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Jede Menge Neuigkeiten
Zwei Jahre mussten die Camping- und Reise-Fans darben, nun durfte die CMT erstmals nach dem Corona-Lockdown wieder ihre Tore öffnen im Januar. Im Caravaning-Bereich, der Neuheitenschau zum Saisonbeginn, warteten mehr als 1.000 Fahrzeuge aller namhaften Marken und Hersteller auf die Besucher.
Passend zum Umfeld der Stuttgarter Messe präsentierte Carthago das teilintegrierte Reisemobil Chic C-Line T jetzt auf der Basis des Mercedes-Benz Sprinter mit Al-Ko-Tiefrahmen. Der T 4.9 LE ist 7,5 Meter lang und hat einen Grundriss mit L-Sitzgruppe und breiter Seitensitzbank, eine geräumige Winkelküche, ein üppiges Komfort-Raumbad und bis zu zwei Meter lange Längseinzelbetten mit im Schlafraum.

Der Carthago Liner-for-Two, ein großes, auf zwei Bewohner zugeschnittenes Reisemobil, bekommt eine Überarbeitung mit neuer Außengrafik und einem helleren, freundlicherem Interieur. Funktionalere Griffe für die Klappen der Dachstaukästen, einen Bodenbelag in der Optik eines Schiffsparketts und neue Oberflächen der Waschraum- und Kleiderschranktür in Hochglanz-Elfenbein mit einem integrierten Chromstreifen sollen vor allem die ebenso solventen wie erfahrenen Camper ansprechen. New Generation nennt Carthago das Komfortmobil und bietet es zum Modelljahr 2023 in vier Grundriss-Varianten und zwei Basisfahrzeugen, dem Iveco Daily mit Heckantrieb und Zwillingsbereifung sowie auf dem Fiat Ducato mit Al-Ko-Tiefrahmen als Ein- und Doppelachser.
Neu bei preisgünstigeren Tochtermarke Malibu ist die Struktur des Van-Programms. Es setzt sich nun aus sieben Ba- sismodellen mit zahlreichen Varianten und Sonderausstattungen zusammen. Der 540 DB und 600 LE rangieren in der Kategorie Compact und sollen sich vor allem für den alltagstauglichen Einsatz übers ganze Jahr eignen. Wer mehr Reisekomfort wünscht, ist mit den Modellen 600 DB und 640 LE gut beraten, die sich durch die größere Küche und das geräumige Flexibad auszeichnen. Alternativ dazu gibt es bei den Diversity-Versionen des Duos einen breiteren Durchgang und aufgrund der freien Blickachse ein großzügiges Raumgefühl. Spitzenmodell ist der Malibu Van First Class Two Rooms 640 LE RB, der ein Zweiraum-Konzept auf 6,4 Meter Län- ge nebst üppigem Stauraum bietet. Alle Mitglieder der Van-Familie bekommen als Family-for-4 Version ein im eigenen Haus entwickeltes und gefertigtes Aufstelldach, das die Bettenzahl an Bord verdoppelt.
Hobby zeigte den neuen Maxia 595 KML, einen einachsigen Familien-Wohnwagen, der bis zu sieben Schlafplätze bietet. Das Heck wurde dafür multifunktional gestaltet, bis zu drei Stockbetten mit jeweils 100 Kilogramm Traglast finden dort Platz. Die oberen lassen sich durch ein Stecksystem mit Rollrosten und Matratzen im Handumdrehen zu komfortablen Betten mit den Maßen von jeweils 76 x 200 Zentimeter auf- und abbauen. Das untere besteht aus drei Polsterkissen und einem Topper mit einer Liegefläche von 73 x 200 Zentimetern. Tagsüber lassen sich die Polster zur Sitzecke umbauen und werden so zum Spielzimmer. Leselicht spenden LED-Lampen auf allen Etagen, dank Dimmfunktion und integrierten USBA/C-Anschlüssen dienen sie gleichzeitig als Nachtlicht und Stromquelle.
