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Fensterarten und technik

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Fensterarten & -technik

Gut geplante Fenster lassen möglichst viel Tageslicht in den Raum, halten Wärme und Energie jedoch drinnen und helfen so, Energiekosten einzusparen. Darüber hinaus haben sie auch Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Wählen können Sie zwischen den Rahmenmaterialien Holz, HolzAlu, Alu, Kunststoff, und KunststoffAlu sowie zwischen unterschiedlichsten Verglasungsarten. Wichtig ist, dass Rahmen und Verglasung eine Einheit bilden. Der beste Rahmen hilft nichts, wenn das Glas von minderer Qualität ist, und umgekehrt ist das beste Isolierglas nutzlos, wenn der Rahmen schlecht gedämmt und undicht ist. Vergleichen Sie mehrere Angebote und lassen Sie sich ausführlich beraten! Je kleiner der UWert, desto besser.

Material & Technik

Fenster lassen sich einerseits aufgrund ihrer Mechanik unterscheiden: Drehflügel drehen sich um eine senkrechte Achse. Kippflügel haben eine untere waagerechte Achse und öffnen sich oben einen Spalt weit. Sitzt die Achse oben, etwa an einem Oberlicht, spricht man von einem Klappflügel. In der Kombination bezeichnet man sie als DrehKippFlügel. Schwingfenster drehen sich um eine waagerechte Mittelachse, ein Teil des Flügels ragt in den Raum, der andere nach draußen; sie sind häufig bei Dachfenstern anzutreffen. Weiters werden Fenster aufgrund des verwendeten Materials bzw. Materialmix unterschieden:

Holzfenster sind aus einem nachwachsenden Rohstoff gefertigt und bestens geeignet, ein behagliches Wohngefühl zu erzeugen. Die viel zitierte ökologische Qualität hängt allerdings von der Oberflächenveredelung ab. Holz ist schon grundsätzlich energetisch hochwertig und gut dämmend, was durch die moderne Rahmengeometrie noch zusätzlich unterstrichen wird. Holzfenster werden vom Produzenten mit einer haltbaren Oberflächenveredelung ver

sehen, müssen aber dennoch in regelmäßigen Abständen überstrichen werden.

Holz-Alu-Fenster sind sogenannte Verbundfenster und bestehen aus Holzfensterrahmen mit außen aufgesetzten Aluminiumprofilen. Bei diesen Modellen werden die Stärken beider Materialien ausgespielt: Die Innenseite in Holzausführung bietet den angenehmen Charakter eines Holzfensters, die Außenseite mit der Aluminiumabdeckung beste Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit. Die Oberfläche der aufgesetzten Aluminiumschale ist durch Eloxierung oder Pulverbeschichtung veredelt und widerstandsfähiger gemacht. HolzAluFenster sind an ihrer Außenseite ebenso wartungsfrei wie Aluminiumfenster. Die Holzoberfläche an der Innenseite der Fenster wird im Allgemeinen wenig beansprucht und muss nur in sehr langen Intervallen frisch gestrichen werden.

Das reine Aluminiumfenster überzeugt durch seine Wetterresistenz, Form stabilität und eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 60 Jahren. Die Fenster sind besonders tragfähig und halten hohen Glasgewichten und Windbelastungen stand. Aluminium als ein guter Wärmeleiter verlangt aber auch eine thermisch getrennte Konstruktion, bei der innere und äußere Profile durch isolierende Kunststoffelemente getrennt werden. Die Aluprofile werden im Strangpressverfahren hergestellt und zeichnen sich durch hervorragende Formbeständigkeit und Haltbarkeit aus. Aluminiumfenster sind in jeder Form und den unterschiedlichsten Farben und Oberflächenbeschaffenheiten zu haben. Durch Eloxieren oder durch Pulverbeschichtung wird das Material veredelt. Die farbliche Gestaltung umfasst die gesamte RALPalette, jeder Farbton ist möglich. Aluminiumfenster müssen auch nach Jahren nicht nachgestrichen werden und verlangen außerdem nur minimale Wartung.

Kunststofffenster werden aus PVC, gelegentlich aus glasfaserverstärktem Material (GFK) hergestellt und sind in der Regel günstiger als Holz oder HolzAluFenster. Hochwertige Kunststofffenster sind durch eingebaute Stahlprofile verstärkt. Aufgrund ihrer Materialeigenschaften sind Kunststoffprofile nicht für besonders große und schwere Fenster geeignet. Die im Wohnbau üblichen Fenstergrößen können jedoch ohne Weiteres als Kunststofffenster ausgeführt werden.

