schwerpunkt
Mikro-BHKW
Ein rotes Heimkraftwerk erwärmt nicht nur das Haus Seit zwei Jahren arbeiten die Firma Kirsch und VNG an einem neuartigen Mikro-BHKW. Die „Stromerzeugende Heizung“ ist mittlerweile mit ersten Feldtestgeräten im Markt, im kommenden Jahr startet das kleine Kraftwerk auch im Serienbetrieb.
von Mandy Nickel, VNG Rot – das powert Eine gewisse Symbolgewalt hat die Farbe Rot ja durchaus. Sie gilt als Farbe des Feuers, des Blutes. Sie steht aber auch für Kraft, für Liebe, für Wärme und für Leidenschaft. Rot ist gemeinhin eine sehr nahe und dynamische Farbe, die auffällt, hervorsticht, sich einprägt. Ob die neueste „Stromerzeugende Heizung“ aus dem Hause Kirsch HomeEnergy um jeden Preis auffallen wollte und deshalb im roten Design daherkommt, oder ob es dem Käufer die Assoziation mit einem dynamisch innovativen Heizgerät erleichtern wollte, sei dahingestellt. Verstecken muss es seine umweltfreundlichen und energieeffizienten Eigenschaften aber auf keinen Fall. Anlage ist rentabel und kompakt Hier die Fakten auf einen Blick: Unter dem technisch anmutenden Namen microBHKW L 4.12 wird das neue autonome stromerzeugende Gas-Heizungssystem mit Luftkühlung im Frühjahr 2011 34
für jedermann zu erwerben sein. Das Gerät erzeugt Strom und Wärme für den Eigenbedarf, ist mit etwas mehr als einem Meter Höhe überaus kompakt, auch das Gewicht ist mit knapp 200 kg vergleichbar gering. Konzipiert wurde es für den Einsatz in Ein- und Zweifamilienhäusern mit einem Gesamtjahreswärmebedarf von rund 20 000 bis 30 000 kWh. Aber auch die Anwendung im Mehrfamilienhaus ist möglich. Über eine bedienerfreundliche Oberfläche mit 7-Zoll-Display lassen sich alle aktuellen Heiz- und Stromprozesse des Gerätes steuern und kontrollieren, der Brennstoff Erdgas wird mit über 95 % Nutzungsgrad verwertet. Als „Rentabilität auf engstem Raum“ preist es Hersteller Kirsch nicht unberechtigterweise an. Mit einem Eigenbau fing alles an Dass das microBHKW L 4.12 im kommenden Jahr auf den Markt kommt – und sicherlich für Aufsehen in der BHKWLandschaft sorgen wird – verdankt es zwei Begebenheiten. Zum einem der jahrelangen Vorarbeit durch drei VNGIngenieure, zum anderen der intensiven
Weiterentwicklung durch die Firma Kirsch. Aber der Reihe nach ... Mitte der 1990er Jahre, als noch kein Gerätehersteller ein serienfertiges BHKWGerät für das Einfamilienhaus anbieten konnte, kamen drei „Tüftler“ bei VNG auf die Idee, ein eigenes kleines Kraftwerk zu bauen. „Wir waren und sind auch nach wie vor davon überzeugt, dass man Erdgas noch effizienter nutzen kann, wenn man es nicht alleine zum Heizen verwendet, sondern gleichzeitig auch Strom daraus erzeugt“, erklärt Dr. Jörg Hartan, einer der drei „geistigen Väter“ des microBHKW L 4.12 und heutiger Fachgruppenverantwortlicher Automations- und Elektrotechnik im Technologie Center von VNG. 1996 haben Dr. Hartan und seine beiden Mitstreiter Ingo Gatzke (heute: Leiter Prozessinformation bei VNG) und Ralph Bahke (heute: Geschäftsführer bei der ONTRAS – VNG Gastransport GmbH) ihr eigenes kleines „Forschungslabor“ im Keller von Dr. Jörg Hartan aufgeschlagen und ein erstes, voll funktionsfähiges MikroBHKW gebaut. „Die Maßgabe war für uns von Anfang an nicht die technische Mach-