Wenn aus Kindern Erwachsene werden, vervielfältigen sich die Zellen in einem immensen Wachstumschub zwischen 10 und 15 Jahren. In dieser Zeit ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Und höchste Zeit seinen eigenen Körper zu verstehen lernen. Dieses Buch beschreibt auf Zellebene alle wichtigen Organfunktionen sowie deren Wachstum.
„Mirja Holtrops viertes Buch richtet sich an Teenager und deren zukünftiges Leben. Gesunde Ernährung und Körperverständnis gehören unbedingt dazu.“
wir werden erWACHSEN
Jeder Mensch ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Man muss nur wissen wie es funktioniert.
Mirja Holtrop
Dr. Rath Health Foundation
Dr. Rath Health Foundation
Dieses Buch gehรถrt:
Los gehts!
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Hallo zusammen! Wir sind Mirja, John und Casey. Fantastisch, dass ihr euch für dieses Buch entschieden habt! Ihr werdet eine Menge aufregender Dinge lernen: über euch selbst, euren Körper und dessen Ernährung. Und natürlich über das Wachstum und wie das funktioniert!
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In den ersten Kapiteln widmen wir uns unserem Kรถrper. Danach geht es ums Wachstum und um gesundes Essen. Fangen wir mit unserem Kรถrper an.
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Inhalt Aufbau des KĂśrpers Gewebe und Gewebearten
6 8
Organe Der Organismus Organsystem
9 10 11
Nervensystem Hormonsystem Skelett Muskeln Verdauungssystem Ausscheidungssystem Herz-Kreislauf-System Lymphsystem Atmungssystem Fortpflanzungssystem Haut
12 14 16 18 20 22 24 26 28 29 30
Organe bestehen aus Zellen Schauen wir mal genauer hin Zellquiz
32 34 36
Ernährung Wachstum
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Aufbau des Körpers Auch wenn wir aussehen wie aus einem Guss, ist der Körper in Wirklichkeit eine aufregende Mischung lauter unterschiedlicher Körperteile, die alle mit Haut bedeckt sind. Der menschliche Körper zählt fast ein ganzes Dutzend Organsysteme. Diese bestehen aus Organen, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen. Soll heissen: sie arbeiten im Team und sind aufeinander angewiesen. Einige von ihnen sind sogar multifunktionell, sie können also mehr als eine Sache auf einmal machen - und wie ihr hier sehen könnt, auch für mehr als ein System arbeiten. Hier führen wir die elf Hauptsysteme in unserem Körper auf: 1 Das Herz-Kreislauf-System: Herz, Blut und Blutgefäße 2 Das Hautsystem: Haut, Haare, Finger- und Fußnägel 3 Das Verdauungssystem: Mund, Speiseröhre, Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Dünn- und Dickdarm 4 Das Hormonsystem: alle unsere Körperdrüsen 5 Das Ausscheidungssystem (unsere biologische Abfallbeseitigung): Haut, Lunge, Leber, Nieren, Blase und Darm 6 Das Muskelsystem: alle Muskeln und Sehnen unseres Körpers 7 Das Nervensystem: Gehirn, Wirbelsäule und alle Nervenstränge 8 Das Geschlechtssystem ist bei Männern und Frauen unterschiedlich: Während Männer Hoden und einen Penis haben, haben Frauen Eierstöcke und eine Gebärmutter. 9 Das Atemsystem: Nase, Mund, Bronchien und Lungenbläschen 10 Das Skelett: alle Knochen, Gelenke und Sehnen 11 Das Immunsystem besteht aus unterschiedlichen biologischen Molekülen, Zellen und Organen.
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Venen Arterien Nervenbahnen
Gehirn
Magen
Lunge
Dickdarm
Herz Leber
DĂźnndarm
Schädel
Elle
Brustkorb
Mittelhandknochen
Oberarmknochen
Fingerknochen
Wirbelsäule
Oberschenkelknochen
Becken
Schienbein
Speiche
Wadenbein
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Gewebe und Gewebearten Es gibt eine Unmenge von Gewebearten im menschlichen Körper und jedes einzelne Körperorgan besteht aus einer davon. Im Gewebe selbst tummeln sich Millionen von Zellen - aber zu denen kommen wir später noch. Lasst uns mal zunächst einige Gewebe anschauen: Nerven, Muskeln, Knochen, Haut und Bindegewebe.
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Funktionen: • Hautgewebe bedeckt innere und äußere Oberflächen • Bindegewebe hält all unsere Organe an ihrem Platz • Knochen sorgen für Stabilität • Muskeln bewegen unsere Gliedmaßen • Nervenzellen koordinieren unsere Bewegungsabläufe Wollen wir unseren Arm bewegen, senden zuerst Nervenzellen im Gehirn einen Befehl zu den Armmuskeln, die daraufhin unsere Knochen in Bewegung setzen. Alles Weitere übernehmen unsere Hände. Alles ist miteinander verbunden, kein Körperteil kann alleine funktionieren.
Organe Ein Organ besteht aus vielen verschiedenen Geweben, und zusammen sorgen sie fĂźr dessen einwandfreie Funktion. Wir haben viele verschiedene Organe!
Werfen wir gleich einen Blick auf unser wichtigstes Organ: das Herz.
Das Herz ist eine gigantische Pumpe, so in etwa wie ein Wasserkraftwerk. Es besteht aus Muskel-, Haut- und Nervenzellen, die miteinander arbeiten mĂźssen, damit das Blut in unserem KĂśrper zirkulieren kann. Und Blut versorgt unsere Organe mit Leben!
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Organe arbeiten im Team zusammen und sind aufeinander angeweisen. Auf den nächsten Seiten schauen wir uns einige besonders wichtige Organe genauer an. So könnt ihr euch besser vorstellen, wie es in unserem Körper aussieht und wie er funktioniert!
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Der Organismus Teamwork!
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Skelett
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Lymphsystem
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Blutkreislauf
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Organsystem Wie wir wissen, arbeiten die meisten Organe nicht unabhängig voneinander, bilden aber gemeinsam ein Organsystem. Das Zusammenspiel von Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse hilft bei der Verdauung unseres Essens. Dabei werden wichtige Nährstoffe einbehalten, damit wir gesund bleiben. Wir haben fast ein Dutzend Organsysteme. Auf einige werfen wir jetzt einen näheren Blick:
Bauchspeicheldrüse
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Gehirn RĂźckenmark
Periphere Nerven
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Das Nervensystem Das Nervensystem mit seinem Zentralorgan Gehirn ist die Kontroll- und Schaltstelle unseres Körpers. Es kann Informationen blitzschnell aufnehmen und verarbeiten. Nerven sind aufregend! Sie schnappen Reize auf und transportieren sie vom Gehirn zu unseren Muskeln – und schon gehen wir spazieren, schwimmen oder schreiben etwas auf. Andere Nervenzellen können wir nicht kontrollieren. Sie sorgen dafür, dass unser Herz schlägt. Oder habt ihr eurem Herzen je gesagt, dass es schlagen soll? Oder eurer Lunge, sie soll atmen?
Alle Nervenzellen sind aufeinander abgestimmt, einige arbeiten wie eine Rundstrecke. Wenn wir eine heiße Herdplatte berühren, tut das weh, weil die Nervensensoren in unserer Haut unserem Gehirn es so signalisieren. Das Signal ist hier der Schmerz.
Daher sendet das Gehirn durch andere Nervenzellen ein Kommando an unsere Muskeln, und schon ziehen wir unsere Hand zurück. Ein cleverer Zug: So verbrennen wir uns nicht. Nerven bewahren uns also vor Fehlern, die unserem Körper schaden könnten! Ein anderes Beispiel für die Selbstständigkeit unserer Nervenfunktionen ist die Temperaturregelung in unserm Körper. Ist uns zu warm, schwitzen wir. Ist uns kalt oder fürchten wir uns, überfällt uns eine Gänsehaut. In beiden Fällen setzen unsere Reaktionen automatisch ein und sind von unserem Willen nicht beeinflussbar. Denn egal wie sehr wir uns auch anstrengen und an etwas Kaltes denken mögen – ist es draußen heiß, dann schwitzen wir. Das gilt auch für Hunger oder Durst, Müdigkeit oder Bewegungsdrang – alles wird automatisch vom Nervensystem gesteuert.
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Hormonsystem Hormone sind die chemischen Botenstoffe in unserem Körper. Sie sagen, was wann gemacht werden soll. Grundsätzlich transportieren sie ihre Informationen über das Blut. Dadurch erreichen Hormone all unsere Körperteile und regulieren bedeutende Prozesse wie den Blutzuckerspiegel – davon hängt ab, wie viel Energie wir zum Skaten und Fahrradfahren haben – oder den Wasserhaushalt, der besonders wichtig für den Blutdruck oder schwangere Frauen ist. Am besten stellt ihr euch das Hormonsystem wir eine UBahn vor: Jedes Hormon ist ein U-Bahn-Passagier, jeder hat seine Mission zu erfüllen, und alle steigen immerzu hektisch in die vielen Waggons ein und wieder aus, um ihre Arbeit zu erfüllen. Wir haben unzählig viele Drüsen in unserem Körper, die ebenso viele interessante Funktionen in Gang setzen. Picken wir uns mal ein paar Beispiele heraus: Die Hirnanhangdrüse ist besonders wichtig für das Wachstum, im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. In dieser Zeit werden Hormone freigesetzt, die für die
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ersten Bartstoppel, das Einsetzen der Periode oder den Stimmbruch sorgen. Die Hauptfunktion der Bauchspeicheldrüse ist die Produktion von Verdauungsenzymen und so wichtigen Hormonen wie Insulin für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. Die Schilddrüse ist wichtig für unseren Stoffwechsel. Dieser Stoffwechsel entscheidet über die jeweils aktuelle Menge unserer Körperenergie. Es hängt also von ihm ab, ob wir draußen rumtoben wollen oder lieber gemütlich drinnen ein Buch lesen. Als letztes Beispiel schließlich noch unsere Adrenalindrüsen: zum Glück haben wir davon zwei! Sie sitzen beide direkt über unseren Nieren, und haben wir Angst oder sind ärgerlich, schütten sie das Hormon Adrenalin aus. Dadurch werden wir kurzfristig mutiger oder lauter als normal, und erst nach einer Weile beruhigen wir uns wieder. Faszinierend!
Hypothalamus Hypophyse Schilddrüse
Nebennieren
Bauchspeicheldrüse Frauen: Eierstöcke Männer: Hoden
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Insgesamt haben wir über 200 Knochen – Knochen sind fünfmal so hart wie Stahl!
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Skelett Insgesamt haben wir über 200 Knochen – Knochen sind fünfmal so hart wie Stahl! In erster Linie sorgen unsere Knochen dafür, dass wir nicht in uns zusammenfallen, sondern eine stabile Körperhaltung einnehmen. Werfen wir einen Blick auf das Innere unserer Knochen, erkennen wir eine weitere wichtige Bedeutung: In den Knochenkammern werden all unsere Blutzellen hergestellt – die Roten, die Weißen und auch die Blutplättchen, die uns bei einer Schnittwunde vor dem Verbluten retten. Schließlich finden wir hier riesige Vorratsräume wichtiger Mineralien, die bedarfsgerecht an einzelne Körperteile weitergeleitet werden. Nehmen wir uns zwei Arten unserer zahlreichen Knochenzellen vor: Osteoklasten und Osteoblasten. Sie entscheiden über die Menge unseres Knochengewebes. Während Osteoblasten Knochen bilden, zersetzen Osteoklasten sie wieder. Beide arbeiten ununterbrochen. In eurem Alter sind die Osteoklasten aktiver als ihre Gegenstücke – schließlich wollt ihr ja noch wachsen!
Haben wir allerdings einmal unsere endgültige Körpergröße erreicht, halten sich Knochenbildung und -zersetzung die Waage. Im Inneren der Knochen sitzen außerdem noch winzige Blutgefäße, die den Knochenzellen in ausreichendem Maße Sauerstoff und Nährstoffe zuführen. Auch führen sie die vom Knochenmark hergestellten Blutzellen unserem Blutkreislauf zu. Rote Blutzellen transportieren Sauerstoff, der lebenswichtig für jede unserer zahlreichen Körperzellen ist. Ihr seht also, wie wichtig gesunde Knochen sind! Etwas Erstaunliches: Obwohl sie mit dem Rest unseres Körpers verglichen so klein sind, findet sich ein ganzes Viertel unserer Knochen allein in unseren Füßen! Schaut auch auf Seite 54/55!