Kunststoff-Alu-Fenster verbinden die Vorteile des Kunststoffs – hohe Funktionalität, Wärme und Schalldämmung – mit der Witterungsbeständigkeit durch die außen angebrachte Aluminiumschale. Die Oberfläche ist pflegeleicht und die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Heute werden bereits ca. 40 Prozent aller Kunststofffenster mit einer Aluschale versehen.

Starkes Finish: Beschläge

Fensterbeschläge verbinden den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen, sorgen für einfaches Öffnen, Kip

pen und Schließen des Fensters und sollten immer passend zur Öffnungsart und Fenstergröße gewählt werden. Geben tut es sie aus Edelstahl (nass oder trocken geschliffen entsteht eine metallische, matte oder glatte Oberfläche), Aluminium (eloxiert und damit silbrig weiß und matt) oder Messing (poliert, vernickelt oder verchromt). Die Kunststoffvariante wird aus Polyamid hergestellt, ist in den RALFarben durchgehend eingefärbt und hat eine glatte Oberfläche.

Fenster als Energiesparer

Für Fenster in Wohngebäuden ist vorgeschrieben, dass sie als Mindeststandard einen UWert von 1,40 (Vorgabe der neuen OIBRichtlinie 6) oder weniger erreichen. Achtung! Für die Erreichung von Förderungen werden fast immer bessere Werte verlangt. Ob dieser Wert mit einer 2 oder 3ScheibenVerglasung erreicht wird, ist dabei nebensächlich. Wesentlich ist hingegen, dass die Fenster dauerhaft kondensatfrei bleiben. Von einem Passivhausfenster darf man erwarten, dass es selbst in der kalten Jahreszeit „energieaktiv“ ist. Das bedeutet, dass es während der hellen Sonnenstunden mehr Energie ins Haus lässt, als es im Dunkel der Nacht wieder abgibt. Neben dem UWert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist auch noch der GWert von Interesse. Er bezeichnet den sogenannten Energiedurchlasswert und misst den Energiefluss von außen nach innen in Prozent. Je höher der GWert, desto höher der Wärmegewinn durch das Fenster. Moderne Wärmeschutzverglasungen weisen einen GWert von 0,6 bis 0,65 auf. 60 bis 65 Prozent der auftreffenden Solarwärme werden dem Raum dahinter zur Verfügung gestellt.

Fenster als Schallschützer

Ausgewiesene Schallschutzverglasungen bestehen aus unterschiedlich dicken und schweren Glasscheiben mit einem größeren Zwischenraum. Je größer der Scheibenabstand, desto besser der Schallschutz. Wichtige Details stellen auch Rahmenkonstruktion, Dichtungen und fachgerechter Einbau dar. Gemessen wird in deziBel (dB). Zum Verständnis: Eine beidseitig verputzte, massive Außenwand mit 24 cm Stärke erreicht einen Schalldämmwert von etwa 52 dB, ein gängiges zweifach verglastes Fenster etwa 30 dB. Schallschutzgläser der Klasse 6 weisen Dämmwerte von 52 dB und mehr auf.

Fenster als Sicherheitsfaktor

Acht von zehn Einbrechern kommen durch das Fenster! Die Augen des Hauses stellen daher einen wich

tigen Teil des Einbruchschutzes dar. Fragen Sie nach RC2Ausführungen. Diese Bezeichnung steht für einen Bauelementestandard der Widerstandsklasse 2. Gesichert werden sollen das Verriegelungssystem, Beschläge und die Scheibe. Sie haben dafür verschiedene Möglichkeiten, vom Aufbohrschutz und Aufhebelhilfen über spezielle Pilzkopfriegel bis hin zu absperrbaren Fenstergriffen, Bandsicherungen oder Stangen bzw. Zusatzschlössern an der Schließseite. Verbundsicherheitsglas oder vergitterte Scheiben schützen zusätzlich vor Einbruch, da ein Einschlagen der Fenster und in Folge Eindringen ins Gebäude schwieriger bis unmöglich wird. Noch ein Tipp für die Schnellentschlossenen: Der Handel bietet auch spezielle Fensterfolien, die selbst aufgeklebt, die Widerstandsklasse der Scheiben erhöhen.

