KLUBZEITUNG DER SÜD -TIROLER FREIHEIT | 1-2018
| ERSCHEINT VIERTELJÄHRLICH
Zug, Autonomie, Doppelpass
POSITIVE WIENER GESPRÄCHE Die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit reiste vor kurzem nach Wien, um u.a. konkrete Gespräche über die Umsetzung der doppelten Staatsbürgerschaft zu führen. Dabei wurde klar, dass die Regierungsparteien am Koalitionsprogramm – und damit am Doppelpass – festhalten werden.
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om 11. bis 14. Jänner reiste eine Delegation von Landtagsabgeordneten und Funktionären der Süd-Tiroler Freiheit in die Bundeshauptstadt Wien, um mit den Regierungs- und frisch gewählten Parteienvertretern über verschiedene Themen, die vor allem Süd-Tirol betreffen, zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Unterredungen standen die Entwicklung der Autonomie, die direkte Zugverbindung Bozen-Wien und vor allem die österreichische Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler. „Die Süd-Tiroler Freiheit legt seit jeher Wert auf einen seriösen und fundierten Diskurs sowie eine umfassende Information über die Wiedererlangung der österrei-
chischen Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler“, erklärt der Landtagsabgeordnete Sven Knoll den Sinn der Wienfahrt. „Eine parteiübergreifende Herangehensweise ist hierfür das Gebot. Zu diesem Zwecke übernimmt die Süd-Tiroler Freiheit eine Vermittlerrolle und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit allen politischen Entscheidungsträgern in Wien die konkrete Umsetzung dieses wichtigen Anliegens zu unterhandeln“, betonte Knoll vor den Gesprächen. Auf dem Programm der Süd-Tiroler Freiheit stand ein Treffen mit Verkehrs- und Infrastrukturminister Norbert Hofer. Der Minister bekräftigte dabei die Umsetzung des Koalitions- (Fortsetzung Seite 2)
Wahl ohne Sieger In Reih und Glied stand die SVP-Führung da und verkündete ihren Triumpf bei den italienischen Parlamentswahlen. Drei in der Kammer, drei im Senat: Mission erfüllt. Doch ihre Gesichter sprachen nicht von Sieg. Denn es war keiner! Es war eine Wahl ohne Auswahl. Das Wahlgesetz, das sich SVP und PD auf den Leib geschneidert hatten, machte ein eigenständiges Antreten aller anderen Süd-Tiroler Parteien sinnlos. 40 Prozent musste eine Liste im Verhältniswahlkreis Süd-Tirol erringen. Selbst in Erdoğans Türkei liegt die Schwelle viermal niedriger! Die Wahlbeteiligung ist eingebrochen. Weiße und ungültige Stimmen haben sich verdoppelt. Fast halbiert haben sich dagegen die Stimmen der SVP seit 2001. Sieht so ein Sieg aus? Die neuen Mehrheitsverhältnisse in Italien machen eine Neuwahl wahrscheinlich. Dann hoffentlich mit einem Wahlgesetz, das einer Demokratie würdig ist! Stefan Zelger, Sekretär der Landtagsfraktion
www.suedtiroler-freiheit.com/landtag
Ladiner auf Identitätskarte berücksichtigen Italienisch, Englisch sowie Deutsch und Ladinisch: Italien will die neue elektronische Identitätskarte auch in Süd-Tirol einführen, und diese soll drei- bzw. viersprachig sein. Dies hat der Landtag beschlossen. Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, der einen entsprechenden Antrag vorlegte, zeigt sich erfreut. Denn die ladinische Sprache auf dem Ausweis wäre ein Novum und eine wichtige Anerkennung ihrer kulturellen Identität. (SK/SZ) 1