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Muskeln Ohne unsere Muskeln könnten wir uns nicht bewegen. Rund 650 haben wir davon! Die meisten von ihnen empfangen Befehle von unserem Gehirn und führen diese sofort aus. Unsere Augenmuskeln, um ein Beispiel zu nennen, bewegen sich über 100.000-mal am Tag, und das fast immer bei beiden Augen gleichzeitig. Ohne es bewusst zu merken, klimpern wir gut 10.000.000-mal im Jahr mit unseren Lidern! In gleicher Weise, wie wir unser Nervensystem nicht beeinflussen können, bewegen sich auch einige unserer Muskeln automatisch. So schlägt unser Herz als riesengroßer Muskel regelmäßig tagein und tagaus, ohne dass wir überhaupt darüber nachdenken. Auch die lebenswichtige Luft wird ständig von den Muskeln zwischen unseren Rippen ein- und ausgeatmet – deshalb hebt und senkt sich auch unser Brustkorb. 40 Prozent von dem, was wir wiegen, ist unsere Muskelmasse – wohingegen unsere Knochen nur rund 14 Prozent ausmachen!
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19
Das Verdauungssystem Mund Speiseröhre Leber Magen Bauchspeicheldrüse Gallenblase Dickdarm Dünndarm Enddarm After
Fett Abfall Zellvital stoffe
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e
Spurenelemente
Kohlenhydrate
in ote r P
Wenn ihr gerade vor eurer Lieblingsspeise sitzt - habt ihr je
Hier werden die Nährstoffe und Mineralien, jetzt durch die
überlegt, wie sie dann Teil eures Körpers wird? Der Vorgang ist
Arbeit der verdauungsfördernden Enzyme bereits als winzig kleine
wirklich faszinierend: ihr esst ganz genüsslich eine Banane, und
Moleküle, aus unserem Essen absorbiert. Von diesen Zellen aus
die Geschmacksnerven auf eurer Zunge melden ein Signal an euer
schließlich macht sich der Nährstoffmix auf in unseren Blutkreislauf
Gehirn. Speichel wird produziert, der bereits verdauungsfördernde
und versorgt unsere Organe.
Enzyme enthält. Der Speichel befeuchtet die Banane, während unsere Zähne sie so zerkleinern, das wir sie schließlich
Nachdem das Essen den Dünndarm durchquert hat, gelangt es in den
hinunterschlucken können. Unsere Verdauung beginnt im Mund!
Dickdarm. Man nennt ihn auch Kolon. Hier werden der Nahrung Salze
Im Speichel ist ein Amylase genanntes Enzym enthalten, welches
und Wasser entzogen.
komplexe Kohlenhydrate (so wie Stärke) in Einzelteile zerlegt. Dass dies geschieht, merkt ihr z.B., wenn ihr lange genug auf einer
Es hört sich seltsam an, aber Millionen winziger Bakterien leben in
Scheibe Brot herumkaut: Es schmeckt dann süßlich! Viele Gewürze
unserem Dickdarm und helfen beim Verdauungsprozess. Den oberen
(Pfeffer, Curry, Chili, Paprika, Senf und andere) verstärken die
Teil des Dickdarms kennen wir als Blinddarm.
Aktivität der Amalyse, weshalb dann noch mehr Speichel entsteht. Das Essen gelangt also durch den so genannten aufsteigenden Kolon Einmal im Mund zerkaut, schlucken wir das Essen herunter durch
quer durch den Unterleib in den quer liegenden Kolon und von dort
die Speiseröhre hinein in den Magen, wo es mit Säure zersetzt
aus schließlich zum gegenüberliegenden absteigenden Kolon. Durch
wird. Der Magen setzt verdauungsfördernde Enzyme in seinem
unseren Enddarm schließlich wird das Essen wieder ausgeschieden.
Verdauungssaft frei, es werden Bakterien bekämpft, so dass die
Bis wir ein durchschnittliches Essen verarbeitet haben, können bis
Verarbeitung des Essens problemlos erfolgen kann. Bis zu drei Liter
zu 6 Stunden vergehen!
dieser Mischung produziert unser Körper im Tagesdurchschnitt, damit das Essen ausreichend zersetzt wird, um durch den Darm ohne Beschwerden nach unten zu gelangen. Denn vom Magen wandern die kleinen Partikel weiter in den Dünndarm.
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Es gibt auch ein Ausscheidungssystem für flüssige Abfallstoffe! Obwohl das Körpersystem aus weiteren Organen besteht, die ihrerseits ebenfalls Ausscheidungsfunktionen erfüllen (im Einzelnen schauen wir uns das dann bei den jeweiligen Systemen an), legen wir hier das Hauptaugenmerk auf vier Organe, die zusammen den Urintrakt bilden: Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre. Zum Großteil besteht unser Körper aus Wasser - jede einzelne Zelle durchschnittlich zu 65 Prozent! Deshalb solltet ihr am Tag mindestens 2 Liter Wasser trinken, Erwachsene sogar 2,5! Um allerdings das nicht genutztes Wasser und überschüssige Mineralien und Vitamine wieder loszuwerden, benötigen wir den Harnapparat. Anders gesagt, erfüllt der Harnapparat genau zwei Funktionen: das Ausscheiden ungenutzter Flüssigkeiten und die Regulierung unseres Wasserhaushalts.
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Die Nieren filtern unser Blut und setzten überflüssige Mineralien und andere Ausscheidungsstoffe durch den Harnleiter in die Blase frei. Sie reinigen unser Blut. Von den Nieren gelangen die Abfallstoffe durch den Harnleiter in den Urin. Dieser besteht zu 98 Prozent aus Wasser, der Rest sind nicht verwertbare Stoffe, die von den Nieren herausgefiltert werden.
