metropolitan Inside 2/2015
Bauhaus
Lifestyle & Trends in der Metropolregion
Rhein-Neckar 2 / 2015
JUNI/JULI/AUGUST
Inside 31. Juli bis 16. August 2015
Foto: lippolth.com/designed by eichfelder.de
Wird Dienstag geliefert
Lifestyle & Trends in der Metropolregion Rhein-Neckar
Worms
Bewegung: Kreatives Potenzial und kulturelle Vielfalt im Mannheimer Jungbusch Modemacher: Blauer Winzerkittelstoff für extravagante Kleidung Festivals: Kulturgenuss und Events unter freiem Himmel Sommertrend: Stehpaddeln ist Training mit Spaßfaktor Rhythmus: Ganz viel Lebensgefühl in Buenos Aires
UNSERE GROSSEN“ ZU HÖLLISCH GUTEN PREISEN! “
i30cw für 14.990,-
i40cw für 16.990,-
ix35 für 16.490,-
statt 18.090,-
statt 20.070,-
statt 22.990,-
*
5 Jahre Fahrzeug- und Lack-Garantie ohne Kilometerbegrenzung sowie 5 Jahre Mobilitäts-Garantie mit kostenlosem Pannen- und Abschleppdienst (gemäß den jeweiligen Bedingungen); 5 kostenlose Sicherheits-Checks in den ersten 5 Jahren gemäß Hyundai Sicherheits-Check-Heft.
Kraftstoffverbrauch im kombinierten Testzyklus: 8,4 - 3,7 l /100 km; CO2-Emissionen im kombinierten Testzyklus: 200 - 97 g/km. Effizienzklasse E bis A+
Autohaus Ivancan GmbH Helmertstr. 13 · 68219 Mannheim · 0621 49079060 Landauer Str. 137 · 67434 Neustadt · 06321 12084
Werden Sie Fan unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/www.ivancan.de
www.ivancan.de
Editorial
Foto: Hubach
2/2015
Sie hat etwas Erhabenes, die Schönheit. Sie dient uns oft als Ziel, gibt die Richtung unseres Strebens vor – obgleich wir wissen, dass das Leben jene belohnt, die genauer hinsehen. Anstatt sich vom Glanz der Oberfläche blenden zu lassen. Oder sich vom vermeintlich Unscheinbaren abzuwenden. Am Tag der Architektur kann man sehen, was passiert, wenn jemand genauer hinschaut, seinen Blick nicht an der Fläche abprallen lässt, sondern diese für die Projektion seiner Vision nutzt und schließlich für alle sichtbar macht. Beispiele gibt es auf Seite 26. Die Natur verschwendet ihre Schönheit, schleudert sie uns entgegen. Noch in der kleinsten Mauerritze gedeiht Grün, wo es keine Fläche gibt, geht es umso konsequenter nach oben: Fläche gibt es auf der Landesgartenschau (Seite 8), Luft nach oben bietet das urbane Leben in der Metropolregion. Das glauben Sie nicht? Dann schauen Sie auf Seite 31. Die Schönheit ist die Schwester der Poesie, eine Cousine der Magie. Also wird es ein Familientreffen, wenn Künstler aus ganz Europa ausgerechnet die Ludwigshafener Fußgängerzone zur Kulisse für das Straßentheaterfestival machen. Ein Ort, in dem nur die kühnsten Zeitgenossen Schönheit erkennen, war viele Jahre auch der Jungbusch. Damals, als der Mannheimer Stadtteil viel von der Schönheit der Anfangszeit eingebüßt hatte, sa-
hen jene, die von weit her kamen, eine ganz eigene Schönheit in den Straßen jenseits des Luisenrings. Sie sahen die Verheißung eines neuen Anfangs. Und heute? Das lesen Sie auf Seite 18. Keine Frage, Schönheit kann grausam sein, weil neben ihr vieles verblasst, und natürlich auch, weil das Hässliche erst im Vergleich abstoßend wirkt. Wer wüsste besser als André Eisermann, was es bedeutet, dem Abstoßenden ein Gesicht zu geben? Sein Kaspar Hauser machte das Kinopublikum schaudern. Was der aus Worms stammende Schauspieler heute macht, hat er uns bei einem Cappuccino verraten. Das Interview steht auf Seite 24. Überhaupt: Worms. Die Heimat der Nibelungenfestspiele. „Gemetzel“ heißt die Inszenierung vor dem Dom diesen Sommer, Details dazu finden Sie auf Seite 14. Im Grunde hat es der Sommer leicht. Denn er hat einen guten Ruf. Bei Sonnenschein sieht alles schöner aus. Doch wo bleibt bei 30 Grad im Schatten die Tiefe? Schönheit ist auch ein Gefühl, eine Stimmung, eine Situation, deren Zutaten wir nicht benennen können. Wir wissen nur: Es fühlt sich richtig an.
„Schönheit ist Tiefe der Fläche.“ Christian Friedrich Hebbel
Ihre
Ute Günther
Simone Tietz
3
Inhalt
2/2015
21
Foto: B. Bertram
14 Foto: Ulrik Horn
6
Foto: Capuana
Foto: Jacques Toffi/CSOI2015
18
3 Editorial 6 Aufgeschnappt 6
14 Menschen & Geschichten 14
Nibelungen-Festspiele:
26 Wohndesign & Ambiente 31
„Gemetzel“ vor dem Wormser Dom
8 Blickwinkel 8
Tag der Architektur:
News aus der Metropolregion
18
Kreative Szene mit Multi-Kulti-Flair im Mannheimer Jungbusch
Schauen, wo die Blumen sind
Inspiration und Hintergründe
34 Mode & Accessoires 34
10
Strandgefühl am Rhein in Speyer
21
100. Preis der Nationen
12
Straßentheater in LU: Unterwegs
22
Hauptsache gut angekommen –
Behütet und leicht getönt: die aktuellen Sommertrends
35
Locker in Leder
36
Designerinnen entwerfen extravagante
Jugendliche als Botschafter der Region 24
Auf einen Cappuccino mit Mode in Winzerblau André Eisermann
4
Inhalt
2/2015
38 Sport & Wellness 38
40
57
50 Kunst & Kultur
Konzentration und Körpergefühl
50
Ausverkauft in der SAP Arena
sind beim Klettern gefragt
52
Prachtvoller Palast
Im Gleichgewicht: Stehpaddeln
54
Flying Bach
ist auf unseren Gewässern angesagt
57
Event-Vorschau
58
Event-Highlights
60
Festivalkalender
42 Genießen & Ausgehen 42
Gourmet-Kolumne: Streusel
46
Vinotheken
48
Espresso-Tipps
64 Foto: Ayaß
Foto: bb-promotion
Foto:wavebreakmediaMicro/Fotolia.com Tom Tailor/fashionpress.de Foto:
Foto: Dostal
34 46
62 Nah & Fern 62
Dresden – Sommerlaune an der Elbe
64
Bunt, bunter, Buenos Aires – Eine Stadt voller Rhythmus
66 Impressum
5
Aufgeschnappt – Neues aus der Metropolregion
2/2015
STREET-FOOD-MÄRKTE IN MANNHEIM UND HEIDELBERG
Foto: sepiaischeating/Fotolia.com
Kulinarische Weltreise ganz nah Von Fast Food bis zu Bürgersteig-Delikatessen: Der Street-Food-Trend ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. In vielen Städten gibt es regelmäßig sogenannte Street-Food-Märkte; demnächst auch in der Region in Mannheim (25. – 26. Juli, Neuer Messplatz) und Heidelberg (8. – 9. August). Die Street-Food-Märkte verbinden gemeinsames Essen mit Festivalfeeling – die Besucher können außergewöhnliche Speisen entdecken und vielfältige Musik genießen. Von mexikanischen Tacos über nigerianisches Fufu bis hin zu chinesischem Gua Bao oder Belgischen Waffeln finden sich die verschiedensten Esskulturen wieder. Ob Food Truck, Restaurant oder leidenschaftlicher Hobbykoch – auf den Märkten zeigt ein jeder, was hinter dem Herd so möglich ist. Das Besondere am Street Food ist, dass sich die Anbieter meist auf wenige Gerichte spezialisieren, dafür aber hochwertige Produkte verwenden, die sie vor den Augen der Kunden frisch zubereiten. ■ aja Infos zum Street Food Markt in Mannheim unter www.streetfood-weekend.de und in Heidelberg unter www.facebook.com/events/1585283695052498/.
BÖHSE ONKELZ ROCKEN DEN HOCKENHEIMRING
400.000 Menschen werden an vier Tagen im Juni zum Hockenheimring strömen. Doch welche Veranstaltung bewegt noch solche Massen? Die Rolling Stones zusammen mit Madonna auf einer Bühne? Oder kommt etwa die Formel Eins wieder vorbei? Nein! Die böhsen onkelz gehen nach ihrem Comeback 2014 weiter auf die Jagd nach Rekorden. Zu den ersten beiden Konzerten neun Jahre (!) nach dem Ende der Band kamen insgesamt 200.000 treue „Neffen und Nichten“. Die Herren um Stephan Weidner konnten jetzt für die vier Konzerte der „Böhse für’s Leben“Reihe die Zahl der verkauften Karten verdoppeln. Den Kritikern wird dies nicht gefallen, obwohl sich die Band längst, deutlich und mehrfach von der rechten Ecke distanziert hat, aus der sie in den 1980er-Jahren gekommen war. Aber wer so viele Menschen begeistert, kann nicht nur an den Rändern der Gesellschaft fischen, oder? Für die beiden Zusatzkonzerte gibt es noch Restkarten, Zweifler können sich so ein eigenes Bild machen. ■ me
6
Foto: tom-hanisch/Fotolia.com
Mega-Treffen der „Neffen und Nichten“
böhse onkelz: „Böhse für’s Leben“ – 19./20. Juni (ausverkauft) und 26./27. Juni am Hockenheimring. Infos: www.onkelz.de
Aufgeschnappt – Neues aus der Metropolregion
2/2015
ERLEBNISWANDERWEG „WEIN UND KULTUR“ IN HEIDELBERG-ROHRBACH
Dass in Heidelberg Weine produziert werden, ist eher unbekannt. Das liegt wohl daran, dass Heidelberg nur ein kleines Weinbaugebiet ist. Der Wein wird hauptsächlich im südlichsten Stadtteil, Rohrbach, angebaut. Rohrbach ist jedoch eine der ältesten Weinbaugemeinden an der Badischen Bergstraße. Deshalb hat der Obst, Garten und Weinbauverein Heidelberg-Rohrbach das Projekt „Erlebniswanderweg Wein und Kultur“ initiiert. Auf einer Strecke von etwa acht Kilometern können Naturfreunde und Weinliebhaber die Rohrbacher Weinberge entdecken. Dabei präsentieren 27 Tafeln Wissenswertes zu den Themen Wein, Rebsorten, Geologie, Klima, Geschichte sowie Lebenskultur der Region. Anfang Mai wurde der letzte Einstiegspunkt feierlich eröffnet. Es gibt nun fünf Einstiegspunkte, von denen aus der Wanderweg begangen werden kann, beispielsweise kann man im Ortskern von Rohrbach, am Soldatenweg und an der Seniorenresidenz Augustinum starten. Über das Jahr hinweg wird der Weinwanderweg mit Veranstaltungen verschiedenster Art belebt. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.weinwanderweg-rohrbach.de. ■ aja
Foto: Ulrik Horn_Garten und Weinbauverein Heidelberg-Rohrbach
Weinbaugeschichte zu Fuß entdecken
VRNNEXTBIKE IN LUDWIGSHAFEN, MANNHEIM, HEIDELBERG UND SPEYER
Foto: aja
Mit dem Fahrrad zur nächsten Bahn Bus, Bahn und Fahrradfahren clever kombinieren: Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar bietet seit Kurzem das Fahrradvermietsystem VRNnextbike an. Das regionale Angebot ist eine praktische Ergänzung zu Bus, Bahn oder Carsharing und dazu noch günstig. Ein Fahrrad kostet beispielsweise für einen Kunden ohne eine VRN-Abokarte je 30 Minuten Fahrt aktuell einen Euro, bei einem Tageshöchstsatz von 9 Euro. Die Mietstationen sind immer in der Nähe von Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs platziert. Dadurch kann das Bus- oder Bahnfahren problemlos kombiniert werden. Aktuell gibt es in den Städten Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und Speyer 57 Mietstationen. Das Besondere daran ist, dass die Fahrräder städteübergreifend gemietet und wieder abgegeben werden können. So kann man zum Beispiel am Berliner Platz in Ludwigshafen losradeln und die Fahrt am Nationaltheater in Mannheim beenden. Mehr zum VRNnextbike steht unter www.vrnnextbike.de. ■ aja
7
BLICKWINKEL
SCHAUEN, WO DIE BLUMEN SIND Drinnen: zarte Blüten, wo früher Panzer standen. Draußen: akkurat gestutzte Bäumchen, die wie Zinnsoldaten in Reih und Glied gesetzt sind. Gemüse im Schrebergarten und edle Rosen in der Hallenschau. Liegestühle am Wasser und Sportplätze, Gottesdienste und Popkonzerte: Die Landesgartenschau in Landau spielt mit Kontrasten. Das Kasernengelände ist zu einer prachtvollen Gartenanlage geworden, zu einer Bühne für mehr als 2.000 Veranstaltungen. Den Sommer über will man so Besucher aller Generationen ansprechen, die später einmal an gleicher Stelle als Generationen im Park unter einem Dach leben werden. ■ utg
Foto: Ehret
Landesgartenschau Landau | bis 18. Oktober | www.lgs-landau.de
Foto: Wagner
BLICKWINKEL
Strandgefühl Schuhe aus, Füße in den Sand, Blick aufs Wasser. Den Alltag hinter sich lassen, ein bisschen Urlaub genießen. Abhängen im Liegestuhl mit einem kühlen Cocktail in der Hand. Kinder schaukeln in Hängematten, Verliebte kuscheln auf Freiluftbetten. Vom Wasser, wo Schiffe gegen die Strömung kämpfen, kommt die frische Brise und streicht sanft über die Haut. Speyer hat keinen lässigeren, entspannteren Ort als den Rheinstrand. ■ yvw Weil das Strandgefühl so gut tut, gibt es in der Region eine ganze Reihe Open-Air-Bars: die Sunset Lounge-Rheinoase in Ludwigshafen, die Strandbar 443 in Worms, Heidelbeach/Heidelgarden in Heidelberg, Abona Beach in Neckargemünd oder die SunSeeBar in Römerberg-Mechtersheim. In Mannheim liegen Neckarstrand und OEG City Beach nahe beieinander.
Foto: Jérome Retrue/Kulturbüro Stadt Ludwigshafen
BLICKWINKEL
UNTERWEGS Ein fremder Mann irrt durch die Stadt. Er ist auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Neben ihm läuft sein Kamel. Sie müssen sich arrangieren, sich auf die neue Situation einstellen. Und da sind die Blicke der Passanten. Ungläubig, mitleidig, erschrocken. Wie sieht der denn aus? Und wieso hat er ein Kamel dabei? In einer Zeit, in der so unvorstellbar viele Menschen auf der Flucht sind, macht sich Freude im Herzen breit, weil der Mann ein Clown ist und das Kamel eine sehr große Marionette aus Holz und Leinen. „Nur“ ein Walking-Act der Compagnie Paris Bénarès auf dem Straßentheaterfestival in Ludwigshafen (23. bis 25. Juli), eine Performance von vielen. Und doch … vielleicht bleibt ein Stachel stecken. Denn genau das kann Kunst bewirken. ■ siw
Menschen & Geschichten
Foto: B. Bertram
2/2015
QUALITÄTSENSEMBLE BEI DEN NIBELUNGEN-FESTSPIELEN 2015
„Gemetzel“ vor dem Wormser Dom Das Publikum mag Gewaltorgien vermuten. Die Schauspieler zeigen, dass es anders geht. Sie punkten als Gruppe, ein Einzelner steht dennoch im Fokus: der neue Intendant. Die diesjährigen Wormser Nibelungen-Festspiele finden das erste Mal unter der Leitung von Intendant Nico Hofmann statt. Auf der imposanten Freiluftbühne vor dem Wormser Dom wird die Uraufführung des Stückes „Gemetzel“ des preisgekrönten Autors Albert Ostermaier zu sehen sein. Ostermaier erzählt die Nibelungengeschichte aus einer völlig neuen Perspektive: aus der Sicht des Kindes
14
Ortlieb, des Sohnes von Kriemhild und Etzel. Inszeniert wird das ganze von dem mehrfach ausgezeichneten Regisseur und Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg Thomas Schadt, der auch Künstlerischer Leiter der Nibelungen-Festspiele ist. Das künstlerische Team hinter den Kulissen ist international besetzt: Der aus Belgrad stammende Aleksandar Denić, „Bühnenbildner des Jahres 2014“
(„Theater heute“), sorgt für ein optisch packendes Bühnenbild vor dem Wormser Kaiserdom und der amerikanische Choreograf Ted Stoffer wird mit seinen Tänzern eine eigene Erzählebene herstellen. Dazu kommen renommierte Theater- und mehrfach ausgezeichnete Film- und Fernsehdarsteller wie Alina Levshin, Catrin Striebeck, Judith Rosmair, Markus Boysen, Maik Solbach und Max Urlacher. ■
Anzeige
2/2015
Menschen & Geschichten
Hinter der Bühne
Der Intendant
Thomas Schadt ist Fotograf und studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. 1983 gründete er die Produktionsfirma Odyssee-Film und arbeitet seitdem als Dokumentarist, Regisseur, Kameramann und Autor. Seither hat er über 50 Filme realisiert. Er erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Preise, unter anderem den Adolf-Grimme-Preis 1993 und 1999, den Deutschen Fernsehpreis 1999 sowie den Dokumentarfilmpreis Baden-Württemberg 2005. Neben eigenen Filmarbeiten folgten ab 1991 zahlreiche Lehrtätigkeiten an Filmhochschulen und Universitäten. 2000 wurde er zum Professor im Studienfach Regie/Dokumentarfilm an
Foto: Team Worx
Nico Hofmann ist Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent. Er wurde 1959 geboren, volontierte nach dem Abitur beim Mannheimer Morgen und studierte anschließend an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Sein Abschlussfilm „Land der Väter, Land der Söhne“ (1987) erhielt unter anderem den Bayerischen Filmpreis. In den Folgejahren reüssierte Hofmann als Fernsehregisseur – neben dem Tatort und der RTL-Krimireihe „Balko“, die Hof-
Der Künstlerische Leiter und Regisseur
Nico Hofmann
die Filmakademie Baden-Württemberg berufen und ist seit 2005 deren Direktor und Geschäftsführer.
