Stahlbauheute 1/2021
Editorial
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Präsenz, Hybrid, Online ... ... mit solchen Bezeichnungen hatten wir uns in den vergangenen Monaten immer wieder zu beschäftigen, sollte das »21. Symposium Brückenbau in Leipzig« doch in gewohnter Form stattfinden – als zweitägige Präsenzveranstaltung mit dem sogenannten Referentenessen am Vorabend: Wir waren voller Zuversicht und gingen deshalb lange Zeit davon aus, sämtliche Vortragenden, Teilnehmer und Gäste persönlich vor Ort begrüßen zu können. Unser Optimismus erhielt im Spätherbst 2020 freilich einen kleinen Dämpfer, denn uns wurde signalisiert, dass die Durchführung von Messen, großen Kongressen und Versammlungen keinesfalls genehmigt werden würde. Da die pandemiebedingten Maßnahmen zur Kontaktminimierung ja schon mehrfach erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens beinhalteten, traf uns diese Ankündigung natürlich nicht ganz unerwartet. Und so war es uns problemlos möglich, kurzfristig umzuschwenken auf ein Format, das die Zahl der Anwesenden zu verringern half – nämlich auf die Hybrid-Variante. Das heißt, wir begrenzten zunächst das Angebot an Teilnehmerplätzen und schufen zugleich die Voraussetzungen für eine Onlineübertragung aller Präsentationen. Darüber hinaus optimierten wir in Übereinstimmung mit dem Tagungshotel das Hygienekonzept mit dem Ziel, einen maximalen Infektionsschutz zu gewährleisten, und beauftragten zudem ein Ärzteteam mit der Einrichtung eines Corona-SchnelltestCenters vor dem Vortragssaal. Vom Gesundheitsamt der Stadt Leipzig als zuständiger Behörde wurde uns wenige Wochen vor Symposiumsbeginn dennoch keine Erlaubnis erteilt, weshalb wir unsere Planungen erneut anpassen mussten – und letztlich eine reine Onlineveranstaltung angeboten haben. Dank unserer langjährigen
Kooperation mit einem Leipziger Digitalunternehmen hat auch jene Änderung reibungslos funktioniert und das Symposium konnte nahezu perfekt ablaufen, geprägt von hervorragenden Referaten, lebendigen Diskussionen nach und zwischen den Vorträgen sowie sehr informativen, Brückenrealisierungen, Produkte und Verfahren thematisierenden Filmeinspielungen während der Pausen. Trotz der vielen Komplimente, die uns für die erfolgreiche Organisation des Online-Formats von Referenten und Teilnehmern übermittelt wurden, sind wir uns bewusst, dass eine Präsenzveranstaltung im Grunde das Ideal ist. Die Kombination aus überzeugendem Fachprogramm und Gelegenheiten zum persönlichen Austausch und zwanglosen Miteinander, die unsere Symposien schon von jeher auszeichnet, bleibt daher unser Anliegen und unser Weg – und genau diesen Weg werden wir fortsetzen. Mit welchem Ideenreichtum, welcher Gestaltungskraft und welchem Mut Architekten, Ingenieure und Techniker arbeiten und damit der Pandemie im besten Sinne trotzen, zeigen aber auch die folgenden Seiten: Die Stahlhalle für »Rational« in Landsberg am Lech, der futuristische Eingang der Penn Station in New York und die wahrlich einmalige Falginjochbahn im Kaunertal, um hier lediglich drei Beispiele aufzulisten, veranschaulichen nachgerade exemplarisch, wie Bauwerke in einer Welt aussehen könnten oder sogar sollten, in der wir gerne leben und uns frei bewegen wollen.
Elisabeth Wiederspahn