Stadtforschung Statistik - Ausgabe 1/2013

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Editorial

„Peinlich!“

Das Wort ist zu schwach, viel zu schwach. Aber es ist so gefallen. Als SAT1 mich zur Zahl des Jahres 2012 interviewte, habe ich dieses Wort genommen. Ich habe hinzugefügt, es sei mehr als peinlich, wenn mir daraufhin Leute aus der Dritten Welt vorhielten, wir würden jedes Jahr 81,6 kg Lebensmittel wegwerfen, während in ihren Ländern selbst noch Reste aus dem Müll geklaubt würden. Diese Zahl des Jahres zeigt erneut, wie wichtig Zahlen sind. Wir müssen weiter Probleme quantifizieren. Die Zahl des Jahres 2012 nimmt in dieser Ausgabe aber nur einen kleinen Raum ein. Mehr Platz gehört dem Zensus 2011, dessen Ergebnisse in Kürze vorliegen. Hier können Sie sich noch mal mit der Basis und Auswertungsmöglichkeiten vertraut machen. Die Soziale Segregation steht bei Seidel-Schulze im Blickpunkt. Dieses Projekt war das letzte, an dem Hartmut Häußermann beteiligt war. Beim Scherdin-Artikel kann man fragen, ob sich schlechte Bildung fortpflanzt. Aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten Höfflin und Blinkert die ältere Generation. Sie belegen klar, welches Aufgabenpotential dort für uns liegt. „Zurück in die Stadt“ melden Darmstädter Kollegen und arbeiten einen neueren Trend heraus. Dieser gilt aber nur für einige Stadtgruppen, fällt keinem in den Schoß, muss hart erarbeitet werden. Die Mühen von Befragungen, die Menschen mit Migrationshintergrund wirklich einbeziehen sollen, hat Erbslöh im Blick. Mausfeld wirft ein Schlaglicht auf die Georeferenzierung und Ruten berichtet über einen Bürgerentscheid zu einem Platznamen. Münzenmaier wendet sich Größerem zu: Einkommen in Großstädten und ihren Regionen; Fuchs und Weyh gehen der Frage nach dem Fachkräftemangel in Mitteldeutschland auf den Grund. Durch diese Ausgabe zieht sich eine Rede von Martin Luther King: „I Have a Dream“, diese Ansprache, die er vor nun 50 Jahren in Washington gehalten hat. Martin Schlegel, Hagen Stadtforschung und Statistik 1 - 2013

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