Der Autor Albert Ostermaier (geb. 1967) lebt und arbeitet in München. 1988 beginnt er erste Gedichte zu veröffentlichen und erhält zwei Jahre darauf mit dem Literaturstipendium der Stadt München seinen ersten Preis. Das 1993 geschriebene und 1995 im Bayerischen Staatsschauspiel München uraufgeführte Stück „Zwischen zwei Feuern. Tollertopographie“ eröffnet Albert Ostermaiers Karriere als Theaterautor. Er wird Hausautor am Nationaltheater in Mannheim (Spielzeit 1996/1997), am Bayerischen Staatsschauspiel (Spielzeit 1999/2000) und am Wiener Burgtheater (Spielzeit 2003 – 2009). Seine Theaterstücke werden/wurden von vielen namhaften Regisseuren inszeniert. 2012 gab es drei neue Theaterstücke und Uraufführungen. ■
Thomas Schadt
Foto: M. Lengemann
Die Backstage-Führungen bieten den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen der Festspiele und lassen sie die faszinierende Welt des Theaters inklusive Kostüm- und Requisitenabteilung entdecken. Die Führungen finden vom 2. bis 16. August, jeweils um 11 Uhr, zu einem Preis von 8 Euro pro Person statt.
mann initiierte, wurden vor allem Produktionen wie „Der Sandmann“ (mit Götz George in der Hauptrolle) mehrfach prämiert. Hofmann lebt in Berlin. Er leitet die diesjährigen Nibelungen-Festspiele das erste Mal.
Foto: Holm-Wolschendorf
Backstage
Albert Ostermaier
15
Menschen & Geschichten
Anzeige
2/2015
Atmosphärisch: die Aufführungen auf der Freilichtbühne vor dem Wormser Dom.
Auf der Bühne
16
Das Stück
Die Schauspieler
Albert Ostermaiers „Gemetzel“ erzählt die Sage aus der Perspektive des Kindes Ortlieb, des Sohnes von Kriemhild und Etzel. Vor allem der psychologische Aspekt soll dabei beleuchtet werden, wie Ostermaier betont: „Es wird in meinem Stück, anders als vielleicht der Titel erwarten lässt, keine Schauspieler geben, die in Stiefeln knöcheltief durch Blut stampfen und dabei schreiend nach Rache dürsten. Es wird nicht chorisch gebrüllt und es werden keine Köpfe abgeschlagen. Es wird keine Gewaltorgie zu sehen sein. Mir geht es um das Gegenteil. Wir alle wissen, dass alles im Nibelungenlied auf das finale Gemetzel zuläuft, dass dort am Ende endlos getötet, gemordet, gemetzelt wird. In meinem Stück geht es darum, wie es dazu kommen konnte und ob es so enden muss. Die Gewalt ist immer präsent, immer hautnah, sie ist in allen Köpfen, sie liegt als Drohung über allem. Die Gewalt lauert wie ein Tier im Unterbewusstsein. In jeder der Figuren, bis auf das Kind. Das Kind hofft, die Gewalt durch das Spiel zu verhindern, spielerisch der Geschichte einen anderen Lauf zu geben als den, den wir kennen und den alle erwarten. Bis zum Ende geht es darum, das Gemetzel zu verhindern, geht es um die Möglichkeit, einander Mensch zu bleiben und nicht zu reißenden Wölfen zu mutieren.“
13 Schauspieler, fünf Musiker sowie acht internationale Tänzer werden im Sommer auf der Freilichtbühne zu sehen sein. Alina Levshin ist Ortlieb, Sohn Kriemhilds und Etzels, aus dessen Blickwinkel erzählt wird. Judith Rosmair ist Kriemhild, Markus Boysen spielt ihren Ehemann, den Hunnenkönig Etzel. Brünhild wird verkörpert von Catrin Striebeck, Hagen wird von Max Urlacher dargestellt. Die Rolle des Erzählers übernimmt der Narr, gespielt von Maik Solbach. In den weiteren Rollen: Kriemhilds Brüder Gunter, Gernot und Giselher werden gespielt von Holger Kunkel, Gabriel Raab und Peter Becker. Tom Radisch stellt Volker von Alzey dar, Heiko Pinkowski ist Dietrich von Bern und Marion Breckwoldt tritt als Zofe auf. Als Erzähler ist der Sänger Radu Cojocariu mit dabei. Dem Regisseur ist es wichtig, dass die Schauspieler des diesjährigen Stückes vor allem den Ensemblegedanken in sich tragen. Keine Figur steht alleine im Vordergrund, „sondern alle zusammen erschaffen das ‚Gemetzel‘ und jeder Einzelne trägt seinen entscheidenden Anteil dazu bei“, sagt Thomas Schadt. ■
Entspannt: Ein Sommerwein im Park, feines Essen und Menschen Geschichten nette& Gespräche sind ebenso Teil der Festspiele.
Fotos: R. Uhrig
2/2015
Neben der Bühne Der illuminierte Heylshofpark als Theaterfoyer, das Andreasstift als Restaurant und die Heylshof-Lounge als exklusiver Pausenbereich: Ein Besuch der Nibelungen-Festspiele bietet nicht nur eine spannende Aufführung vor der Kulisse des Wormser Kaiserdoms mit hochklassigen deutschen Theater- und Filmschauspielern. Vielmehr können die Besucher den Abend mit rheinhessischen Weinen und kulinarischen Leckereien abrunden. So begeben sich die Besucher beim Nibelungen-Dinner im historischen Andreasstift zusammen mit Sternekoch Klaus Heidel und seinem Team auf eine erlesene kulinarische Reise. Ein Sektempfang, ein Drei-Gänge-Menü sowie ein Shuttle-Service zum Festspielgelände gehören dazu. Der Heylshofpark mit seinem malerischen Ambiente gehört ebenfalls zu den Attraktionen rund um die Nibelungen-Festspiele. Auch wer nicht in die Vorstellung möchte, kann das Ambiente des Heylshofparks bei wechselnder Live-Musik sowie gastronomi-
schen Angeboten genießen. Ab dem 1. August werden am Haupteingang (Stephansgasse 9) Flanierkarten zu einem Preis von 2 Euro pro Person ausgegeben. Diese berechtigen am jeweiligen Abend ab 17.30 Uhr bis 1 Uhr zum Eintritt in den Park. Für Gäste, die eine tagesaktuelle Festspiel- oder Kulturprogrammkarte besitzen oder vorab ein gastronomisches Angebot gebucht haben, ist der Einlass zum Heylshofpark frei. Und wer den „Ge-
nuss im Park“ erleben möchte, der kann im Zelt des Parkhotels Prinz Carl essen.Und wenn am 10. August die Nibelungen-Festspiele eine Pause einlegen, ist die Bühne im Wormser Heylshofpark frei für ein kulinarisches Erlebnis der besonderen Art: Das Parkhotel Prinz Carl präsentiert an diesem Tag zusammen mit Rheinhessenwein ein Vier-Gänge-Menü. ■
INFORMATIONEN „Gemetzel“ wird vom 31. Juli bis 16. August 2015 an 16 Abenden aufgeführt (Montag, 10. August ist spielfrei). Tickets und weitere Informationen auch zu allen Angeboten rund um das Festival stehen unter www.nibelungenfestspiele.de.
17
Menschen & Geschichten
2/2015
EIN VIERTEL IN BEWEGUNG: DER MANNHEIMER JUNGBUSCH
Kreative Szene mit Multikulti-Flair Im Jungbusch tut sich was. Das Stadtviertel zieht Studenten, Künstler, Familien, Gutsituierte und Zuwanderer an – aus aller Herren Länder. Diese Mischung macht den Stadtteil einzigartig. Und die Menschen setzen sich für ihr Quartier ein.
Unterwegs im Jungbusch: Mehrfamilienhäuser prägen das Bild.
18
Multikulturell, bunt, pulsierend und weltoffen: „Der Jungbusch ist ein überaus lebendiger Stadtteil, wie es ihn kein zweites Mal in Mannheim gibt“, sagt Michael Scheuermann, Quartiermanager und Leiter des Gemeinschaftszentrums Jungbusch e. V. Auch die Lage am Wasser mache den Hafenstadtteil attraktiv. Menschen verschiedener Bildung und Einkommen bilden die Gemeinschaft. Studenten leben Tür an Tür mit Familien, Künstlern, Musikern und Besserverdienenden. Ein Hauch von Internationalität umgibt das Viertel: Unter den rund 7.000 Einwohnern gibt es 80 verschiedene Nationen. „Es ist ein Stadtteil, der durch Vielfalt und kultureller Dynamik gekennzeichnet ist.“ Obwohl der Jungbusch inzwischen als urbanes Szene-Viertel gilt, kämpft er noch immer gegen Vorurteile. Schuld daran sind auch Meldungen über osteuropäische Zuwanderer, die in der neuen Heimat ausgebeutet würden. Es sei entscheidend gewesen, dass die Stadt reagiert hat, sagt Scheuermann. Gleichzeitig gebe es Maßnahmen wie Integrationsfonds, Sprachförderung, Begegnungs- und Integrationsarbeit. Die Kriminalitätsrate sei nicht auffälliger als anderswo,
betont er. Vielmehr sei die Angst, auf Fremdes zu stoßen, schuld an dem negativen Sicherheitsgefühl. Das war nicht immer so. Der Jungbusch galt vor dem ersten Weltkrieg als angesehenes Viertel, in dem wohlhabende Kaufleute, Kapitäne und Reeder ihre Häuser bauten. Nach dem zweiten Weltkrieg entstand dort ein Amüsier- und Rotlichtviertel. Menschen, deren Wohnungen durch Bomben zerstört worden waren, zogen in den Jungbusch. In den 1960erJahren sei das Viertel zur „Arrival City“ für Gastarbeiter geworden, zur Stadt der Ankunft. Der Bau des Luisenrings schnitt den Jungbusch in den 1970erJahren von der Innenstadt ab. Die bürgerliche Mittelschicht zog weg, die Kaufkraft ging zurück. Einzelhändler und Gewerbe verließen den Jungbusch. Nachdem der Hafen an Bedeutung verloren hatte, sank der Wohnwert, die Häuser verfielen. Mitte der 1980erJahre sollte ein Sozialplan zur Stabilisierung der Stadtteile beitragen; 2004 zog die ein Jahr zuvor gegründete Popakademie Baden-Württemberg in den Jungbusch. Von Anfang an hätte festgestanden, dass der strukturschwache Stadtteil so gestärkt werden würde, sagt Andreas
Menschen & Geschichten
2/2015
Fotos: Capuana
Wohnen am Wasser: Statt schicker Stadtvillen sind hier außergewöhnliche Lofts gefragt.
Margara, Public Relationsmanager der Popakademie: „Viele Künstler waren bereits wegen der günstigen Mieten hier.“ Die Popakademie bilde zusammen mit dem Musikpark (Existenzgründerzentrum), der Beauftragten für Musik- und Popkultur sowie dem Clustermanagement Musikwirtschaft die vier Säulen des Mannheimer Modells, erzählt Margara. Die Idee dabei sei, dass die Absolventen Mannheim nicht verlassen, sondern mit einem Start-Up-Unternehmen in der Quadratestadt bleiben. Das funktioniert: „Man kann von einem erfolgreichen Projekt sprechen.“ Türkische Gemeinde gehört dazu Dazu passt das neue Kreativwirtschaftszentrum C-Hub, das im Juli eröffnet wird. Auf 5.000 Quadratmetern sollen Existenzgründer aus der Kreativwirtschaft und etablierte Unternehmen Platz finden, erzählt Zentrumsleiter Frank Zumbruch. Betrieben wird es von der mg: mannheimer gründungszentren gmbh. Auch die türkische Gemeinde ist eng mit dem Jungbusch verbunden. Die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee wurde 1995 erbaut und hat rund 2.500 Gemeindemitglieder. Es ist die größte Moschee in
Baden-Württemberg mit einer Kapazität für 2.500 Gläubige, erzählt Talat Kamran, Gemeindemitglied und Leiter des Mannheimer Instituts für Integration und Interreligiösen Dialog. Die türkisch-islamische Gemeinde wurde 1972 gegründet und traf sich zunächst in einem Hinterhof-Saal in den Quadraten. „Vor 25 Jahren, als der Hinterhof sanierungsbedürftig war, gaben wir Bescheid, dass wir eine größere Moschee in Mannheim bauen wollten“, sagt Kamran. Es gab große Proteste. Der damalige katholische Pfarrer der Liebfrauenkirche im Jungbusch erklärte der türkisch-islamischen Gemeinde, dass er für eine Moschee sei, aber die Gemeinde dagegen, weil ihnen der Islam fremd sei. Zwei Jahre betrieben die Planer der Moschee Aufklärungsarbeit, führten Diskussionen und brachten den Bürgern den islamischen Glauben näher. Durch den interreligiösen Dialog seien Moschee und die Gemeinde gut integriert und von den Bürgern akzeptiert, sagt Kamran. Wer gern ausgeht, kommt am Jungbusch nicht vorbei. „Das Kneipenleben hier hat in den letzten fünf bis zehn Jahren sehr stark zugenommen“, sagt Scheuermann. Margara
INFOS ÜBER DEN JUNGBUSCH Im Gemeinschaftszentrum dreht sich seit 1986 alles um das soziale Miteinander verschiedener Kulturen. „Die Jugend steht für uns natürlich im Mittelpunkt“, sagt Leiter Michael Scheuermann. Etwa 64 Prozent der rund 7.000 Einwohner haben Migrationshintergrund. Seit fünf Jahren gibt es den Sportverein DJK Jungbusch, der für den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil sorgt. Die Jungbuschhalle plus X wurde 2009 neu erbaut und wird als Sport- und Mehrzweckhalle genutzt. Bei „Runtegrate – Laufen für den Jungbusch“ sammeln die Teilnehmer Geld für bessere Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen. Initiiert wurde der Lauf 2011 von der Mannheim Business School. 2004 fand der erste Nachtwandel statt. Ziel war, Leerstände mit Kultur und Vielfalt zu füllen. Zum 11. Nachtwandel, mittlerweile ein internationales Beteiligungsfest, kamen 30.000 Menschen. An der Hochschule für Popmusik und Musikwirtschaft studieren 338 Immatrikulierte Musikbusiness oder Popmusikdesign (Bachelor) sowie Music and Creative Industries oder Popular Music (Master). Im Wintersemester kommt Weltmusik (Bachelor) dazu. Der Work in Progress Club im Performanceraum findet jeden dritten Mittwoch im Monat um 20 Uhr statt, Eintritt ist frei.
19
Menschen & Geschichten
Die Popakademie hat ein neues Publikum angezogen und dem Stadtteil zum Wandel verholfen.
Proberaum. Mit seinem besten Freund Max Giesinger, den er bei der Castingshow „The Voice of Germany“ kennenlernte, teilt er sich Musiker von der Popakademie. Er schätzt die kulturelle Vielfalt und das Flair des Quartiers. Am Jungbusch mag er zum einen, dass er ein Mekka für junge Musiker ist, andererseits gefällt ihm das Nachtleben, etwa im „Hagestolz“. Allerdings heißt es für ihn bald Abschied nehmen: Mit Giesinger und Band zieht er im Sommer nach Hamburg. „Meine Musiker haben dann ihr Studium an der Popakademie beendet.“ Er wird als Besucher zurückkommen, soviel steht fest. Auf dem Wohnungsmarkt hat sich einiges getan. Vor zehn Jahren seien Hausbesitzer froh gewesen, überhaupt Mieter zu finden, erinnert sich Scheuermann. Inzwischen können sie sich Mieter aussuchen. Die Wohnungen sind attraktiver, Loftwohnungen sind entstanden. In einer solchen
wohnt Stefan Rieken seit Dezember mit seinem Partner und Mops Leia in der ehemaligen Kaufmannsmühle. Seine Eigentumswohnung mit Backstein-Wänden hat einen Wintergarten, den man zu einer Terrasse umwandeln kann, mit Blick auf den Rhein. „Was ist toll finde, ist, dass das Haus außen alt ist und innen neu.“ Im Jungbusch fühlt sich der 35-jährige Arzt wohl. „Das Multikulturelle und die Kunsthappenings finde ich toll.“ Bei der Metamorphose vom Problem- zum In-Viertel besteht natürlich die Gefahr, dass die ursprüngliche Bevölkerung durch steigende Mieten vertrieben wird. Eine Gentrifizierung schaffe man bisher mit stadtplanerischen Maßnahmen zu verhindern, sagt Scheuermann. Schließlich ist es genau diese Vielfalt, die den Jungbusch so faszinierend macht. ■
Foto: Capuana
Foto: Popakademie
bestätigt das. „Mittlerweile ist der Jungbusch das Ausgehviertel von Mannheim geworden.“ In der Kombüse servieren Michael Dester und Jonathan Sternberg sowie ihr Team seit drei Jahren vegetarische und vegane Speisen. Das Klientel sei gut gemischt, sagt Mitarbeiterin Christiane Arnold. Da die Küche bis kurz vor Mitternacht geöffnet ist, kommen samstagsabends häufig Leute zum Essen vorbei, bevor sie durch die Bars ziehen. Oder um eine „Seegurke“ zu trinken, einen hausgemachten Schnaps, wie Kollegin Simona Strunk verrät. Zu den Stammgästen zählen Raphael und Bastian. „Das ist mal was anderes als Fastfood“, lobt Raphael. „Der Jungbusch ist im Wandel und wird immer beliebter“, sagt Michael Schulte. Der Musiker wohnt einen Steinwurf vom Jungbusch entfernt. „Ich bin viel im Jungbusch unterwegs“, erzählt der 25-Jährige. Der Sänger und Songwriter mietet dort einen
2/2015
Ausgehen ist im Jungbusch ein Leichtes und die Lokale nicht nur bei Studenten beliebt.
20
Tanja Capuana
Foto: Jacques Toffi/CSOI2015
Sprünge in Perfektion sind so wie hier bei der EM 2007 in Mannheim auch2/2015 beim 100. CSIO zu sehen.
Menschen & Geschichten
ERSTMALS UND EINMALIG IN MANNHEIM
Jubiläums-Hotspot der weltbesten Springreiter Zum 100. Preis der Nationen kommen zahlreiche nationale und internationale Reitstars in das Mannheimer Reitstadion. Mannheim ist 2015 Gastgeber des prestigeträchtigen Reitturniers „Preis der Nationen“. Das Turnier, welches in der Reiterwelt auch den Titel Concours de Saut International Officiel (CSIO) trägt, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Den CSIO, der nur ein Mal pro Jahr und Land ausgetragen werden darf, begleitet eine lange Tradition voller sportlicher Highlights und Emotionen. 30.000 Zuschauer im Mannheimer Reitstadion und Millionen vor den Fernsehern werden das mit insgesamt 700.000 Euro dotierte Jubiläumsturnier mitverfolgen. Acht Mannschaften aus aller Welt mit jeweils vier Reiter-Pferde-Paaren kämpfen in Einzel- und Teamwettbewerben um den Sieg. Darunter vier für die Weltrangliste relevante Springprüfungen wie der Preis von Europa am Freitag. Mit dabei sind unter anderem der Olympiasieger von London, Steve Guerdat (Schweiz), der amtierende Europameister Roger-Yves Bost (Frankreich) und der aus Deutschland stammende vierfache Olympiasieger Ludger Beerbaum. Doch nicht nur auf der Reitanlage dreht sich alles ums Reiten: Eine viertägige Messe mit mehr als 250 Ausstellern beschäftigt sich mit dem Pferdesport. Im Mittelpunkt stehen dabei auch Themen wie Lifestyle und Mode. Neben einer Fohlenauktion erwartet die Besucher am Samstagabend die Gala-Show „Mannheim – City of Music, Horses and Emotion“. Dabei können sie unter Flutlicht eine Reise durch die Welt der Pferde erleben. ■ aja 100. Preis der Nationen | 16. – 19. Juli | Mannheim | Reitstadion Weitere Informationen unter www.CSIO2015.de Tickets: www.CSIO2015.de und unter 0180 99 66 99
21
Menschen & Geschichten
2/2015
IN DER FERNE FÜR DIE METROPOLREGION WERBEN UND DEN KONTAKT ZUR HEIMAT HALTEN
Hauptsache gut angekommen Foto: Fotolia, Kenishirotie
Jugendliche ziehen als Botschafter der Region in die Welt. Zurück bleiben die Eltern und verfolgen von hier aus, was ihre Kinder mitgenommen haben. Viele junge Leute träumen davon, für eine Weile ins Ausland zu gehen. Auch Luca Larissa Herrmann, Verena Lorenz und Helen Prats Baumann zieht es in die weite Welt. Im Rahmen des Schüleraustausch-Programms der Organisation AFS Interkulturelle Begegnungen wohnen die Jugendlichen bei Gastfamilien, besuchen die Schule und lernen dabei Land und Leute kennen. Da die Mädchen als „Junge Botschafter der Metropolregion Rhein-Neckar“ ein Stipendium erhalten haben, repräsentieren sie außerdem die Heimat in der Fremde. Und wie kommen die Eltern damit klar, wenn ihre Kinder mehrere tausend Kilometer weit entfernt weilen? Von Ludwigshafen nach Panama Für die Eltern von Luca Larissa Herrmann wird es ab September Ernst. Dann wird die 15-Jährige nach Panama reisen. Die 46-jährige Mutter Monica und ihr Mann freuen sich, dass ihre Tochter die Chance nutzt, eine neue Kultur sowie eine weitere Fremdsprache kennenzulernen. Per Herrmann ist davon überzeugt, dass die Gymnasiastin vom Leben in der Gastfamilie mehr miterlebt, als wenn sie für ein Studium in ein anderes Land ziehen würde. „In der Familie ist man ein Teil des Ganzen“, erklärt
22
der 54-Jährige. „Man muss sich arrangieren.“ Außerdem sind die Herrmanns davon überzeugt, dass die vertieften Sprachkenntnisse auch beim künftigen Arbeitgeber gut ankommen. Andererseits machen sich die Eltern Sorgen. „Das geht schon mit der Fliegerei los“, sagt Per Herrmann. Da ihre inzwischen 18-jährige Tochter Ronja bereits mit der Austauschorganisation AFS im Ausland war, haben die Herrmanns zwar den Vorgang schon einmal miterlebt, dadurch sei es aber nicht weniger aufregend, gibt Monica Herrmann zu. Die Eltern wollen dem Mädchen die Zeit geben, sich gut einzuleben, und die Freiheit, sich von sich aus zu melden. „Ich möchte aber eine Rückmeldung, dass sie gut angekommen ist und wie sie sich mit ihrer Gastfamilie versteht“, räumt Monica Herrmann ein. Von Landau nach Norwegen Sabine und Andreas Lorenz sind schon einen Schritt weiter: Ihre Tochter Verena ist seit September vergangenen Jahres im norwegischen Levanger, das in der Nähe von Trondheim liegt. Bei der Wahl ihrer Wunschländer gab die heute 17-Jährige neben Skandinavien auch Chile und Argentinien an. Mit der Idee, dass seine Tochter bei einer fremden Familie im Ausland wohnt, kam vor allem Andreas Lorenz anfangs
nicht klar. „Ich wollte es zunächst nicht“, gesteht der 50-Jährige. Schließlich sei das Mädchen damals erst 14 Jahre alt gewesen. Zunächst habe er seine Tochter etwas gebremst. „Bis ich gemerkt habe, dass es keine Pubertätslaune ist, sondern sie wirklich weg will.“ Verena Lorenz arbeitet den Sommer über in der Eisdiele, erkundigt sich nach Stipendien und bewirbt sich darum. Dass sie schließlich die Zusage für Norwegen erhält, kommt nicht nur der wintersportbegeisterten Schülerin recht. „Sie hat gemerkt, dass wir uns mit einem Land wie Norwegen besser anfreunden können als mit einem südamerikanischen Land“, gesteht Sabine Lorenz. Je weniger Kontakt die Jugendlichen zu ihren Eltern brauchen, desto eher sei es ein Zeichen, dass sie angekommen seien, sagt Familie Lorenz. Was die Gymnasiastin erlebt, erfährt die Familie vor allem über den Blog, den die 17-Jährige führt, sowie durch ihre Einträge auf dem Metropolregion-Rhein-Neckar-Blog. Ab und zu unterhalten sie sich per Video-Chat. Bei Ivonne Prats Baumann liegt der Austausch ihrer Tochter schon etwas zurück: Helen aus Freinsheim verbrachte ab Herbst 2013 ein Jahr im brasilianischen Bela Vista. Die damals 15-Jährige wollte unbedingt nach Brasilien. Ihre Tochter habe sich unter anderem auf ihren Austausch vorbe-
Menschen & Geschichten
2/2015
Foto: pure-life-pictures/Fotolia.com
Fjorde, Berge und einsame Buchten – so stellt man sich Norwegen vor.
Fotos: Capuana
reitet, indem sie erste, für sie wichtige Sätze von einer brasilianischen Frau aus ihrem Wohnort gelernt hat. Vor Ort hat Helen portugiesisch rasch gelernt. Kontakt hielt Helen mit ihren Eltern per Whats-App-Nachrichten. Was Helen über ihren Aufenthalt erzählte, schrieb ihre Mutter nieder, zusammen mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen – daraus sind drei Tagebücher entstanden. Da die Austauschschülerinnen ein Stipendium der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) mit Fördermitteln der SAP SE erhalten haben, repräsentieren sie während ihres Auslandjahrs ihre Heimat in Form von Vorträgen und pflegen regelmäßig einen Blog über ihre Erlebnisse in der Fremde. „Verena hat in Schulen Vorträge gehalten“, sagt Sabine Lorenz. „Darüber hinaus repräsentiert sie die regionale Kultur und die Metropolregion Rhein-Neckar im Familien- und Freundeskreis und zum Beispiel bei einem internationalen Abend in ihrer Schule.“ Helen hatte einen Film von MRN dabei. „Sie zeigte auch YouTube-Filme über die Region“, sagt Ivonne Prats Baumann. Da Lehrer und Schüler sehr interessiert waren, schickte die Mutter die DVD „Deutschland von oben“ und einen Bildband über Deutschland nach Brasilien. Der Blick über den Tellerrand ist an verschiedene Erwartungen geknüpft. Die Jugendlichen möchten raus aus dem Alltag und etwas Neues sehen. Es geht darum, Sprachkenntnisse zu erwerben. Und nebenbei kommen sie viel selbstsicherer und interessierter an politischen und gesellschaftlichen Themen zurück. So wie die Jugendlichen von einem Auslandsaufenthalt profitieren, ist es auch für die Eltern ein Prozess, der ihnen neue Perspektiven auf den eigenen Alltag eröffnen kann. So tragen die jungen Botschafter nicht nur vieles aus der Metropolregion Rhein-Neckar in die Ferne, sondern bringen auch jede Menge Positives zurück. ■ Tanja Capuana
DIE METROPOLREGION RHEIN-NECKAR Ende April jährte sich zum zehnten Mal die Ernennung des Rhein-Neckar-Raums zur „Europäischen Metropolregion“. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Region wirtschaftlich gut entwickelt. Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung arbeiten heute über die Landesgrenzen hinweg als starke Partner zusammen mit dem Ziel, 2025 als eine der attraktivsten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas bekannt und anerkannt zu sein. Wie wird man junger Botschafter der Region? Wer sich bei der Austauschorganisation American Field Service (AFS) Interkulturelle Begegnungen für einen Auslandsaufenthalt erfolgreich beworben hat und aus der Metropolregion Rhein-Neckar kommt, der hat die Chance auf ein Stipendium der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (MRN) und sollte bei der Initialbewerbung ein Interesse an einem Stipendium erwähnen. Die Bewerber müssen außerdem bei der Abreise zwischen 15 und 17 Jahre alt sein sowie neben guten schulische Leistungen auch außerschulisches Engagement vorweisen und eine interessante Persönlichkeit mitbringen. Dieses Stipendienprogramm wurde 2008 von der SAP SE und MRN initiiert. Die ehrenamtliche Organisation AFS ist von Anfang an Kooperationspartner des Projekts. Die Stipendiaten repräsentieren als „Junge Botschafter“ die Rhein-Neckar-Region im Gastland mit Materialien wie Filmen oder Fotos, die ihnen zur Verfügung gestellt werden, etwa in der Schule, im privaten Umfeld oder beispielsweise bei offiziellen Anlässen. Teilnehmer, die im Schuljahr 2016/17 ins Ausland reisen wollen, bewerben sich bis zum 15. Oktober 2015 unter www.afs.de/schueleraustausch. Weitere Informationen über „Junge Botschafter“-Stipendien gibt es unter www.botschafter-mrn.de.
23
Menschen & Geschichten
Foto: Katrin Kutt/Ansichtssache-Worms
2/2015
AUF EINEN CAPPUCCINO MIT ANDRÉ EISERMANN
„Das tut der Stadt gut“ Der charismatische Schauspieler André Eisermann liebt das Leben auf der Bühne. Und die Region. Für ein Gespräch während eines Besuchs in der Heimat nimmt sich der bodenständige „Wormser Bub“ gerne Zeit. Viele Menschen kennen André Eisermann nicht zuletzt aufgrund seiner Hauptolle in dem Film „Schlafes Bruder“. Die Nibelungenfestspiele in Worms sind eng mit ihm verknüpft. Starallüren sind dem sympathischen Akteur jedoch fremd. Er meidet außerdem Promipartys, wenn er kann. „Ich bin lieber auf Mallorca, trinke Sangria und esse Paella, während irgendwo zur gleichen Zeit in Berlin Leute über den roten Teppich laufen.“ Beim Interview erzählt der 47-Jähri-
24
ge, was er an seiner Geburtsstadt schätzt und wie ihn seine Kindheit in einer Schaustellerfamilie geprägt hat.
schen, den es wirklich gab, gerecht zu werden. Ich würde gern öfter solche Sachen machen.
Ob Elias in „Schlafes Bruder“ oder „Kaspar Hauser“: Haben Sie ein Faible für herausfordernde Rollen? Mich interessieren schwierige Stoffe. Ich hatte das Glück, eine dermaßen schwierige Rolle wie Kaspar Hauser zu spielen, eine Figur, mit der man sich auseinandersetzen muss. Es war mir wichtig, dem Men-
Sie stammen aus einer Schaustellerfamilie und sind in Worms geboren. Meine ganze Familie stammt aus Worms und lebt hier. Im Winterquartier waren sie hier, sonst waren sie unterwegs mit ihren Geschäften. Schon in der Grundschule war ich im Winter immer in der gleichen Klasse in Horchheim. Wenn man es mal zu-
Auf einen Cappuccino
2/2015
sammenrechnet, hatte ich bestimmt 200 Schulwechsel. Ich war auch zwei Jahre in einem Internat in Mannheim, im Schifferkinderheim, mit Nonnen. Dort war ich nicht glücklich. Mein Vater hat deshalb entschieden, mich da rauszunehmen.
wenn man mich fragt und es eine schöne Rolle ist. Ich spiele dafür in Bad Hersfeld vom 12. Juni bis Mitte Juli in den „Sommernachtsträumereien“ wieder den Zettel, die Rolle, die ich im Ballett getanzt habe. Joern Hinkel inszeniert das Stück im Park.
Der ständige Ortswechsel war sicherlich stressig. Wie hat das Ihre Einstellung zur Schule beeinflusst? Mich hat Schule nicht interessiert. Ich bin, wenn ein Stoff mich interessiert hat, sofort wieder an eine andere Schule gekommen. Meine Schule war eher der Rummelplatz. Auf der Kirmes bist du in vieler Weise mit vielen Menschen in Kontakt. Während andere Kinder die Schulbank drückten, mussten wir Schaustellerkinder im Geschäft der Eltern helfen. Ein Schausteller muss Organisator, Manager, Geschäftebetreiber, Chef sein. Dadurch lernt man Dinge, die ich für meinen Beruf als Schauspieler durchaus nutzen konnte und kann.
Sie kennen den Beruf des Schauspielers auf der Theaterbühne und im Film. Was liegt Ihnen näher? Der Schauspieler an sich ist natürlich der Bühnenschauspieler. Das Publikum ist das Wichtigste für ihn. Das Theater ist sehr lebendig und immer im Hier und Jetzt. Es gibt kein Zurück und mir macht es unheimlich Spaß, an meine Grenzen zu stoßen. Beim Film kann man sagen, das dreht man noch mal. Die Kamera lacht nicht, weint nicht, reagiert nicht. Aber sie hat natürlich ihren Reiz, wenn sie dich geschickt aufnimmt und du nichts mehr machen musst, außer das was du spielen sollst, zu denken.
War Ihnen schon früh klar, dass Sie Schauspieler werden wollten? Ja, ich habe es sehr früh gewusst. Meine Eltern haben mich nicht daran gehindert. Alle sagten immer: „Du wirst mal Schauspieler“. Weil ich immer beim Kaspertheater war und für andere Kinder gespielt habe. Ich hatte eine wunderbare Großmutter, die Artistin war. Sie hat zu mir gesagt, schon als kleines Kind, dass ich hochdeutsch sprechen muss, weil ich Schauspieler werde. Sie sind Mitinitator bei den Nibelungenfestspielen in Worms und standen bisher jedes Jahr auf der Bühne. Auch dieses Jahr? Bei den Nibelungenfestspielen mache ich nicht mehr mit. Jetzt ist ein neues Team da. Und ich finde, es sollten auch neue Schauspieler da sein. Es kann sein, dass ich zurückkomme und in ein, zwei Jahren wieder mitmache,
Sie haben einen Wohnsitz auf Mallorca, in Düsseldorf und Worms. Sehen Sie ihre Geburtsstadt noch als Heimat? Auf alle Fälle. Ich mag die Menschen, die Mentalität dieser Region, auch von Südhessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Das ist ein ganz gemütlicher Schlag Menschen. Sehr bodenständig, sehr süffig. Diese ganze Umgebung von Weinen, Hügeln und Höfen hat etwas sehr Gemütliches. Ich komme hierher, wann immer ich kann. Die lokale Küche finde ich auch sehr gut. Ich bin sehr verbunden mit Worms und den Menschen. Durch die Nibelungenfestspiele haben wir dazu beigetragen, dass Worms überregional bekannt wurde. Das tut der Stadt gut. Vielen Dank für das Gespräch. Eine letzte Frage: Vanille oder Schoko? Schoko ist Nervennahrung. ■ Das Gespräch führte Tanja Capuana
ZUR PERSON ANDRÉ EISERMANN Geboren 1967 in Worms Wohnorte: Worms, Düsseldorf und Mallorca. In Worms lebt die Familie, in Düsseldorf seine Freunde. Auf Mallorca liebt er es, beim Aufwachen auf das Mittelmeer zu schauen. „Ich genieße diese Ruhe sehr.“ Schauspielunterricht an der Münchener Otto-Falckenberg-Schule. Mitwirkung an verschiedenen Produktionen der Münchener Kammerspiele und am Bayerischen Staats-schauspielhaus. Ensemble-Mitglied am Hamburger Thalia-Theater. Eisermann stammt aus einer Schaustellerfamilie und wechselte die Schule rund 200 Mal. Das Winterquartier war in Worms, dort besuchte er die Nibelungenschule. Bekannteste Filme: Hauptrollen in „Kaspar Hauser“ (1993) und „Schlafes Bruder“ (1995). Letzterer bescherte ihm eine Golden-Globe-Nominierung. In seiner Biografie „1. Reihe Mitte. Ein Schaustellerleben“ berichtet er aus seinem Leben als Schaustellerkind. Von 2002 bis 2014 war er als Schauspieler bei den Nibelungenfestspielen dabei, deren Mitbegründer er ist. Ab 12. Juni spielt er bei den Bad Hersfelder Festspielen (unter Intendant Dieter Wedel) im Stück „Sommernachtsträumereien“ den Zettel. www.andre-eisermann.de
25
Wohndesign & Ambiente
26
Anzeige
2/2015
2/2015
Wohndesign & Ambiente
27
Wohndesign & Ambiente
Anzeige
„Bauen Sie mir die größte Festung der Christenheit“, so ungefähr lautete 1688 der Auftrag Ludwig XIV an seinen Festungsbaumeister Marquis de Vauban. Seither sind über 325 Jahre vergangen. Nachdem die Festung für Landau im Laufe der Geschichte mehr und mehr an Bedeutung verlor, wird sie, Ende des 19. Jahrhunderts, fast vollständig geschleift. Auch die beiden Stadttore wären abgerissen worden, hätte nicht Stadtbaumeister Wilhelm Schech, Dank seines - für damalige Verhältnisse stark ausgeprägten - historischen Bewusstseins, die Gebäude vor dem Abriss bewahrt. Betrachtet man das Tor von seiner Nordseite, also von der Eingangsseite aus - vor der sich ein innerstädtischer Park befindet – so nimmt man es „rein äußerlich“ als „Denkmal“ wahr. Auf der gegenüberliegenden südlichen Seite wirkt der Baukörper vor allem als die raumbildende Begrenzung eines Platzes und bietet dessen attraktive und wesentliche Kulisse.
28
2/2015
Anzeige
2/2015
Wohndesign & Ambiente
Der oberirdische Teil des Anbaus symbolisiert quasi eine Art „Ausstanzung“ aus dem ehemaligen Erdwall, der bereits um 1900 abgetragen wurde. Die Farbigkeit des neuen Gebäudes mit Cortenstahl-Fassade greift die Färbung des Inneren des ehemaligen Erdwalls auf, die in den vorhandenen Abbruchkanten aus Bruchstein noch sichtbar sind. Auch an der seitlichen Fassade des Portals ist der Anschluss der ehemaligen Stadtmauer noch als Abbruchkante zu sehen. Das Profil der früheren Stadtmauer wurde in Form von drei Stelen abgebildet und so die Maßstäblichkeit der Festung wieder erfahrbar gemacht.
Im Rahmen der ARCHITEKTOUREN ist das Objekt zugänglich am Samstag, 27. Juni von 14.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag, 28. Juni von 11.00 bis 18.00 Uhr Das barocke Ensemble diente vor der Sanierung u.a. als naturwissenschaftliche Schule. Diese Nutzung zog erhebliche überformende Einbauten im Inneren des Gebäudes nach sich und der Zustand im Jahr 2003 zeigte einen dramatischen Sanierungsstau. Die Haustechnik im Gebäude war auf dem Ausbaustand von 1960, die denkmalgeschützte Substanz war stark in Mitleidenschaft gezogen. Auf der Suche nach Geld- und Ideengebern nimmt die Geschichte für Landau und das denkmalgeschützte Tor eine glückliche Wendung: Der in Stadtentwicklung und Sanierung historischer Gebäude erfahrene Architekt Thorsten Holch – er realisierte unter anderem den Lazarettgarten, das Schleusenhaus und das Stadtarchiv in der Maximilianstraße - erwirbt den maroden Bau und entwickelt ein Konzept zur Umund Weiternutzung, das das Gebäude revitalisieren soll. Für den Architekten, der gleichzeitig auch Bauherr ist, standen - neben der Beseitigung der
bautechnischen Mängel durch die sich über die Jahre schwere Schäden u.a. an der Konstruktion eingestellt hatten - vor allem Erhalt und Herausarbeitung der denkmalgeschützten Substanz im Vordergrund der Planungs- und Bauaufgabe. So entstanden in dem beeindruckenden Torgebäude in den Obergeschossen und im Dachgeschoss, repräsentative und großzügige Büro- sowie Wohnräume. Diese Bereiche sind von der Torhalle getrennt und werden durch den, Anfang des 20.Jahrhunderts, angebauten östlichen Gebäudeteil erschlossen. Die neuen Nutzungen beleben das Gebäude und machen es, insbesondere in der Torhalle – im Erdgeschoss ist eine Gastronomie vorgesehen - für die Öffentlichkeit langfristig wieder erlebbar. Das Torgebäude wurde um einen Anbau mit Untergeschoss erweitert, der u.a. Technik sowie dienende Funktionen, Küchen und Toilettenräume aufnimmt.
Führungen nach Voranmeldung Führung: Sa, 27. Juni, um 14.00, 15.00, 16.00, 17.00 Uhr Führung: So, 28. Juni, um 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 16.30Uhr
weitere Informationen: ARCHImedes, Tel. o6341 9oo9oo Dagobertstr. 1, 76829 Landau
29
Wohndesign & Ambiente
Foto: Trinitatiskirche Mannheim
Foto: Michael Ehret
Foto: Joachim Grothus
2/2015
TAG DER ARCHITEKTUR 2015
Schön auf lange Sicht Alltagsarchitektur wird sichtbar, wenn beim Tag der Architektur ausgewählte Bauten gezeigt werden. Hintergründe und Inspiration gehören dazu. Architektur, die heute entsteht, prägt unsere Umwelt auf lange Sicht. Sie ist der Bestand von morgen und muss daher aktuellen und künftigen Ansprüchen der Bewohner, Nutzer und Betrachter genügen. Zugleich prägt der längst gebaute Bestand unser Umfeld, erfüllt jedoch oft nicht mehr die modernen Anforderungen von Nachhaltigkeit. Daher liegt hier ein Schwerpunkt des Wirkens und Arbeitens von Architekten, Innenarchitekten, Stadt- und Landschaftsplanern. Es geht um die sinnvolle und weitsichtige Nutzung bestehender Strukturen. 1500 Projekte in ganz Deutschland haben die Architektenkammern für den Tag der Architektur am 27. und 28. Juni ausgewählt. Sie präsentieren private und öffentli-
30
che Gebäude, Freiräume, Außenanlagen vom Supermarkt bis zur Feuerwehr, vom umgebauten Stall bis zum Büroloft in einer ehemaligen Industriehalle. Dass und wie sehr es sich lohnt, dem Neuen und dem Bestehenden gleichermaßen Aufmerksamkeit zu widmen, soll die Erkenntnis sein, die die Besucher beim Studieren nicht nur der oben abgebildeten Objekte in Landau, Lorsch, Freinsheim, Bensheim und Mannheim gewinnen. ■ Architektenkammer Rheinland-Pfalz/mssw Das Programm und Projekte mit Links zu den teilnehmenden Architektenkammern in der Region werden auf www.tag-der-architektur.de vorgestellt.
Wohndesign & Ambiente
2/2015
Foto: Leicht-Küchen
KÜCHENCENTRUM HABERMEHL & WALLÉ
Neue Raumharmonie Passgenau, funktional und optisch im Trend – die Küche ist ein zentraler Raum. Im Gespräch verrät Werner Häckel, worauf es bei der Planung und Umsetzung ankommt. Herr Häckel, Sie haben bereits 1976 das Unternehmen Habermehl & Wallé gegründet. Wie konnten Sie sich in diesem schwierigen Markt behaupten? Uns allen war von Anfang klar, dass wir besondere individuelle Angebote und einen außergewöhnlichen Service bieten wollen. Alle Mitarbeiter haben eine Firmenphilosophie ausgearbeitet. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit entsprechen somit unserer Haltung und Einstellung gegenüber Kunden und Lieferanten. Dazu eine perfekte Küchenpräsentation mit kreativen Planungen. Und natürlich Qualität bei den Möbeln und Elektrogeräten.
32
Das haben wir streng eingehalten. Und natürlich marktgerechte Preise. Was waren bisher die wichtigsten Trends in der Branche? Jedes Jahrzehnt hatte seine Farben, seine Fronten. In den Siebzigern waren Braun und Gelb trendige Farben sowie schwere Holzfronten. Danach entwickelte sich eine Sachlichkeit und der Trend zu klaren Formen und Farben. Entscheidend aber war und ist die Arbeitserleichterung in der Küche durch Auszüge und vor allem durch moderne Elektrogeräte. Design folgt nun der Funktion.
2/2015
Aktuell wird die Küche immer mehr zum Mittelpunkt eines Hauses. Worauf legen Kunden heute Wert? Wir erfahren immer mehr, dass besonderen Wert auf eine Raumharmonie gelegt wird, dass Möbel ergonomisch eingesetzt und dass die Elektrogeräte eine hohe Funktionalität haben. Man lebt und kocht heute völlig anders als noch vor 30 Jahren. Sie unterstützen mit Ihrem Team bei der Planung einer neuen Küche. Welche individuellen Möglichkeiten gibt es, um den zur Verfügung stehenden Raum optimal zu nutzen? Wir messen den Raum auf, wir besprechen die Vorstellungen und die Gegebenheiten der Familie und erarbeiten dann Vorschläge. Es kommt häufig vor, dass die Küche geplant wird, bevor ein Haus gebaut ist. Aber auch in vorhandenen Häusern oder Wohnungen und bei kleinen Küchenräumen finden wir mit unserer Erfahrung individuelle Lösungen.
Anzeige
Wohndesign & Ambiente
heimer Kochschule eingeweiht. Womit noch verfolgen Sie diese Philosophie? Wenn wir für Kunden die gesamten Handwerkerleistungen koordinieren und man feststellt, dass Termine und Ausführung zuverlässig durchgeführt wurden, dann ist das ein besonderer Service, der begeistert. Und wenn ein Kunde für seine 20 bis 30 Jahre alte Küche Ersatzteile braucht und wir diese bieten können, ist das ebenfalls ein Service, der wertgeschätzt wird. Sicher gibt es noch mehr Beispiele. Welche Küchentrends zeichenen sich für die nächsten Jahre ab? Küchenräume werden größer und häufig offener. Damit wird dem Zeitgeist mehr Rechnung getragen. Kochblocks, an denen man mit der Familie oder mit Freunden gemeinsam kochen kann, werden stark nachgefragt Aber auch das Gesamtkonzept eines Raumes sollte harmonisieren. Geradlinigkeit und Funktionalität, Gestaltung des Bodens, der Wände und der Decke mit Beleuchtungskonzept ergeben erst ein Gesamtwerk. Neben den weißen hochglänzenden Fronten gibt es immer mehr Pastelltöne und ganz neu bei LEICHT, Fronten aus echtem Beton. Und beim Thema Dunstabzugshaube bieten Hersteller inzwischen perfekte Lösungen an. Absenkbare Hauben, versenkte Hauben in der Arbeitsplatte, Abzug in der Mitte eines Kochfeldes und ähnliches. ■
Um die passende Küche und Gerätschaften zu finden, bieten Sie nicht nur eine große Ausstellung. Was erwartet Kunden in der hauseigenen Kochschule „GenußReich“? Die Auswahl der Elektrogeräte ist nicht nur eine Preisfrage, sondern in erster Linie die des Bedarfs. Beim Schuhkauf probiert man die Schuhe an, auf Matratzen kann man Probeliegen. Diese Erkenntnis hat uns veranlasst, alle wichtigen modernen Elektrogeräte in Funktion anzubieten. Mit der 1. Mannheimer Kochschule sind wir schon vor 15 Jahren eine Kooperation eingegangen. Und haben vor vielen Jahren in unserem Haus das „GenußReich“ eröffnet. Hier bieten wir Kunden Kochkurse mit Meisterköchen an und die Interessenten können beim Beratungsgespräch die Geräte erleben. Es ist sogar möglich, dass wir den Kunden zum Beispiel einen Dampfgarer ausleihen, damit sie diesen im gewohnten Umfeld testen können. Was hebt das Familienunternehmen von der Konkurrenz ab? Überall stehen der Preis und der angebliche Rabatt im Mittelpunkt. Service erscheint dagegen ganz klein. Das ist der Unterschied zu einem familiengeführten Fachgeschäft. Qualitäten in der Beratung, bei der Ware und auch in der so entscheidenden Montage sind für uns selbstverständlich. Natürlich können auch wir Küchen im unteren Preisbereich anbieten. Doch auch in diesem Falle gibt es keine Abstriche in der Qualität und beim Service. Die Küche ist dann nicht schlechter, nur schlichter. Kunden haben bei uns immer den kompetenten Ansprechpartner und wir können flexibler sein. Sie wollen Kunden begeistern. Auf Wunsch wird beispielsweise die neu installierte Küche von einem Spitzenkoch der 1. Mann-
33
Mode & Accessoires
Foto: Tom Tailor/fashionpress.de
2/2015
Große Gläser, weiche Formen – nur einer der Sommertrends.
Behütet und leicht getönt Diese Kombi passt diesen Sommer immer: Sonnenbrille und Sonnenhut. Die Krempen werden breiter, die Formen weicher. Der Retro-Look dagegen bleibt. In die Strandtasche werden die Sonnenbrille und der Sonnenhut wie selbstverständlich eingepackt. Für den Spaziergang am Neckarufer denkt man zumindest an die Sonnenbrille. Doch sich spontan in die Stadt aufzumachen, bedeutet oft auch, sich spontan für das richtige Sommer-Outfit entscheiden zu müssen, ohne zu wissen,
34
was der Tag noch bringen wird. Bleibt es bei der Shoppingtour am Vormittag oder ist noch Zeit für einen Besuch im Lieblingscafé? Folgt ein spritziger Secco zum Sundowner? Ganz gleich, was man vorhat, ganz gleich, wohin es geht: In diesem Sommer ist die Kombination aus Sonnenhut und Sonnenbrille immer die richtige!
Gerade wenn die Mode sich wie in diesem Sommer eher ruhig gibt, machen Headwear-Accessoires es möglich, als kreatives Beiwerk einen pfiffigen Look zu schaffen. Die voluminösen Modelle, die zurzeit en vogue sind, vermitteln dabei immer das gute Gefühl, ein Dach über dem Kopf zu haben, und erlauben es ganz besonders, sich zu
Foto: Sarah Kern/fashionpress.de
SONNENHUT UND SONNENBRILLE SIND MEHR ALS EIN NOTWENDIGER SCHUTZ
Mode & Accessoires
präsentieren, sich zu verstecken oder sich zuverlässig vor Sonne und Regen zu schützen. Sowohl Strohhüte aus pflanzlichen Fasern als auch Kopfbedeckungen aus Funktionsstoffen mit speziellem UV-Schutz erlauben einen deutlich längeren Aufenthalt in der Sonne als mit ungeschütztem Kopf. Hüte und Mützen sind in diesem Sommer meist weich und lässig. Der Trend geht wieder zu breiteren Krempen. Auch bei den Mützen greifen die Trendsetter bereits wieder zu breiteren Formen, die besonders gut zum angesagten Retro-Look passen. Das Gros der Kopfbedeckungen zeigt sich in gedeckten Unis, Naturfarben oder ruhigen Mustern, doch für die modisch-gekonnte Inszenierung finden sich für Sie und Ihn auch bunte Blumenmuster. Mehr Infos finden sich auch unter hut-mode.de.
Foto: Tom Tailor/fashionpress.de
2/2015
Zum Sonnenhut gehört die passende Sonnenbrille. Auch da hält sich diesen Sommer der Retro-Look beständig. Zeitgemäß ist, wer den Retro-Look mit den Vorteilen moderner Materialien sowie akzentuiertem Design trägt. Die einen monieren, dass sich die Sonnenbrillen nicht entscheiden können, weder rund noch eckig sind. Freuen können sich alle, die kein klassisches Rund- oder Eckig-Gesicht haben. Denn sie finden jetzt auf jeden Fall einen modischen Begleiter für die Sonnentage.
Auch die verspiegelte oder braun getönte Pilotenbrille ist per se nichts Neues. Und die vertraute Holz-Optik bestärkt das Nachhaltigkeits-Credo. Beides zusammen: einer der Sommertrends 2015! Neben Oberflächen in Holz-Optik stehen sanfte Pastelltöne im Fokus. Bei der Form sind die großen weichen Formen sowie Cat Eyes im Kommen. ■ msw/akz-presse.de/fashionpress.de/ Textilwirtschaft.de
IM LEDER-LOOK DURCH DEN SOMMER
Von leicht-floral bis metallisch-rau und Kurzjacken. Der raue Look bleibt, wenn Nieten und Zipper verarbeitet sind und Farben wie Olive, Navy oder metallisches Schwarz vorherrschen. Doch auch Pastelltöne bleiben bestehen, vor allem Pool Blau oder Rosé spielen in diesem Sommer eine Rolle. Und: Florales und Leder ist alles andere als ein unerlaubter Stilbruch. ■ msw/akz-presse.de/fashionpress.de/ Textilwirtschaft.de
Foto: Freaky Nation/fashionpress.de
Leder bleibt ein Muss – auch für den Sommer. Bei Frauen wird das Material getragen als Kleid, Top oder Shorts. Angesagt sind edle Töne wie Taupe oder kräftige Sommerfarben. Hauptsache das Leder ist leicht, zart, weich und dünn. Bei Männern dagegen heißt das Motto lässig. Jeansjackenformen sind im Kommen, vor allem die aus Nylon und Leder. Bei den Jacken gesellen sich zu den klassischen Bikerformen Blousons
Bikerformen in Steingrau mit glänzendem Zipper und gesteppten Protektoren geben den überzeugend rauen Look.
35
Mode & Accessoires
2/2015
ZUR ARBEIT INS BÜRO IM MODISCHEN WINZERHEMD
Mit Knopf und Traubensonne Die Kollektion des jungen Deidesheimer Modelabels „Winzerblau“ ist schick und extravagant und zugleich äußerst langlebig. Denn die dafür verwendeten Stoffe werden sonst für Winzerkittel eingesetzt. Und die sind bekanntlich äußerst robust. Es ist das Markenzeichen für den gesamten Berufsstand: das Winzerhemd. Der blaue Stoff mit den feinen weißen Streifen ist in der Region seit Generationen als traditionelle Arbeitskleidung bekannt. Jetzt erfährt er eine interessante Aufwertung. Das junge Modelabel „Winzerblau“ in Deidesheim hat den Soff für eine Kollektion mit eleganten Akzenten neu entdeckt.
Lässig und schick zugleich: Mode aus Winzerkittelstoff.
36
Die Geschichte beginnt mit einer Idee Magret Schleefs. Sie war vor Jahren aus Niedersachsen in die Pfalz gekommen. „Ich habe gesehen, dass die Winzerkittel als Berufskleidung charakteristisch für die Gegend hier sind, einen Teil des Brauchtums darstellen“, berichtet die studierte Agrar-Ingenieurin, die in Deidesheim lebt. „Eines Tages ist mir der Gedanke gekommen, ob man diese typischen blauen Jacken nicht auch über ihren ursprünglichen Zweck hinaus verwenden könnte“, berichtet sie. „Und ich habe intensiv überlegt, ob und wie so etwas funktionieren könnte.“ Parallel dazu kam Stefanie Wiebelhaus aus der Modestadt Düsseldorf in die Region und siedelte sich in Mußbach an. Sie arbeitete viele Jahre in der Bekleidungsindustrie, etwa bei Comma und danach für Joop in Heidelberg. Zuvor hatte sie Bekleidungstechnik, Fachrichtung Design, studiert. 2013 eröffnete Wiebelhaus in Deidesheim ihre Modemanufaktur „Simply Wear“. Eines Tages kreuzten sich die Wege der beiden Damen. Das war, als Magret Schleef an dem Modegeschäft von Stefanie Wiebelhaus vorbeilief.
„Was ich da gesehen habe, fand ich ganz toll“, berichtet die Deidesheimerin. Ihre Idee mit den neuen Verwendungsmöglichkeiten des blau-weißen Winzerstoffes nahm spontan konkretere Formen an, die Frauen kamen ins Gespräch und Schleef unterbreitete Stefanie Wiebelhaus ihre Intention. „Ich habe die Vision von Magret sofort aufgegriffen und war sehr angetan“, erzählt Modeexpertin Wiebelhaus. Zusammen entwickelten sie das Label „Winzerblau“, kreierten dazu ein hell- und dunkelblaues Logo mit stilisierten Traubenkernen als Sonne gestaltet und als zusätzliches Markenerkennungszeichen einen blau-silbernen Knopf. 2014 fertigten sie dann ihre ersten Damenmode-Teile aus dem traditionellen Stoff: Jacke, Tunika, Weste, Top sowie Rock, Hose und Shorts. Schicke Kleidung, die sich mit vielen anderen Kleidungsstücken passend zu unterschiedlichen Anlässen kombinieren lässt. Etwa ein eleganter Blazer in noblem Look mit dunkelblauer Baumwolle vereint. Auch für Kinder findet sich etwas im Sortiment. Für Männer sind Kapuzenjacken und Westen in Winzerblau erhältlich.
Mode & Accessoires
2/2015
Großen Wert legen beide Frauen auf Qualität. So bestehen die verwendeten Stoffe, die in Deutschland gewebt werden, ausschließlich aus 100 Prozent strapazierfähiger Baumwolle. Das Design und die Produktentwicklung erfolgt PC-gesteuert bei „Simply Wear“ in Deidesheim, gefertigt wird teils in Deutschland, teils im europäischen Ausland. Marketing und Vertrieb liegen in den Händen von Magret Schleef. „Das ersten Mal wurde unsere Kollektion bei der letztjährigen Geißbockversteigerung in Deidesheim einer breiten Öffentlichkeit präsentiert“, berichtet Magret Schleef. Auch bei anderen Veranstaltungen wurden die Leute auf die Mode von „Winzerblau“ aufmerksam: etwa bei der Hausmesse der BASF-Weinkellerei, beim Mußbacher Weinfest, dem Dürkheimer Wurstmarkt oder dem Weihnachtsmarkt in Neustadt. „Dazu sind wir in einigen Vinotheken vertreten, also Orten, an denen die Kunden nicht unbedingt Mode erwarten“, sagt Stefanie Wiebelhaus. „Da gibt es dann interessante Gespräche. „Wir haben mit vielen jungen Frauen gesprochen und gemerkt, dass diese zunehmend kritisch Massenprodukten gegenüberstehen“, teilt Magret Schleef mit. „Diese Klientel schaut mehr auf Wertigkeit und Langlebigkeit.“ Auch Nachhaltigkeit sei ein Thema. Die beiden „Winzerblau“-Gründerinnen haben auch einen kleinen Marktcheck angestoßen und einen Fragekatalog entwickelt, anhand dessen sie weitere Trends aufspüren wollen. ■
Winzerblau Tel.: 06326 701 971 www.winzerblau.com www.simplywear.de hallo@winzerblau.com
Fotos: Hörskens
Michael Hörskens
Die „Winzerblau“-Gründerinnen Magret Schleef (rechts) und Stefanie Wiebelhaus mit ihrer Kollektion.
37
Sport & Wellness
KLETTERN – DRINNEN UND DRAUSSEN
Foto: photo-poster
Volle Konzentration
38
2/2015
Sport & Wellness
Foto: Remains/Fotolia.com
2/2015
Nervenkitzel, Körperspannung, Ehrgeiz und Stolz: Klettern ist ein Sport, der herausfordert. In der Halle lernt man, was man für die Felswand braucht. Klettern kommt aus der Nische und begeistert mehr und mehr Menschen. Die Bedingungen in der Region sind ideal: Kletterhallen, Kletterparks und Kletterfelsen gibt es viele. Beliebt und zum Klettern freigegeben ist zum Beispiel ein Steinbruch in Schriesheim. Denn nicht überall, wo schöne Felsen zu finden sind, ist Klettern erlaubt oder erwünscht. Damit es eine sichere Sache bleibt, kann man in Kletterzentren in Kursen lernen, wie es geht. Auch der Deutsche Alpenverein ist eine gute Anlaufstelle. Und wer einfach mal zum Spaß auf Höhe der Baumwipfel klettern möchte, der ist in einem der Kletterparks richtig. Was Klettern so besonders macht, das kann nur jemand beschreiben, der es erlebt hat. Ich falle! Und bin darüber ziemlich überrascht, obwohl mir vorher schon klar ist, dass meine Kraft nicht reicht. Der freie Fall dauert eine halbe Ewigkeit, ehe ich endlich im Gurt lande und wie ein Pendel hin- und herbaumele. In solchen Momenten gibt es zwei Möglichkeiten: Ich gebe auf. Oder: Der Ehrgeiz ist geweckt! Dann geht’s zurück an die Wand, mit ein wenig Herzklopfen und immer den nächsten guten Tritt und Griff vor Augen. Oben angekommen, schaue
ich zufrieden nach unten zu meinem Sicherungspartner und gebe das erlösende Kommando: „Zu!“ Und runter geht’s auf den Boden. Klettern liegt im Trend. Das Besondere dabei ist, dass ich dabei alles ausblenden kann – selbst das Getummel in der Halle. Was zählt, sind Konzentration und Körperspannung – mit dem Fokus auf den nächsten Griff und vor allem: auf die Beinarbeit und den Körperschwerpunkt, der immer nah an der Wand sein sollte. Ich achte darauf, „am langen Arm“ zu klettern – also die Arme ausgestreckt zu lassen. Das spart Kraft. Es gibt zwei Arten zu klettern: Toprope und Vorstieg. Beim Toprope ist das Seil bereits oben an der Wand befestigt. Beim Vorstieg bringe ich es selbst nach oben und sichere mich an den Zwischensicherungen, den Expressen, entlang der Wand. Hier ist der Nervenkitzel programmiert. Vor allem dann, wenn die letzte Zwischensicherung zwei bis drei Meter hinter mir liegt und der freie Fall durch einen falschen Tritt und ausbleibende Kraft unausweichlich ist. Aber genau das macht es aus – die Spannung und der Spaß beim Klettern. ■ Imke Bauer
KLETTER- UND BOULDERHALLEN Boulderhaus Heidelberg www.boulderhaus.de Boulder Island Mannheim www.boulder-island.de Fitz Rocks Landau www.fitzrocks.de/bouldern Fitnesspark Kirchberg www.fitnesspark-kirchberg.de Kletterhalle Bensheim www.kletterhalle-bensheim.de Kletterzentrum Extrem Mannheim / Ludwigshafen www.kletterzentrum.de Kletterzentrum Darmstadt www.kletterzentrum-darmstadt.de Pfalz Rock Frankenthal www.pfalz-rock.de RockTown Kaiserslautern www.rocktown.eu The Rock Karlsruhe www.kletterhalle-karlsruhe.de T-Hall Frankfurt am Main www.t-hall.de
KLETTERHALLE MIT WALDSEILGARTEN Sportpark Kelkheim www.sportpark-kelkheim.de
KLETTERPARKS UND WALDSEILGARTEN Fun Forest Kandel www.kandel.funforest.de Kletterwald Darmstadt www.kletterwald-darmstadt.de Kletterwald Speyer www.kletterwald-speyer.de Kletterwald Viernheim www.kletterwald-viernheim.de
39
Sport & Wellness
2/2015
ANS WASSER – SEGELN, TAUCHEN, SURFEN, RUDERN UND JETZT AUCH IM STEHEN PADDELN
Im Gleichgewicht Stehpaddeln ist nicht neu: Die Polynesier gleiten seit jeher übers Wasser, auch aus Asien und Hawaii ist diese Fortbewegung bekannt. Aber seit einigen Jahren greifen immer mehr Wellensurfer zum Paddel. Julian Gottwald entdeckte die Sportart an der peruanischen Küste – und war begeistert. Die Stehpaddler waren deutlich schneller und erwischten leichter die Wellen. Seit dem ist er vom Stand-upPaddling-Virus infiziert und hat ihn in die Region geschleust. In seinem Speyerer Geschäft „Trittbrett-Center“ nehmen Paddelbretter viel Raum ein. Der Trend wird sich hier durchsetzen, ist der 34-Jährige überzeugt. „Wir haben dafür hier so ein Potenzial“, sagt er und meint damit freilich nicht die meterhohen Wellen, sondern die vielen, großen Wasserflächen der Altrheinarme. Das Flachwasser eignet sich gut für Touren und ist eine Alternative zum Paddeln im Kanu. Vom Stehpaddeln auf dem Rhein rät Gottwald ab. Zu viele Schiffe, zu starke Strömung, zu gefährlich. „Stand-up-Paddling ist absolut für jedermann, es gibt keine Altersgrenzen“, macht er Mut. Eine Voraussetzung müssten die Paddler aber doch mitbringen: ein intaktes Gleichgewichtsgefühl. Schwimmen kann natürlich auch nicht schaden, ist aber nicht zwingend. „Aber es geht auch
Ein weltweiter Trend ist in der Region angekommen: Im Kanu sitzen war gestern, heute heißt es raus aufs Brett und
40
Foto: ARochau/Fotolia.com
Paddel in die Hand.
Sport & Wellness
Foto: Wagner
2/2015
Ein gutes Muskeltraining und viel Spaß: Das bringt für Julian Gottwald Stehpaddeln.
mit Schwimmweste“, meint Julian Gottwald ganz pragmatisch. Stehpaddeln ist mehr als ein besonderer Ausflug in die Natur. „Es ist ein sehr gutes Ganzkörpertraining“, sagt der Diplom-Sportwissenschaftler, speziell werde die Rumpfmuskulatur gestärkt. „Die Kraft holt man hauptsächlich aus dem Bauch, man arbeitet mit den großen Muskelgruppen, dadurch hält man lange durch.“ Wer gut trainiert ist und sportlich un-
terwegs sein will, bewältigt wie er acht Kilometer in anderthalb Stunden. Aber gemütlich geht‘s auch – auf jeden Fall sollte der Spaß im Vordergrund stehen, betont Gottwald. Wichtig ist, die richtige Technik zu beherrschen, denn dann gibt es keine Probleme Schultern und Arme. In Einführungskursen vermittelt er die richtige Haltung und Bewegung, gibt Hinweise zur Sicherheit und zum Material.
Apropos Material: Die langen Bretter können sich klein machen. Sie werden mit Luft aufgepumpt, in leerem Zustand passen sie in eine große Tasche. Das Paddel wird bei Gebrauch zusammengesteckt. Die Grundausrüstung hat ihren Preis und beginnt bei rund 650 Euro. Günstiger ist das Leihen: Bei Julian Gottwald zum Beispiel kostet die Paddelausrüstung am Tag 35 Euro. So lässt es sich einfach mal ausprobieren ■ yvw
Foto: Günther
UND HIER BADET ES SICH BESONDERS SCHÖN:
Lambsheimer Weiher
Rheinland-Pfalz
Baden-Württemberg
Niederwiesenweiher, Gemeinde Böhl-Iggelheim Sonnensee Binsfeld Strandbadweiher, Frankenthal Germersheimer See Johanneswiese in Jockgrim Willersinnweiher, Stadt Ludwigshafen Großer Weiher, Mechtersheim Familien-Erholungsstrand, Neuburg Neudahner Weiher Otterstädter Altrhein Sondernheimer See
Rheinauer See, Brühl Freizeitzentrum Erlichsee Baggersee Giesen (Liedolsheim) Heddesheimer Badesee Hohwiesensee, Ketsch Strandbad, Mannheim-Neckarau Sommerbad am Stollenwörthweiher St. Leoner See Strandbad Waidsee, Weinheim Badesee Walldorf
Eine Übersicht über Badeseen in Rheinland-Pfalz findet sich unter www.badeseen.rlp.de
Eine Übersicht über Badeseen in Baden-Württemberg findet sich unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de
41
inger Foto: Adi Bach
Genießen & Ausgehen
2/2015
DER FOURAGEUR SEINER MAJESTÄT – METROPOLITANISCHE INSIDER-TIPPS von Gourmet-Autor Johannes Hucke
Periodisch bestürmt er die Region mit Theaterstücken und Weinlesebüchern (neu: „Das Churfranken Weinlesebuch“). Nun verdingt er sich als Fourageur seiner Majestät, des Lesers, und entdeckt wunderbaren Streusel.
Ein buttriges Irgendwas Es muss keine Schnecke sein. „Der Bäcker, der backt weiße Wecken, wi-waweiße Wecken, braunes Brot und Streuselschnecken, Stri-, Stra- Streuselschnecken ...“ Paula Dehmel hat für ihr Kinderlied die Schneckenform gewählt. Uns genügt der einfache Kreis. Schlicht: das Streuselstückchen. Für den raschen Einkauf auf „Streusel“ komprimiert. Denn das ist der Duft, der über allem schwebt. Dieses puderzuckrige, buttrige Irgendwas, dessen Mangel in Kindheitstagen schwerste bleibende Schäden verursachen müsste. Jede Familie, die sich eine solche nennen darf, kennt eigene Traditionen. Bei vielen istʼs und bleibtʼs der Streuselkuchen. Den haben die Schillings natürlich auch, am Wochenende. Das komplette Ding, wir trauen es uns kaum zu verkünden, für 4,50 Euro. Unter der Woche aber, da Ludwigshafen, ja selbst sein dörflichster Stadtteil Mundenheim, zum Teil recht trostlos anzusehen ist, bedeutet das kleine Rund eine Lücke Sonntagsgold im Wochengrau. Man huscht in die Weißenburger Straße. Man nimmt Witterung auf. Man grüßt freundlich beim Betreten einer der letzten Original-Bäckereien an Rhein und Neckar. Und erwirbt um kleines Geld so zwei, drei von diesen Dingern, die Stück für Stück wie zärtliche Siegel, unwiderrufliche Beglaubi-
42
gungen wirken, dass hier ein Bäckermeister seine Kunst versteht. Eigentlich wiegt das von uns gepriesene Hefeteilchen nichts. Ja, man fürchtet, die Bäckermädchen hätten vergessen, die Tüte zu befüllen, und schaut, schon unterwegs, noch einmal ängstlich nach. Oh nein, diese Bäckermädchen vergessen nichts; sie sind genauso aufmerksam und tadellos und normal geblieben wie der ganze Laden. Was früher Gewohnheit war, ist heute das Besondere. Einwohner, die als Kinder „beim Schilling“ das Brot, die Laugenbrötchen, die unverbesserliche Käsesahne gekauft haben, erleben als Großeltern das Glück der Kontinuität: Alles schmeckt exakt wie früher! Niemals haben sich die Generationen Schilling den fiesen Moden des Massenbackbetriebes untergeordnet – es sind keine Ökos; es sind keine Mehl-Designer; die Leute sind das geblieben, wozu sie bestimmt sind: Bäcker. Und als solche Zauberkünstler, die es verstehen, leisen Duft in köstlichste Kaubarkeit zu transformieren. Ein Kunststück. Ein Mirakel. ■ Bäckerei Wolfgang Schilling Weißenburger Straße 48 67065 Ludwigshafen Tel. 0621 573 405 Website: Wozu denn? Hingehen!
Anzeige
2/2015
Genießen & Ausgehen
NEUER KÜCHENCHEF IM HOTEL & RESTAURANT GRENZHOF IN HEIDELBERG
Jetzt wird es leicht und mediterran Sebastian Andrée hat seit kurzem das Sagen in der Küche des Traditionsrestaurants. Nach einigen baulichen Veränderungen im „Haus8“ und der „Scheune8“ wird im Sommer nun auch das Restaurant „Gutsstube“ neu gestaltet. Eine frische Brise weht seit neuestem durch das Hotel & Restaurant Grenzhof: Seit September ist Sebastian Andrée der neue Küchenchef des in vierter Generation geführten Hauses im idyllischen Weiler zwischen Heidelberg und Mannheim. „Er ist nicht nur ein sehr guter Koch sondern dazu auch noch sehr sympathisch“, lobt Ulrike Kugler, die seit 2006 den Grenzhof mit ihrem Bruder Robert Kaiser führt. Andrée, der in Passau geboren wurde und in Paraguay aufwuchs, arbeitete unter anderem in renommierten Häusern wie „Bareiss“, „Die Wutzschleife“ in der Oberpfalz und „Se7en Oceans“ in Hamburg. „Mir hat einfach das Ambiente sehr gut fallen“, sagt der 31-Jährige über den Grenzhof. „Es war für mich eine neue Herausforderung und hat mich gereizt.“ Gemeinsam mit fünf ausgelernten Köchen und drei Auszubildenden kredenzt er Köstlichkeiten der mediterranen, regionalen und kreativen Küche. Wie Kugler legt Andrée größten Wert darauf, den Gästen einen unvergesslichen Aufenthalt zu bereiten. „Wir kochen auf einem hohen Niveau und sorgen dafür, dass der Gast zufrieden ist, sich wohl fühlt und gern zurückkommt.“ Auf spezielle Wünsche der Gäste und bei Le-
bensmittelallergien oder Unverträglichkeiten, gehen er und sein Team ebenfalls ein. Die Gerichte werden den Jahreszeiten angepasst: Im Frühling kommen Gerichte um frischen Spargel, Kräuter und zartes Lammund Geflügelfleisch sowie frischen Fisch auf den Tisch. Im Sommer steht leichte, mediterrane Küche im Mittelpunkt: So beginnt ein lauschiger Sommerabend im Kastanienhof zum Beispiel mit einem südfranzösischen „Assiette Apero“ und frischen Glas Provence Rosé, während im Herbst der Fokus auf Pilzgerichte, herbstliche Gemüse aus heimischem Anbau und kräftigen Aromen liegt. Und im Winter ist Wildzeit – dazu passen Andrées herrliche, selbstgemachte Saucen. „Wir kaufen keine Convenience-Produkte“, betont Kugler. „Die Saucen werden so angesetzt, wie man es früher gelernt hat.“ Im August lässt Ulrike Kugler, die bereits die neuen Hotelzimmer im Haus8 sowie die Event-Location Scheune8 mit Liebe zum Detail eingerichtet hat, die Gutsstube modernisieren und restaurieren. Der Raum soll künftig in hellen Farben im Vintage-Stil erstrahlen. „Stilvoll, aber gemütlich und kuschelig“, so die Chefin. Auch während der 14-tägigen Umbauzeit ist das
Restaurant geöffnet: Bei schönem Wetter können die Gäste im Kastanienhof speisen, bei kühleren Temperaturen im Wintergarten oder in der Scheune8. Anfang September stellen Ulrike Kugler und Robert Kaiser die neue Gutsstube sowie Sebastian Andrée mit einer Veranstaltung offiziell vor. ■ Hotel & Restaurant Grenzhof Grenzhof 9 | 69123 Heidelberg Tel.: 06202 943-0 | www.grenzhof.de Öffnungszeiten: Mo bis Sa.: 18 – 23 Uhr Mo bis Fr: Lunchbuffet ab 12 Uhr Kinder bis 12 Jahre frei
43
Genießen & Ausgehen
Anzeige
2/2015
HOTEL SCHLOSS EDESHEIM
Für Gourmets mit Pfalz-Faible Ein Dinner mit Dracula oder Kriminalgeschichten gehören zu den besonderen Angeboten im Hotel Schloss Edesheim. Beständig dagegen ist die exquisite Küche des Restaurants. Wer im Hotel Schloss Edesheim einkehrt, betritt eine Oase der Idylle inmitten der Region Südliche Weinstraße: Die historische Stätte, die ihren Ursprung im achten Jahrhundert hat, ist umgeben von Weinbergen sowie einer malerischen Parkanlage. Die Schlossmauern erlebten aber auch Aufstieg und Niedergang, wurden zerstört und wiederaufgebaut. Schließlich übernahm 2001 die Unternehmensgruppe Dr. Lohbeck das traditionsreiche, fünf Hektar große Anwesen. Damit begann eine neue Zeitrechnung für das Märchenschloss der Pfalz. Heute bereiten 30 Mitarbeitern ihren Gästen einen unvergesslichen Aufenthalt mit höchsten Komfort in einem stilvollen Ambiente. Das Hotel verfügt über 19 Doppelzimmer, fünf Einzelzimmer sowie 14 Suiten, die liebevoll und individuell eingerichtet sind. Außerdem können Besucher in einer Ferienwohnung im Faselstall einen erholsamen Urlaub auf dem mediterranen Gelände verbringen. Feinschmecker schätzen die erstklassige Gourmetküche des stilvoll
44
eingerichteten Restaurants. „Die Grundrichtung ist mediterran mit pfälzischen Einflüssen“, sagt Hoteldirektor Andreas Lorenz. Küchenchef ist seit 2009 Sebastian Köhn, der davor in verschiedenen renommierten Lokalitaten, wie etwa dem Restaurant „Vendome“ in Grandhotel Bergisch Gladbach, gearbeitet hat. Mit seinem siebenköpfigen Team kredenzt Köhn seinen Gästen aus frischen regionalen Produkten kulinarische Genüsse von Vitello tonnato „Schloss Edesheim“ (Kalbsrücken mit mariniertem und geräuchertem Thunfisch) bis vegetarischen Spezialitäten wie Gemüse Quinoa mit Basilikumschaum und gebackenen Kräutern. Dazu passen pfälzische und italienische Spitzenweine. Naschkatzen macht Köhn mit süßen Desserts wie Vanille-Schmandtarte mit Joghurteis und karamellisierter Ananas glücklich. Das Restaurant ist täglich mittags und abends geöffnet. Besucher können Gerichte von der Gourmetkarte dienstags bis samstags genießen. Mindestens einmal im Monat laden die Gas-
tronomen außerdem zu besonderen Dinnershows, wie beispielsweise Dracula-Dinner und Krimidinner, ein. „Sie sind sehr beliebt“, erzählt Lorenz. Die Restaurantbesucher können sich die exquisiten Speisen in der wohligen Atmosphäre des Lokals schmecken lassen oder auf der beschaulichen Parkterrasse. Im Juli verbinden viele Gäste einen Restaurantbesuch mit dem Besuch der Schlossfestspiele. Verschiedene kulturelle Veranstaltungen werden dann auf der einzigartigen Seebühne des Anwesens stattfinden. Das Hotel Schloss Edesheim bietet außerdem Räumlichkeiten für Firmenevents. Wer heiraten will wie eine Prinzessin, für den ist das Schloss ebenfalls genau das Richtige. Denn der Standesbeamte traut Romantiker auf Wunsch auch auf der Anlage mit dem besonderen Flair. ■ Hotel Schloss Edesheim Luitpoldstraße 9 67483 Edesheim www.schloss-edesheim.de
Genießen & Ausgehen
2/2015
JE T Z
MACHEN SIE, WAS IHNEN SPASS MACHT.
T SC
10.99 0 IM A
Ivancan Anzeige
HON
AB
EU R O
U TO H AU S I VA N C A N.
DER NEUE HYUNDAI I20 IST IMMER DABEI!
Kommt DIENSTAG
Helmertstr. 13 · 68219 Mannheim · 0621 49079060 Landauer Str. 137 · 67434 Neustadt · 06321 12084 Werden Sie Fan: www.facebook.com/www.ivancan.de
www.ivancan.de • info @ ivancan.de
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,7 – 3,2 l/100 km
CO2-Emission kombiniert: 115 – 84 g/km Effizienzklasse: E – A+ Abbildung zeigt Fahrzeug mit höherwertiger Ausstattung. *
5 Jahre Fahrzeug- und Lack-Garantie ohne Kilometerbegrenzung sowie 5 Jahre Mobilitäts-Garantie 45 mit kostenlosem Pannen- und Abschleppdienst (gemäß den jeweiligen Bedingungen); 5 kostenlose Sicherheits-Checks in den ersten 5 Jahren gemäß Hyundai Sicherheits-Check-Heft. Für Taxen und Mietfahrzeuge gelten modellabhängige Sonderregelungen.
Genießen & Ausgehen
2/2015
Vinothek Ökonomierat Isler, Neustadt-Diedesfeld
Weinhof Dietrich, Großkarlbach
46
Vinothek Par Terre, Landau
Genießen & Ausgehen
2/2015
VINOTHEKEN DER PFALZ
Probieren als Frage des Stils Weingenuss ist ein durch und durch sinnliches Erlebnis.
Weingut Gies-Düppel, Birkweiler
Vinothek Par Terre, Landau
Weinhaus Anton, Kirrweiler
Wein erfährt, wer ihn probiert. Wein möchte immer wieder neu entdeckt werden. Winzer reagieren darauf
Die Vinotheken der Pfalz: Sie sind so etwas wie aktuelle, regionale Schaufenster und machen vielbeschworenes Terroir in besonderer Form sichtbar. Sie sind in idyllischer Landschaft und malerischen Dörfern neue Sehenswürdigkeiten einer Region. Sie sind Treffpunkte, an denen Wein mit Architektur, Kunst und Events gemeinsam zelebriert wird. Über 85 Kilometer zieht sich die Deutsche Weinstraße durch die Genusslandschaft Pfalz. Zwischen Bockenheim im Norden und Schweigen im Süden sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Vinotheken entstanden. Diese repräsentieren zum einen – zum Beispiel in Bad Dürkheim (WeinDom) oder Landau (Par Terre) – gleich eine ganze Region. Sie sind aber an vielen Orten auch Anlaufpunkte, an denen sich mehrere oder einzelne Winzer in besonderem Ambiente präsentieren. Traditionelle und virtuelle Prozesse können das Verkosten, Genießen
und Erfahren von Weinen nicht ersetzen. In Vinotheken, die so etwas wie Kommunikationszentren in Sachen Wein sind, wird dieser Dreiklang zum Erlebnis und verbindet Tradition mit Moderne. Wein wird zum Geschmacksereignis und gleichzeitig zu einem touristischen Höhepunkt. Vinotheken stellen damit eine Schnittstelle zwischen dem Weinberg, der für die Natur steht, dem Keller, der die Handschrift des Winzers symbolisiert, und dem Weingenießer dar. Denn in der Vinothek geben einerseits große Glasflächen den Blick auf die Weinberge frei. Andererseits entdeckt man im Glas das, was den jeweiligen Winzer ausmacht. Geruch und Geschmack weisen dem Genießer den Weg in immer wieder neue Weinwelten. Damit werden Vinotheken stets zur Verbindung zwischen Landschaft und Weingut. Und im Baustil spiegelt sich die Philosophie von Weingütern und den Weinmachern einer ganzen Weinregion. ■ dot
Alle Fotos: Dostal
und inszenieren ihr Produkt in modernem Ambiente.
Vier Jahreszeiten Winzer, Bad Dürkheim
47
2/2015
SOMMER-TIPPS AUS DEM AKTUELLEN ESPRESSO
Mit Aussicht FORST: GUTSAUSSCHANK SPINDLER Kaum blinzeln die ersten Sonnenstrahlen hervor, enden dort die Spaziergänge durch die Weinberge. In dem kleinen Innenhof sitzt man lauschig unter Weinreben, spürt die wärmende Hauswand im Rücken und schaut auf Blumen wie in einem privaten Garten. Gäste genießen regionale Gerichte sowie einen wunderbar mineralischen Riesling, die vielen Eidechsen geben sich mit Sonne satt zufrieden. Weinstr. 44 | Di bis Sa ab 11.30 Uhr | Telefon 06326 5850
KETSCH: SEEHOTEL – TERRASSE DER ENTE Seit kurzem ist die Terrasse der Ente noch sommerlicher. „Aussichts.Reich“ heißt das neue Konzept, mit dem Hotel- und Restaurantgäste laue Sommerabende mit Blick auf den See genießen sollen. Lounge-Atmosphäre, Gourmet-Kostproben und leichte Sommerweine sind ein wunderbarer Start in den Abend. Kreuzwiesenweg 5 | Di bis Sa ab 17 Uhr | Restaurant Die Ente ab 18 Uhr | Telefon 06202 6970
KNITTELSHEIM: STEVERDINGS ISENHOF Im Hofgarten des hübschen Fachwerkhauses von Sternekoch Peter Steverding wird pünktlich zum Sommeranfang am 21. Juni ab 12 Uhr der Sommer gemeinsam willkommen geheißen. „Sonne Pur“ heißt es dort am 19. Juli, wenn unter freiem Himmel ab 12 Uhr leichte Grillgerichte und Prosecco genossen werden können. Hauptstr. 15a | Sommerevents 21. Juni und 19. Juli ab 12 Uhr | Restaurant Mi bis Sa ab 18.30 Uhr | Telefon 06348 5700
Jede Menge weitere Café- und Gastrotipps stehen im aktuellen espresso 2015. Überall im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.
2/2015
Anzeige
Genießen & Ausgehen
HOPFENAROMEN UND HANDWERKLICHE BRAUKUNST
Ella, Equinox und Citra Die Welde Braumanufaktur präsentiert ihre neue Craft Beer Edition. Craft Biere sind außergewöhnliche Bierspezialitäten, die mit großem Aufwand, viel Handarbeit und Leidenschaft hergestellt werden. So auch die „Badisch Gose“ ein eigener, alter Biertyp mit Ursprung in Goslar im Harz. Die obergärige Weizenbierspezialität wird mit Koriander und Salz verfeinert. Gleich drei Hopfensorten – Select, Saphir und Citra – sorgen für einen leichten und fruchtigen Geschmack. „Eine perfektes Sommerbier,“ so Welde-Braumeister und Biersommelier Stephan Dück. Naturbelassen und malzig ist das helle „hop stuff Ella-Equinox“. Eingebraut wurde das Craft Beer mit australischem Ella- und amerikanischem Equinox-Hopfen. Die Hopfengabe erfolgt mittels des althergebrachten und wiederentdeckten Hopfenstopfens. Die Hopfensorten Ella und Equinox stehen für fruchtige Aromen mit Zitrusnoten. „Bourbon Barrel Bock“ ist ein Bockbier – kaltgehopft und bernsteinfarben. Es hat drei Monate Lagerzeit in Bourbon-, Rum- und Tequila-Fässern hinter sich. Daraus schuf Dück eine Besonderheit, die man vom Wein kennt: ein Cuvée-Bier. Das „Bourbon-Barrel-Bock“ sei eine richtige Aromabombe, schwärmt Welde-Chef Hans Spielmann. Die Craft Beer Edition aus der Braumanufaktur Welde ist das jüngste Ergebnis eines längeren Prozesses. Denn eigentlich wollten Stephan Dück und sein „Junior-Kollege“ Max Spielmann an einem lauen Frühsommerabend anno 2014 nur ein Bier trinken. Dann gerieten die beiden Biergenießer im Gespräch immer tiefer hinein in die Feinheiten ihrer Kunst und brauten schließlich in der kleinen Versuchsbrauerei mehrere Craft Biere ein. „Als Max mit der Idee ankam, ein Craft Beer zu brauen, war ich erst mal skeptisch“, gibt Dück unumwunden zu. Normalerweise braut er Biere, die zum Genuss einladen, die einfach rund sind und gut schmecken. Craft Biere sind hochinteressant, aber oft etwas extrem im Geschmack. Also sollten aus seiner Hand Craft Biere entstehen, die die Aromen- und Geschmacksvielfalt exklusiver Hopfen in verschiedenen klassischen Biersorten hervorheben und alte Bierstile mit neuer Kreativität wiederbeleben. Im vergangenen Oktober konnten die Gäste des traditionellen Jahrgangsbierfestes bei Welde diese Craft Biere aus der Welde-Versuchsbrauerei zu testen. Das positive Ergebnis der Gäste-Umfrage untermauerte den Entschluss, eine Welde Craft Beer Edition einzubrauen. Und das Ergebnis lässt sich „schmecken“! Die Welde Craft Beer Edition gibt es ab sofort im gut sortierten Getränkehandel und im Online-Shop auf www.welde.de.
49
Kunst & Kultur
2/2015
Die Produktion „Planet Erde“, die im Januar mit klassischer Musik zu gigantischen Natur- und Tierprojektionen zu Gast war, begeisterte 6800 Zuschauer.
Bülent Ceylan nahm bisher bei jedem Auftritt einen „Sold Out Award“ mit nach Hause.
In den Katakomben der SAP Arena hängen einige Sold Out Awards.
Mehrfach sind Die Fantastischen Vier in der SAP Arena aufgetreten. Anfang des Jahres schafften sie es, die Halle komplett zu füllen.
Dreimal kauften bisher die Fans von Helene Fischer in und um Mannheim alle verfügbaren Eintrittskarten.
Udo Lindenberg tourte 2012 unter dem Motto „Ich mach mein Ding“. In Mannheim kamen 11.500 Besucher – ausverkauft.
50
SAP ARENA REGELMÄSSIG AUSVERKAUFT
Immer wieder volles Haus „Sold Out“, „Ausverkauft“, heißt es regelmäßig in der SAP Arena. Wer das schafft, wird ausgezeichnet. Seit zehn Jahren strömen Konzertbesucher und Sportfans in die SAP Arena. Mehr als acht Millionen Menschen haben seither 1000 Veranstaltungen besucht. Rund 250 Mal gab es keinen einzigen freien Platz mehr, weil die Arena ausverkauft war, es teilweise lange im Voraus keine Tickets mehr gab. Eishockey- und Handballspiele sowie Comedians sind Publikumsmagneten – das zeigt die Statistik. An die 80 Mal boten Eishockey-Fans den Mannheimer Adlern und ihren Gästen die maximale Kulisse. Die Rhein-Neckar-Löwen spie-
len ebenfalls regelmäßig vor vollem Haus. Bülent Ceylan füllte die Halle bereits 14 Mal, Mario Barth gar 16 Mal. Andrea Berg, David Garrett, David Copperfield, Depeche Mode, Die Toten Hosen, Eric Clapton, Helene Fischer, Mark Knopfler, Martin Rütter, Night of the Jumps, Peter Maffay, Pink, Roger Waters, Simply Red, Söhne Mannheims, Tina Turner, Xavier Naidoo und der SWR4-Schlagernacht gelang dieser Coup ebenfalls mehr als einmal. Das Management der Arena würdigt die Künstler jeweils mit einem „Sold Out Award“. ■ siw
Kunst & Kultur
2/2015
BLICK HINTER DIE KULISSEN: DAS CAPITOL
Prachtvoller Palast Das „Rampenlicht“ wurde zum „Casino“, statt Orgeltönen hört man Chansons und Rockmusik. Geblieben ist das Flair. Ob Rockkonzert, Musical oder Theater: Die Stadt Mannheim genießt unter Kulturfreunden einen guten Ruf. Zu den unkonventionellsten Örtlichkeiten zählt sicherlich das Capitol, das sich nahe der Alten Feuerwache und dem Alten Messplatz befindet. „Wenn man die Neckarstadt kennt, dann kennt man das Capitol“, sagt Thorsten Riehle, Geschäftsführer der Capitol Betriebs GmbH. Am Veranstaltungsort gibt es Sitzplätze für rund 700 Besucher, bei Stehplätzen haben rund 1.200 Gäste Platz – im Erdgeschoss können die Stühle je nach Bedarf aufgestellt und wieder entfernt werden. Oben auf der Empore kann das Geschehen auf der Bühne aus der Vogelperspektive verfolgt werden. Da das Capitol nicht durch die öffentliche Hand unterstützt wird, wurde im April 2012 die Kulturstiftung Capitol durch zwei Benefizkonzerte mit Bülent Ceylan und Xavier Naidoo gegründet. Schon seit 2003 gibt es den Capitol Freundeskreis e. v., dem aktuell rund 1.225 Mitglieder angehören. Wer es sich in den plüschigen, roten Sitzen bei einem Konzert bequem macht, spürt noch den Hauch der Nostalgie, der das Bauwerk umweht: Wo sich heute Künstler wie Gregory Porter, Nena oder Peter Maffay die Klinke in die Hand geben, flimmerten einst Filme über die Leinwand. Das Live- und Eventhaus war einst ein Lichtspielhaus. „An der Stirnseite hatte das Kino eine große Orgel“, erzählt Riehle. „Es gab nämlich noch keine Tonfilme.“ Gebaut wurde das Capitol im Jahr 1927, als die Mannheimer Kino-Dynastie Müller sich damit einen prachtvollen Kinopalast mit viel Platz für Filmpremieren und Partys errichten wollte. „Die Familie Müller hat sich im Hinblick auf Größe und Ausstatung etwas Besonderes geleistet.“, sagt der Geschäftsführer. Eine Besonderheit war nicht zuletzt die kleine Bühne, auf der bereits in den Anfangszeiten Theater gespielt wurde. Obwohl die Neckarstadt im zweiten Weltkrieg durch Bomben stark getroffen wurde, blieb das Capitol unbeschädigt. Das Capitol blickt auf bewegte Zeiten zurück. Denn Ende der 1970er Jahre kauften die Filmtheaterbetriebe Spickert das geschichtsträchtige Haus, ab den 80er Jahren gab es ein Mischkon-
52
Kunst & Kultur
zept aus Konzerten und Kino, so Riehle. Seit 1997 betreibt Riehle das Kulturzentrum. „Ich hatte die Musicalproduktion ,Der kleine Horrorladen‘ betreut“, erzählt er. „Dabei bin ich auf das Capitol gestoßen.“ Am Anfang seien sie noch zu dritt gewesen, inzwischen führt der 44-Jährige die Eventstätte allein. Am Anfang fanden zwischen 50 und 60 Produktionen im Jahr statt, heute sei man bereits bei 350 bis 400, so der gebürtige Mannheimer. „Wir haben mittlerweile am Tag drei Veranstaltungen“, erzählt Maria Cicero, die stellvertretende Pressesprecherin. Im Casino, das früher Rampenlicht hieß, finden seit zwei Jahren Veranstaltungen wie Vernissagen oder Geburtstagsfeiern statt. Auf der Theaterbühne Casablanca laufen von Anfang an Kinderprogramme. Während die Capitol Betriebs GmbH für die Vermietungen der Räumlichkeit zuständig ist, stemmt das Gemeinnützige Kinder- und Erwachsenentheater Capitol Mannheim UG, bezuschusst von der HeinrichVetter-Stiftung und der Klaus-TschiraStiftung, die Eigenproduktionen. Für
Foto: Capitol
2/2015
die jüngsten Besucher findet jeden Sonntagmorgen das Kindertheater statt. Derzeit gibt es 14 Produktionen, wie etwa „Pettersson & Findus“, „Frau Holle“ oder „Am Samstag kam das SAMS“. Erwachsene werden aktuell durch fünf Produktionen, darunter die Rock-Music-Show „I Want It All“ oder die neueste Produktion zum Thema Mauerfall „Heldenzeit“ unterhalten. Riehle und Cicero können so manche Anekdote erzählen. Denn bei ihrer Arbeit haben die rund 20 Mitarbeiter häufig engen Kontakt mit den
Musikern und Schauspielern. Einem Künstler, der seine Rasiersachen vergessen hatte, besorgten sie neue Utensilien. Als die Jungs der modernen Volksmusik-Boyband Voxxclub im November 2014 auftraten, war das Capitol restlos ausverkauft – und besonders die Damenwelt aus dem Häuschen. „Bülent Ceylan spielt alle Premierenprogramme bei uns“, sagt Riehle. Auch Xavier Naidoo schaue immer mal wieder vorbei – als Gast. „Denn für ein Konzert von ihm ist das Haus zu klein.“ ■ cap
53
Foto: Sturm
2/2015
So tanzen die Jungs zu klassischer Musik.
„FLYING STEPS“ TANZEN IN MANNHEIM
Zwei Welten In der Show „Red Bull Flying Bach“ treffen sich Breakdance und Bach erfolgreich. 2015 sind die Tänzer wieder auf Tour. Für Niranh Chanthabouasy aka Lil Rock begann die Breakdance-Karriere Anfang der 1990er auf den Straßen Heidelbergs. Damals verdiente er noch mit kleinen Straßenshows sein erstes Geld, heute steht der 34-Jährige mit der Show „Red Bull Flying Bach“ auf den Bühnen der Welt. Zusammen mit seinen Crew-Mitgliedern Khaled Chaabi aka KC-1, Micheal Rosemann aka Mikel und Uwe Donaubauer spricht er über seine Heimatstadt, die Show und ihr Verhältnis zur klassischen Musik. Lil Rock, Du bereist mit der Show „Red Bull Flying Bach“ die ganze Welt. Was verbindet dich noch mit deiner Heimat Heidelberg? Ich habe noch Familie und Freunde dort. Wenn ich Zeit finde, schaue ich natürlich vorbei, um die alten Leute wiederzusehen. Es ist immer wieder schön, vor allem wenn man durch die Stadt läuft und die Erinnerungen kommen, jede Gasse, jede Straße hat ihre Geschichte. Dort habe ich mit dem Tanzen angefangen und mit Straßenshows meine erste Mark verdient. Also liegen in Heidelberg die Wurzeln deiner Breakdance-Leidenschaft? Ja genau, 1992 habe ich angefangen. Meine Gruppe in Heidelberg hieß damals „Point Blank Breakers“, später dann „Southside Rockers“. Da ging es jedes Wochenende zu einem Battle oder Jam, im-
mer wieder kam es auch zu Battles zwischen Mannheim und Heidelberg. Die „Flying Steps“ kannte ich schon ziemlich lange aus der Szene. 2005 haben sie mich dann gefragt ob ich Bock habe, bei ihnen mitzumachen – und das hatte ich. Hört ihr selbst Klassik? (Lachen) Mikel: Nicht wirklich. Also ich hab auf jeden Fall den Klassiksender bei mir im Auto eingespeichert, aber ich bin kein wirklicher Klassik-Fanatiker oder könnte sagen, was genau ich da höre. Ich bin durch die Show aber viel interessierter geworden. Khaled Chaabi: Das Schöne ist, dass wir nun, da wir mit Bachs Musik gearbeitet haben, wissen, wie man die Musik hören muss und umsetzen kann. Was sagt die Breakdance-Szene dazu, dass ihr zu klassischer Musik tanzt? Mikel: Also was ich so an Feedback bekomme von der Szene, ist größtenteils positiv. Wir bekommen mit, dass Leute sich davon inspirieren lassen. An dem Erfolg, den wir jetzt schon seit fünf Jahren haben, kann man schon ganz klar sehen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Einmal zeigen wir dem klassischen Bereich, wie schön eigentlich die Hip-Hop-Kultur ist, und umgekehrt vermitteln wir den Jugendlichen aus der Hip-Hop-Szene, wie cool Klassik sein kann. ■ Celina Sturm
Anzeige
2/2015
Kunst & Kultur
MODERN TIMES IN MANNHEIM UND LUDWIGSHAFEN
Brückenschlag in dritter Auflage
Gidon Kremer
Foto: Marco Borggreve
Jörg Widmann
testen türkischen Musiker Fazil Say, der mit „Water“, „Gezi Park 3“ und seiner „Istanbul“-Sinfonie den Bosporus an den Rhein bringt. Say schafft ein magisches Klangerlebnis, wenn sich Orchesterinstrumente mit türkischen Instrumenten verbünden. Gidon Kremer, der lettische Großmeister des Violinspiels, erweist sich als Brückenbauer besonderer Art, wenn er mit Chefdirigent Karl-Heinz Steffens nach Frankreich und den USA blickt: Wie durch ein Kaleidoskop betrachten sie solche Werke, mögen sie von Erik Satie oder Philipp Glass stammen, die auf die betörende Kraft rhythmischer Muster setzen. Hand in Hand tritt Pianist Herbert Schuch mit Karl-Heinz Steffens auf, um zwei Schlüsselwerke von Leonard Bernstein und Dmitri Schost-
akowitsch zu präsentieren. Spätestens mit Jörg Widmann erreichen die „Modern Times“ unsere Zeit. Mit den „Echo-Fragmenten“ für Klarinette und Orchestergruppen tritt Widmann als Solist des eigenen Werkes auf. Ihm voran geht die Mezzosopranistin Julia Faylenbogen, die sich den „Folk Songs“ von Luciano Berio widmet, jenem Liederzyklus, mit dem der italienische Komponist 1964 das Gehäuse der Avantgarde sprengte. Und zugleich den Zuhörern anbietet, die Brücke in eine neue, andere musikalische Welt zu überschreiten. ■ MODERN TIMES 2015 11. September bis 4. Oktober 2015 Infos und Tickets unter Telefon 0621 3367333, www.reservix.de sowie unter www.metropol-kultur.com
Herbert Schuch
55
Foto: Jürgen Okzyk
Brücken verbinden. Über Brücken gelangen neue Einflüsse auf die jeweils andere Seite. Vom Ursprung der Musik bis zu zeitgenössischen Kompositionen bedurfte es immer wieder des Neuen und Anderen. Dem Musikfestival „Modern Times“ gelingt es zum dritten Mal das verbindende Element zwischen den Jahrhunderten zu schaffen; aber auch die verschiedenen kulturellen Einflüsse, die Weltklassemusiker mitbringen, abzubilden. Dass das Metropolregion Sommer-Musikfest der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz nicht nur stil-, sondern auch städteübergreifend, also an mehreren Veranstaltungsorten in Ludwigshafen und Mannheim stattfindet, liegt auf der Hand. Ein faszinierender Brückenschlag gelingt dem Pianisten und bekann-
Kunst & Kultur
Anzeige
2/2015
Tolo Marton
KULTUR IM HAUPTBAHNHOF MANNHEIM
Blues, Tango und Ausstellungen Der Hauptbahnhof bietet sehr viel mehr als nur Reise- und Shoppingmöglichkeiten. Mit der Konzertreihe „Blues Night“ ist der Bahnhof zu einem beliebten Ort für Bluesfreunde geworden. Als nächstes ist Tolo Marton aus Italien am Freitag, 12. Juni zu Gast, bevor die Veranstaltung pausiert. Nach der Sommerpause nimmt die Reihe am Freitag, 11. September mit Morblus & Justina Brown (Italien/Nigeria) wieder Fahrt auf. Otis Taylor aus den USA ist am Freitag, 16. Oktober zu Gast. Den Abschluss macht die Blues Company am Freitag, 6. November zusammen mit
TOLO MARTON Der Gitarrist und Komponist TOLO MARTON wurde in Treviso (Italien) geboren und widmet sich seit seinem 15. Lebensjahr der Musik. Nach einer kurzen Periode mit der italienischen Tophit-Band ‚Le Orme’ begann er bereits 1975 mit seiner eigenen Solokarriere. Er spielt Blues, Blues-Rock und Classic-Rock …mit einem ganz besonderen Gefühl für Melodie und die Wurzeln der amerikanischen Musik. Tolo Marton spielte mehrere Male für B.B.King, Muddy Waters oder die Blues Brothers, um nur einige Namen zu nennen. Marton‘s Live-Setlist enthält überwiegend seine eigenen Kompositionen, gekonnt gespickt mit einigen Arrangements von Jimi Hendrix, Rory Gallagher, Cream und einem Hauch italienischer Filmmusik.
56
Faboulus B.C.Horns und Soul Sistaz. Die Vorgruppe dieses Doppelkonzerts ist Doctor´s Order. Alle Konzerte beginnen um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Tangofreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Am Sonntag, 13. September bittet „Estación Tango“ mit Live-Musik zum Tanz. Doch damit ist es mit der Musik nicht zu Ende im Mannheimer Hauptbahnhof . Kein Blues, dafür New Orleans Jazz: Aus den USA konnte Glen David Andrews für einen Auftritt am Freitag, 27. November, gewonnen werden. Die Begleitband sind die Sazerac Swingers aus Gütersloh. Wer da nicht tanzt, ist selbst schuld. Leiser geht es bei den Ausstellungen im Bahnhof zu. „ON STAGE“ präsentiert vom 30. September bis 14. Oktober Fotos spektakulärer Bühnenbilder aus über 500 Konzerten. Gezeigte werden auch historische Aufnahmen von Rockfotografen wie Bob Gruen und Baron Wolman, die live dabei waren, wenn Größen wie Jimi Hendrix oder Madonna die Bühne gerockt haben. Das Besondere daran: Die Ausstellungbesucher können ihre Rockidole nicht nur sehen, sondern auch hören: Mithilfe einzelner QRCodes auf den Fototafeln können die dazugehörigen Songs per Smartpho-
ne kostenlos angehört werden. Eine Comicausstellung beschäftigt sich mit dem Thema „Zugvögel – verdrehte Fauna für Fortgeschrittene“. Die Cartoonistin Dorthe Landschulz, die unter anderem 2014 den dritten Platz beim Deutschen Cartoonpreis belegte, zeigt in ihren Werken vom 24. August bis 5. September Tiere, Menschen und bislang unbekannte Lebewesen – vom Googlehupf über den Dopinguin bis zum Gesundheitsschädling oder der Spaßbremse. Zur Eröffnung kommt die Künstlerin nach Mannheim und wird nach einem Rundgang durch die Ausstellung auf Wunsch ihre Bücher signieren, die in der Buchhandlung zu erwerben sind. Wer sind diese Menschen, die Obdachlos sind und an denen wir oft blicklos vorbeilaufen? Und was ist passiert? Diese Fragen werden in der Ausstellung „Die Unsichtbaren“, die bis zum 8. Juni läuft, durch eine Fotoauswahl beantwortet. 52 Menschen, die im Alltag oft niemand wahrnimmt, wurden begleitet und porträtiert. Und auch für Kinder ist etwas geboten: beim Sommerfest am Sonntag, 19. Juli. Von 10 bis 18 Uhr sorgen Clowns und Stelzenläufer für Unterhaltung, dazu gibt es einen Tanz-Workshop und Ballonmodelage. ■
Event-Tipps
2/2015
Simply Red 10.11. | SAP Arena 30 Jahre Soul, Funk und Reggae sowie ihre greatest Hits
Rock-Export aus Las Vegas: Imagine Dragons.
Foto: bb-promotion
Imagine Dragons 12.10. | SAP Arena Die Indie-Rocker schauen auf ihrer Welttournee auch in Mannheim vorbei
Musical mit packendem Soundtrack: Jesus Christ Superstar.
Roxette: schwedische Chartst체rmer der 90er. Foto: Ekaterina Belinkaya
Roxette 30.6. | SAP Arena Die schwedischen Superstars der Neunziger sind auf Jubil채umstour
Foto: bb-promotion
Event-Vorschau
Jesus Christ Superstar 4. bis 9.8. | Nationaltheater Mannheim Der Musical-Welterfolg mit Starbesetzung aus dem Londoner West End
57
Event-Highlights
2/2015
Event-Highlights in der Metropolregion Rhein-Neckar
NUR DAS BESTE
Worms Grünstadt Frankenthal
Ludwigshafen Mutterstadt
Bad Dürkheim
Schifferstadt Neustadt
Haßloch
Speyer Edesheim Annweiler
Landau
Bad Bergzabern
Germersheim
Kandel
Schillertage 12. bis 20.6. | Nationaltheater | Mannheim Das Motto der 18. Internationalen Schillertage lautet „Geschlossene Gesellschaft“ und bietet ein umfangreiches Programm mit Lesungen, Stücken und fantastischen Live-Acts im Rahmender Schill-Outs. Auch wieder dabei: das Drive-In Theatre in der Benjamin Franklin Village. www.schillertage.de
Festival des deutschen Film
© bb promotion
17.6. bis 5.7. | Parkinsel | Ludwigshafen Wir freuen uns auf den Sommer und hoffen auf laue Filmnächte auf der Parkinsel am Rheinufer, mit Mondlicht und den besten deutschen Filmen des Jahres, Filmgesprächen, Regisseuren und Schauspielern. Eben die ganz besondere Atmosphäre am Fluss.
58
Mark Knopfler 20.6. | SAP Arena | Mannheim Anfang des Jahres kam das achte Soloalbum des Ausnahme-Musikers heraus. Nun folgt die Tour. „An evening with Mark Knopfler“ verspricht eine Auswahl an neuen Songs und Hits aus seiner Zeit mit den Dire Straits.
Söhne Mannheims
© tino oac
10. & 11.7. | Barockschloss | Mannheim Ihre 20-jährige Jubiläumsfeier wird an zwei Tagen auf dem Ehrenhof des Mannheimer Schlosses gefeiert. Für das Konzert mit Xavier Naidoo und seinen Söhnen gibt es am 10.7. noch Karten.
SpektakuLUm 10. bis 12.7. | Innenstadt | Ludwigshafen Das Ludwigshafener Stadtfest bietet ein vielfältiges Programm aus Kultur, Sport und Unterhaltung. Als musikalischer Hauptact treten am 11.7. „The BossHoss“ auf dem Berliner Platz auf.
Seebühnenzauber 18.7. bis 29.8. | Luisenpark | Mannheim Das Programm auf der Seebühne im Luisenpark verzaubert einen mit dem wundervollen Pianisten Idan Raichel am 2. August und der Jazzerin Lisa Simone am 22. August. Das komplette Programm finden Sie hier: www.seebuehnenzauber.de
Event-Highlights
2/2015
Rhein
Bürstadt
Bensheim Heppenheim
Lorsch Lampertheim Weinheim Viernheim Ladenburg Schriesheim
Mannheim
Buchen Eberbach r cka Ne
Eppelheim Schwetzingen Hockenheim Walldorf
Heidelberg
Mosbach
Leimen Wiesloch
Sinsheim
Weitere Veranstalt ungen finden Sie auf meier-onli ne.de
Seebühnenregatta 14. & 15.8. | Luisenpark | Mannheim Der Act für den zweiten Tag der Regatta im Luisenpark steht schon fest: Olli Schulz präsentiert sein noch recht frisches Album „Feelings aus der Asche“. Wer den Musiker und Entertainer kennt, kann sich jetzt schon freuen. Freunde bringt er auch mit.
Sunrise Avenue 22.8. | Maimarktgelände | Mannheim Im Rahmen ihrer „Fairytales – Best of Tour 2015“ spielen die vier Finnen eine Open-Air-Show in Mannheim. Publikumsliebling Samu Haber kommt direkt aus seiner kreativen Pause und hat Großes Versprochen.
Rock’ n’ Heim 23.8. | Hockenheimring Quick and Dirty. Einen ganzen Tag lang rocken Linkin Park, das Farin Urlaub Racing Team, Kraftklub, K.I.Z, Flogging Molly, Simple Plan, Hale Storm und While She Sleeps was das Zeug hält. Los geht es um 13 Uhr, Tickets gibt es für 87 Euro.
Kunst & Kultur
2/2015
24. Sommerfestival in Landau 7.8. bis 8.8. | Landau Pariser Musiker präsentieren am Freitagabend (20 Uhr) Chansons. Das Dagobert-Sommerfest startet am Samstag um 18 Uhr. Trommler begeistern mit Taiko-Trommeln. Es gibt Feuerwerk, Sternenregen, Musik, Origami und Face-Painting. Infos/ Tickets: A. Holch, Tel. o6341 9oo9oo
FESTIVAL-TIMER
Eine Auswahl der schönsten Open-Air-Termine Die Festivalsaison wurde mit dem Maifeld Derby eröffnet. Es folgt ein Sommer mit Musik, Literatur, Theater, Sport. Palatia Jazz 20.6. bis 8.8. | diverse Locations in der Pfalz Erwartet werden Paolo Fresu, Manu Katché, Lyambiko, Phronesis, u.v.m. … www.relations.events/palatiaJazz Schlosspark Festival 19. bis 21.6. | Schlosspark | Weinheim Mit Roger Hodgson und Band startet die dreitägige Konzertreihe. An Tag zwei gibt es eine MTV unplugged Live-Session mit Max Herre & dem Kahedi Radio Orchestra. Zum Abschluss treffen sich Andreas Bourani, Christina Stürmer und Laith Al-Deen. Jazz & Joy 19. bis 21.6. | Worms Unter anderem mit Abby, Flo Mega & The Ruffcats, Patrice, Bob Geldof, Laupaire, Jan Delay & Disko No. 1 und dem Till Brönner Quintett. www.jazzandjoy.de
60
Lebendiger Neckar 21.6. | Neckarufer von Eberbach bis Ilvesheim Städte und Dörfer entlang des Neckars feiern das Leben am Fluss mit Show-, Tanz-, Theater- und Sportprogramm. www.lebendigerneckar.de Heidelberger Schlossfestspiele 24.6. bis 2.8. | Schloss Heidelberg Der romantische Schlosshof wird zur Kulisse für Romeo & Julia, dem Theaterstück Rapunzel, My Fair Lady und für die Dance Company Nanine Linning und ihren Tanz im Turm. www.theaterheidelberg.de/festival/ heidelberger-schlossfestspiele Heidelberger Literaturtage 24. bis 28.6. | Spiegelzelt auf dem Universitätsplatz | Heidelberg
Kunst & Kultur
2/2015
Im Programm sind renommierte Autoren und junge Talente wie Albert Ostermeier, Olga Grjasnowa, Lutz Seiler, Mahi Binenbine, Verena Güntner u.v.m. … www.heidellittage.de
Auerbacher Schlossfestspiele 19.7. bis 16.8. | Auerbacher Schloss Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“ wird in der diesjährigen Spielzeit in der Burgruine zu sehen sein. Ein VierGänge-Menü ist auch buchbar. www.schloss-auerbach.de Internationales Straßentheaterfestival 23. bis 25.7. | Ludwigshafen Theatergruppen aus aller Welt präsentieren sich in der Ludwigshafener Innenstadt und verwandeln die Straßen zu einer großen Open-Air-Bühne. Das Fest 24. bis 26.7. | Günther-Klotz-Anlage | Karlsruhe Auf vier Bühnen gibt es an drei Tagen Musik der Jetztzeit: Azad, Clueso, The Subways, The Kooks, Joris, Selig, Rio Reiser und viele mehr. Außerdem gibt es ein Gratisprogramm für Familien mit Kindern und am Sonntag das Klassik-Frühstück. www.dasfest.de Sound of the Forest 31.7. bis 2.8. | Marbachstausee | Odenwald Das idyllischste Festival der Metropolregion feiert seinen 7. Geburtstag. Eingeladen sind u. a. die Irie Révoltés, Intergalactic Lovers, Lemur und (Trommelwirbel) … CLUESO! sound-of-the-forest.de Musik im Park 6. bis 9.8. | Schlossgarten | Schwetzingen Es wird romantisch im Schwetzinger Schlossgarten. Beim diesjährigen Open-Air sind Spandau Ballet, Revolverheld, Rea Garvey und Passenger zu Gast. www.schloss-schwetzingen.de
Nordmole Mainz
BOB DYLAN and his Band
Sa. 20.6. 19h Nordmole Mainz
Sa. 11. 7. 19h Zitadelle Mainz
ITALIENISCHE OPERNNACHT AM DOM So. 12. 7.15 Domplatz Mainz
JOHN
GREGOR HI AT T & THE COMBO MEYLE SUPPORT: TEESY
SUPPORT: BIG DADDY WILSON
So. 28. 6. 19h Nordmole Mainz
KONZERTSPECIAL AUF DEM SCHIFF Fr. 3. 7. 19h Nordmole Mainz
So.12.7. 19h
Zitadelle Mainz
AL JARREAU
Mi. 22. 7. 19h „CASSIAN CARL“
Fr. 24. 7. 19h Volkspark Mainz Fr. 3. 7. 19.30h Zitadelle Mainz
So. 5. 7. 19h Nordmole Mainz
ORQUESTA BUENA
SUPPORT: SEVEN
Sa. 25.7. 19h Nordmole Mainz mit 130 Mitwirkenden
Zeltival 9.7. bis 12.8. | Tollhaus | Karlsruhe Das Programm des Sommerfestivals kann sich sehen lassen: Patti Smith, Tocotronic, Sophie Hunger, Calexico, Tina Dico, Scott Matthew, und, und, und … www.tollhaus.de/de/18/zeltival
Fr. 19. 6. 20h
SUPPORT: ESKOBAR
Kulturnacht 4.7. | Worms Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Tanz, Lichtinstallationen und Kurzfilme. Das Programm für die Nacht ist endlos. www.worms.de/de/kultur/veranstaltungen/kulturnacht
Sa. 25.7. 19h Wiesbaden Kurpark
VISTA SOCIAL CLUB
Mi. 8. 7. 19h
„CASSIAN CARL“
Mi. 30. 09. Kurhaus Wiesbaden Do. 9. 7. 19h
Fr. 10. 7. 19h
Zitadelle Mainz
Zitadelle Mainz
Tickets & Infos: www.frankfurter-hof-mainz.de
61
Nah & Fern
2/2015
SOMMERLAUNE AN DER ELBE
Inspiriert durch Italien Dresden ist eine Stadt, die von den vielen Besuchern wegen ihrer Schönheit, der spannenden Geschichte und der großen Freundlichkeit ihrer Einwohner geschätzt wird. Dem Repräsentationsbedürfnis und der Sammelleidenschaft der sächsischen Kurfürsten und Könige ist es zu verdanken, dass Dresden heute eine Kunst- und Kulturstadt von europäischem Rang ist. Über 50 Museen sowie mehr als 30 kleine und große Theaterbühnen sind hier zu Hause. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit ihren 14 Museen, hervorgegangen aus dem kurfürstlichen „Sammelsurium“ aus Kuriositä-
62
ten, Raritäten und Kunststücken, gehören zu den bedeutendsten Museen der Welt. In der Semperoper ist die Sächsische Staatskapelle als eines der traditionsreichsten Orchester der Welt Garant für musikalische Sternstunden. Auch die Musikfestivals, darunter die Musikfestspiele, das Moritzburg Festival, das Dixielandfestival oder die Jazztage gehören zu den Highlights der europäischen Kulturszene. Feste Größen sind zudem
die Filmnächte am Elbufer, die Langen Nächte der Theater und Museen, das Stadtfest und das Elbhangfest. Mit 45 Forschungseinrichtungen ist Dresden die deutsche Stadt mit der größten Forschungsdichte. Die Technische Universität wurde 2012 als einzige Universität in den ostdeutschen Bundesländern mit dem Titel „Exzellenzuniversität“ geadelt. Darüber hinaus ist Dresden Spitzenstandort für Mikroelektronik, Nanotechnologie,
Nah & Fern
2/2015
www.dresden.de/highlights
Die Semperoper ist eines der Wahrzeichen Dresdens.
