Daher ist eine Überprüfung der Annahmen des Zensus nötig, damit nicht durch falsche Annahmen die Stadtentwicklungsplanung und Finanzierungsgrundlagen relevanter Politikbereiche verfälscht werden. Zudem ist zu klären, wie die große Diskrepanz zwischen den Melderegistern und der Bevölkerungsstatistik zustande kommt. Dies hat nicht zuletzt auch Auswirkungen auf Abstimmungen und Wahlen bzw. eventuell notwendige Quoten. Ich gehe davon aus, dass auch eine Reihe anderer großer Kommunen eine Überprüfung der Zensusdaten vorantreiben wird, und erhoffe mir davon eine realistische, mit den Erfahrungen unserer Behörden in Einklang stehende Datengrundlage.“ Lt. Zensus 2011 leben in Berlin 179.391 Einwohner weniger als von der Statistik bis dato gezählt, nämlich 3,3 Mio. Menschen. Lt. den Melderegisterauswertungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg sind es jedoch 3,5 Mio. Menschen. Allein der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf „vermisst“ 30.000 Menschen: Statt 320.000 sind es nun nur noch 290.000 Einwohner.


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Neues aus der Hauptstadt

Qualitative statt quantitative Bestandserweiterung am Wohnungsmarkt Deals Die Kölner Event- und Dekospezialisten BALLONI GmbH mieten eine 800 qm Werkstatt- und Lagerfläche im Delta Business Park Berlin-Spandau über die Sirius Facilities GmbH.

Markus Schmidt, Leiter Aengevelt Research Bei der Diskussion um Wohnungsneubau wird in der Regel vorrangig auf die rein quantitative Bestandserweiterung fokussiert – oftmals mit der gleichzeitigen Forderung nach mietgünstigen Neubauwohnungen. Dabei wird häufig übersehen, dass Wohnungsneubau insbesondere der qualitativen Bestandserweiterung bzw. -verbesserung dient, da ein Teil des Wohnungsbestandes nicht den Präferenzen der Nachfrager entspricht.

So war beispielsweise der Wohnungsneubau in Berlin zwischen Neubrandenburg: H&M 1991 und 2000 (insgesamt rd. 100.000 WE) vor allem steuerindumietet rd. 2.300 qm Verkaufsziert, z. B. durch Förderprogramme, Sonder-Afa etc. Faktisch wurfläche im Haus der Kultur und den dadurch in allen Teilen Berlins und unabhängig von Lagequalitäten relativ einfache WohBildung (HKB) direkt am nungsbauten fertig gestellt, die selten auf Akzeptanz stießen: Häufig entsprachen sie sowohl Markt von der Neubrandenstädtebaulich (z. B. zu hohe Baudichten an der Peripherie) und architektonisch (z. B. ohne burger WohnungsgesellBalkon) nicht der Nachfrage. schaft NEUWOGES über Vor diesem Hintergrund muss erkannt und akzeptiert werden, dass Wohnungsneubau Comfort. heute vor allem darauf abzielt, am Markt bislang nicht ausreichend verfügbare Wohnformen und -qualitäten (z. B. barrierearm, familiengerechte Wohngrößen, nachgefragte AusstattungsEin Textil-Filialist mietet rd. merkmale wie Balkon und Aufzug etc.) zu produzieren. Kurz: Wohnungsneubau sollte vor al445 qm Einzelhandelsfläche lem qualitativ besser sein als der Großteil des vorhandenen Wohnungsbestandes. Das macht in dem leerstehenden Wohn-/ ihn zugleich aber auch teurer als z. B. Bestandswohnungen. Er dient damit nicht vorrangig der Geschäftshaus „Karl-MarxVersorgung insbesondere mit mietgünstigem Wohnraum. Das kann er nicht und soll er auch Straße 125“ über Aengevelt. nicht. Dagegen sprechen u.a. auch die hohen Auflagen im Wohnungsneubau: Brandschutz, Vermieter ist der Berliner Energieeinsparungsverordnung (EnEV), steigende Bau- und Grundstückskosten etc. verteuern Unternehmer Thomas jedes Neubauprojekt. Drechsel. Ungeachtet dessen profitieren alle vom (höherwertigen) Wohnungsneubau: zum einen durch grundsätzlich mehr Wohnungen, zum anderen dadurch, dass finanzstarke Haushalte Das dänisches Möbelhaus aus günstigen Wohnungen in moderne neue Wohnungen umziehen, die mehr ihrem Anspruch Bolia mietet für seinen zweian Wohnkomfort entsprechen. Dadurch werden wiederum mehr günstige Bestandswohnten Store in Berlin rd. 460 qm ungen frei. Gesamtfläche in der ChausPrimäres Ziel muss es daher sein, den Neubauwettbewerb zu stärken. Hoher Wettbeseestraße 1/Torstraße 231 von einem privaten Eigentü- werb sichert eine nachfragegerechte Wohnungsqualität bei gleichzeitig starkem Preiswettbewerb. Dies kann vor allem durch eine expansive Bodenpolitik erreicht werden. Dazu muss mer über CBRE. Die Eröffindessen die Preiserwartung der Baulandeigentümer gedämpft werden. Hier wird aktuell zu nung des neuen BoliaGeschäfts ist für Ende 2013, wenig getan. Ähnlich wie im Segment der Bestandsmehrfamilienhäuser wuchern viele Eigentümer mit ihrem Gut „Boden“ und treiben die Bodenpreise in die Höhe. U. a. dadurch bleibt WohAnfang 2014 geplant. nungsneubau teuer. Ein Finanzdienstleister mietet rd. 336 qm Einzelhandelsfläche im Geschäftskomplex „Zehlendorfer Welle“, Clayallee 328-334, von ARAB Investments über Aengevelt.