< Blase
Harnleiter
l
Nützlich
Abf al
Niere
Abfall
Harnblase Harnröhre
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Aorta Herz Venen Arterien
Proteine Fett
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Herz-Kreislauf-System Wenn ihr einen Finger an euer Handgelenk presst oder gegen eure Halsschlagader haltet, könnt ihr euren Puls fühlen. Er gibt die Schnelligkeit wieder, mit der das Blut in Euren Arterien zirkuliert. Jeder Pulsschlag bedeutet einen Herzschlag! Wie ihr bemerkt, ist der Rhythmus sehr regelmäßig. Im Durchschnitt benötigt unser Blut eine Minute, um einmal durch den ganzen Körper zu fließen. Eine der Hauptfunktionen des Blutes liegt im Transport vom Nährstoffen und Vitaminen zu jedem einzelnen Körperteil. Ebenso sorgt es dafür, dass Kohlendioxid, ein Ausscheidungsprodukt unserer Zellen, zu unseren Lungen gelangt, um ausgeatmet zu werden. Hat das Blut eine hellrote Farbe, ist es ein Zeichen für einen hohen Sauerstoffgehalt. Dann kommt es frisch aus den Lungen mit Sauerstoff angereichert in den Blutkreislauf und versorgt die Organe. Arterien verzweigen sich in Tausende winzige Blutgefäße, den Kapillaren. In diesen wird der Sauerstoff freigesetzt. Kohlendioxidreiches Blut gelangt in die Venen und weiter zurück zu den Lungen, um als Kohlendioxid ausgeatmet zu werden. Jetzt ist das Blut richtig dunkelrot und kommt wieder im Herzen an: Der gesamte Kreislauf beginnt von vorne.
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Lymphen Das Lymphsystem beinhaltet die Lymphgefäße und das Lymphgewebe. Darunter wiederum finden sich die Lymphknoten, die Thymusdrüse, Milz und Mandeln. Das Lymphsystem ist ein ganzes Netzwerk von Kapillaren, die eng mit unseren Blutgefäßen verbunden sind. Es gleicht einem Labyrinth voll kleinster Kanäle – in etwa so, wie jede Stadt ein Abwassersystem hat.
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Milchbrustgang Lymphgefäße Lymphknoten
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Atmungssystem
Nasenhöhle Mundhöhle Kehlkopf Luftröhre Bronchien Lungen
Holt einmal ganz, ganz tief Luft und atmet sie wieder laaaangsam aus. Euer Atmungssystem ermöglicht diesen Atemzug, bei dem Sauerstoff ein- und Kohlendioxid wieder ausgeatmet wird. Jede einzelne Körperzelle benötigt Sauerstoff zum Überleben. Beim Einatmen filtert unser Atmungssystem den Sauerstoff aus der Luft, und dieser gelangt weiter durch die Luftröhre und die Bronchien in Millionen
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von Lungenbläschen, die so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Von dort aus tragen die zirkulierenden roten Blutzellen den Sauerstoff weiter bis in jede einzelne unserer Körperzellen, setzen ihn dort frei und nehmen auf dem Rückweg den verbrauchten Atem in Form von Kohlendioxid wieder mit zu den Lungen, damit wir diese dann ausatmen können.
Fortpflanzungssystem
Männer
Frauen
Der Fortpflanzungsapparat ist bei Mädchen und Jungen unterschiedlich.
Frauen Männer
Eierstock Eileiter Gebärmutter Samenleiter
Vorsteherdrüse
Hoden
Bei den Jungen produzieren die Hoden mit dem Erreichen der Geschlechtsreife Samenzellen, die mithilfe der Prostata in die Samenleiter geleitet werden. Hoden produzieren unablässig neue Samenzellen.
In den Eierstöcken des Mädchens entstehen voll entwickelte Eizellen. Diese verweilen dort, bis ein Ei nach gut einem Monat seinen Weg durch den Eileiter zum Uterus antritt. Dort wartet sie auf die Befruchtung durch eine männliche Samenzelle. Bleibt diese innerhalb einiger Tage aus, wird die Schleimhaut der Eileiter abgestoßen, und die Frau bekommt ihre monatliche Periode.
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Nägel Haut
30
eiß Schw
Abfa ll
Haare
Haut Unsere Haut ist eines unserer größten Organe – bei einem Erwachsenen wiegt sie fast 10 kg und misst 2 qm! Jeder Quadratzentimeter unseres Körpers ist mit 19 Millionen Hautzellen bedeckt. Sie schützen nicht nur vor Verletzungen, sondern kümmern sich noch um vieles andere, über das ihr wahrscheinlich noch nie richtig nachgedacht habt! Zum Beispiel reguliert die Haut unsere Körpertemperatur. Sie sorgt dafür, dass wir schwitzen, wenn uns zu warm ist. Und wenn uns kalt ist, bekommen wir eine Gänsehaut. Überall auf der Haut haben wir kleine Fühler und Schmerzrezeptoren. Stellt euch diese als kleine Punkte vor, die alles, was der Haut Ungewöhnliches widerfährt, sofort dem Gehirn melden. Wenn ihr aus Versehen in einen Kaktus fasst, meldet die Haut sofort den Schmerz und sagt dem Gehirn: „Bloß weg hier, nicht mehr anfassen!“ Die Haut ist neben der Lunge das einzige unserer Organe, das direkt mit Sauerstoff aus der Atmosphäre zusammentrifft und davon selbstständig so viel aufnimmt, wie die Hautzellen zum Überleben benötigen.
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Organe bestehen aus Zellen Jetzt kennen wir unsere Organe und wissen viel darüber, wie sie funktionieren. Lasst uns jetzt noch ihre Bestandteile näher anschauen! Denn es ist faszinierend: Alle Organe bestehen aus Millionen von Zellen! Das heißt: Wenn Organe aus Zellen bestehen und wir unsere Organe gesund halten wollen, müssen wir auch unsere Zellen gut ernähren. Mal sehen, wie wir das am Besten anstellen. Schauen wir uns zunächst einmal so eine Zelle genauer an!
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Lunge
Gehirn
Herz Leber
Magen & Darm 33
Sehen wir mal genauer hin! Lyosome
Lebende Zellen sind kleine Wunder der Natur!