Fotos: Christoph Münch/ Dresden Marketing
Neue Werkstoffe und Life Sciences. Dicht vernetzt arbeiten Wissenschaft und Industrie gemeinsam an intelligenten Zukunftslösungen. Von seiner buntesten Seite zeigt sich Dresden in seinem Szeneviertel, der Äußeren Neustadt. Das lebendige Quartier ist mit unzähligen Bars, Cafés, Restaurants, Clubs, Galerien und kleinen Theatern das Zentrum der jungen und alternativen Szene. Das Areal in einem der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Deutschlands birgt ein hohes kreatives Innovationspotenzial, welches sich vor allem in der Fülle toller Läden und trendiger Labels niederschlägt. Um alles zu entdecken, sollte man etwas Zeit einplanen. Die sächsische Metropole ist eine der grünsten Städte Europas. Der Große Garten, die Elbwiesen, die Heide, zahlreiche Schlösser, Parks und Grünanlagen locken die Menschen ins Freie und prägen die Lebensqualität der Stadt. Ergänzt wird das grüne Stadtbild durch die Weinberge an den Hügeln des Elbtals. Selbst im Stadtgebiet wird Wein angebaut. Damit ist Dresden die nördlichste Großstadt mit Weinbautradition. Die berühmten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt liegen so dicht beieinander, dass man sie am besten zu Fuß entdeckt. Das Umland ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schnell zu erreichen. 30 Minuten fährt man bis nach Meißen mit seiner berühmten Porzellanmanufaktur und knapp 40 Minuten in die Sächsische Schweiz. Mehr als 530.000 Menschen leben in der Stadt an der Elbe. Ihre Bezeichnung „Elbflorenz“ verdankt die Stadt übrigens der Kombination aus den reichen Kunstsammlungen und der Architektur, die August der Starke, inspiriert durch Italien, einst aufbaute. ■ Msw/Dresden Marketing
Entlang der Elbe gibt es tolle Blicke auf die Stadt.
AUSGEWÄHLTE VERANSTALTUNGSTERMINE 19.6. bis 8.7. 26.6. bis 28.6. 10.7. bis 27.9. 11.7. 18.7. 31.7. bis 25.10. 4.8. bis 10.8. 14.8. bis 16.8. 15.8. bis 30.8.
Internationales Tanzfestival 25. Elbhangfest Ostrale – Austellung zeitgenössischer Künste Museums-Sommernacht Dresdner Schlössernacht Conflict, Time, Photography – Foto-Doku aus Londons „Tate Modern-Galerie“ Lack. Streiche. Kleber. – Streetart- und Graffiti-Akteure zeigen ihre Kunst Canaletto – Dresdner Stadtfest Moritzburg Festival
63
Nah & Fern
2/2015
BUNT, BUNTER, BUENOS AIRES
Im Rhythmus der Latino-Metropole Oktober bis März ist die ideale Reisezeit, um die Vielfalt Buenos Airesʼ zu entdecken und lieben zu lernen. Jetzt ist der passende Moment, um nach Flügen dahin Ausschau zu halten. Und vor Ort heißt es immer: Lebensgefühl statt Touri-Spots. „Mi Buenos Aires querido“ – mein geliebtes Buenos Aires. Diese Worte stehen auf vielen kunstvoll bemalten Blechschildern, die es auf dem sonntäglichen Markt im Stadtviertel San Telmo zu erwerben gibt. Mit diesen Worten hat mich eine gute Freundin in die tollste Stadt der Welt gelockt. Sechs Tage Buenos Aires Anfang Februar bedeuten: Sonne, Hitze und eine leere Stadt – so leer eine Metropole sein kann. Eine gute Woche sollte man sich für Argentiniens
Blick auf die Dächer von Retiro.
64
Hauptstadt mindestens Zeit nehmen, um in ihren Rhythmus einzutauchen. Dieser ist in jedem der 48 Stadtviertel anders. Sehenswürdigkeiten im Sinne von Gebäuden, Statuen und Museen abklappern, ist nicht das Ziel dieser Städtereise, sondern das Lebensgefühl in den Gassen zu spüren. Ein Gang durch die berühmtesten Barrios: Die Schweißperlen auf der Stirn glitzern in der Sonne. Sie sind die einzigen Anzeichen der Anstrengung, die
die beiden Tangotänzer nicht verbergen können. Sonst gehen sie mal engumschlungen, mal in weiten Figuren über das Parkett und völlig in der Musik auf. Ihre Bühne: der Dorrigo-Platz im historischen San Telmo. Ihr Publikum: die Besucher der sonntäglichen Feria, einem (Antiquitäten-)Markt. San Telmo ist, wie sich viele Argentinien vorstellen, nämlich bunt, lebendig, traditionsbewusst. Straßenmusiker und Tangotänzer, Ledertaschen und Mate-Gefäße, Empanadas und Choripan
Nah & Fern
– all das findet man in den Straßen, die sonntags für den Verkehr gesperrt sind. Auf der Museumstraße „El Caminito“ im Stadtteil La Boca dreht sich auch alles um Tango, Tango, Tango. Allerdings nicht so ehrlich authentisch wie in San Telmo, sondern rein, um Touristen in das Viertel mit den farbenfrohen Häusern, die Cafés, Restaurants und Souvenirshops beherbergen, zu locken. Auf keinen Fall sollte man die beiden Straßen, die zur „Fußgängerzone“ gehören, verlassen, denn La Boca ist berüchtigt für seine Kriminalität. Gerade deshalb passt der Tango nach wie vor in das Gründungsviertel von Buenos Aires. Denn der Tanz entstand in den Hafenvierteln des Rio de la Plata in einem Milieu von gestrandeten europäischen und afrikanischen Migranten, Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution. Der Porteño, der Hafenstadtbewohner, wie sich die Einwohner selbst bezeichnen, trägt wenige Kilometer weiter Anzug und Schlips. Im Viertel San Nicolás – inoffiziell nur El Centro oder Microcentro – ist der Finanzdistrikt angesiedelt. Wer im Microcentro durch die Straßen läuft und vor allem die Haupteinkaufsstraße Florida passiert, der hört aus allen Ecken das Rufen: „Cambio, cambio, cambio!“ Inflationsbedingt sind dieser Tage viele Geldwechsler auf der Straße unterwegs, da sie Fremdwährungen mehr trauen als ihrer eigenen. Tatsächlich haben deutsche Landesbanken Schwierigkeiten, Argentinische Pesos zu besorgen, weshalb man am besten mit europäischem Bargeld nach Argentinien reist und es dort in einer legalen Wechselstube eintauscht. Als Kontrastprogramm zum geschäftigen Treiben und den Bürohochhäusern stehen im benachbarten Monserrat Politik und Geschichte im Mittelpunkt. Die Casa Roasada (Regierungssitz des Staatspräsidenten), die Plaza de Mayo und zahlreiche architektonisch beeindruckende Regierungsgebäude prägen das Bild ebenso wie die Demonstranten rund
Die touristische Fußgängerzone in La Boca.
um die Plaza de Mayo, die mal mehr, mal weniger laut regelmäßig die Politiker auf sich aufmerksam machen. Im noblen Hafenviertel Puerto Madero, dem neuestem Barrio der Stadt, das sich quasi hinter der Casa Rosada befindet, bekommt man auf der Flaniermeile nichts davon mit. Der internationale Flair, der am Flussufer herrscht, lockt auch die Schickeria an, die sich gerne in den futuristischen Häusern rund um die Puente de la Mujer niederlässt. In Konkurrenz tritt das Stadtviertel dadurch mit den nördlich gelegenen Gebieten Retiro und Recoleta. Während in Retiro sich gut ein Cocktail auf einer der Rooftop Bars schlürfen lässt, ist Recoleta mit seinem berühmten Friedhof und europäischer Bauweise des 19. Jahrhunderts der Prunkbreich der Metropole. Hier spielt sich auch das kulturelle Leben ab. Wird Buenos Aires mit den vielen Museen, einer der schönsten Büchereien der Welt (El Ateneo) und seinen Theatern – das bekannteste ist das Teatro Colón – doch nicht umsonst als „Paris Südamerikas“ bezeichnet. Das pompöse Bauwerk liegt übrigens direkt an der Avenida 9 de Julio, einer der breitesten Straßen der Welt. Hat man es geschafft, diese Straße mit mindestens zwei Ampelphasen zu überqueren, und läuft immer gen Norden, landet man
Fotos: Ayaß
2/2015
Straßentango auf dem Markt in San Telmo.
in Palermo, das in Sachen Straßenkultur und Ausgehen den „Südvierteln“ deutlich den Rang abläuft. Hier findet man tolle Boutiquen, angesagte Bars, unzählige Cafés, süße Häuschen, liebevoll bemalte Pfosten, Kopfsteinpflaster und viele Grünflächen. Sehr gute Steaks und anderes Gegrilltes (Asados) lassen sich hier in gediegenem Ambiente verspeisen. Das Szene-Viertel ist einer der großen Trümpfe, die Buenos Aires zur „tollste Stadt der Welt“ machen. ■ Kathrin Ayaß Nützliche Links: www.turismo.buenosaires.gob.ar/en www.bsas4u.com goargentina.about.com www.auswaertiges-amt.de Hilfreiche Apps: BA Cómo llego BA turismo Buenos Aires City Guide (TripAdvisor)
TIPPS ZUR FORTBEWEGUNG: Taxifahrten sind in Buenos Aires erschwinglich, allerdings sollte man darauf achten, dass die Taxen offiziell registriert sind. Am besten bewegt man sich mit Bus und Metro von A nach B, dafür muss man sich einmalig eine wieder-aufladbare Fahrkarte besorgen. Infos: www.sube.gob.ar.
65
Impressum
metropolitan Inside 4/2014
Inside Lifestyle & Trends in der Metropolregion
Rhein-Neckar 4 / 2014
Lifestyle & Trends in der Metropolregion
Rhein-Neckar 2 / 2015
JULI / AUGUST
Inside
3,50 Euro
JUNI/JULI/AUGUST metropolitan Inside 5/2014
Lifestyle & Trends in der Metropolregion
Rhein-Neckar 5 / 2014
3,50 Euro
metropolitan Inside 6/2014
Foto: Felix Broede
Inside Lifestyle & Trends in der Metropolregion Rhein-Neckar
Lifestyle & Trends in der Metropolregion
31. Juli bis 16. August 2015
Rhein-Neckar 6 / 2014
Worms
Runde Sache: Kreisel als Kunstobjekte Open Air: Hoch-Zeit für Biergärten Weinfreuden: Der Rote von der Bergstraße Noblesse oblige: Der Europäische Hof in Heidelberg Erinnerung: Die FCK-Helden von Bern Freizeit-Tipp: HabeKostNOVEMBER/DEZEMBER barkeiten in der Kurpfalz Reisen: Auf den Spuren von Marylin Monroe
Inside Lifestyle & Trends in der Metropolregion Rhein-Neckar
Inside
SEPTEMBER/OKTOBER
3,50 Euro
Aufbruch: Moderne Zeiten bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Nachgehakt: Mannheim bleibt wichtige Shopping-Meile Interview: Theaterfrau Lifestyle & Trends in der Metropolregion Rhein-Neckar 1 / 2015 Bille Behr pendelt zwischen Berlin und Bergstraße Spielbereit: WM-Star André Schürrle Zielgerade: Zum Saisonabschluss die Lauf-Events Restaurant-Tipps: Neue Gastronomen in der Region Reisefieber: Frühlingserwachen in Neuseeland
MÄRZ/APRIL/MAI
spielzeit Lifestyle & Trends in der Metropolregion Rhein-Neckar
Verlag RHEINPFALZ Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG Amtsstraße 5 -11 67059 Ludwigshafen Telefon 0621 5902725 Telefax 0621 5902646 metropolitaninside@rheinpfalz.de
Zauberhaft: Sandzeichnerin Natalya Netselya lässt bei Palazzo Porträts und Landschaften rieseln Emotionen, Erfolge
Inside
3,50 Euro
und Euphorie –
10 Jahre SAP Arena Nachgehakt: Stadtentwicklung in Heidelberg Interview: Matthias Reim über Pudding, Novembergrau und seine Show in Mannheim Wüstenmarathon: Durch Schnee und Eis zur Vorbereitung Restaurant-Tipps: Der neue Espresso schaut sich die kreative Küche genauer an Reisezeit: Mit dem Hausboot durch Südfrankreich
Namensgeber: Warum über Heidelberg besondere Sterne leuchten Interview: Über talentloses Kochen und Jubiläumsschätze im BASF-Weinkeller spricht Leiter Bernhard Wolff Spielzeit: Der Kultur-Frühling in der Metropolregion mit Terminen und dem Blick hinter die Kulissen Städtetour: Hamburg mit dem Mehr an Wasser
Bewegung: Kreatives Potenzial und kulturelle Vielfalt im Mannheimer Jungbusch Modemacher: Blauer Winzerkittelstoff für extravagante Kleidung Festivals: Kulturgenuss und Events unter freiem Himmel Sommertrend: Stehpaddeln ist Training mit Spaßfaktor Rhythmus: Ganz viel Lebensgefühl in Buenos Aires
Redaktion mssw Print Medien Service Südwest GmbH Kaiser-Wilhelm-Straße 54 67059 Ludwigshafen Telefon 0621 590 28 60 Telefax 0621 590 28 77 info@mssw-online.de Ute Günther (verantwortlich), Simone Tietz, Cathy Richter, Michael Ehret
Druck und Weiterverarbeitung pva, Druck und MedienDienstleistungen GmbH Industriestraße 15 76829 Landau/Pfalz www.pva.de Anzeigen RHEINPFALZ Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG Reinhard Schläfer (verantwortl.), Vanessa Schwind Gabi Dietrich-Holle
Die nächste Ausgabe erscheint im September 2015.
Gestaltung und Satz Digitale PrePress GmbH Amtsstraße 5 – 11 67059 Ludwigshafen www.digitale-prepress.de
Veröffentlichung gemäß § 9 Absatz 4 des Landesmediengesetzes Rheinland Pfalz vom 01. April 2005: Wirtschaftlich beteiligte Gesellschafter (Kommanditisten) i.S.d. § 9 Absatz 4 Landesmediengesetzes der RHEINPFALZ Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG sind die Vermögensverwaltungsgesellschaft Josef Schaub GbR in Ludwigshafen mit einem Anteil von 50,74 %, Frau Ilka Weiß-Wipprecht mit einem Anteil von 9,87 %, alle p.a. Amtsstrasse 5 - 11 in D- 67059 Ludwigshafen.
Mannheim
Heidelberg
DIE RHEINPFALZ-Geschäftsstellen
Capitol, Waldhofstrasse 2 Alte Feuerwache, Brückenstrasse 2-4 Boulderisland, Industriestrasse 39 Popakademie, Hafenstrasse 33 Cinema, Quadrat e.V., Collini-Straße 5 Zeitraum Exit, Hafenstrasse 68-72 Atlantis Kino, K2 32 Come Back, S1 17 Lautstark, M4 5 TIG7, G7 (neben Mercure) 4b Uni UB, zentr. Ausleihe Ostflügel, Schneckenhof Eingang Zentralmensa, Schloss Mensa Wohlgelegen, Käfertalerstraße 258 Mensa DHBW, Coblitzallee Gebäude C, Raum 071C 1-9 Uni Campus Shop, Ostflügel, Schneckenhoffoyer
DAI, Sofienstraße 12 IZiG, Bergheimer Strasse 147 Die Tapete, Emil Mayer Str. 16 Ehem. Feuerwache, Emil Mayer Str. 16 Hallenbad im DHC, Fahrtgasse 12 Touristinformation, Willy-Brandt-Platz 1 Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1 Touristinformation, Marktplatz 10 Stadthalle, Neckarstaden 24 Universität Carolinum, Seminarstraße 2 Alte PH (Haupteingang), Keplerstraße 87 Alte PH (Seiteneingang), Keplerstraße 87 Zoo Heidelberg, Tiergartenstraße 3 Cube Mensa SRH, Bonhöfferstraße 14 Boulderhaus, Im Bosseldorn 25-1
Landau, Ostbahnstraße 12 Ludwigshafen, Amtsstraße 5 - 11 Neustadt, Kellereistraße 12 - 16
AUSGEWÄHLTE AUSLAGESTELLEN
Bitte beachten Sie, dass nur eine begrenzte Anzahl von Exemplaren an den Auslagestellen zur Verfügung steht.
UNSERE GROSSEN“ ZU HÖLLISCH GUTEN PREISEN! “
i30cw für 14.990,-
i40cw für 16.990,-
ix35 für 16.490,-
statt 18.090,-
statt 20.070,-
statt 22.990,-
*
5 Jahre Fahrzeug- und Lack-Garantie ohne Kilometerbegrenzung sowie 5 Jahre Mobilitäts-Garantie mit kostenlosem Pannen- und Abschleppdienst (gemäß den jeweiligen Bedingungen); 5 kostenlose Sicherheits-Checks in den ersten 5 Jahren gemäß Hyundai Sicherheits-Check-Heft.
Kraftstoffverbrauch im kombinierten Testzyklus: 8,4 - 3,7 l /100 km; CO2-Emissionen im kombinierten Testzyklus: 200 - 97 g/km. Effizienzklasse E bis A+
Autohaus Ivancan GmbH Helmertstr. 13 · 68219 Mannheim · 0621 49079060 Landauer Str. 137 · 67434 Neustadt · 06321 12084
Werden Sie Fan unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/www.ivancan.de
www.ivancan.de
metropolitan Inside 2/2015
Bauhaus
Lifestyle & Trends in der Metropolregion
Rhein-Neckar 2 / 2015
JUNI/JULI/AUGUST
Inside 31. Juli bis 16. August 2015
Foto: lippolth.com/designed by eichfelder.de
Wird Dienstag geliefert
Lifestyle & Trends in der Metropolregion Rhein-Neckar
Worms
Bewegung: Kreatives Potenzial und kulturelle Vielfalt im Mannheimer Jungbusch Modemacher: Blauer Winzerkittelstoff für extravagante Kleidung Festivals: Kulturgenuss und Events unter freiem Himmel Sommertrend: Stehpaddeln ist Training mit Spaßfaktor Rhythmus: Ganz viel Lebensgefühl in Buenos Aires