Fazit: Nach jahrelanger Stagnation kam aktuell die Neubautätigkeit langsam wieder in Schwung. Politik und Kommunen sollten diesen Schwung nutzen und günstige Produktionsbedingungen schaffen. Das muss nicht immer gleich geförderter Wohnungsbau sein, sondern z. B. die Schaffung und Ausweisung von ausreichend Wohnbauland und Verzicht auf weitere preistreibende Auflagen. Mehr neuer, qualitativ guter Wohnraum schafft mehr Produktkonkurrenz und davon profitieren alle. Durch Mietpreisdecke-lungen ist das indessen nicht zu erreichen. Vielmehr bremst das die Neubautätigkeit.


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Deals Aufgrund der strategischen Neuausrichtung des Immobilienfonds BPT Hansa Lux SICAV-SIV hat Catella Property i. A. von BPT die Liegenschaft in Mitte in einem diskreten „off-marketVerfahren“ veräußert. Das Objekt in der Weinmeisterstr. 12-14 hatte die BPT im Jahr 2007 erworben und im Bestand des ImmobilienSpezialfonds gehalten. Die Immobilie verfügt über eine Gesamtmietfläche von ca. 3.040 qm und ist nahezu vollständig vermietet. Käufer ist ein süddeutsches Family Office.

Das Industrie-Team von BNPPRE vermittelte knapp 5.000 qm Logistikfläche in Ludwigsfelde. Mieter ist ein Spezialist für Archivlogistik. Schon ab Sommer 2013 soll die Lagerfläche im Industriepark Ost genutzt werden. Vermieterin ist eine niedersächsische Objektgesellschaft.

Die künftige Seepromenade © schreinerkastler

degewo stellt Europas größtes Stadtentwicklungsprojekt vor: „aspern Die Seestadt Wiens“ Lutz Ackermann, Presssprecher degewo Wie kann es gelingen, Stadt neu zu bauen – lebendig und vielfältig, fragte die degewo auf einer Diskussionsveranstaltung. Denn Berlin wächst rasant und braucht neue Wohnungen. Wie gehen andere Metropolen mit der Problematik um? Beispiel Wien: Auf einem ehemaligen Flugfeld entsteht ein neuer Stadtteil für 20.000 Menschen. Das Projekt „aspern Die Seestadt Wiens“ ist das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt Europas. Knapp 200 Gäste im Palais der Kulturbrauerei, unter ihnen der Botschafter der Republik Österreich Dr. Ralph Scheide, hörten sich an, wie die österreichische Metropole den Wohnungsmarkt regelt. Was Berlin daraus lernen kann, war im Anschluss noch lange Gesprächsthema. Die degewo hatte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Verantwortung für die Stadt“ eingeladen, um über Stadtentwicklung und Neubau zu diskutieren. degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka stellte zunächst die eigenen Pläne vor: „In diesem und im kommenden Jahr werden wir insgesamt etwa 500 Wohnungen in verschiedenen Stadtbezirken bauen, bis 2020 sollen es 3.500 Wohnungen werden.“ Der Neubau in Berlin nimmt zusehends Fahrt auf, doch was kann die Hauptstadt von anderen Städten lernen oder gar übernehmen?