Kernelement des multifunktionalen Konzepts ist die gelochte Rückwand. Sie sichert eine gleichmäßige Wärmeverteilung in den einzelnen Bettebenen. Gleichzeitig dienen die Öffnungen als Verankerung für verschiedenes Zubehör – zum Beispiel Netztaschen und Spanngurte. Die herausnehmbare Leiter macht den Einstieg in die oberen Bettetagen auch für Kinderfüße einfach und komfortabel.
Wird der untere Bereich nicht als Bett oder Spielzimmer genutzt, dient sie als Sicherung für dort verstautes Gepäck. Alternativ finden dort Vierbeiner einen gemütlichen Rückzugsort mit Platz für ein Ruhekissen. Passend zum neuen Kinderbettbereich hat auch der Schlafplatz für Erwachsene mehrere Funktionen: Die zwei bewährten Einzelbetten lassen sich mit der Erweiterung in ein gemütliches Familienbett mit einer Breite von 2,20 Metern umbauen.
Bei Carado ist der Camper Van CV 590 4x4 das erste Fahrzeug mit Allradantrieb im Portfolio. Und zum ersten Mal nach elf Jahren dient wieder ein Ford Transit Kastenwagen als Basis. Der CV 590 4x4 ist als Sondermodell Edition 24 in Chroma blau erhältlich und kostet 68.999 Euro. Dafür gibt es einen 170 PS (125 kW) starken Vier-Zylinder-Diesel, die Küche mit üblicher Ausstattung sowie Waschraum mit Dusche und Toilette. Geschlafen wird auf einem quer eingebauten Doppelbett im Heck. Mit knapp sechs Metern Länge ist der Camper Van noch halbwegs wendig, auf Stellplätzen manövriert er mühelos, auch wenn der Untergrund feucht und weich oder schneebedeckt ist. Auf den Markt bringt das Leutkirchener Unternehmen den 4x4-Camper ohne eine Begrenzung der Stückzahl.
Auch die Zubehöranbieter waren auf der CMT präsent. Garmin zeigte mit den Modellen Camper 895 und Camper 1095 zwei neue Navigationssysteme für Wohnmobile und Gespanne. Die Achtbzw. Zehn-Zoll-Navis sind zusätzlich zu ihrer bekannten Pkw-Wegweisung mit Spezialfunktionen für Wohnmobil und Wohnwagengespanne ausgestattet. Sie können auch in Mietfahrzeugen sinnvoll eingesetzt werden und berücksichtigen bei der fahrzeugspezifischen Routenführung Abmessungen und Gewicht sowie die Besonderheiten im Anhängerbetrieb. Je nach hinterlegtem Fahrzeugprofil werden Umweltzonen bei der Routenberechnung ein- oder ausgeschlossen. Für ein Plus an Sicherheit sorgt die Fahrerassistenz, die unter anderem vor scharfen
Kurven, Seitenwind, Bahnübergängen und Gefällen oder Steigungen warnt. Das integrierte Höhenprofil unterstützt einen vorausschauenden Fahrstil und weist auf schwierige Stellen hin. Dank Bluetooth-Freisprechfunktion, Smart Notifications und integrierter Sprachsteuerung bleiben die Hände während der Fahrt jederzeit am Steuer und Benachrichtigungen und eingehende Anrufe werden direkt auf dem Navi angezeigt. Außerdem ist eine Suchfunktion für Stell- und Campingplätze integriert. Die Camper-Garmins kosten zwischen 689 und 899 Euro.
Erstmals gab es in diesem Jahr in Stuttgart einen separaten Bereich für Dachzeltanbieter sowie für Firmen, die Kleinwohnwagen präsentieren. Dachzelte lassen sich auf fast jedes Auto befestigen und gehören zu den aktuellen Campingtrends. Wer mit dem Camper, Wohnmobil oder ähnlichem zur CMT anreist und gerne auf dem Messegelände übernachten möchte, kann sich bereits vorab online einen Parkschein lösen.

