Schwerpunktthema Wie grün ist die Innere Mission? Evangelisches Hilfswerk Beratungsstelle Mimikry wird 20 Jahre alt Kinder- und Jugendhilfe 15 Jahre „Bella Castella“
Die Zeitung der Inneren Mission München • Juli 2010
Ausgabe 51 • www.im-muenchen.de
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Neues Beratungszentrum für Ebersberger Sozialpsychiatrische Dienste
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Mehr Platz für ihre Arbeit bekommen die Sozialpsychiatrischen Dienste (SPDi) in Ebersberg. Im März haben die Bauarbeiten für ein neues Beratungs- und Dienstleistungszentrum für psychisch kranke Menschen in der Sieghartstraße begonnen, die Fertigstellung ist für Ende November 2010 geplant. Rund 1.000 Quadratmeter Platz bietet das viergeschossige Gebäude dann, auf 700 Quadratmetern werden bestehende und neue Angebote der Sozialpsychiatrischen Dienste Ebersberg einziehen. Bauherr ist der Ebersberger Speditionsunternehmer Georg Reischl; die Innere Mission wurde als künftiger Mieter bei den Planungen stark mit einbezogen: „Wir konnten die Räume ganz nach unseren Bedürfnissen gestalten“, lobt Georg Knufmann, Leiter der SPDi Ebersberg, die gute Zusammenarbeit. Das Haus wird barrierefrei und auch für Rollstuhlfahrer leicht zugänglich sein.
irchenführungen in München St. Johannes schließen seit Mitte der 90er Jahre auch den Heizungskeller ein, da dort ein Blockheizkraftwerk (BHKW) eingebaut wurde. Dabei wurden die Besucher anfangs auch auf ein besonderes Highlight hingewiesen: Der Stromzähler lief rückwärts, da Strom ins öffentliche Netz eingespeist wurde.
Dr. Roland Rausch Verwaltungsleiter Innere Mission
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as BHKW war eine von mehreren Maßnahmen, die der Kirchenvorstand unter Leitung von Pfarrer Gerhard Monninger, dem späteren ersten Umweltpfarrer der bayerischen Landeskirche, bereits zu dieser Zeit zur CO2-Reduzierung beschlossen hatte. Angesteckt vom Engagement in meiner Kirchengemeinde ist es mir auch bei der Inneren Mission München ein Anliegen, Maßnahmen zur Energieeinsparung zu realisieren. Seitdem ist diesbezüglich bei der Inneren Mission viel passiert.
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Roland Rausch
Es solle zu einer zentralen Anlaufstelle für psychisch Kranke im Landkreis Ebersberg werden und für Offenheit mitten im Stadtzentrum stehen, wünscht sich Knufmann. Um rund 900 Menschen aus dem Ebersberger Landkreis kümmern sich insgesamt 23 Mitarbeiter und 85 Ehrenamtliche im Jahr: Sie beraten und begleiten Menschen mit seelischen Krisen, psychischen Erkrankungen und Suchtproblemen, bieten Beschäftigungsmöglichkeiten und organisieren viele verschiedene Angebote. Zu den Diensten gehören außerdem betreute Wohngemeinschaften und Einzelwohnprojekte in und um Ebersberg. Mit dem Umzug erweitern die
Sozialpsychiatrischen Dienste auch ihr Angebot: Zwölf Appartements im ersten und zweiten Geschoss des Gebäudes sollen an psychisch Kranke vermietet werden; außerdem ist im Dachgeschoss eine Wohngemeinschaft für fünf Menschen über 60 Jahre geplant. „Das Thema Gerontopsychiatrie wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen“, sagt Georg Knufmann, „denn die Leute werden immer älter und immer mehr Menschen sind von psychischen Problemen betroffen.“ Deshalb möchte er in Zukunft auch die gerontopsychiatrischen Angebote in Ebersberg verstärkt ausbauen. Im Herbst startet – in Kooperation mit der Suchtfachambulanz
der Caritas – ein neues Projekt, das sich speziell um Menschen mit Doppeldiagnose kümmert: Denn immer häufiger haben psychisch kranke Menschen auch ein Suchtproblem.