Die BARMER GEK mietet das gesamte 9. OG im „1alex“, Alexanderstr. 1,3,5, mit rd. 3.300 qm Fläche von

Die Problematik von knappem Wohnraum ist auch in Wien bekannt. Die österreichische Hauptstadt errichtet pro Jahr 6.000 geförderte Wohnungen. Neben diversen Neubauten ist jetzt ein bemerkenswertes Großprojekt gestartet worden. In Aspern, vor den Toren Wiens gelegen, entstehen bis zum Jahr 2030 rund 8.500 Wohnungen für 20.000 Menschen und

der TLG Immobilien. Vermittelnd tätig war Cushman und Wakefield. Die Barmer GEK wird die Fläche für ihr Back-Office nutzen. Das Servicezentrum für Berlin-Mitte verbleibt im

neue Arbeitsplätze. Prof. Rudolf Scheuvens, Vorsitzender des Aspern-Beirats und Dekan der Technischen Universität Wien, stellte die Planungen vor. „Aspern ist gleichzeitig urban und im Grünen, mit viel öffentlichem Raum und großen Freiflächen. Zentrum und Ruhepol von Aspern wird der Seepark sein, den wir ganz neu anlegen und der alles verbindet.“

Haus des Berliner Verlags, Karl-Liebknecht-Straße.

Die Dimensionen sind gewaltig: Auf 240 ha, das entspricht der Größe von 340 Fußballfeldern, sollen neben den Wohnungen 15.000 Gewerberäume für Büros und Dienstleistungsunternehmen sowie 5.000 für Produktions- und Gewerbebetriebe entstehen. Gleichzeitig soll das Quartier ein Standort für Forschung, Entwicklung und Bildung werden. Eine UBahn-Linie mit zwei Stationen ist bereits im Bau, jetzt entstehen die ersten Gebäude.


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Deals Die GewerbesiedlungsGesellschaft mbH (ORCOGSG) schließt einen Mietvertrag mit der Berlin Apotheke/ Mediosmanagment GmbH über ca. 330 qm in Mitte im GSG-HOF Reuchlinstraße 10-11. Der Gewerbehof auf dem ehemaligen Firmengelände der Herlitz AG verfügt über acht Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 52.000 qm.

Der Verein LIFE e.V. mietet zum 01.10.2013 ca. 1.020 qm Bürofläche in den GoerzHöfen, Rheinstr. 45-46 von Becker & Kries. Die Goerz-Höfe sind mittlerweile vollständig nach den Vorgaben des Denkmalschutzes restauriert worden. Die Catella Property GmbH war sowohl für den Mieter als auch für den Eigentümer beratend tätig.

Ist dieses Stadtentwicklungsprojekt auch ein Vorbild für Stadtplanung in Berlin? Diese Überlegung wollte die degewo mit der Veranstaltung anstoßen. „Das Modell ist nicht eins zu eins übertragbar. Berlin muss eine eigene Lösung finden“, sagte Prof. Scheuvens. Der Universitätsprofessor für Raumplanung und Stadtentwicklung erläuterte die gravierenden Unterschiede in der Wohnungsbauförderung zwischen den beiden Metropolen. „60 Prozent der Wiener leben in einer geförderten Miet- oder Genossenschaftswohnung. Diese historisch gewachsene Wohnkultur ist in Berlin nicht vorhanden.“ Der Geschäftsführer der Groth Gruppe, Klaus Groth, sagte in der anschließenden, lebhaften Diskussion: „Wir haben Quartiere wie Aspern in Berlin schon einmal gebaut und, ich bin mir sicher, weitere werden folgen.“ Die Senatsbaudirektorin von Berlin, Regula Lüscher, verwies dabei auf die vielen in der Stadt noch vorhandenen Flächen. „Diese zu entwickeln und zu planen, ist eine große Herausforderung für Berlin. Da haben wir derzeit in den Bezirken und Verwaltungen noch personelle Probleme, die wir lösen müssen.“ Klaus Groth forderte die Politik auf, die Rahmenbedingungen für Neubauten zu verbessern. „Auch in guten Lagen müssen geförderte Wohnungen entstehen, um die soziale Durchmischung zu erhalten, die von allen Akteuren gewünscht wird.“ Regula Lüscher stimmte zu, dass eine Wohnungsbauförderung auf privaten Flächen in Berlin notwendig sei. Dass auch Berlin ein ehemaliges Flugfeld hat, das in seinen Ausmaßen dem Projekt in Aspern in etwa entspricht, griffen die Teilnehmer am Ende der Podiumsdiskussion selbstverständlich auf. „Die hier vorhandenen Flächen können wir der Stadt auf lange Sicht wohl nicht entziehen. Aber ob, wann und in welchem Umfang auf dem Tempelhofer Feld gebaut werden kann, wird die Politik entscheiden“, sagte Klaus Groth. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hielt an einer reinen Randbebauung fest und sprach von maximal 5.000 Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld. „Wir müssen diese freie Fläche verteidigen. Berlin hat noch Potenzial für rund 220.000 Wohnungen. Dieses müssen wir entwickeln. Die einmalige Chance einen neuen Park im innerstädtischen Bereich zu erhalten, dürfen wir nicht verschenken.“ Hintergrund: Unter der Überschrift „Verantwortung für die Stadt“ hat die degewo im Jahr 2007 eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, in der zweimal jährlich Zukunftsthemen diskutiert werden. Informationen zum Projekt „aspern Die Seestadt Wiens“ finden Sie unter: http://www.aspernseestadt.at.