Mitochondrien
endoplasmatisches Retikulum Zellkern Golgi-Apparat
Jede Zelle hat ihren eigenen Stoffwechsel. Und
Lasst uns eine Zelle im Detail ansehen:
Milliarden dieser kleinen Einheiten machen unseren
•
Der Zellkern ist wie ein Computer mit einer
Körper aus. Wir sind sie, und sie sind wir! Um gesund zu
natürlichen Software, der alle Zellfunktionen
sein, müssen wir die Natur unserer Zellen verstehen und
koordiniert – wie unser Gehirn für den gesamten
diese vernünftig versorgen durch gesunde Ernährung.
Körper.
Denn wir sind für unsere Zellen VERANTWORTLICH! Dazu später mehr.
•
Der sogenannte Gogli-Apparat, der den Stoffwechsel der Zelle regelt, ist nach einem intelligenten Forscher desselben Namens bekannt.
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•
Das endoplasmatische Retikulum ist eine biologische Fabrik, die
Stoffe fehlen, um unsere Zellen ausreichend zu versorgen. Das Gehirn
Nährstoffe für die Zellen isoliert und auch teilweise Hormone produziert.
meldet sich leider nicht, oder erst wenn eine Krankheit durch einen Mangel
Zum Beispiel produzieren weiße Blutkörperchen Antikörper gegen
entsteht. Denn das ist der entscheidende Punkt: Wir werden krank, wenn
Erkältungen.
wir nicht genug Mikronährstoffe (Zell-Vitalstoffe) zu uns nehmen!
Unabhängig davon, was eine Zelle produziert, verfügen sie alle über die
Deswegen ist dieses Buch wichtig. Es ist eine sehr zentrale Botschaft, die ihr
gleichen Kräfte, die das Mitochondrium freisetzt. Durch diese einmaligen
verstehen müsst: Ernährung ist enorm wichtig für eure Zukunft. Das Wissen
Funktionen kann Energie hergestellt werden, um den Stoffwechsel
über gesunde Ernährung und wie ihr euren Körper gesund erhaltet sollte in
aufrecht zu erhalten - die Lebensenergie. Nur, wenn wir die Bedeutung
jeder Schule Teil des Lehrplans sein. Es ist lebenswichtig. Wir erforschen nun
der „Lebensenergie“ verstehen, können wir unsere Zellen gesund halten.
detailliert dieses Thema.
Um Lebensenergie zu bekommen, benötigen unsere Zellen verschiedene Nährstoffe von zwei Hauptgattungen:
Wir schauen uns die Nährstoffe im nächsten Kapitel genauer an, aber schon
1. Makronährstoffe. Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Davon bekommen
jetzt wird deutlich dass die Produktivität unserer Zellen direkt mit unserer
wir immer genug, weil unser Körper uns wissen lässt, sobald er sie braucht. Dazu später mehr. 2.
Dann gibt es diese winzigen Moleküle, die wir zum Großteil
Ernährung zu tun hat. Isst man frisches, nährstoffreiches Essen, bleibt man gesund und kräftig. Tut man es nicht, schädigt man seine Zellen und wird krank. So einfach ist das!
in Obst und Gemüse finden. Weil sie kleiner als die großen Kohlenhydrat-, Fett- oder Proteinmoleküle sind, werden sie Mikronährstoffe genannt. Diese Vitamine, Mineralien, Aminosäuren
Gesundes Essen gibt den einzelnen Zellen unseres Körpers Kraft. Nicht nur, dass wir dann besonders fit sind - es ist auch erwiesen, dass Obst und
(also Teile von Proteinen) und anderen
Gemüse wesentlich dazu beitragen, dass wir
auf pflanzlichen Stoffen basierenden
GLÜCKLICH SIND! Denn nur ein gesunder
Moleküle tragen maßgeblich zu unserer Gesundheit bei - auch Polyphenole in grünem Tee.
Körper funktioniert richtig! Im Gegensatz dazu kann zu süßes Essen ermüden und traurig oder auch ärgerlich
Fast alle von uns leiden
machen. Wenn man solches Essen also
an einem Mangel dieser
vermeidet, tut man sich selbst einen
Mikronährstoffe. Das
riesigen Gefallen!
kommt daher, weil
Das bekannte Motto: „Zeige mir, was
wir im Gegensatz zu
du isst und ich sage dir, wer du bist“,
Makronährstoffen nicht
trifft insofern den Kern der Sache.
merken, wenn uns diese
Clever zu sein heißt, clever zu handeln.
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Jetzt haben wir uns Zellen im Detail angesehen. Auf den folgenden Seiten haben wir ein kleines Zellquiz erstellt mit Fragen und Antworten. Es ist interessant. AuĂ&#x;erdem freut sich euer Biolehrer wenn ihr im Unterricht bald mit Fachwissen auftrumpfen kĂśnnt!
Zellquiz
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Wie viele Zellen haben wir in unserem Körper? Es würde ewig dauern, jede einzelne mikroskopische kleine Zelle in unserem Körper zu zählen, denn wir haben davon 100 Billionen! Jede Sekunde sterben Zellen und werden sofort wieder durch neue ersetzt.
Jede Stunde müssen ungefähr 1 Milliarde Zellen ersetzt werden! Das passiert auch jetzt gerade – während ihr das Buch hier lest!
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Was geht in einer Zelle vor?
Ribosomen
Im Zellplasma gibt es so genannte Organellen: winzig kleine Strukturen. Jede davon hat ihre eigene Aufgabe. Collagen beispielsweise sind Moleküle, die für die Stabilität unserer Knochen und Organe sorgen und in der Fabrikationsstätte der Zelle produziert werden, dem endoplasmischen Retikulum - was übersetzt so viel heißt wie „Netz in einer Zelle“. Die kleinen Fabrikationsstätten des Netzes sind winzige Körner, die Ribosomen. Einige
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von ihnen sind - wie in einer Warteschlange angeordnet – fest mit der Faltmembran des endoplasmischen Retikulums verbunden. Ja, wir denken auch, dass das sehr kompliziert ist, aber gut, für den BioUnterricht mal davon gehört zu haben. Wir gehen hier weiter im Detail nicht darauf ein, denn man kann über dieses Thema Buchbände füllen, so komplex ist es!
Was ist eigentlich ein Zellkern?
Wir haben ihn schon erwähnt. Der innere Kern ist die zentrale Schaltstelle der Zelle, so wie die Software beim Computer oder das Bürgeramt in einer Stadt. Einer muss bestimmen wo es lang geht. Das macht der Zellkern. Der Kern jeder einzelnen Zelle besteht aus 46 Molekülketten, den Chromosomen. Jedes Chromoson wiederum enthält detaillierte Informationen über die jeweilige Zellfunktion, ihren ganz eigenen Stoffwechsel und ihr Aufgabenfeld. Dieser „biologische Software-Code“ ist auch bekannt als DNS. (das steht für das ellenlange Wort „Desoxyribonuklein Säure“ und beinhaltet unser Erbgut). In diesem Mini-Baukastensystem verbirgt sich sozusagen unsere Herkunft. Die Strukturen werden über Generationen weitergegeben – daher sehen wir unseren Eltern so ähnlich.
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Sehen alle Zellen gleich aus?
Wir wissen zwar, dass alle unsere Hunderten von Zellarten denselben Stoffwechsel haben, sie unterscheiden sich aber in ihrem Aussehen und in dem, was sie tun. Nervenzelle
Mundschleimhautzellen
Bindegewebszellen
So sind Nervenzellen beispielsweise lang und dünn und transportieren Informationen. Zellen in unserem Mundraum sind rund und flach und schützen das Gewebe. Die Zellen unserer roten Blutkörperchen sehen aus wie Gummiboote, die mit Sauerstoff beladen auf unserem Blutstrom schwimmen.
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Samenzelle
Eizelle
Muskelzellen
Knorpelzellen
rote Blutkörperchen
Knochenzellen
Warum teilen sich Zellen?
Eine Zelle kann eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Sobald sie ausgewachsen ist, teilt sie sich daher in zwei Hälften. Zellen vermehren sich also, indem aus einer zwei werden.
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Welche ist unsere größte Zelle?
Die Eizelle der Frau ist die größte Zelle im weiblichen Körper, sie misst 0,2 Millimeter und ist damit beinahe so groß wie der Punkt, den ihr hier am Ende des Satzes abgedruckt seht. Die längsten Zellen sind die Nervenzellen in unseren Beinen – bis zu einem Meter wachsen sie an, denn sie müssen Informationen zwischen den Füßen und dem Rücken hin- und hertragen.
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Und die kleins te Zelle? Die männlichen Samenzellen sind winzig. Sie sehen aus wie zu klein geratene Kaulquappen – mit einem Kopf, der nicht einmal 0,005 mm groß ist. Kein Scherz!
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hnitt? sc ch ur D im le el Z ne ei bt le e Wie lang
Darmzellen 1-2 Tage
Magenschleimhautzellen 1Woche
Zellen werden unterschiedlich alt. Unsere Darmzellen leben nur rund ein bis zwei Tage, die in unseren Knochen können dagegen bis zu zwanzig Jahre alt werden! Wenn eine Zelle stirbt, wächst meist eine neue nach – nur von unseren Nervenzellen werden nicht alle ersetzt.
Hautzellen 2-4 Wochen
Lungenzellen 80 Tage
rote Blutkörperchen 120 Tage
Muskelzellen 15 Jahre
Knochenzellen 10-20 Jahre
Nervenzellen - ein ganzes Leben
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Woher erhalten Zellen ihre Nahrung?
Zellen erhalten Sauerstoff und Nährstoffe durch den Blutkreislauf. Dieser versorgt sie nicht nur mit dem Nötigsten, sondern kümmert sich auch um den Zellabfall. Runde um Runde nimmt das Blut Reststoffe auf und liefert sie bei den Nieren ab, die sie als Flüssigkeit ausscheiden. Unsere Nahrung kommt also als kleinste Einheit bei den Zellen an und wird dort als Abfall wieder abgeholt. Im Folgenden schauen wir uns das mal etwas genauer an.
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Mmmmh, lecker! John isst gerade frischen Brokkoli, ein besonders nährstoffreiches Gemßse. Schaut mal her...
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Also - was passiert hier? Der Brokkoli, den John isst, gelangt direkt in den Verdauungstrakt. In Magen und Darm wird der Brokkoli in seine Bestandteile zerlegt: Kohlenhydrate, Proteine, Fette und vor allem: unzählige Vitamine und andere gesunde Stoffe.
fat
Danach werden die Brokkolibestandteile in den Blutstrom geworfen und schwimmen nun zu den Zellen. Die fischen sich dann selber raus, was sie gerade benÜtigen, sei es ein bestimmtes Vitamin oder eine besondere Aminosäure. Da Brokkoli besonders gesund ist, gibt es hier viel zu fischen!!
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Es gibt zwei Hauptgruppen: die Makronährstoffe und die ZellVitalstoffe. Makronährstoffe bestehen aus Eiweißen, Kohlenhydrathen und Fetten. ZellVitalstoffe sind Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Beide Gruppen spielen eine entscheidende Rolle in der Grundversorgung unseres Körpers, und besonders während des Wachstums sind sie sehr wichtig. Besonders die Zell-Vitalstoffe sind wichtig, denn sie sind nicht in jeder Nahrung ausreichend enthalten.
Wie bekommen wir also mehr Zell-Vitalstoffe in unsere Nahrung? Besonders wichtig ist es, bewusst zu essen. Es muss nicht immer der fettige Hamburger sein, es schmeckt auch der gegrillte Fisch. Denn dieser enthält wichtige Omega Fettsäuren. Eine frische Avocado ist eine wahre Vitaminbombe, auch wenn sie viel Fett enthält allerdings gutes Fett, nämlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Und die braucht unser Körper dringend. Vitamin A zum Beispiel ist wichtig für die Augen und das Zahnfleisch und enthalten beispielsweise in Möhren. Es ist fettlöslich, dazu also immer ein wenig Olivenöl.
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Vitamin C hat viele Schlüsselfunktionen in unserem Körper. Wichtig ist die Unterstützung der Abwehrkraft und des Immunsystems. Ein anderes wichtiges Vitamin ist das Vitamin E. Wie eine Art Polizei hilft es, unerwünschte Schadstoffe, wie zum Beispiel freie Radikale, auszuschalten. Vitamin D hilft uns dabei, starke Knochen zu bilden. Und B-Vitamine sind wichtig für die Energie in unserem Körper sowie ein gesundes Nervensystem. Das sind nur einige Beispiele. Über diese Funktionen der Zell-Vitalstoffe im Körper wurden dicke Bücher geschrieben und es ist ein interessantes Thema. Was gibt es Besseres, als zu wissen wie man sich selbst heilt oder noch besser: wie man sich gesund hält? Es gibt natürlich auch ein paar sehr wichtige Mineralien, wie zum Beispiel Eisen, das für die Blutproduktion gebraucht wird. Calcium für starke Knochen und Zähne, Zink für eine schöne Haut und für das Immunsystem, Magnesium für das zentrale Nervensystem. Selen ist besonders wichtig für das Immunsystem und gegen chronische Krankheiten.
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Makronährstoffe
Zell-Vitalstoffe Vitamin A/Beta-Karotin Milch, Käse, Eier, Orangen, Karotten und gelbe Obst- und Gemüsesorten, Lebertran
Kohlenhydrathe
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren Nüsse, Samenkörner, Fisch, Olivenöl, Avocado
Vollwertprodukte (Haferflocken, brauner Reis, Vollkornnudeln, Vollkornbrot), Wurzelgemüse
Vitamin B Gemüse, Vollkorn-Müsli, Nüsse, Samenkörner, grüne Blattgemüsesorten, Pfifferlinge
Proteine
Fisch, Huhn, Mageres Fleisch, Eier, Gemüse, Nüsse, Samenkörner, Milchprodukte
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Vitamin D
Lebertran, Fisch, Eier, Milch, Butter
Vitamin C
Zitrusfrüchte, Acerola-Kirsche, Hagebutten, Brokkoli, Erdbeeren, Petersilie, Kohl, Paprika, Johannesbeeren
Kalzium Aprikosen, Mandeln, Mohn, Sesam, Amaranth, Paranüsse, Sonnenblumenkerne
Magnesium Kartoffeln, Salat, Hülsenfrüchte, Bananen, Vollkornprodukte, Fisch
Eisen Mageres Fleisch, Spinat, Hülsenfrüchte, Schwarzwurzel, Eigelb, Nüsse und Kohl.
Vitamin E
Weizenkeimöl, Oliven und Olivenöl, Avocado, Vollkornprodukte, Leinsamen, Haselnüsse
Selen Haferflocken, Reis, Kohlrabi, Hirse, Geflügel, Kokosnuss, Sesam
Zink
Pecannüsse, Sesam, Mohn, Kürbiskerne, Linsen, Pilze, Vollkornprodukte, Walnüsse
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Hier seht ihr genau, was unsere Körperzellen gebrauchen können: Sie lieben Vitamine, denn nur, wenn sie diese in ausreichender Menge erhalten, können sie auch selbst gesund bleiben. Viele dieser wichtigen Nährstoffe sind vor allem in Früchten und Gemüse enthalten.
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Kamille
Ringel blume
Paprika
Radieschen
Aprikosen
Rettich
Tomaten
Bananen
SU PE
Blumenkohl
Himbeeren
Birnen
Trauben
O F R
S D O Kiwi Goji-Beeren
Haferflocken
Rote Beete
Preiselbeeren
Grapefruit Kirschen
Erdbeeren
Knoblauch
Erdnüsse
Blaubeeren
Stachelbeeren
Mais
Avocado
Granatapfel
Erbsen
Kürbis
Süßkartoffel
Walnüsse
Mangos Spinat Karotten
Äpfel
grüner Tee
Brokkoli
Bohnen
Kartoffeln Quinoa
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Lasst uns kurz zusammenfassen, worauf wir also bei der Wahl unseres Essens achten sollten: Wenn wir einkaufen gehen, müssen wir
Wenn ihr süß, aber gesund essen wollt, dann
aufpassen, dass wir uns nicht nur von all
ist Obst ideal. Es enthält natürlichen Zucker,
den gut aussehenden Dingen in Dosen und
der okay ist - allerdings keine Unmengen. Auch
bunten Verpackungen verführen lassen,
in der Stärke von Kartoffeln und Vollkornbrot
sondern gesunde Nahrungsmittel kaufen.
findet sich „guter“ Zucker. Zusätzlicher Zucker ist also gar nicht nötig. Im Gegenteil,
Viele der farbenfrohen Schachteln mit
zu viel davon kann gefährlich sein und zu einer
Süßigkeiten erhalten eine Unmenge Zucker.
Schwächung unseres Immunsystems führen.
Und obwohl er gut schmeckt, kann er im Überfluss unserem Körper gefährlich werden.
Denn die Zuckermoleküle legen sich um die weißen Blutkörperchen - jene Zellen, die Krankheitserreger bekämpfen - und schwächen so unsere Abwehrkräfte. Wenn ihr viel Zucker esst, werdet ihr außerdem müde. Selbst natürlicher Zucker wie in Obst sollte nicht zuviel konsomiert werden! Unsere Zähne können faulen, und ebenso wie fettreiches Essen macht Zucker dick.
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Was ist eigentlich Junk Food, und warum ist es schlecht? Ob Hamburger, Lutscher, Chips, Pizza,
immer mehr an Gewicht zunehmen und man
Eiscreme, Kuchen, andere Süßigkeiten oder
wird immer dicker.
Fertiggerichte: Das alles ist bereits so vorbereitet, dass wir es gleich essen können.
Gute Fette sind hingegen die ungesättigten,
Doch sie haben eine gefährliche
die beispielsweise in Avocados, Birnen oder
Gemeinsamkeit: Sie enthalten alle zu viel
auch in Fisch enthalten sind. Aber auch
Salz, Zucker oder Fett. Über Zucker wissen
Nüsse oder Kürbiskerne sind Träger
wir schon Bescheid. Aber warum sind Salz
natürlicher Fette – erst, wenn sie geröstet
und Fett schlecht für uns?
werden, wandeln sie sich in gesättigte und
fettreich ist. Es ist ausgesprochen wichtig, dass wir gleich morgens ein ausgewogenes Frühstück zu uns nehmen! Gesund und lecker sind Haferflocken mit Banane oder gekochte Eier und Schwarzbrot. Ein gesundes Frühstück steigert außerdem unsere Konzentration, und wenn ihr am Vormittag noch einen Joghurt oder ein Stück Ost esst, dann habt ihr auch mittags automatisch gar keine Lust auf etwas Fettes und Süßes, das nur dick und müde macht.
damit schlechte Fette. Also keine gerösteten Zu viel Salz ist ungesund, weil es Wasser im
Nüsse essen, lieber frische!
Körper hält. Und das hindert unseren Stoffwechsel an seiner Arbeit. Wer gesund
Ab und zu einmal ein Fertiggericht zu essen,
isst, nimmt mit den Lebensmitteln an sich
schadet nicht. Aber in einigen Familien
schon so viel Salz auf, dass es genug für
gehört es zum Alltag und das ist nicht gut.
unsere Zellen ist.
So schmeckt gegrillter Fisch genauso gut wie frittierter, und auch bei Hamburgern
Warum ist zu viel Fett schlecht?
oder Pizza kann man immer darauf achten,
Einfach gesagt: Es gibt gute und schlechte
dass das Fleisch oder der Käse weniger
Fette. Die schlechten werden auch gesättigte Fettsäuren genannt, der Begriff steht in Zusammenhang mit dem Aufbau unserer winzigen Fettmoleküle. Zu viele dieser gesättigten Fettsäuren lassen einen
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Und es gibt noch etwas Erstaunliches: Es ist wissenschaftlich belegt, dass gesundes Essen UNSERE INTELLIGENZ FÖRDERT! Einiges solltet ihr regelmäßig essen, um gesund zu bleiben: denn das Eigelb ist gut fürs 1 Eier, Gehirn und hilft beim Lernen.
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Studien haben ergeben, 2 Beeren. dass bestimmte Beerensorten helfen, uns besser zu erinnern.
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Lachs. Er enthält Omega 3, DHA und EPA – diese Stoffe fördern das Wachstum und stützen das Gedächtnis.
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Weizen. Seine Glukose liefert unsere Energie, so dass wir uns richtig austoben können.
Rohe Nüsse und Keime, die viele gute Fette und Proteine enthalten. Versucht mal, jeden Tag eine Handvoll Mandeln (ca. 8 Stück) zu essen!
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Haferflocken. Deren Ballaststoffe setzten Glukose frei und enthalten darüber hinaus Vitamin B, das unser Nervensystem gesund erhält.
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Gemüse essen ist besonders wichtig, um gesund zu bleiben. Alle Sorten sind voll von Vitaminen und Mineralien, Ballaststoffen und Kohlenhydraten. Vor allem grüne Gemüsesorten enthalten viel davon, aber auch rote wie Tomaten und Paprika. Deren Farbe hängt mit den gesunden Inhaltsstoffen einiger Mikronährstoffe zusammen.
Hühnchen und fettarmes Fleisch sind ebenfalls reich an Proteinen. Es enthält viel Eisen, das von unseren Blutzellen benötigt wird. Wenn ihr Hühnchen esst, dann möglichst ohne Haut und gegrillt statt gebraten. Öle. Am besten, ihr nutzt einige Tropfen Oliven- oder Kokosnussöl als Salatdressing oder zum Kochen. Avocado und Nüsse sorgen für noch mehr gesunde Fette.
Milch und Joghurt. Vor allem Ziegenmilch ist besonders gesund! Achtet auf FETTARM gekennzeichnete Produkte und bei Joghurt auf die Angabe LEBENDKULTUREN.
Wenn ihr von jeder dieser Gruppen täglich ein wenig esst und außerdem noch Sport treibt wie Fußball, Schwimmen oder einfach mal so umherrennt, dann fühlt ihr euch nicht nur fantastisch, sondern auch euer Körper bleibt fit und gesund. Und im Wald oder im Garten ist die Luft auch reich an Sauerstoff, über den sich euer Körper freut!
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Wachstum Hier seht ihr zwei Bilder von mir: als Kind und als Erwachsener. Schaut euch mal genauer die Knochen in meinem Arm an. Als ich klein war, haben sieben dieser kleinen grßnen Männchen meine Knochen geformt und nur drei von ihnen haben sie wieder zerlegt.
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Und als Erwachsener? Seht her: Es hat sich ausgeglichen! Fünf der Männchen formen, fünf zerlegen. Daraus können wir schließen, dass der Großteil des Knochenaufbaus im Wachstum stattfindet. Daher müssen wir vor allem in jungen Jahren besonders gesund essen, damit die kleinen Männchen arbeiten können.
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Hier sehen wir unseren Knochenbau als Kind und als Erwachsener. Die Knochen wachsen auf das Vielfache ihrer GrĂśĂ&#x;e. Deswegen sind hier die richtigen Baustoffe gefragt! Und die kommen durch gesundes Essen.
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Und hier sehen wir das Wachstum des HerzKreislauf-Systems. Ein riesiger Wachstumsschub findet statt. Auch hier ist es wichtig, den Zellen eine optimale Ernährung zu bieten.
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Jetzt habt ihr also gesehen, wie spannend es in unserem Körper zugeht. Und ihr wisst auch, was ihr essen müsst, und fit und gesund zu bleiben. Ich sag zwar Tschüss, aber bin sicher, dass wir uns bald wiedersehen. Bis bald! Eure Mirja mit John, Casey und den Hunden Tiger, Tara und Peppina!
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Wir werden erWACHSEN Inhalt und Konzept: Mirja Holtrop Illustrationen: Anders A. Bachmann Š 2011 Dr. Rath Health Foundation 1. Auflage - September 2011
Vertrieb: Dr. Rath Education Services B.V. Postbus 656, NL-6400 AR Heerlen, Niederlande info@rath-eduserv.com, www.rath-eduserv.com ISBN 978-90-76332-99-4
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Wenn aus Kindern Erwachsene werden, vervielfältigen sich die Zellen in einem immensen Wachstumschub zwischen 10 und 15 Jahren. In dieser Zeit ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Und höchste Zeit seinen eigenen Körper zu verstehen lernen. Dieses Buch beschreibt auf Zellebene alle wichtigen Organfunktionen sowie deren Wachstum.
„Mirja Holtrops viertes Buch richtet sich an Teenager und deren zukünftiges Leben. Gesunde Ernährung und Körperverständnis gehören unbedingt dazu.“
wir werden erWACHSEN
Jeder Mensch ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Man muss nur wissen wie es funktioniert.
Mirja Holtrop
Dr. Rath Health Foundation
Dr. Rath Health Foundation