Drei Neue
Die Hymer-Tochter Sunlight erweitert ihr Programm an teilintegrierten Wohnmobilen und zeigte auf der Stuttgarter CMT eine neue Baureihe auf Ford-Basis. Die Modelle T 670 S, T 680 und T 690 L nutzen ein Transit-Chassis mit 130 PS und Sechs-Gang-Getriebe. Serienmäßig verfügen alle drei Modelle über schwarze Alu-Felgen und ein schwarzes Fahrerhaus. Der T 670 S ist mit 6,99 Metern etwas kürzer als die beiden anderen Modelle mit jeweils 7,36 Metern Fahrzeuglänge. Alle drei sind 2,32 Meter breit und 2,93 Meter hoch. Der 670er bietet vier Sitzund zwei (bzw. vier) Schlafplätze, während sich die beiden größeren Fahrzeuge mit einem jeweils zusätzlichen fünften Sitz- bzw. Schlafplatz auch für die Familie mit drei Kindern oder eine kleine Gruppe eignen. Die Küchen sind jeweils mit einem zweiflammigen Kocher mit 12-Volt-Zündung, einem großen Spülbecken sowie 156-Liter Absorber-Kühlschrank inklusive Gefrierfach ausgestattet. Der T 670 S hat das Variobad an Bord, T 680 und T 690 L verfügen über Raumbäder.

Elektro-Edel-Camper
Der EQT Marco Polo Concept von Mercedes ist eine Studie, die zeigt, wie auf rund 4,9 Meter Länge vier Schlaf- und ebenso viele Sitzplätze samt Kocher und fließend Wasser unterkommen. Das alles soll mit dem 45-kWh-Akku bis zu 300 Kilometer weit kommen. Das Platzangebot wird wesentlich von dem geprägt, was Wettbewerber zumindest ab Werk nicht haben. Ein Hubdach. Angetrieben wird die Studie wie der avisierte EQT von einem 90 kW starken Elektromotor. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h begrenzt. Der Akku lässt sich an einer Gleichstrom-Station mit 80 kW in 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen, für die Klimatisierung ist eine Wärmepumpe zuständig.
Neue Marke geht auf Reisen
Die Lust aufs Caravaning wird noch weder von Inflation noch düsteren Wirtschaftsprognosen geschmälert. Das lockt immer mehr neue Reisemobilausbauer auf den Plan, so wie das niedersächsische Unternehmen Hannes Camper, das nach fünf Jahren im Vermietgeschäft ab Januar auch eigene Kastenwagen vertreiben will. Als Partner dafür hat Geschäftsführer Tim Aster das Karosseriebau-Unternehmen Robeta in Slowenien gewinnen können, dort entstehen künftig zwei Modelle auf Basis des Citroën Jumper mit 6,0 und 6,40 Metern Länge. Viele Extras wie die Dieselstandheizung, Rückfahrkamera, Armaturen von Grohe, Seitz-Privacy-Rahmenfenster, Druckwasserpumpe, Navigations- und Audioanlage, USB-Steckdosen im gesamten Aufbau, Alufelgen von Borbet oder eine Außendusche gibt es bei Hannes serienmäßig.
Auf Renault-Basis
Die Hymer-Tochter Etrusco startet erstmalig mit Teilintegrierten auf Basis des Renault Master in die Saison. Der sechs Meter lange V 5.9 DR und der 6,82 Meter lange V 6.8 SR sollen ab Frühjahr lieferbar sein und ergänzen die Modellvarianten auf Ford-Chassis. Der größere V 6.8 SR verfügt über zwei Einzelbetten, die zum Doppelbett umgebaut werden können und über eine Längssitzbank auf der Beifahrerseite. Der V 5.9 DR bietet ein Querbett im Heck. Die Modelle sind jeweils 2,14 Meter breit und haben einen Vierzylinder mit 145 PS (107 kW). Doe Preise beginnen bei 51.199 Euro. Auf Wunsch ist auch für die beiden neuen Fahrzeuge das Ausstattungspaket „Complete Selection“ erhältlich.