Die Wohnkompanie baut 500 Wohnungen auf dem Anschutz-Areal an der Spree

Die Crone Backhaus GmbH mietet 100 qm Ladenfläche in der Bölschestraße 91 in Köpenick von einem privaten

Auf dem Anschutz-Areal um die o2 World in Berlin wird der Projektentwickler Die Wohnkompanie Berlin GmbH, eine Tochter der international tätigen Zech-Gruppe, in den kommenden zwei Jahren ca. 500 Wohnungen errichten. Einen entsprechenden Grundstückskaufvertrag ha-

Investor über Aengevelt.

ben die Anschutz Entertainment Group und Die Wohnkompanie Berlin in den vergangenen Tagen unterschrieben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Skulpturengießerei

Die Wohnkompanie entwickelt das Projekt mit insgesamt 60.000 qm Nutzfläche in direkter Nachbarschaft zum Post-Areal am Postbahnhof. Der zukünftige Wohnkomplex besteht aus zwei Hochhäusern mit 80 bzw. 90 m Höhe an die sich jeweils 7geschossige Sockelgebäude anschließen. Zwischen den beiden Türmen wird ein 1.500 qm großer öffentlicher Platz entstehen. In den ersten Geschossen sind Gewerbeflächen u.a. für „Start Ups“ und eine Kita geplant. Das bereits umfassend sanierte denkmalgeschützte ehemalige Übernachtungshaus wird in die zukünftige Bebauung integriert und bleibt natürlich erhalten.

Knaak mietet für ihren neuen Firmensitz 1.200 qm Fläche auf dem Geländes ehem. Abspannwerks Oberspree in Schöneweide von Vattenfall.

Bezüglich der Fassadengestaltung hat die Wohnkompanie 7 Architekturbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. Der Gewinner wird seinen überarbeiten Entwurf im August präsentieren. Die Bauarbeiten beginnen im kommenden Frühjahr, die Fertigstellung der ersten Wohnungen ist für das Jahr 2016 vorgesehen. Der Verkaufsprozess wurde von der Berliner Niederlassung des international tätigen Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle begleitet.


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 10 Michael Kötter, Vice President Real Estate & Development AEG: „Städtisches Wohnen ist für die von uns angestrebte lebendige Nutzungsmischung im Quartier von wesentlicher Bedeutung. Wir freuen uns, mit der Wohnkompanie Berlin einen Partner gefunden zu haben, der unsere Vision für den Standort teilt und mit verwirklichen wird.“ Zeitgleich entwickelt

Deals Der japanische LifestyleAnbieter Muji, das französische Galeriekonzept Carré d'artistes und das Kosmetiklabel Soap & Co. haben Stores im entstehenden

Multi Development Corporation an der Warschauer Brücke ein Shopping Center mit ca. 40.000 qm Fläche, das pünktlich mit dem Einzug der neuen Mieter eröffnen soll. Bereits im Entstehen ist ein Parkhaus mit 1350 Stellplätzen für Büronutzer und Mieter. Schon geben sich institutionelle Investoren bei der Wohnkompanie die Klinke in die Hand. Stefan Allner Geschäftsführer Die Wohnkompanie Berlin GmbH, berichtet von interessierten Pensionskassen, Versicherungen, aber auch vermögenden Family Offices.

Allner ist vom Erfolg des neuen Quartiers überzeugt, denn: Urban, wassernah und die gewünschte bunte Mischung aus Büroflächen, Kita, Café und Geschäften sorgt für eine Belebung des Areals, während die Wohnungen mit ihren kompakten Grundrissen und einer modernen Ausstattung genau der Nachfrage nach bezahlbarem, ökologisch zeitgemäßem WohnShopping Center Leipziger raum in City-Lage entsprechen. „Das Projekt wird sich auch durch die große Freifläche zwiPlatz 12 gemietet. Die Verkaufsfläche beläuft sich auf schen den Gebäuden und den Zugangsweg zwischen Spree und Bahnhof gut in die Umgebung einfügen.“ Und die Mieten? 9 bis 14 Euro/qm in den Türmen, 3000 bis 4000 Euro/qm für insgesamt rund 500 qm. Jones Lang LaSalle hat die eine Eigentumswohnung. 180 Mio. Euro beträgt die Investitionssumme. Vermietungen beratend beAnschutz hat vor ca. zehn Jahren den Masterplan für das 20 ha große Areal entwi-