Fachgerechte Fenstermontage

Egal, welches Fenster Sie kaufen, ein normgerechter Fenstereinbau nach Ö NORM B 5320 ist unumgänglich! Eine fehlerhafte Montage hat besonders unangenehme und teure Folgen wie unkontrollierte Energieverluste, Kondensat- und Schimmelbildung, fehlende Luftdichtigkeit und noch mehr. Der Einbau von Fenstern ist immer Systemsache. Das heißt, dass nur eine Reihe aufeinander abgestimmter Produkte und Arbeitsschritte einen wirklich fugendichten Einbau garantieren: Von außen wirkt die Wetterschutzebene. Das Fenster muss winddicht und schlagregensicher eingebaut werden, dennoch sollen die Komponenten diffusionsoffen sein. Hier kommen spezielle Folienbänder oder vorkomprimierte Fugendichtbänder zum Einsatz.

Zwischen der inneren und der äußeren Abdichtung liegt die sogenannte Funktionsebene. Sie dient der Wärme- und Schalldämmung, wird meist mit PU-Schaum hergestellt und muss rundum lückenlos ausgeführt werden. Achtung: Dieses Ausschäumen allein reicht nicht aus, es dient nur der Dämmung, Luft- und Schlagregendichtheit werden damit nicht hergestellt! Innen im Raum wird sodann die Luftdichtheit hergestellt. Die raumseitige Ebene muss einen höheren Dampfdruckwiderstand (Dampfbremse aus speziellen Bändern oder spezielle Dichtmassen) aufweisen als die äußere Abdichtung. Die Bauanschlussfuge schließlich muss die Materialbewegungen des Fensters und des Mauerwerks aufnehmen und die Dichtheit unter allen Wetterbedingungen garantieren. Ist die Montage nicht absolut dicht ausgeführt und kann Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringen, sind Kondensatbildung, sprich Feuchteschäden und Schimmelpilzbefall, vorprogrammiert.

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Eine umfangreiche Fensterstudie und die Richtlinien Metallbau bekräftigen die Kompetenz und Zuverlässigkeit der Produkte, die die Gemeinschaftsmarke ALU-FENSTER führen.

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Aluminium-Fenster-Institut

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Fensterwerkstoffe im Vergleich

Da Fenster einen bedeutenden Kostenbestandteil im Wohnbau darstellen, lohnt sich ein Blick nicht nur auf die Erstinvestition, sondern auf alle im gesamten Lebenslauf anfallenden Aufwendungen. Die zur Gemeinschaftsmarke ALUFENSTER zählenden AluminiumProfilsysteme HUECK und SCHÜCO verursachen im Vergleich zu anderen Fenstern weniger Kosten und belasten die Umwelt in einem geringeren Ausmaß. Das sind die Ergebnisse der von bauXund und M.O.O.CON durchgeführten Potenzialanalyse „Fensterwerkstoffe im Vergleich“. Der entscheidende Grund für das gute Abschneiden dieser Systeme ist ihre lange Lebens und Funktionsdauer.

ALU-FENSTER rechnen sich

Verglichen wurden in der Analyse die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale von Aluminium, HolzAluminium, Holz, Kunststoff und KunststoffAluminiumfenstern im Wohnbau innerhalb unterschiedlicher AnwendungsZeiträume. Dabei wurden nicht wie meist üblich nur die Investitionskosten betrachtet. Vielmehr flossen die gesamten finanziellen Auswirkungen unterschiedlicher Fenstermaterialien über den gesamten GebäudeLebenszyklus ein.

Ökobilanz überzeugt

Die Untersuchung der ökologischen Auswirkungen erfolgte mittels Ökobilanzberechnung. In der vorliegenden Potenzialanalyse wurden das Ozonbildungs, Versauerungs und Treibhauspotenzial sowie

der Primärenergiebedarf betrachtet. Die Studie kommt durch den lebenszyklischen Ansatz zu einem überraschenden Ergebnis: Das Aluminiumfenster weist in der langfristigen Betrachtung die geringsten Umweltauswirkungen auf. Dies kommt vor allem daher, dass das Grundmaterial Aluminium nach einer langen Lebensdauer einem hochwertigen stofflichen Recycling zugeführt werden kann.

www.alufenster.at/wohnbau www.alufenster.at/PassivHaus_ALU_MINI_UM www.alufenster.at/fensterstudie

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Argumente für ALU-FENSTER

Technologisch: hochwertige Lösungen, optimale Tragfähigkeit, hohe Nutzerfreundlichkeit, Schutz vor Lärm, Einbruch, Beschuss und Brand Ökonomisch: lange Lebensdauer, minimale Wartung, stabiler Wert Ökologisch: hohe Recyclingrate, dauerhafte Wärmedämmung Grenzenloses Design: hunderte dekorative Farben, vielfältige Formen

PassivHaus ALU MINI UM, Rekawinkel . ATOS Architekten © www.alufenster.at | Vera Vsetecka

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