Netzwerk mit Nachbarn Die Behandlungskonzepte für beide Krankheiten sind allerdings oft widersprüchlich: „Während Menschen mit akuten Psychosen eher fürsorglich behandelt werden, stehen bei der Suchttherapie klare Forderungen im Vordergrund“, erklärt Knufmann. „Wir wollen für jeden die passende Behandlung finden.“ Neben den Einrichtungen der Sozialpsychiatrischen Dienste
werden in dem neuen Gebäude Praxisräume, ein Nachbarschaftstreffpunkt und drei Gruppenräume zur Verfügung stehen. Der neue Standort bietet auch viele Möglichkeiten, um die interne und externe Vernetzung zu verstärken: Der Gartenhof, die Tagesstätte der SPDi Ebersberg, liegt gleich um die Ecke, auf den Grundstücken nebenan befindet sich das Evangelische Alten- und Pflegeheim Reischlhof sowie die diakonia Ebersberg. Für Georg Knufmann und die SPDi Ebersberg ist der Umzug in die Sieghartstraße eine Rückkehr zu den Wurzeln: Denn dort hatte er vor 22 Jahren die erste Dienststelle der SPDi eröffnet. isa
Innere Mission kritisiert Zuschusskürzungen für Altenpflegeschulen
Kostenfreiheit für Schüler und Träger! Die Innere Mission kritisiert die geplante Senkung des Schulgeldausgleichs für private Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe und fordert die Rücknahme der ungerechten Kürzung. „Wir brauchen Kostenfreiheit für Schüler und Träger berufsbildender Schulen“, sagt Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission. In einem Schreiben hatte das Bayerische Kultusministerium Anfang Juni die Altenpflegeschulen informiert, dass der monatliche Zuschuss zum Schulgeld ab dem Schuljahr 2010/2011 aufgrund steigender Schülerzahlen von 200 auf 100 Euro pro Schüler gesenkt wird. Diese Regelung gilt bis Dezember 2010, die weitere Finanzierung steht unter Haushaltsvorbehalt.
„Wenn dieser Zuschuss auf 100 Euro gesenkt wird oder ganz wegfällt, dann ist die Finanzierung der Altenpflegeschulen in Zukunft nicht mehr sicherzustellen“, sagt Lisa Hirdes, Leiterin der Evangelischen PflegeAkademie. Für die Einrichtung der Hilfe im Alter bedeuten die Sparmaßnahmen einen jährlichen Ausfall von insgesamt 187.000 Euro an Fördermitteln für die 170 Schüler, die dort eine Ausbildung zum Altenpfleger oder Pflegefachhelfer (Altenpflege) machen. Den fehlenden Betrag muss die Innere Mission aus Eigenmitteln finanzieren oder als Schulgeld auf die Schüler umlegen: „Das sind keine Alternativen“, warnt Hirdes. Denn dadurch verlören die Ausbil-
dungen in der Altenpflege noch weiter an Attraktivität. Es sei jetzt schon schwer, genügend geeignete Schüler für die Altenpflegeausbildungen zu finden. Die Sparmaßnahmen stünden so im direkten Widerspruch zu den Bemühungen von Sozialministerin Christine Haderthauer, mit dem „Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege“ Nachwuchs für Pflegeberufe zu gewinnen. „Mit dieser Entscheidung wird der Fachkräftemangel nur noch verschärft“, kritisiert auch Vorstand Günther Bauer. Sie passe nicht zu den Bedürfnissen einer Gesellschaft, die immer älter und kränker werde und mehr qualifizierte Pflegekräfte benötige. isa
+++ Menschen helfen +++ Netze knüpfen +++
lle llediese dieseMaßnahmen Maßnahmenfolgen folgen dem Grundsatz nachhaltigen Wirtschaftens – das auch die Grundlage vieler Projekte der diakonia ist. Inspirierendes Lesen wünscht Ihnen
SPDi-Leiter Georg Knufmann (2.v.r.) möchte noch enger mit anderen Einrichtungen der Inneren Mission zusammenarbeiten – zum Beispiel mit dem Pflegeheim Reischlhof, das gleich neben dem Neubau liegt. Foto: Erol Gurian
Hilfe im Leben
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Erweitertes Angebot
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m Mittelpunkt standen Maßnahmen zur Verbesserung des Wirkungsgrades unserer Heizungsanlagen durch moderne Heizkessel, optimierte Anlagensteuerung und Kraft-Wärme-Kopplung. 13 MiniBHKW in vier Gebäuden reduzieren unseren CO2-Verbrauch um rund 450 Tonnen pro Jahr. In Planegg beziehen wir Öko-Strom. In Ebenhausen kaufen wir CO2-neutrales Erdgas und bauen das Demenzzentrum im Niedrigenergiestandard. Auf dem Dach des Leonhard-Henninger-Hauses befindet sich eine Photovoltaikanlage. Der Isarpark, unser geplantes neues Sozialzentrum, wird auch im Energiebereich Maßstäbe setzen.
Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen