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Bauen mit Holz: Von wegen „Holzweg
Von wegen „Holzweg”
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Heutzutage steht das Holzhaus für einen modernen Lebensstil und ökologische Verantwortung zugleich.
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Tafelrunde
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Die Holzleichtbauweisen Holzrahmen- und Holztafelbau kommen am häufi gsten vor: Die Rahmen sind schnell aufgebaut, komplett vorgefertigte Holztafelelemente noch zügiger. Wie in der Automobilindustrie werden bei den Großen der Branche ganze Plattenelemente hergestellt – halbfertige Holzrahmen oder ganze Tafeln mit Installationen, Türen und Fenstern, Putz-, Klinker- oder Holzfassaden. Die Dämmung wird inklusive Winddichtung zwischen die hölzerne Tragkonstruktion eingebaut. Beplankungen bilden innen und außen den Abschluss und erlauben Dämmstandards bis hin zum Passivhaus-Niveau. Die vorgefertigten Elemente gelangen per Lkw auf die Baustelle, innerhalb weniger Tage steht die regensichere Haushülle.
VOLLHOLZHAUS
Inmitten der Allgäuer Bergwelt in Unterjoch wurde der BioHeumilch-Hof der Familie Gehring im Jahr 2019 nach einem verheerenden Brandfall neu gebaut. Holzius lieferte für den modernen Erlenhof seine leim- und metallfreien Vollholzelemente. Der Bau begeistert auch die Gäste der drei Ferienwohnungen im neuen Hofgebäude. Die Erfahrungen des Bauherren beim Brand, dass die Holzteile nur entlang der Oberfl äche verkohlen und den Abbrand berechenbar verzögern, war mitentscheidend für den Entschluss, sein neues Vollholzhaus „sortenrein“ zu bauen. Die jahrhundertealte Bausubstanz aus Holz war relativ leicht zu entsorgen, während die Zubauten aus den 1990er Jahren ihm Unmengen an Sondermüll einbrachten. Für die Nachhaltigkeit war ihm wichtig, dass das Holz von Fichten und Weißtannen aus dem eigenen Wald stammt. „Kein anderes Unternehmen war bereit, die Wand-, Decken- und Dachelemente mit jenem Holz zu bauen.” Die Innenräume sind mit sägerauen Fußböden und naturbelassenen Wänden (ohne Lehmputz) sowie Türen ausgestattet. Im ganzen Haus gibt es weder Fliesenböden, Silikonfugen noch Klebstoffe. Die mehrfach mit Naturharz beschichteten Bäder geben nach dem Austrocknen keinerlei Emissionen mehr frei. Holzius
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Zeitgemäße Häuser aus Holz, dem Baustoff der Zukunft, überzeugen neben ihrem bekannten Wohlfühleffekt immer mehr Bauherren noch durch weitere stichhaltige Argumente: Durch technische Entwicklungen und aufgrund seiner hervorragenden Öko-Bilanz erlebt Holz nicht zuletzt durch die aktuelle Klimaschutz-Diskussion eine Renaissance. Immer mehr Häuser werden in Holzbauweise errichtet. Hierzulande besteht der weltweit höchste Holzbaustandard. Nahezu alle Holzhausbauer, die Fertighausindustrie ebenso wie die Zimmereibetriebe, unterliegen einer Eigen- und Fremdüberwachung. Darüber hinaus sind viele Firmen Mitglieder in Güte- und Qualitätsgemeinschaften organisiert. Das Gütesiegel der QDF (Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau) ist quasi das Qualitätsorgan vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF): Die Mitgliedsbetriebe lassen sich freiwillig prüfen – von der Produktion vorgefertigter Bauteile bis zur Hausmontage. Energie sparendes Bauen und so genannte Öko-Indikatoren spielen ebenso eine immer wichtigere Rolle: Wie hoch ist der Energieaufwand, um ein Gebäude herzustellen? In welchem Maße belastet ein entstehendes Bauwerk vom ersten Spatenstich bis zum Einzug die Umwelt? Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) stellte vor Weihnachten die neue Brancheninitiative „Klimaschutz Holzindustrie” inklusive dreier neuer Gütesiegel vor. „Ziel der Initiative ist es, die deutsche Holzindustrie zu einem der ersten klimaneutralen Industriezweige innerhalb der deutschen Wirtschaft zu entwickeln“, so Johannes Schwörer, Präsident des HDH und Mit-Initiator. Der HDH-Hauptgeschäftsführer Denny Ohnesorge erläutert: Auch wenn die Branche aufgrund ihres Kohlendioxid bindenden Rohstoffes bereits einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leiste, gebe es zahlreiche
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EINE RUHEOASE
Im Einklang mit der Natur präsentiert sich am Rande des Gardasees ein Rubner-Haus im traditionellen Blockhausstil – eine Oase der Ruhe inmitten des Waldes. Das Südtiroler Unternehmen erbaute das Obergeschoss, kümmerte sich um die Installationen und um die Innenräume. Der Architekt Marco Pialorsi verwirklicht 2018 den Traum seines neuen Zuhauses und setzt beim Neubau auf regionale Baustoffe. Im Untergeschoss kam Sandstein aus Valsabbina als tragendes Element zum Einsatz, für die Blockbauweise im Obergeschoss Holz aus den regionalen Wäldern. Eine Treppe im Außenbereich verbindet die beiden Geschosse miteinander. In der oberen Etage verbreitet Holz seine Wärme und wohltuende Wirkung sichtbar an den Wänden und Decken. Auf Wunsch der Familie entwickelte die Innenraum-Designerin Maurizia Fossati entspannende, minimalistisch eingerichtete Räume: drei Schlafräume mit begehbaren Schränken sowie zwei Bäder direkt unter dem Dach. Der Architekt und Bauherr genießt die Sonne täglich vom Südosten bis zum Südwesten. Das Obergeschoss ist jener Ort, an dem sich die Familie abends zum Spielen und Lesen trifft. Das Wohnzimmer als der belebteste Raum gestattet mit seinen großen französischen Fenstern den Blick auf den Rasen. Sie vermitteln eine optische Ruhe, die sich auch in der Sauna im Erdgeschoss wiederfi ndet. Der Architekt Marco Pialorsi: „Wir können richtiggehend in unser außergewöhnliches Blockhaus mit hohem Erholungsfaktor eintauchen.“ Als wärmende ‚Seele des Hauses‘ fungiert ein schmaler vertikaler Flammenkamin, der mit Holz beheizt wird. Den niedrigen Energiebedarf von 20 kWh/m²a unterstützt eine Luft-Wärmepumpe, die bei Bedarf für wohlige Temperaturen auf den insgesamt rund 105 Quadratmetern Nutzfl äche mit seinen fünf Zimmern sorgt. Rubner Haus
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energieintensive Prozesse mit Potenzial zu mehr Material- und Energie von Kohlendioxid-Emissionen. „Rund 40 Prozent der Unternehmen planen Investitionen in erneuerbare Energien.“ Die höchsten Substitutionsmöglichkeiten bestünden in den Bereichen Heizung, Eigenstromerzeugung und Materialtrocknung.
Technisch getrocknet
Bereits seit Jahrzehnten wird Vollholz für den modernen Holzbau technisch getrocknet und hat einen sehr niedrigen Feuchtegehalt. Daher sieht das Baurecht bei den üblichen Konstruktionen des Ein- und Mehrfamilienhauses keinen vorbeugenden chemischen Holzschutz mehr vor. Der baulich konstruktive Holzschutz macht ihn entbehrlich. Dazu gehören ein ausreichender Dachüberstand, abgeschrägte Tropfkanten, eine hinterlüftete Fassade und ein ausreichender Abstand des Holzes zum Erdreich. Auch bauphysikalische Eigenschaften wie Heizung und Energieverbrauch mittlung ein: Mit jedem Neubau erhält der Bauherr in der Regel einen
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LANDLUST
Das Eigentümerpaar arbeitet in München. Die Wochenenden und Urlaube genießen der Werbefi lmer und seine Frau mit den Kindern in ihrem Domizil in Donaunähe. Weil die beiden hier aufgewachsen und sehr mit dieser Region verbunden sind, kaufte der junge Familienvater schon 2010 ein mehr als 2300 Quadratmeter großes Grundstück. Vorletztes Jahr entschloss sich das Paar dort ein Haus zu bauen – in München konnten sie sich eine eigene Immobilie nicht leisten. Schnell war klar, dass ein voll funktionsfähiges Haus sinnvoller und nicht wesentlich teurer ist als ein Ferienbungalow. Es ist zudem nachhaltiger, weil es länger Bestand hat und sich bei Bedarf leichter veräußern lässt. Ganz wichtig war für die Bauherren die umgebende Natur. Der Neubau sollte von den Entwürfen des österreichisch-amerikanischen Architekten Richard Neutra inspiriert sein: mit ineinander übergehenden Räumen und großen Fenstern, die das Gefühl vermitteln, mitten im Garten zu sitzen. Dieser Wunsch erfüllte sich mit dem minimalistischen, schlichten Satteldachhaus samt vorvergrauter Holzfassade auf rund 130 Quadratmetern Fläche. Die Wohnküche avancierte zum Zentrum. Das Sitzfenster ist ihr Lieblingsplatz und ersetzt eine Bank vor dem Esstisch. Die einläufi ge Treppe zwischen Ess- und Wohnbereich trennt die Zonen optisch und räumlich. Sie führt ins Obergeschoss mit den Kinderzimmern, einem Elternschlafbereich und Bad. Die schadstofffreie Biodämmung aus Hobelspänen und eine patentierte Elektrosmog-Schutzebene, die bis zu 90 Prozent aller hochfrequenten Mobilfunkstrahlen abhält, sind weitere Vorteile. Baufritz
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HELLES FAMILIEN-BLOCKHAUS
Die Vorliebe für Holz erleichterte dem Paar die Entscheidung, innerhalb von fünf Monaten ein schlüsselfertiges Massivholzhaus für die vierköpfi ge Familie zu bauen. Seine weiß lasierte Holzfassade ist als Blockwandschalung ausgeführt, die Außenwand als Holzrahmenfachwerkskonstruktion. Klappläden aus Massivholz in gleicher Farbe passen gut zu den bordeauxroten Sprossenfenstern und Türen. Innen verbreitet die Blockwand mit Installationsebene ihr natürliches Flair, ebenso die sichtbare Holzbalkendecke. Den Entwurf des leicht alpin wirkenden Landhauses modifi ziert die Familie, bis er ihren Vorstellungen entspricht. Sie entscheiden sich für eine effi ziente Kombination aus Luft/ Wasser-Wärmepumpe mit Solarkombispeicher (750 Liter) und Gas Brennwertgerät. Nicht nur eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme, auch brennende Holzscheite im Kaminofen verbreiten schnell behagliche Strahlungswärme. Die Eigentümer setzen auf einen offenen Wohnbereich, der Flur mit Treppe, Ess- und Wohnzimmer sowie Küche in einem Raum umfasst. Im Dachgeschoss liegen die Rückzugsorte: zwei Kinder-/Jugendzimmer, ein Schlafbereich sowie das Bad. Zwei Balkone vervollständigen das Haus. Statt Keller gibt es einen Abstellraum in der Garage. Der Clou: Der Balkon am First verbindet das Haus mit der Doppelgarage – das Garagendach wird so zur Sonnenterrasse. Frammelsberger
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Energieausweis, der den errechneten Primärenergiebedarf inklusive des Heizwämebedarfs aufschlüsselt.
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Vorteil Holz
Moderne Holzbauten sind multifunktional: Sie sind hervorragend und bedarfsgerecht wärmegedämmt – nicht zuletzt deshalb, weil die in den Zellen von Holz enthaltene Luft natürlich dämmt. Auch die geringe Wärmeleitfähigkeit von Holz sorgt für gute Dämmwerte. Sie bieten so die beste Voraussetzung, die immer strengeren Standards für Niedrigenergiehäuser zu erfüllen. Immer mehr Häuser lassen sich als KfW-55- oder KfW-40Haus bauen – zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse der KfW-Bank sind damit möglich. Holzhäuser erfüllen wie alle anderen Bauweisen die gestellten Brandschutzanforderungen. Das Konstruktionsmaterial Holz wird in der Regel mit nicht brennbaren Gipsplatten verkleidet. Bei einem Brand erfüllen ausreichend dimensionierte Holzbalken oft die Feuerwiderstandsklasse F30, das heißt, die Tragefunktion bleibt bei einem Brand 30 Minuten erhalten. Holz hat eine Abbrandgeschwindigkeit von circa 0,7 Millimeter pro Minute – nach 30 Minuten Brand sind 21 Millimeter abgebrannt. Weltweite Untersuchungen belegen, dass eine erhöhte Holzmenge kein erhöhtes Brandrisiko bedeutet. Wenn es doch brennen sollte, hängt das vielmehr mit der Innenausstattung, dem Verhalten der Bewohner oder vom Zustand der Elektroinstallationen zusammen. Das Planen durch einen Fachmann ist auch bei Holzhäusern unerlässlich. Deshalb soll-
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MODERNER HOLZKUBUS
Dreigeschossig am Hang – dieses frei geplante Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung ist ein Blickfang. Der funktionale Holzkubus verzichtet auf jegliches Ornament, wirkt reduziert auf das Wesentliche: mit Flachdach, strengem Fensterdesign und einer Holz-Optik, die Teil der doppelwandigen „Twinligna“-Konstruktion ist. Innen weiß und mit Gipskartonplatten verkleidet, außen schmücken Massivholzbohlen aus Lärche und mit Längsfräsung die Fassade. Das talseits verputzte Untergeschoss ist auf 42 Quadratmetern für Wohnzwecke nutzbar und von der Nordseite zugänglich, wo auch der Haupteingang liegt. Ein formal witziges Detail: das „Auge“ vom Haus – ein Erkerfenster mit breitem Putzrahmen inmitten der Lamellen-Fassade. Die rund 163 Quadratmeter Wohnfl äche sind für eine vierköpfi ge Familie ausgelegt. Das Erdgeschoss präsentiert sich weitgehend offen, mit kleinem Büro, Diele und offener Küche mit frei aufgestelltem Küchenblock. Praktisch sind die zwei Schiebetüren, die Diele und Speisekammer verbinden. Durch Glasschiebetüren hin zur aufgeständerten Terrasse gehen im Sommer Innen- und Außenbereich quasi ineinander über. Eine geradläufi ge Holztreppe führt auf die zweite Wohnebene. Zwei Kinderzimmer mit separatem Bad und der Elterntrakt sowie ein Abstellraum runden das Konzept ab. Elternschlafzimmer und Wohnbad sind aus einem Guss: nur getrennt durch eine mittige, raumhohe Glaswand. Eine Luftwärmepumpe versorgt das Haus mit Wärme, durch Photovoltaik produziert die Familie selbst nutzbaren Strom. Preis: ab 405.000 Euro ohne Keller. Sonnleitner
Gestaltungsfreiheit
Altes Fachwerk für neues Wohnen: Ein fi ligranes Konstruktionsraster lässt dem Bauherrn bei der Holzständer-/Holzskelettbauweise größte Gestaltungsfreiheit. Der Preis: ein geringerer Vorfertigungsgrad der Bauelemente. Aus senkrechten Stützen und waagerechten Längsbalken entsteht ein Holzskelett, das die Statik übernimmt. Die Grundform des Hauses lässt sich danach weitgehend individuell bestimmen und um Anbauten erweitern. Wände, bodentiefe Verglasungen, Drehkipptüren oder Teilverglasungen sind innerhalb des Fachwerkrasters fast beliebig einbaubar. Auch Innenräume benötigen wenige Stützen, so dass sie nachträglich veränderbar sind. Ein Wechsel verglaster und verputzter Ausfachungen ist häufi ges Gestaltungselement. Brettschichthölzer oder Leimbinder übernehmen die Lasten. Kleinere Spannweiten sind aus Konstruktionsvollholz gefertigt. In der Werkhalle wird das Traggerüst zugeschnitten und bearbeitet. Das Skelett aufzurichten – daher der Name „Richtfest“ – dauert zwei bis vier Tage.
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Bohle auf Bohle
Das traditionelle Blockhaus besitzt als sichtbare Konstruktion Wände aus Holzbohlen und entsteht Bohle für Bohle in Handwerksarbeit. An den Hausecken oder am Stoß werden sie mit Zwischenwänden verzahnt oder überlappt. Nuten und Federn oder Verkämmungen verbinden sie, Filz oder Mineralwolle unterstützen die luftdichte Hülle. Beim modernen Blockbau werden komplett profi lgefräste Stämme mit Standardmaßen aufeinander gestapelt. Gebräuchlich für eine Blockhauswand sind Fichte oder Kiefer. Da Holz „arbeitet“, sprich, Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt, kann es sich um einige Zentimeter „setzen“: Balken und Wände verziehen sich. Diese Setzungsprozesse müssen Fachleute einrechnen, damit Fenster, Türen, Treppen oder Installationen richtig eingebaut werden. Mehrschichtige Wandkonstruktionen sind setzungsfrei, energiesparend und erlauben mehr Gestaltungsfreiheit. Einige Hersteller bieten beide Konstruktionen an. Die Doppelblock- oder Blockbalkenwand mit Innendämmung besteht aus einer Außenwand aus Holzbohlen, Zwischen- oder Innendämmung, Dampfbremse und Bohlenwand. Die Übergänge zur Holzrahmen-/Holztafelkonstruktion sind fl ießend.
RUSTIKALES WOHNFLAIR
Auf einer Grundfl äche von 12 mal 11 Metern lässt es sich auf rund 155 Quadratmeter Wohnfl äche durch das antibakteriell wirkende Holz besonders wohngesund leben. Natürliche Baustoffe, der Verzicht auf Bauchemie wo möglich und eine ökologische Bauweise waren den Bauherrn bei ihrem Blockhaus „Halsbach“ wichtig. Traditionelle und moderne Elemente sind hier vereint. Die spezielle Hanglage musste baulich gelöst werden: Die Bauherren haben sich für ein gemauertes Kellergeschoss entschieden, das als eigenständige Souterrainwohnung nutzbar ist. Flexibilität in der Raumaufteilung ist ihnen wichtig: Das Parkett zwischen den Räumen von Büro und Gästezimmer wurde im Kellergeschoss durchgängig verlegt. Auf diesen Boden ist eine Trockenbauwand eingezogen, die jederzeit entfernt werden kann, zugunsten eines großzügigen Wohn-Essbereiches. Weitere Teile des Kellergeschosses nutzt die Bauherrin aktuell als Töpferatelier. Der Blockbau im Erdgeschoss besteht aus Kieferbohlen im Doppelblock und ist der Dreh- und Angelpunkt für das familiäre Beisammensein. Von außen wirkt das Haus im Eingangsbereich rustikal, wodurch es sich in die idyllische Voralpenregion integriert. Im Inneren zeigt sich der moderne Charakter: Der Wohnbereich ist offen mit großen Glasfronten gestaltet. Die Holzwände aus Kieferbohlen wählten die Bauherren wegen des warmen Farbtons und aufgrund ihres Duftes, sie verbreiten durch ihren baubiologisch einwandfreien Wandaufbau ein gesundes Raumklima. Es wurden nur heimische Hölzer verbaut – der Wandkern besteht aus unbehandeltem Gebirgsholz. Trotz des leim- und metallfreien Wandaufbaues sind die Wände sehr dicht und gut gedämmt, wie der Anbieter betont. Dampfsperren und Dampffolien seien nicht notwendig. Laut Hersteller sind alle KfW-Standards umsetzbar. Der Blockhaushersteller ist RAL-zertifi ziert, Mitglied der Gütegemeinschaft Blockhausbau und Mitbegründer des DMBV (Deutscher Massivholz- und Blockhausverband). Chiemgauer Holzhaus ten Bauherren einen Planer oder Architekten wählen, der Erfahrung im Holzbau hat, oder sich an einen etablierten Holzhausbetrieb wenden. Der setzt den baulich konstruktiven Holzschutz fachgerecht um – etwa auch, tragende Bauteile vor Feuchte zu schützen. Hierfür erforderlich sind geeignete Fassadenbekleidungen, zum Beispiel hinterlüftete Holzfassaden oder verputzte Dämmsysteme, und ein ausreichender Abstand zwischen Holzkonstruktion und Erdreich. Durch resistente Holzarten wie Lärche, Douglasie oder Eiche lässt sich auch im Außenbereich eine langlebige Konstruktion schaffen. Moderne Holzhäuser können unabhängig vom Werkstoff des Tragwerks eine verklinkerte, verputzte oder eine Holz-GlasFassade erhalten. Das Ergebnis sind Häuser für Individualisten – in waagerechter oder senkrechter Ausrichtung Ein Design-Highlight setzt die Fassade, wenn sie als Teilverschalung und kombiniert mit anderen Materialien eingesetzt wird. Mit kräftiger Farbschicht gliedert die Holzfassade optisch die Architektur des Gebäudes.
Blockhaus-Feeling
Auch ein Massivholzhaus, besser als Blockhaus bekannt, bietet die bekannten baubiologischen und bauökolo-
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MODERN-KANTIGES DESIGN
Das Blockhaus „Mikado bel étage“ mit traditionellem Rundstamm ist ein kompakter Bungalow mit Flachdach und fünf massiven Außenstützen. Weiße Fenster und Türen im Landhausstil bilden einen Kontrast zur Holzfassade. Die hier verwendete nordische Kiefer ist robust und langlebig. Aufgrund der Kälte in Skandinavien wachsen die Bäume langsamer und bilden dichtere Jahresringe. Das Holz ist daher fester und widerstandsfähiger. Das Besondere: Die Terrasse dient als ein nach außen verlegter Flur, der Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und Büro verbindet: Jeder Raum, bis auf die Bäder, besitzt eine Terrassentür. Der ebenerdige Bau mit mehr als zehn Meter Breite und dreizehn Meter Länge schafft auf 150 Quadratmetern geräumige Platzverhältnisse für eine dreiköpfi ge Familie. Der Sichtdachstuhl erzeugt ein großzügiges Raumgefühl. Aufgrund der massiven Rundholzwand „NordicRound“ mit 25 Zentimeter Wandstärke benötigt das Blockhaus keine Zusatzdämmung. Die Polar-Fenster ergänzen das nachhaltige Konzept. Der Lüftungsfl ügel sorgt für Frischluft und die Jalousien bieten einen komfortablen Sonnenschutz. Léonwood
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gischen Vorteile. Ein durchschnittliches Massivholzhaus mit rund 50 Kubikmetern Holz spart 96 Tonnen CO 2 ein! Das entspricht dem Kohlendioxid-Ausstoß eines Vier-LiterAutos mit jährlich 15.000 Kilometern im Zeitraum von rund 73 Jahren. Schon sprichwörtlich ist das Wohlfühlklima: Das, was viele Menschen spüren und mit „behaglich“ oder „wohngesund“ beschreiben, bestätigen Wissenschaftler. In vielen Forschungen und Untersuchungen fanden sie nach Angaben des Deutschen Massivholz- und Blockhausverbandes (DMBV) wissenschaftliche Belege für die positive Wirkung von Holz. Ein Beispiel sind die warmen Holzober für Holzforschung schon mehrfach beschrieben hat. Die Erklärung der Bauphysiker: Im Unterschied zu Stein oder Glas ist Holz nur gering wärme ist daher vergleichsweise hoch. Das Behaglichkeitsgefühl in Räumen ist nur zur Hälfte von der Lufttemperatur abhängig. Die andere Hälfte wird Decken bestimmt. Also wirken diese Der außerdem für die Geldbörse sehr angenehme Nebeneffekt: Bei lediglich zwei Grad niedrigerer Raumtemperatur stellt sich die gleiche Behaglichkeit ein wie in herkömmlich gebauten Häusern. Ein weiterer nennenswerter Pluspunkt: Ein Blockhaus speichert bis zu 1.000 Liter Wasser. Bei hoher Luftfeuchte entzieht Holz der Raumluft viel Wasser, das es bei sinkender Luftfeuchte wieder an die Umgebung abgibt. So entsteht ein wohltuendes Raumklima. Diese Zahl ist eindrucksvoll, wenn man weiß, dass in Räumen an schwülen Sommertagen relative Luftfeuchtigkeiten zwischen 80 Prozent und 20 Prozent an kalten Wintertagen auszugleichen sind. (man)
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