gleitet und vermittelt. Muji wird sich auf rund 400 qm Verkaufsfläche präsentieren. Carré d'artistes wird auf rund 70 qm Verkaufsfläche eröffnen. Soap & Co. präsentiert sich künftig auf 15 qm Verkaufsfläche. Das neue Shoppingquartier Leipziger Platz 12 mit teilüberdachter Fußgängerzone liegt direkt am Leipziger Platz, in Nähe des Potsdamer Platzes in Berlin Mitte. Auf dem Areal entsteht derzeit ein urbaner Mix aus Shopping, Gastronomie, Entertainment, Hotel, Büro und Wohnen. Die Eröffnung des Centers mit 270 Shops ist für das Frühjahr 2014 geplant.

ckelt, der nun peu à peu umgesetzt wird. Kötter rechnet im Jahr 2020 mit einem fertigen neuen Stadtviertel auf dem ehemaligen unansehnlichen Güterbahnareal. Den endgültigen Anschub für die gesamte Entwicklung, die in diesem Maß kaum einer für möglich gehalten hatte, gab der Entschluss von Daimler 2009, seine Vertriebszentrale Deutschland hier anzusiedeln. Das war der Push. Neben der o2 World baut bereits PorrSolutions einen Hotel- und Bürocampus (u. a. Zalando als Mieter). Auch Anschutz hat große Pläne für vor der o2 World vorgelagerten Fläche: Wohnen und Entertainment an der frischen Luft soll es geben. Und die viel kolportierten Verkaufspläne von Philip Anschutz? Die hätten sich ja dann peu à peu erledigt.

Microsoft gibt in Berlin Startschuss für weltweit erstes Microsoft Center als Hauptstadtrepräsentanz Nach Apple, Google, Nike, Audi – nun auch Microsoft: Der US-Konzern öffnete in Berlin eine Hauptstadtrepräsentanz, und zwar an Berlins eigentlich erster Adresse Unter den Linden in der Nummer 17. Diese Adresse in Berlin des weltweit ersten öffentlichen Microsoft Center sollten sich IT-Interessierte aus aller Welt künftig gut merken, empfiehlt Microsoft Deutschland Chef Christian P. Illek. Noch muss das Gebäude an der Ecke Charlottenstraße umfangreich à la Microsoft umgebaut werden, bevor pünktlich zur Internationalen Funkausstellung im September die erste Etage von insgesamt vier übergeben wird. Auf ca. 3.000 qm entsteht in den nächsten Monaten „ein zentraler Ort der Vernetzung und des Dialogs mit Kunden, Geschäftspartnern, Medien, Gründern, Politik und Gesellschaft“, so Illek. Das Projekt passe gut zu dem Transformationsprozess, in dem Microsoft sich gerade befinde. Nach Illek ist Microsoft längst nicht mehr nur ein Softwareunternehmen, sondern ein Anbieter von Software und Services sowie Geräten. Hier gilt: Anfassen erwünscht, und zwar für alle Zielgruppen. Doch anders als bei Apple am Kurfürstendamm wird hier nichts verkauft, sondern beraten und präsentiert. Berlin war bei der Standortfrage erste Wahl, denn die Hauptstadt ist nicht nur Hotspot Nummer eins für Kreative und Trendsetter, sondern auch Gründerhochburg – nach dem ITHub London die Nummer zwei in Europa – und Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. Berlin wird damit zur wichtigsten Microsoft-Drehscheibe in Europa.


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 11 Das Dachgeschoss steht ganz im Zeichen der Gründerförderung. Eine ganze Etage ist hier für IT-Start-ups reserviert. Studenten und Entwickler sollen hier optimale HochschulArbeitsbedingungen und kooperation Raum für ihre Geschäftsideen sowie die nötige Infrastruktur Eine erste Studie zur detaillierten Ermittlung des zukünf- und Beratung für deren Umsetzung finden. „Mit dem tigen Wohnbedarfs wurde Microsoft Center vereinen wir von der Hochschule für Dialog und IT-Innovation unter Technik und Wirtschaft einem Dach. Das ist in dieser Berlin bereits erfolgreich abgeschlossen. Weitere Ko- Form bislang einzigartig”, beUnter den Linden 17/Ecke Charlottenstraße; Quelle: Microsoft kräftigt Henrik Tesch, Direkoperationsprojekte sollen tor Politik und gesellschaftliches Engagement und Berliner Niederlassungsleiter bei Microsoft folgen. „Studenten und Alumni sind die Mieter, Wohnungs- und Hauseigentümer der Zukunft. Deshalb ist es für uns sehr interessant zu wissen, wie die Wohnsituation und wünsche dieser Generationen aussehen“, erklärt der

