Landgericht Berlin AZ 502-55/94
Verfahren gegen B. E. Althans
Erklärung des Angeklagten vom 1. August 1995 Anlage zum Protokoll / 1.8.'95 Bis zuletzt habe ich gehofft, dass die Kammer während der Verhandlung signalisieren würde, dass sie die Umstände, unter denen die sogenannte
Auschwitz-Szene des Filmes „Beruf Neonazi“ entstand, ebenso bewertet, wie sie der Angeklagte in seiner Darstellung geschildert hatte.
Nach der teil-Einstellung der Anklage wird dem Angeklagten jedoch noch immer vorgeworfen,
die
sogenannte
„qualifizierte
Auschwitz-Lüge“,
bzw.
„Volksverhetzung“ und „Leugnung des Holocausts“ verbreitet zu haben.
Deshalb ist es mir zwar sehr unangenehm, aber auch unerlässlich, zu den Vorwürfen die folgenden Beweisanträge zu stellen und die Hintergründe und Inhalte des Gesagten genau darzulegen.
Insbesondere bin ich bemüht, die Verwendung der Begriffe „Attrappe“, „Lügen, die
hier verbreitet werden“ und die Position, die bereits zu Missverständnissen auch währen des Verfahrens führte „Auschwitz war kein Vernichtungslager, sondern ein Konzentrationslager“ zu erklären und zu begründen!
Nochmals möchte ich betonen, wie unangenehm mir diese Detailarbeit ist, da ich die Form, in der ich mich in den Streit verwickelte, sehr bereue und aufgrund der Missverständnisse meiner Ansichten in der Öffentlichkeit durch Verbindung zu
meiner neonazistischen Vergangenheit sehr bedaure. Grundsätzlich möchte ich zum Thema eigentlich gar nichts mehr sagen. Aber gleichzeitig bin ich durch die
Entwicklung des Verfahrens gezwungen, nochmals klare Definitionen abzugeben. Durch neun Monate U-Haft befinde ich mich jedoch psychisch und physisch in einem Zustand, in dem mir die Konzentration auf diese Arbeit sehr schwer fällt.
Bei vielen meiner Angaben von Quellen, insbesondere auch von Daten und Seitenzahlen, musste ich mich auf mein Gedächtnis verlassen. Ich selbst bezeichne mich als einen Revisionisten. Was verstehe ich darunter?
[A] Da ich mich durch die Haft nur auf hier erhältliche Quellen stützen kann, möchte ich Felipe Fernandez-Armesto zitieren, der genau das ausdrückt, was ich
denke: Revisionismus ist für ihn die gesunde Wiederkehr der Skepsis. F.F.Armesto führt dazu aus: [Zitat] „ Dank einer gesunden Wiederkehr des Prinzips