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Sichler Wisch-Roboter: Tanz auf dem Parkett

AUF DEM PARKETT

SAUGEN UND WISCHEN Die Wischlappen können bei bis zu 40 Grad gewaschen werden. Es ist ein Ersatzpaar dabei, sodass immer frische zur Verfügung stehen. ENTLEEREN UND AUFFÜLLEN Der Staubbehälter lässt sich leicht herausnehmen und entleeren. Der Wassertank (rechts) ist fest verschraubt.

Wir testen von Sichler Exclusive den Multiroom-Saug- und Wisch-Roboter PCR-8900.app und fragen uns, ab wann eine Sprachsteuerung sinnvoll ist.

Fotos: Monika Läufl e

In meiner Wohnung ist ein Parkett verlegt. Nur geölt, nicht versiegelt. Deshalb bin ich mit Wischrobotern lieber vorsichtig und schicke den Roboter probehalber erst im Bad auf Tour. Ich will sehen, wie viel

Wasser er zum Putzen braucht. Er zieht eine kleine feuchte Spur hinter sich her. Das Wasser heizt der Sauger vorher auf, sodass es schnell verdunstet. Die Wassermenge könnte ich verändern, bin aber mit der eingestellten, kleinsten Stufe zufrieden. Die Generalprobe ist bestanden. Jetzt darf er in der Küche werkeln.

No-Go-Area

Eine wertvolle Vase auf dem Boden, die Ecke unterm Schreibtisch mit dem Kabelsalat: Nicht überall soll der Roboter (unbeaufsichtigt) hinfahren. Zwar merkt er von selbst, wenn er wo dagegen stößt und ändert die Richtung. Wenn ich aber jeglichen Kontakt verhindern will, kann ich No-Go-Areas einstellen. Dafür muss der Roboter den Raum einmal saugen und dabei in der App eine Karte zeichnen. (Beim ersten Mal deshalb die Vasen in Sicherheit bringen oder Barrieren aufstellen). In die Karte kann ich mit Strichen oder Kästchen die Bereiche einzeichnen, die für den Staubsauger verboten sind. Ich kann es nicht auf den Millimeter genau angeben, trotzdem bin ich zufrieden. Als ich den Roboter losschicke, hält er sich strikt an die eingezeichnete Begrenzung. Er hat zudem eine Multiboom-Funktion, bei der er einzelne Räume selbstständig anfährt. So könnte ich beim Zeitplan einstellen, dass er am Montag die Küche saugen, am Dienstag das Schlafzimmer feucht durchwischen und am Mittwoch den Gang, wo man öfter mit dreckigen Schuhen durchläuft, mit dem besonders starken Powermodus putzen soll. Hier macht mir meine Wohnung einen Strich durch die Rechnung. Um von den Räumen zum Gang zu gelangen, müsste der Sauger einen Absatz von zwei Zentimetern überwinden. Hinunter kommt er, hinauf nicht. So bleibt mir nichts anders übrig, als das Gerät über die Schwelle zu heben.

Sprachsteuerung

Der Hersteller preist die Sprachsteuerung auf dem beiliegenden Pressematerial groß an. Das will ich testen. Ich verbinde den Roboter mit Google-Assistant, der mir zwei Befehle anbietet: „Staubi anhalten“ und „Staubi starten“. Das Pau-

WEG DA Die No-Go-Bereiche zeichne ich rot ein. Das funktioniert tadellos, wie der blau eingezeichnete Laufweg des Roboters zeigt. PUTZPLAN In der App kann ich einstellen, wann das Gerät welchen Raum zu welcher Zeit mit welchem Modus putzen soll. STUFIG Die Stufe ist dem Saugroboter dann doch zu hoch. Runter kommt er, hoch nicht.

ALLES DABEI Der Roboter kommt mit Zubehör wie Wasserfl asche als Einfüllhilfe, Bürsten, Wischtüchern, Ersatzdüsen und wasserfester Unterlage.

• Maße: 34 x 10 x 33,9 cm • Gewicht: 3,5 kg • Zubehör: Ladestation inklusive Netzteil, Unterlage für

Ladestation, Flasche für Reinigungsmittel, 3 Bürsten, 4 Wischtücher, 4 Ersatzdüsen, Ersatz-Filter • Reinigungs-Modi: Trocken-, Polieren-, Flecken-, Standard-, Power-, Eco-, Haustier, Benutzer-Modus • Steuerung: per kostenloser App oder Sprachbefehl über

Siri und Google Assistant • Reinigung: Saugen und Wischen in einem Arbeitsgang (2700 Pa Saugkraft, vier Sprühköpfen), abnehmbarer 500-Milliliter-Staubbehälter, 340 Milliliter Wassertank,

Wischtücher bis 40 Grad waschbar, Wischdruck individuell einstellbar • Geeignet für: Fliesen, Holz, Laminat • Sonstiges: No-Go-Areas, Multiroom-Funktion sieren funktioniert. Doch jedes Mal, wenn ich ihn weiterlaufen lassen will, versteht er mich nicht mehr, da ich laut Google einen amerikanischen Akzent habe, wie ein prüfender Blick auf die Assistant-App zeigt. Er versteht nicht mehr „Staubi“, sondern nur noch „Stauby“. Zugegeben: Hier kann der Staubsauger nichts dafür. Trotzdem bin ich enttäuscht. Bei den vielen Einstellungen, die der Roboter bietet, deckt die Google-Sprachsteuerung nur das absolute Minimum ab. Sinnvoller erscheinen mir hier die Zeitpläne, die ich einprogrammieren kann. Der Roboter braucht schließlich nicht jeden Tag feucht durchzuwischen, sondern soll meistens nur durchsaugen. Nutzer, die ein Apple Smartphone ihr Eigen nennen, haben laut Hersteller mehr Möglichkeiten. Apropos Sprache: Ein kleines Gimmick gibt es noch: Der Staubsauger lässt laut wissen, wann er Pause macht oder fertig ist. Wer will, kann die Sprachansage mit eigenen Aufnahmen überspeichern. Deshalb beschwert sich mein Roboter jetzt laut mit meiner Stimme „Menno, ich will weiter saugen!“ wenn ich auf Pause drücke. Das bringt keinen Mehrwert, ist aber lustig.

Fazit

Der Roboter arbeitet den Raum systematisch ab. Mit der Putz- und Saugleistung bin ich zufrieden. Die App ist lo ich mir im ausführlichen Hilfemenü erklären. Schade ist, dass nicht alle Reinigungsmodi direkt auf dem Gerät angebracht sind. Will ich nur durchsaugen, ohne zu wischen, kann ich das nur über das Smartphone starten. Der Wassertank ist festgeschraubt. Das macht die Reinigung des Behälters schwierig und Kalk kann sich leicht auf dessen Boden absetzen. Deshalb lieber destilliertes Wasser verwenden. Der Roboter kostet 470 Euro. (mla)

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