Deutschland. Hier gilt es in Zukunft, „the next billion dollar business“ zu entdecken, so Stephan Jacquemot, Leiter Start-up-Programme bei Microsoft. Doch wie die Start-Ups zu Microsoft oder Microsoft zu denen kommt, keine Auskunft. In den Umbau dieser

gerade erst top-sanierten Immobilie aus der Gründerzeit

(Vormieter TUI-Konzern, auch eine Hauptstadtrepräsentanz, Eigentümer Harm Müller-Spreer/ Hamburg) investiert der Konzern einen etwas höheren einstelligen Millionenbetrag, antwortete Illek ziemlich unwillig. Über die Mietdauer und Mietpreis pro Quadratmeter keine Auskunft. Ver-

mittelt hat den Deal das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle. Geschäftsführer der Kondor Auf meine Frage, wie nachhaltig denn das Engagement von Microsoft in Berlin sei – Wessels Holding GmbH, schließlich hat Berlin schon einige Unternehmen mit einem solchen Anspruch kommen und Laurens Hegeman. „Zudem möchten wir die Kooperation gehen sehen – antwortete Illek: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Die Botschaft hör ich wohl… KK zwischen Wirtschaft und Hochschulen fördern.“ WirtschaftswissenschaftsstuIBB-Studie: Berlin ist die digitale Hauptstadt Deutschlands denten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Wowereit sieht Internetwirtschaft als wichtigen in Lichtenberg führten unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Huschke und Prof. Dr. Steffen Herm zwischen April und Juni 2013 an ihrer Hochschule die erste repräsentative Umfrage zur Ermittlung zukünftiger Wohntrends im Auftrag von Kondor Wessels durch. Rund 240 HTW-Studenten im durchschnittlichen Alter von 25 Jahren und mehr als 330 ehemalige HTW-Studenten im durchschnittlichen Alter von 35 Jahren nahmen an der Umfrage teil.

Wirtschaftsfaktor noch vor der Baubranche Die digitalen Branchen sind in Berlin mittlerweile zu relevanten Wirtschaftsfaktoren geworden. So liegt die Bruttowertschöpfung der gesamten Internetwirtschaft derzeit bei 3,9 Mrd. Euro jährlich und erreicht damit einen Anteil von 4,2% an der gesamten Berliner Wirtschaftsleistung. Das geht aus einer Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor, die der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und der Vorsitzende des Vorstands der IBB, Ulrich Kissing, jüngst vorgestellt haben. Wowereit sagte zum Ergebnis der Studie: „Damit liegt die Digitale Wirtschaft vor der Baubranche (3,7%) und fast gleichauf mit dem Tourismus (4,3%). Die Digitale Wirtschaft hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Sektor der Berliner Wirtschaft entwickelt. Insgesamt steuert die Branche mit 8,9 Mrd. Euro 5,3% des Gesamtumsatzes der Berliner Wirtschaft bei. Das zeigt, dass Berlin auch im internationalen Vergleich eine Metropole der Internetwirtschaft mit großen Perspektiven geworden ist.“ Kissing: „Berlin ist aber nicht nur eine digitale Stadt – es ist auch eine Gründerstadt. Vor allem im Bereich der Digitalen Wirtschaft hat sich eine lebendige und kreative Gründerszene entwickelt, die auch international große Beachtung findet. Alle 20 Stunden wird ein neues Internetunternehmen in Berlin gegründet. Das ist der beste Beleg für die Dynamik Berlins in diesem Sektor.“


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Peace Wall Das Verwaltungsobjekt der Hans Schütt Immobilien GmbH in Mitte, Große Hamburger Straße 25, wird von der New Yorker Künstlerin Tsipi Ben-Haim durch Jugendliche aus ganz Europa als Peace Wall gestaltet. Dabei wird die Giebelfront mit einem Mosaik versehen, das Berlins komplexe sowie tragische Vergangenheit zeigt und zudem eine friedvolle Zukunft beschreibt. Ben-Haim ist Geschäftsführerin von CITYarts, einer Non Profit-Organisation, die 1968 gegründet wurde, und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Jugendliche und Künstler zusammen zu bringen, um Kunst im öffentlichen Raum entstehen zu lassen. Tsipi Ben-Haim: „In einer Stadt, die in erster Linie für Teilung stand, ist Peace Wall an diesem historischen Standort eine emotionale Aussage sowohl für Gedenken als auch Gemeinschaft.“ Das Peace Wall-Projekt wird u.a. unterstützt von Martin Schulz, EU-Parlamentspräsident, André Schmitz, Staatssekretär für Kultur, Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, Udo van Kampen, ZDFKorrespondent sowie Daniel und Nina Libeskind. Die Peace Wall wird am 17. September feierlich eingeweiht. Weitere Informationen unter www.cityarts.org/currentprojects-2.

Im vergangenen Jahr lag Berlin nach der IBB-Studie im Bereich der Digitalen Wirtschaft mit 469 Betriebsgründungen bzw. mit 2,8 neu gegründeten Betrieben pro 10.000 Erwerbstätige im Vergleich der großen deutschen Städte an vorderster Stelle. Für Deutschland insgesamt gab es pro 10.000 Erwerbstätige gerade einmal eine Internetfirmengründung. Mit dem Berliner Ergebnis kann nur noch München mit seiner enormen Wirtschaftskraft Schritt halten. Es folgen Frankfurt am Main (2,3 Internetfirmengründungen pro 10.000 Erwerbstätige), Dresden (1,9), Köln (1,7), Düsseldorf (1,6), Hamburg (1,5), Stuttgart (1,1) und Dortmund (0,8). Alles in allem arbeiten in den Bereichen der Berliner Digitalen Wirtschaft rund 62.400 Personen. Rund 75% dieser Erwerbstätigen sind als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (47.000) gegenüber 21%, die als Selbstständige in diesem Bereich aktiv sind (13.266). Nur 3,4% aller in den Berliner Internet-Branchen Erwerbstätigen gehen einer ausschließlich geringfügigen Beschäftigung nach (2.139). Auch im Vergleich mit anderen großen Städten sind die Berliner Beschäftigtenzahlen in der Digitalen Wirtschaft beachtlich. In der hauptstädtischen Liga kann nur noch München mitspielen, das mit einer Steigerung von 10.940 Arbeitsplätzen (+43,8%) im Zeitraum 2008 bis 2012 auf eine ähnliche Größenordnung kommt. Es folgen mit einem deutlichen Abstand Frankfurt am Main (+5.961 Arbeitsplätze bzw. +44,1%), Hamburg (+5.947 Arbeitsplätze bzw. +25,2%), Köln (+4.209 Arbeitsplätze bzw. +33,5%), Düsseldorf (+3.175 Arbeitsplätze bzw. +34,7%), Dresden (+2.055 Arbeitsplätze bzw. +37,1%) und Dortmund (+107 Arbeitsplätze bzw. +1,7%). Die Studie „Digitale Wirtschaft – Standortanalyse im Städtevergleich“ im Wortlaut sowie weitere volkswirtschaftliche Analysen und Berichte finden Sie unter der Adresse www.ibb.de/volkswirtschaft.

Generali Real Estate kauft Premiumimmobilie „Lindencorso“ in Berlin Die deutsche Niederlassung der Generali Real Estate (GRE-DE) mit Sitz in Köln hat für einen Spezialfonds der Gentum KAG die Premiumimmobilie „Lindencorso“, ein Büro- und Geschäftshaus im Schnittpunkt der Top-Lagen Unter den Linden/Friedrichstraße von Berlin, für das Portfolio der Generali Deutschland Gruppe erworben. Das Immobiliendienstleistungsunternehmen CBRE war bei der Transaktion beratend tätig, die Steuerberatungs- und Anwaltskanzlei Pöllath + Partner zeichnete für die rechtliche Transaktionsprüfung verantwortlich. Der Erwerb ging als reiner Asset Deal über die Bühne. Über die Kaufsumme gibt es keine Angaben, doch es soll der größte je in Berlin getätigte Deal dieser Art sein. Das Lindencorso ist eines der Landmarkbuildings in Berlin mit einer exklusiv ausgestatteten Mietfläche von insgesamt rund 28.700 qm. Hauptmieter des Lindencorso ist die Volkswagen AG mit ihrem Automobil Forum, das von Volkswagen bereits seit 1998 als Hauptstadtrepräsentanz genutzt und jährlich von rund 1,3 Mio. Menschen besucht wird. Eine weitere Besonderheit sind zusammenhängende Büroflächen pro Geschoss von 3.000 qm, quasi ein „Corso“. Das Lindencorso entstand in den Jahren 1994 bis 1997 nach den Entwürfen des renommierten Architekten Prof. Christoph Mäckler. Das repräsentative Büro- und Geschäftshaus gilt als Musterbeispiel für die Re-


Nr. 67, 27. KW, 05.07.2013, Seite 13

Impressum Research Medien AG Rheda-Wiedenbrück, T: 05242-901250 F: 05242-901251 info@rohmert.de www.rohmert-medien.de Chefredaktion: Karin Krentz (V.i.S.d.P.)

konstruktion des historischen Berliner Stadtzentrums in den 1990erJahren. Die Fassade des achtgeschossigen Gebäudes besteht aus einem Natursteinsockel, der nach traditionellen Handwerksmethoden gemauert wurde. Das Lindencorso stellt damit eine der wenigen Gewerbeimmobilien in Deutschland dar, deren Fassade nicht allein aus vorgehängten Steinplatten besteht. „In Anknüpfung an die jüngsten Akquisitionen der Generali Real Estate in ‚Core-Immobilien‘ bester Lage ist auch diese ein weiteres Investitionsbeispiel für die Anlagestrategie der Generali Gruppe mit einer klaren Fokussierung auf Premiumimmobilien in bester Lage“, so Martin Schramm, Leiter der deutschen Niederlassung der GRE-DE.

Redaktion: Marion Götza Immobilienaktien: Hans Christoph Ries Hrsg.: Werner Rohmert Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18, 33378 Rheda-Wiedenbrück Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E. h. Volker Hardegen (Vorsitz). Die Bankverbindung erhalten Sie auf Anfrage Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder

Firmen, die in der „Immobilienbrief Berlin“ genannt werden: 1&1 Internet (5), Aengevelt (7,9), Amazon (6), Amt für Statistik Berlin Brandenburg (6), Anschutz Entertainment Group (9,10), AOK (5), Apple (10), Arab Investments (7), Audi (10), Balloni (7), Barmer GeK (8), Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg (4), BBU (4), Becker & Kries (9), Berlin Apotheke (9), Berlin Hyp (4), BFW (2,4), BNPPRE (8), Bolia (7), BPT (8), BSI (2), Carreé d'artistes (10), Catella Property (6,8,9), CBRE (5,7,12), Cityarts (11), Comfort (7), Corpus Sireo (4), Crone Backhaus (9), Cushman & Wakefield (8), degewo (8,9), Deutsche Wohnen AG (3), Die Wohnkompanie Berlin GmbH (9,10), DTZ (5), GDI (3), Generali Real Estate (12,13), Gentum KAG (12), Goodman (6), Google (10), Groth Gruppe (9), H&M (7), Hans Schütt Immobilien (11), Herlitz AG (9), Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (10), Howoge (5), IBB (11,12), IVD Berlin Brandenburg (3,4), Jones Lang LaSalle (9,10,11), Knaak (9), Kondor Wessels Holding (10), Mediosmanagement (9), Microsoft (1,10,11), mike Travel AG (6), m-public Medien Services (5), Muji (10), Multi Development (10), Neuwoges (7), Nike (10), o2 (9), Olswang Germany LLP (4), ORCO GSG (9), Pöllath & Partner (12), PorrSolutions (10), ProCurand (4), Raiffeisen Wohnungsbaugenossenschaft (4), Real Estate & Development AEG (10), Sirius Facilieties (7), Soap & Co. (10), Technische Universität Wien (8), TLG Immobilien (3,5,8), Tui (11), Vattenfall (9), Verein Life e.V. (9), VGF (2), Volkswagen AG (12), WW+ (3), Zalando (10), Zech-Gruppe (9), ZIA (5). Personen, die in der „Immobilienbrief Berlin“ genannt werden: Ackermann, Lutz (8); Aengevelt Dr., Wulf (5,6); Allner, Stefan (10); Anschutz, Philip (10); Ben-Haim, Tsipi (12); Bielka, Frank (8); Böhning, Björn (6); Bruch, Christian (3); Cölln von, Ira (3); Finkbeiner, Peter (3); Fromme, Jochen Konrad (3); Groth, Klaus (9); Heilmann, Thomas (1,3); Herm Prof. Dr., Steffen (11); Huschke Prof. Dr., Christian (11); Illek, Christian P. (10,11); Jaquemot, Stefan (11); Joffe Dr., Gideon (12); Kampen von, Udo (12); Karoff, Niclas (3); Kern,Maren (4,5); Kissing, Ulrich (11); Kötter, Michael (10); Libeskind, Daniel (12); Libeskind, Nina (12); Lüscher, Regula (9); Mäckler Prof., Christoph (12); Mattner, Andreas (5); Müller-Spreer, Harm (11); Nußbaum Dr., Ulrich (2,3); Scheide Dr., Ralph (8); Scheuvens Prof, Rudolf (8,9); Schieble Dr., Michael (4); Schmidt, Markus (7); Schmitz, André (12); Schramm, Martin (13); Schulz, Martin (12); Sprungala, Hiltrud (4); Tesch, Henrik (11); Wohltorf, Dirk (4); Wowereit, Klaus (2,6,11); Wunschel, Axel (4).


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